Axxila

Shara

Not a cylon - powered by Elysa
Axxila

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[Infos zum Planeten: Axxila (engl.) // Axxila (dt.) ]

[Zugehörigkeit: Neue Republik]

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Axxila ist ein dünn besiedelter terrestrischer Planet im D’Astan-Sektor des Äußeren Randes. Einst brachte der Export von Erzen der Welt beträchtlichen Wohlstand. Bergbauunternehmen errichteten Förderanlagen, Siedlungen und Raumhäfen, während Frachter die gewonnenen Rohstoffe zu den Industriezentren der Galaxis transportierten. Doch die intensive Ausbeutung durch auswärtige Mächte, darunter das Galaktische Imperium, hinterließ großflächig verwüstete Landstriche. Mit der Erschöpfung der wirtschaftlich nutzbaren Lagerstätten verlor Axxila seine Bedeutung und geriet zunehmend in Vergessenheit.

Aus dem Orbit wirkt der Planet zunächst wie eine ruhige, einladende Welt. Weite Ozeane trennen seine Kontinente, entlang der Küsten ziehen sich grüne Landstriche, und verstreute Inselgruppen liegen wie dunkle Tupfer im Blau der Meere. Erst beim Anflug auf das Festland wird das Ausmaß des industriellen Raubbaus sichtbar.

Gewaltige Tagebaue durchbrechen die Landschaft. Terrassenförmig abgetragene Hänge fallen in tiefe Gruben ab, kilometerlange Baggerschneisen verbinden ausgebeutete Lagerstätten miteinander. Aus der Luft gleichen diese Einschnitte künstlichen Canyons, deren Wände noch immer die regelmäßigen Stufen des Abbaus erkennen lassen. Überflutete Grubensohlen bilden dunkle Seen, während andernorts Staub über freigelegte Gesteinsschichten und verlassene Förderstraßen treibt. Zwischen den Abbaugebieten stehen die Überreste von Aufbereitungsanlagen, Verladestationen und rostenden Förderbrücken.

Was noch im Boden liegt, rechtfertigt vielerorts nicht mehr die Kosten der Förderung. Die großen Unternehmen zogen weiter, und ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung folgte ihnen. Zurück blieben verstreute Gemeinden, deren Bewohner vor allem von Fischerei, Landwirtschaft, regionalem Handel und der Wiederverwertung industrieller Hinterlassenschaften leben.

Auf dem Festland finden sich ganze Städte, die ihre ursprüngliche Aufgabe verloren haben. Einst hastig errichtete Bergbausiedlungen stehen nahezu leer; größere Verwaltungs- und Wohnzentren sind auf wenige bewohnte Viertel zusammengeschrumpft. Bei Überflügen lassen sich breite, verwaiste Straßen, überwucherte Plätze und die leeren Raster ehemaliger Wohnblöcke erkennen. Manche Ortschaften verschwanden bereits während der aktiven Förderzeit vollständig unter den vorrückenden Tagebauen. Von ihnen zeugen nur noch Straßen, die unvermittelt an einer Abbruchkante enden, vereinzelte Fundamente oder Ortsnamen in älteren Karten.

Abseits der ehemaligen Förderregionen zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Besonders die Inselgruppen blieben vielerorts vom großflächigen Abbau verschont: Ihre Lagerstätten waren zu klein, zu schwer zugänglich oder wirtschaftlich zu unbedeutend, um eine industrielle Erschließung zu rechtfertigen. Hier prägen helle Sandstrände, windbewegte Dünen, felsige Küsten und grüne Inselrücken die Landschaft. Kleine Hafenorte und verstreute Siedlungen bestehen fort, vom Meer versorgt und weit entfernt von den verlassenen Industrierevieren des Festlands.

Auf einer dieser Inselgruppen liegt der Stützpunkt der Neuen Republik. Seine Lage verbindet günstige Ausbildungsbedingungen mit einer Umgebung, die den Alltag des Personals spürbar erleichtert. Über dem offenen Meer steht ausgedehnter Luftraum für Flugübungen zur Verfügung. Die Inseln bieten wechselnde Geländeformen, Küstenlinien und natürliche Orientierungspunkte, während ausgewählte, zuvor gesicherte Abbaugebiete auf dem Festland anspruchsvolle Trainingsstrecken bilden. Dort können die Pilotinnen und Piloten Tiefflüge, Geländeausnutzung und Formationsmanöver entlang künstlicher Schluchten üben. Vollständig geräumte Siedlungen eignen sich zudem für Aufklärungsübungen und die Orientierung über bebautem Gelände.

Nach der Rückkehr liegen die kargen Abbaulandschaften wieder jenseits des Meeres. Rund um die Basis bestimmen salzige Luft, das Rauschen der Brandung und die überschaubare Betriebsamkeit der nahen Küstenorte den Eindruck. Strände und kleine Lokale bieten Gelegenheit, Abstand vom Dienst zu gewinnen. So besitzt Axxila trotz seiner wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit einen besonderen Wert für die dort stationierten Einheiten: Raum für eine vielseitige Ausbildung und eine Umgebung, in der zwischen den Einsätzen auch Ruhe und Erholung möglich sind.
 
[Axxila – Kitanis-Kette (Inselkette) – Strand in relativer Entfernung zur Raumjägerbasis] Shara

Sharas Atem ging leise und gleichmäßig. Ihre nackten Füße glitten schnell, fast lautlos über den Sand. Zu ihrer Rechten rauschten die heranrollenden Wellen, während die aufgehende Sonne den Morgen in ein goldenes Zwielicht tauchte. Ihre Schritte wurden langsamer, gingen vom Joggen ins Gehen über, bis sie schließlich stehen blieb und sich dem Sonnenaufgang zuwandte.

Uhrzeit: 05:37. Temperatur: 14 Grad Celsius. Windgeschwindigkeit: 17 km/h aus Nordnordost. Alles Dinge, die ihr HUD ihr verraten konnte, und noch vieles mehr. Doch warum der Anblick der aufgehenden Sonne, der salzige Geschmack der Luft und das gleichmäßige Rauschen des Ozeans sie dazu verleiteten, die Augen zu schließen, sich auf die Zehenspitzen zu stellen und tief einatmend der Länge nach zu strecken – und woher dabei dieses bestärkende Gefühl in ihrer Brust kam –, das konnte es Shara nicht verraten. Ebenso wenig erklärte es ihr, weshalb das Kitzeln des nassen Sandes zwischen ihren Zehen und die kühle Berührung der Wellen dieses leise Zucken um ihre Mundwinkel hervorriefen. Für die körperlichen Reize hätte sie Erklärungen finden können. Für das, was sie in ihr auslösten, fehlten ihr noch die passenden Worte.

Einen Moment lang schweifte ihr Blick vom Sonnenaufgang fort und den Strand entlang, über die Fußabdrücke, die ihren Pfad, den sie gekommen war in den Sand zeichneten. 4789 Meter von dem ihr zugeteilten Quartier bis zu diesem Ort, zurückgelegt in 23 Minuten. Fast ein wenig zu schnell. Aber Shara mochte Primzahlen. Sie hatten etwas Eigenständiges. Zurück würde sie sich mehr Zeit lassen. Vielleicht 31 Minuten.
Noch wollte sie jedoch hier verweilen. Beim nächsten Blinzeln blendete sie das HUD aus. Die Zahlen verschwanden, und für einen Augenblick kam ihr der Horizont weiter vor als zuvor. Sie wollte den Moment einfach auf sich wirken lassen. Dazu suchte sie sich einen Platz auf einer Düne, zwischen Strandhafer und niedrigen, vom Wind geduckten Pflanzen.

Ruhig hob und senkte sich ihr Brustkorb unter dem schlichten, dunkelgrauen Trainingsshirt. Der leichte, atmungsaktive Stoff lag an den Schultern eng an und fiel zur Taille hin etwas lockerer, sodass der kühle Seewind darunterstreichen konnte. Auf der linken Brust zeichnete sich das kleine Emblem der Neuen Republik ab, darunter stand in dezenten, hellen Lettern ihr Nachname - Farlander. Die kurzen Ärmel ließen ihre Unterarme frei; am Kragen hatte die Anstrengung einen schmalen, dunkleren Saum hinterlassen.
Dazu trug sie eine marineblaue Laufshorts, die bis zur Mitte ihrer Oberschenkel reichte. Kleine seitliche Schlitze gewährten ihren Schritten Bewegungsfreiheit, eine eng anliegende Innenhose verhinderte, dass der Stoff beim Laufen unangenehm scheuerte. Der breite, flache Bund saß sicher auf ihren Hüften; in einer verschließbaren Tasche verwahrte sie ihre Zugangskarte. Schuhe und Socken hatte sie an der Strandbar 'Near Miss' nahe der Raumjägerbasis untergestellt.

Nun zog Shara die nackten Beine ein wenig an und ließ die Zehen im noch kühlen Sand verschwinden, während der Wind leise am Saum ihres Shirts zupfte. Das hier war anders als das, was sie kannte. Gleichzeitig spürte die Aldhani, wie ihr Körper sich entspannte und eine empfundene, weil nicht physisch vorhandene Last von ihr abfiel. Ihre Schultern sanken ein wenig herab. Sie ließ es geschehen, ohne die Bewegung zu korrigieren.
Der Tag würde viel Neues bringen. Das Doppelquartier, das sie aktuell noch für sich allein hatte, würde heute seine zweite Pilotin erhalten. Lieutenant Nahiri Kato, eine Juhani-Cathar.

Das sollte sie eigentlich noch gar nicht wissen, aber sie hatte wissen wollen mit wem sie sich das Quartier teilen müsste. Wo Screamer Zugang zum internen Netz der Basis hatte, verfügte sie ebenso darüber. Und ein Astromech, der im Hangar Daten abglich, war nichts Ungewöhnliches. Ihr R2 war tatsächlich lediglich seinen Aufgaben nachgekommen. Dass dabei für sie auch Informationen über die Quartierbelegung, Wartungs- und Flugpläne, wie auch die Speisepläne der Basismesse und mehr nutzlose Dinge zugänglich gewesen waren, lag schließlich nicht an ihr.
Immerhin musste sie dem Basiskommandanten, Colonel Harth, zugutehalten, dass das Kommandonetz von dem leichter zugänglichen Teil physisch getrennt war. Einen möglichen Zugang hatte sie bislang ebenfalls nicht ausgemacht. Diese Feststellung beschäftigte sie einen Moment länger, als sie es hier draußen eigentlich beabsichtigt hatte. Dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Meer.

Eine kräftige Brise wirbelte vereinzelte, sich aufwärmende Sandkörner auf und spielte mit ihrem kastanienbraunen Haar, fegte ihr Strähnen über das Gesicht und um die Ohren. Hinter dem linken Ohr kitzelte es, und ihre Lippen verzogen sich unwillkürlich zu einem Lächeln. Einem, das sie nicht vor dem Spiegel üben musste. Sie hob die Hand, um die widerspenstige Strähne zurückzustreichen, hielt jedoch auf halbem Weg inne und ließ sie wieder sinken. Warum passierten manche Dinge von selbst, während andere so viel bewusste Anstrengung kosteten?

Erst als die Sonne vollständig über den Horizont gestiegen war, erhob sich Shara wieder. Sie klopfte sich den langsam wärmer werdenden Sand vom Po und von den Beinen, bevor sie sich auf den Rückweg machte. Antworten auf all die Fragen in ihrem Kopf würde sie hier und jetzt nicht finden.
Vielleicht war diese Nahiri wie Dhalia: nett, freundlich und geduldig. Bei dem Gedanken wurde ihr Schritt für einen Moment langsamer. Es wäre angenehm, wieder jemanden um sich zu haben, bei dem sie nicht jedes Schweigen erklären musste. Paradoxon mochte Shara gar nicht. Schweigen erklären...

Und hoffentlich war sie leise. Vor allem leise. Stille war gut. Rein biologische Wesen neigten allerdings selten dazu.


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Um elfhundert war das erste Treffen der Trainingsstaffel Greifen im Briefingraum Aurek anberaumt. Shara war bereits fünfzehn Minuten vorher da. Der Raum besaß eine charakteristische, halbkreisförmige Sitztribüne mit abgestuften Reihen und einen zentralen Hologrammprojektor. Als sie den Saal erreichte waren noch alle Plätze unbesetzt.
Sie suchte ihren Platz nach ihren bevorzugten Kriterien aus. Ungefähr – nein, nicht ungefähr, sondern exakt – im hinteren Drittel und innerhalb dieses Bereichs im äußeren rechten Drittel. Weit genug abseits, um nicht unmittelbar zu einem Gespräch einzuladen, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, sie wolle sich dem Briefing entziehen. Von dort konnte sie sowohl den Projektor als auch den Eingang gut sehen. Sollte sich jemand zu ihr gesellen, der schon vor Beginn ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis entwickelte, konnte sie immer noch den Platz wechseln.

Vor sich hatte sie ihren Datenblock samt Stift sowie eine sportlich wirkende Wasserflasche platziert. Den Stift richtete sie parallel zur Kante des Datenblocks aus. Die Flasche stand rechts daneben, bequem erreichbar und weit genug entfernt, um ihren Schreibarm nicht zu behindern. Alles exakt an seinem Platz, in vollendeten WInkeln.

Natürlich hatte sie nach ihrer Rückkehr ins Quartier – die genau 31 Minuten andauerte – geduscht, ihre reguläre Basisuniform angelegt und gefrühstückt. Anschließend war sie noch einmal den Grundriss der Basis durchgegangen und hatte Vermutungen darüber angestellt, wo sich gesicherte Zugangspunkte zum physisch getrennten Kommandonetz befinden könnten. Die öffentlich zugänglichen Pläne ließen diese Frage erwartungsgemäß offen. Einige Bereiche waren lediglich als technische Betriebsräume ausgewiesen, was ebenso zutreffend wie wenig aufschlussreich war. Es war eine interessante Frage. Eine, die sie für den Moment widerwillig zurückstellen musste.

Shara aktivierte eine leere Notizseite und trug Datum, Uhrzeit und Staffelbezeichnung ein. Dann legte sie den Stift wieder an seinen Platz und hob den Blick zum Eingang. Als draußen Schritte näher kamen, straffte sie sich unwillkürlich ein wenig und wandte ihren Blick gen Tür. Vielleicht war Nahiri unter den Nächsten, die den Raum betraten.


[Axxila – Kitanis-Kette (Inselkette) – Raumjägerbasis – Briefing-Raum Aurek] Shara
 
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Axxila - Anflug auf die Kitanis-Kette (Inselkette) - Fähre, Tamis

Also wirklich. Es war ja klar, dass Fährpiloten nun nicht die allerbesten waren, aber hatte man da jemanden in der Grundausbildung ans Steuer gelassen oder was? Die Fähre, welche Tamis runter auf den Planeten brachte, flog nicht gerade sehr ruhig, und an den Wetterbedingungen da draußen konnte es doch eigentlich nicht liegen. Axxila war doch ein relativ gemäßigter Planet, was das anging, zumindest so weit Tamis wusste. Also konnte es folgerichtig nur am Piloten liegen, fertig.
Sie seufzte leise, lehnte sich dennoch zurück und schlug die Beine übereinander. Ein paar Minuten hatte sie noch, bis die Fähre vermutlich sehr unsanft im Hangar der Raumjägerbasis aufsetzen würde, und dann begann ein neuer Abschnitt. Verrückt. Einfach nur verrückt, dass sie heute hier war. Vor ein paar Monaten noch hatte sie an Bord der "Stardust" die Galaxis durchstreift und dabei versucht, dieses Ungetüm von einem Frachter irgendwie am Leben zu erhalten, was ihr wirklich außerordentlich gut gelungen war. Sie hatte keine Ahnung, wie Tereb das nun ohne sie schaffte, aber gut, das war nicht ihr Problem. Der Captain hatte sie ja quasi aufgefordert, sich offiziell der Republik anzuschließen, und tada, hier war sie nun. Während ihre Mutter vor Panik riesige Augen bekommen hatte bei dem Gedanken, dass ihre Tochter bald in einem Kampfjäger sitzen würde. Ihr Vater hatte das ganze gelassener und sogar ein wenig stolz hingenommen. Zugegeben: so eine Jägerkarriere war vermutlich besser vor den Freunden und Bekannten als "meine Tochter schlägt sich irgendwo auf eigene Faust in der Galaxis durch und ich habe keine Ahnung, wo sie gerade steckt". Aber andererseits, vermutlich war aus Sicht von Eltern
fast alles irgendwie besser als das? Wahrscheinlich. Naja.

Tamis zuckte mit den Schultern und sah aus dem Fenster. Sie konnte die Basis nun schon erkennen, sie sah aus wie... Wie eine Basis halt. Gebäude, Hangar, grau. Nichts besonderes. Aber es würde ja auch nicht für immer ihr Zuhause bleiben. Das war ja nur vorübergehend, bis sie im aktiven Dienst waren. Dieses Gereise nervte langsam zugegeben schon ganz schön. Was ein wenig paradox war, auf der "Stardust" war sie noch mehr gereist, aber das Schiff war so etwas wie ihr Zuhause gewesen. Ein sehr enges Zuhause, aber hey, besser als nichts. Andererseits war es schon nett, wenn man nicht mit anderen stinkenden Männern in einem engen Raum schlafen musste. Zwar hatte Tamis sich ab und an mal bei Zwischenstops eine Unterkunft gegönnt, schließlich hatte sie irgendwann Geld dafür gehabt, aber das war ja mehr ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Jetzt würde sie ja wohl auf Dauer eine Zimmergenossin bekommen. Hoffentlich war das keine Idiotin. Doppelt nicht, sie würde ja auch mit ihr in der Staffel fliegen, da wäre das äußerst ungünstig. Sie hatte ja viele Qualitäten, aber das mit der Teamarbeit war zugegeben nicht ihre Paradedisziplin, und wenn es dann noch Trottel waren mit denen sie zusammenarbeiten musste, dann gute Nacht. Aber kam Zeit, kam Rat, das würde schon schief gehen. Wer es mit Thanatos aufgenommen hatte wie sie, der überlebte auch alles andere.

Ein Ruck durchfuhr die Fähre und Tamis rollte mit ihren großen Mon Cal-Augen. Beim Meeresaal, da würde ja sie hundertpro eine sanftere Landung hinbekommen, und sie saß bisher kaum an irgendwelchen Fährkontrollen. Hoffentlich würde ihr Flügelmann oder ihre Flügelfrau mehr draufhaben als diese Person, sonst konnte sie gleich Abschied nehmen von dieser Galaxis. Und darauf hatte sie echt keine Lust.
Tamis schnallte sich ab und nahm ihre zwei großen Gepäckstücke je über eine Schulter, bevor sie sich zur Rampe begab. Die allermeisten Pilotinnen und Piloten reisten nur mit einem Seesack, aber wie bitteschön sollte in
einem Seesack all ihre Kleidung unterkommen?! Schlimm genug, dass sie sich nun so gut wie immer mit diesem schrecklichen, orangenen Pilotenoverall würde kleiden müssen, aber man brauchte doch wenigstens etwas Abwechslung, wenn es möglich war? Und dann ihre Pflegeprodukte... nein. Ein Seesack war definitiv zu wenig, und sie wusste wirklich nicht, wie die anderen das anstellten. Bisher hatte sie es auch immer durchbekommen mit ihrem Gepäck, und das würde sie natürlich auch weiterhin, keine Frage.

Sie betrat zum ersten Mal den Hangar ihres neuen Zuhauses und tat, was sie immer tat, wenn sie irgendwo neu hinkam - sich einen Moment Zeit nehmen, um die Luftfeuchtigkeit zu testen. Sie hatte innerlich erleichtert aufgeseufzt als sie herausgefunden hatte, dass Axxila eine Welt mit Meeren war
und die Basis sogar in der Nähe eines Meeres lag. Sie war also optimistisch gestimmt, dass sie sich hier wesentlich wohler fühlen würde als auf Lianna. Und Tatsache, hier lag wirklich eine sanfte Meeresfeuchte in der Luft. Es könnte mehr sein, damit sie sich wirklich wohlfühlte, aber das passte schon. Manche Landgänger würden es womöglich schon wieder fast zu viel finden.
Mit einem leichten Lächeln näherte Tamis sich dem offiziell und wichtig aussehenden Kerl, der in ein paar Metern Entfernung auf sie wartete.


"Sub Lieutenant Falcks meldet sich anwesend", gab sie ihm zu verstehen, und erntete ein Nicken. Keine Aufforderung, ihm zu folgen, also ließ sie ihr Gepäck erst einmal zu Boden. Nach und nach versammelten sich drei, vier weitere Leute um sie und als der Kerl beschlossen hatte, dass alle da waren, verteilte er Datapads und Zimmernummern.

"Sub Lieutenant Falcks, Sie teilen sich Ihr Zimmer mit Lieutenant Tuvores. Zimmer eins vier sieben."

Er wies dabei auf eine gefühlt zwei Meter große, blonde Menschenfrau, die ihr schon an Bord der Fähre aufgefallen war, allerdings war sie nicht davon ausgegangen, eine Pilotin vor sich zu haben. Tamis nahm das Datapad entgegen, legte dann den Kopf in den Nacken und hob grüßend ihre Flosse. Bei allen Gewässern, diese Frau passte in ein Cockpit?! Na das musste sie sehen.
Würde sie ja auch bald, zum Glück.


"Wenn Sie alle mir nun folgen würden."

Tamis nahm ihr Gepäck wieder hoch und trottete dem Mann hinterher. Nach ein paar verwirrenden Gängen fand sie sich schließlich vor dem Raum wieder, der mit "147" betitelt war.

"Finden Sie sich um elfhundert im Briefingraum Aurek ein, ein Plan der Basis befindet sich auf Ihrem Datapad. Durch die Verspätung Ihrer Fähre sollten Sie sich etwas sputen."

War ja klar, nicht nur nicht fliegen können, sondern auch noch zu langsam...
Die restliche Gruppe zog weiter, während Tuvores und sie selbst das kleine Zimmerchen betraten. Zwei schmale Betten, zwei schmale Schränke, zwei kleine Nachttische und eine Tür, das war's. War ja auch klar. Sie würde auch hier ihre Garderobe irgendwie in den Schrank quetschen müssen, aber das würde schon schiefgehen. Erst einmal ließ sie ihr Gepäck auf dem Bett sinken und drehte sich zu Tuvores um.


"Hi, ich bin Tamis." - "Allira, aber sag ruhig Alli. Hast du deinen ganzen Hausstand mit oder wieso das viele Gepäck?" - "Ach, nur dies und das. Was Frau halt so braucht... Kommst du echt klar mit dem einen Sack?"

Kritisch betrachtete die Mon Calamari das kleine Ding da in Allis Hand. Ihr Gegenüber grinste.

"Verstehe. Mittlerweile schon, aber ich gebe zu, anfangs war ich mir auch nicht so sicher. Aber das kommt mit der Zeit, vertrau mir." - "Ist also nicht deine erste Station hier?" - "Nö, ich war Y-Wing-Pilotin, aber ich mir wurde das irgendwann zu öde, und man hat herausgefunden, dass ich mich im X-Wing nicht so schlecht anstelle."

Alli begann bereits, ihre Sachen routiniert auszupacken, und Tamis beeilte sich, es ihr schnell nachzumachen. Natürlich hatte sie enorme Probleme, alles im Schrank und in der winzigen Nasszelle unterzubekommen, die sowieso nur eine Toilette und ein Waschbecken enthielt. Klar, Einzelduschen wären auch zu großer Luxus gewesen, aber immer noch besser als auf der "Stardust". Nachdem Alli fertig war, war sie so freundlich, Tamis sogar noch ungefragt unter die Arme zu greifen, so dass sie sich umzogen, rechtzeitig ihr Zimmer verließen und sich auf den Weg machten. Zwar hätte sie wirklich liebend gerne ihre Haut ein wenig erfrischt nach der Reise, aber sie sah ein, dass es wohl keinen ganz so guten Eindruck machte, beim ersten Briefing zu spät zu kommen. Auch, wenn es nicht ihre Schud gewesen wäre, schließlich war dieser irre Fährpilot ja zu langsam gewesen, nicht sie. Nur hatte sie die leichte Befürchtung, dass der oder die Staffelcaptain das irgendwie anders sehen konnte.

Sie fanden den Weg mit Hilfe der Karte und Alliras Erfahrung recht gut, und Tamis war recht stolz auf sich, dass sie daran gedacht hatte, das Datapad mitzunehmen. Vermutlich würde sie es schließlich brauchen.
Die Tür zum Briefingraum Aurek stand offen, und Tamis linste auf ihr Chrono. Noch sechs Minuten bis elfhundert, das war ja überpünktlich. Aber wohl ganz gut jetzt am Anfang. Die Mon Calamari betrat den Raum, in welchem sich schon ein paar Personen aufhielten, und ließ den Blick schweifen. Niemand, den sie kannte, aber das wäre ja auch wirklich ein seltsamer Zufall gewesen. Es gab noch genug freie Plätze, und so wählte Tamis einen der erstbesten aus, hielt höflichkeitshalber aber einen Platz Abstand zu der braunhaarigen Menschenfrau, die bereits Platz genommen hatte. Alli setzte sich auf der anderen Seite neben sie.
Noch ein weiterer Blick in den Raum, dann hob Tamis grüßend die Flosse in Richtung der Braunhaarigen.


Axxila - Kitanis-Kette (Inselkette) - Raumjägerbasis - Briefingraum Aurek, mit Shara und NPCs (u.a. Allira Tuvores)
 
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