Bastion

Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- Das Mal :: Varyn Keth :: Seris Veynar, Cerus Vhal’Kor :: Darth Judicar [NPC]


Das Mal hatte sich verändert, ohne dass sich der Raum selbst verändert hätte.
Varyn Keth stand noch immer am Rand, wo er hingehörte, und doch fühlte es sich an, als wäre die Dunkelheit nähergerückt. Die rauen, höhlenartigen Wände wirkten wie zusammengepresst, als lauschten sie. Das flackernde Licht brach sich in den dunklen Adern des Steins und ließ die Schatten in den Winkeln zucken, als würden sie atmen.
Cerus Vhal’Kor und Seris Veynar hatten schnell reagiert. Zu schnell.

Als Varyn den Blick wieder auf die beiden richtete, war der Rest bereits entschieden. Die zwei anderen Anwärter lagen reglos, und er zwang sich, nicht länger hinzusehen, als nötig. Es war nicht sein Platz, sich mit dem Offensichtlichen aufzuhalten. Nicht hier. Nicht unter den Augen dessen, der über dieses Ritual herrschte.

Cerus’ Hände waren blutig, die Fäuste fest geballt, als müsste er sich selbst beweisen, dass sie noch ihm gehörten. Seris’ rote Strähnen klebten dunkler an ihrer Stirn, und Blut zeichnete Spuren an ihrem Gesicht, als hätte der Raum sie markiert. Beide standen da, keuchend oder still, das ließ sich schwer erkennen in dieser Stille, aber in ihrer Haltung lag etwas Neues. Etwas, das vorher nicht da gewesen war. Und Varyn spürte es. Nicht nur in ihren Augen, sondern in der Macht. In der Art, wie ihre Präsenz jetzt schärfer wirkte, kantiger. Wie frisch geschliffene Klingen.

Dann trat Darth Judicar näher. Die Temperatur im Raum schien zu sinken, als würde seine bloße Anwesenheit Wärme verschlucken. Seine schwarze, zerrissene Robe hing wie Schattenfetzen an ihm, und die Kapuze war weiterhin ein Abgrund, der jedes Licht fraß. Varyn konnte sein Gesicht nicht sehen – aber er fühlte ihn. Diese dunkle Aura, schwer und drückend, als läge eine Hand um sein Herz und teste, wie viel Druck es aushielt, bevor es nachgab.

Varyn hatte Judicar schon oft erlebt. Doch jedes Mal war es, als würde der Tempel selbst ihn neu ausspucken, als wäre er nie wirklich Teil dieser Welt gewesen. Mehr Urteil als Person. Ein unangenehmes Kribbeln kroch Varyn den Nacken hinauf. Er hielt den Blick gesenkt, zwang seinen Atem ruhig zu bleiben. ‚Zeig nichts. Nicht hier. Nicht vor ihm‘.

Judicar blieb vor Cerus und Seris stehen. Einen Moment lang sagte er nichts. Dieses Schweigen war nie leer, es war eine Waage, auf der Angst und Mut gegeneinander gedrückt wurden. Dann sprach er, und der gebrochene, harte Akzent machte die Worte nur schneidender.


„Erste Schritt ist getan.“

Sagte Darth Judicar langsam, als koste er jede Silbe.

„Sagt… wie war es… ein Lebewesen zu töten. Ihm das Leben auszuhauchen.“

Varyn spürte, wie sich die Dunkelheit im Raum verdichtete, als würde sie sich an der Frage nähren. Es war, als ob Judicar nicht nur Antworten hören wollte, sondern Reaktionen, Zögern, Ekel… oder Genuss.

Und während Cerus und Seris dort standen, mit blutigen Fäusten und Blut im Gesicht, blieb Varyn am Rand des Males wie festgenagelt.

Er merkte, dass seine Finger unbewusst fester um sein Datapad gekrampft hatten.
So also begann es‘, dachte er, und es war kein triumphaler Gedanke. Es war ein kaltes, ungutes Wissen, das ihm unter die Haut kroch. Denn wenn Judicar fragte, dann nicht aus Neugier.
Er fragte, weil er bereits wusste, was in ihnen war.
Und er würde es herausreißen, wenn es ihm nicht gefiel.


Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- Das Mal :: Varyn Keth :: Seris Veynar, Cerus Vhal’Kor :: Darth Judicar [NPC]
 
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Bastion - Center, Lagerhalle Nebengasse | Q'Tahem, Kestrel und Marrev, Kirain (NSC)

Dieser verdammte Jedi stellte sich als widerspenstiger als ursprünglich gedacht heraus. Davon aber ließ sich der Sithkrieger Lord Kirain nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil, es stachelte ihn nur an, mit noch mächtigeren Schlägen, die im Auge des Abyssin dürre Gestalt vor sich in die Knie zu zwingen. Kirains massige Gestalt teilte mit mächtigen Schlägen aus, die selbst einen Wookiee bleich werden lassen würden und es war nur eine Frage der Zeit, bis seinem Widersacher die Puste ausging.

Und dann passierte das für den Sithkrieger Unvermeidbare. Sein Gegner gab nach und
Lord Kirain sah gar nicht ein, ihn Luft holen zu lassen. Er hetzte seinem Widersacher nach, doch noch während er seinen Schlag ausführte, passierte etwas unerwartetes. Höllischer Schmerz im Rücken, irgendetwas hatte ihn getroffen. Der Abyssin kam gar nicht dazu, zu verarbeiten, was passiert war. In einem Moment wunderte er sich noch, wie ihm geschah im nächsten Moment gingen sämtliche Lichter aus, als die Plasmaklinge des Lichtschwerts seines Widersachers seine Brust durchstach.

Der Schlag verfehlte
Lord Kirains Herz, aber das bedeutete nicht viel. Die überwältigende Hitze des Plasmas sorgte dafür, dass alle Schmerzrezeptoren in seinem Körper überlastet wurden und zu einem Herzinfarkt des schwer angeschlagenen Sithkriegers führten. Kraftlos viel der schwere Körper des Abyssins zu Boden. Tot war er nicht, noch nicht. Aber da hier niemand im Sinn hatte, den Notruf zu kontaktieren, würde der klinische Tod nicht lange auf den Sithkrieger warten.

Bastion - Center, Lagerhalle Nebengasse | Q'Tahem, Kestrel und Marrev, Kirain (NSC)
 
Bastion | Imperium | Sithtempel | Sedros allein in einem Trainingsraum

Das Training war...zufriedenstellend...verlaufen. Sedros war nicht wirklich glücklich mit seiner Leistung, aber es war doch ein spürbarer Fortschritt zu verzeichnen gewesen und der reinblütige Sith hatte auch eine Ahnung, wie er sich weiter verbessern konnte. Das war das wichtigste, er hatte seine Kontrolle über die Scheiben verbessert und kannte auch den Weg, sein Training mit dem Lanvarok weiterzuführen. Damit fügte Sedros Stück für Stück eine nützliche Waffe seinem Arsenal hinzu und trainierte noch als günstigen Nebeneffekt seine telekinetischen Fähigkeiten, die nicht nur in den Augen seiner Meisterin Kira Guldur noch ausbaufähig waren.

Doch damit sollte es für heute genug sein. Ein übermäßiger Zugriff auf die Macht war dem reinblütigen Sith mittlerweile zwar grundsätzlich möglich, aber dies hatte doch äußerst unangenehme Konsequenzen, wie
Sedros hatte lernen dürfen und die wollte er dann doch lieber vermeiden, da die dann nötige Erholung seinen Fortschritt unnötig aufhielt und wenig Verständnis bei den Ordensoberen fand. Also setzte der reinblütige Sith seine Übungen mit der Wiederholung der Grundbewegungen von Lichtschwertform I und IV fort. Die Grundlagen beider Techniken beherrschte er mittlerweile, doch war er noch weit davon entfernt, sie gemeistert zu haben. Entsprechend war tägliches Training unerlässlich. Immerhin war ein Krieg ausgebrochen und Sedros konnte keineswegs vorausahnen, wann er das nächste Mal in Kämpfe verwickelt werden konnte. Seine Begegnung mit der Jedi ausgerechnet hier auf Bastion hatte bewiesen, dass dies immer und überall passieren konnte.

Nach mehreren Stunden unaufhörlicher Bewegung war
Sedros schweiß gebadet. Der Atem ging ihm schnell und die Muskeln hatten auf wohlig prickelnde Art zu schmerzen begonnen, als er die Schwertübungen für heute beendete. Gierig griff er nach der bereit stehenden Flasche mit einer Wasserlösung voller Elektrolyte, um während des Trainings verloren gegangene Flüssigkeit wieder aufzufüllen. Die Macht war wahrlich unermesslich, das Fleisch jedoch...erheblich beschränkter. Bevor es in die Bibliothek ging, besuchte der reinblütige Sith kurz sein Quartier, um sich in der Nasszelle abzuduschen und in frische Roben zu schlüpfen. Er wollte in den Hallen des Wissens schließlich nicht unangenehm auffallen. So mancher Sith suchte die geringste Ausrede, um seinen Frust an schwächeren auszulassen und Sedros dachte nicht im Traum daran, unnötige Gelegenheit zu geben.

In der Bibliothek angekommen suchte sich der reinblütige Sith eine ganze Reihe an Themen heraus, um sich zu bilden. Grundlagen der Sithalchemie, antike Geschichte der Sith, Leitfäden zu geistigen Machttechniken...es gab so viel zu lernen und doch so wenig Zeit. Also wollte
Sedros seinen vermutlich kurzen Aufenthalt auf Bastion dafür nutzen, so viel wie möglich zu lernen, bevor es ihn wieder in die Ferne und vermutlich die nächste Schlacht zog. Vieles war auf Kast passiert, einiges hoch bedeutendes. Und doch war das nur der Auftakt für den nächsten großen galaktischen Konflikt gewesen, dessen war er sich sicher.

Bastion | Imperium | Sithtempel, Tempelbibliothek | Sedros und viele andere Sith (NSCs)
 
Bastion | Tempel der Sith | Dömäne der Lernenden- Das Mal | Cerus Vhal’Kor, Seris Veynar, [NPC Varyn & Darth Judica,]

Das Mal fühlte sich anders an als noch vor wenigen Augenblicken.

Nicht enger, nicht dunkler – aber schwerer. Als hätte der Raum selbst an Gewicht gewonnen und würde nun auf ihm lasten. Die Luft war kalt geworden, beißend fast, und Cerus merkte erst jetzt, wie sein Atem dampfte, als er langsam ausatmete.

Cerus spürte, wie sich seine Muskeln unwillkürlich anspannten, als Darth Judicar nähertrat. Die Präsenz dieses Wesens war nicht laut, nicht aggressiv. Sie war allumfassend. Wie ein Gewicht, das sich langsam auf seine Brust legte und prüfte, ob er darunter nachgeben würde. Sein Atem ging flacher, kontrollierter. Jeder Atemzug fühlte sich an wie eine bewusste Entscheidung.

Er wusste, dass er beobachtet wurde.
Nicht nur angesehen – durchdrungen.

Seine Hände waren noch blutig. Er sah sie nicht an, aber er spürte das Trocknen auf der Haut, das Spannen der Finger. Ein Teil von ihm wollte sie ballen, der andere sie öffnen, um zu beweisen, dass er noch Herr über sich selbst war. Er entschied sich für nichts davon. Stillstand. Kontrolle.

Judicars Stimme schnitt durch den Raum.

Die Frage traf ihn härter, als er erwartet hatte.

Für einen flüchtigen Moment blitzte das Bild wieder auf.
Der Körper unter ihm. Der Widerstand. Der Schrei.
Und darunter — etwas Dunkleres. Etwas, das ihm erschreckend vertraut vorkam.

Cerus schluckte. Nicht sichtbar, aber spürbar.

Er hob den Blick. Da, wo Judicars Gesicht sein musste, war nur Schwärze. Und doch fühlte er den Blick auf sich ruhen, wie eine Klinge an der Kehle. Ein falsches Wort würde reichen. Ein Zögern.

Er zwang sich, aufrechter zu stehen. Seine Schultern zogen sich zurück, sein Rücken spannte sich, als würde er sich innerlich an etwas festhalten.


„Es…“
Seine Stimme war rauer, als er wollte. Er hielt kurz inne, atmete ein, spürte, wie kalt die Luft war.
„…es war...“

Ein leises Zittern lief durch ihn, das er sofort unterdrückte.

„Es war eine Hürde.“

Die Worte kamen fester jetzt, entschlossener.

„Eine Hürde auf einem Weg, den ich gewählt habe.“

Sein Herz schlug schneller. Er ignorierte es.

„Und ich weiß, dass es nur eine von vielen ist.“

Er hob das Kinn minimal, nicht aus Trotz, sondern aus Notwendigkeit.

„Und ich werde sie überwinden.“

Für einen Augenblick war da Angst.
Nicht vor dem Tod — sondern davor, als unzureichend befunden zu werden.
Kurz. Und schloss sie wieder ein, es würde genügen, nein…es musste genügen!

Cerus schwieg.

Er stand da, blutverschmiert, innerlich aufgewühlt, äußerlich gefasst, sein Blick wanderte zwischen Darth Judica und der stehenden Frau hin & her - und wartete auf das Urteil eines Wesens, das weit über ihm stand.


Bastion | Tempel der Sith | Dömäne der Lernenden- Das Mal | Cerus Vhal’Kor, Seris Veynar, [NPC Varyn & Darth Judica,]
 
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[ :: Bastion :: Sith-Tempel :: Pyramide der Extinktoren :: Kammer des Großzirkelmeisters :: ]
/Sera | Agatosh | Darth Zion ::


Die orangenen, funkelnden Augen fixierten seine beiden Schüler, während Zion jedes Wort aufnahm, ohne sie zu unterbrechen. Er ließ sie reden, selbst dann, wenn ihre Sätze sie später teuer zu stehen kommen könnten, denn er führte kein Regime der Tyrannei, sondern eines mit klarer Ordnung. Beide kannten ihren Platz und heute ging es weniger darum, wer oben stand, als darum, dass sie verstanden, dass sie nebeneinander stehen mussten, wenn es darauf ankam.

Schon an ihrer Art zu sprechen, zeigte sich, wie verschieden sie waren. Sera wich aus, verschob Bedeutungen, bog die Realität, bis sie ihr passte – eine Gestalt der Schatten, die lieber verhüllte als offenbarte. Agatosh hingegen war geradlinig, schneidend, ohne Umwege. Er erinnerte Zion an einen orbitalen Schlag, präzise, hart, unausweichlich. Gerade deshalb war er dem Weg seines Meisters näher, was nicht zwingend ein Vorteil war, denn Zion kannte diesen Pfad zu gut, um ihn zu romantisieren. Wer ihm ähnelte, trug auch seine Fehler in sich, und Fehler waren im Orden kein Makel, sondern eine Einladung.

Zion zog langsam Luft ein, das Zischen der Maske schnitt durch die Stille. Als er sprach, klang seine Stimme rau, kontrolliert und dennoch voller Druck.


„Selbst in euren Aussagen seid ihr im Kampf gegeneinander.“

Sagte er, ohne sich zu bewegen, und ließ den Satz wirken, bis er sich wie eine Hand um ihre Kehlen legte. Dann wandte er sich Sera zu, sein Blick blieb an ihr hängen, während der Tonfall zwar milder wurde, die Kante jedoch blieb.

„Dir kann es wirklich egal sein, was andere denken. Du bist durch meinen Namen im Orden relativ geschützt, so wie es einst bei meinem Meister und mir war.“

Er machte keine schmeichelnde Pause, sondern eine nüchterne.

„Ihr zeigt gute Ergebnisse. Und ihr habt Potenzial, das inzwischen auch andere sehen.“

Er ließ einen Moment verstreichen, in dem nur sein mechanischer Atem zu hören war, bevor er weitersprach.

„Aber euer Benehmen zeigt Risse.“

Seine Worte kamen ruhig, und genau deshalb waren sie gefährlich.

„Ihr könnt eure Außendarstellung gestalten, wie ihr wollt. Ich will keine billige Kopie von mir – und auch keine Kopie irgendeines unserer Verbündeten. Doch eines muss immer bestehen bleiben: unsere Geschlossenheit.“

Er ging ein paar Schritte in die Mitte des Raumes, vorbei an Brandnarben im Stein und Rissen, die noch vom letzten Kampf erzählten. Dort blieb er stehen, als hätte er bewusst diesen Ort gewählt, damit die Wände selbst seine Worte bezeugen konnten.

„Wenn unsere Feinde Risse in dieser Fassade finden und wir haben überall Feinde im Orden , dann stürzen sie sich auf uns wie wilde Kath-Hunde und versuchen, uns zu vernichten.“

Sagte er, nun härter.

„Denn schwache Sith kennen nur einen Feind, starke Sith.“

Sein Blick glitt zurück zu ihnen, und für einen Augenblick war da etwas, das unter der Maske beinahe wie ein kleines, trockenes Lächeln wirkte.

„Zeigt eure Version, die ihr zeigen wollt, der breiten Masse.“
Fuhr er fort.

„Aber zeigt das Bild von Entschlossenheit, von Zusammenhalt und Stärke, wenn es um den…“

Er hielt kurz inne, als koste er das Wort aus.

„…wie Agatosh gerade so schön sagte: Zionismus geht.“

Mit einer knappen Handbewegung winkte er beide zu sich.

„Setzt euch hin und konzentriert euch voll auf die Macht.“

Befahl er, ohne zu schreien, weil Schreien Schwäche war.

„Nutzt die Macht als eure Augen und eure Finger. Lasst die Macht euch dienen, so wie es euch bestimmt ist.“

Zion blieb stehen, reglos, sein Blick fest auf ihnen, und wartete, bis sie den Zustand erreichten, den er verlangte – jenen Punkt, an dem Ausflüchte verstummten, Stolz bedeutungslos wurde und nur noch Wille übrig blieb.


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/Sera | Agatosh | Darth Zion ::
 
Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- kleine Bibliothek :: Darth Lisak [NPC]


In einer kleinen, beinahe unbedeutenden Bibliothek tief in der Pyramide des Sith-Tempels auf Bastion stand ein Mann mit blonden, mittellangen Haaren. Sein drahtiger Körper verschwand nahezu vollständig unter einem schwarzen Kapuzenumhang, doch das gedämpfte Licht der vereinzelten Leuchtpaneele fing immer wieder die Konturen seiner Haltung ein, sie war ruhig und beherrscht, als gehöre er ebenso selbstverständlich zu diesem Ort wie die Schatten zwischen den Regalen. Über sein braun gebräuntes Gesicht glitten flache Dunkelheiten, sobald er sich bewegte und jeder Schritt blieb beinahe lautlos auf dem kalten Stein.

Mit dem Rücken zum Eingang durchstöberte er Aufzeichnungen, zog Datenträger aus schmalen Fächern, legte sie neben vergilbte Notizbündel und blätterte durch Seiten, deren Ränder von Zeit und trockener Luft gezeichnet waren. Es wirkte, als prüfe er eher die Hüllen, Siegel und Vermerke als den eigentlichen Inhalt – als lausche er darauf, was die Dinge verschwiegen, nicht nur darauf, was sie sagten. In der Nähe lagen einige sorgfältig platzierte Kleinigkeiten, die sich unauffällig in das Archiv einfügten. Ein schmaler, versiegelter Glaszylinder, ein Etui mit feinen Gravuren und ein Stück Pergament, dessen Schnittkanten zu sauber wirkten, um wirklich alt zu sein.

Darth Lisak war Sith-Alchemist, und diese Art stiller Ordnung war ihm vertraut. Er richtete Stapel aus, schob einen Datenträger exakt an den anderen, strich mit den Fingerspitzen kurz über eine eingeritzte Rune, als wolle er sich vergewissern, dass sie noch dort war. Nichts geschah sichtbar und gerade darin lag die Selbstverständlichkeit, seine Arbeit begann oft lange bevor etwas offen zutage trat.

Doch seine Aufmerksamkeit hing nicht wirklich an den Archiven. Zwischen dem leisen Rascheln von Seiten und dem gedämpften Summen der Technik machte er wiederholt kleine Pausen, hielt inne, als lausche er auf Schritte, die durch die langen Korridore der Pyramide getragen werden konnten. Er hatte zuvor einen Jünger ausgesandt, um einen bestimmten Sith herbeizuholen, und nun wartete er hier, inmitten vergessener Chroniken und schweigender Regale, als hätte er diesen Ort bewusst gewählt. Er war abgeschieden, unauffällig und dennoch von jener kühlen Würde, welche die Tempelmauern ausstrahlten.

Als schließlich jemand den Raum betrat, verharrte Lisak für den Bruchteil eines Augenblicks. Er legte die gerade gehaltene Aufzeichnung beiseite, nicht hastig, sondern mit jener bedächtigen Sorgfalt, die wie ein stiller Schnitt zwischen dem Vorher und dem Jetzt wirkte. Dann drehte er sich langsam um. Der Schatten der Kapuze wich ein wenig zurück, und sein Blick glitt prüfend über den Neuankömmling, ruhig, aufmerksam, als würde er jedes Detail abwägen, ohne es zu verraten. Erst danach löste sich die Strenge in einem freundlichen, beinahe charmanten Lächeln.


„Wie erfreulich, dass Ihr meiner Einladung gefolgt seid, Sedros.“

Sagte er schließlich, warm in der Tonlage, ohne die Kontrolle zu verlieren.

„Man kennt mich als Darth Lisak und ich war einst… sagen wir, nicht ganz unbekannt im Umfeld Eurer Meisterin.“



Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- kleine Bibliothek :: Seldros :: Darth Lisak [NPC]
 
Bastion | Imperium | Sithtempel, Tempelbibliothek | Sedros und viele andere Sith (NSCs)

Die Studien des reinblütigen Sith wurden unterbrochen, lange bevor Sedros sich auch nur in das erste ausgewählte Werk hatte einlesen können. Ein Jünger machte auf sich aufmerksam, um eine Nachricht zu überbringen. Ein gewisser Darth Lisak hatte nach ihm geschickt und verlangte nach seiner Anwesenheit. Den Namen hatte er noch nie gehört, aber das bedeutete nicht viel. Der Orden war viel zu groß und gab sich gerne viel zu geheimnisvoll, um tatsächlich jeden Sith zu kennen. Die Frage war nur, was dieser Darth Lisak von ihm wollte. Nun, da gab es nur einen Weg, das herauszufinden und Sedros hatte keineswegs vor den Zorn dieses Sith auf sich zu ziehen, indem er ihn warten ließ.

„Das hast du gut gemacht. Bevor du dich deinen sonstigen Pflichten zuwendest, räume diese Dokumente zurück in die Regale.“

Unvermittelt stand der reinblütige Sith auf und machte sich auf den Weg. Dabei ließ Sedros den Jünger am Tisch zurück mit den Datapads und Speicherchips, die er vorher zusammen gesammelt hatte. Auf dem Weg zu seinem Ziel ordnete und beruhigte er seine Gedanken. Es gab keine Verfehlung zu verbergen, zumindest keine aus jüngster Zeit. Vielleicht war dieser Darth Lisak also von Meisterin Guldur entsandt worden, um ihn etwas zu lehren? Er würde es gleich herausfinden.

Und so betrat
Sedros kurze Zeit später die kleine Bibliothek. Eine einzelne hagere Figur, befand sich hier, fast so hager wie der reinblütige Sith selbst. Still wartete der Sithschüler, bis sein Gastgeber sich umwandte und ihn begrüßte, bevor er sich mit vor dem Körper ineinander geschobenen Ärmeln tief und respektvoll verbeugte. Die Geste ließ Sedros einen Moment lang noch kleiner wirken, als es seine zusammengesunkene Körperhaltung ohnehin schon tat. Die Robe wirkte viel zu weit für seine hagere Gestalt, bewusst so gewählt, um ihn schwächer erscheinen zu lassen, als er tatsächlich war. Die meisten Sith der Moderne und erst recht gewöhnliche Menschen wussten nur wenig über die Physiologie eines Reinbluts. Ein Umstand, dem er sich nur zu gerne bediente.

„Ich bin hierher gekommen, sobald Euer Bote mich informiert hat, dass Ihr mich hier sprechen wollt.“

Dieser Sith war einigermaßen untypisch. Er versuchte scheinbar freundlich zu wirken. Aber davon ließ sich Sedros nicht einlullen. Vermutlich versuchte sein gegenüber lediglich, ihn in Sicherheit zu wiegen. Also blieb er wachsam und reserviert. Sein Blick blieb gesenkt, um sich unterwürfig zu geben, wie es für seine Stellung angebracht war.

„Ich muss gestehen, dass Meisterin Guldur Euren Namen mir gegenüber nie erwähnt habt. Ihr seid hier also gewissermaßen im Vorteil mir gegenüber. - Was kann ich für Euch tun?“

Was auch immer es war, Sedros hoffte, es würde nicht zu viel seiner Zeit in Anspruch nehmen. Als Sithschüler konnte er kaum die Forderungen eines vollwertigen Ordensmitglieds ablehnen, so lange es nicht den direkten Befehlen Kira Guldurs und seinen Pflichten ihr gegenüber zuwiderlief. Das hieß aber auch nicht, dass Sedros diese niederen Dienste für ihm unbekannte Sith gerne tat oder sie seinen eigenen Studien vorzog.

Bastion | Imperium | Sithtempel, Domäne der Lernenden - kleine Bibliothek| Sedros und Darth Lisak (NSC)
 
[Bastion / Center / Lagerhalle] mit Kestrel, Marrev und Kirain

Ein Wirbelwind an Gefühlen ging durch den Körper des Nautolaners.
Zuerst war da Freude. Freude, dass er es geschafft hatte in seinem Zustand überhaupt einen Treffer bei dem Abyssin gelandet zu haben. Aber nicht nur empfand er Freude, getroffen zu haben, sondern er empfand auch Freude den Sith verletzt zu haben und das möglicherweise schwer. Endlich hatte er das bekommen, was er verdient hatte!
Dann kam die Skepsis. Skepsis, ob es richtig war, den Sith anzugreifen. Skepsis, ob es richtig war, sich verleiten zu lassen, ein anderes Wesen mit einem Messer zu töten. Hätte er den Sith nicht am Leben lassen sollen? Hätte er es nicht vielleicht verdient zu leben? Hatte er gerade den Kodex der Jedi missachtet?
Zuletzt kam die Wut. Nicht auf den Sith, sondern auf sich selbst. Wie konnte er nur so egoistisch sein? Wieso hatte er nicht an die anderen gedacht!?

Die Lichtschwertklinge des Rattataki beendete, was der Nautolaner begonnen hatte: Ein glatter Stoß durch das Herz des Sith tötete ihn. Ohne eine weitere Zuckung ging er zu Boden und bewegte sich nicht mehr. Q’Tahem verzog nur für einen Wimpernschlag sein Gesicht zu einer angewiderten Grimasse, dann nahm er einen Schritt zurück und ließ das Messer fallen. Er sah seine Hände an und konnte es nicht fassen. War das wirklich ER gewesen? Hatte er gerade Kirain mit einem hinterlistigen Angriff
von hinten getötet!?

Die Worte von Marrev drangen zu ihm hindurch wie durch Watte. Er sah den Rattataki an, aber erfasste seine Worte nicht. Erst sah Marrev ihn verwirrt an, dann zunehmend besorgt, während er die Frage noch ein paar Male wiederholte und immer wieder seinen Namen nannte.
Mit einem unterbewussten Kopfschütteln kam er wieder aus seinen Gedanken heraus.


Mir… mir…. Ähm… geht's soweit gut…

, stammelte er und sah sich in der Halle kurz um, die noch immer mit Gas gefüllt war. Sein Blick glitt über die Stelle, an der sich Kestrel unter einer Plane versteckt hatte.

Kestrel!

, entfuhr es ihm, als ihn klar wurde, dass er nicht wusste, wie sie die Ionenladungen überstanden hatte.
Er eilte schnell zu ihr hin. Glücklicherweise ging es ihr augenscheinlich gut.


Komm wir sollten hier verschwinden!

, meinte er zu ihr. Vorerst aktivierte sich Q’Tahem’s Überlebensinstinkt.

Brianna… ich meine Vin… meinte doch vorhin etwas von einem Safehouse… Wo ist das?

, fragte er, während er Kestrel auf half.

[Bastion / Center / Lagerhalle] mit Kestrel, Marrev und Kirain (R.I.P)
 
Bastion - *****Hotel Lloyd - Veranstaltungssaal - Familie Rendar, Gäste der Veranstaltung, Jean Porter-Vallis

Jean folgte der Gesellschaft zu den vorgeschriebenen Plätzen und ließ sich neben ihrem Vater und Kean nieder. Sie nahm einen Schluck Spotchka woraufhin Meren ihr einen strengen Blick zu warf. Er konnte es nicht ausstehen, wenn Jean auf solchen Feiern trank. Das hier war ein diplomatisches Schlachtfeld und da musste man einen kühlen Kopf wahren.

Jean blickte zu Kean und zog bei seinen Worten spöttisch eine ihrer schmalen Augenbrauen in die Höhe.

Gewiss- Aber bleiben sie sicherheitshalber auf Abstand. Es wäre jammerschade, wenn ihre weiße Uniform blau vom Spotchka wäre.“ raunte sie dem anderen Agenten zu.

Ein Betty Bot brachte den Gästen der Veranstaltung den ersten Gang des Abends. Jean nahm den Teller Suppe dankend an und nahm nach dem alle einen Teller hatte einen Löffel. Das war eine hervorragende Suppe und man konnte es wohl kaum mit dem Fraß aus der Offiziersmesse vergleichen.

„Kean. Wie ich hörte, machen Sie jetzt Karriere im ISB. Wie ist die Arbeit als Agent?“ fragte Meren nach. Wenn man ihn nicht gut kannte, würde man meinen er wäre charmant.

Jean wusste das hinter ihrem Vater eine Art von Kalkül stand und wie wenig er die Agenten des IGD leiden konnte.

Die andere Agentin spitzte nur belustigt ihre Lippen. Immerhin war ihr Vater selbst Jahre lang Agent gewesen. Aber man musste ja den Pfeifen vom ISB das nicht auf die Nase binden.

Bastion - *****Hotel Lloyd - Veranstaltungssaal - Familie Rendar, Gäste der Veranstaltung, Jean Porter-Vallis
 
Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- Das Mal :: Varyn Keth :: Seris Veynar, Cerus Vhal’Kor :: Darth Judicar [NPC]

Seris verzog kurz den Mund, als würde ihr etwas Bitteres auf der Zunge liegen. Die Frage hallte noch nach, auch wenn sie so tat, als wäre sie ihr egal. Ihre Finger krampften sich unbewusst, dann ließ sie die Hand wieder locker hängen. Bloß nichts anmerken lassen.Sie war froh, dass Cerus zuerst geantwortet hatte. Auch wenn sie seinen Worten nicht so recht folgen konnte. Der sprach so geschwollen, Wie so ein eitler Lackaffe vom Atherious Boulevard

Naja… der hat schon jut gekämpft, würd ich sagen.“

Ihre Stimme klang heiser, mehr vom Blut im Hals als von der Anstrengung.


„War jetzt nicht der erste.“

Ihr Blick glitt kurz zu Varyn, blieb einen Herzschlag zu lange an ihm hängen, bevor er wieder in die schwarze Leere unter der Kapuze Judicars wanderte.

„In Bonetown juckt so ’ne Straßenstecherei keinen.“
Sie zuckte verlegen mit den Schultern Schultern.
„Ob da einer von uns Pack liegenbleibt oder zwei… is’ halt so.“


Sie trat ihr Gewicht minimal auf das unverletzte Bein, verzog dabei kaum merklich das Gesicht. Die Flanke pochte höllisch, aber sie würde eher verrecken, als das zu zeigen.

„Man schlägt halt zu, oder man frisst Dreck.Und manchmal frisst einer halt mehr als gedacht.“
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Bastion - Center - Lagerhalle - Marrev (NPC) mit Kestrel, Q'Tahem und totem Kirain (NPC)

Marrev bekam mit, wie Q'Tahem den Abstand zum vermutlich toten Sith leicht vergrößerte, dachte sich aber nichts dabei. Er spürte hinaus, ergründete, ob da noch ein Lebensfunkten in dem Abyssin steckte, aber nein - er war erledigt. Diese Gefahr war gebannt, und Marrev sah wieder nach oben. Der Nautolaner hatte ihm noch nicht geantwortet, also wiederholte er die Frage. Und stellte sie ein drittes Mal, als ihm langsam dämmerte, dass wohl der Schock einsetzte. Hatte Q'Tahem überhaupt schon einmal jemanden getötet? Es sah beinahe nicht so aus, wie er da seine Hände angestarrt hatte... Scheiße. Was auch immer da in ihm vorging, eigentlich brauchte es Zeit, aber die hatten sie nicht. Nicht in dem Maße, in der sie notwendig war. Denn Kestrel lag immer noch hier irgendwo herum, und die beiden waren teils schwer verletzt. Er musste sie hier rausschaffen, bevor die Mission noch in letzter Minute scheiterte.
Also, Priorität und Punkt eins: Durchdringen zu seinem Gegenüber. Er war kurz davor, ihn zu schütteln, auch, wenn er dann Gefahr lief, dass der andere Jedi völlig durchdrehte, aber da kam wieder Leben in ihn. Gut ging's ihm. Ja klar, und er war ein Mensch. Aber er würde das einfach mal so stehen lassen.

Der Nautolaner schien langsam wirklich wieder aufzuwachen. Schock erst mal abgewandt, schön. Ging doch. Damit würden sie sich später beschäftigen, sobald sie aus der akuten Lebensgefahr draußen waren.
Er hob sein Messer auf, bevor sie zur anderen Jedi eilten, von der nur Q'Tahem wusste, wo er sie versteckt hatte, und Marrev überprüfte sie schnell. Ihre Vitalzeichen waren nicht wirklich beruhigend, aber zumindest auch nicht hochkritisch, und sie war zumindest halbwegs bei Bewusstsein. Sie brauchte dringend, ganz dringend, Versorgung, also mussten sie so schnell wie möglich hier raus.

Der Nautolaner griff nach Kestrel und begann, ihr hochzuhelfen, bevor Marrev reagieren konnte. Kopfschüttelnd schob der Rattataki ihn dann sanft zur Seite und nahm das Fliegengewicht Kestrel in seine Arme. Klar, sie würden auffallen so, aber als ob es besser war, wenn Kestrel sich durch die Straßen schleppte. Und dass Q'Tahem sie stützte stand ja wohl außer Frage. Jetzt auf offener Straße wären sie ohnehin am Arsch, falls jemand sie angriff, da konnte er den minimalen Schutz auch seinem Partner überlassen. Zum Glück war es dunkel, das würde ihnen Schutz geben.
Er levitierte ein neues, anderes Messer in Q'Tahems Richtung.


"Du solltest etwas zur Verteidigung haben", merkte er ruhig an, bevor er die Frage beantwortete. "Das Safehouse ist nicht weit von hier, ein paar Minuten. Wir haben es fast geschafft."

Sie machten sich, Punkt zwei, auf den Weg. Marrev hatte sich die Umgebung detailliert eingeprägt und gab sich Mühe, die ruhigsten Straßen zu wählen. Zwei Mal ließ es sich nicht vermeiden, dass sie eine etwas belebtere Gegend kreuzten, aber es war spät genug, dass Kestrel als Betrunkene durchgehen konnte, und die Verletzungen konnten schlicht die Folgen einer Kneipenschlägerei sein, sofern man sie überhaupt sah. Kameras sah Marrev keine, was aber nichts bedeutete, das war ihm klar.
Er betrat den seelenlosen Appartmentkomplex mit ruhigen, selbstbewussten Schritten, ohne, dass man ihm anmerkte, dass seine Sinne auf Hochtouren liefen. Die Wohnung, die sie anvisierten, lag im dritten Stock, aber natürlich nahmen sie den Lift. Die Treppe zu nehmen hätte nur Verwunderung geweckt, falls jemand zufällig vorbeigekommen wäre - niemand trug jemanden einfach so die Treppe hoch, wenn es einen Lift gab.
Und zwei Minuten später waren sie, nachdem er alle Maßnahmen im Appartment ergriffen hatte, in Sicherheit. Zumindest so sehr, wie sie es auf Bastion sein konnten.

Er legte Kestrel in einem der zwei Schlafzimmer auf ein Bett.


"Wir sind erst mal in Sicherheit", sagte er ihr, so sanft er konnte. "Ich werde mich um deine Verletzungen kümmern, so gut ich kann, und dich in eine Heiltrance versetzen, in Ordnung? Du kannst jetzt loslassen, Kestrel. Niemand tut dir hier etwas an, dafür sorge ich."
Nach ihrer leisen Zustimmung war das erste, was Marrev tat, die Heiltrance anzuwenden, erst danach gestattete er sich, kurz durchzuatmen. Kestrel war nicht akut in Lebensgefahr, und die Trance würde ihren Zustand zumindest nicht verschlimmern.

Also, nächster Punkt. Q'Tahem.


"Du solltest dich ebenfalls ausruhen. Wie ist dein Zustand, kannst du das abschätzen? Ich muss leider gestehen, dass ich in puncto Heilung nicht gerade ein As bin, den Part sollte eigentlich Vin übernehmen. Außer rudimentäre erste Hilfe bekomme ich nicht gerade viel auf die Reihe, aber die kann ich leisten. Wie sieht's bei dir in dem Feld aus? Und das in der Lagerhalle da vorhin - dein erster Toter?"

Auch hier gab Marrev sich Mühe, nicht allzu hart zu klingen, aber er fand, dass es besser war, solche Themen einfach möglichst beiläufig anzusprechen und nicht drumherumzukreiseln.

Bastion - Center - Safehouse - Marrev (NPC) mit Kestrel und Q'Tahem
 
[Bastion / Center / Lagerhalle] mit Kestrel, Marrev und Kirain (R.I.P)

Besorgt sah er zu, wie der kampferprobte Rattataki die Vitalzeichen seiner ehemaligen Meisterin prüfte. Hatte sie den Kampf ohne Verletzungen überstanden? Der Nautolaner hatte keine Ahnung, wie das Gas der Droiden der Frau zugesetzt hatte, zumal sie, genau wie er selbst, ja auch geschwächt war. Mit Mühe versuchte Q'Tahem seiner ehemalige Meisterin vom Boden hoch zu helfen. Die Folter, die Wunden und die Entkräftung nach dem Kampf eben zollten ihren Tribut bei ihm. Bestimmt, aber vorsichtig wurde der Nautolaner beiseite geschoben und Marrev nahm stattdessen Kestrel entgegen.

Zuallererst begaben sie sich wieder aus der Lagerhalle und diesem Schlafgas. Zum Glück waren sie in einer dunklen Seitengasse durch Kirain in die Halle gestoßen worden. Es war also nicht viel los, zudem war es dunkel, neben der Straßenbeleuchtung, die nicht so weit in die Gasse hinein leuchtete.
Seine Frage zum Safehouse beantwortete Marrev nicht direkt, zuvor levitierte er noch ein weiteres, anderes Vibromesser zu ihm. Der Nautolaner griff das Heft des Messers und direkt breitete sich ein ungutes Gefühl in ihm aus. Für den Moment schob er diese Gefühle jedoch zur Seite. Sie mussten erst in Sicherheit gelangen! Und diese war laut dem Rattataki nicht sehr weit entfernt. Für den Moment machte sich Erleichterung in ihm breit.

Marrev führte sie durch ein Labyrinth von Seitengassen und halbdunklen Nebenstraßen. Der Rattataki kannte die Stadt offensichtlich gut, oder er war einfach zu gut darin, zu gehen, als würde er hier leben. Q'Tahem versuchte, das zu imitieren, jedenfalls so gut es ging und keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Einmal, als sie eine größere Durchgangsstraße kreuzten, versteifte sich jedes einzelne Nervenende in Q'Tahems Körper. Möglichst ruhig und unauffällig liefen die Drei hinüber. Glücklicherweise beachtete sie niemand... Sie schienen für die meisten Bewohner von Bastion auszusehen, als hätten sie in einer Kneipe die Falschen angepöbelt. Niemand interessierte sich im Imperium offenbar für einige verletzte Fremde in der Nacht.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten sie einen düsteren Appartementkomplex. Der Herzschlag des Nautolaners beschleunigte sich, als sie in den Lift stiegen und in den dritten Stock fuhren: Sie hatten es beinahe geschafft!
Und kaum zwei Minuten später erreichten sie ein kleines unscheinbares Apartment, welches Marrev vor ihrem Eintreten nochmals gründlich checkte. Der Rattataki brachte die Jedi Meisterin direkt in ein Schlafzimmer, während der Nautolaner die Tür zum Appartement schloss und seine Stirn kurz dagegen drückte.
Sicherheit! Es fühlte sich so unwirklich an. Wochen, Monate, Jahre waren vergangen, in denen der Nautolaner Tag täglich gefoltert worden war und jetzt war da vorerst keine Gefahr mehr.
Er drehte sich um und ging einige Schritte in das spartanisch eingerichtete Appartement. Vor dem Sofa im Wohnzimmer blieb er stehen und starrte auf das Messer in seiner Hand. Das Vibromesser, auch wenn es ein anderes war, strahlte noch immer etwas Ungutes aus. Er konnte noch fühlen, wie es durch das Fleisch des Abyssins gedrungen und stecken geblieben war. Wie es sich angefühlt hatte, das Messer wieder herauszuziehen und wie die Energie langsam aus Kirain geflossen war.

Die Stimme des Rattataki holte Q’Tahem wieder ins Jetzt.


Mein Zustand?

, er grinste schief, was der ein oder andere wohl auch leicht so interpretieren würde, als wären einige seiner Schrauben wieder falsch hereingedreht worden.

Ich… ich würde sagen, den Umständen entsprechend gut… Ich meine, ich lebe noch, auch wenn ich nicht sicher bin, ob das ein gutes Zeichen ist.

Der Rattataki empfahl ihm, sich auch auszuruhen und bot ihm an, etwas erste Hilfe zu leisten.

Ja, die wäre, denke ich, gut… Danke! Die Peitschenschläge auf meinem Rücken haben etwas erste Hilfe nötig…

, antwortete er, dann lenkte Marrev das Gespräch geschickt in Richtung der Lagerhalle.

Das in der Lagerhalle. Das war…

, er stockte kurz während er versuchte seine Gedanken zu sortieren.

Ja, ich habe noch nie jemanden getötet…

, meinte er mit belegter Stimme.

Also, so richtig getötet… Auf Ilum hatte ich während meiner Machtprüfung eine gute…

Er hielt kurz inne, denn nach allem was Zoey ihnen angetan hatte, konnte er sie lange nicht mehr als eine gute Freundin bezeichnen.

Eine frühere Bekannte mit dem Lichtschwert erschlagen… Aber das war anders, das war ja nicht echt!

Er schwieg einige Momente, während in seinem inneren Auge wieder die Szenen von Ilum vorbei huschten, vermischt mit dem Erlebnis gerade in der Lagerhalle. Ein Wirbel der Gedanken drehte sich dort im Kreis.

Was ist mit dem Kodex? Ich habe ihn seither immer respektiert, verstehst du? Nie getötet… Niemals. Und jetzt…

Er sah hinunter auf das Vibromesser in seiner rechten Hand.

Jetzt, habe ich den Abyssin rücklings erstochen.. Und das Schlimmste ist: in diesem Moment, als ich das Messer in ihn gerammt habe, da war nur... Zufriedenheit. Keine Lust am Töten, aber…

Er rieb sich das Gesicht mit der freien Hand und fuhr fort.

Ich wollte, dass er leidet, verstehst du? Dass er bezahlt. Für Kestrel, für mich, für alle, die er gefoltert hat.

Er sah Marrev mit Zweifeln in die Augen.

Aber… Ist das nicht genau das, was einen zum Sith macht?

, fragte er ernst.

[Bastion / Center / Safehouse] mit Marrev und Kestrel
 
[ Bastion - Center - Sith-Tempel - Pyramide der Extinktoren - Kammer des Großzirkelmeisters - Sera, Agatosh & Zion ]

Sera unterdrückte ein Würgen, als Agatosh schließlich mit seinen Worten rausrückte. Sie wunderte sich, dass der Berg aus Muskeln und Fleisch aufrecht gehalten wurde, so wenig Rückgrat, wie er besaß. Passender wäre es gewesen, wenn er wie ein Ectoplasma vor ihrem Meister zusammengefallen wäre, während seine Zunge den Boden vor Zions Füßen schleckte. Statt ihrem Meister klarzumachen, wozu ihre kleine Fehde von Nutzen war, hatte der Chiss sich dazu entschieden, einfach nur seine Meinung nachzuplappern. Das natürliche Auge der Schülerin wandte sich nach Rechts und fokussierte ihren Mitschüler. Am liebsten hätte sie sich selbst gescholten. Am Ende war es klar gewesen, dass Agatosh so reagieren würde. Etwas anderes zu erwarten, war ihr Fehler. Das Auge kehrte zurück zu Zion.

Überrascht war sie da viel mehr von seiner Reaktion. Mit hinter dem Rücken verschränkten Armen folgte sie seinen Worten, fokussierte seine Bewegungen, während er sich erhob und in die Mitte des Raumes schritt - ihrer beiden Fortschritte würdigend. Das Lob war gut versteckt, denn er umrahmte es mit Mahnungen der Einheit. Sie sollten geschlossen nach Außen wirken, um ihren Feinden keine Angriffsfläche zu gewähren. Schwache Sith kennen nur einen Feind: Starke Sith. Aber wenn sie die starken Sith waren, wen sollten sie dann überhaupt fürchten? Sollten die schwachen doch kommen und sich ihnen in den Weg stellen, in der Hoffnung sich wie Unkraut in die Risse zu furchen. Sera würde sie vernichten, und ihrem Meister damit beweisen, dass ihre Position die richtige war. Sera war unvorhersehbar, ihr ganzes Leben schon. Und das ziemlich erfolgreich. Zekks Bande hatte es versucht. Sie hatten versucht, hatten Sera als schwächstes Glied geglaubt. Ein Fehler, den sie nicht noch einmal machen konnten. Am Ende hatte es sie nur gestärkt - alle drei.


"Wer glaubt, das Verhältnis zwischen uns dreien lesen zu können, hat schon verloren, Meister" , war ihre Antwort auf seine Worte, ehe sie brav wie ein Hund den Anweisungen ihres Herrn Folge leistete und sich niedersetzte, die Augen schloss und sich auf die Macht konzentrierte. Zum Glück hatte sie gerade erst Meditieren geübt.

[ Bastion - Center - Sith-Tempel - Pyramide der Extinktoren - Kammer des Großzirkelmeisters - Sera, Agatosh & Zion ]
 
Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- kleine Bibliothek :: Seldros :: Darth Lisak [NPC]


Darth Lisaks Lächeln vertiefte sich einen Hauch, amüsiert und doch von jener ruhigen Überlegenheit getragen, die man nicht erlernen konnte, ohne sie irgendwann gelebt zu haben. Mit leichter, beinahe eleganter Bewegung trat er näher, so dass er dem Schüler Kira Guldurs gegenüberstand, ohne die Distanz aufdringlich zu verkürzen. Der Saum seines schwarzen Kapuzenumhangs strich lautlos über den Steinboden, als gehöre selbst das Geräusch nicht in diese Bibliothek.

„Es wundert mich kaum, dass sie mich nie erwähnt hat.“

Ließ er in einem Ton fallen, der eher belustigt als gekränkt klang.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass Eure Meisterin so gut wie nie von anderen Angehörigen unseres Ordens sprach und erst recht nicht von jenen… aus ihrer frischeren Zeit als Sith-Kriegerin.“

Für einen Moment wanderte sein Blick an Sedros vorbei, hinauf in die staubige, flimmernde Luft zwischen den Regalen, als würde er dort etwas sehen, das nur Erinnerungen zeichnen konnten. Das kurze Innehalten wirkte nicht wie Unsicherheit, sondern wie ein bewusst gesetzter Takt, ein schmaler Spalt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dann senkte sich seine Aufmerksamkeit wieder auf das Reinblut, kühl, scharf und wach.

„Und dennoch.“

Fuhr er fort.

„Auch wenn sie kaum, wenn überhaupt, über mich sprach, wir standen in Korrespondenz. In kleinen, gezielten Teilen… haben wir uns auch über Euch ausgetauscht.“

Sein Blick blieb starr auf Sedros liegen, als würde er die Regung, die dieser Hinweis auslösen konnte, wie eine Reaktion in einem Kolben beobachten wollen. Keine Hast, keine Ungeduld, nur das stille Abwägen dessen, was sich im Gegenüber bewegte.

„Wegen zwei Angelegenheiten seid ihr hier.“

Sagte Lisak schließlich, die Worte sorgfältig gewählt.

„Doch keine davon ist etwas, das Ihr für mich tun könntet. Eher… andersherum.“

Für einen Augenblick funkelten seine Augen unter der Kapuze, und in diesem Funkeln lag etwas, das man in einer Bibliothek nicht erwartete, ein Hauch Vorfreude, gefährlich leise. Er ließ eine kurze Pause entstehen, gerade lang genug, um Gewicht zu bekommen.

„Ich will Euch in den Zirkel der Alchemisten einführen.“

Wieder wartete er, beobachtete, ließ die Stille arbeiten. Dann neigte er den Kopf minimal, als bestätige er eine Entscheidung, die längst getroffen war.

„Durch Eure Meisterin weiß ich, dass Ihr gut zu uns passen könntet.“

Mit einer fließenden Bewegung setzte er sich in Gang und glitt zwischen den Regalen hindurch, als kenne er den Weg, obwohl diese Bibliothek kaum Bedeutung besaß. Die Aufzeichnungen, die er zuvor berührt hatte, wirkten nun nur noch wie Kulisse für etwas Wichtigeres. Seine Schritte blieben gemessen, sein Umhang schwang in ruhigem Rhythmus mit, und während er sich bewegte, sprach er weiter, ohne die Stimme zu heben.

„Doch selbst dann.“

Setzte er an.

„Wird man Euch prüfen. Man wird testen, ob Ihr wirklich das Zeug für die Alchemisten habt.“

Er ließ den Satz ausklingen und schob, fast nebenbei, eine weitere Aufzeichnung an ihren Platz, als sei selbst diese Geste Teil der Ordnung.

„Bevor ich Euch jedoch prüfen kann, gibt es noch eine Sache. Eine weitere Regel.“

Nun bewegten sie sich langsam durch die Bibliothek, und Lisaks Stimme senkte sich zu einer Lautstärke, die nur für Sedros bestimmt war, vertraulich, aber keineswegs weich.

„Kurz bevor Eure Meisterin ging, hat sie mich kontaktiert und…“

Er machte eine winzige Pause, als schmecke ihm die Formulierung nicht.

„…ich will nicht sagen, sie hätte mich gebeten. Kira Guldur hat nie um etwas gebeten.“

Ein kleines Schmunzeln spielte um seine Lippen, als er den Kopf ein wenig drehte, gerade genug, um Sedros in den Blick zu nehmen.

„Ihr Wunsch war, dass ich eine Pflicht für sie übernehme.“

Das Schmunzeln blieb, doch in seinen Augen lag wieder dieses wache, alchemistische Kalkül, als füge sich ein seltenes Element exakt dort ein, wo es hingehörte.

„Dieser Wunsch ist für mich äußerst praktisch.“

Murmelte er.

„Denn er erfüllt genau die Bedingung, die Ihr braucht, um dem Zirkel beitreten zu können.“

Schließlich blieb Lisak stehen. Die Bewegung seines Umhangs kam zur Ruhe, als würde auch die Luft kurz den Atem anhalten. Langsam drehte er sich zu dem Schüler Kira Guldurs um, sein Blick fest, unmissverständlich, ohne jede Andeutung von Spiel.

„Kniet nieder.“


Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- kleine Bibliothek :: Seldros :: Darth Lisak [NPC]
 
Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- Das Mal :: Varyn Keth :: Seris Veynar, Cerus Vhal’Kor :: Darth Judicar [NPC]


Die Antworten der beiden Jünger waren so unterschiedlich gewesen wie die Art ihres Kampfes. Varyn Keth lauschte, ohne sich zu bewegen, und doch arbeitete es in ihm. Er war neugierig gewesen, auf eine Art, die er sich selbst nicht gern eingestand. Nicht, weil ihn die Neulinge interessierten, sondern weil ihn sein Urteil interessierte. Darth Judicar war kein gewöhnlicher Prüfer. Was er aussprach, war kein Kommentar. Es war ein Schicksal.

Nachdem die beiden geantwortet hatten, war das Mal still geworden. Vollkommen still. Es war, als hätte der Raum alles verschluckt, Atemzüge, Herzschläge, sogar das ferne Brummen des Tempels. Und dann war da dieses Geräusch gewesen, ein leises Pfeifen, wie Wind, der durch enge Felsspalten strich. Varyn spürte, wie sich seine Nackenhaare aufstellten. Wind war hier unmöglich. Im Mal zog kein Luftzug. Und doch war dieses Pfeifen da, als käme es aus dem Stein selbst… oder aus der Macht.

Darth Judicar hatte sich nicht bewegt.
Er hatte einfach dagestanden, eine schwarze Silhouette, die Kapuze wie ein Abgrund, die Robe wie gerissene Schatten. Minuten waren vergangen. Dann noch mehr. Varyn verlor den Überblick, bis er sicher gewesen war, dass fast eine halbe Stunde verstrichen sein musste. Dreißig Minuten, in denen nichts geschah. In denen die Anwärter nicht wagten zu atmen. In denen sogar Seris’ blaue Strähnen unbeweglich an ihrer Stirn klebten, das Blut auf ihren Wangen längst getrocknet, als wäre auch es erstarrt.

Varyn konnte nicht sagen, ob Judicar wach war. Ob er überlegte. Ob er lauschte, nicht ihnen, sondern etwas Tieferem. Für einen flüchtigen, absurden Moment hatte sich der Gedanke in Varyns Geist geschlichen, ob dieses Wesen überhaupt lebte… ob es nicht eher eine Maschine war, die jetzt in einem stillen Standby verharrte.
Doch diese Vorstellung war zerbrochen, sobald er die Macht spürte. Sie strömte von Judicar ab wie kalter Rauch, schwer und allgegenwärtig. So etwas konnte nicht unlebendig sein. Nicht so.

Dann, endlich bewegte sich Darth Judicar.
Nicht abrupt. Nicht wie ein Mann, der sich entschied. Eher wie ein Urteil, das sich aus dem Nichts materialisierte. Ein einziges, langsames Drehen des Kopfes, und die unsichtbaren Augen unter der Kapuze schienen das rothaarige Menschenmädchen zu fixieren. Varyn spürte, wie Seris’ Präsenz in der Macht kurz flackerte, als hätte sie instinktiv den Atem angehalten.


„Melde dich bei Zirkel der Extinktoren.“

Sprach Judicar. Der gebrochene Akzent machte die Worte noch schärfer, und seine Stimme schnitt durch den Raum wie ein Messer, das durch Fleisch glitt, ohne Eile, ohne Gefühl.

„Man wird für dich dort Aufgabe finden.“

Varyn schluckte, obwohl es nicht ihm galt. Der Klang war nicht laut, aber er war endgültig.
Dann glitt der Blick weiter. Zu Cerus Vhal’Kor. Varyn konnte nicht einmal sagen, ob Judicar seine Kapuze minimal gedreht hatte oder ob die Macht es ihm nur vorgaukelte. Es fühlte sich an, als würde der Raum selbst den zweiten Namen erwarten.


"Du, mein Guter …“

Sagte Judicar, und in dieser seltsamen Anrede lag keine Wärme. Es war beinahe grausam.

„… wirst dich in Bibliothek auf der Domäne der Lernenden melden und dort Dienst für den Sith-Orden abliefern.“

Varyn spürte, wie die Worte nachhallten. Bibliothek. Domäne der Lernenden. Dienst. Nicht Ruhm. Nicht Aufstieg. Dienst.
Darth Judicar hob den Kopf ein kleines Stück, als würde er beide gleichzeitig betrachten oder als würde er durch sie hindurchsehen, bis zu dem, was sie am Ende sein würden.


„Dort werden euern Dienst leisten ihr bis Lebensende… und viellicht auch darüber hinweg.“

Fuhr er fort, langsam, genüsslich, als koste er die Angst, die bei jedem Satz stärker wurde.

„Falls ihr aber beweist, werdet ihr ein Meister finden… und nicht wie Großteil der Jüngerschaft enden.“

Varyn spürte, wie sein Magen sich zusammenzog. Dieses nicht wie der Großteil war wie eine Klinge, die man ihm an die Kehle legte. Er war lange im Orden. Lange genug, um zu wissen, wie viele Jünger verschwanden, ohne dass jemand ihren Namen erneut aussprach.
Dann kam der letzte Satz.


„…nun geht.“

Die Worte waren mit einer Stärke und einer Kälte gesprochen worden, die Varyn innerlich zu Eis erstarren ließ. Nicht, weil es ein Befehl war. Sondern weil es das war, was es bedeutete, das Urteil war gesprochen. Nicht mehr verhandelbar. Nicht mehr zu ändern.
Der Richterspruch von Darth Judicar.
Und Varyn wusste, dass selbst das Verlassen dieses Raumes sich anfühlen würde, als trüge man eine unsichtbare Kette um den Hals.



Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- Das Mal :: Varyn Keth :: Seris Veynar, Cerus Vhal’Kor :: Darth Judicar [NPC]
 
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Ich antworte schon mal so weit ich kann, damit wir mit der Story voran kommen.

Bastion – Raumhafen – Niphiras Schiff, Krankenstation – Niphira, Marlis, Bailee und Brianna alias Vin

Niphira beantwortete Bailees Frage nach der Herkunft ihres doch recht ansehnlichen Schiffchens so, dass sie es im Glücksspiel gewonnen hätte. Verwundert zog Brianna eine Augenbraue hoch. Ein Raumschiff gewann frau nicht eben so, da musste schon viel Glück involviert sein – oder etwas anderes. Die Jedi fragte sich unwillkürlich, ob die Bruchpunkttechnik auch beim Sabacc funktionierte.

„Glücksspiel, sagt Ihr? Hmm… ich könnte ein paar extra Credits gut gebrauchen,“

Murmelte Brianna halb zu sich selbst. Sportklamotten waren teuer, und iKoms erst recht…

In Bezug auf die düstere Vorhersage, die Niphira den Weg zu den Jedi verbaut hat, bestätigte diese Briannas Vermutung einer Vorahnung und legte zudem nahe, dass das alles ein Komplott ihres Vaters gewesen sein könnte. Die Sith hatten auch in ihrem Fall ihre vollmundigen Versprechungen nicht eingehalten. Mit ihrem Meister hatte Niphira auch wirklich kein Glück gehabt, er hatte sie gezwungen, ihre Mutter zu…
töten? Die Echani sah ihr Gegenüber schockiert an, die nebulös von eine Grenzüberschreitung sprach und wiederholte, dass die Jedi sie bestimmt nicht aufnehmen würden.

„Das tut mir so leid,“

Antwortete die 28jährige und senkte mitfühlend den Kopf.

„Die eigenen Eltern zu verlieren ist eine Sache, aber sowas…?“

Sie seufzte.

„Ihr seid euch bewusst, dass die ganze Sache total nach einer Intrige eures Vaters klingt, um Euch von den Jedi fernzuhalten. Würdet Ihr es dem Rat so erklären, wie Ihr es uns getan habt, würden sie Euch die Rückkehr nicht vewehren… schätze ich.“

Brianna entschied sich bewusst dagegen, in Bezug auf die Grenzüberschreitung nachzubohren. Niphira schien nicht darüber reden zu wollen, dabei hatte sie ihr frei heraus einen Mord gebeichtet. Wahrscheinlich hatte sie dabei keine andere Wahl gehabt, gut, aber es lag doch nahe, dass von einer ganz anderen Grenze die Rede gewesen war.

Hilfsbereit riet Niphira Brianna, bevor sie ging die Schminke zu erneuern und bot ihr sogar ihre alten Klamotten an, die ihr nicht mehr passten.


„Das werde ich tun, danke – zum Glück habe ich Ersatzschminke dabei,“

Stimmte die Echani zu. Eine Sith-Tunika, die ihr nicht genau passte, wollte sie nicht. Als die Angehörige ihrer Spezies die sie nun mal war, würde sie sich nur eingeengt und unwohl darin fühlen, im Sinne von ‚nicht kampfbereit‘, und nie im Leben hatte die kleine, zierliche Sith-Vollstreckerin Hosen im Spind, die ihr passten.

„Eine unversehrte schwarze Robe könnte ich sehr gut gebrauchen, das wäre sehr nett.“

Wobei sich das Angebot schon seltsam anhörte. Niphira war fast einen Kopf kleiner als Brianna, die kritisch die Stirn runzelte.

„Habt Ihr denn so sehr abgenommen?“

Umgekehrt war ihre Anspielung auf die Ausschaltung von Allegious wohl eindeutig zu deutlich gewesen. Die Sith hatte wohl erraten, dass hier keine Vin Venture saß, sondern Brianna Kae. Sie lief augenblicklich puterrot an, oder wäre es zumindest, wenn ihr Gesicht nicht komplett mit gelber Farbe zugekleistert wäre. Sich Rausreden hatte wohl keinen Sinn, dachte sie und seufte. Wobei, gewiss musste sie sich wegen Sedros mehr Sorgen machen… Dass sie gleich im Nachsatz wie beiläufig einen Besuch bei Eowyn erwähnte, schien zu bestätigen, dass Niphira wusste, dass sie die andere Meistgesuchte des Imperiums vor sich hatte. Briannas kräftige Muskeln versteiften sich, als die Sith einen ‚Besuch‘ bei ihrer Weggefährtin erwähnte.

„Ich möchte nicht darüber reden. Bitte sprecht mit niemandem darüber,“

Bat die künstlich Schwarzhaarige und sah sie dabei mit großen Augen an. Was Eowyn anging wusste sie natürlich nicht, wer sie alles besucht hatte. Sie hatten beileibe andere Themen zu besprechen und viel zu wenig Zeit gehabt, schon damals in ihrer Zelle bei den Extinktorinnen. Fakt war, dass die Sith ihr übel zugesetzt hatten und Brianna konnte nur hoffen, dass Niphira nicht zu diesen gehört hatte. Andererseits schien die Frau so gar nicht der Typ zu sein, der Gefangene quälte. Außer, sie hätte den Auftrag gehabt, Informationen aus der Jedi-Rätin herauszukitzeln.

Eowyn El'mireth kenne ich gut und ich weiß auch, wie sie von den Sith in ihrer Zelle zugerichtet wurde. Wenn ich Eure Grüße ausrichte, denkt Ihr, sie würde sich darüber freuen?“

Briannas Tonfall war der einer ehrlich gemeinten Frage, kein implizierter Vorwurf. Sie wollte wissen, was zwischen den beiden geschehen war.

Als Marlis auftauchte, sprachen Sie über die Padawan, die von der Sith nach eigener Aussage verschont worden war. Es schien, als rang die Frau mit sich, ob sie überhaupt darüber reden wollte. Stoßweise und bruchstückhaft brachte sie die Informationen heraus.


„Worauf es ankommt ist, dass Ihr es getan habt,“

Beschwichtigte die Echani die Menschenfrau, die auf einmal total verunsichert wirkte und ganz offen anbot, dass ihre Nicht-Mehr-Gefangene gehen durfte. Brianna musterte Marlis, die ihr irgendwie bekannt vorkam. Nicht vom Jedi-Tempel, nein, von woanders her. Zions Party im NoiTec-Tower? Dann wäre die Gute schon länger bei den Sith als Brianna gedacht hätte. Es ließ zumindest vermuten, dass ihr keine akute Gefahr hier drohte.

„Ich könnte Euch nach Coruscant mitnehmen, sofern Ihr das wolltet, Marlis, aber das könnte sehr gefährlich werden an meiner Seite. Niphira hätte vermutlich bessere Möglichkeiten, Euch unbeschadet von Bastion wegzubringen, wenn es Ihr mit ihrem Angebot ernst ist,“

Stellte die Echani klar. Noch war die Sache nicht gelaufen. Den geplanten Fluchtweg konnte sie nicht benutzen, den brauchten Marrev, Kestrel und Q'Tahem. Sie würde etwas mit Trance und Malacia improvisieren müssen und da war es schon problematisch genug, Bailee dabeizuhaben, geschweige denn eine zweite Padawan.

Sichtlich niedergeschlagen zog sich Niphira in ihre Kabine zurück und ließ sie beide mit Marlis allein. Mit einer Gefangenen würde sie keinesfalls so umgehen, das war klar. Während die potentiell ehemalige Padawan sie verarzte, dachte die muskulöse Jedi über die Worte der Vollstreckerin nach und als Marlis gerade anderweitig beschäftigt war, zog sie ihr iKom aus der Tasche, aktivierte die Stimmunterdrückung und flüsterte eine Nachricht hinein:



### Shadowcast-Nachricht von Brianna Kae an Eowyn El'mireth ###

Hallo Eowyn,

ich weiß noch nicht, wie ich von Bastion runterkomme, aber für den Augenblick bin ich sicher. Ich bin Sith begegnet, unter anderem einer kleinwüchsigen Menschenfrau namens Darth Makhaira. Scheinbar kennt ihr beide euch von deiner Gefangenschaft her? Sie möchte mit dir ‚unter normalen Umständen‘ reden. Ich sehe eine Chance, sie zu überzeugen, eine Jedi zu werden und bei der Gelegenheit ihre Schülerin, eine ehemalige Padawan, zurückzuholen. Uns gegenüber verhält sie sich freundlich und hilfreich, wie hast du sie erlebt?

Obendrein ist mir ein Sith-Schüler wieder begegnet, mit dem wir es auf Bastion zu tun hatten. Er hat eine Bemerkung über Allegious fallen lassen, die ich mehr als sonderbar finde. ‚Nichts was wir getan hätten, hätte etwas an seinem Schicksal geändert.‘ Das passt zum Rätsel, wie
Janus, Kira und die übrigen Sith so schnell auf Kast sein konnten. Sie können nicht gewusst haben, dass wir dorthin unterwegs waren, es sei denn… die ganze Sache wäre ein abgekartetes Spiel gewesen.

Ich muss unbedingt mit dir reden, wenn ich zurück im Tempel bin!

Deine Brianna


### Nachricht Ende ###


Brianna hielt es für wichtig, diese Informationen sofort weiterzugeben, denn je mehr sie darüber nachdachte, desto komischer kam ihr Niphiras plötzlichesVerschwinden vor. Sie konnte die Präsenz der anderen Frau in ihrem Quartier spüren. Diese hatte bei ihrem Verschwinden ehrlich bedrückt gewirkt, keine Spur von Verrat in ihrer Haltung sichtbar. Andererseits hatte die Echani den Lapsus begangen, ihre wahre Identität preiszugeben. Ihr fiel aber auf: wenn frau die Sith informieren wollte, wen sie da auf gerade ihrem Schiff beherbergte, wäre das genau die Art es zu tun. Was sollte sie tun? Sie war verletzt und brauchte die Behandlung, die Marlis ihr angedeihen ließ. Sie konnte die Schülerin auch unmöglich mit ihren Vermutungen konfrontieren – stattdessen suchte sie Bailees Blick, und sie begann sich zu konzentrieren. Die Bruchpunkttechnik würde es ihr sagen, wenn sie handeln sollte und es war an der Zeit, zu versuchen, diese aktiv spüren zu lernen.

Bastion – Raumhafen – Niphiras Schiff – in ihrem Quartier: Niphira – in der Krankenstation: Marlis, Bailee und Brianna alias Vin
 
[ Bastion – Center – Sith-Tempel – Pyramide der Extinktoren – Kammer des Großzirkelmeisters ]
Agatosh, Sera, Darth Zion


Agatosh rührte sich nicht, während Zions Worte den Raum füllten. Stattdessen fixierten seine leblosen Augen den Meister. Die Wut des Hammers von Bastion hatte eben noch in der Luft gelegen. Und doch folgte nun etwas anderes: Ordnung statt weiterem Zorn. Mahnung statt Strafe. Und sogar… Schutz. Für Sera, nüchtern ausgesprochen und im Grunde nur angedeutet, aber dennoch klar erkennbar.

Einen Augenblick lang ratterte der Verstand des blauen Bergs. Nicht aus Unverständnis, sondern weil die Gleichung nicht so aufging, wie er sie kalkuliert hatte. Er hatte mit einem anderen Ausgang gerechnet. Mit Konsequenz. Mit einem Machtwort.
Sera hatte dem Meister widersprochen und der Chiss damit gerechnet, dass sie ihren Stand vor Darth Zion dadurch weiter schmälert. Doch stattdessen ging nun ihre Rechnung auf und der Sith Lord zeigte sich beschwichtigt. Ließ dabei sogar Kritik an Agatosh selbst mitschwingen.

Agatosh nahm es genauso hin, wie er alles hinnahm: als neue Parameter, die Anpassung bedurften. Sein Blick glitt kurz zu
Sera, ohne Regung, ohne Antwort auf ihren Ton und ihre Aussage. Dann senkte er seinen kolossalen Körper auf den Boden, kontrolliert und präzise.

Er schloss die Augen. Zog die Macht an sich, kontrolliert und diesen unterschwelligen, omnipräsenten Zorn nutzend, der immerzu in ihm schlummerte. Von der Göre würde er sich nicht ausstechen lassen vor ihrem Meister. Dann würde er nun eben mitspielen und sich anpassen müssen...


[ Bastion – Center – Sith-Tempel – Pyramide der Extinktoren – Kammer des Großzirkelmeisters ]
Agatosh, Sera, Darth Zion
 
[ Bastion – Bastion Center – Luxusapartment von Darth Angelus ]
Darth Angelus, Gäste der High Society, NPCs

Zwei Wochen waren vergangen. Vielleicht drei. Oder vier. Auf Bastion verlor Zeit an Bedeutung, wenn man sich entschied, sie nicht mehr zu zählen.
Darth Angelus hatte den Sith-Tempel in dieser Zeit hinter sich gelassen, nicht aus Trotz und nicht aus offener Rebellion, sondern aus innerer Überzeugung. Die Hallen aus schwarzem Stein, die strengen Rituale, die prüfenden Blicke – all das gehörte zu einer Ordnung, die er innerlich bereits überwunden hatte. Seit Empress Teta wusste er, dass er keine Mauern mehr brauchte, um Macht zu definieren. Er trug sie in sich. Und nun formte er sich einen Ort, der dieser Erkenntnis gerecht wurde.

Sein Luxusapartment im Bastion Center war nicht länger nur ein Domizil. Es war zu einem Hof geworden. Einem Heiligtum. Einem Schauplatz.
Im Zentrum des weitläufigen Wohnraums thronte die Statue – lebensgroß, monumental, in perfekter Montur, das Lichtschwert in der Hand, das Gesicht in jenem triumphalen Ausdruck erstarrt, der weder Zweifel noch Demut kannte. Sie dominierte den Raum wie ein stiller Richter. Alles ordnete sich um sie herum an: die Sitzlandschaften, die schwebenden Leuchtelemente, die Gäste, die Gespräche, die Blicke. Niemand betrat diesen Raum, ohne sie zu sehen. Und niemand verließ ihn, ohne zu verstehen, wem hier gehuldigt wurde. Der Krieger selbst hielt sich oft in ihrer Nähe auf. Mal auf einem erhöhten Podest, mal lässig zurückgelehnt mit einem Kelch dunklen Weins in der Hand. Die Anfertigung weiterer Abbildungen seiner selbst war ebenfalls bereits angeordnet worden. Der Alkohol dient längst nicht mehr bloß als Genuss. Er war zum Werkzeug geworden – ein Mittel, um jene kalte, kaum greifbare Spannung zu dämpfen, die ihn seit Empress Teta begleitete. Er trank nicht, um zu vergessen, sondern er trank, um zu kontrollieren.

An seiner Seite – oder treffender: in seinem Machtfeld – lebten nun drei
Konkubinen, die das Apartment nicht mehr verließen. Sie waren nicht zufällig ausgewählt worden. Angelus hatte sie geformt, benannt und in Rollen gegossen, die weniger ihre Persönlichkeit widerspiegelten als vielmehr Facetten seiner selbst. Menschen waren sie dem Wesen nach noch, doch in seinem Verständnis - das hier Gesetz war - hatten sie diese Bedeutung längst verloren. Sie waren zu lebenden Symbolen seiner eigenen Pracht geworden.

Ihre Namen waren kein Zufall:


Zorn.
Triumph.
Verlangen.


Jede von ihnen trug sein Abbild als großflächiges Rückentattoo, in unterschiedlicher Haltung und Ausstrahlung, ihr Name dazu passend – nicht als bloßes Zeichen der Unterwerfung, sondern als bewusste Inszenierung seines Selbstbildes, das er in verschiedenen Situationen mal mehr und weniger bewundern konnte. Wenn sie sich durch den Raum bewegten, wenn sie tanzten, lachten oder schweigend an seiner Seite verharrten, blickte Angelus nicht auf sie, sondern auf sich selbst: vervielfältigt, idealisiert, bestätigt. Drei Spiegel seiner Macht, seines Willens, seines Anspruchs auf Verehrung. So hatte er es vorgesehen. Und so erfüllten sie ihren Zweck.

Die Nächte im Apartment waren erfüllt von Stimmen, Musik und Gelächter. Teile der Bastioner High Society und Unterwelt gaben sich hier ein Stelldichein: Adlige, Industrielle, Offiziere ohne Uniform, Gestalten mit Einfluss, Namen und Ambitionen. Darunter auch einige Bekanntschaften seines früheren Kapitels mit der Unterweltorganisation
Mainasu Roku und ihren wirtschaftlichen Organisationen, mit denen er mehr und mehr kooperierte. Sie tranken seinen Wein, bewunderten die Statue, suchten seine Nähe. Manche aus Ehrfurcht, andere aus Kalkül. Angelus ließ sie gewähren. Er war großzügig mit Aufmerksamkeit, sparsam mit Zusagen. Er genoss es, wie Gespräche verstummten, wenn er den Raum betrat oder nur sein Mundwinkel zuckte. Wie sich Haltungen änderten. Wie sich Loyalitäten formten, noch bevor sie ausgesprochen wurden.

In diesen Wochen begann er endgültig zu begreifen, was der Tod des
Imperators wirklich bedeutet hatte. Nicht Chaos. Nicht Unsicherheit. Sondern Freiheit. Die Ketten waren gefallen – nicht, weil jemand sie gesprengt hatte, sondern weil niemand mehr da war, der sie hielt. Die Imperatorin mochte nun herrschen, der Orden mochte bestehen, doch Angelus war fest davon überzeugt, dass er niemandem mehr Rechenschaft schuldig war außer sich selbst. Seine Loyalität galt nicht mehr einer Struktur, sondern einer Vision: seiner eigenen.

Oft stand er spät in der Nacht allein vor der Statue, wenn die Gäste gegangen waren und nur noch das gedämpfte Licht der Stadt durch die Glasfronten fiel. Dann ruhte sein Blick auf dem steinernen Abbild, ruhig, prüfend – und zufrieden. Er hatte sich nicht verloren.
Er hatte sich gefunden. Und tief im Inneren wusste Darth Angelus: Dies war kein Exzess auf Zeit. Dies war der Beginn eines neuen Selbstverständnisses. Einer Existenz, in der er nicht mehr aufstieg – sondern bereits thronte.

Und dennoch: sein Verstand begriff, dass sich die Galaxie weiterbewegte. Und dass sich neue Möglichkeiten eröffneten; der Umschwung im Sith-Orden, im Zirkel der Extinktoren, der nun von
Darth Zion angeführt wurde - einem Mann, der der Einladung Angelus' in seine heiligen Hallen bisher nicht nachgekommen war, obwohl der adelige Sith sich zu diesem Anlass sogar etwas zurückgenommen hätte. Die politischen Entwicklungen, der Konflikt mit der Republik, der sich immer weiter in Richtung offener Krieg zuspitzte. Der Ritter spürte allmählich wieder den ihm stets innewohnenden Tatendrang und das Verlangen, dort draußen die Initiative zu ergreifen. Und eine Option bot sich ihm bereits...

[ Bastion – Bastion Center – Luxusapartment von Darth Angelus ]
Darth Angelus
 
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Lilivienne Évarielle d'Oridin, Loise Évarielle, viele Gäste

Drei Tage nach der Zeremonie im Thronsaal des Sith-Tempels war die Galaxie eine andere. Der Imperator ermordet, die Neue Republik auf dem Vormarsch. Kashyyyk überfallen. Eine Zeitenwende. Sie war der Einladung des Duvins gefolgt. Das Cygnische Sternenimperium war ein Verbündeter des Galaktischen Imperiums. Lily selbst war ein Spross der cygnischen Kultur. Der Einladung in den Salon nicht nachzukommen, wäre einem politischen, kulturellen und nicht zuletzt persönlichem Affront gleichgekommen.

Der cygnischen Salon war kein Ort, an dem es besonders laut wurde. Er war dafür gedacht, dass sich unzählige Grüppchen in ineinander verwickelte Gespräche vertieften, deren Inhalte in dem leisen Hintergrundrauschen der Gesellschaft untergingen. Gedämpftes Licht fiel durch hohe Fenster auf den polierten weißen Steinboden, der fast belästigend in den Augen

glänzte. Zwischen schlanken Säulen aus makelosem Marmor hingen abstrakte Landschaften und Farbkompositionen aus Grün und Silber auf großformatigen Leinwänden. Cygnische Kunst. Nie eindeutig, stets etwas für jene Kulturinteressierte, die sich für überlegen hielten.

Lilivienne trat ein, ohne stehen zu bleiben
. Fast demonstrativ trug sie ihre graue Gouverneursuniform, die in ihrem strengen Schnitt einen starken Kontrast zu den farbenfrohen Gewändern der cygnischen Gäste bildete. Über ihren Schultern lag lediglich ein Cape im genormten Rot des Imperiums. Das Rangabzeichen auf ihrer Brust war klar sichtbar, korrekt positioniert. Wer sie heute Abend hier sah, sollte keinerlei Zweifel daran haben, in welcher Funktion sie hier war.
Als wollte sie die Gedanken ihrer Tochter ins Lächerliche ziehen, bewegte sich Loise Évarielle mit der mühelosen Selbstverständlichkeit einer Baroness neben ihr, die sich nahtlos einpflegte. Ihr Kleid aus blauer Seide war mit silbernen Fäden durchzogen und folte jeder ihrer Bewegungen, so als wollte es ihre Körperform unterstreichen. Ihre Präsenz war ein Auftritt. Als die beiden - die kunsthandelnde, cygnische Baroness und ihre Gouverneurstochter - den Salon betraten, verstummten die Gespräche nicht. Doch sie wurden deutlich leiser, präziser, so als hätte jemand den Fokus verändert. Lilivienne bemerkte es, tat jedoch so, als würde sie es nicht tun.

Versammelt war cygnischer Adel, die Hochgesellschaft, Geschäftsleute, Künstler. Darunter die Diplomaten der Botschaft, die mit ihren schmalen Lächeln fast schon herausstachen aus dem Prunk. Ihre Uniformen, grün und elfenbeinfarben, waren fein bestickt. Außerdem waren einige Imperiale anwesend. Offiziere, Beamte. Vielleicht jene, die - wie Lily - einen cygnischen Migrationshintergrund hatten.

Ein leises Streichquartett spielte nahe der Fensterfront. Keine imperiale Hymne, kein Pathos. Es war etwas Älteres, Langsamer es. Es war Musik, die Raum für Gedanken und für Austausch ließ.


"Sie sehen dich an," sagte Loise leise, ohne den Kopf zu wenden. Lilivienne hob das Glas, das man ihr bereits nahe der Tür in die Hand gedrückt hatte. Es war mehr Reflex als Geste.
"
Damit habe ich gerechnet."
"Sie überlegen, wie sie dich einordnen sollen", kommentierte Lilys Mutter weiter, als hätte sie die Worte ihrer Tochter nicht gehört. "Was bist du? Verkleidete Baroness, die Gouverneurin spielt, oder treue Imperiale, auf den Spuren ihres Vaters?"

Lily antwortete nicht. Sie kannte die Antwort. Sie spielte nichts. Die Uniform, die sie trug, war echt. Sie hatte sich aus eigenem Verdienst an die aktuelle Position herangearbeitet und würde sie nun nutzen, um ihren Wert zu beweisen. Stattdessen glitt ihr Blick über die Anwesenden. Tatsächlich sah sie eine Art Abwägen in ihren Augen, das Stille Kalkulieren, dass unter der Gesellschaft des cygnischen Adels so allgegenwärtig war. Ob Lily an diesem Abend mit Erwartungshaltungen brach, oder sie bestätigte, war ihr jedoch relativ egal. Sie wollte ein Signal senden. Sie kam als Gouverneurin von Bastion, unter einer neuen Imperator in, nach einer Krönung, die nicht nur die beiden verbündeten Imperien, sondern die gesamte Galaxie erschüttert hatte. Das hier war kein gesellschaftliches Ereignis. Es war ein Abtasten. Wo stand man?
Ein älterer Mann war der erste, der näher an sie herantrat. Er hatte winterweißes Haar und trug die Uniform eines Marquis. Sie war tadellos, in etwas altmodischem Schnitt. Er verneigte sich leicht und den Rängen angemessen.

"Gouverneurin d'Oridin", begann er in der galaktischen Gemeinsprache. "Gouverneurin Évarielle d'Oridin, Marquis de Uloir", korrigierte Elois ohne Umschweife in cygnischem Zungenschlag und doch mit einem Ton, der den Tadel mit einem Charme übermittelte. "Verzeiht", antwortete der Marquis nun fast theatralisch seinerseits in Cygnisch. "Ich wollte keinen Affront provozieren."

"Papalapap, Marquis, wir sind doch unter uns", fuhr Lilys Mutter fort.

Nun begriff Lily. Der vertraute Tonfall, in dem gesprochen wurde. Die Lautstärke. Der Ort. Sie befanden sich fast in der Mitte des Salons. Ihre Mutter hatte diese Unterredung eingefädelt und wollte irgendeine ihrer Inszenierungen veranstalten, die Lilivienne nur zu gut aus ihrer Kindheit in Erinnerung hatte. Doch ihr Vater hatte ihr schon früh beigebracht, die Manipulation zu erkennen und entschieden darauf zu reagieren.


"Entschuldigen Sie, Marquis. Mutter, der Duvain wartet auf dich." Mit einer sanften, aber bestimmten Handbewegung beförderte sie ihre Mutter in die entsprechende Richtung, der keine andere Wahl blieb, als darauf einzugehen und die Flucht anzutreten, wenn sie ihr Gesicht wahren wollte. Die Überraschung war dem Marquis nur kurz anzumerken.
"Die Imperatorin hätte sich keine bessere Verwalterin für Bastion aussuchen können. Cygnus gratuliert Ihnen zu Ihrer Ernennung."

"Danke, Marquis. Auch wenn ich hoffe, mehr Führung und Inspiration als krude Verwalterin zu sein", entgegnete Lilivienne ruhig. Der Marquis lächelte, als hätte er genau diese Antwort erwartet. "Das sieht die Imperatorin sicher ebenso."
Der Satz war beiläufig formuliert. Doch Lily erkannte die Prüfung dahinter.
"Die Imperatorin hat bei ihrer Krönung deutlich gemacht, was sie erwartet: Ordnung, Geschlossenheit und Verantwortung."
"So wie die Jedi sich verantworten müssen?", fragte der Mann nun in leiserem Ton. Lily ließ keine Regung erkennen.
"Die Jedi sind eine außenpolitische Frage."
"Ah! Sind wir Cygner das nicht auch?"

Nun war es Lily, die lächelte. "Das sind die Cygner auch.", bestätigte sie mit einem Nicken.
Das genügte. Der Marquis hatte seine Antwort bekommen und die Umstehenden daran teilhaben lassen. Er verabschiedete sich, sichtlich zufrieden. Andere folgten ihm. Kurze Gespräche, der Austausch von höflichen Worten. Es gab Andeutungen über den Wunsch wirtschaftlicher Zusammenarbeit, kulturellen Austausch und die Frage, ob es eine neue Rolle für das Cygnischer Sternenimperium gäbe. Und immer wieder dieselbe Frage zwischen den Zeilen: Wo stehen Sie, Gouverneurin?
Lily beantwortete sie auf ihre Weise. Ruhig, unausgesprochen und dennoch klar.
Als sie sich schließlich einen Moment zurückzog, an den Rand des Salons, kehrte Loise zurück. Für einen Augenblick schwiegen sie beide einander an, hörten der Musik zu und beobachten das gesellschaftliches Spiel aus Nähe und Distanz, das sie beide nur zu gut kannten.

"Du hast dich entschieden", sagte ihre Mutter schließlich. Es war keine Frage.

"Ich bin zu aller erst Gouverneurin von Bastion. Erst dann Baroness von Oridin.", sagte Lily mit einem kaum merklichen Nicken.

"Und Évarielle?"

"Ich habe ein Amt und Verantwortung."

Loise sah sie an, lange, prüfend.
"Und dich selbst?"

"Und mich selbst."
Sie hielt dem Blick ihrer Mutter stand.

Draußen senkte sich die Nacht über Center. Die Lichter der imperialen Metropole spiegelten sich in den Fenstern des Salons, tausende kleine Punkte, die zusammen ein Ganzes ergaben. Bastion war das Herz des Imperiums. Cygnus war ein Verbündeter, ja, aber seine Bedeutung begrenzt. Lilivienne wusste, dass sie zwischen beiden stand. Aber sie stand fest, aufrecht, wissend, dass es auf jene Fragen klare Antworten gab. Sie war nicht hier, um den Cygnern einen Gefallen zu tun, oder weil sie die Tochter ihrer Mutter war - eine Évarielle. Sie war hier, um Bastion zu vertreten.


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Lilivienne Évarielle d'Oridin, Loise Évarielle, viele Gäste
 
Bastion - Center - Safehouse - Marrev (NPC) mit Kestrel und Q'Tahem

Immerhin drehte Q'Tahem nicht durch, jetzt, wo er sich in Sicherheit befand, was Marrev aktuell erst einmal als Pluspunkt einrechnete. Dieser letzte Zusammenstoß hatte nun wirklich nicht sein müssen... Er holte die Erste Hilfe-Ausrüstung aus dem Schrank im Wohnzimmer und machte sich mit ruhigen Griffen an die Versorgung des Nautolaners. Er tastete ihn rudimentär mit der Macht ab, um nicht irgendwelche lebensberohlichen Wunden zu übersehen, aber dem schien nicht so zu sein. Gleichzeitig begann er, über das Geschehene zu sprechen und hörte Q'Tahems Bericht zu. Es war tatsächlich, wie er gedacht hatte, es war der erste selbst verursachte Tod gewesen. Na klasse. Etwas, das man jetzt wirklich noch brauchte nach alldem. Das Zeug auf Ilum, das zählte ja null.

Er ließ dem Ritter Zeit und drängte ihn nicht; ohnehin war er selbst ja gut beschäftigt. Gut, dass es eine Menge Bactapflaster vor Ort gab. Hier würde man dringend für Nachschub sorgen müssen, er würde daran denken mü...
Der Kodex, ach du scheiße. Jetzt. JETZT kam Q'Tahem auf den Kodex zu sprechen. Der bestmöglichste Moment, aber gut, dann sollte es eben so sein. Wobei Marrev nun wirklich nicht wusste, ob er ihm bei seinen Gedanken helfen konnte. Leute wie Eowyn oder Sarid Horn waren da wohl die besseren Ansprechpartner. Und ja, klar, was er da berichtete war durchaus... bedenklich, von einem gewissen Standpunkt aus. Verflucht, echt, das war nicht wirklich sein Spezialgebiet. Über den Tod sprechen, klar, das konnte er gut. Aber Moral und das ganze drumrum? Also gut. Also gut.


"Also erst mal... ich weiß gar nicht sicher, ob du ihn wirklich getötet hast. Vielleicht hätte er den Stich ja überlebt. Falls das hilft. Ansonsten..."

Marrev griff nach einem weiteren Pflaster und öffnete es, während er sprach.

"Töten per se widerspricht nicht generell dem Kodex. Ich habe schon häufig getötet. Bei gewissen Einsätzen bleibt das nicht aus, und manchmal ist es eben notwendig."

Wie zuletzt auf Kast. Marrev hatte keine Ahnung, wie viele er da erwischt hatte.

"Klar, wir nehmen kein Leben einfach so, und eigentlich sollten wir es schützen, bloß ist die Realität eben nicht immer so wie in der Theorie. Ab und an geht es nicht anders."

Er wiederholte sich, aber was sollte es.

"Es ist ein Abwägen. Und logisch, man sollte sich immer hinterfragen, wieso man es tut, so wie du jetzt eben. Die Sache ist... er hätte dich ohne zu zögern abgestochen. Es hieß er oder wir. Es gab keine Alternative. Ihn gefangennehmen, hier, auf Bastion? Keine Chance. Er hatte sein Schicksal besiegelt in dem Moment, in dem er uns angriff. Hättest du ihn nicht erwischt, ich hätte es früher oder später getan."

Die harte Wahrheit. Marrev war überzeugt davon, dass der Abyssin ihm nicht gewachsen gewesen war. Und so wie es klang, hatte Q'Tahem den Typen auch noch aus seiner Gefangenschaft gekannt. Was für eine wunderbare Situation. Fantastisch.

"Bleiben deine Gefühle. War es wirklich Zufriedenheit? Oder Erleichterung? Wolltest du wirklich, dass er leidet, oder wolltest du nur, dass er niemals wieder jemandem etwas antut? Wolltest du Rache, oder wolltest du, dass es aufhört?"

Er zog den Verband fest und sah Q'Tahem nun seinerseits in die Augen.

"Erforsche deine Gefühle, wie man immer so schön sagt. Es sind kleine, aber wichtige Unterschiede. Sei dir erst sicher."

Bastion - Center - Safehouse - Marrev (NPC) mit Kestrel und Q'Tahem
 
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