Chommell Minor

Faye fuhr herum, als Farlorns Schrei den Laborraum durchschnitt. Der grelle Blitz der Explosion brannte sich in ihre Netzhaut, und sofort roch es nach verbranntem Fleisch und geschmolzenem Kunststoff.


Farlorn!“

Ihr verletztes Bein protestierte mit einem scharfen Stich, als sie humpelnd vorwärtsdrängte, doch sie ignorierte es.

Kontakt! Feind im Raum! Darn, sofort zu Farlorn! Medkit raus!“

Darn war schon in Bewegung, noch bevor sie den Satz beendet hatte. Der blonde Corellianer warf sich neben dem Sergeant auf die Knie, riss das Medkit von seiner Hüfte und drückte einen Druckverband auf die schlimmsten Brandwunden.

Scheiße,– er sieht übel aus. Gesicht und Arme haben ordentlich was abbekommen. Er atmet noch, ist aber bewusstlos. Wir können ihn tragen, aber nicht lange rennen.“ Seine Stimme war angespannt, der sonst so lockere Ton komplett verschwunden.


Faye drückte sich mit der Schulter gegen einen schweren Labortisch und scannte den Raum. Das Gluckern aus den Leitungen war jetzt deutlich lauter, fast schon ein bedrohliches Rauschen.


Verstanden. Wir ziehen uns sofort zurück !“ Sie hob die Stimme, klar und befehlsgewohnt. „Ihr zwei – helft Darn mit Farlorn! Der Rest sichert den Gang hinter uns. Rückzug zum Hauptkorridor, geordnet und schnell!“

Darn nickte knapp, während er Farlorn zusammen mit den beiden Infanteristen auf die improvisierte Trage hievte. „Du hast gehört, was die Corporal gesagt hat, Leute. Hoch mit ihm! Und pass auf seinen Kopf auf, verdammt.“


Faye aktivierte ihr Kommlink, die Stimme angespannt.

Fat Lady, hier Toolmann. Feindkontakt im Labor. Sergeant Farlorn schwer verwundet durch Blend-/Brandgranate. Wir sichern ihn und ziehen uns jetzt zurück. Wassergeräusche werden stärker – der Bunker flutet vermutlich. Brauchen schnelle Evakuierung am Eingang.“

Darn warf ihr einen kurzen Blick zu, während er mit half, Farlorn zu tragen. „Faye, dein Bein… du humpelst schlimmer als vorhin. Wenn du zusammenklappst, müssen wir dich auch noch schleppen.“


Halt die Klappe und lauf,“hab sie trocken zurück, ein schwaches Grinsen trotz der Schmerzen. „Ich bin schon groß.“


Jaja, ‚nur ein Kratzer‘, klar…“ murmelte Darn, klang aber erleichtert, dass sie noch Witze reißen konnte. Er wechselte kurz den Griff an der Trage. „Der Wasserdruck steigt wirklich. Hört sich an, als würde gleich der ganze Sumpf hier reinkommen. Wir sollten machen, dass wir rauskommen, bevor dieser Schrotthaufen uns alle ersäuft.“


Faye blieb etwas zurück, den Blaster im Anschlag, und deckte den Rückzug der Gruppe ab. Sie zielte nicht auf die Schränke, sondern behielt sie nur misstrauisch im Auge.


Während sie den Gang erreichten sah Darn sich besorgt um.Das Rauschen aus den Leitungen wurde lauter. Faye fluchte leise.
 
[ Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | im ehemaligen Laborbunker (100 Klicks vom FOB entfernt) | auf dem Weg zum subaquatischen Hintereingang ] Käpt’n Lazlo Haintir, Piega


Während sie durch die feuchten Korridore rannten, hörten sie noch die gedämpften Schreie und Befehle der Soldaten hinter sich, aber konnten keine einzelnen Worte verstehen. Wahrscheinlich nahmen die die Verfolgung auf!
Nach vielen Windungen und Durchgängen – Käpt’n Haintir wunderte sich, wie gut sich die Bothanerin den Weg eingeprägt hatte – erreichten sie heftig schnaufend den Eingangsraum mit dem gefluteten Becken. Jetzt mussten sie nur noch durch die Luke ins Freie tauchen.

Sie wechselten einen kurzen Blick. Lazlo nickte zum Container auf Piegas Rücken.
Sie brachte ein schiefes Lächeln zustande:
„Ja, ich glaub‘ ich hab‘ den Prototypen. Aber keine Ahnung, ob er noch funktioniert.“
Der Käpt’n nickte nur und warf sich dann mit einem eleganten Köpfer ins Wasser. Die Bothanerin folgte ihm, widerwillig die Stufen ins modrige Nass tapsend.


[ Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | Aurora-Basis | an Bord der „Wellenreiter“ ] Käpt’n Lazlo Haintir, Piega, Raki und weitere NPCs


Die Bothanerin Piega saß mit einem Badetuch umwickelt und einer Tasse Tee im kleinen Besprechungsraum auf der „Wellenreiter“. Der Raum war erfüllt vom Geruch nach ihrem feuchten Fell, aber daran schien sich niemand zu stören. Es gab wichtigeres.

„Leute, wir haben zwei Probleme“, leitete der Käpt’n die Lagebesprechung im Kreis seiner wichtigsten Crewmitglieder ein.
„Erstens: Es handelt sich eindeutig um eine militärische Operation der Reps. Und sie wissen nun, dass wir hier sind. Wir haben zwar keine Ahnung, ob sie schon von Aurora hier Wind bekommen haben, aber wenn sie nicht total grün hinter den Kiemen sind, werden sie die alte Basis auf den Karten finden und als das beste Versteck für uns erkennen.“

Zustimmendes Gemurmel.

„Zweitens: Wir haben den Prototypen zwar gefunden, aber er ist scheinbar durchgebrannt und unseren besten Techniker, der das Teil vielleicht hätte reparieren können, haben wir verloren. Es ist davon auszugehen, dass die Reps Anno gefangen genommen haben, zumindest haben wir seine Leiche bei der Flucht nicht gesehen. Im Gegensatz zu Pallio, den hat’s definitiv erwischt. Wir haben also zwei Mann weniger und einen defekten Prototypen.“

Mentaki, ein dunkelhäutiger Mensch mit rotem Kopftuch meldete sich zu Wort. Er war der Anführer der drei R41-Sternjäger der Freibeuter. „Kann man das Teil nicht auch so verkaufen. Klar, nicht zum vollen Preis, aber da wird sich doch jemand finden, der das Ding auseinandernehmen und untersuchen will, oder?“

Der Käpt’n nickte und seufzte gleichzeitig. „Ja, hoffentlich. Aber da er kaputt ist, können wir nicht glaubhaft beweisen, dass es sich tatsächlich um das wertvolle Teil handelt. Ich werde auf jeden Fall versuchen, Kontakt zu Kastus aufzunehmen, er wird sehen, ob die ursprünglichen Interessenten noch Interesse haben oder ob er jemand anderen findet.“

Eine kurze Pause trat ein, dann räusperte sich Raki, die Kundschafterin. Sie lehnte im Türrahmen, mehrere Bandagen zierten ihren Oberkörper und ihren Kopf. Sie war noch gut davongekommen, aber seit dem Verlust ihres geliebten Scharfschützengewehrs war ihre Stimmung auf dem Tiefpunkt.

„Wir sollten ihre T-47 Gleiter abschießen, sobald sie der Basis nahe kommen. Kann gut sein, dass das die einzigen Luftfahrzeuge sind, die sie haben. Dann hätten wir die Lufthoheit.“ Das war mehr an Mentaki gerichtet als an den Käpt’n. Aber der Jägerpilot schaute trotzdem zu Haintir, was der dazu sagte.

Der Quarren verzog seinen Mund und wiegte den Kopf hin und her. Er war nicht überzeugt.
„Klar, das wäre ein großer Vorteil. Aber sehr riskant. Ich weiß, dass du wütend bist und nach Rache dürstest, Raki, und mir geht’s ähnlich. Trotzdem wäre es mir am liebsten, wenn wir so schnell wie möglich von hier verschwinden. Ich fürchte nur, dass wir unsere Zelte nicht schnell genug abbrechen können, bevor sie uns hier finden.“

Er überlegte und seine Gesichtstentakel kräuselten sich um seine Finger. Dann befahl er:
„Also gut. Alles auf einen Angriff vorbereiten. Barrikaden, Minen, Geschützstände. Mentaki, deine Jäger in Bereitschaft halten. Falls sich die T-47 der Reps hier blicken lassen, versucht sie abzuknallen. Alle andern: Alles abbrechen, einpacken, abflugbereit machen. Und gebt die Nachricht auch an die Außenposten und alle Streuner dort draußen im Sumpf weiter. Ich habe keine Lust, jemanden zurückzulassen, aber wer zu spät kommt, hat Pech gehabt.“


[ Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | Aurora-Basis | an Bord der „Wellenreiter“ ] Käpt’n Lazlo Haintir, Piega, Raki und weitere NPCs
 
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