Carida

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Die Defender von Drask und Aiden rauschten mit einer erheblichen Geschwindigkeit über die Dächer der langsamen Frachter vorbei. Nur wenige Zentimeter trennten die Solarflügel der imperialen Jagdbomber von diesen zusammengeschweißten Stahlplatten. Dazu ertöntet das typische Kreischen der Ionentriebwerke dieser Ties. Mit einem geübten Blick überprüfte der Anführer der dritten Rotte noch einmal die Treibstoffanzeige. Sein aggressiver Flugstil hatte ihn immerhin schon die Hälfe gekostet. Trotzdem ließ der Pilot noch keine Unruhe aufkommen. ‘Es sind nicht mehr viele Gegner im Spiel’, dachte er sich.

“Wir hätten da noch einen schwer gepanzerten und mit Heckschützen sowie fiesen Extras ausgestatteten “Uglie” im Angebot, der keinerlei Betreuung genießt in diesem Moment”, erwiderte Kyra über die gleiche private Frequenz. “Ich denke, das wäre was für dich und deinen Partner.”

Ein schlichter Doppelklick war die Antwort von Aiden. In der Ferne konnte er das feindliche Ziel ausmachen. Das Grundgerüst glich einem älteren Shuttlemodell und bot damit genügend Platz für die vermuteten Extras. Sofort schaltete der Pilot auf den üblichen Rottenkanal um. Schnell waren die erhaltenen Informationen und Überlegungen an den Flügelmann übermittelt. Drask schwieg einen Augenblick.

“Haben Sie Vorschläge, Neun?”, fragte der Chiss mit seinem emotionslosen Unterton. “Auf alle Fälle wird es einzeln eine schwere Aufgabe für uns.”

Zehn, wir wenden Taktik Omega an”, wies der dritte Rottenführer seinen Flügelmann an. “Sie übernehmen die Aufgabe des Schützen, während ich die Verteidigung ausschalte.”

Wirklich oft hatten die beiden Piloten diese Taktik nicht angewandt. Bisher hatte sich diese Möglichkeit nur in den Simulationen angeboten. Aiden sprang dabei in die Rolle des Schützen, der die Ionenkanone auf das Ziel richtete. Drask würde im Gegenzug ganz normal auf den Feind feuern. Auf beide Gegner konnte der feindliche Pilot nicht reagieren. Jedoch stellte der Heckschütze auch hier eine Gefahr dar, die man nicht unterschätzen durfte. Nach einer kurzen Bedenkzeit stimmte der Flügelmann von Aiden trotzdem zu.

Sofort trennten sich die beiden Defender in einem recht großzügigen Bogen. Beide Piloten versuchten auch in dieser Entfernung symmetrisch zu wirken. Die Taktik glich einer Zangenbewegung, wobei die Mitte das feindliche Schiff darstellte. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren behielten die beiden imperialen Jagdbomber ihre gegenwärtige Geschwindigkeit bei. Es dauerte nicht sehr lang und der Feind eröffnete das Feuer.

‘Der Pilot gerät in Panik’, bemerkte Aiden und schaltete sein Waffensystem mit einem Knopfdruck auf die Ionenkanone um. “Wolve Zehn” wurde von dem simulierten Feind als größere Bedrohung gedeutet und damit als Primärziel ausgewählt. Aiden konnte diese Entscheidung nur begrüßen. So blieb ihm mehr Zeit seinen Angriff ordentlich vorzubereiten. Erste rote Blitze zuckten durch den luftleeren Raum und prallten an den Schilden des Chiss ab. Mit einer leichten Bewegung korrigierte die imperialen Piloten ihren Kurs. Viel Zeit für dieses Manöver hatten sie nicht. Wenige Sekunden nach der Eröffnung dieses kleinen Gefechts spuckte auch Drask sein Tie-Defender erste grüne Schüsse als Antwort auf den Angriff. Bisher hatte der blauhäutige Wolve-Pilot noch nie auf eine Provokation direkt reagiert. Ein kühler Kopf, selbst in der wildesten Schlacht, zeichnete diesen Exoten aus. Aiden nahm sich ein Beispiel an diesem Verhalten. Dabei blendete er die meisten äußeren Faktoren aus. Dies war ein kleines Duell zwischen dem veränderten Shuttle und der dritten Rotte des WolveSquads.

Plötzlich zog der Flight Lieutenant en Steuerknüppel mit einem festen Ruck zu sich. Ohne große Verzögerung reagierte der Defender auf dieses Kommando. In einem steilen Winkel raste “Wolve Neun” auf seinen Gegner zu. Dieser beschäftigte sich weiterhin hauptsächlich mit dem Flügelmann von Aiden. ‘Hat er von mir überhaupt schon Notiz genommen?’ Im nächsten Augenblick konnte er den Abschuss zweier Torpedos sehen und seine Frage hatte eine Antwort gefunden, denn eine Flugkörper steuerte direkt auf ihn zu. Energisch biss sich der Pilot auf die Unterlippe. Der Schmerz schenkte ihm weitere Sekunden der Konzentration, während sein Körper vom Adrenalin förmlich durchflutet wurde. Eine Niederlage konnte sich der Pilot nicht leisten - auch wenn dies nur eine Simulation war.

Elegant wich der Tie-Defender dem nahenden Torpedo aus. Eine Alarmsirene behinderte den Piloten seit einigen Sekunden in seiner Konzentration. Auf einmal färbte sich sein rotes Fadenkreuz in einen satten grünen Farbton. Ein flüchtiges Lächeln war auf dem Gesicht zu erkennen. Erste blaue Blitze zuckten durch die Schwärze des Alls. Der Herzschlag war ganz deutlich im Ohr des Piloten zu hören als er seinen Angriff mit einer energischen Bewegung des Steuerknüppels abbrach, denn der feindliche Flugkörper hatte sich wieder bedrohlich genähert. Im Spiralflug suchte sich der Defender einen neuen Vektor für einen weiteren Angriff. Bisher hatte der Pilot noch nicht die Möglichkeit gehabt zu sehen, ob seine Ionenblitze das Ziel getroffen hatten.

Auch Drask musste durch den zweiten Torpedo seinen Angriff abbrechen. Eine ganze Salve hatte das grünliche Schild überzogen, doch wirkliche Erfolge konnte der Chiss nicht verbuchen. Anscheinend bestand ein Extra des “Uglie” aus einem verbesserten Schildgenerator sowie separaten Torpedoabschussstationen. Kurz teilte der Pilot seine Vermutungen über den Rottenkanal seinem Rottenführer mit. Dann kümmerte er sich ebenfalls um einen weiteren Angriff. Die Entfernung zwischen dem Feind und den hinteren Frachtern war nicht mehr sonderlich groß. Anscheinend war sich die KI ziemlich sicher diesen Angriff stur durchzuführen.

Wieder eröffnete Aiden das Feuer auf das Shuttle. Erste blaue Blitze zuckten eine Augenblick später über die Metallplatten der Außenhülle des Feindes. Nach und nach vielen die Systeme dieses Gegners aus. Aiden konnte seinen Sieg aber nicht auskosten, denn eine Sekunde später wurde sein Flügelmann durch den Torpedo, der die ganze Zeit auf Verfolgungskurs war, aus der Simulation befördert. Nun bestand die dritte Rotte des WolveSquads nur noch aus dem Anführer. Dazu erklang ein weiteres Mal der Alarm im Cockpit, denn ein zweiter Flugkörper klebte am Heck des Defenders. Aiden musste sich nun also um dieses Problem kümmern.


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[Carida ~ kleine Stadt ~ Innenstadt ~ Schmuckladen ~ Kaden Mityyr und Fleur]

Niederlage war eine bittere Medizin für jedes Wesen - so die Annahme von Kaden Mityyr. Aus diesem Grund konnte er den kleinen Seitenhieb von Fleur, seiner derzeitigen Begleiterin, noch nicht verwinden. Merkwürdiger Weise hatte diese Aktion sein Interesse noch mehr angestachelt. Es lag nun an dem dunklen Jünger einen Ausgleich zu schaffen. Während die beiden Menschen durch den gefüllten Raumhafen schritten dachte er über diese Problematik nach. Sein Ehrgeiz brannte wie ein lichtes Feuer in seinem Körper, aber viel Zeit hatten sie nicht mehr.

Gemächlich gingen die beiden Edelleute auf eine Luke zu. Mit jedem Schritt kam Kaden der Trennung näher und die Möglichkeit auf eine befriedigende Rache schwand. Auf den letzten Metern hatte er sein Bewusstsein stärker abgeschottet. Kaden wollte der jungen Frau keine weitere Möglichkeit bieten in seinen Geist zu schauen. Dunkelheit hatte sein Gemüt überzogen, aber in der Öffentlichkeit durfte er sich dies nicht anmerken lassen. Sein Blick ging zu dem hübschen Gesicht von Fleur. Als blanker Hohn hatte sie ein unschuldiges Lächeln aufgesetzt. Sie gab einen Code in die Konsole ein. Zischend öffnete sich die Tür nach der Bestätigung und sie betraten die Landebucht.

Im Inneren war eine strahlend weiße Lambda-Fähre mit dem glorreichen Wappen des Imperiums. Zwei schlichte Piloten standen vor dem Schiff. In zwei kurzen Sätzen erklärte Fleur ihre Lage. ‘Sie ist also Adjutantin von Anaxes und ihr Meister der Gouverneur’, dachte sich der Sith und sein Interesse stieg wieder um ein ganzes Level. Leider kannte sich Kaden in der Mitgliederliste des Ordens nicht so gut aus um den Namen herauszufinden, aber im Moment erschien ihm dies auch nicht wichtig.


“Also habe ich einer recht wichtigen Persönlichkeit als Unterhaltung gedient”, scherzte der Sith ohne ein Lächeln. “Gut zu wissen.”

Die freiwillige Preisgabe ihrer Identität war keine Genugtuung für ihn, somit hob sich seine Laune dabei auch nicht. Er wollte ihre tiefsten und dunkelsten Geheimnisse gewissen. Einen echten Trumpf gegen sie im Ärmel wissen, denn dies machte das Wesen eines Sith aus. Das Pärchen ging ein paar Schritte auf die Fähre zu. Nun war der Moment des Abschieds scheinbar gekommen. Wann würde er seine Rache bekommen? Einen wirklichen Blick in die Zukunft hatte Kaden noch nie erhaschen können. Aus diesem Grund musste er sich wohl oder übel in Geduld üben - eine Lektion, die er hasste.

Plötzlich überraschte Fleur Ventuela ihn, denn sie wollte ihn als Begleitung mit nach Anaxes nehmen. Dieses Gefühl konnte Kaden nicht so einfach überspielen. Anscheinend hatte er auch sie beeindruckt und das Spiel würde in eine weitere Runde gehen. Dennoch musste Kaden über dieses Angebot nachdenken. Brachte er sich in Gefahr? Sein Studium war nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Eigentlich konnte er sofort aufbrechen.


“In Eurer Position wird man helfende Hände benötigen”, entgegnete Kaden kühl. “Es wird mir also eine Ehre sein Euch Gesellschaft zu leisten. Von meiner Seite könnten wir auch sofort aufbrechen…”

[Carida ~ kleine Stadt ~ Innenstadt ~ Raumhafen ~ Landebucht ~ vor einer Lambda-Fähre ~ Kaden Mityyr und Fleur]
 
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[Orbit von Carida ~ Imperialer Klasse II Sternenzerstörer ‚Accuser of Light‘ ~ Admiralsquartier] – Jade, Elysa

Es stimmte also. Sie würde Kontrolle üben müssen, um wirklich Herrin über ihr eigenes Ich zu bleiben. Etwas was sie geschworen hatte, zwar nur dem Großadmiral und auch sich selbst, aber das waren gerade die Personen die die wichtigsten für sie waren. Wobei sich der Kreis derer scheinbar bald auf drei erweitern würde, immerhin war es ihre Mentorin, die ihr den Weg weisen konnte, auf diesem neuem Pfad der Macht. Auf gewisse Art und Weise war es selbst komisch dieses Wort zu gebrauchen. Vorher hatte sie es kaum benutzt. Macht. Macht war etwas gewesen was sie weder hatte, oder schlicht und ergreifend anders bezeichnet wurde. Überlegenheit, Stärke, das waren schon eher die Wörter die in Gebrauch waren, gerade im Bereich der Flotte war so etwas wie Macht eher eine untypische Bezeichnung. Jade behielt ihr Schnauben für sich. Was für Gedanken sie sich hier machte! Bei den Knochen des Kanzlers der Republik. Einen kleinen Augenblick hing sie dem noch nach dann widmete sie sich wieder dem, was essentiell und in diesem Moment wichtig war. Oder... war dieser Gedankengang vielleicht nur auf den ersten Blick vollkommen absurd und unwichtig, gar überflüssig? So vollkommen unvertraut mit einem Thema, das sie in Bereiche führte, die mit mehr zu tun hatten, als allem was sie in ihrem bisherigen Leben getan hatte. Und doch kam es hier auch zu gewissen Teilen auf die Kriterien an, die sie bisher benötigt hatte. Zumindest schloss sie das aus den Worten Elysas. Es war wichtig die Kontrolle zu behalten und eine gewisse Intelligenz musste man mit Sicherheit auch an den Tag legen. Ein Mangel selbiger würde vermutlich nicht einmal zum Anfang auf Kontrolle des eigenen selbst ausgelegter Übungen führen.

Unwillkürlich fragte sie sich, welche Art von Sith jener war, der vor der Zeremonie zugegen und am Bankett des Oberkommandos gesessen hatte. Dieser Sith, dessen Name Nergal lautete, war auf seine ganz spezielle Art ein Fall für sich gewesen. Arrogant und abgehoben, aber irgendwie... menschlich und doch leicht hölzern in seinen Gesten und seinem auftreten. Oder wollte sie ihn nur so sehen? Als einen, vom Leben entrückten Anhänger eines Ordens, der das zugrunde richtete, was sie geschworen hatte, mit ihrem Leben zu verteidigen. Oder war es der stete, nahende Kontrollverlust gewesen, der soviel seiner Aufmerksamkeit beansprucht hatte, das er... nein. Diese Überlegung war töricht. Dumm. Hier an diesem Punkt war sie sehr weit ab von dem, was sie eigentlich konnte, eigentlich war. Denn sie hielt sich nicht für ein derartiges Waschweib, dass sie jetzt alles auf diese elende a oder b Seite betrachten musste. Entschlossen schob sie ihren Gedanken einen Riegel vor, widmete sich wieder dem, was Elysa sagte, ohne auch nur ansatzweise von verfolgenden Gedanken abgelenkt zu werden. Denn darin, die Stimme in ihrem Kopf und egal was betreffend und auch ihre Gedanken zum Schweigen zu bringen, war sie wirklich gut. Ein Nebenprodukt ihrer beinahe schon meisterlichen Selbstkontrolle. Weder Emotion noch Gedanke war vor ihr sicher, wollte sie sich etwas anderem widmen, so, wie jetzt...

Auch wenn sie nicht ganz sicher war, worauf die Commodore hinaus wollte, tat sie wie ihr geheißen, nahm letzten Endes aber die Ranginsignie in die Hand. Ihr aussehen kannte sie zwar, aber erst als sie sie in der Hand hatte, kam ihr der Einfall, das es mehr als das gab. Geruch- und Tastsinn waren ebenfalls vorhanden, nicht nur das Auge. Einen Moment wanderte es in ihren Fingern hin und her, bis Jade das kleine Stück imperialen Uniformzubehörs wieder auf den Tisch legte. Als ihre Mentorin sie anwies ihre Augen zu schließen, legte sich ihr Stirn zwar leicht in Falten, doch sie gehorchte. Und als sie die weiterhin erklingenden Worte hörte, versuchte sie auch direkt deren Inhalt zu folgen. Versuchte das zu sehen, was ihre Mentorin ihr in den Sinn rief. Die kleine Plakette mit den blauen und roten Feldern darauf. Rot oben, blau unten. Knapp, vielleicht zwei oder drei Zentimeter mit der oberen rechten Spitze – würde die Ranginsignie an einer Uniform hängen – in Richtung der Tischkante zeigend. Und wieder erwarten sah sie es!

Was sich ihr dann eröffnete war eine komplett neue Welt. Ihre Sicht war mit einem mal seltsam verschwommen, schwarz grau, durchzogen mit wirren Mustern die an Rauch erinnerten. Als stünde sie auf einem löchrigem Holzboden und von weit unten dringe eine Rauchschwade beständig nach oben. Es war schwer etwas zu erkennen, sie hatte das Gefühl ständig blinzeln zu müssen. Konnte es aber nicht. Und doch wirkte sich nichts auf ihren Körper aus. Und doch sah sie die Ranginsignie. In all dem seltsamen wabernden Rauch schien sie von innen heraus zu erstrahlen. Hatte eine eigene Energiequelle gefunden und strahlte diese nun ab. Ihr Mund begann sich von allein zu bewegen und sie beschrieb Elysa all das was sie von ihr verlangt hatte. Manchmal dauerte es ein klein wenig, aber sie erkannte es doch. Diese Übung allerdings sollte nicht bei dem Rangabzeichen bleiben. Bevor Jade diesen unglaublichen Zustand unterbrechen konnte, verlangte sie genau dasselbe, nur dieses Mal war der Tisch im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit. Ausgehend von der Ranginsignie erkundeten ihre Sinne nun die kleine Tischplatte, die Lampe die darauf stand und letztlich jenes Gestellt, das ihn aufrecht und stabil auf dem Boden hielt.

Während die Captain durch die Macht erfühlte und sah, beschrieb sie ihrer Mentorin das, was sich vor ihren Sinnen offenbarte. Die Stirn jetzt eher vor Anstrengung kraus gezogen, hatte sie sich kaum einen Milimeter bewegt, seit Elysa von ihr verlangt hatte, die Augen zu schließen. Als sie mit dem Tisch fertig war, war auch dann noch nicht das ende der Übung erreicht. Beinahe hätte sie erwartet, sie solle jetzt die beiden Sitzgelegenheiten am Tisch beschreiben, doch offenbar war sie beim letzten Mal zu gut gewesen, denn jetzt war es der gesamte Raum. Jade sah in dem Moment da sie sich das Zimmer zu verdeutlichen versuchte, all jene Dinge, an die sie sich erinnerte, hinter einem Vorhang imaginären Rauchs aufleuchten. Der Schreibtisch und dessen dahinter stehender, bequemer Stuhl, die Tür zum Erfrischer und Schlafzimmer des Admiralsquartiers. Etwas, was weitaus schwieriger war. Aber sie hatte Anhaltspunkte. Von dem Punkt wo sie saß, bis zum Schreibtisch waren es nicht mehr als etwa ein halbes Dutzend Meter. Maximal ein Meter mehr. Von dessen Mitte bis hin zur Tür war es eine entsprechend ähnliche Distanz, während die vom Schreibtisch zu dessen rückliegender Wand kleiner war. Und so weiter und so weiter... nach einiger Zeit – wie viele Zeiteinheiten vergangen waren konnte sie nicht mehr sagen – war es beinahe so, als hätte sie schon immer in diesem Quartier gelebt. Nie etwas verändert. Es war bizarr und doch angenehmer, oder eher gesagt einfacher als gedacht. Was sie wohl als nächstes erwarten würde? Immerhin konnte sie noch durchhalten. Vielleicht sollte sie sich einem Nachbarraum widmen...?


[Orbit von Carida ~ Imperialer Klasse II Sternenzerstörer ‚Accuser of Light‘ ~ Admiralsquartier] – Jade, Elysa
 
- Orbit um Carida - Accuser of Light - Hangar - Cecilia Glenn, Dak Coulter -

Ein seichtes Lächeln huschte über ihre müden Züge als sie von Buck sämtliche Daten der Simulationsteilnehmer erhielt, die Zeit reichte jetzt nur für ein grobes Überfliegen der Dokumente, aber wie es aussah machten sich die Mitglieder. Natürlich, sie waren zum Teil älter als der Pilotendurchschnitt in einer regulären Staffel und somit unter Umständen wichtige gar über Leben und Tod entscheidende Bruchteile langsamer als die jungen Menschen die Asbilder wie sie Massenhaft ins Rennen ums sein oder nicht sein schickten. Doch eines konnten all diese fast unschuldigen jungen Leute auch nicht durch Fittness und Blitzschnelle Reaktion wet machen – erfahrung. Und davon hatten sehr viele ihrer Piloten mehr als genug. Allein Mark und Buck waren vor ihren Karrieren als Lehrkräfte unzählige Einsätze geflogen. Cecilia hatte sich bemüht beim zusammenstellen der 21sten eine ausgewogene Mischung zu erziehlen, ältere sehr erfahrene Piloten sollten jungen talentierten Leuten wie Miss Johnson und Mr. Frost Disziplin und Kniffe beibringingen, jene junge Piloten brachten dafür Elan und Frische in die Gruppe. Dak Coulter bildete den erfrischenden Gegenpol zu diesen Extremen, er war nicht achzehn aber auch nicht fünfundreissig, er war kein Rookie aber auch kein alter Hase. Cecilia schmunzelte als sie sich dabei ertappte seine Aufnahme in die Staffel erneut vor sich selbst rechtfertigen zu wollen. Die Entscheidung war richtig gewesen, egal unter welchen Umständen sie sie nun getroffen hatte.

Mr. Coulter?

Sprach sie ihn höchst offiziell an und unterrichtete ihn somit auch gleich von ihrer nicht ganz offensichtlichen Anwesenheit in ihrem Interceptor. Als er zu ihr aufblickte zwang sie sich dazu ihn nicht selig an zu lächeln, ihr Gesichtsausdruck blieb neutral.


Wie ich schon gestern sagte, irgendetwas liegt in der Luft es wird bald mit ziemlicher Sicherheit knallen, und wenn dieser Fall eintritt dann werden wir sicherlich mitmischen. Und die Frage die ich mir nun stelle ist....


Da sie ihm jene Details die sie im Kopf hatte nicht über die Distanz zurufen und eine Fremdhören ausschliessen wollte stieg sie ruhig aber flink aus ihrem Interceptor der nun durch ihre Justierungen perfekt auf sie abgestimmt war. Ihr eben noch einigermaßen ruhiges Herz klopfte merklich als sie auf den atraktiven Mann zuging, er musste sich extrem beeilt haben, seine Montur sprach Bände.

Schaffen wir, schaffen Sie es eine Gradwanderung zu meistern? Können wir den Tanz auf Messers Schneide wagen? Schaffen Sie es mich als ihre Kommandantin und Vorgesetzte zu akzeptieren?

Sie trat ein wenig näher an ihn heran und flüsterte ihm die folgenden Worte ins Ohr.


Wollen wir hier die Reissleine ziehen und weiter machen als wäre nichts geschehen oder wollen wir es wagen und gemeinsam brennen?


- Orbit um Carida - Accuser of Light - Hangar - Cecilia Glenn, Dak Coulter -
 
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Ihr Defender flog eine mehr als scharfe Kehre und die zierliche, junge Pilotin wurde in den Sitz gepresst, der schwere Anzug der Pilotin zerrte ein wenig an ihr, brachte sie aber nicht aus dem Gleichgewicht, oder behinderte sie. Der Defender vollendete seinen Bogen und ging direkt danach in den nächsten über, der in die entgegengesetzte Richtung führte. Allerdings wurde dieser nicht bis zum Ende durchgeflogen. Kyra wechselte den Schub von Null auf vollen Gegenschub – der Vorteil am Vakuum war, das man nicht ständig Beschleunigen musste, sonst würde man irgendwann ja von ganz allein in den Hyperraum springen – und riss ihren Jäger dann, mit einem radikalen umkehren der Schubkraft steil nach unten. Mehrere Kilometer flog sie weiter, immer wieder einen Blick auf ihre Sensoren werfend. Eine Schweißperle hatte sich unterdessen irgendwo in ihrem Nacken gebildet und trat den langen Weg ihren Rücken hinab an. Kyra bemerkte es fast gar nicht, riss unterdessen ihren Jäger zur Seite und entging so einer neuen Salve aus schwere Laserbeschuss des Uglies. Die Elitepilotin unterdrückte ein Fluchen. Sie war zu freundlich, sonst hätte sie sich nicht freiwillig als Beute gemeldet, murrten ihre Gedanken und der Defender sprang erneut zur Seite, ein weiteres Mal versuchend feindlichem Feuer zu entgehen. Aber ihr Manöver kam für diesen vom Wahnsinn geleiteten KI Piloten zu spät. Erneut schrammelten mehrere Strahlen destruktiver Energie über ihre Heckschilde und auf den Anzeigen in ihrem Cockpit schrumpfte die Prozentanzeige der Schilde weiter zusammen...

„Mach hin Jae.“ Knurrte sie, ernsthafte Bedenken hegend, wie lange sie gegen die schweren Geschütze noch durchhalten würde. Oder viel mehr ihre Schilde... Aber es half nichts. Murren brachte den Feind nicht dazu auf einmal Gnade walten zu lassen, ganz zu schweigen davon, dass er das ja nicht einmal mitbekam. Und so stieg ihr Jäger, das Uglie Gefährt noch immer an ihrem Heck, wieder auf, strebte allerdings weg von den Frachtern. Kyra jedoch stets darauf bedacht, nicht noch einmal in diesen Nebel zu geraten. Wie auf Kommando war es Foster der sich bei ihr meldete.

„Der Nebel, er stört nicht nur die Sensoren sondern hat auch meine Kommunikationssysteme beinahe völlig lahm gelegt, wir sollten uns ranhalten und zusehen das wir hier rauskommen.“

Ihr Jäger erzitterte und Kyra reagierte prompt. Ihre Hände schienen kaum noch Zuwendung zu brauchen, denn mittlerweile war sie wieder einigermaßen warm geworden. Aber sie merkte, das alles noch nicht so lief, wie es das eigentlich sollte. Und mit einem Mal verschwand ihr TIE Defender aus der Zielerfassung des Uglies, jagte in eine Spirale die ihn höher und zur Seite schraubte.

„Das hast du dir so gedacht, verkrifftes etwas von Pirat.“

Murmelte sie, hatte mit einigen schnellen Fingerbewegungen weitere Feinjustierungen ihres Jägers vorgenommen und beendete das Manöver, das sich langsam auf ihren Magen auszuwirken begann. Sie trat ein Pedal durch, gab kurzzeitig vollen Schub und unterstützte das Pedal mit den Steuerknüppeln. Ihr Defender machte einen großen Satz und hatte in einem so spitzen Winkel gewendet, das ihr Verfolger für sein Wendemanöver wertvoller Zeit opfern musste. Zeit die sie nutzen konnte...

„Jae? Jae verdammt, bist du noch da? Was ist jetzt mit dem verkrifften Uglie? Kümmerst du dich darum?“

„Ja! Will ich ja, aber dieser Heckschütze macht es einem nicht einfach. Ist ein gekoppeltes Geschütz das er montiert hat und mit Pech auch noch ein Torpedowerfer, der ebenfalls da dranhängt.“

Angespannt knirschte sie mit ihren Zähnen. Irgendwie mussten sie diesen Feind loswerden, bevor er einen von ihnen loswurde.

„Simultanangriff. Du bleibst weiter hinter ihm, auf dein Zeichen wende ich und beharke ihn ebenfalls.“

Er bestätigte und die beiden setzten ihr Spiel weiter fort. Kyras Schilde sanken langsam in einen kritischen Bereich, dieses Mal allerdings war es gewollt. Sie spielte den Köder und das klappt wie es schien auch ganz gut. Und dann, mit einem simplen und einfachen 'Jetzt' dauerte es vielleicht ein paar Milisekunden länger, als nur einen Herzschlag, dann hatte sich ihr Jäger gewendet, geistesgegenwärtig gab sie Umkehrschub und ihr Defender jagte nun, rückwärts vor dem Uglie her. Sie wartete nicht auf die letzte Stufe der Zielerfassung, sondern schoss einfach. Hielt unentwegt auf den Feind, während Jae dasselbe an seiner Front tat und sie beide so gut es ging versuchten dem Gegenbeschuss auszuweichen. Kyra steckte weitere Treffer und und sah mehrfach auf ihre Schildanzeige. Da glühten die Schilde des Piraten auf, erstarben und die beiden Defender zerfetzten ihn regelrecht. Zugleich erledigte die letzte Salve des Uglie Kyras Schilde und einer der Schüsse streifte über ihrer Sichtluke die Cockpitkugel des Defenders und riss diesen, da eine ziemliche Wucht dahinter steckte, herum. Trudelnd taumelte ihr Jäger davon und sie hatte Mühe ihn unter Kontrolle zu bringen...

„Verdammter Sithdreck!“

Fluchte sie lauthals und bekam, nachdem sich ihr Flügelmann bei ihr gemeldet hatte, nach und nach die Kontrolle über ihren Jäger wieder zurück. Es war ein Kraftakt, aber sie 'lebte' noch. Tief durch atmend flogen ihre Augen über die Anzeigen des Cockpits, ehe sie kundtat, ihr sei bis auf den Streifschuss nichts weiter geschehen. Etwas unsicher ob ihre Schilde allerdings vollkommen unversehrt geblieben waren, war sie schon, konnte aber noch nichts genaues sagen. Auf den ersten Blick da wirkte alles normal.

„Nummer eins von drei erledigt.“ Verkündete sie auf Rottenkanal und entdeckte auf dem Sensorschirm wie der Flügelmann von Aiden erlosch und damit aus der Simulation befördert wurde. Da ihre Rotte noch auf voller Sollstärke war, setzte sie Kurs auf Aiden um ihm dabei zu helfen, die Frachter zu schützen, war sein Gegner doch ungemein näher gekommen. Wobei... sie hatten ihren Feind auch nicht so weit entfernt gehalten. Aber noch waren die Frachter unbeschädigt... noch.

„Jae und ich sind unterwegs Aiden.“ Weiterer Worte bedurfte es nicht, als sie für einen Moment die Triebwerke hoch schraubte um an Geschwindigkeit zu gewinnen und schneller in Richtung ihres Staffelkameraden raste...


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[Accuser of Light - Admiralsquartier] Jade und Elysa

Elysa selbst hatte die Augen wieder geöffnet und verfolgte die ersten behutsamen Schritte der ihr gegenübersitzenden Offizierin, welche diese in der Macht unternahm, wie sie sich unbewusst der Macht öffnete, indem sie sich auf das Rangabzeichen konzentrierte. Wie genau Jade selbst diesen Prozess wahrnahm, vermochte sie nicht zu sagen, aber sie konnte durch die Macht spüren, wie sie aktiv nach dem Objekt tastete und sich einen Weg durch den Schleier der Unwissenheit bahnte und ihren ersten kleinen Triumph kostete. Allerdings, erlaubte es die erfahrene Machtnutzerin nicht, dass sich die dunkelblonde Captain darauf ausruhte, und forderte weitere Beschreibungen der Umgebung – es war wichtig, dass sie sicherer im Gebrauch wurde und dies erlangte man nur durch Übung. Es ging eine ganze Weile weiter mit den Fragen, nach Gegenständen und der anschließenden Beschreibung durch ihre neue Schülerin – so musste man es wohl dennoch nennen.

Allerdings fixierte sich die Kommandantin des Sternenzerstörers zu sehr auf die Objekte und hatte es bisher versäumt die Aura der dunkelhaarigen Offizierin wahrzunehmen, während sie sogar bereits selbstständig ihre Wahrnehmung auf einen benachbarten Raum ausdehnte, scheinbar durchaus fasziniert von dieser Möglichkeit.


„Alles - egal ob lebendig, oder bloße Materie - hinterlässt einen Abdruck in der Macht, Objekte sind dabei jedoch wesentlich schwieriger zu erfassen als Lebewesen. Ihr habt eine Art grauen Schleier beschrieben, Menschen oder auch Nichtmenschen solltet ihr dadurch wahrnehmen können, wie eine Kerze, im Nebel. Machtnutzer, insbesondere erfahrene und mächtige, werdet ihr sehr schnell und einfach erkennen können – manche scheinen wie Leuchtfeuer – insofern sie ihre Aura nicht verschleiern.“


Während sie erläuterte, sammelte sie ihr Rangabzeichen auf und betrachtete es – wie Jade zuvor – aufmerksam. Allerdings, sah sie vermutlich etwas vollkommen anderes, als das schlichte Objekt – ihr drängte sich die Verantwortung und auch das Vertrauen auf, dass sie durch dieses bloße Stück Metall innehatte. Nominell gehörte sie dem Sith-Orden an, auch wenn sie nichts mit dieser Vereinigung mehr zu tun haben wollte, so war sie doch durch ihre Gabe daran gebunden. Man trat nicht so einfach aus.

Es kam ihr jedoch zwei Person in den Sinn, welche den Orden einfach verlassen hatte, ohne Konsequenzen Exodus Wingston und sein Bruder Araman. Allerdings hatte die neue Ordenselite sicherlich nichts dagegen, dass er sich komplett aus den Angelegenheiten der Sith zurückgezogen hatte. Immerhin wäre er der rangälteste Exekutor und hätte in seiner ehemaligen Schülerin Arica eine mächtige Verbündete gehabt – kombiniert mit der wirtschaftlichen Macht der Wingston Corporation ein Kandidat für das Amt des Imperators. Seine Motive für den Rückzug verstand wohl niemand, und doch war er mächtig genug, dass man ihn nicht ohne weiteres zwingen konnte weiterzumachen.
Was für Elysa jedoch viel interessanter war, dass er noch immer etwas in seinem Besitz hatte, dass ihr gehörte und der Tag, an dem sie es einforderte würde kommen.

Ihre Gedanken erneut auf die gegenwärtige Situation richtend – Jade sollte genügend Zeit gehabt haben das Gesagte zu verinnerlichen – erhob sie erneut ihre Stimme.


„Konzentriert euch, auf eure unmittelbare Umgebung, versucht ‚mehr’ zu sehen, als die Objekte. Es ist möglich, dass ihr mich nicht direkt wahrnehmt – ihr lernt gerade mit neuen Augen zu sehen – aber ich werde euch helfen. Ihr werdet es wahrnehmen, folgt der Ursache zur Quelle, spätestens dadurch, solltet ihr meine Präsenz erkennen können.“

Mit dem letzten Wort heftete sie auch das Abzeichen an die vorschriftsmäßig dafür vorgesehene Stelle der Uniform und bedachte die dunkelblonde Adjutantin mit einem aufmerksamen Blick, bemerkte wie diese ihre Stirn erneut in Konzentration verzog, was ihr selbst ein leichtes Schmunzeln entlockte. Der Ehrgeiz als auch die Wissbegierde, kombiniert mit dem Pflichtbewusstsein, welches der weiblichen Captain inne wohnte, konnte sie nur die Zuversicht abgewinnen, hier das Richtige und auch das Notwendige zu tun. Und doch war es ebenso gefährlich und auch ein Subjekt, welches wie einst das AFC zu Needas Niedergang geführt hatte, zu ihrem führen könnte. Die Frage war, ob der künftige Imperator darin eine Bedrohung, oder eine Möglichkeit sah. Bisher hatte sie selbst sich noch nicht entschieden, ob sie versuchen sollte dies Geheim zu halten oder ob sie es, sobald man sie fragte, offen zu legen. Immerhin war es ihr gutes Recht weitere Schüler anzunehmen, da Alynns Ausbildung im Prinzip beendet war – selbst wenn diese in den Statuten des Ordens nicht als Kriegerin galt, da sie entgegen einer Tradition keinen Schüler ausgebildet hatte. Elysa hegte keinen Zweifel daran, dass Alynn die Kammer von Korriban meistern würde.

Mittlerweile dürfte die Kommandantin auch den leichten Luftzug bemerkt haben, welche um sie herum stattfand – es war eine ziemlich offensichtliche und nicht gerade subtile Manipulation der Macht – jedoch ohne, dass daraus der Inneneinrichtung, oder gar ihrer Untergebenen dadurch ein Schaden entstand. Lediglich die Frisur der dunkelblonden Offizierin würde vermutlich Spuren davontragen.


„Sobald ihr an der Quelle angekommen seid, und meint, mich ausfindig gemacht zu haben versucht den Unterschied zu beschreiben, den ihr zwischen mir und einem bloßen, unbelebten Objekt spürt.“


[Accuser of Light - Admiralsquartier] Jade und Elysa
 
- [Carida-System - Carida - Akademie - Simulatorraum 3 - Simulator] - allein

Der Nebel hatte also noch andere üble Nebeneffekte, als nur die Sensoren zwischenzeitlich ausfallen zu lassen, die Koms erwischte es auch. Sie mussten sich also aus dem Nebel heraushalten, am Besten noch nicht mal Ausläufer streifen die in den Engpass hinein züngelten.

Seine Sensoren verrieten die Probleme welche die Zwei anderen Rotten achtern des Konvois hatten. Der Punkt von Zehn verschwand von den Sensoren. Damit hatten sie heute schon den zweiten Verlust eingefahren und Aiden war nun alleine in seiner Rotte. Jacen konnte sich gut vorstellen wie sich der Chiss nun Ärgerte, Drask war schon eine Persönlichkeit für sic - Aiden gar nicht mal so unähnlich. Die Beiden schienen auch hervorragend miteinander zu harmonieren.
Gerne hätte er sich mit den Resten seiner Rotte in das Gefecht gestürzt und die Piraten endgültig vernichtet - doch die Frachter zu beschützen war ihr Primärziel und die fünf Piloten dort hinten sollten eigentlich keine Probleme mit den letzten Uglies haben.

Jacen steuerte seinen beschädigten Defender in eine träge Kehre um weiter über den Bulk-Frachtern zu kreuzen, die langsam voran krochen. Mit einem Mal füllte sich der Sensorschirm wieder. Unbekannte Objekte näherten sich erneut aus dem Nebel. Zwei Dutzend Punkte.


"Habe hier vierundzwanzig Bogeys von Steuerbord. Bestätigen, Drei und Vier.

"Positiv, Führer.", kam die erste Antwort.

"Bestätige, Führer. Vierundzwanzig Bogeys.", folgte Vier.

Verdammt. Damit war der Konvoi so gut wie verloren. Es sei denn ihre Sensoren wurden erneut an der Nase herum geführt. Wie dem auch sei sie mussten auf die Situation reagieren.


"Auf Abfangkurs gehen, Rotte Eins.", er ließ seinem Befehl taten folgen und steuerte seinen Jäger in eine Kehre und gab vollen Schub um die unbekannten Objekte abfangen zu können, bevor diese in eine Reichweite kamen um auf die Frachter zu feuern.

"Wolve Squad. Wir haben vierundzwanzig Bogeys auf Kurs Drei-Sieben-Fünf. Rotte Eins geht auf Abfangkurs, beeilt euch da hinten."

Er schaltete seine Schildenergie nach vorne und schaltete wieder auf Protonentorpedos um. Egal ob da noch ein größeres Schiff im Nebel war, sie mussten diese Bedrohung aufhalten und zu dritt würden sie kaum eine Chance gegen die Übermacht haben. Aber was blieb ihnen anderes übrig? Bei den Frachtern warten und diese mit in die Nahkämpfe verwickeln? Nein. Ihr Primärzeil war es die Frachter zu verteidigen und desto länger sie ihren Gegner beschäftigten desto besser.

In diesem Moment erklang ein lautes Piepen aus der Brusttasche seiner Pilotenmontur. Sein Kom. Er hatte es so eingestellt das nur Nachrichten von höchster Priorität während der Übung zu ihm durchkamen. Also musste dies verdammt wichtig sein. Er nahm ein wenig Schub zurück und eine Hand vom Steuerknüppel und zog das Kom aus der Tasche. Die Nachricht war kurz, aber zu recht von höchster Priorität. Die Flotte war in Alarmbereitschaft versetzt worden und sie sollten sich unverzüglich an Bord der "Intimidator" einfinden. In einer halben Stunde würde ein Shuttle sie von einer Landeplattform abholen.

Jacen schob das Kom wieder in die Tasche und sprach laut einen Code ins Kom. Sofort wurden sämtliche Bildschirme schwarz. Simulationsabbruch.


"Tut mir Leid, Leute. Neue Befehle. Wir treffen uns vor den Sims."

Schnell hatte er sich von den Gurten und dem Netz befreit und stieß die Luke seines Simulators auf. Er sprang die Leiter hinunter. Hal und Drask hielten noch die Headsets in der Hand und warteten auf den Rest. Jacen zog sich den Helm vom Kopf und fuhr sich mit der Hand durch die feuchten Haare.

"Wir wurden soeben in Alarmbereitschaft versetzt...", begann er als alle Piloten aus den Simulatoren gestiegen waren und die Helme abgenommen hatten.

"In einer halben Stunden werden wir an Landeplattform zwölf abgeholt und zum Flaggschiff gebracht. Also packen Sie ihre Sachen, in dreißig Minuten will ich sie alle abreisebereit dort sehen!

Kyra, Sie holen Bennett ab, wenn nötig beschleunigen Sie ihre Abschlussfeier halt etwas. Ich möchte nicht das sie erst später dazu stößt. Wir haben so schon einen Piloten zu wenig!

Aiden, Sie kümmern sich darum das alle pünktlich vor Ort sind!"
, er machte eine kurze Pause und überlegte ob er etwas vergessen hatte.

"Ich werde dafür Sorgen das unser Colonel uns begleiten kann...na los, Leute!"

Die Staffel strömte aus dem Raum und alle eilte, joggten oder liefen in Richtung ihrer Unterkünfte um dort ihre Sachen zusammen zu packen. Duschen und sich umziehen würde man an Bord der "Intimidator" können. Sein nächstes Ziel würde die Krankenstation sein. Vielleicht konnte man Janson ja verlegen, das er zumindest mitfliegen würde können und sobald er wieder Fit war konnte er direkt in den aktiven Dienst zurückkehren...

- [Carida-System - Carida - Akademie - Korridore] - allein
 
[Orbit von Carida ~ Imperialer Klasse II Sternenzerstörer ‚Accuser of Light‘ ~ Admiralsquartier] – Jade, Elysa

Es war nur eine kurze Pause die sich ihr auftat, aber Jade versäumte es, durch ihre Faszination von dieser neuen Sichtweise, die sich nach und nach als etwas herausstellte, das selbst vor Wänden aus Durastahl keinen halt machte. Es war schlicht und einfach phantastisch. Anders konnte man es nicht beschreiben. Die junge Captain war selbst überrascht wie sehr sie ihr vorankommen auf dem Pfad der Macht positiv berührte. Beinahe schien die Vorfreude in ihr schon zu wachsen, während sie noch den letzten Erfolg feierte. Jene Übung ihre Wahrnehmung betreffend war allerdings noch nicht vollendet, wie sich herausstellte. Während ihre Sinne in einem angrenzenden Raum herum eiferten, meldete sich ihre Mentorin wieder zu Wort. Doch waren dies keine Worte die neuerliche Anweisungen und Übungsmethoden beinhalteten. Viel mehr erklärten sie ihr den Zustand jener Wahrnehmung weiter, gaben ihr Infos die sie vorher so nicht gekannt hatte. Woher auch...

Jade die ihre Augen weiterhin geschlossen hatte, zog ihre Wahrnehmung zurück, kam sich vor als wäre sie es, die über Möbel und Gegenstände des Quartiers streichen, als sei sie ein leichter Windhauch. Erneut fokussiert nahm sie sich einen Moment zeit und widmete sich dem, was in ihr grundlegend vorging. Versank in der Macht, war jedoch in jedem Augenblick mit ihren Gedanken und Gefühlen sicher unterwegs. Kontrollverlust war keine Option. Niemals. Während sich ihre Sinne nun zurückzogen, umfing ihren Körper und ihren Geist mit einem Mal ein Gefühl, das von langsamen regenerativen Eigenschaften kündete. Etwas das sie so nicht einmal ansatzweise kannte. Allerdings beschränkte sich jenes Gefühl auf Geist und die Macht. Unwissentlich hatte sich die Kommandantin in einen meditativen Zustand versetzt und begann ihre Kräfte zu regenerieren. Ein Grund, wieso sie nicht durch Überanstrengung ihrer Konzentrationsfähigkeit und mentalen Kräfte die Übung abbrechen musste. Zwar merkte sie das sich dort etwas tat, konnte aber noch nicht benennen was genau sie machte. Es war Elysa, deren Worte die Offizierin wieder auf einen neuen Kurs einschwenkten. Jade, die noch immer scheinbar keinen Millimeter von der Stelle gewichen war, hatte ihre Hände noch immer auf den Beinen abgelegt und rührte weder ihre Finger, noch die Zehen. Die Füße, in den schwarzen fast kniehohen Stiefeln steckend, standen dicht an dicht und sie saß noch immer mit geradem Rücken auf dem Mobiliar des Quartiers ihrer Mentorin. Ihre Augen ebenfalls noch immer geschlossen, waren das einzige äußerliche Anzeichen auf rege Aktivität in ihrem Kopf.

Es war einfacher gesagt, sie solle sich auf die lebenden Dinge konzentrieren, als getan. Immerhin gab es außer ihrer Mentorin kaum etwas anderes Lebendes hier, was den Vergleich wert gewesen wäre, außer ihr selbst. Allerdings stellte sich das wahrnehmen eines Lebewesens als wenig komplizierter heraus, als die Gegenstände wahrzunehmen. Im Vergleich dazu leuchtete ihre Mentorin beinahe völlig im Vordergrund – wenn man sich darauf fixierte. Aber womöglich lag darin die Schwierigkeit, wenn sich mehrere Lebewesen an einem Fleck befanden, wurde die Wahrnehmung quasi geblendet und man sah nicht mehr alles. Jade konnte Elysa sehen. Sie wusste wie sich die Macht anfühlte und vor ihr saß ein Gefäß für diese. Zumindest schien es ihr so... nein. Für sie war es so.


„Ihr... ihr seid schließlich kein Gegenstand. Ihr lebt, seid mit der Macht verbunden auf eine andere Art und Weise, als diese Dinge, die von ihr nur umspielt und durchdrungen werden. Der Tisch, der Stuhl, all diese Sachen kann ich sehen, kann ich manchmal fast schmecken, riechen oder fühlen, aber... ihr fühlt euch lebendig an, so als wenn die Macht ein Teil von euch wäre.“

Reichte das an einer Erklärung? War es wirklich das, was sie sah und spürte? Anders allerdings konnte Jade es nicht in Worte fassen. Je länger sie sich die Präsenz ihrer Mentorin in der Macht betrachtete umso mehr verdichtete sich diese Meinung, dieses Bild in ihren Gedanken. Also schwieg sie wieder, verweilte weiter in diesem völlig fremden, aber doch auch faszinierendem Zustand der Wahrnehmung. Wenn sich ihre Sinne noch weiter ausprägen würden – durch die Macht – dann war es tatsächlich faszinierend, wie sie alle ihr Körpereigenen Sinne so sehr beeinflussen konnte. Geschmack, Geruch und Tastsinn wurden um ein vielfaches gesteigert wie ihr schien. Allerdings waren es immer nur kurze Momente. Mal kam es ihr so vor, als habe sie einen bestimmten Gegenstand direkt in ihren Händen, als würde der Luftzug einen neuerlichen Duft zu ihr heran wehen. Luftzug?

Jade versuchte auszumachen, welche Ursache das haben konnte, denn jetzt wo sie ihn bemerkte, spürte sie die kalte Luft an ihren Wangen vorbeiziehen. Und ihr kam es so vor, als wenn dieser neue Drift in der Thermik des Raumes von Elysa ausgehen würde. Was hatte das zu bedeuten? Während sie sich noch genau das fragte, hatte sie sich wieder konzentriert und sah erneut durch die Macht, konnte erkennen, das es sich mit einem Mal auch regte. Oder war das schon eher gewesen und sie konnte erst nach und nach erkennen was vor sich ging? Ganz so, wie sie anfangs nur nach und nach hatte die Dinge sehen können...


[Orbit von Carida ~ Imperialer Klasse II Sternenzerstörer ‚Accuser of Light‘ ~ Admiralsquartier] – Jade, Elysa
 
[Accuser of Light - Admiralsquartier] Jade und Elysa

Bisher hatte die schwarzhaarige Commodore insgesamt noch nicht sehr viele Emotionen der dunkelblonden Offizierin wahrnehmen können. Das mochte zum einen aus ihrer begrenzten Sensibilität dieser Gabe rühren, jedoch ebenso seinen Ursprung in Jades Beherrschung ihrer Selbst. Nur im Bankettsaal war es zu einer deutlichen vernehmbaren Reaktion ihrer Gefühlswelt gekommen, deshalb war die Freude und Faszination, die Elysa nun von der ihr gegenübersitzenden Frau empfing eine angenehme Abwechslung, erlaubte es ihr doch einen weiteren Einblick, was dazu führte, das sich ein leichtes Lächeln in ihren Gesichtszügen bildete. Es war gut, dass der weiblichen Captain ihre Erläuterungen so einfachen Zugang zur Macht erlaubte und diese somit fast natürlich, selbstverständlich nutzte, sobald sie realisiert hatte wie.

Es war beachtlich, dass Jade durch den Zustand der Meditation, welche sie selbst erreichte, einen Ruhepunkt in sich fand, aus dem sie Kraft und Klarheit zog, was die Regeneration des Geistes und der eigenen Konzentration förderte. Für den Moment würde die Captain diese Fähigkeit selbst erkennen und lernen für sich selbst, bewusst zu nutzen, den ersten Schritt hatte sie getan und es war wichtig zu begreifen, das Selbststudium absolut notwendig war. Elysa würde es erst einmal nicht ansprechen, erst wenn sich im Laufe der nächsten Tage und Wochen herausstellen sollte, dass die Blondine diesen Zustand nicht bewusst anstreben konnte.

Mittlerweile hatte Jade es auch vermocht, sie selbst in der Macht wahrzunehmen und fasste diese Erfahrung so gut es denn ging in Worte zusammen – schließlich erfuhr jeder Anwender die Macht für sich selbst auf eine ganz eigene Art und Weise.


„Eure Beobachtungen sind vollkommen richtig. Lebende Wesen hinterlassen stärkere Eindrücke in der Macht, weil sie mit der Macht verbunden sind. Die Macht entspringt aus dem Leben, egal wie groß oder klein dieses auch sein mag und dennoch umfließt und umgibt sie alles. Oftmals versucht man die Macht als Fäden gleich zu beschreiben, derer ein geübter Nutzer sich bedienen kann, gleich einem Puppenspieler. Es ist ein einfacher, zweckdienlicher Vergleich, jedoch nicht ganz präzise. Der treffendste Vergleich, wäre wohl der Vergleich mit Wasser, das euch umgibt, jede Handlung, jede Manipulation der Macht die ihr unternehmt, findet seinen Widerhall darin, gleich der Oberfläche eines Sees. Wenn ihr die Macht nutzt, ist es, als würdet ihr einen Stein hineinwerfen, welche Wogen erzeugen. Je größer und schwerwiegender der Eingriff in die Macht, desto einfacher ist die Veränderung wahrzunehmen. Jedoch gilt auch hier, dass ein geübter Anwender den Eingriff in die Macht, aber auch seine eigene Präsenz verschleiern mag.“

Sie empfand es als absolut notwendig, Ausnahmen zu erwähnen, und somit auf solche Eventualitäten vorzubereiten.

„Eine Veränderung eurer Umgebung erfolgt durch euren Geist, die Macht hat keine Fäden die ihr ziehen könnt, sie ist nicht stofflich.“ Fasste Elysa noch einmal zusammen, während sie nunmehr ihr Comlink auf den Glastisch legte. „Ich möchte von euch nun, dass ihr das Comlink bewegt, oder zum Schweben bringt. Konzentriert euch dabei nicht auf das bloße Objekt, sondern nutzt eure Möglichkeit, das ‚Wasser’ um es herum, um es zu bewegen. Euer Verstand formt dabei das ‚Wasser’. Ich gebe zu es ist nicht ganz einfach zu versinnbildlichen, jedoch glaube ich anhand eurer bisherigen Erfolge, dass ihr dieses Konzept ebenso einfach für euch umsetzen könnt. Zuvor habt ihr die Eindrücke in der Macht wahrgenommen, nun wird es notwendig sie selbst zu verursachen.“

Es mochte insgesamt alles noch ein wenig viel sein, doch selbst wenn Jade die Erwartungen der erfahreneren Machtnutzerin dieses Mal nicht erfüllte, so hatte sie dennoch einige erste wichtige Schritte unternommen. Noch musste sie sich ganz bewusst konzentrieren um hinausspähen zu können, nur andauernde Übung würde es in einen antrainierten Reflex, oder auch eine passive Wahrnehmung ummünzen können. Etwas wobei sich Jade nur selbst helfen konnte und wenn sich Elysa nicht vollkommen in ihr täuschte, auch tun würde.

„Falls ihr Fragen zu meinen Erläuterungen oder der Macht allgemein habt, könnt ihr dies immer ansprechen, ich werde dann versuchen eine andere Sichtweise zu liefern. Schließlich kann ich die Dinge nur anhand meiner eigenen Erfahrungen bemessen und diese mit euch teilen. Dabei muss meine Art die Macht zu nutzen nicht unbedingt der euren Gleichen, es ist wichtig, dass zu verinnerlichen, was für euch funktioniert.“

Die schlanke Corellianerin kam ihrer Schülerin gerne entgegen, denn schließlich war es ihre Aufgabe als Mentorin Wissen zu vermitteln und nicht diese zu bestrafen, wenn sie mit ihren eigenen Sichtweisen nicht konform ging. Schmerz mochte zwar eine gute Lehrerin sein, derer sich ihre Ordensbrüder und Schwestern gerne bemächtigten, doch sorgte sie für gewöhnlich eben auch für das Gefüge des Hasses und des Leids, dass sich um den dunklen Orden spannte. Und davon hatte sie sich bereits seit einiger Zeit ganz bewusst entfernt…

[Accuser of Light - Admiralsquartier] Jade und Elysa
 
- Carida – Imperiale Akademie - „kleiner Festsaal“ - Cassie, Jahrgang -

Ein so hochgestellter Mann der Großadmiral hatte mehr zu tun als das schöde kleine Kadetten an oberster Stelle der Top Prioritäten Liste stehen würden. Cassie verstand dies und hätte normalerweise kein Problem damit gehabt geduldig zu warten, wieso auch dies war der Tag auf den sie Jahre hingearbeitet hatte, ein Tag den sie immer beschlossen hatte in vollen Zügen aus zu kosten. Alles war so perfekt, sie hatte Geburstag, sie war die mit Abstand beste ihres Jahrganges, sie hatte Aiden..........alles war so perfekt wäre da nicht diese Nachricht gewesen. Diese Nachricht die so fürchterlich war das man fast meinen konnte das sie nicht real war. Seufzend bedachte die jüngste Bennett ihr Chrono erneut mit Aufmerksamkeit. Es war seit ihrer letzten Zeit Kontrolle genau eine Minute vergangen.

Alle anderen um sie herum lächelten, sie litt mit neutralem Gesichtsausdruck. Aber wieso leiden? Isi und die Kinder waren tot, konnte sie indem sie litt einen der vier wieder lebendig machen? Nein! Trotzig beschloss die junge Corellianerin nicht zu trauern, trauer war schlecht, trauer war ineffizient. Trauer machte alles noch schlimmer. Nun galt es die Gefühle des Schmerzes einfach in sich zu begraben und weiter zu machen. Wenn sie den Schmerz lange genug ignorierte würde sie ihn vergessen. Das Leben musste hier und jetzt normal weiter gehen!


Aiden kam in ihren Sinn, Aiden und das wunderbare Erlebnis welches sie in der letzten Nacht geteilt hatten. Viele ihrer Freundinnen hatten geäußert das sie es als befremdlich empfunden hatten einem Mann so zu begegnen wie sie es ihm in der letzten Nacht war. Doch diese Erfahrung hatte sie nicht gemacht, Aiden war Gold in jeder Hinsicht. Jede seiner Berührungen hatte sie regelrecht berauscht – kein laut ihrer Freundinnen obligatorischer Schmerz, keine Unsicherheiten. Das mit Aiden hatte sich in jeder hinsicht natürlich und richtig angefühlt so wie sich seine ganze Gegenwart natürlich und richtig anfühlte. Obwohl sie sich nicht lange kannten war sich Cassie schon jetzt sicher, würde man sie je von ihm trennen, physisch wie seelisch – es wäre als würde man ihr das Atmen verwehren......nein keine Trauer, nein gar nichts.....das Leben ging weiter.

- Carida – Imperiale Akademie - „kleiner Festsaal“ - Cassie, Jahrgang -
 
[ Carida | Akademie des Imperiums | Simulatorkomplex | Simulatorraum Drei | Simulator Neun | allein ]

Die Endphase der Simulation war eingeläutet. Aus dem Augenwinkel konnte der letzte Wolve-Pilot der dritten Rotte sehen, wie der Feuerball allmählich in der Schwärze des Alls verschwand. Dazu schwirrten die letzten Überreste des simulierten Defenders, der dem Flügelmann gehörte hatte, in die Ferne. Nachdenklich biss sich Aiden auf die Unterlippe. Mittlerweile war der Anschein einer leichten Übung längst verflogen. Es war eine echte Herausforderung für die gesamte Staffel. ‘Wahrscheinlich ärgert sich Drask in diesem Moment in seinem Simulator’, dachte er sich beiläufig.

Im hinteren Bereich des Konvois stellten nur noch wenige Kriminelle mit ihren “Uglies” eine Bedrohung für die simulierte Mission dar. Kyra und ihre Kameraden der zweiten Rotte hatten die Situation in diesem Teil der Simulation vollkommen im Griff. Eine weitere gute Leistung dieser Piloten war, dass sie noch keinen Verlust zu verzeichnen hatten. Dies war ein Zeichen ordentlicher Koordination und Absprache. Nur noch wenige Ziele waren in diesem Bereich übrig. Allein würde es für Aiden eine schwere Aufgabe sein, aber er glaubte an sein Talent.

“Wolve Squad, wir haben vierundzwanzig “Bogeys” auf Kurs Drei-Sieben-Fünf”, erklang im nächsten Augenblick die Stimme von Foster über den Staffelkanal. Rotte Eins geht auf Abfangkurs, beeilt euch da hinten.”

Ein Fluch glitt über die Lippen des Piloten. Die künstliche Intelligenz dieser Simulatoren ließ sich eine Menge einfallen um die verbleibenden Staffelmitglieder an ihre Grenzen stoßen zu lassen. Es war eine gehörige Anzahl an neuen Feinden. Ewig konnte der Vorteil der hochwertigen Defender nicht mehr währen. Das Wolve Squad war ein weiteres Mal in der Unterzahl und weitere Piloten würden in den nächsten Minuten aus der Simulation fliegen. Trotz allem ließ sich Aiden auf diesen Kampf ein. Ein weiteres Mal ließ er seine Finger über die Armaturen gleiten. Die Zwillingstriebwerke kreischten bei einer scharfen Bewegung auf. Aiden hatte sich ein neues Ziel gesucht.

Plötzlich wurden die Bildschirme schwarz und jegliche Simulation innerhalb des Cockpits verstummte mit einem Mal. Überrascht blickte sich der Anführer der dritten Rotte um. Nur das Geräusch des Atemgeräts vernahmen seine Ohren. Hatte es einen Stromausfall gegeben? ‘Die Frachter waren noch nicht zerstört - damit war die Mission also nicht beendet’, überlegte sich Aiden. Ihm fiel kein Grund ein, weshalb man diese Übung abgebrochen hatte. Etwas ungeduldig wartete der Pilot auf eine Reaktion der anderen Staffelmitglieder.

“Tut mir leid, Leute”, meldete sich Foster zu Wort. “Wir treffen uns vor den Sims.”

Riefen neue Befehle nach der Anwesenheit der imperialen Elitestaffel? Diese Frage schoss dem Piloten als erstes durch den Kopf. Das Wolve Squad war in den letzten Wochen und Monaten zu einem neuen Symbol für das Militär geworden. Sogar eine Einladung zum imperialen Ball hatten die Piloten, die hauptsächlich aus unbedeutenden Verhältnissen stammten, wahrgenommen. Doch mit diesen Gedanken und Erinnerungen konnte sich Aiden nicht aufhalten. Schnell gurtete er sich von dem unbequemen Sitz los. Danach griffen seine Hände zu dem schweren Helm. Erste Schweißperlen glitzerten leicht auf als ein paar Lichtstrahlen auf die Stirn trafen. Anschließend öffnete er die Luke und trat ins Freie.

Hal und Drask, die beiden ausgeschiedenen Piloten, standen schon bereit. In dem ernsten Gesicht des Chiss konnte man auch in diesem Moment keine Reaktionen erkennen. Schweigend kamen auch die anderen Staffelmitglieder aus ihren Simulatoren gekrabbelt. Danach stellte man sich in einem Halbkreis um den provisorischen Staffelkommandanten auf. Neugierde konnte man in den meisten Mienen der Piloten lesen. Auch die Aufmerksamkeit von Aiden richtete sich nun auf Cpt. Foster. Der Mensch von Yaga Minor wirkte ernst.

“Wir wurden soeben in Alarmbereitschaft versetzt…”, informierte der Captain seine Leute mit nüchterner Stimme. “In einer halben Stunde werden wir an der Landeplattform zwölf abgeholt und zum Flaggschiff gebracht.”

Also waren sie wieder ein Teil der aktiven Truppen. Innerlich atmete Aiden über diese Nachricht auf. Er wollte sich lieber im Kampf gegen die Feinde des Imperiums beweisen als sinnlos durch den Wald zu stapfen. Aus diesem Grund konnte man auch in seinem Gesicht ein leichtes Zucken der Mundwinkel erkennen. In seinen Augen war diese Ausbildung kein vollkommener Reinfall gewesen, aber es hatte doch recht viele Tiefpunkte gegeben. Auf der anderen Seite hatte er hier Cassie kennen gelernt. Die Schwester seines ehemaligen Flügelmanns John Bennett, mittlerweile wahrscheinlich ein gesuchter Fahnenflüchtiger. Ein leichtes Getuschel war im Hintergrund zu hören. Anscheinend freuten sich auch andere Kameraden auf die Versetzung.

Kyra, Sie holen Bennett ab, wenn nötig beschleunigen Sie ihre Abschlussfeier halt etwas”, befahl Foster nun etwas strenger. “Ich möchte nicht, dass sie erst später dazu stößt. Wir haben auch so schon einen Piloten zu wenig! … Aiden, Sie kümmern sich darum, dass alle pünktlich vor Ort sind!”

Dreißig Minuten waren genügend Zeit um die Quartiere ordnungsgemäß zu räumen und sich im Hangar zu versammeln. Etwas irritiert war Aiden bloß über ihr Reisemittel, denn die Defender standen doch im Hangar dieser Akademie. Flight Lt. Thiuro wollte unbedingt wieder in dem echten Cockpit seines Defenders sitzen, aber in diesem Augenblick wollte er die kleine Ansprache des eigentlichen Stellvertreters des Wolve Squads nicht unterbrechen. Sie hatten bestimmt später noch etwas Zeit zur Klärung dieser Kleinigkeit.

“Ich werde dafür Sorgen, dass unser Colonel uns begleiten kann”, sagte Foster abschließend. “Na los, Leute!”

Innerhalb kürzester Zeit strömten die Piloten aus dem Simulatorraum. Aiden ließ sich etwas Zeit. Sein Quartier strahlte vor Ordnung und so würde er nur wenige Minuten für das Zusammenpacken seiner Sachen brauchen. Maximal die Weinflaschen, die er heimlich versteckt hatten, würden einen längeren Augenblick in Anspruch nehmen. Doch mit diesem Problem wollte er sich später beschäftigen.

“Sir, kann ich kurz mit Ihnen sprechen?”, fragte er seinen Vorgesetzten. “Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass wir die Defender noch im Hangar haben. Warum sollten wir diese nicht verwenden?”

Nach einem kurzen Wortwechsel verließ der Pilot den Raum und machte sich auf den Weg zu seinem Quartier. Auf dem Weg überfielen ihn die Erinnerungen der vergangenen Nacht. Cassie hatte seine Aufmerksamkeit auf mystische Weise gefesselt. Würde ihre Beziehung in der Staffel funktionieren? Leichte Zweifel drangen sich in seinem Bewusstsein auf. Doch so schnell wollte er die Hoffnung nicht aufgeben. Sie standen noch am Anfang und hatten damit viele offene Türen vor sich. Wahrscheinlich musste er sich einfach auf sein Gefühl verlassen - eine Sache, die er seit einer Ewigkeit nicht mehr getan hatte.

Im Quartier hatte Aiden nur wenige Handgriffe zu tun. Sein Seesack war innerhalb weniger Minuten gepackt und die restliche Ordnung im Zimmer war auch schnell gemacht. Bei solchen Sachen ging der Pilot meist recht konzentriert und strukturiert vor. Auch die Weinflaschen fanden einen unauffälligen Platz im Gepäck. Sie waren von ein paar Kleidungsstücken sorgfältig verdeckt worden. Nach guten fünfundzwanzig Minuten machte sich der Pilot auf den Weg zum Hangar. Dabei holte er seine Kameraden ab. Unpünktlichkeit wollte der Flight Lieutenant nicht durchgehen lassen…


[ Carida | Akademie des Imperiums | Simulatorkomplex | Simulatorraum Drei | Simulator Neun | allein ]
 
- [Carida-System - Orbit um Carida - ISDII "Accuser of Light" - Pilotenlounge] - Flight Officer Ashley Johnson u. andere

Mit einem triumphierenden Blick warf Ash die 'Königin der Luft und Finsternis' in das Interferenzfeld des Sabaccfeldes. Narrenreihe! Sieg!
Mit einem mitleidigen Lächeln für ihre Mitspieler zog sie ihren Gewinn zu sich heran. Nicht viel, aber immerhin etwas und die Verluste aus den vorherigen Runden waren so eben übertroffen worden.


"Sorry, Jungs. Vielleicht klappts ja nächstes Mal.", mit diesen Worten verschwanden die Credits in ihrer Tasche und sie vom Tisch.

Das nächste Ziel stellte die kleine Bar im Aufenthaltsraum der Piloten dar. Natürlich standen im Moment keine alkoholischen Getränke zur Verfügung, da auch die "Accuser of Light" in Bereitschaft versetzt worden war. Also musste wohl ein Fruchtsaft zur Feier des Abends herhalten. Glücklicherweise hatten die Sabaccrunden sämtliche Gedanken an die deprimierenden Trainingseinheiten vom Nachmittag gelöscht.
Mit dem Glas in der Hand ging sie zu dem Tisch hinüber an dem ein paar Piloten ihrer neuen Staffel saßen und noch immer, oder schon wieder, über die Simulationen diskutierten.


"...mit einer Rolle nach backbord wollte er mich abhängen. Ich blieb dran, bemerkte aber nicht das es Tarak schon erwischt hatte und sein Flügelmann schoss mir die Maschine unterm Hintern weg.", beendete Jab Frost seine Ausführungen gerade, als Ash sich auf einen freien Stuhl setzte.

Er war der einzige Pilot der Staffel der schlechter Abgeschnitten hatte als sie und das zählte im Moment nur für sie. Denn wenn Jab besser gewesen wäre als sie, dann hätte er sie in der sehr kurzen Zeit nach dem Abschluss bereits überholt und das hätte sie wohl kaum verkraftet. Zu mal sie den Typen eh nicht abkonnte. Cassandra Bennett's Anhängsel. Die Beste des Jahrgangs...lächerlich. Darüber konnte sie sich noch immer Aufregen. Die 152. würde schon sehen was sie mit ihr da geangelt hatten. Wenn man Alice Reynolds, einem weiteren Prinzesschen, glauben schenke konnte - was nicht oft der Fall war - dann hatte sie ihren Platz bei den Wolves auch nur aus dem Grund erhalten weil sie angeblich mit einem der Lieutenants des Squads rumgemacht hatte. Wie dem auch sei. Daran ändern konnte sie eh nichts und sich darüber aufregen half auch nicht. Sie würde einfach nur Fliegen müssen und das besser als Bennett. Viel besser - was nicht schwer sein dürfte.

Sie nippte an dem Fruchtsaft und hörte schweigend Lieutenant Evans zu. Der ein Manöver aus dem Sim beschrieb, was ihm zwei Abschüsse eingebracht hatte und damit war er heute einer der Wenigen die zwei Abschüsse in einer Runde hatten verbuchen können. Genau aus dem Grund hörte Ash besonders gut zu, der eine oder andere Tipp war auf jeden Fall zu gebrauchen.

Die Zeit verstrich und die Runde am Tisch dünnte immer mehr aus. Sie sah es schon kommen am Ende allein mit Jab hier zusitzen. Also entschied sie auch sich auf den Weg in Richtung Quartier und Bett zu begeben. Eine Verabschiedung an den Rest der am Tisch sitzenden und das geleerte Glas hinter der Bar in einen Schacht schiebend verließ sie die Pilotenlounge...


- [Carida-System - Orbit um Carida - ISDII "Accuser of Light" - Korridore] - Flight Officer Ashley Johnson

by Wes Korus
 
[Orbit um Carida, ISD II Accuser of Light, Hangar]- Dak

Nachdenklich ließ Dak seinen Blick über die perfekt aufgereihten Abfangjäger schweifen. Gemeinsam bildeten sie in den meisten Gefechten nur eine Staffel von vielen, eine Staffel zudem, die technischer Sicht längst überholt worden waren. In der Vergangenheit hatten Abfangjäger es immer schwerer gehabt, sich mit den Spitzenmodellen der Republik – mit A-Flüglern, B-Flüglern und E-Flüglern zu messen, waren nichtsdestotrotz immer noch auf zahlreichen Schiffen des Imperiums anzutreffen. Der Pilot von Ukio musste leicht schmunzeln. Er war seit er den Beruf des Piloten mehr oder minder unfreiwillig ergriffen hatte nur mit diesen Jägern geflogen - und trotz allem wusste er auch mit diesem Typ noch zufrieden stellende Resultate zu erzielen. Zwar war er sich der Tatsache bewusst, dass Staffeln wie die 152ste stets unerreicht in ihren Leistungen sein würden, war aber dennoch überzeugt davon, dass die Sternenjäger der Accuser of Light mitnichten die Achillesverse des Sternzerstörers darstellen sollten, wenn sie erst in den Einsatz gerufen wurde.
Fast zuckte Dak ein wenig zusammen, als eine Stimme ihn wie aus dem nichts anzurufen schien. Erst als er sich irritiert umblickte erkannte er, dass nicht alle Abfangjäger leere waren – in einer der Maschinen saß eine Person. Sie.
Dak bemühte sich, sein Herzklopfen zu ignorieren und den routinierten Blick eines Berufspiloten beizubehalten, den er sich mittlerweile angeeignet hatte, und registrierte amüsiert, dass sie es ebenfalls tat. Dennoch schien ein Blick in ihre Augen oder auf ihre die Worte formulierenden Lippen zu genügen, um die Luft zwischen ihnen brennen zu lassen…
Er verfolgte jeden ihrer Schritte, als sie aus dem Jäger stieg und sich ihm näherte, wobei er sich fast wünschte, zumindest die Zeit gefunden zu haben, den Helm loszuwerden, der einer unnötigen Last gleich in seiner Armbeuge klemmte.
Oberflächlich schienen ihre Worte sich auf die bevorstehende Selbstzerfleischung der imperialen Flotte zu beziehen - auch Dak hatte die beunruhigenden Berichte gelesen – doch vermutlich erkannte nur er die pikante Doppeldeutigkeit hinter ihnen. Erst, als sie ihm so nahe war, dass er selbst ihr gehauchtes Flüstern verstehen konnte – warum musste sie auch die Gabe besitzen, ihm alleine mit ihrer Stimme einen Schauer über den Rücken zu jagen? – bezogen sich ihre Worte ganz eindeutig auf ihre spezielle Situation und brachten Daks Blut dazu, in seinen Ohren zu rauschen.
Der Blick, mit dem er sie bedachte, hatte nichts mehr mit dem ehrerbietigen Starren eines Untergebenen auf seine Vorgesetzte zu tun…


“Ich weiß nicht…“, flüsterte er zurück, bevor seine Arm sich plötzlich so entspannte, dass der Plastoidhelm seiner Ausrüstung mit einem Klappern zu Boden fiel, während er Cecilia bestimmt hinter die Tragfläche ihres Jägers schon. Seine Hände ruhten auf ihren Schultern, als er sich – die Ausrüstung an seinem Oberkörper ignorierend – zu ihr vorbeugte und sie in der Deckung des TIEs forschend küsste.
Er ließ sich Zeit, ehe er beiden wieder gestattete, zu Atem zu kommen oder gar zu sprechen…


“Was denkst du?“

[Orbit um Carida, ISD II Accuser of Light, Hangar]- Dak, Cecilia
 
~|Orbit um Carida - An Bord der Fähre Iliglam - Thyrius Nex|~

Nun war es also so weit. Die Zeit des Trainings und des Spießroutenlaufens auf der Akademie waren vorbei. Nun war es an der Zeit, dass er seinen festen Platz in der Imperialen Navy als Jägerpilot einnahm. Fünf lange Jahre hatte der Belthulaner hart gearbeitet. Hatte so manch schwierige Aufgabe gemeistert, und stand nun kurz davor, Mitglied in einer der bekanntesten Staffeln des Imperiums zu werden. Doch war er nicht nervös, oder gar angespannt. Nein. Er verspürte ein gewisses Gefühl der Vorfreude konnte man fast sagen. Manch anderer in seiner Situation hätte es wohl mit der Angst zu tun bekommen. War doch die Ungewissheit groß, was nun auf ihn zukommen würde, doch davon ließ sich der junge Mann nicht einschüchtern. Immerhin hatte er lange genug dafür gearbeitet, und hatte sich diesen Platz rechtmäßig verdient. Nun war es soweit, dass er zu denen gehörte, die die Geschichte der Galaxis beeinflussen konnten. So wie man es immer von ihm gewollt hatte. Alle hatten sie von ihm verlangt, dass er etwas aus seinem Leben machte und es nicht einfach für irgendetwas unwichtiges weg warf. Daran war auch gar nicht zu denken. Kam er doch aus einem disziplinierten Haushalt, in dem Erfolg und Zielstrebigkeit von Kindesbeinen an in seinen Verstand eingehämmert wurden. Vor allem sein Vater war immer darauf bedacht, ihn von allem, was seine spätere Laufbahn beeinflussen konnte fern zuhalten, so dass er gar nicht auf die Idee kam, sich gegen die Vorstellungen und Pläne für ihn zu entscheiden. Für so manchen mochte dies jedoch mit Zwang gleich gesetzt sein, doch nicht für ihn. Er hatte sich dafür entschieden. Wollte er nicht einer dieser unbekannten Gesichter bleiben, an welche sich sowieso niemand orientierte. So war dieses Leben hier genau das richtige für ihn. Natürlich war ihm klar, dass die Lebensdauer eines Piloten nicht gerade hoch war, doch das kümmerte ihn nicht. Er war sich der Gefahr bewusst, und würde ihr offen entgegen treten. Wer sich vor der Gefahr drückte, war ein Feigling. Abschaum. Wertlos, und so angesehen zu werden, war nicht was er wollte.

So saß er nun in der Imperialen Fähre, welche ihm zu seinem Bestimmungsort bringen sollte. Schweigend saß er auf seinem Sitz und blickte starr aus dem Fenster, auf den Orbit des Planeten Carida, welcher in den letzten Jahren, so etwas wie seine Heimat gewesen war, doch das war nun vorbei. Nun gab es nur noch ein zu Hause für ihn. Der Sitz seines Sternenjägers, in welchem er die meiste Zeit verbringen würde. Doch nicht jeder dachte so wie er darüber. Für ihn war es genau das was er wollte, doch manch anderer würde sich wohl mehr wünschen als nur das Leben eines einfachen Sternenjägerpiloten, doch für ihn war es genug. Er war zufrieden. Und während er noch darüber nachdachte, kam nun die Intimidator immer näher und die Fähre machte sich für den Anflug auf den Hangar bereit. Doch noch immer war der Blick des Piloten starr aus dem Fenster gerichtet. Es schien als wäre er tief in seinen eigenen Gedanken versunken. So zeigte er nicht einmal irgendein Anzeichen von Vorfreude, oder Aufregung. Fast steif saß er einfach nur auf seinem Platz und wartete. Dachte über das nach was vor kurzem passiert war. Erst vor einigen Tagen hatte er die Nachricht von seiner Versetzung erfahren und sollte sich nun hier auf der Intimidator einfinden was auch bedeutete, dass er zum ersten mal mit seinen Staffelkollegen konfrontiert werden würde. Seinesgleichen konnte man sagen, auch wenn dies natürlich nur oberflächlich stimmte, denn im innern war niemand gleich. Es gab verschiedenste Charaktertypen, welche hier aufeinander trafen, aber das war es doch was eine Staffel ausmachte. Die Unterschiede waren es, welche dafür sorgten, dass es stets neue Gegebenheiten gab, denen man sich anpassen musste. Eine Herausforderung für sich. Man musste sich mit Veränderungen auseinander setzen können. Sie akzeptieren können, egal wann, und auf welche Weise sie kamen. Das machte eine gute Person aus.

In diesem Gedanken verweilend wandte er seinen Blick nun vom Sternenmeer ab, welches er zuvor beobachtet hatte und richtete seine Aufmerksamkeit nun auf den Hangar, in welchem die Fähre in diesem Moment aufsetzte. Er stand auf, warf sich seinen Rucksack über und wartete darauf, dass sich die Rampe öffnen würde, und dann wenig später war es soweit. Er hatte das Schiff verlassen und fand sich im Hangar des Sternenzerstörers wieder. Zu aller erst lies er seinen Blick umherschweifen. Musterte die Jäger, welche im Hangar standen, und nur darauf zu warten schienen, wieder in den Kampf geschickt zu werden. Dann widmete er sich dem Personal, welches der gewohnten Arbeit nachging. Hier wurde ein Jäger repariert, da wurde nachgetankt. Normaler Alltag eben konnte man sagen. So setzte sich der junge Mann schließlich in Bewegung. Sein Ziel waren die Quartiere des Wolve Squads, in welches er versetzt worden war. Eine hoch angesehen Staffel konnte man sagen und nun war er einer von ihnen. So setzte er seinen Weg durch die Gänge aus grauem Stahl fort. Dumpf hallten seine Schritte durch die Gänge des Schiffes, während er hin und wieder einem Offizier, oder anderem Mitglied der Crew begegnete. Ein gelegentliches Nicken genügte jedoch, um eine Begrüßung zu erwidern, bevor er seinen Weg weiter fortsetzte. Zuvor hatte er eine genaue Beschreibung bekommen und wusste somit, in welchem Bereich des Schiffes sich die Quartiere befanden. Natürlich dauerte es, bis man in solch einem großen Schiff sein Ziel erreicht hatte. Keine Frage. Doch machte ihm das nichts aus. Er war es gewohnt zu warten, oder dass Dinge mal etwas länger dauern. Vor allen Dingen vertrat er die Ansicht, dass es immer besser war sich mit Dingen Zeit zu lassen, um sie richtig zu machen, anstatt sie schnell und falsch zu machen.

So hatte er schließlich sein Ziel, die Quartiere der Wolves erreicht und fand sich nun in einem größeren Aufenthaltsraum wieder, wie es schien. Seinen Rucksack stellte er erst einmal auf dem Boden neben sich an, bevor er schließlich seinen Blick durch den Raum gleiten lies und alles genauer unter die Lupe nahm. Was ihm als allererstes auffiel, war die kleine Bar, welche jedoch keine alkoholischen Getränke führte, da die Staffel ja immer in Bereitschaft gehalten werden musste. Vor allem, da wie er erfahren hatte, bald schon ein Einsatz vor der Tür stand. So blickte er sich weiter um. Das Mobiliar beinhaltete außerdem zwei Tische, Stühle und drei Sofas. Eigentlich ganz ordentlich konnte man sagen. So nahm er schließlich seinen Rucksack und ließ sich auf dem nächst liegenden Sofa nieder. Stumm legte er den linken Fuß auf dem Oberschenkel ab und stützte den Kopf auf der Faust ab. Nun hieß es eigentlich nur noch abwarten. Konnte ja nicht lange dauern, bis jemand auftauchte...


~|Orbit um Carida - An Bord des SSD Intimidator – Quartiere des Wolve Squads – Aufenthaltsraum - Thyrius Nex|~
 
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Mit einem mal fror das Bild ein und wurde schwarz. Kyra hatte die ersten Silben eines saftigen Fluchs auf den Lippen, als sich die Komverbindung knisternd meldete und es Foster war, der ihnen mitteilte es gäbe neue Befehle. Also war die Sim notgedrungener Maßen abgebrochen worden. Das konnte sie besser akzeptieren, als wenn sie jetzt mit einem Mal irgendwie versagt hätten. Einen kurzen Moment atmete die Pilotin durch, dann begann sie sich aus dem Simulator zu lösen und stieg letzten Endes durch die geöffnete Luke aus. Löste erst draußen die Helmversiegelung und nahm selbigen samt der an ihrer Brust angebrachten Überlebenseinheit ab. Stopfte letztere in den Helm um sich dann zu den bereits ausgestiegenen Piloten zu gesellen. Da es mit einer Hand ebenso ging, löste sie das Haargummi aus dem provisorischen Zopf den sie sich gemacht hatte und fuhr mehrmals kurz durch die ein wenig mit Schweiß verklebte Haarpracht. Mit einem Blick auf das Chrono konnte man feststellen, das tatsächlich beinahe zwei Stunden vergangen waren. Nicht soviel Zeit wie manch andere Übung, aber im Grunde doch weitaus mehr, als Kyra geschätzt hätte. Während sich die Piloten verstreuten, folgte sie dem allgemeinen Trend in Richtung ihres Quartiers. Da angekommen gönnte sie sich nicht den Luxus einer vollen Dusche, spritzte sich einfach nur ab und reinigte sich - unterzog sich allerdings dem Manöver einer vollen Haarfärbung und selbige erstrahlten danach in stattem schwarz. Kein Genuss, keine Spielerei, ob an sich oder sonst wo. In weniger als zehn Standardminuten war sie bereits in neuer Unterwäsche und begann ihre Sachen zu packen. Weitere drei Minuten später hatte sie auch das erledigt. Es herrschte eine – für Kyra – gespenstische Ordnung in ihrem Quartier, seit Leyla gestorben war. Noch ein bisschen später hatte sie einen Droiden angewiesen, ihre verpackte Habe zum Hangar zu bringen, wo die Defender der Wolves standen.

Sie zu dem Zeitpunkt schon in ihre schwarze Pilotenuniform mit den Flight Lieutenant Rangabzeichen gekleidet, warf dann noch einen letzten Blick in ihr Quartier und ließ die Tür dann mit einem Knopfdruck zugleiten, versiegelte sie mit ihrem Rangzylinder und machte sich auf den Weg. Sie würde nicht lange brauchen, denn kaum hatte sich die Pilotin auf den Weg gemacht, erreichte sie auch schon ihren Zielort. Das benutzen eines Gleiters war in solch zeitlichen Engpässen erlaubt. Selbst wenn man den von ein paar Kadetten requirierte. Leise surrend kamen die Repulsoren des Gefährts vollends zum Stillstand und sie sprang heraus. Eilte mit langen Schritten zum Eingang, wo sie dann langsamer wurde. Drinnen angekommen sah sie sich bereits einigen anderen Offizieren gegenüber. Vermutlich ein Teil der Ausbilder und auch in dem Saal da die Zeremonie stattgefunden hatte, tummelten sich noch einige. Die meiste Zeit verlor sie bei der suche nach Cassandra.

Verflucht noch mal... am liebsten würde sie einfach mit einem Blaster in die Luft feuern um so platz zu bekommen, aber das war nur dann ratsam, wenn man auch postwendend von den Sturmtruppen und Offizieren im Raum durchsiebt werden wollte. Dann, endlich! Entdeckte sie die junge Pilotin. Aber die sah gar nicht so glücklich aus... nicht so glücklich wie der Rest und nicht wie sie damals. Sicher, man konnte andere nicht an Kyras Glücklichkeitskala messen, aber gerade weil sie so ein extrovertierter Charakter war konnte sie andere immer recht schnell einschätzen. Möglicherweise lag ihr Eindruck aber auch nur daran das die junge jetzt Ex-Kadettin sich schon ordentlich einen in den Tee gekippt hatte... woher sollte sie es auch ganz genau wissen...


„Cassandra!“ Machte sie die junge Frau auf sich Aufmerksam und fiel ihr auch gleich um den Hals. „Alles, alles, alles Gute zum Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch und... und...“ Kyra löste sich wieder von der Pilotin – die sie eigentlich gar nicht kannte und nur ein vielleicht zwei Mal kurz erlebt hatte – bis sie etwa eine gute Armlänge von ihr entfernt war. Ernst, sogar ein wenig Schuldbewusst sah sie ihr in die Augen, druckst noch ein wenig rum, bis Kyra es dann doch ausspuckte.

„...Ich hoffe es ist ok wenn ich dir dein Geschenk noch nicht jetzt geben kann?“

Kyra hatte tatsächlich ein schlechtes Gewissen. Immerhin – auch wenn Cassandra das nicht wusste – hatte sie es hier mit ihrer Flügelfrau zu tun. Und besagte Flügelfrau hatte heute Geburtstag UND ihren Abschluss und sie kreuzte hier ohne Geschenk auf, lediglich den Befehl ausführend sie abzugreifen und mit auf die Intimidator zu schleppen. Mist verdammter. Aber was solls, da musste sie jetzt eben durch, als atmete Kyra neuerlich tief ein und sprach erneut. Man hatte ja immerhin nicht allzu lange Zeit sich zu unterhalten. In knapp zehn Minuten war der Abflug zum Flaggschiff der Flotte.

„Ich hab auch direkt noch etwas, eine gute und eine schlechte Nachricht... erst die Gute: Flight Officer Bennett, da sie offiziell ins Wolve Squad aufgenommen worden sind, dürfen sie sich ab sofort Wolve Sechs nennen und werden als meine Flügelfrau fliegen.“ Kurz zwinkerte sie Cassandra zu, sprach aber weiter. „Die Schlechte: Wir müssen sofort aufbrechen, da die Wolves in Alarmbereitschaft versetzt wurde. Die Staffel soll sich umgehend auf der Intimidator einfinden. Wir werden in unseren Jägern fliegen, ihr Defender steht ebenfalls bereit.“

Sie ließ die Worte nicht wirken, machte nur eine Geste in der Richtung aus der sie gekommen war und blickte die Ex-Kadettin an.

„Also? Wir zwei hübschen sollten langsam aufbrechen, nicht das die anderen ohne uns abhauen.“


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- [Carida-System - Carida - Akademie - Korridore] - allein

Noch immer in den schwarzen Fliegeranzug gekleidet, den Helm unter dem Arm und die Haare schweißnass eilte Jacen aus dem MedCenter der Akademie in Richtung des Komplexes in dem das Wolve Squad untergebracht war. Er hatte noch circa zehn Minuten Zeit bis er im Hangar auftauchen musste, wollte er seine eigene Zeitvorgabe einhalten. Allerdings hatte er vollkommen vergessen das die Defender der Staffel in einem Hangar hier unten auf Carida einquartiert worden waren und die Tatsache das sie abgeholt werden sollten hatte ihn glauben gemacht ihre Schiffe seien bereits an Bord des Flaggschiffs. Glücklicherweise hatte Thiuro ihn noch rechtzeitig darauf hingewiesen, so das er den Befehl noch hatte ändern können. Bennett würde Emea's Jäger steuern und auch zugeteilt werden. Er würde den Sternenjäger des Staffelführers mit dem Traktorstrahl zur "Intimidator" hinauf schleppen.

Da Janson flugunfähig ist, würde dies nötig werden. Wenigstens war es ihm gelungen Dr. Dorden davon zu Überzeugen das der Colonel auf das Flaggschiff verlegt werden sollte und dort eine ebenso gute medizinische Betreuung genießen würde wie hier unten. Außerdem würde er dort schnellstmöglich wieder im Einsatz sein, wenn es ihm besser ging. Der Doktor hatte sich schließlich bereit erklärt einen Bericht zu schreiben und die sofortige Verlegung von Colonel Sez erbeten. Jetzt musste diese nur noch von oben genehmigt werden, aber das sollte kein Problem darstellen.

Er joggte zum Turbolift hinüber und rief eine Kabine auf seine Etage. Ein Blick auf sein Chrono zeigte ihm das die Zeit allmählich knapp wurde. Der Lift hielt, Jacen sprang hinein und drückte den Knopf für das Stockwerk auf dem ihre Quartiere lagen. Der Lift schoss in die Höhe, die Fahrt dauerte nur wenige Sekunden und dann öffneten sich die Türen auch schon wieder. Der Weg zu seinem und Janson's Quartier war nicht weit und schnell zurückgelegt. Seine Rangzylinder öffneten die Tür und eilte hinein.
Aus seinem Schrank förderte er einen unförmigen Sack zu Tage und begann schnell alle seine Sachen dort hinein zu werfen. Die gleiche Aktion wiederholte er bei den Haben seines Vorgesetzten. Nachdem er so ziemlich alles beisammen hatte, ließ er den Blick noch einmal kreisen und schwang sich dann beide Taschen über die Schulter.

Draußen auf dem Gang versiegelte er die Tür des Quartiers und machte sich wieder auf den Weg zum Turbolift, noch drei Minuten. Der Weg in den Hangar war länger als er ihn in Erinnerung hatte und kam mit zwei Minuten Verspätung dort an. Die anderen Piloten schienen bereits komplett. Auch Tey und Bennett waren schon Anwesend. Jacen ließ die Taschen vor seinem Defender zu Boden fallen und drehte sich wieder der Staffel zu.


"Okay. Verzeihen Sie meine Verspätung, aber ich wurde im MedCenter länger als erwartet aufgehalten. Dafür wird Colonel Sez sehr wahrscheinlich auf das Flaggschiff verlegt und sobald er wieder auf den Beinen ist wird er wieder dazu stoßen.

Schön das Sie es geschafft haben Flight Officer Bennett. Nun darf ich Sie offiziell bei der 152. Willkommen heißen."
, er legte eine kleine Pause ein, in der die anderen Piloten ihre neue Kameradin begrüßten und als wieder einigermaßen Ruhe eingekehrt war begann er erneut.

"Ich werde Colonel Sez' Defender zur "Intimidator" hinauf schleppen, aus diesem Grund werde ich ein wenig hinterher hinken. Lieutenant...", eine unmerkliche Pause folgte, in der er überlegte.

Er hatte Kyra bereits im Simulator das Kommando übertragen, falls er abgeschossen werden sollte und sie hatte eine ganze Rotte kommandieren können, während Aiden nur einen Flügelmann gehabt hatte. Also gab er dem männlichen Lieutenant nun eine Chance seine Führungsfähigkeiten zu beweisen. Auch wenn es nur darum ging die Staffel zum Flaggschiff zu führen. Falls Janson längerfristig außer Gefecht war, was er nicht hoffen wollte, und kein anderer Kommandant eingesetzt werden sollte, dann brauchte er zwangsläufig einen provisorischen Stellvertreter. Nur wusste er jetzt noch nicht wer dies sein sollte.


"...Thiuro, führen Sie die Staffel doch bitte zum Flaggschiff hinauf. Alles Weitere können wir an Bord klären. So bald wir gelandet sind haben Sie...zwo Stunden Zeit, dann möchte ich Sie alle in unserem üblichen Besprechungsraum sitzen sehen. Gehen Sie an Bord. Fligt Officer Bennett, Sie fliegen Flight Officer Emea's Maschine und als Lieutenant Tey's Flügel."

Er beobachtete still wie die Piloten in ihre Maschinen kletterten und mit den Startvorbereitungen begannen. Als er die ersten Repulsoren angehen hörte wandte er sich um und lief zu Janson's Defender hinüber. Dort warf er beide Taschen hinein, dann hatte er es nicht so eng in seinem Cockpit und bereitete den Jäger auf Flug durch Fernkontrolle vor.
Zurück bei seiner eigenen Maschinen zog er sich seinen Helm über den Kopf und kletterte ins Cockpit. Die Startcheckliste ging er quasi durch ohne sich auch nur die einzelnen Schritte ins Gedächtnis zurufen, es war ein Automatismus geworden und aktivierte die Repulsoren, als alle Systeme grün waren. Sanft und mit einer ruhigen Hand steuerte er den Defender durch das geöffnete Hangardach hinaus und hielt darüber die Position. Zuvor hatte er das Manöver an die Flugkontrolle von Carida durchgegeben um die Zeit zu haben den anderen Jägern ins Schleppen nehmen zu können.

Er hielt seinen Defender in der Waagerechten und bewegte den Jäger keinen Millimeter. Mit der anderen Hand berührte er ein Display und aktivierte die Repulsoren und Steuerdüsen des anderen TIE-Defenders. Kurz darauf schwebte dieser ein kleines Stück unter Foster's Maschine. Er bewegte nun seinen Knüppel ein wenig, woraufhin sein Jäger ein wenig höher stieg. Ein Knopfdruck und er hatte den zweiten Defender mit dem Traktorstrahl im Griff. Still verfolgte er wie sich das Hangardach nun schloss und mit einem letzten Blick auf Carida steuerte er seinen, dank der Fracht, verdammt langsamen Defender in die Höhe. Endlich war diese Ausbildung am Boden vorbei. Endlich konnte er sich wieder nur auf das Fliegen konzentrieren. Es war ein Genuss wieder im Cockpit eines echten Sternenjägers zu sitzen.

Er durchstach nun die letzten Schichten der Atmosphäre des Planeten und korrigierte seinen Kurs ein wenig. Die Wolves befanden sich bereits im Anflug auf die "Intimidator", wie seine Sensoren ihm verrieten und die Flotte welche sich hier im Orbit befand war um einiges gewachsen, seit sie gelandet waren. Es musste eine Operation von größerem Ausmaß geplant sein, als er es bis jetzt vermutet hatte. Hier und da steuerten Piloten ihre TIE-Fighter oder TIE-Interceptoren um die größeren Schiffe herum, welche in einem Orbit um Carida lagen. Die "Intimidator" befand sich, natürlich, im mittleren Orbit - umgeben von den anderen Schiffen der Flotte.

Während er sich dem Flaggschiff von Großadmiral Kratas näherte spürte er Ehrfurcht vor diesem gigantischen Kriegsschiff in sich aufsteigen. Auch wenn er diesen Anblick mittlerweile gewöhnt sein sollte, es war doch immer wieder ein Erlebnis auf diesen Koloss anzufliegen. Doch das Kom knisterte und lenkte ihn von dem Ausblick ab. Die Flugkontrolle und die Landung mit dem anderen Defender im Schlepptau würde seine gesamte Konzentration erfordern...


- [Carida-System - Orbit um Carida - TIE-Defender] - allein
 
[ Carida | Akademie des Imperiums | Hangar | Wolve Squad | Wolve Neun | allein ]

Schwerfällig und mit einem Ächzen ließ sich Aiden in den Sitz seines Cockpits fallen. Sofort stellte sich bei ihm ein Gefühl von heimischer Geborgen- und Vertrautheit ein, während er die internen Systeme startete. Endlich konnte er seiner Leidenschaft auch in der Realität wieder frönen. Der Anflug eines Lächelns war auf den blassen Gesichtszügen des Piloten zu erkennen. Sein Blick glitt zu den erwachenden Bildschirmen. Routineprogramme prüften alle Anwendungen der Maschinen. Es war der übliche Check up, der auch bei so einem kurzen Flug zu machen war.

Einen Moment lehnte sich Aiden zurück. Er hatte in kurzer Zeit die meisten Punkte, die auf der Liste für den Start standen, abgearbeitet und mit einem Mal war ihm Cassie in den Sinn gekommen. Sie war nun offiziell ebenfalls ein Teil dieser imperialen Staffel. Aus diesem Grund hatte man ihr den Defender von Emea, die bei dem Überlebenstraining gestorben war, gegeben. Würde diese Ernennung ihre Beziehung ändern? Wieder tauchten mysteriöse Zweifel im hinteren Teil seines Bewusstseins auf. Nur einen Wimpernschlag kümmerte sich der Pilot um diese Gedanken, denn für ihn stand mehr auf dem Spiel. Cpt. Foster hatte ihm das Kommando für den Rückflug zum Supersternzerstörer “Intimidator”, dem Flaggschiff der imperialen Flotte und Heimat der Wolves, übertragen.

Plötzlich wurde auch der letzte Punkt mit einem grünen Licht bestätigt. Sein gesamte Aufmerksamkeit kehrte ins Hier und Jetzt zurück. Nun konnte er endlich seine Führungsqualitäten beweisen, denn bei seinem Defender hatte das System keine Fehler gefunden. Die Mechaniker der Akademie hatten also wunderbare Arbeit bei der Wartung dieser wertvollen Maschinen geleistet. Trotzdem tüftelte der Pilot in seinen freien Minuten gern individuell an diesem Jagdbomber. Gemächlich schaltete Aiden auf den Staffelkanal um. Es war sinnlos seine Identität für diese paar Kilometer zu ändern. Alle Wolves, die ebenfalls in ihren Defendern saßen, kannten seine temporäre Befehlsgewalt.

“Neun an Staffel, bitte Status durchgeben”, wies er über die Staffelfrequenz seine Kameraden an.

Nacheinander meldeten die anderen Wolves ihre Bereitschaft für den Start. Gleichzeitig holte der Lieutenant die Starterlaubnis bei der Flugkontrolle der Akademie ein. Er sah keine Abweichungen vom Protokoll vor. Auch die Offiziere, die im Tower saßen, gewährten der 152. imperialen Staffel grünes Licht. Mit dem Betätigen der richtigen Schalter und Knöpfe um die Maschinen zum Aufheulen zu bringen. Innerlich lechzte der Pilot nach einen Flug im All. Dafür hatte er die ganzen Strapazen der Ausbildung und Kämpfe für das Imperium hinter sich gebracht - um einen Defender zu fliegen.

“Wolve Squad, wir haben grünes Licht für den Start erhalten”, meldete Aiden ohne den Hauch einer Erregung in der Stimme. “Die dritte Rotte wird die Führung übernehmen. Danach folgen Rotte Zwei und Eins. “Wolve Eins” wird in einiger Entfernung folgen.”

Eine leichte Bewegung reichte aus um den hochwertigen Tie aus seiner Verankerung zu manövrieren und mit einer leichten Beschleunigung aus dem Hangar zu fliegen. Drask als “Wolve Zehn” und Jae als Nummer Elf folgten dem Rottenführer auf kurze Distanz. Sofort drehte die drei Piloten eine lang gezogene Runde über die Akademie um auf den Rest der Staffel zu warten. Über seinen Sensorbildschirm verfolgte Aiden das Szenario. Ein grüner Punkt nach dem anderen erschien auf dem Display.

“Wolve Squad, Formation einnehmen”, befahl er einige Sekunden später über die gleiche Frequenz.

Sofort ordneten sich die zehn Defender zu einer schlichten Formation an. Aiden war kein Freund von Galaflügen und deren Anordnungen beim Flug. Doch in diesem Moment konnte sich der Rottenführer keine Gedanken über die Arten der Formation machen. Mit einer angemessenen Geschwindigkeit rauschten die Jagdbomber über die grünen Wipfel der Bäume. Diese Umgebung würdigte Aiden bloß mit einem flüchtigen Blick. Ihm lag am Himmel mehr als an der Erde. Nur durch die Geschwindigkeit eines Sternjägers konnte er seinem isolierten Leben - sah man mal von den Momenten der Zweisamkeit ab - entfliehen. Dazu war das Kreischen der zwei Ionentriebwerke in diesem Teil der Atmosphäre wunderbar zu hören. Aiden liebte diesen Klang.

Alle zehn Wolve-Piloten verließen nur mit einem leichten Ruckeln die Atmosphäre des imperialen Planeten Carida. Sofort offenbarte sich ein atemberaubendes Bild, welches im Orbit zu sehen war. An diesem Ort hatten unzählige Kriegsschiffe der unterschiedlichsten Arten versammelt. Endlich war ein komplettes Lächeln auf dem Gesicht von Aiden Thiuro zu sehen. Hier konnte man die Schlagkraft der imperialen Flotte sehen. Außerdem zeigte es den Einfluss von Grandadmiral Kratas auf das gesamte Militär. Wahrscheinlich hatten selbst beim imperialen Ball weniger Schiffe Bastion umkreist. Trotzdem riss sich der Lieutenant von diesem Anblick los. Die Staffel musste einen sicheren Weg durch die riesigen Kreuzer zur “Intimidator” finden.

“Eine Menge los hier…”, murmelte Jae über den Rottenfunk. “Wird wohl doch was großes…”

Elf, Klappe halten”, entgegnete Aiden und würgte damit ein Gespräch ab. “Der Staffelführer wird uns zur gegebenen Zeit aufklären. Geduld ist also geboten.”

Ein schlichtes Klicken war die Antwort des übereifrigen Piloten. Jae stellte mit seinem impulsiven Wesen allgemein einen krassen Gegensatz zur Gefühlskälte von Drask und Aiden dar. Dennoch hatte die Rotte bisher noch keine Probleme mit dieser Zusammenstellung gehabt. Synchron flogen die zehn Defender weiter. Langsam kam das riesige Kriegsschiff in Sicht. Ein ganzer Schwarm an anderen Tie-Typen patrouillierten auf den Spalten zwischen der Bordwand und dem nächsten Kreuzer. Die Flotte, die in diesem System stationiert war, war in Bewegung. Dem Rottenführer im Defender mit der Identität “Wolve Neun” kam dies wie eine Aufbruchsstimmung war.

Wieder genau nach Protokoll stellte Aiden in angemessener Entfernung zum Supersternzerstörer die Anfrage zur Landeerlaubnis. Natürlich wurde ihm prompt von der zuständigen Station auf dem Trägerschiff der Staffel geantwortet und man wies den Wolve-Piloten ihre üblichen Plätze im Hangar zu. Ein Gefühl der Heimkehr stellte sich bei dem Lieutenant ein. Irgendwie war er wie ein Nomade - einer, der für den Frieden mit den Werkzeugen des Krieges durch die Galaxie zog. Noch einmal gab er die nötigen Anweisungen für die Landung an seine Kameraden durch, dann kümmerte er sich um den Anflug in den Hangar.


[ Carida | Orbit | im Anflug auf die SSD “Intimidator” | Wolve Squad | Wolve Neun | allein ]
 
[Orbit von Carida ~ Imperialer Klasse II Sternenzerstörer ‚Accuser of Light‘ ~ Admiralsquartier] – Jade, Elysa

Ihre neuerlich aufgetragene Anweisung, brachte die Kommandantin des imperialen Schlachtschiffs einen Moment ins Grübeln. Aber nicht, weil sie nicht wusste, wie sie das was sie gehört hatte, umsetzen sollte. Tatsächlich fand sie, das die Metapher die Elysa benutzt hatte, mit dem was sie bisher erlebt, gefühlt und getan hatte, durchaus konform ging. Sie hatte nicht einmal Schwierigkeiten damit, sich in dieses Muster hinein zu denken. Die Macht war bis dato – wenngleich schon zuvor erläutert und beschrieben – dennoch ein Mysterium gewesen. Etwas, das nicht greifbar und nicht sichtbar war und die Kommandantin, die auf eben solche Dingen lange, lange Jahre ausschließlich hatte vertrauen müssen, hatte sich einigen Problemen gegenüber gesehen. Wenn sie diese auch nur selbst erfunden hatte, so hatte sie gewiss keinen blassen Schimmer gehabt, wie man sich die Macht vorstellen konnte. Jetzt, nachdem sie sie selbst benutzt hatte, durch sie ihre Wahrnehmung zeitweise ersetzt hatte, war der Standpunkt von Jade ein deutlich anderer. Beinahe total konträr. Zwar war ihr die Macht verständlicherweise noch immer nicht vollkommen offenbar geworden, aber konnte sie sich doch – speziell auch nach dieser Erklärung der Commodore – etwas daraus herleiten. Sie bekam einen Bezug, einen sichtlich besseren. Daher scheute sie auch vor dem ihr aufgetragenen nicht zurück, war viel mehr begierig darauf auf einem neuen Gebiet vollkommen neu zu beginnen.

Gespannt hatte sie zugesehen wie Elysa das Comlink auf den Tisch gelegt hatte, interessiert besah sie sich den Gegenstand jetzt beinahe eindringlich. Vage hatte sie den Gedanken, dass es das erste Mal sei einen solchen Gegenstand mit ihren Augen zu erblicken. Und auf eine gewisse Art und Weise stimmte das sogar. Lediglich waren es nicht ihre Augen, mit denen sie das erste Mal diesen Gegenstand sah. Und genau wegen diesem Gedanken, wechselte sie zu eben jener Sicht. Es dauerte, im Vergleich zu einem geübten Machtnutzer sichtlich länger, bis sich bei ihr etwas regte. Jedoch nicht zu lange, als das Jade selbst Ungeduld verspüren würde. Schon bald konnte sie das Comlink erneut, jedoch anders wahrnehmen und rief sich die Worte die Elysa in ihrer Versinnbildlichung der Macht benutzt hatte wieder vor Augen. Es dauerte ein wenig bis sie es auch wirklich richtig sah, doch dann formte sich recht schnell ein stringenter Gedankengang in ihrem Geist. Nicht das Comlink sollte sie versuchen zu beeinflussen, sondern die Macht sollte das Comlink bewegen, oder tragen, hatte ihre Mentorin gesagt. War übersetzt – dachte sie in einem leisen Anflug von Humor – das was ihr aufgetragen worden war. Also musste sie mit Hilfe der Macht zugreifen. Oder? Bevor sie letzten Endes wirklich in Aktion trat, jagten mehrere Herangehensweisen durch ihren Kopf. Jene Version wurde verworfen weil sie ihre Gedanken zu abstrakt ausformulierten, eine andere war einfach viel zu simpel gehalten und so weiter. Doch die Captain gelangte an ein Ziel. Hatte eine Idee die man in die man, kam man auf die Beschreibung der Macht als omnipräsentes Wasser zurück mit dem Druck in der Tiefsee vergleichen konnte. Verständlicherweise nicht in exakt äquivalentem Maße. Jade verdichtete die Macht um das Comlink herum, malte sich aus, wie der kleine Gegenstand zu schweben begann und diktierte quasi an ihre Gedanken dieses Bild als einen Befehl. Ein Befehl der sich in der realen Welt ohne auch nur irgend eine Spur zu hinterlassen offenbarte. Die Augen wieder geöffnet blieb der Gegenstand weiterhin einige Zentimeter weit über der Glasfläche in der Luft hängen.

Auf Carida hatte es eine komplett andere Reaktion gegeben. Die sich in die Lüfte erhobenen Gegenstände waren mit einem Mal klirrend und scheppernd wieder herunter gefallen. Zwar war sie stark auf dieses Comlink fixiert und bedacht, es nicht fallen zu lassen, konnte aber schon jetzt klar einen Unterschied zum damaligen Erlebnis ausmachen. Während sie sich auf das Schweben des Comlinks konzentrierte, hing, seit sie sie offenbart hatte, die Präsenz ihrer Mentorin über allem. Eine Aura die selbst ihr deutlich werden ließ, wie weit man kommen konnte. Und einen Vergleich jetzt ziehen könnend, war sie mehr als nur interessiert daran, in wie weit beispielsweise die erste Schülerin – Nereus Kratas Schwester – bereits fortgeschritten war, oder wie mächtig der Sith wohl war, der auf Carida aufgetaucht war. Ob sie eines Tages so weit kommen würde, wie ihre Mentorin? Ließ sich das mit ihrer Flottenlaufbahn überhaupt verbinden? Da sie definitiv bestanden hatte, wurde diese Übung beendet und die beiden Offizierinnen, Mentorin und Lehrling, schritten weiter zum nächsten Punkt, allerdings war es Jade, die sich doch zu Wort meldete. Zuviel schwirrte ihr auf einmal im Kopf herum, als Elysa meinte, sie könne Fragen stellen. Daher machte sie einfach einen Schritt zurück zu dem, was gesagt worden war, bevor sie mit den speziellen Übungen angefangen hatten. Grundlegende Dinge zur Macht und dergleichen...


„Ihr habt gesagt, starke Gefühle könnten die Macht entfesseln, zugleich können für die Macht empfängliche Wesen ihresgleichen aufspüren, sie wahrnehmen und sogar genauer... identifizieren. Ihre Gefühle und vielleicht gar Gedanken zu erkennen sollte doch dann ebenfalls möglich sein?“

Es waren so viele Möglichkeiten, so viel was man tun konnte. Sie fühlte sich beinahe, eigentlich auch nur ein bisschen wie in ihrer ersten Stunde in der sie taktischen Raumkampf behandelt hatte. Sie hätte vor dieser Unterrichtseinheit niemals geglaubt das es derart viele Manöver geben würde. Da sie allerdings noch nicht fertig war, sprach die junge Captain weiter. Eigentlich gehörten ihre vorgebrachten Punkte ja auch gewissermaßen zusammen.

„So wie ihr eure Präsenz verborgen habt, muss es doch auch eine Möglichkeit geben die Gedanken und Emotionen meines Geistes vor anderen zu schützen, beziehungsweise sie nötigenfalls auch vor anderen zu verstecken.“

Ein Angriff in diesem Bereich wäre das Äquivalent zu, oder eben ein ideales Ablenkungsmanövers, immerhin wäre man gerade dann mehr als nur angreifbar, brächte jemand die eigene Gefühls- oder Gedankenwelt durcheinander, oder schädigte sie gar. Eine Vorstellung die selbst ihr ein wenig Unbehagen bereitete. Jade wollte gar nicht erst wissen, in wie weit ein Sith oder Jedi – wobei sie denen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht begegnen würde, in allzu naher Zukunft – von der Stärke ihrer Mentorin mit ihrem Geit spielen konnte, würde sie sich nicht dagegen wehren, oder schützen können...

[Orbit von Carida ~ Imperialer Klasse II Sternenzerstörer ‚Accuser of Light‘ ~ Admiralsquartier] – Jade, Elysa
 
[Carida, Imperiale Akademie, vor dem Hauptgebäude]- Nereus

Als der Oberbefehlshaber der Imperialen Streitkräfte, Großadmiral Nereus Kratas, aus dem Hauptgebäude der Akademie trat und angestrengt in die langsam aufgehende – und sich in den elfenbeinfarbenen Rüstungen der schneidig salutierenden Sturmtruppen spiegelnde – Sonne blinzelte, hoffte er, dass er nicht ebenso übermüdet aussah, wie er sich fühlte. Zwar hatte er sich in den vergangenen Stunden so sehr entspannt wie nur irgend möglich, nur war dabei an tatsächlichen Schlaf kaum zu denken gewesen. Eher im Gegenteil – selbiger hätte ihn einiger Erlebnisse beraubt.
Es gelang ihm, eine streng dienstliche Miene aus dem angestrengten Starren zusammengekniffener Augen entstehen zu lassen, als er der uniformierten Gestalt gewahr wurde, die im Salut erstarrt am Fußende der breiten Treppe vor dem Haupteingang des Gebäudes auf ihn wartete.


“Sie wirken nicht sonderlich zufrieden, Commodore Herrick…“, beschied Nereus dem Wartenden, während er ihn mit einer Erwiderung der Ehrenbezeichnung aus seiner Bewegungslosigkeit entließ.

“Gibt es Probleme?“

Commodore Sarn Herrick – der Stellvertreter des eifrigen Admirals Bolitho und unmittelbar für die Führung des Flaggschiffs Intimidator verantwortlicher Offizier – rang sich ein schwaches Lächeln ab.

„Admiral Bolitho wird Sie auf den neusten Stand bringen, Sir. Jetzt, da es mir gelungen ist, Sie zu finden, wie mir aufgetragen wurde. General Thanas lässt Ihnen bestellen, dass er seine Aufgabe besser würde erfüllen können, wenn er zu kritischen Zeitpunkten über Ihren Aufenthaltsort informiert wäre.“

Der Mundwinkel des Commodore zuckte leicht.

„Mit allem gebührenden Respekt, Sir.“

“Natürlich. Ich hoffe, der General geht nicht so weit, derartige Informationsdefizite seinerseits auf einer der am Besten verteidigten Welten des Imperiums als Fahrlässigkeit meinerseits auszulegen.“

„Das hat er nicht gesagt.“

Herrick räusperte sich diskret.

„Ihr Shuttle wartet ganz in der Nähe.“

Mit einem Nicken bedeutete Nereus dem anderen Offizier, voranzugehen.

“Lassen Sie uns keine Zeit verlieren.“

Auf ihrem Weg begegnete den beiden Männern kaum jemand auf den Weiten des Akademiecampus – vage erinnerte Nereus sich daran, dass heute die Abschlussfeiern für den ältesten Kadettenjahrgang stattfinden mussten und etwas schuldbewusst wurde ihm klar, dass unter anderem ein neues Mitglied der Besatzung seines Flaggschiffes – die Pilotin Cassandra Bennett – heute ihr Offizierspatent würde überreicht bekommen. Er bezweifelte jedoch, dass Commodore Herrick ihn implizit zur Eile gemahnt hätte, wäre selbige nicht wirklich angebracht. So waren es wieder einmal die persönlichen Belange – wie etwa das Bedürfnis, einer talentierten Pilotin einen optimalen Einstieg in ihre Tätigkeit zu ermöglichen – die hinter den Erfordernissen des Dienstes am Imperium zurückzustehen hatten. Selbst für den Großadmiral der Streitkräfte. Besonders für den Großadmiral der Streitkräfte.
Vor wartenden Shuttle marschierte eine Gruppe aus sechs Soldaten des AFC auf, just in dem Moment, in dem Herrick und Nereus in Sicht kamen. Thanas war nicht unter ihnen, weswegen alle Personen ihr Transportmittel zur Intimidator schweigend betraten und dieses Schweigen auch nicht brachen, als sie in ihren Sitzen saßen und das Lambda-Shuttle sich erst mit sanft brummenden Repulsoren und kurz darauf mit brüllenden Triebwerken in die Höhe schraubte, Carida hinter sich lassend…


[Weltraum vor Carida, Orbit, Shuttle]- Nereus, Herrick, andere
 
- Orbit um Carida - Accuser of Light - Hangar - Cecilia Glenn, Dak Coulter -

Ich denke deine Antwort war deutlich genug, und ich denke ich weis nun auch was ich will.

Etwas was sie immer an anderen vermeidlich geistig schwachen und willenlosen Soldaten verachtet hatte passierte ihr gerade – sie war Gedanklich überall nur nicht bei der Arbeit. Es war seine Schuld, seine süße süße Schuld. Dak bestätigte ihr ohne es zu Wissen nocheinmal etwas was sie in der Nacht zuvor vermutet hatte – er war ein Rauschmittel. Gedankenverloren strich sie sich über ihre erhitzen Lippen (fast als könnte sie das brennen das dieser wunderbare Kuss verursacht hatte mit den Fingerspitzen nachempfinden) während sie ihm in die Augen sah nachdem sie etwas getan hatten für das sie sofort und sehr gerne Disziplinarverfahren verängt hätte.

Natürlich, sie hatte damals als junges Mädchen auch mit Mark in Ecken geknutscht, aber das hatte ganz andere Dimensionen gehabt, sie waren verheiratet, vom gleichen Rang und noch dazu nicht für die gleichen Einheiten eingeteilt gewesen. Das mit Dak war anders, er war jünger, er war ihr direkter Untergebener und sie kannten sich jetzt seit zwei Tagen. Eine andere Welt – und trotzdem war Dak ein Rauschmittel das sie in Sphären erhob die sie mit Mark nicht erreicht hatte, oder war einfach diese völlig verschiedene Basis der Grund? Der Reiz des Verbotenen? Fakt war, sie wollte ihn nicht mehr hergeben und schwor sich niemals von ihrem Kurs der extrem anspruchsvollen Offizierin ab zu weichen.

Komm mich heute Abend in meinem Quartier besuchen ja?

Sprach sie leise und schmiegte sich, ihre seelische Sehnsucht nach ihm körperlich ausdrückend an ihn. Dak – doch wenn er nur eine Bettgeschichte war – wieso genoss sie seine Gesellschaft so extrem? Er stand nur da und sie war glücklich.


Ich sehne mich nach dir.

Ihre Hand wanderte über seine gut rasierten Wangen als sie wie ein kleines Schulmädchen grinste.


Ach ja! Meine Antwort!

Wo eben noch ihre Hände gestreichelt hatten schmiegte sie sich nun mit ihrer Wange an die seine, ihre Naße sog die Duft seiner Haut und seines Haars ein – wunderbar- dann suchten ihre Lippen die längst ein eigenleben etwickelt hatten wenn er in ihrer Nähe war den Kontakt zu seinen. Ein ruhiger geschmeidig langsamer aber inniger Kuss folgte. Zum Abschluss bis sie ihm neckend aber vorsichtig in die Unterlippe.

- Orbit um Carida - Accuser of Light - Hangar - Cecilia Glenn, Dak Coulter -
 
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