Bastion

Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - vor dem Haupttor | Sedros und Darel sowie der Torwächter (NSCs)


Der Lauf hatte Darel mehr Kraft gekostet, als er zugeben würde. Seine Beine waren noch immer schwer vom vorherigen Tag, doch er hielt das Tempo, das sein Lehrmeister vorgab, ohne Klage, ohne sichtbares Nachlassen. Jeder Atemzug brannte zunächst in der Lunge, jeder Schritt zog in den Oberschenkeln, doch mit jedem Kilometer fand sein Körper langsam in einen gleichmäßigen Rhythmus. Sedros lief neben ihm mit einer Leichtigkeit, die beinahe demütigend wirkte, und Darel registrierte genau, dass kein Schweiß auf der Stirn seines Meisters glänzte, kein Atem schwerer ging.

Am Raumhafen angekommen, fühlte Darel, wie sich die Resterschöpfung wieder in seinen Muskeln sammelte, doch bevor sein Körper zur Ruhe kommen konnte, folgten die Sprünge. Liegestützsprüngen. Die ersten zwanzig waren kontrolliert, die nächsten dreißig kosteten Konzentration, ab fünfzig begann das Zittern. Sein Atem wurde stoßweise, der Schweiß rann erneut, und er spürte das leichte Nachgeben in den Schultern, das gefährliche Gefühl, wenn Kraft und Koordination sich voneinander lösen wollen. Er zwang jede Wiederholung sauber zu Ende, selbst als seine Arme brannten und der Stein unter seinen Händen rutschig wurde.

Als Sedros ihn erneut zur Meditation anwies und die Hand auf seinen Kopf legte, fuhr für einen flüchtigen Moment Anspannung durch ihn, eine Erinnerung an die Tortur des vergangenen Tages. Doch diesmal war es anders. Die Macht strömte nicht wie ein Sturm durch ihn, sondern wie ein angenehmer Fluss. Darel spürte, wie Wärme in seine Muskeln floss, wie die Schwere aus den Oberschenkeln wich, wie sich die Enge in seiner Brust löste. Es war, als würde jemand eine unsichtbare Ordnung in seinem Körper wiederherstellen, Blut beschleunigen, Giftstoffe vertreiben, die Müdigkeit zurückdrängen. Als Sedros die Hand zurückzog, fühlte er sich tatsächlich leichter, klarer, beinahe erneuert – und zugleich war ihm bewusst, dass diese Fähigkeit ihm noch lange nicht gehörte.

An Bord der Obsidian Gauntlet nahm er jedes Detail in sich auf, ohne offen zu starren. Die Enge der Kabinen, die karge Nasszelle, die beinahe leere Waffenkammer. Es war kein Schiff für Komfort, sondern für Zweckmäßigkeit.

Der Frachtraum hingegen war Chaos.

Der Geruch traf ihn wie ein Schlag. Ammoniak, Futterreste, Federn. Die Porgs wuselten zwischen Kisten und Nistplätzen umher. Einer sprang gegen sein Bein, ein anderer versuchte tatsächlich, sich an seiner Schulter festzukrallen. Darel blieb ruhig. Er schob die Tiere behutsam, aber bestimmt zur Seite, während er begann, Ordnung in das Durcheinander zu bringen. Die Servicedroiden arbeiteten mechanisch neben ihm, und er passte sich ihrem Rhythmus an, hob Käfige an, säuberte Flächen, richtete Nester neu aus.

Als Sedros ihn anwies, sechs alte und kranke Tiere auszuwählen, zögerte er nicht sichtbar. Er musterte die Porgs mit sachlichem Blick, achtete auf trübe Augen, struppiges Gefieder, langsame Bewegungen. Seine Hand griff zu, fing eines der Tiere ein, das in seinen Armen zappelte und quietschte. Für einen Moment spürte er das warme, schnelle Pochen des kleinen Herzens gegen seine Handfläche.

Er ließ es nicht zu lange dauern.

Im Nebenraum, als die Piranhakäfer dann über die wehrlosen Tiere herfielen, blieb sein Blick auf dem Geschehen. Die panischen Schreie schnitten kurz durch die Luft, dann war nur noch das Rascheln zahlloser Körper zu hören. Sein Magen zog sich einmal zusammen, reflexhaft, doch sein Gesicht blieb unbewegt, immerhin hatte er in der Vergangenheit schon mal Tiere schlachten müssen, als er einmal mit seinem Vater auf der Jagd war. Er zwang sich, nicht wegzusehen. Sedros beobachtete ihn – das war offensichtlich.

Zwischen dem Gewimmel der Insekten nahm er etwas anderes wahr. Eine feine, kaum greifbare Präsenz, die nicht von den Käfern ausging. Die Schwerter, sie standen reglos in den Behältern, doch ihre Aura war schwach, pulsierend. Dieser Eindruck blieb ihm länger im Bewusstsein als die Schreie der Porgs.

In der Nasszelle ließ er das heiße Wasser über sich laufen, schrubbte den Geruch des Stalls von seiner Haut und betrachtete kurz die verblassten Blutspuren an seinem Ohr. Sein Körper war noch immer nicht vollständig erholt, doch er stand aufrecht und fühlte sich zumindest erfrischt, als er in frischer Robe die Kombüse betrat.

Das Essen war schlicht, aber kräftig. Er setzte sich, nahm Besteck und begann zu essen, ohne Hast. Als Sedros vom Kochen sprach und von Giften, registrierte Darel den Hinweis. Jede Tätigkeit war Unterricht.



Dann kam die Frage von Sedros was die widrigen Umstände waren, die ihn hierhergeführt hatten.

Darel legte das Besteck für einen Moment beiseite. Nicht, um Zeit zu gewinnen, sondern um die Antwort zu ordnen. Sein Blick hob sich ruhig.


„Die kurze Version“, begann er schließlich ruhig, „ist einfach.“

Seine Stimme war gefasst und ohne Bitterkeit.

„Meine Familie erfuhr von meiner Machtsensitivität. Und damit war die Entscheidung gefallen.“

Er machte eine kleine, beinahe gleichgültige Handbewegung auch wenn man vielleicht ein gewisses Maß an Enttäuschung sah.
„Ich wurde nicht gefragt. Man sah darin eine Gelegenheit. Einfluss. Prestige. Einen möglichen Vorteil für das Haus.“

Dann lehnte er sich minimal zurück, nicht trotzig, sondern sachlich.
„Die längere Version ist weniger dramatisch, als man vermuten könnte. Ich bin in einer wohlhabenden Familie aufgewachsen. Kein Adel, aber mit Ambitionen. Disziplin, Ordnung, Leistung – das waren keine Tugenden, das waren Voraussetzungen. Man brachte mir früh bei, dass der Wert eines Menschen sich daran bemisst, was er beiträgt.“

Ein kaum merkliches Zucken ging durch seine Mundwinkel.
„Ich hatte keine unglückliche Kindheit. Ich wurde gefördert. Trainiert. Gefordert. Ich habe Leistung erbracht – und ich tat es gern. Weil ich glaubte, es diene der Familie. Dem Zusammenhalt. Einem großem Ganzen...wie Naiv ich war.“

Sein Blick wurde für einen Moment kühler.
„Erst als klar wurde, dass mein Leben nur als strategische Ressource betrachtet wird, verstand ich den Unterschied.“

Er schwieg kurz. Nicht nur aus Rührung. Sondern auch aus Klarheit.
„Ich wurde nicht entsandt, um gefördert zu werden. Ich wurde entsandt, weil es nützlich war.“

Seine Finger legten sich ruhig ineinander auf dem Tisch und sah Sedros direkt an, ohne Herausforderung, ohne Unterwürfigkeit.
„Ich bin niemandem mehr etwas schuldig, nur weil ich in Ihren Kreis geboren wurde. Wenn ich diene, dann aus eigener Entscheidung. Wenn ich leiste, dann weil ich davon lerne und wachse.“

Darel machte einen langsamen Atemzug.
„Mir ist bewusst, dass ich als Schüler Verpflichtungen habe. Dass Ihr Erwartungen habt. Dass der Orden Erwartungen hat. Und ich werde sie erfüllen.“

Seine Stimme blieb ruhig und ein schwaches, kontrolliertes Lächeln zog über sein Gesicht.
„Meine Familie wird eines Tages sehen, was aus ihrer Investition geworden ist. Nur wird sie nicht mehr bestimmen, wem diese Stärke gehört.“

Dann nahm er das Besteck wieder auf, als wäre das Gespräch nichts weiter als eine nüchterne Darlegung von Fakten gewesen und blickte seinen Meister an und wartet auf dessen Reaktion



Bastion | Imperium | Bastion Center | Raumhafen - an Bord der Obsidian Gauntlet, Kombüse | Sedros und Darel
 
Bastion | Imperium | Bastion Center | Raumhafen - an Bord der Obsidian Gauntlet, Kombüse | Sedros und Darel

Darel schien eine solide physische Basis mitzubringen. Das war gut. Sedros würde so schon morgen die Anforderungen des Trainings erhöhen können. Auch psychisch schien der Schüler die nötige Stabilität mitzubringen. Er beschwerte sich nicht über die niederen Arbeiten und erledigte sie in einer angemessenen Geschwindigkeit. Und auch bei der Fütterung behielt Darel die Nerven. Das zeigte dem reinblütigen Sith, dass er den richtigen Kandidaten als seinen ersten Schüler ausgewählt hatte.

Darels Hintergrundgeschichte stellte sich dann aber doch als Enttäuschung heraus. Sie war geradezu langweilig unspektakulär. Ein Spross aus der gehobenen Mittelschicht also. Die Eltern hatten stets Leistung verlangt und dafür im Gegenzug nur wenig Liebe gezeit. Jetzt fühlte sich Darel gewissermaßen verraten und um seine Jugend gebracht. Gleichzeitig sehnte er sich aber auch nach Anerkennung von Menschen, deren Meinung absolut bedeutungslos war. Nun, der junge Schüler stand noch ganz am Anfang seiner Ausbildung. Er hatte also noch Zeit, um zu lernen. Und das würde er.

„Einmal mehr wohl gesprochen, mein Schüler. Du wirst lernen und du wirst dich beweisen. Doch vergesse eines nie. Erleuchtete Wesen sind wir und auch wenn wir eine Rolle im Imperium für unsere Herrin, die Imperatorin spielen, um unsere Macht zu erhalten und uns vor der gierigen Republik und ihren Handlangern, den Jedi, zu schützen, so vergesse nie, dass der Durchschnittsbürger nicht auf einer Stufe mit einem Sith steht.“

Sedros schenkte seinem Schüler eines seiner diplomatischen Lächeln, die peinlich darauf achteten, auch ja keinen einzigen seiner Raubtierzähne zu zeigen.

„Zunächst jedoch wäschst du das Geschirr ab und räumst die Küche auf. Wenn du fertig bist, kehren wir in den Tempel zurück und setzen deine Ausbildung fort.“

Im Vergleich zum anstrengenden Hinweg, gestaltete sich die Rückfahrt zum Sith-Tempel als jämmerlich unspektakulär. Ein Gleitertaxi brachte die beiden innerhalb von wenigen Minuten zurück vor die Tore des Tempels.

„Den Rest des Tages verbringen wir mit etwas Schwertkampftraining. Folge mir.“

Ohne großes zeremoniell führte Sedros seinen Schüler zurück in die Domäne der Wissenden. Hier belegten sie einen der kleineren Trainingsräume und der reinblütige Sith bedeutete Darel, sich eine Waffe seiner Wahl zu nehmen.

„Bevor du deine Waffe baust, will ich sehen, dass du die Grundlagen von Form 1 beherrscht. Also los, wärme dich auf und gehe dann die Grundbewegungen durch, die den Jüngern beigebracht wird. Ich will sehen, auf welchem Stand du bist.“

Während Sedros also Darels Aufwärmübungen mit einem Auge betrachtete, nahm er sich einen etwas über einen Meter langen Rohrstock zur Hand und wartete geduldig mit hinter dem Rücken verschränkten Händen ab, bis der Schüler fertig war. Anschließend korrigierte der reinblütige Sith die Grundhaltung seines Schülers. Hier wurde schnell deutlich, welche kurze Zeit er als Jünger verbracht hatte...es ermangelte ihm einfach an allem.

„Gut. Greife mich an.“

Darels Angriff war natürlich vergebene Liebesmüh und viel zu langsam ausgeführt. Ohne große Mühe wich Sedros dem Schlag aus und ließ den Rohrstock mit übermenschlicher Geschwindigkeit hinter seinem Rücken hervorschnellen und einen unsanften Schlag auf Darels Finger ausführen.

„Zu zögerlich. Nochmal.“

Auch der zweite Angriffsversuch war alles andere als zufriedenstellend. Ein zweiter Hieb auf die Finger folgte.

„Hast du etwa Angst, mich zu verletzen? Diese Rücksicht ist vergebene Liebesmüh. Nochmal.“

Der dritte Versuch war schon besser, Sedros konnte spüren und sehen, wie verschiedene Emotionen mit Darels Willen rangen. Es endete aber wieder in einem Schlag auf Darels Finger.

„Schlage nicht einfach mit den Armen zu. Dadurch fehlt dir Kraft und Kontrolle. Außerdem ermüdest du so viel zu schnell. - Nochmal.“

Zack. Ein weiterer Schlag. Diesmal wich Sedros mit einer Piruette auf, glitt so an seinem Schüler vorbei als würden sie miteinander tanzen und ließ den Rohrstock auf Darels Gesäß niedergehen, bevor dieser sich umdrehen konnte.

„Falsch. Nochmal.“

Zack.

„Deine Schultern sind zu verkrampft. - Nochmal.“

Zack.


„Warum nutzt du deine Emotionen nicht? - Nochmal.“

Zack.

„Frieden ist eine Lüge. - Nochmal.“

Zack.

„Es gibt nur Leidenschaft. - Nochmal.“

Zack.

„Durch Leidenschaft erlange ich Kraft. - Nochmal.“

Zack.

Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis
Darel die Beherrschung unter den demütigenden Schlägen verlieren würde. Darauf legte es Sedros ja auch an. Und endlich war da Feuer in den Augen des Schülers zu sehen.

„Durch Kraft erlange ich Macht. - Nochmal.“

Schließlich gönnte der reinblütige Sith seinem Schüler einen kleinen Teilerfolg. Statt einmal mehr einfach mit übermenschlicher Geschwindigkeit auszuweichen, sah sich Sedros zumindest augenscheinlich genötigt, Darels letzten Schlag mit dem Rohrstock zu parieren. Die Klinge glitt so haarscharf an seinem Gesicht vorbei und Sedros schenkte seinem Schüler ein lobendes Lächeln, bevor er ihn mit einem Tritt gegen das Knie zu Boden beförderte. Darel sollte keinesfalls missverstehen, wie weit ihr beider Können auseinanderlag.

„Das soll für heute genügen. Gut gemacht. Ich will, dass du den Rest des Tages über den Sith-Kodex sinnierst. Morgen wirst du mir erklären, zu welchem Schluss du gekommen bist und wie dir der Kodex im Kampf helfen kann. Zuvor aber leistest du bei Sonnenaufgang das Ausdauertraining ab, das ich dir heute gezeigt habe. Anschließend treffen wir uns in einer Meditationskammer in der Domäne der Lernenden. Die Zimmernummer schicke ich dir via Kommlink. - Du kannst gehen.“

Der Tag war produktiv gewesen. Darel war jedoch noch weit davon entfernt, eigenständige Schwertübungen abzuhalten. Das war ein Jammer, ließ sich aber kurzfristig ändern. Am nächsten Morgen schickte Sedros seinem Schüler eine Zimmernummer zu und wartete geduldig in der Kammer auf ihn. Als Darel eintrat, stand Sedros einer Statue gleich mit vor dem Körper ineinander geschobenen Ärmeln da. Nachdem der reinblütige Sith selbst die Meditation erlernt hatte, spielte es keine Rolle mehr für ihn, ob er im Liegen, Sitzen oder Stehen meditierte.

„Guten Morgen mein Schüler. Wie ist es dir seit unserem Auseinandergehen ergangen? Welche Erkenntnisse haben dich ereilt? Berichte.“

Sedros war gespannt darauf, was Darel zu sagen hatte. Ein klein wenig wünschte er sich, dass der Schüler nichts zufriedenstellendes herausbringen würde, damit er ihn züchtigen konnte, ohne allzu willkürlich zu wirken.

Bastion | Imperium | Bastion Center | Sith-Tempel - Domäne der Lernenden - Meditationskammer | Sedros und Darel
 
Bastion / Bonetown / The Void / Sane, Brianna, Bailee

Ungeduldig wartete Sane darauf, was passieren würde. Die Tür zu Rians altem Zimmer hatte er einen Spalt breit offen gelassen. Zum einen, damit ihn die zwei Frauen hier oben leicht finden konnten, zum anderen, damit er hören konnte, was draußen auf dem Gang vor sich ging. Die schwarze Robe war ihm natürlich nicht entgangen. War er einer Sith in die Arme gelaufen? Oder hatte da jemand einfach einen merkwürdigen Modegeschmack? Wenn es sich um eine Sith handelte, musste das noch nicht das Ende bedeuten. Sane war mittlerweile lange genug auf Bastion um zu wissen, dass auch die Mitglieder des Ordens ihre eigenen Machenschaften und Ziele verfolgten, die nicht unbedingt zum "offiziellen" Weg zählten. Rian war ein guter Hacker und Datenanalyst, Sane hatte davon selbst schon profitiert. Wer weiß, wie weit sich dieser Ruf hier herum gesprochen hatte. Was, wenn die Frauen davon Wind bekommen haben und nun seine Dienste in Anspruch nehmen wollten? Sane ballte die Faust und schüttelte den Kopf. Es half nichts, zu spekulieren. Er musste abwarten, was gleich passieren würde und sich dann der Situation anpassen, so wie er es schon immer getan hatte. Zwar improvisierte er nicht gerne, doch er wusste, dass er dazu fähig war.

Es dauerte nur wenige Minuten, bis er die Schritte hörte. Dann öffnete sich die Tür. Die Frau mit der ungewöhnlich blassen Haut und der Robe betrat als erste den Raum, gefolgt von ihrer Begleitung. Dann veränderte sich plötzlich etwas. Sane konnte es ganz deutlich spüren und dann auch erkennen. Ein Aufflackern in ihren Augen. Zu seiner Überraschung - und zu seiner Bestätigung - rief sie dann sogar seinen Namen. Er erstarrte vor Schreck. Doch als sie schließlich die weite Kapuze zurückschlug und Lianna erwähnte, schien für einen Moment die Zeit stillzustehen. Mit ein bisschen Vorstellungskraft konnte er die schwarzen Haare ausblenden und sie sich als weiß-silberne Mähne vorstellen. Vor ihm stand eine Jedi. Nicht nur irgendeine Jedi: Brianna Kae, die ihm darüber hinaus noch von Kestrel erzählte. Sane musste sich kurz einen Moment sammeln. Erschwerend hinzu kam, dass er das Gesicht von Brianna auf Bastion in letzter Zeit häufiger gesehen hatte. Sie wurde mit dem Tod des Imperators in Verbindung gebracht. Das Imperium wollte ihren Kopf.


"Ich... Meisterin Kae. Es ist... Ihr solltet nicht hier sein. Nicht im Imperium und schon gar nicht auf Bastion."

Seine Gedanken rasten und sein Blick fiel auf die andere Frau. Dann war das vermutlich auch eine Jedi. Bei ihr war sich Sane allerdings sicher, dass er sie noch nie gesehen hatte. Womöglich die Schülerin von Brianna. Das machte es noch eine Spur verrückter, dass sie auf Bastion waren. Dafür musste es einen guten Grund geben.

"Ihr habt Meisterin Skyfly erwähnt. Lebt sie? Wurdet Ihr vom Orden entsandt, um sie zu retten? Was ist mit Q'Tahem?"

Eine seltsame Mischung aus Hoffnung und Scham stieg in ihm auf. Sane hatte seine Freunde für tot gehalten, diese Vermutung aber nie überprüft. Hatte er einen Fehler gemacht? Hätte er sie womöglich schon früher aus den Klauen der Sith befreien können? Brianna meinte, dass sie erwartet hatte, dass auch Sane noch in der Gefangenschaft der Sith war. Er holte tief Luft. Es hatte keinen Sinn, die Jedi in diesem Punkt anzulügen, auch wenn es ihm unangenehm war.

"Mein Vater. Er hat viel Einfluss auf Bastion. Als er von meiner Gefangenschaft erfahren hatte, konnte er ein paar Gefallen einfordern. Im Gegenzug... sollte ich mein Erbe antreten. Als Baron des Imperiums."

Er ließ die Worte kurz im Raum stehen und nahm die misstrauischen Blicke wahr, ohne ihnen auszuweichen.

"Ich habe versucht, diese Position zu nutzen, um Gutes zu tun. Es ist nicht einfach, aber auch auf Bastion gibt es Leute, die mit der Neuen Republik sympathisieren."

Er dachte an Samin, Kestal und seine Leute. Die Kinder. Sane musterte die beiden Jedi bei dem Gedanken. Die Kinder. Bisher hatte er keine Möglichkeit gehabt, mit jemandem über diese Aktion zu sprechen. Er wusste auch nicht, ob das so eine gute Idee war. Samin hatte einmal erwähnt, dass sie nicht wollte, dass die Kinder von Bastion den Jedi in die Hände fielen. Auf der anderen Seite waren die Jedi der beste Schutz, den ein machtsensitives Kind haben konnte. Wäre die Chiss wütend, wenn er Brianna auf das Thema stoßen würde?

Bastion / Bonetown / The Void / Sane, Brianna, Bailee
 
Bastion - Bastion Center - Raumhafen - Essam mit Marrev und Q'Tahem beim Schiff, Kestrel auf dem Schiff?




Essam entspannte sich leicht, sobald er spürte, dass das Messer sich senkte. Ein langsames Nicken folgte dann bei Q’Tahems und Marrevs Worten. Die Aufforderung, schnell das Schiff zu betreten, ließ sich Essam nicht zweimal sagen und folgte der Aufforderung direkt.

“Mir reicht, dass ich von hier Weg komme. Ich erwarte nicht, dass Ihr mir vertraut.”

Kaum dass die Gruppe auf dem Schiff war, wurde die Laderampe geschlossen. Essam schaute noch einmal zurück und atmete tief durch. Man konnte wahrscheinlich sehr schnell erkennen, dass zumindest ein wenig die Anspannung in seinem Körper und Geist wich. Er selbst folgte dem Mann, der ihn dazu aufforderte. Zusammen betraten sie eine Kabine. Essam wirkte durch den beengten Raum eines Raumschiffes wahrscheinlich nur noch größer als sonst. Sobald Marrev dann mit den zwei “Armreifen” vor ihm stand, nickte er ruhig und legte seine Waffe zur Seite. Nach und nach legte er seine Rüstung ab und stand in recht simpler Kleidung vor Marrev. Er hielt ihm beide Hände hin, damit er die Armreifen anlegen konnte.

“Ich habe es ja selbst vorgeschlagen. Daher… alles in Ordnung.”


Er nickte ruhig und wartete, bis die Armreifen angelegt wären. Es war klar, dass dieser Mann sich nur um die Anderen kümmerte. Es war nicht schwer zu erkennen, dass die anderen Beiden ziemlich mitgenommen waren. Auf die Frage, wie Essam feststellen wollte, dass die Gruppe keine Sith waren, lachte der Riese mit seiner tiefen, kehligen Stimme.

“Ich war mir schon recht sicher. Sith tendieren nicht gerade dazu, ihre Verletzten so liebevoll durch die Stadt zu fahren. Wie ihr euch bewegt habt, war noch ein sehr guter Indikator. Ich hätte wahrscheinlich das Risiko, die Landeplattform zu betreten, nicht eingegangen, wenn eine große Wahrscheinlichkeit bestanden hätte, dass ihr welche seid. Ihr lauft nicht so… steif.”


Er schaute Marrev ernst an.

“Dazu haben Sith ein gewisses… Problem mit Wesen wie mir… Euch schien es einfach nicht relevant genug, was ich bin, um mich einzusortieren. Andere Faktoren wogen eindeutig schwerer. Deswegen bin ich optimistisch, dass Ihr keine Sith seid.”

So folgte Essam dem Anderen durch das Schiff zum Cockpit. Sein Blick wanderte einmal in dem Raum umher, ehe er sich einen Ort zum Sitzen suchte, der nicht der Pilotensitz wäre.

“Ihr habt euch noch nicht vorgestellt. Ich vermute, wir werden länger als ein paar Minuten zusammen verbringen. Da wäre es nicht uninteressant, wenn man zumindest die Namen der Personen in seinem Umfeld kennt.”


Auch wenn seine Stimme nach wie vor recht tief war, so war er deutlich entspannter, was seine Stimme zumindest ein wenig weicher klingen ließ. Es war ein Glücksfall hier gelandet zu sein. Daher war Essam auch einverstanden, dass man ihm misstraute. Es war komplett rational. Denn am Ende hatte er zugegeben, eigentlich ein Werkzeug der Sith zu sein. Von einem bestimmten Blickwinkel. Das bedeutete also, dass dieser Mann wirklich um die anderen auf diesem Schiff besorgt war. Vielleicht könnte er etwas helfen sobald man sich ein wenig kennenlernen konnte.




Bastion - Bastion Center - Raumhafen - Essam mit Marrev, Kestrel und Q'Tahem aud dem Schiff
 
Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Bücherei | Seris und Cerus

Seris stand an der Seite des gewaltigen Raumes und verschränkte die Arme vor der Brust. Die Aufgabe war einfach gewesen: Wache halten. Ihr Schädel brummte von der gestrigen Tortur immer noch. Die Bibliothek war größer, als Seris erwartet hatte. Abschätzig sah sich die Rothaarige die vielen Medien an. Ihre Stiefel schabten leise über den Steinboden, als sie ein paar Schritte ging. Der Blick der Rothaarigen glitt über die Regale, blieb an den Rücken der Bücher hängen. Reihen aus Zeichen und Worten, die sie nicht lesen konnte. Für einen Moment fragte sie sich, wie viele Leute hier wohl tatsächlich verstanden, was da alles drinstand.


Sie schnaubte leise. Seris blieb schließlich an einem der Tische stehen und lehnte sich mit der Hüfte dagegen. Ihre Augen wanderten weiter durch den Raum. Sie beobachtete Bewegungen zwischen den Regalen, hörte das Rascheln von Seiten irgendwo weiter hinten. Ihre Finger trommelten ungeduldig auf die Tischkante.

Dann besannte sie sich und ging zurück zum Eingang wo ihr eigentlicher Posten war. Frustriert starrte die Rothaarige auf einen Buchrücken.

"Die...Sag...." Seris versuchte den Buchtitel eines besonders großem Exemplars zu entziffern und schüttelte dann nach einer Weile des angestrengten Denkens den Kopf und fischte aus ihrer Tasche ein kleines Schloss und zog eine der Spikes aus ihrer Jacke und brachte mit geübten Fingernd das kleine alte Schloss zum öffnen, nur um es wieder zu schließen und den ganzen Prozess zu wiederholen.

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