Coruscant

[Coruscant :|: Jedi-Tempel :|: Gänge :|: Trainingsraum] Arkon, Leela

Arkons Blick blieb ruhig und gelassen, als er sich Lees Entgegnung anhörte. Zu seiner Überraschung schien die Padawan nicht auf das Gesagte von Arkon selbst einzugehen sondern schien noch etwas hinein interpretiert zu haben, was Arkon noch gesagt haben könnte und reagierte nun auf die hypothetische Aussage des Jedi-Ritters. Scheinbar fühlte sie sich angegriffen bzw. hatte Arkons Aussage so aufgefasst, dass er ihr nicht zutrauen würde mit Waffen korrekt umzugehen. Er runzelte die Stirn, hatte er doch irgendwie geglaubt, dass die Ausbildung Erwachsener leichter fallen würde, als die Ausbildung von Kindern. Hier hatte sich der Alderaaner wohl verkalkuliert, wenn er voreilige Schlüsse ziehen würde.

„Ich habe nie etwas anderes behauptet, Leela“, entgegnete Arkon bestimmt und fixierte ihre Augen ohne seinen Blick abzuwenden, „doch bist du nun eine Jedi-Padawan und als angehende Jedi wirst du eine besondere Verantwortung übernehmen. Du wirst gleichzeitig Soldat und Arzt sein müssen. Wir werden vom Jedi-Rat und auch vom Senat der Republik überall dorthin geschickt wo normale Sicherheitskräfte überfordert sind und das Lichtschwert ist als Waffe nicht nur eine Gefahr für deinen Kontrahenten sondern auch für dich. Ein falscher Hieb, ein falscher Stich und es werden Gliedmaßen amputiert und im Gegensatz zu einem Blastergefecht stehst du hier deinem Kontrahenten im Zweifelsfall direkt gegenüber und kannst jede seiner Emotionen sehen und mit der Macht wahrnehmen.“

Arkon hielt seinen Blick aufrecht und wollte noch so viel mehr hinzufügen. Er wollte sagen, dass nur die Sith in Extremen dachten und Jedi den Anspruch an sich hatte immer ihren Blick auf die Welt neu zu definieren und jeden individuell zu beurteilen doch waren sie deshalb nicht hier. Allerdings musste er noch einen Satz hinzufügen, hatte die Frau ihn doch geradezu provoziert:

„Und hüte deine Gefühle, Leela. Wut und Zorn ist der erste Schritt auf dem Pfad in die Dunkelheit und solltest du je auf einen Sith stoßen, wird er aus deinen Gefühlen eine Waffe gegen dich selbst formen. Gefühle sind dir nicht verboten, allerdings dürfen sie deine Handlungen und die Anwendung der Macht nicht beeinflussen.“


Arkon lächelte sanft in dem Wissen, dass dieses Ideal kaum zu erreichen war, doch allein das Streben dieses Ideal zu erlangen sorgte dafür, dass man nicht zu einem Diener der Dunkelheit wurde. Arkon beließ es bei diesen Sätzen und aktivierte nun schlagartig sein Übungsschwert. Irritiert stellte er fest, dass die Klinge blau war – war er doch eine weiße Klinge gewohnt. Er hielt das Schwert in seiner Rechten und senkte die Klinge auf den Boden.


„Zum Trainieren benutzen wir Übungsschwerter. Sie sind schlicht gehalten und können weder Schneiden noch stechen. Doch wenn man damit fest genug zuschlägt können auch sie wie jeder Knüppel jemanden verwunden. Ich werde dir zuerst ein paar Grundlagen des Shii-Cho beibringen. Form I oder auch Weg des Sarlaccs genannt. Der Stil stammt noch aus einer Zeit in der es keine Lichtschwerter gab. Er ist vorteilhaft im Kampf gegen mehrere Gegner und soll deinen Kontrahenten ermüden.“

Es war außerdem der einzige Stil den Arkon beherrschte, doch würde er dies erst einmal nicht erwähnen.

Bevor wir allerdings fortfahren, möchte ich dich bitten deine Blaster für dieses Training abzulegen“, meinte Arkon mit einem kurzen Blick auf ihre Holster. Anschließend stellte er sich in die Grundstellung des Shii-Cho und bedeutete Leela es ihm gleich zu tun.

„Es ist wichtig, dass sein Stand stabil ist, immer! Du weißt nie, was für schmutzige Tricks dein Gegner anwendet. Im schlimmsten Fall ist dein Kontrahent in der Macht bewandert und versucht dich mit Machtstößen aus dem Gleichgewicht zu bringen!“

Er sah Leela dabei zu wie sie die Grundstellung einnahm und korrigierte sie bei Bedarf. Anschließend führte Arkon ein paar einzelne Schläge auf sie durch, um zu sehen, ob sie nicht doch schon ein Talent für den Schwertkampf hatte. Dabei achtete der Alderaaner darauf ihr zwischen jedem der Schläge genug Zeit zu lassen in die Grundstellung zurückzukehren und falls ihre Parade falsch war mit de Schwert vor dem Körper zu stoppen.

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[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Trainingsraum] Ganner, Siva

Ein bisschen deprimiert klang Ganner ja schon und Siva wusste nur zu gut, von was er sprach. Jaaaaha, natürlich, bei ihr würde wohl kaum jemand vermuten, dass sie inneren Frieden brauchte. Außer vielleicht Satrek. Aber Corellia. Na ja. Corellia hatte sehr viel erschüttert. Eigentlich klang das, was Ganner da sagte, fast eins zu eins nach dem, was Siva selbst schon gefühlt hatte. Sie hätte das sehr anders ausgedrückt, aber im Grunde… Ach, bei ihren Hörnern, das war gruselig! Als ob Ganner ihr älteres ich war. Im Umkehrschluss konnte das doch hoffentlich nur gutes bedeuten? Ganners Traurigkeit jedenfalls war mit einem mal so deutlich, dass Siva froh war zu wissen, wie man sich dagegen abschirmte. Andernfalls… Puh! Bevor die Welle, die von ihm ausging sie komplett überrollen hätte können, zog sie sich innerlich zurück, besser, zog ihre Mauer nach oben und befreite sich damit von den Gefühlen, die so gar nicht ihre eigenen waren. Was blieb war ein leises Echo, damit aber konnte sie gut umgehen.

Ganner jedenfalls sprang auf, meinte, dass er etwas erledigen müsste und das alles etwas viel gewesen sei und schwupp, war er schon verschwunden. Oooookay. Sollte sie ihm nachgehen? Er hatte gesagt, dass er alleien anchdenken wollte. Bloß. Na ja. Man sagte ja auch nicht selten, dass man alleien sein wollte, wenn man das gerade überhaupt nicht wollte. Außerdem war er so aufgewühlt. Siva wartete ein paar Sekunden, ehe auch sie aufstand und Ganner, mit einem kleinen Abstand folgte.

Sie blieb weit genug entfernt, sah aber, wie er etwas aufnahm und war höflich genug, da nicht zu lauschen. So etwas gehörte sich schließlich nicht. Also wartete Siva ab und nutez die Minuten, um selbst zur Ruhe zu kommen. Als sie ein weiteres mal um die Ecke lunzte war Ganner auf den Boden gesunken und weinte. Abschirmung hin, Abschirmung her, sie war ja keine Unzabrak… Und das Ganner in aller Verzweiflung da auf dem Boden saß und weinte, rührte Siva an, ganz egal wie sehr sie sich von seinen Gefühlen abschirmte. Sie hatte Augen im Kopf und Empathie war nun mal eine Stärke von ihr.

Langsam bewegte sie sich auf Ganner zu und ließ sich, unweit von ihm, ebenfalls auf den Boden sinken.

„Ich verschwinde, wenn du allein sein willst, aber vorher kann ich dir noch einen Raum zeigen, der ein bisschen privater ist.“ So hier im Flur… war vielleicht nicht so klug, wenn er hier weinte. Immerhin, er hatte sich nicht abgeschirmt und früher oder später würde vermutlich jemand kommen und ihn fragen, ob alles okay war. Jedenfalls, wenn er dann noch im Flur hockte.

[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Irgendwo] Ganner, Siva
 
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Jene Nacht ging für lange Zeit als eine der amüsantesten Nächte in Cats Leben ein und das war eigentlich ziemlich traurig, denn sie verbrachte sie mit einem ihr völlig fremden Mann, der sich Tico nannte und dem sie ihrerseits einen falschen Namen genannt hatte. Sie log und das machte sie gut, denn sie war es so gewohnt. Nicht einmal unter Alkoholeinfluss, und sie tranken relativ viel und ziemlich durcheinander, bröckelte ihre Fassade. Aber wie denn auch, wenn ihr gegenüber selbst berauscht war und nicht mehr ganz auf Fragen und richtige Antworten abzielte? Sie waren wie zwei ganz normale Menschen in den unteren Ebenen, die sich eben zu später Stunde miteinander amüsierten.
Die Zeit verflog! Sie begannen sich auf Ticos Angebot hin zu duzen. Sie lachten, tranken, tanzten, lachten, tranken, philosophierten, tranken, tanzten.... und diese Reihe mochte sich noch ewig so fortsetzen, wenn nicht.... ja wenn nicht etwas dazwischen gekommen wäre.

"Hey du Sumpffresse!", rief da ein betrunkener Gast.
"Sprichst du etwa mit mir?!", antwortete ein anderer. Gerade war es noch nicht tragisch. Hier unten ging es üblicherweise immer etwas rauer zu als an der Oberfläche.
"Ja genau! Selbst ein Rancor ist hübscher und graziler als du!", brüllte der erste nun wieder und damit hatte er vermutlich die Aufmerksamkeit des ganzen Lokales auf sich gezogen.
"Was willst du?", pöbelte ein hoch gewachsener, ziemlich breiter Gast, welcher sich nun vor dem etwas kleineren, dafür umso lauteren und forscheren Kerl aufbaute.
"Du hast mich angerempelt und meinen Drink verschüttet! Den wirst du mir schön bezahlen!" Und dann machte jener einen Fehler. Er legte die flache Hand auf die Brust seines Kontrahenten und schubste ihn zurück.

Catherine schmunzelte, schüttelte dabei den Kopf und kippte sich einen weiteren Kurzen hinter die Binde. Mittlerweile standen einige geleerte Gläser vor ihnen auf dem Tisch.

"Ist es zu fassen, dass hier keine Nacht vergeht, wo es nicht mindestens einmal kracht?",
fragte sie und wirkte dabei gefasster, als ihre Worte es vermuten ließen. Sie war es gewohnt. Dies war ihr Pflaster, ein raues Pflaster, mit dem umzugehen man erst einmal lernen musste, wenn man neu hier war. Sie war nicht neu. Sie war niemals neu gewesen, denn sie kannte schlimmere Orte als die unteren Ebenen Coruscants und sie kannte diese noch von Klein auf. Aufgewachsen in einer Bar, in der sie zum Kellnern gezwungen wurde, noch bevor sie richtig rechnen konnte, hatte sie einiges gelernt. Unter anderem auch, sich den richtigen Zeitpunkt auszusuchen, um eine Bar zu verlassen. So also griff sie unweigerlich nach Ticos Hand, wie sie es schon zum ersten Tanz getan hatte und schliff ihn mit hinaus vor die Tür. Frische Luft war etwas anderes, aber im normalen Sprachgebrauch hätte man wohl gesagt, sie gingen hinaus, um frische Luft zu schnappen, ehe sie in einen Streit gerieten, der sie überhaupt nichts anging.

"Vielleicht ist es jetzt Zeit, nach Hause zu gehen...", sinnierte sie, während sie eine blinkende Leuchtreklame auf der anderen Straßenseite fixierte. "Wohin musst du? Findest du dahin?"


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Tico hatte keine Ahnung, wann er sich das letzte mal so amüsiert hatte. Die letzten Jahre hatte er vor allem Zeit damit verbracht, für den NRGD zu trainieren. Jedes Fitzelchen Zeit hatte er darin investiert, die Ausbildung mit Bravur zu meistern. Die erste Hürde war gemeistert, die Grundausbildung abgeschlossen, aber was noch auf ihn zukommen würde, war sicher mit noch mehr Arbeit verbunden. Arbeit war jedoch genau das, womit Tico sich gerade nicht beschäftigen wollte und Carina machte es ihm einfach, dieses Wollen in eine Tat umzusetzen. Keine Lügen, kein Beobachten, stattdessen etwas, das den Begriff Freizeit verdiente und sich auch wieder so anfühlte. Spaß. Tico hatte allen Ernstes Spaß und vor dem NRGD, vor dem Tod seiner Eltern hatte er davon eine ganze Menge gehabt. Umso bedeutender war es jetzt, zumindest für diesen Abend wieder dahin zurückgefunden zu haben.
Irgendwann stand eine ganze Reihe Gläser vor ihnen und der Agent spürte, einen kleinen, aber angenehmen Rausch. Nicht genug, um wirklich betrunken zu sein, aber genug um bei einer Kontrolle Probleme zu bekommen. Wenn er denn vorgehabt hätte noch mit etwas zu fahren. Allem Anschein nach, waren er und Carina nicht die einzigen, die ein bisschen zu viel getrunken hatten, denn eine lautstarke Diskussion entbrannte. Nicht lange und die beiden würden aufeinander losgehen. Aber Tico war nicht als Polizist hier und auch nicht als Agent. Stattdessen trank auch er einen weiteren Schnaps und ließ zu, dass Carina heute das zweite Mal nach seiner Hand griff. So hatte sie ihn in die Kneipe gebracht, so brachte sie ihn wieder heraus und ob es nur der Alkohol war, der ihn jetzt zum Lächeln brachte? Fraglich. "Du bist hier die Kennerin, ich hab keine Ahnung. Aber ich vermute... es gibt diese Nächte wirklich nicht." Kneipenschlägereien waren wohl keine Seltenheit und hier, in den unteren Ebenen? Wahrscheinlich noch weniger. Bloß konnte Tico sich vorstellen, dass in diesem Schuppen nicht so schnell das Sicherheitspersonal gerufen wurde, als es anderswo der Fall gewesen wäre. Arbeit. Er wollte nicht daran denken - und er kam schnell auf andere Gedanken als Carina schon wieder im Begriff war zu gehen. Aber diesmal war da eine Option, die sie ihm ließ. Vielleicht war es noch nicht Zeit nach Hause zu gehen. "Vielleicht", kam es also, was weder eine Bestätigung, noch das Gegenteil davon war. Tico musste sich gedanklich korrigieren, sie ließ ihm zwei Optionen. Ob er dahin fand, wo er hin musste?
"Du weißt, dass ich jetzt nein sagen muss." Und er wusste, dass er das so vermutlich nicht hätte sagen sollen, aber Tico hatte nun mal etwas getrunken und er war zu sehr Gentleman um etwas anderes zu sagen. Oder einfach zu blöd? Ja, vermutlich.

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Coruscant – Jedi-Tempel, Aketos' Zimmer, mit Aketos

Es war nicht ganz deutlich, was Aketos von der Neuigkeit mit Ian hielt. Die Mimik von Kaminos zu lesen war ohnehin nicht Eowyns Stärke, auch wenn es nicht so schwer war wie bei anderen Spezies. Sie fühlte zwar, dass die Padawan irgendwie... aufgewühlt wurde, ob aber positiv oder negativ... und in welche Richtung genau...? Die Nachricht, dass sie bald wegmusste machte da schon mehr Eindruck, und das war definitiv ein negativer. Wieso allerdings, das war Eowyn nicht ganz klar. Wollte Aketos nicht erneut schon wieder alleine gelassen werden? Möglich... sie würde sie fragen müssen. Wenn sie dann noch ihre Padawan war, was sich eventuell bald zeigen würde.

So lange hatte sie darauf gewartet, dass Aketos zurückkommen würde, und so lange hatte sie sich überlegt, wie sie in diesem Fall vorgehen würde. Sie hatte es schon beinahe nicht mehr geglaubt... jetzt, wo es aber so weit war, da war es schwer, ruhig auf die Antwort zu warten. Wenn sie ehrlich war wusste sie nicht einmal, welche Antwort ihr besser gefallen würde... Wenn die Kamino ihr treu blieb? Oder wenn sie einsah, dass sie eine furchtbare Lehrerin war und sich lieber eine Alternative suchte?
Lange musste sie nicht auf ihre Antwort warten. Sie hatte kaum Zeit, sich zu überlegen, ob sie die Kamino lieber alleinelassen sollte, da reagierte diese auch schon, und es war
deutlich, dass sie zumindest ein paar Dinge nicht so sah wie Eowyn.

Es rührte sie, was Aketos dann sagte. Sie hatte sie in ihr Herz geschlossen? Das war Eowyn so nicht bewusst gewesen. Auch, dass sie hinter ihr stand, obgleich da die Sache mit Ian war zeigte ein Vertrauen, von dem sie nicht sicher gewesen war, ob die Kamino es in sie besaß.
Sie lächelte leicht traurig bei den "so genannten Fehlern"... wenn Aketos nur wüsste! Wenn sie wüsste, welch furchtbare Jedi sie aktuell war. Vielleicht... vielleicht sollte sie es ihr klarer machen? Vielleicht würde sie anders reagieren, wenn sie genau wüsste, was sie alles getan hatte? Andererseits schien sie sich auch nicht dafür zu interessieren, schien es wirklich komplett dem Rat zu überlassen. Sollte man sie degradieren... dann würde sie noch einmal mit ihr darüber sprechen. Das war nur fair. Wenn man sie aus dem Orden warf, nun, dann ohnehin.
Aketos' Berührung war seltsam vertraut, aber gleichzeitig doch so ungewohnt. Außer Ian berührte sie niemand, und es war wirklich, wirklich rührend, dass da noch jemand war, außer ihm, der ihr irgendwie ein wenig nahestand. Dass
sie Aketos irgendwann vor den Rat bringen würde war eine schöne Vorstellung, aber ob sie sie würde erfüllen können? Falls es nach Bastion ging... dann war unklar, wann es losgehen würde. Ob sie die Ausbildung vorher beenden konnten? Wenn nicht... Eowyn wusste nicht, wie lange sie fort sein würde. Und erst Recht nicht, ob sie überhaupt wieder zurückkehren würde... und ihre Padawan konnte nicht ewig warten. Nein, wenn sie ging, dann musste eine andere Lösung her.
Sie legte eine Hand auf die von Aketos und lächelte, sich dessen wohl bewusst, dass die Kamino nur scherzte.

Du bist definitiv nicht nutzlos, nicht mal im Spaß.

Sie musste weiter lächeln. Ach, ja, sie hatte Aketos' verrückte, direkte und gleichzeitig liebevolle Art durchaus vermisst... Natürlich, sie trug keinerlei Schuld daran, dass da falsche Karten auf der "Thunderchild" geladen waren, aber da waren doch ein paar Dinge, die sie hätte besser machen müssen. Die Kamino nicht wegschicken, zum Beispiel... Aber sie hatte es unter anderem für zu riskant gehalten, sie mit Ian mitzunehmen. Tja, wenn sie gewusst hätte... Es war faszinierend, wie die Padawan so oft das Positive aus allem ziehen konnte, so ganz anders als sie selbst. Etwas, dass sie sich unbedingt behalten musste! Umso mehr musste Eowyn ihr klarmachen, dass ihre Probleme lösbar waren - oder eben umgehbar. Umgehbar, ja, das war wohl ein gutes Stichwort.

Sie blinzelte, als Aketos sie mit ihrer letzten, völlig zusammenhanglosen Frage nach Hunger überraschte, und fügte noch "sprunghaft" zur Art der Kamino hinzu. Sie starrte in die großen Augen, die ihr mittlerweile viel näher waren als noch zu Beginn, und musste nach ein paar Sekunden tatsächlich lachen.

Ich glaube... sie horchte in sich hinein und bemerkte, dass sie wirklich Hunger hatte. Der Tag war bisher verdammt anstrengend gewesen, da konnte auch das reichhaltige Frühstück im Bett nicht darüber hinwegtäuschen. Ja, ich glaube, ich habe tatsächlich Hunger. Eowyn lächelte amüsiert. Eins aber noch, bevor wir in die Kantine gehen. Die ihre Padawan wirklich positiv überraschen würde. Ich danke dir für deine Worte. Ihr Blick wurde ernst. Das bedeutet mir viel. Aber solltest du, weshalb auch immer, deine Antwort irgendwann ändern wollen, dann zögere bitte nicht, damit zu mir zu kommen. Oder zu jemand anderem, dem du vertraust. Meine Verantwortung liegt auch darin, zu erkennen, wann jemand anderes für dich besser ist. Und das würde sie zumindest spätestens dann können, wenn Aketos sich meldete. Vorher... war es verdammt schwer, das zu beurteilen.

Sie hüpfte vom Stuhl und zeigte Aketos den Weg zur Kantine. Ja, es gab mehrere, aber Eowyn fühlte sich in der, in der sie auch als Padawan die meiste Zeit verbracht hatte, einfach am wohlsten.
Ich weiß nicht genau, wie viel Zeit wir haben... daher fände ich es wirklich am besten, so früh wie möglich mit dem Training zu beginnen, führte sie dann auf dem Weg das Gespräch fort. Ich glaube, dass die Verbindung zur Macht tatsächlich das wichtigste sein sollte. Ignoriere das Problem mit dem Lichtschwert... oder versuche es zumindest. Eowyn lächelte leicht. Es sagte sich immer so einfach, ein Problem zu ignorieren. Es gibt Schlimmeres, als keines führen zu können. Wir gehen das Problem ein wenig später an. Außerdem hast du genug Kampferfahrung, das ist alles machbar. Sie war entschlossen, es nun mit ein paar anderen Wegen zu versuchen und auch entschlossen, diese Probleme zu lösen. Sie hatte lange genug Zeit gehabt, um darüber nachzudenken. In die Sonne mit allen vorherigen, standartisierten Möglichkeiten! Ich kann dir nicht versprechen, immer für dein Training da zu sein. Sie warf einen entschuldigenden Blick nach oben, während sie die Kantine betraten. Da es schon kurz nach der Hauptzeit des Mittagessens war, war die Kantine nicht ganz so voll wie gewöhnlich. Wenn alles so läuft, wie ich es vermute, dann werde auch ich viel trainieren müssen und außerdem planen und organisieren. Aber ich bin mir sicher, dass du viele Dinge auch alleine hinbekommen wirst. Sie nahm sich einen Teller Nudeln mit blauer Soße, verzichtete aber auf den Nachtisch - den hatte sie schließlich selbst im Kühlschrank stehen. Als sie schließlich am Tisch saßen, ein wenig abseits der meisten anderen, führte sie das Gespräch fort.

Es mag sehr direkt klingen, aber... Eowyn zuckte hilflos die Schultern. Ja, eventuell haben wir nicht viel Zeit, und ich will nicht viele Tage vergeuden, ohne dich gefragt zu haben. Auch hier musst du nicht gleich antworten, wenn du Bedenkzeit benötigst. Eowyn schmunzelte kurz - sie wiederholte sich langsam. Vielleicht ist es auch gar keine Möglichkeit, denn ich habe noch nicht mit ihm darüber sprechen können. Vielleicht wird er mir nicht zustimmen. Aber es könnte sein... Sie gab sich einen Ruck. Es könnte sein, dass es dir helfen könnte, wenn wir auch Ian ein wenig in unser Training einbeziehen. Ihr war nicht mehr bewusst, dass sie seinen Namen vor Aketos noch nie erwähnt hatte. Er hat manchmal... andere Sichtweisen. Andere Herangehensweisen. Es könnte eine neue Perspektive eröffnen. Wenn dir das aber zu viel ist, ernst sah sie die Kamino an, dann verstehe ich das vollkommen. Wir werden es auch sicher ohne ihn hinbekommen. Es konnte nur etwas länger dauern... andererseits war auch Ians Hilfe vielleicht nutzlos. Sie wusste es nicht. Sie wusste auch nicht, wie Ian darauf reagieren würde, wenn sie ihm dies vorschlug - vermutlich würde er erst einmal ablehnen. Andererseits... vielleicht auch nicht. Er wusste schließlich um ihre Probleme mit der Ausbildung, und er wusste auch von sich selbst, dass er ein gewisses Wissen besaß.
Sie nahm einen Bissen von ihren Nudeln und wusste ihrerseits allerdings wieder ganz genau, weshalb unter anderem sie den Jedi-Tempel vermisst hatte.


Coruscant – Jedi-Tempel, Kantine, mit Aketos
 
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Coruscant - Jedi-Tempel - Gärten bzw. Saal der tausend Quellen - mit Elise, Markus und Kyran

Hm, Ja Fantasie ... und beiläufig verändern!

Echote sie und nickte nachdrücklich ohne weiter etwas zu sagen, denn Elise hatte es wohl genau verstanden und schien sich schon zu konzentrieren. Na da war sie jetzt mal gespannt was die Ritterin machen würde. Sie wollte ganz konzentriert bei dem bleiben was hier geschah um genau sagen zu können was Elise machen würde, doch dann war ihre Aufmerksamkeit doch für einen Augenblick abgelenkt, denn Sie fühlte Radan und wenige Momente danach sah sie in auch. Etwas entfernt von ihnen, sprach er gerade mit jemandem (Ikarus) den Alisah nicht kannte. Wer war das wohl? Und wieso kam Radan nicht herüber. Er musste sie und Kyran doch bemerkt haben. Kurz hob sie ihre Hand um ihn herüber zu winken. Doch dann zog sie ihren ausgestreckten Arm wieder ein und verzog kurz die Mundwinkel. Wenn er her kommen wollte konnte er das ja und sicher hatte er sie nicht übersehen. Also konnte oder wollte er gerade nicht herüber kommen. Vielleicht ging es ja auch um seinen anderen Sohn und sie sollte nicht dabei sein.
Wie auch immer, ihr Blick streifte jetzt kurz Kyran um sicher zu sein das es ihm gut ging, dann war wieder Elise und ihre Übung im Fokus.
Wie jetzt? Verabschieden? Hatte sie so lange geträumt und Elise ging jetzt weil sie eingeschnappt war?
Ne! Im nächsten Moment wurde Alisah klar was die Ritterin tat und sie musste sich ein breites Grinsen verkneifen um Markus nicht vor zu warnen. Aber der war ja nun auch nicht auf den Kopf gefallen und nach kurzem hatte er die Finte erkannt.
Endlich durfte Alisah los lachen und prustete erst mal frei heraus. Dann immer noch kichernd meinte sie zu Markus.


Aber erwischt hat sie dich trotzdem.

Und zu Elise meinte sie anerkennend.

In nem Kampf is so ne Schrecksekunde oft schon viel wert!
Ich finde du hast das richtig toll hingekriegt.

Und leise so das es kaum jemand anders als Elise hören konnte, fügte sie doch ergänzend hinzu...

Auch wenn er mit den Kleinigkeiten ein bisschen recht hat.

...um dann gleich wieder in normallautstärke weiter zu sprechen.

Hey, aber so wie du es gemacht hast, kann man z.B. gut raus finden wo jemand was Wichtiges versteckt hat. Die meisten greifen dann nämlich genau dahin wo sie’s versteckt haben oder mit sich rum tragen, so wie Markus.
Ein Reflex um sich zu versichern.


Alisah zwinkerte wieder und wandte sich mit aufgeplusterten Backen Markus zu.

Pha! Verschont bleiben?
Nichts da!
Und was heißt hier eigentlich Testperson? Du hast mit trainiert. Erkennen und Abwehr von Illusionen!
Is doch auch besser wir liebreizenden und netten Geschöpfe zeigen dir das, als irgendwer der dir nicht wohl gesonnen is.


Mit erhobenem Zeigefinger mimte sie jetzt die gestrenge Mahnerin.

Auch ein mächtiger, großer Jedimeister wie du MUSS üben!]

Für einen Moment hielt sie es durch ernst drein zu schauen, dann streckte sie Markus aber neckend die Zunge heraus und lachte los.

Schon gut! Ich versprech dir, ab jetzt nich mehr ohne Vorwarnung.
Es sei denn es muss sein.


Coruscant - Jedi-Tempel - Gärten bzw. Saal der tausend Quellen - mit Elise, Markus und Kyran - Radan und Ikarus etwas weiter entfernt
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Garten - mit Mark und Alisah - Radan und Ikarus im Hintergrund

Zugegebenermaßen hatte die Alderaanerin einen Vorteil. Sie hatte bemerkt, dass ihr Mentor in Gedanken war und diesen Umstand schamlos ausgenutzt. Die Idee kam ihr prompt und die Umsetzung folgte auf den Fuß. Elise hatte verstanden, wie sie die Macht für sich nutzen konnte. Zwar würde sie für alles was sie lernte jemanden brauchen, der es ihr zeigte, vielleicht gab es aber doch ein paar Kniffe, die sie aus ihren geliebten Büchern lernen konnte. Auf jeden Fall war das eine gelungene Übung, auch wenn die Feinheiten noch den nötigen Feinschliff benötigten. Sie musste zukünftig alle Eventualitäten abwägen und die Dinge zu Ende denken, bevor sie einen neuen Versuch wagte.

Elise stellte fest, dass Alisah eine tolle Lehrerin war. Die Alderaanerin nahm die Neu-Jedi zwar als etwas albern wahr, das war aber nun mal einfach ihre Art. Die frischgebackene Ritterin kannte niemanden, der so eine Frohnatur war. Es war zwar nur ein Teilerfolg, aber dennoch war Elise stolz, dass sie Mark für einen winzigen Moment austricksen konnte. Er, ganz Gentleman, erkannte die Leistung seiner Schülerin an, ganz in seiner Manier.

"Ich danke euch." begann sie mit einem ernst gemeinten Lächeln. "Euch beiden!"

Danach stieg sie auf das Feedback ein.

"In Zukunft denke ich nochmal genau darüber nach und versuche die Sache zu Ende zu denken, bevor ich den nächsten Versuch starte." versprach Elise. Sie mochte es, neue Dinge zu lernen und ihrem Repertoire hinzuzufügen.

Die Ritterin gluckste mit Alisah mit, als diese meinte, dass auch ein Jedi-Meister üben musste. Da hatte sie sicher Recht, doch hatte Eli noch nie erlebt, dass jemand Mark einen Rüffel erteilte, auch wenn es nicht ganz so ernst gemeint war. Die Alderaanerin bekräftigte Alisah in ihrer Aussage, Mark nächstes mal vorher einzuweihen. Ganz fair war das immerhin nicht!

"Ich glaube, dass mir das in vielen Situation sehr nützlich sein wird. Ein Geistestrick funktioniert ganz ähnlich, nur ist der Einfluss da direkter. Das hat mir Wes beigebracht."

Bemerkte sie stolz. Elise beschloss, es gleich nochmal zu tun. Diesmal lag ihr Fokus allerdings auf Alisah. Der Fairness halber machte sie ihr gegenüber mit einem entschlossenen Nicken und einem konzentrierten Blick gefolgt von einem schweren Ausatmen aufmerksam. Sie nahm etwas einfacheres, weniger invasives, worüber man vermutlich gar nicht nachdachte. Es war ein schöner Tag, fast idyllisch im Garten. Eli beschloss die entspannte Atmosphäre auszunutzen und ließ ein paar Vögel im Kreis fliegen, die gar nicht da waren. Vögel, die einen ruhigen, zur Situation passenden Gesang von sich gaben und fleißig über dem schönen Garten kreisten.

Unsicher, ob das funktionierte und angestrengt schaute sie Alisah an, und versuchte dabei so normal wie möglich zu schauen. Vielleicht bemerkte sie die Vögel ja gar nicht. Und vielleicht würde Markus es auch nicht bemerken, so abgelenkt wie er ohnehin schon war. Die Fokussierung auf die Aufgabe war Elise anzusehen.

Coruscant - Jedi-Tempel - Garten - mit Mark und Alisah - Radan und Ikarus im Hintergrund
 
Mon Calamari - Senatsgebäude - Jedi-Büro Coruscant - Jedi-Tempel - Ratssaal - Sarid, Joseline, Chesara, Wes, Ian, NPCs und Satrek

Ein ums andere Mal wünschte sich Satrek er hätte die Reise zur Hauptwelt der Republik auf sich genommen um jetzt körperlich im Ratssaal anwesend sein zu können. Zum einen hätte ihn dieser Ausflug sicherlich auf andere Gedanken gebracht, denn hier auf Mon Calamari waren seine Aufgaben eher dazu geeignet seinen Zynismus zu nähren als jene Grundüberzeugungen, die ihn damals zum Jedi hatten werden lassen.
Zu anderen wäre es vor Ort einfacher dem Gespräch zu folgen. Nicht nur, weil er dort nicht mit den holographisch modifizierten Größenverhältnissen hätte kämpfen müssen. Sondern vielmehr auch weil es keinen Bruch zwischen der Realität und der Übertragung von weit weit weg gab, an dem seine Aufmerksamkeit immer wieder abzugleiten drohte.
Der dunkelhäutige Mann gab sich Mühe dem Gespräch zu folgen, und ertappte sich ein ums andere Mal bei dem Gefühl nichts sinnvolles beisteuern zu können weil er sich mit der Materie und den dahinter liegenden Plänen nicht gut genug auskannte.
Sollte er als Rat nicht eigentlich darüber hinaus sein lieber nichts zu sagen als sich öffentlich zu blamieren? Zumal sich die Blamage hier wohl sehr in Grenzen halten würde, zwischen dem Respekt den er hoffentlich genoss und der anderen Aufgaben die seine Zeit ausfüllten.
So wie über den Sinn seines Daseins philosophieren während erwachsene Senatoren sich über die dritte Nachkommastelle bei Ausfuhrzöllen auf Pflegeprodukte stritten. Oder darüber nachzudenken wie es zwischen ihm und Turima weitergehen würde. Die Hapanerin hatte ihren Leibwächter mehr oder weniger aus politischen Gründen zurückgelassen, und der fragte sich jetzt ob er für sie noch viel mehr war als das. Er konnte es ihr nicht verdenken, immerhin hatten der Krieg und persönliche Entscheidungen der beiden ihre Beziehung einige Jahre auf Eis gelegt. Die Frage war ob sie jetzt noch die Gelegenheit fanden sie wieder aufzutauen.
Und ging es ihm bei den Jedi nicht genauso? Er hatte seine Frau begleitet anstatt nach Coruscant zurückzukehren und dort beim Wiederaufbau des Ordens und des Planeten zu helfen. Zwischen der Jagd auf Banditen und Womprattentreiber in den unteren Ebenen und Diskussionen im Rat und anderen Gremien über die dritte Nachkommastelle eines einfachen Attentats hätte er sich dort sicherlich genauso verloren fühlen können.
Immerhin war ihm sein Zynismus gleichsam als ein letzter Fels in der Brandung seiner geistigen Drift geblieben.
Er wartete ein paar Sekunden um sicherzustellen, dass sein Kopfschütteln nicht zu einer grade gemachten Aussage passte, und schüttelte kurz seinen Kopf. Wenn jemand seine Gedanken hören konnte… Vielleicht fühlte sich derjenige davon dann sogar gut unterhalten. Das wäre dann ebenfalls ein Novum, ganz im Gegensatz zu seinem Zynismus, der ihn wohl nie wieder los lassen würde.
Er verfolgte dem Gespräch eine Weile ohne sich einzuschalten. Die übrigen Räte schienen die Sache nicht nur im Griff sondern auch ein besseres Verständnis für die Situation zu haben, zumal persönliche Verwicklungen hier ebenfalls eine große Rolle zu spielen schienen.
Was für ein Mensch hätte er sein können, wenn er sich nicht für seine persönliche Verwicklung mit einer gewissen Senatorin entschieden hätte? Hatte er seine persönlichen Interessen über die der Galaxis gestellt, oder hätte die Galaxis andere Wege gefunden ihn jenseits der Auslinie galaktischer Wichtigkeit zu treiben?
An der Stelle hätte der Rat gerne geseufzt.
War es zu spät dafür, einen neuen Versuch zu starten etwas zu finden das ihm etwas bedeutete? Jedi sein hatte zu viele Facetten um für sich genommen diese Bestimmung zu sein. Vielleicht konnte er Erfüllung mit einem neuen Schüler finden, sein Wissen weitergeben… Oder, wenn er wieder an jemanden geriet wie Siva oder Beka den Rest seiner Zurechnungsfähigkeit.
Vielleicht sollte er sich von Fritz inspirieren lassen und anfangen zu schnitzen. Holzarbeit war ihm oft als entspannend und beruhigend angepriesen worden, doch er kam nicht umhin sich zu fragen ob das die Pflanzen, deren Leichen man dabei massakrierte das genauso sahen. Vielleicht war er auch dafür schon zu zynisch geworden.
Da dieser Gedankengang nun auch offensichtlich zu nichts führte versuchte er einmal mehr der Sitzung zu folgen. Es ging darum, dass eine Jedi die Überläuferin geben sollte. So etwas war sicher nicht undenkbar, und seiner Erfahrung nach waren die Grenzen zwischen gut und böse bei weitem nicht so deutlich gesteckt wie es sich die meisten Jedi gerne einredeten.
Viel interessanter war für ihn allerdings ein anderer Gedanke. Konnte er einen glaubwürdigen Überläufer abgeben? Oder war die Gefahr zu groß, dass er den Halt verlor? Was war denn sein Halt - Zynismus?
Er versuchte diese Gedanken zu verdrängen, und sich zur Abwechslung wieder in das Gespräch einzuschalten und vielleicht sogar ein paar Impulse in eine andere Richtung als die rückwärtige zu geben.


Wie wichtig ist uns diese Tarnung? Also die Geschichte von der “Splittergruppe des Ordens”? Wäre es sinnvoll, ein paar diskrete Fühler auszustrecken zu Kontakten beispielsweise in der schwarzen Sonne, die auf eine solche Mission hindeuten könnten, aber nicht konkret genug sind? Ich denke dabei weniger daran diese Quellen wirklich anzuzapfen, als später, im schlimmsten Fall, etwas zu haben das die Theorie von der Splittergruppe unterfüttert. Anfragen, die erst im Nachhinein einen Sinn ergeben. Was meint ihr?

Er selbst hielt die Idee für viel zu weit hergeholt und um zu viele Ecken gedacht, und seiner Erfahrung nach war das meistens ein Anzeichen für etwas, das in der Realität gut funktionieren würde.
Aber mehr noch als das war es ein Lebenszeichen des einsamen Rates auf Bürokratiekollaps Prime, der nach dieser Sitzung dringend etwas Erholung brauchte. Hier auf Mon Cal gab es genug Anlagen in denen man schwimmen und sich entspannen konnte. Die Frage war welche davon ihn mit etwas mehr Sinn füllen konnten…


Mon Calamari - Senatsgebäude - Jedi-Büro Coruscant - Jedi-Tempel - Ratssaal - Sarid, Joseline, Chesara, Wes, Ian, NPCs und Satrek
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – Satrek und Eleonore(NPC) {per Holo}, Chesara, Ian, Sarid, Wes, Ahna (NPC) und Rornan (NPC)

Genau das ist es. Wenn, im allerschlimmsten Fall, die Aktion auffliegt ist es immer noch besser alles fällt auf die Jedi zurück, als das unsere Galaxy wieder in eine heiße Kriegsphase eintritt.

Bekräftigte Jo ihre Zustimmung zu Eleonore's Erwiderung auf Rornan's Sorge um den Ruf der Jedi.
Lange hatte sie sich zurück gehalten. Vor allem als Ian dann eingetroffen war, wollte sie sich mit Absicht im Hintergrund halten.
Dann wandte sich die Diskussion immer mehr dazu, dass man nicht mehr nur über das Ja oder Nein diskutierte, sondern das Wie immer weiter ausgefeilt wurde.
Hauptteam! Hilfsteams! Ablenkungen! Transportwege! Wer! Was! Wie!
Die Organisation eben und
Jo hatte sich auch hier erst einmal mit Absicht zurück gehalten. Hatte Ian und den anderen Räten gelauscht, das Für und Wider in Gedanken ab gewägt und mehr als ein Mal mit dem eigenen Temperament gekämpft, dass sie hatte aufspringen lassen wollen. Eowyn als Opfer in den Sith Orden schicken? Das, ...genau das war es was sie hier planten und im Grunde wiederstrebte ihr das Ganze. Gleichzeitig war da die fatale Situation in die diese Seuche die gesamte Galaxy stürzte. Sie mussten handeln. Mussten Wege und Lösungen finden. Und diese Mission, so lebensbedrohlich sie auch sicher für alle Beteiligten werden würde, war immer noch ihre beste Option. Und im Großen und Ganzen sahen das die anderen Räte auch so.
Trotz all dem hin und her war wohl nicht nur Jo klar, dass sie Ian's Einschätzung der Machbarkeit, ebenso wie sie Eowyn's Geschick als Schatten vertrauten mussten. Aber aber genauso die Hilfe der Anderen notwendig war.
Und doch, so wie die Diskussion hin und her wogte, war auch Jo immer wieder hin und her gerissen und musste für sich zugeben, dass sie mal dem Für und mal dem Wieder zustimmte. Ebenso wie den Sekundärplänen zur Ablenkung bzw. der Evakuierung.
Doch einem stimmte sie absolut zu. Ahna's Wiederstreben einen Schatten so einfach zu outen. Sie hießen ja nicht umsonst Schatten. Für deren Aufgaben war es meistens einfach essenziell nicht im Rampenlicht zu stehen.


Was...

Begann sie erst leise, dann räusperte sie sich und sprach lauter weiter.

...Was wenn wir Eowyn nicht als Schatten outen, sondern sie befördern. Damit würde sie auch ohne die Preisgabe ihrer Tätigkeit zu einem höherrangigen Ziel für eine Gefangennahme. Ich würde sogar noch weiter gehen und kurz nach eurer Abreise einen Holonewsbericht lancieren, den der Orden offiziell natürlich nicht bestätigt oder dementiert, in dem das Gerücht gestreut wird, dass eine erst vor kurzen beförderte Jedi auf mysteriöse Weise Spurlos verschwunden ist.
Würde das dann nicht deine Geschichte unterstützen Ian? Ich meine, falls jemand im Sithorden nachforscht? Und selbst wenn es irgendwo ein Informationsleck und Gerüchte über Jediaktivitäten auf Bastion geben sollte, wäre Ian's und Eowyn's Tarnung nicht zwangsläufig gefährdet. Dann wäre es eben einfach ein Rettungsversuch für die Entführte.


Sie lies eine kleine Pause bevor sie noch anfügte.

Und mal ganz abgesehen von dieser Mission und der aufopfernden Hingabe die sie damit zeigen wird, die Beförderung hat sie in meinen Augen schon längst verdient.

Am Anfang ihrer Ausführungen hatte Jo sich erst Ahna zugewandt, dann alle angesprochen, sich danach an Ian gewandt, um zum Ende wieder den Rat an zu sprechen.
Jetzt wartete sie was diese nun dazu sagen würden.


Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – Satrek und Eleonore(NPC) {per Holo}, Chesara, Ian, Sarid, Wes, Ahna (NPC) und Rornan (NPC)
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – Satrek und Eleonore(NPC) {per Holo}, Chesara, Ian, Sarid, Wes, Ahna (NPC) und Rornan (NPC)

Wenn die Aktion im schlimmsten Fall aufflog und man die Jedi verantwortlich machen würde, dann hätte Allegious einen Grund, den Friedensvertrag direkt zu brechen. Nein. Nein, wenn alles schief ging, durfte es nicht auf die Jedi zurück fallen.

„Es darf nicht auf die Jedin zurück fallen,“ sagte Ian dann und klang das erste mal seit er der Sitzung beigetreten war, nicht unsicher. „Wenn wir auffliegen, wenn wir auch nur einen Jedi dafür verantwortlich machen, dann wird das die Gaalxis in einen Krieg werfen. Die Republik, die Jedi schaffen es nicht, einen übereifrigen Jedi in Zaum zu halten? Ein Jedi bricht den Vetrag? Das können wir nicht tun. Das… dürfen wir nicht tun.“
Sie brauchten einen anderen schuldigen, wenn die Sache schief ging. Das Vertrauen in die Jedi würde zu sehr geschwächt werden und wenn man nicht mehr daran glaubte, dass die Hüter des Friedens, wie die Jedi nun einmal genannt wurden, wirklich den Frieden hüteten, wie sehr würde das dem Imperium in die Hände spielen?
Wir können mich zum schuldigen machen.“ Das wäre denkbar einfach, da ohnehin wahr und es würde nicht das Bild der Jedi zerstören. „Ein Sith, der ein Jedi aufgespürt und entführt hat. Ein Sith der den Vertrag gebrochen hat. Das würde den Jedi nicht schaden, denn man würde verstehen, wenn sie versuchen, eine Jedi zu retten. Und noch eher würde man es verstehen, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass es ein Sith gewesen ist.“

Satreks Idee einer Splittergruppe brachte vielleicht auch jemanden in Gefahr. Zumindest, wenn man eine Gruppe benannte. Wenn, dann mussten sie eine erfinden, die es nicht gab, aber auch hier: Würden sie nicht Gesichter brauchen? Um einen schuldigen ans Messer zu liefern brauchten sie – wenn alles schief ging – jemanden, den sie herhalten konnten.


Als wäre die Sitzung nicht schon kompliziert, die Mission nicht beängstigend genug gewesen, Joseline brachte einen Vorschlag ein. Eowyn eine Rätin. Ians Gesicht versteinerte sich augenblicklich. Das würde sie nicht wollen. Das würde sie niemals wollen. Sie haderte so sehr mit ihren Fähigkeiten, mit ihrer Verbindung zur Macht, mit sich selbst, sie würde niemals, niemals auch nur den Posten eine Rätin gedanklich in Erwägung ziehen. Sie glaubte, nicht gut genug zu sein. Als Meisterin nicht zu taugen. Egal wie falsch sie mit all dem lag, egal wie sehr Ian von Eowyn überzeugt war: Sie würde diese Position nicht wollen.

Aber sie wird sie annehmen.

Sie würde. Für die Mission. Um alles glaubhafter zu machen. Um seine Geschichte zu stützen. Um ihn zu schützen. Ian schloss die Augen, als Joseline die Frage, ob das seine Geschichte stützen würde, stellte. Ja. Ja, es würde seine Geschichte stützen und es würde es einfacher machen zu erklären, warum Jedi – im Falle einer absoluten Schieflage – auf Bastion waren. Eine entführte Rätin?
Aber wie konnte er etwas zustimmen, von dem er wusste, dass es Eowyn nicht wollen würde? Wie konnte er jetzt sagen, dass er die Idee gut fand, wenn er genau wusste, in welche Misere das Eowyn bringen würde? In eine neue Krise. Sie, die sie sich so sehr unterschätze, gedrängt in die höchste Position, die es bei den Jedi gab? Das würde es ein. Ein Drängen. Sie würde zusagen und glauben, sich selbst zu verraten. Und warum? All das, es wurde zu viel. Sie nach Bastion zu bringen, sie eigentlich zu opfern. Sie vorher noch zu befördern. Jetzt wünschte Ian, er säße, stattdessen griff er nach dem Rückenlehne des Stuhles, um etwas zu haben, an dem er sich festhalten konnte, steckte die andere Hand erneut in die Tasche um den kleinen Behälter zu umschließen. Zerbrochenes war nicht nutzlos. Aber machte er nicht genau das mit Eowyn? Sie weiter zerbrechen? Sie opfern. Wie hatte er nur vorschlagen können, sie als Geisel zu nehmen? Warum hatte er nicht irgendeinen Jedi vorgeschlagen? Irgendjemand, der ihm nichts bedeutete. Irgendjemand! Aufopfernde Hingabe. Genau das war es. Ein weiteres Opfer das sie brachte. Ein weiteres Opfer, dass sie von dem entfernte, was sie sich eigentlich wünschte. Ein weiteres Opfer für die Jedi. Für ihre Familie und ein weiteres Opfer für ihn.
Er musste seine Gefühle aus dieser Sache nehmen, aber er konnte nicht. Er konnte nicht. Wie sollte er rational an diese Sache gehen?

Weil du musst.

Würde Eowyn befördert sein, eine Rätin, wäre damit die beste Grundlage geschaffen. Seine Abwesenheit, um eine Jedirätin zu verfolgen. Aufzuspüren und zum Orden zu bringen. Eine Rätin, um Lord zu werden. Eine Rätin, um seine Loyalität unter Beweis zu stellen.

„Es würde meine Geschichte unterstützen.“ Da war kein Gefühl mehr in Ians Stimme. War das nicht Verrat an Eowyn? „Es würde sie sehr stützen und es würde am Ende die Jedi schützen. Außerdem wäre es gut, um, sollte alles schief gehen, jemanden zu haben, den man zur Rechenschaft ziehen kann. Ein Sith als Vertragsbrecher. Das wäre ideal um denen, die an die Jedi und die Republik glauben, nicht das Vertrauen in diese zu nehmen.“ Das war Verrat an Eowyn. Aber er konnte kaum sagen, dass sie so sehr an sich zweifelte. Nicht vor allen. Denn auch das wäre Verrat gewesen.
Es würde helfen. Ihnen allen. Verrat. Genau das war es doch, was ihnen helfen würde. Wenn es einen Sith gab, der den Vertrag
verriet, indem er eine Rätin entführte. Vielleicht half es sogar dabei, sie sicherer aus dem Orden zu bringen.
An alles andere wollte Ian nicht mehr denken. Nicht an das, was es für Eowyn bedeuten würde. All das, er musste es ausblenden. Sie und seine Gefühle für sie. Rational. Es ging um die Chance auf den größtmöglichen Erfolg. Eine Rätin als Geisel gab ihm die perfekte Geschichte, die perfekte Tarnung und die beste Möglichkeit, befördert zu werden und sich dann völlig frei in den Katakomben zu bewegen.


Aber eine Rätin als Geisel. Würde es nicht mehr Bewacher brauchen? Würde sie damit nicht eher Gefahr laufen zu sterben?

'Lass uns gehen', hatte sie gesagt. 'Irgendwohin, wo niemand uns jemals findet... ' Und wie sehr, wie sehr wünschte Ian, er hätte zugestimmt, hätte ihre Hand genommen und wäre einfach mir ihr verschwunden.
Erneut schloss Ian die Augen, denn er wusste, wie falsch es war, diesen Wunsch zu verspüren. 'Ich will nicht, dass ich all das, dass ich uns, zerstöre.' Auch das hatte sie gesagt und wie falsch hatte sie damit gelegen? Ian ließ den Behälter los. Die Zerstörung hatte längst begonnen. Mit dem Tag, an dem er die Unterschrift gesetzt hatte. Doch am Ende würde nichts übrig bleiben, mit dem man noch etwas bauen konnte. Kein Sand. Nicht einmal Staub. Nichts.


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[Coruscant :|: Jedi-Tempel :|: Trainingsraum] Arkon, Leela

Lee seufzte lautlos: Sie redeten aneinander vorbei. Es war ihr nicht gelungen, Arkon ihren Standpunkt begreiflich zu machen - das jedenfalls machten seine folgenden Worte deutlich. Mit der Linken fuhr sich die Padawan über die Stirn und schloß kurz resigniert die Augen. Vielleicht lag das Missverständnis ja auch auf ihrer Seite und sie hatte nicht verstanden, was Arkon eigentlich von ihr wollte. Vor was er sie warnen wollte. Worte waren so unzulänglich, um Gedanken wiederzugeben. Konzepte, die ihr selbst völlig klar und ohne Widersprüche erschienen, kamen bei ihrem Gegenüber als kaum verständliche Chiffre an. Unnötigerweise auch noch getrübt durch Emotionen und Erwartungen: Arkons und ihrer eigenen.

Als Leela ihre Augen wieder öffnete, fand sie immer noch Arkons eindringlichen Blick auf sich gerichtet. Er gab eben zu bedenken, dass andere ihre Gefühle gegen sie verwenden konnten und sie daher nicht ihre Handlungen durch sie bestimmen lassen sollte. Seinen Satz vom "Pfad in die Dunkelheit" deutete sie eher als Metapher für ein mystisches Konstrukt, das sich ihr noch nicht erschloß. Sie würde zu einem passenderen Zeitpunkt nachfragen, was ihr Meister damit meinte und vor welcher realen Gefahr sie sich in acht nehmen sollte. Mittlerweile war auch ihr Ärger verraucht - ohnehin hatte dessen Ursprung vermutlich in mindestens einem Missverständnis gelegen.

"In diesem Punkt, Meister Revan, gebe ich Ihnen uneingeschränkt recht. Wir sollten weder unser Denken und auf keinen Fall unser Handeln von Emotionen beeinflussen lassen." bemerkte die ehemalige Ärztin in nüchternem Tonfall. Natürlich war seine Einschätzung zutreffend gewesen: Sie hatte sich eine Schwäche erlaubt, hatte sich angreifbar gemacht, mit ihrer unbeherrschten und gereizten Reaktion auf seine unnötigen Belehrungen... Noch während sie sprach, schien sich ein Teil von Leela zurückzuziehen. Der Aspekt, der vor ein paar Minuten Arkon im Park mitfühlend zugehört und der gerade noch impulsiv reagiert hatte, wich. Wie ein über die Ufer getretener Fluß, der in sein Bett zurückkehrte, raues Ufer hinterlassend.

"Sie kennen mich noch nicht sehr lange, Arkon. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich mich nicht noch einmal derartig gehen lassen werde."
Lees Züge waren wie aus Stein gehauen und ihre Augen spiegelten nur noch Arkon wieder, gaben nicht mehr preis, was dahinter lag. Das Lächeln des Jedi fand eine müde Erwiderung, aber als dieser sein Lichtschwert zündete, tat Dr. Kaveri es ihm gleich. Langsam und sehr bedacht führte sie grüne Klinge an ihrem Körper nach außen und deaktivierte sie anschließend wieder, um Arkons Bitte nachzukommen und ihre Blaster abzulegen. Der Gürtel mit den Holstern landete nur einen Schritt von ihr entfernt - es mochte Paranoia sein, aber selbst an diesem geschützten Ort war sie nicht bereit, sich davon weiter als nötig zu entfernen.

Wie Arkon ging sie in Grundstellung: Routiniert, wie sie es von ihrem gelegentlichen Boxtraining am Feierabend kannte und stellte an seinem irritierten Blick fest, dass sie völlig falsch stand. Vom Boxen war sie gewohnt, das linke Bein und die linke Schulter nach vorn zu nehmen. Nach einem kurzen Moment der Ratlosigkeit imitierte sie Arkon und stellte den rechten Fuß und ihren Waffenarm nach vorn. Er stand ihr aufrechter und weniger frontal gegenüber. Leela korrigierte sich erneut, bis sie das Gefühl hatte, dass es nun einigermaßen richtig war und befolgte dabei gewissenhaft die ausführlichen Ratschläge ihres Meisters, der, als er mit ihr zufrieden war, erneut sein Übungsschwert aktivierte. Arkon wartete noch einen Moment, und hob dann die Waffe, um einen recht langsamen Schlag von oben auszuführen. Lee sah ihn kommen, war aber so fasziniert vom Summen, Licht und Farbe, dass sie erst im allerletzten Augenblick reagierte, sich klein machte und instinktiv beide Hände hochnahm, um den Kopf zu decken. Zu ihrem Glück bremste der Alderaaner den Hieb ab, bevor er sie treffen konnte, denn sie hätte keine Chance gehabt, ihn abzuwehren.

"Ah. Tut mir leid." grummelte sie unzufrieden mit sich selbst und ging gleich wieder in die Ausgangsstellung. Arkon wiederholte den Schlag und diesmal hatte sie genug Zeit, das Schwert im passenden Winkel zu heben, um seine Klinge zu blocken. Mit den dazugehörigen Erklärungen und Korrekturen ergänzt, ließ sie Arkon Schläge auf die einzelnen Trefferzonen parieren. Die zuerst ungewohnten Bewegungsmuster wurden nach mehrmaliger Wiederholung fließender und Leelas Meister steigerte allmählich das Tempo, bis sie aufhörte bei jedem Schlag über die passende Parade nachzudenken und nur noch reagierte. Das Summen und Zischen der beiden Übungswaffen, wenn sie aufeinandertrafen wurde fast zu einem Dauerton. Lee verlor sich in der Bewegung, genoß die Anstrengung und die Art und Weise, wie diese Herausforderung ihren Kopf von lästigen Grübeleien befreite, zumal Arkon wohl nicht die Absicht hatte, diese Lektion so bald zu beenden, sondern sie unermüdlich weiter trieb, bis ihr der Schweiß zwischen den Schulterblättern herabrann und von der Stirn in ihre Augen tropfte.

[Coruscant :|: Jedi-Tempel :|: Trainingsraum] Arkon, Leela
 
[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Irgendwo] Ganner, Siva

Es war wie eine Last der er sich vorher nicht bewusst gewesen war, die ihn runterzog und sein denken beherrscht hatte. All dem entgegen zu treten war ungewohnt und die Tränen flossen ohne das er wirlich etwas tun konnte, kein schluchzen, kein heulen einfach nur die Erkenntnis darüber was er alles falsch gemacht hatte, was alles falsch gelaufen war. Er saß mit dem Rücken zur Wand, die Arme auf den Knien, wie unglaublich passend das doch die Situation wiederspiegelte. Er bemerkte nur aus dem Augenwinkel das sich jemand ein paar Meter entfernt ebenfalls niederließ und die Stimme bestätigte seine erste Vermutung, dass es Siva war. Das Angebot war nett... aber er war damit durch, jetz weiter in all dem zu versinken brachte ihn auch nicht weiter. Ganner lehnte seinen Kopf gegen die Wand und starrte Richtung Decke.

"Das ist lieb von dir aber...", er atmete einmal tief durch "jetzt weiter Trübsal zu blasen ändert nichts an der ganzen Situation. Ich hab Jahrelang Dinge vernachlässigt und vor mir her geschoben denen ich mich nicht stellen wollte. Vielleicht bin ich ja deshalb so lange bei den Marines geblieben, als Soldat ist so vieles viel leichter: Du kriegst klare Befehle die du befolgen musst, hast immer etwas zu tun und nur selten Situationen in denen du dich mit etwas anderem beschäftigen musst... mit diesen ganzen persönlichen Dingen die durch den Job auf der Strecke bleiben und die man zu vernachlässigen beginnt."

Ganner fuhr sich mit den Händen durch das Gesicht und schaute die Zabrak an.

"Ist ja auch egal. Ein Zimmer werde ich jetzt wohl dennoch brauchen... außer man darf als Padawan auch außerhalb wohnen?"
, er grinste, zwar durchzogen von Trauer, aber immerhin funktionierte die Gesichtsmimik so wie sie sollte. Es war schon ein wenig unverschämt gewesen die Junge Frau einfach so stehen zu lassen...

"Es tut mir leid einfach so rausgestürmt zu sein. Im Endeffekt holt einen die Vergangenheit immer irgendwie ein und auch wenn mir das bewusst war, gab es da noch etwas das wichtiger war als dir eine Antwort zu geben. Eine Konfrontation mit etwas das ich immer vor mir her geschoben habe... jetzt bin ich mir sicher, ich würde gerne von dir lernen. Ich weiß nicht ob es die richtige Entscheidung ist aber ohne die eigene Komfortzone zu verlassen trete ich weiterhin nur auf der Stelle und das muss sich ändern." , kurz pausierte er, "Muss ich mich jetzt noch irgendwo eintragen oder wie läuft das genau ab?"

[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Irgendwo] Ganner, Siva
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – NPCs, Satrek (per Holo), Ian, Joseline, Wes und Sarid


Sarid verfolgte die Worte ihrer Miträte und von Ian angespannt. Satrek schlug vor Gerüchte über eine Art Splittergruppe der Jedi zu streuen, um die Anwesenheit von Jedi auf Bastion zu erklären und die Schuld weg vom Gros der Jedi zu schieben, falls sie entdeckt werden sollten. Eine Möglichkeit, ja, aber so recht überzeugt war sie davon nicht, denn sie fragte sich, ob das wirklich funktionieren konnte. Joseline, die die letzten Minuten eher schweigsam war hatte schließlich noch eine Idee, welche Sarid im ersten Moment ziemlich überraschte. Aber je länger sie darüber nachdachte, desto besser gefiel sie ihr. So war es fraglich, ob es sich die Jedi angesichts ihrer angespannten Personaldecke wirklich erlauben konnten hinter einer einzelnen Jedi-Meisterin, egal ob Schatten oder nicht, ein mehrköpfiges Rettungsteam bis nach Bastion hinterher schicken konnten. Aber bei einem Mitglied des Jedirats wirkte die Geschichte um einiges glaubhafter. Außerdem vereinfachte es die politische Seite dieser Mission, denn damit war dann offiziell ein Sith der Brecher des Friedensvertrags, nicht die Jedi und nicht die Republik. Insofern gab sie Ian recht. Für die Jedi würde es so um einiges besser aussehen.


"Es wäre wirklich um einiges einfacher und glaubhafter mit Eowyn als entführter Jedirätin..."


fügte sie leise hinzu. Ein Blick auf Ian, seine Mimik und die Gefühle, die sie von ihm spürte, sagte ihr allerdings, dass ihm dies überhaupt nicht zusagte. Wie Eowyn darauf reagierte war ebenfalls schwer zu sagen, aber so wie Sarid sie kannte würde sie zusagen zum Wohl der Republik. Dennoch keine guten Voraussetzungen und die arme Eowyn würde mit Sicherheit noch stärker in die Mangel genommen werden, um ihr auf Bastion Informationen zu entreißen. Das gefiel der Corellianerin gar nicht. Aber welche Wahl hatten sie denn? Einfach abwarten konnten sie nicht, dafür starben viel zu viele Leute an dem Virus. Andere Alternativen hatten sie nicht als es auf diese Weise zu versuchen. Dennoch, diese Mission wurde mehr und mehr zu einer Gratwanderung zwischen dem notwendigen Übel und dem Risiko, dem ihre Leute ausgesetzt waren und dem, was sie sich davon erhofften.


"Aber wenn Ahna und Jedi Benett dann praktisch als Retter für eine Jedirätin Eowyn nach Bastion geschickt werden, dann wäre auch noch ein weiterer Jedi akzeptabel, nicht wahr? Ich würde mich um einiges wohler fühlen, wenn das Retterteam beispielsweise von Markus Finn verstärkt werden würde. Er ist Jedi-Meister, ein Beschützer und auch gerade hier auf Coruscant. Wenn es hart auf hart kommt kann seine Unterstützung Gold wert sein."


Sarid kannte Markus noch von früher und konnte darum seine Eignung für diese hochbrisante Mission bestätigen. Dann fixierte sie Ian direkt, der zuvor nur noch mit tonloser Stimme geantwortet hatte.


"Egal ob wir erfolgreich sind oder nicht, es wird niemand auf Bastion zurückgelassen. Wenn irgendwie möglich werden wir alle unsere Leute - und damit schließe ich dich ausdrücklich mit ein - von der Zentralwelt des Imperium zurückholen, wenn es sein muss. Ich weiß nicht, ob dies diese Mission leichter macht für dich, aber ich stehe zu meinem Wort, genauso wie meine Ratskollegen hier."


Dabei verwies sie mit einem ausholenden Bewegung auf alle Anwesenden.



Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – NPCs, Satrek (per Holo), Ian, Joseline, Wes und Sarid
 
[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Irgendwo] Ganner, Siva



Ganner starrte an die Decke. Bestimmt war ihm peinlich, dass ihn jemand so sah, immerhin weinten die meisten Männer ja nicht unbedingt vor Frauen, weil sie furchtbare Angst davor hatten, dann als schrecklich unmännlich zu gelten. Was total Blödsinn war. So betrachtet, wäre dann ja auch jede Frau, die eine Jedi war, keine echte Frau, denn Frauen, die kämpften und Waffen trugen, waren ja auch eher... verpöhnt. Jedenfalls meinte Ganner, dass er nicht weiter Trübsal blasen wollte und es klang ganz so, als wolle er sich dennoch den Dingen stellen, denen er lange davon gelaufen war.

Deswegen war ich so lange Padawan,“ gab Siva dann preis, einfach, weil Ganners Worte sie an sie selbst erinnerten. „Und das war auch ein Grund, warum ich unter keinen Umständen, niemals, nie einen Schüler wollte. Verantwortung für jemanden übernehmen, wo es schon schwer genug ist, verantwortung für mich selbst zu übernehmen? Ne, kein Weg!“

Tzja, so änderten sich Dinge. Sie war eine Jedi geworden und hatte einem Anwärter das Angebot gemacht, zum Schüler zu werden. Wenn Satrek davon hörte, würde er sich entweder freuen, oder aber, viel eher die Hände über den Kopf zusammen schlagen, wo er sich die Haare ja nicht mehr raufen konnte.

Ob man außerhalb wohnen durfte, da war Siva gar nicht wirklich sicher. Sie kannte niemanden, der außerhalb wohnte, was aber nicht hieß, dass es so wen nicht gab.

„Öh, keine Ahnung.“ Ne, wirklich nicht. „Aber hier zu wohnen hat einen Vorteil. Man ist direkt vor Ort, hat alle Trainingsmöglichkeiten schlechthin, muss nicht kochen, keine Miete bezahlen...“ Das Leben im Orden hatte eindeutig Vorteile. Man hatte zwar nur ein Zimmer, aber das ersparte einem dann auch, zu viele Räume putzen und aufräumen zu müssen.
„Du musst nur an ein Terminal gehen und dich anmelden, dann wird dir auch gleich ein Zimmer zugewiesen. Hier sogar wahrscheinlich ein Einzelzimmer. Luxus, den es auf Lianna nicht gibt.“ Wobei Sivas Zimmergenossin plötzlich nicht mehr aufgetaucht war und sie so auch ein Zimmer für sich gehabt hatte. „Ach, das weg rennen passt schon,“ winkte sie dann ab. „War ja keine Prüfung aus der du gerannt bist. Von daher ist das halb so wild.“ Mal kurz frische Luft schnappen war schließlich nicht verkehrt. „Wir können dich gemeinsam eintragen gehen und danach wäre die Überlegung wert, entweder eine kleine Pause zu machen, oder dich gleich mit ein bisschen was zu Lesen einzudecken. Den Kodex hatte ich ja schon erwähnt... Und mit dem würde ich dann einfach weiter machen.“



[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Irgendwo] Ganner, Siva
 
[Coruscant :|: Jedi-Tempel :|: Gänge :|: Trainingsraum] Arkon, Leela

Wie angekündigt führte Arkon diverse Schläge auf Lee durch, ohne dabei mit dem Lichtschwert den Körper zu berühren. Auch wenn er Leela dadurch nicht verletzt hätte, hätte er ihr Schmerzen zugefügt und solange sie noch nicht in der Lage war das Schwert richtig zu führen, würde der Alderaaner sich hüten sie irgendwie zu verletzen oder ihr Schmerzen zuzufügen. Er führte weiterhin Schläge auf sie durch und steigerte dabei langsam das Tempo und bei Bedarf erklärte er ihr noch einmal die richtige Art den Schlag zu parieren. Als er merkte, dass Leelas Paraden langsamer wurden und sie zu schwitzen begann trat Arkon einen Schritt zurück und beendete die Übung. Erst hier fiel ihm auf, dass Lee nicht in der korrekten Grundstellung gestanden hatte sondern in einer gespiegelten Version eben jener. Er sprach sie geduldig darauf an:

„Die Schläge hast du schon ganz gut abgewehrt. Bei weiteren Übungen werden dir die Bewegungen in Fleisch und Blut übergehen und du wirst nicht mehr darüber nachdenken müssen.“ Er stockte kurz ehe er weiter sprach: „Allerdings ist uns ein kleiner Fauxpas unterlaufen, du hast die Grundstellung von mir falsch abgeschaut und mir ist es erst zu spät aufgefallen.“ Er stellte sich nun direkt neben Leela und zeigte ihr noch einmal die Grundstellung: „Der linke Fuß nach vorne in Laufrichtung. Der rechte Fuß etwas weiter hinten, sodass du stabil stehst, aber auch direkt mit einem Schwerthieb einen Schritt nach vorne machen kannst. Halte dein Schwert dabei immer mit beiden Händen fest. Wenn du dabei den Schwertknauf mit deiner linken Hand so umfasst“, er zeigte es ihr mit ein paar Bewegungen, „hast du mehr Bewegungsfreiraum und kannst deine Angriffe sogar schnell ändern, sodass ein Schlag, der eigentlich von oben kommt, von unten kommt. Du lässt die Klinge im übertragenen Sinne fallen.“

Er deaktivierte die Klinge und ging zum Schwertständer zurück um die Übungsklinge wieder abzulegen. Anschließend warf Arkon einen Blick auf sein Comlink, betätigte ein paar Knöpfe und wandte sich wieder an Leela.


„Ich zeige dir gleich dein Zimmer, dann kannst du dich frisch machen und ich würde vorschlagen, dass wir uns danach in der Kantine treffen, um noch offene Fragen zu klären!“

[Coruscant :|: Jedi-Tempel :|: Gänge :|: Trainingsraum] Arkon, Leela
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – NPCs, Satrek (per Holo), Ian, Joseline, Sarid und Wes

Bevor Wes es sich versah, wurde gar nicht mehr das ›ob‹ diskutiert, sondern bloß mehr, ›wie‹ man die Mission nach Bastion am sichersten durchführen konnte. Damit konnte man die Hauptfrage dieser Sitzung eigentlich schon getrost abhaken. Der Taanaber erwartete schon keine spektakulären Einwürfe mehr, nur doch die Diskussion um Mannstärken und Schuldfragen. So schlug Satrek die Inszenierung einer ›Jedi-Splittergruppe‹ vor, welche vorgeblich agieren, um über die Black Sun falsche Fährten zu legen.

»Falls wir die Dienste der Black Sun in Anspruch nehmen wollten, wäre es sicherlich klüger, keine Spuren zu legen, die direkt zurück auf den Jedirat zeigen. Eine Splittergruppe als vermeintlicher Auftraggeber würde da sicherlich gut passen. Wenn nicht, wäre es allerdings eher ein zusätzliches Risiko. Schließlich sollten so wenige Leute wie möglich überhaupt wissen, dass eine Mission geplant ist,«

Überlegte Wes laut. Urplötzlich brachte Joseline jedoch einen Gedanken ins Spiel, den noch niemand in der Diskussion um Eowyns Schatten-Outing, welche Ahna schwer im Magen lag, betrachtet hatte. Warum beförderte man die langjährige Meisterin denn nicht einfach? Der Gedanke war so offensichtlich logisch und zwingend, dass man sich die Frage stellen musste, warum nicht schon eher wer darauf gekommen war. Gut, Wes wusste, dass Eowyn nicht gerade nach einer Beförderung lechzte, aber diesem Argument konnte sie sich kaum verschließen. Ahna, so viel stand fest, schien ein Stein vom Herzen zu fallen, der dankbare Blick in Jos Richtung war zu eindeutig. Ian wirkte nicht ganz so glücklich mit der Idee. Mit seinen Gefühlen hielt er nicht allzu sehr hinterm Berg und deshalb war es ihm anzumerken. Der ehemalige Sith brachte es aber über sich, ohne jede Regung zu erklären, dass es der Glaubwürdigkeit seiner Geschichte zuträglich wäre.

Zudem drängte Ian darauf, selbst die Verantwortung zu übernehmen, sollte der schlimmste Fall eintreten. Ein Ex-Sith als Sündenbock wäre zwar zugegebenermaßen praktisch – Ahna würde sicherlich darauf zurückkommen und Rornan vielleicht auch – aber Wes war nicht ganz glücklich damit. Ian riskierte und opferte eh schon am meisten. Wes sah Ians Schuld sicherlich nicht so schwerwiegend wie er selbst. Das Virus war einzig und allein Allegious' diabolischer Plan, daran gab es kaum mehr einen Zweifel. Darin verwickelt zu sein würde der Jedirat zwar niemandem wünschen, aber Ian tat genug, es zu sühnen. Auf ihm ruhte die Hauptlast der Mission und es konnte leicht passieren dass, egal wie diese ausging, ihm der Großteil der Schuld aufgeladen wurde, von beiden Seiten, und das nachdem sie Ian gerade erst mühevoll aus den Mühlen der republikanischen Justiz freigeboxt hatten. Wes war nicht glücklich mit diesem Gedanken.

Indes stimmte auch Sarid zu, dass es sehr hilfreich wäre Eowyn für die Mission zu befördern.


»Es widerstrebt mir ein wenig, die höchste Anerkennung, die der Jediorden zu vergeben hat, opportunistisch als Tarnung für eine Mission zu verleihen…,«

Begann Rornan, wurde aber von Eleonore über Holo unterbrochen.

»Rornan! Eowyn hätte diese Beförderung schon vor langer Zeit verdient gehabt!«

Aber der Quermianer nahm die rhetorische Kurve noch.


»…Aber ich muss zugeben, dass es sich in diesem Fall anbietet. Ich bin mir sicher, der ›Galaxy Sun‹ und anderen Perlen des galaktischen Journalismus entsprechende Informationen unterschieben zu können. ›Orden vertuscht das Verschwinden einer Jedirätin‹ – ich sehe die Schlagzeile schon vor mir.«

Wes musste schmunzeln, als die ›Galaxy Sun‹ erwähnt wurde und fasste schließlich zusammen.


»Wir inszenieren also die vermeintliche Entführung einer Jedirätin – ich bin absolut dafür, Eowyn zur Rätin zu ernennen, obwohl ich glaube, dass sie selbst nicht ganz so glücklich darüber sein wird. Aber ernsthaft: jeder außer ihr denkt doch, dass sie diese Beförderung schon vor langer Zeit verdient gehabt hätte. Unser Backupteam würde nach außen hin die Spur der vermissten Rätin verfolgen. Niemand muss wissen, dass sie tatsächlich mit Ian zusammenarbeiten, anstatt ihn zu verfolgen. Markus wäre in der Tat eine gute Ergänzung und wäre vor allem, wenn es hart auf hart kommt, Aurodium wert. Wir lassen niemanden zurück, wenn wir es verhindern können und Markus' Beisein würde dies ein ganzes Stück wahrscheinlicher machen. Aber auf andere Weise könnte genau das Ian blühen. Ihn zum Sündenbock zu machen… sicher, es würde helfen, Schaden von der Republik und vom Jediorden abzuwenden. Es könnte leicht passieren, dass du zum Retter von Coruscant avancierst, Ian, und trotzdem im Gefängnis sitzt – hoffentlich nur in einem republikanischen. Wir können dir vielleicht nicht einmal danken und die Öffentlichkeit womöglich erst nach Jahrzehnten die Wahrheit erfahren. Ich bin nicht glücklich damit… bist du dir sicher, dass du dir das aufbürden willst?«

Schloss der Taanaber, dem der Gedanke absolut nicht gefiel, Ian als Bauernopfer zu missbrauchen. Natürlich würden die Jedi alles versuchen, entsprechende Konsequenzen von ihm fernzuhalten, doch ob es ihnen gelingen würde, stand auf einem anderen Flimsi. Letzten Endes war es Ians Entscheidung und es gab immer noch Satreks Idee einer vermeintlichen Splittergruppe als vermeintlich Schuldige.

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Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – NPCs, Satrek (per Holo), Ian, Joseline, Sarid und Wes

Einfacher. Glaubhafter. Eowyn. Rätin. Niemand würde zurückgelassen werden. Gefängnis. Verfolgung. Ian filtere die Worte, die irgendwie relevant waren, aber alles andere? Alles andere schien ihn zu überfordern. Beförderungen, wann wer hätte befördert werden müssen, der seltsame Schlagabtausch der beiden Räte. Was wusste Ian schon über die Jedi und ihre Herangehensweise darüber, ob jemand befördert wurde und wann. Die Galaxy Sun? Über diese Reporter hatte Ian nichts Gutes gehört und wenn die Schlagzeile tatsächlich so lauten würde, war wohl auch nichts Gutes daran. Es schien alles beschlossen. War diese Sitzung also bald zu Ende? Jetzt, wo doch ohnehin alles gesagt worden war. Die Erlaubnis war erteilt, es würde ein Team geben. Sie würden sich treffen müssen. Elise, Brianna, Markus, Ahna, Eowyn und er, um weiter zu planen, aber das sicher nicht mehr heute. Schon gar nicht jetzt. Was Ian noch einmal aufhorchen und reagieren ließ, war das Wort Retter, als er zu einem leisen Widerspruch ansetze. „Wenn, dann sind wir es alle.“ Er war ganz sicher kein Retter und wollte keiner sein – selbst wenn, er könnte es nicht und es wäre pure Anmaßung gewesen, etwas anderes zu behaupten. Wes Frage war da einfacher zu beantworten, pragmatischer. Es ging nicht darum, was Ian wollte. Allegious hatte Ian damals zu sich gerufen, hatte ihn beauftragt, sich an den Vorverhandlungen zu beteiligen und der Dunkelhaarige hatte es getan. Hatte seine gefälschte Unterschrift unter eine Lüge gesetzt. Auch das hatte er nicht gewollt und hier hatte er gezögert. Jetzt würde er das nicht tun. „Was ich will ist, dass wir das Virus besiegen und dass die Republik nicht ihr Gesicht verliert. Wenn das bedeutet, dass dafür jemand zur Rechenschaft gezogen werden muss, dann bedeutet es genau das.“ Ohnehin, er war ein Verbrecher und der Platz an den er eigentlich gehörte war ein Gefängnis. Wenn nicht wegen des Virus, dann wegen der Morde auf Telos. Wegen seiner Zugehörigkeit zu den Sith. Duval hätte Beifall applaudiert. Am Ende bekam der Agent vielleicht das, was er sich wünschte. Eine Galaxis in der es keine Dunkelheit mehr gab. Einen Sith, den er ans Messer liefern konnte. Die Statuierung eines Exempels. Imperial oder republikanisch- Ian dachte besser nicht darüber nach, was ein Gefängnis für ihn bedeutete. Ein kleiner, enger Raum. Wenn, dann sollten sie ihn exekutieren. Vermutlich wären dann alle Gemüter beruhigt.
Sein eigenes Gemüt hingegen…
„Darf ich jetzt gehen?“

Coruscant – Jedi-Tempel, Ratsturm – Ratssaal – NPCs, Satrek (per Holo), Ian, Joseline, Sarid und Wes
 
Coruscant - Tempel der Jedi - Quartier von Aketos - mit Eowyn

Eo lachte. Das tat doch richtig gut. Zumindest bei der doch ein bisschen angespannten Situation, in der sich beide gerade befanden. Aketos Magen jedenfalls fing gerade an wirklich böse zu knurren und grummeln... fast wie ein kleiner geärgerter Wollhufer. Und zum Glück hatte die Menschin auch Hunger wie es schien, denn sie sprang doch gleich vom Stuhl auf. Ob bewusst oder unbewusst das wusste Aketos nicht, aber den letzten Satz der Jedimeisterin wollte sie nicht hören. Da gab es keine Diskussion. Aketos wollte ihre Ausbildung nur von Eowyn abgeschlossen bekommen. Von sonst keinem. Die Kamino empfand zwar ein bisschen Unvernunft dabei, aber was solls. Stur war sie ja immer schon gewesen.

Und los. Auf zur Kantine. Unterwegs führte die Menschin das Gespräch fort. In Aketos arbeitete das mit der anstehenden Mission von Eowyn immer stärker und einmal wäre sie fast über ihre eigenen Füße gestolpert. Verdammte Neugierde. Aketos würde das aber raus bekommen. Da war sie sich sehr sicher.


Naja.. so ein bisschen kann ich mit dem Ding ja doch mittlerweile umgehen. Aber der Brüller ist es nicht. Ich nehm da lieber meinen Kampfstab. Der ist wirklich wie eine ein Teil meines Körpers. Da weiß ich, wie er reagiert. Nur leider hat er gegen andere Lichtschwertbenutzer einen massiven Nachteil, den ich dir sicherlich nicht erläutern muss.

Aketos verzog dabei etwas das Gesicht.

Ich bin auch der Meinung erst einmal an der Verbindung zur Macht zu arbeiten.

Es war schon echt frustrierend auf der einen Seite, wie viele Baustellen noch offen waren bis Aketos "so weit war". Und natürlich konnte man nicht alles auf einmal lösen. Aber wenn es irgendwo möglich war, alles Schritt für Schritt in relativ kurzer Zeit zu schaffen, dann hier auf Coruscant im Jeditempel und natürlich auch mit Eo.

In der Kantine angekommen blickte sich die Kamino erst einmal um. Die Decke war ähnlich hoch wie im restlichen Tempel, jedenfalls dem Teil, den die Kamino bisher gesehen hatte. Zielstrebig steuerte Aketos Meisterin auf die Essensausgabe zu und griff zu Nudeln mit einer blauen undefinierbaren Soße. Aketos jedenfalls wollte erst einmal wissen, was es alles zu Essen gab.


Sagen Sie nichts. Sie sind neu hier!

Aketos wollte gerade etwas erwidern, der Koch sprach aber einfach weiter

Kamino. Spezielle diätetische Anforderungen. Ein kaminoanisches Fischgericht an Moosnockerl. Na wie wär es?

Aketos musste bei dem Gedanken schlucken und nickte dann nur. Wenige Minuten später überreichte ihr der Koch einen Teller.

Willkommen auf Coruscant! Und lass es dir schmecken Kleines!

Ähm... Vielen Dank!


Immer noch perplex nahm die sonst so schlagfertige Kamino den Teller entgegen und setzte sich zu Eowyn an den Tisch. Viel Beinfreiheit war ja nicht, aber das Essen entschädigte massiv dafür. Die Menschin redete und erklärte weiter. Aketos ihrerseits genoss gerade die Geschmacksexplosion in ihrem Mund! Der Fisch. Ein Gedicht. Und die Nockerl. Zart und fluffig ohne Ende. Eowyn sprach gerade von der Ausbildung und dass sie Ian auch noch fragen wollte ob er Aketos vielleicht eine andere Sichtweise geben könnte auf die Dinge. Ja... Ian musst Eos Liebschaft sein... dieses Essen ist wirklich himmlisch!

Moment. Aketos stockte kurz und schluckte. Während dem Schlucken kombinierte sie: Ian = Liebschaft von Eo = Sith!!!! Der Brocken blieb Aketos im doch etwas längeren Hals stecken. Tränen schossen ihr in die Augen. Dann begann sie wirklich übelst zu Husten und leicht zu würgen dabei. Aketos hielt sich die Hand vor den Mund während der Brocken Essen den Umkehrschub einleitete. Hust Hust... War das ihr Ernst?! Ein Sith sollte Aketos co-ausbilden? Hust... Dann war der Bissen in Aketos Hand. Mit tränenden Augen schaute sie kurz zur Menschin, japste kurz nach Luft und meinte dann:


Entschudligung...

Dann lies Aketos ein paar Augenblicke verstreichen und versuchte ihren Kopf frei zu bekommen.

Ein SITH?!

Aketos rutschte das Wort etwas lauter heraus als sie es eigentlich wollte und auch etwas schneller als sie nachgedacht hatte. Und plötzlich war es im näheren Umkreis um die Beiden sehr still geworden. Etwas verlegen versuchte Aketos die Situation zu retten...

Entschuldigung,

lächelte sie unschuldig in die Runde,

Nach so einem Hustenanfall passiert es mir öfter, dass ich niesen muss...

Dabei fuhr sie sich mit einem Finger kurz an der Nase entlang. Sogleich setzten die Gespräche wieder ein. Leiser zu Eowyn fuhr sie fort:

Tut mir leid... Ich mein dein Freund ist ja kein... mehr. Oder zumindest wenn dann nicht im klassischen Sinne. Und ich denke auch, so lange du ihn unter Kontrolle hast...

Irgendwie fand Aketos nicht die richtigen Worte, aber sie glaubte zumindest, dass die Botschaft richtig bei ihrer Meisterin angekommen war. Aber eins stand fest: Bevor sie mit diesem Ian trainierte, wird sie ihm auf den Zahn gefühlt haben. Und zwar nach aketos'scher Art. Wenig später dann, als der Teller schon fast leer war:

Ich glaube ich habe einen neuen Freund gefunden

Aketos grinste und nickte in Richtung der Essensausgabe. Dann grinste sie Eowyn an.

Du hast nicht zu viel versprochen. Hier ist das Essen wirklich um Lichtjahre besser!

Coruscant - Jeditempel - diese eine Kantine, du weißt schon welche - mit Eowyn
 
[Coruscant :|: Jedi-Tempel :|: Trainingsraum] Arkon, Leela

Es war ein unbeschreiblich wohltuendes Gefühl, sich nach den Tagen auf Arkons Schiff, wo sie quasi zur Untätigkeit verdammt gewesen war, wieder bis zur Erschöpfung verausgaben zu können. Zwar mußte Leela immer wieder unterbrechen, wenn ein Schlag aus unerwarteter Richtung kam und sie das Übungslichtschwert nicht schnell genug im richtigen Winkel zu Arkons Waffe bringen konnte, um diese abzuwehren, aber bald gelangen ihre Paraden häufiger, als dass sie fehl gingen. Zumal ihr Meister seine Schläge so langsam ausführte, dass sie sich voll und ganz auf die Technik und die korrekten Bewegungsabläufe konzentrieren konnte. Allmählich steigerte er das Tempo und hielt es an einem Punkt, an dem sie es gerade noch schaffte, ihre Waffe rechtzeitig zwischen die seine und ihren Körper zu bringen. Erst als Arkon die Lektion abbrach und zurücktrat, bemerkte sie, wie sehr sie das Training beansprucht hatte.

Lee wischte sich mit dem Ärmel ihre schweißnasse Stirn trocken und band schnell ihren Pferdeschwanz neu, aus dem sich mehrere Strähnen gelöst hatten und ihr ins Gesicht fielen, bevor sie Arkons Anweisungen folgte und neben ihm ihre Grundstellung nocheinmal korrigierte und versuchte, auf die beschriebene Weise das Lichtschwertheft mit beiden Händen zu halten. Es fühlte sich in der Tat besser an, ausgewogener: Ihr Stand war sicherer und die Bewegungen ungezwungener. Auf diese Weise hätte sie gerne noch eine kleine Weile trainiert, um die korrekten Abläufe gleich zu verinnerlichen, aber Arkon deaktivierte sein Übungsschwert und legte es ab. Mit einem zufriedenen Lächeln tat sie es ihm gleich, hob dann aber unverzüglich wieder ihren Gürtel mit den Blastern auf und legte ihn sich um die Hüften.

"Danke für diese Lektion, Arkon... Meister Revan." Leelas Atem ging noch schnell und ihre Wangen waren von der Anstrengung gerötet, aber sie fühlte sich gelöst und endlich frei von der Anspannung der letzten Tage. "Ich hoffe, wir können das bald wiederholen." Nachdem sie sich ihre Tasche wieder über die Schulter geworfen hatte, folgte sie dem Alderaaner wieder hinaus und ließ sich ihr kleines Quartier zeigen. "Es wird nicht lange dauern." verabschiedete sie sich von ihrem Meister und warf einen kurzen Blick auf ihr Chronometer. "Ich denke, ich werde in einer halben Stunde wieder in der Kantine sein."

Als sich die Tür hinter ihr geschlossen hatte, verstaute Lee ihr sparsames Gepäck im Schrank, hängte die verschwitzten Sachen über einen Bügel und duschte flink. Ohne sich Gedanken über ihre Frisur zu machen, band sie die noch feuchten Haare wieder zusammen und legte frische Kleidung an. Sie fühlte sich ein wenig an die Ausstattung ihres Bereitschaftsquartiers im Krankenhaus erinnert, praktisch und schlicht. Mit einem gedanklichen Schulterzucken trat sie wieder hinaus auf den Gang: Sie brauchte nicht mehr. Schließlich war sie nur hier, um zu lernen und je weniger Ablenkung sie dabei hatte, desto schneller würde sie damit Erfolg haben. Fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit traf die ehemalige Ärztin in der Kantine ein, Arkon war noch nicht da, also suchte sie sich wie schon zuvor ein ruhiges Plätzchen mit Blick auf die Tür.

[Coruscant :|: Jedi-Tempel :|: Kantine] Leela
 
Jedi Tempel ~ Landeplattform Nord

Die Triebwerke der Farore waren weit davon entfernt abzukühlen und die Laderampe des Transporters war noch nicht ganz ausgefahren, da sah Anakin bereits wie einer der silber schimmernden Protokolldroiden aus dem Hauptgebäude des Jedi Tempels gewackelt kam und sich seinem Schiff näherte. Aus dem Cockpit heraus schauend, entfuhr ihm ein lauter Seufzer. So laut, als wollte er jemanden auf sich aufmerksam machen. An Bord war aber nur er und ein Haufen von Ersatzteilen im Laderaum, aus denen man mit etwas Geschick vielleicht noch anderthalb Astromechs zusammensetzen könnte, wenn man es denn wollte. Er fühlte sich erschöpft, auch wenn es in Wirklichkeit keinen Grund dafür gab sich erschöpft zu fühlen. Jeder Arzt oder Med-Droide würde ihm wahrscheinlich beste Gesundheit attestieren. Nach langer Abwesenheit zum Orden zurückzukehren, hatte für Anakin jedoch schon immer ein mulmiges Gefühl in der Magengegend verursacht, auch wenn es sich dabei um eine Eigenart handelte, die er längst zur Perfektion gebracht hatte.

Der steife Protokolldroide war offensichtlich eine Neuanschaffung - oder Opfer einer frischen Speicherbereinigung - denn seine die Mimik der meisten Humanoiden ersetzenden, betont übertriebenen Gesten zeugten von einer einprogrammierten Überraschung, als er sich einem aus dem Schiff schlurfenden Jedi Rat gegenüber sah, der so gar nicht in das Bild eines Jedi Rats passte - oder das Bild, welches die meisten Leute mit Jedi im Allgemeinen verbanden. Keine Robe, keine Leinen, keine Inszenierung, ja nicht einmal ein Lichtschwert, trug Anakin. Stattdessen eine abgenutzte Hose, die früher vielleicht einmal schwarz gewesen sein konnte, doch längst so ausgewaschen und durchlöchert war, wie ein über seinen Dienstzweck hinaus beschäftigter Wischlappen und dazu ein ebenfalls wohl mal schwarzes, mit vereinzelten Ölflecken und von anderen Dingen ausgeblichenen Stellen übersätes, langärmliches Shirt, dessen Ärmel er jedoch hochgekrempelt hatte. Er mochte kurzärmlige Oberteile nicht, doch genauso wenig mocht er es, wenn Stoff oder andere Kleider- oder Schmuckstücke an seinen Unterarmen herum schlabberten. Schon längst wunderte er sich nicht mehr darüber, was dieser Umstand wohl über seinen geistigen Zustand preisgab. Viel interessanter wäre wohl gewesen, ob er noch als Rat gelistet war oder ob man ihn überhaupt noch im Register der aktiven Jedi des Ordens listete. Er hatte bei seinen Exkursionen durch die Unterstadt Coruscants davon abgesehen, sich regelmäßig, oder überhaupt mal, zu melden und zu berichten. Nun da er hier war und im Begriff den Tempel zu betreten, überlegte Anakin, wäre es wohl keine so schlechte Idee gewesen, das mal zu tun.

"Meister Solo, ich freu****..."

begann der Droide Anakin zu begrüßen, bevor dieser ihm seine Handfläche auf den kleinen, eckigen Mund drückte, hinter dem getarnt sich der Lautsprecher des Roboters befand. Der einzige Lautsprecher von dem Anakin wusste zumindest.

"Jaja, schon gut."

erwiderte der zurückkehrende Jedi und passierte das blecherne Willkommenskomitee. Die glubschigen Taschenlampenaugen, die ihn hellauf erleuchtet anstarrten ignorierte er ebenso, wie alles andere, was ihm der Droide hinterherzurufen begann, denn nein, er brauchte kein Quartier und nein, auch die Farore würde hier nicht dauerhaft stehenbleiben und selbst wenn, würde er sich schon selbst um alles kümmern.

Die Gänge des Ordens waren inzwischen viel belebter, als bei seinem letzten Aufenthalt. Die Fortschritte, die man im Rest der Stadt, beziehungsweise auf dem ganzen Planeten gemacht hatte, schienen im direkten Verhältnis zur Gesundheit des Tempels zu stehen. Ein Umstand, der in dem Jedi zum ersten Mal seit seiner Ankunft ein wohlig warmes Gefühl aufkommen ließ, ein Gefühl von zu Hause und willkommen sein. Die Blicke, die er erntete, egal ob man ihn erkannte oder nicht, änderten nicht das Geringste daran. Im Gegenteil, seine über die Jahre erkaltete Miene vollbrachte das Wunder ein Lächeln zu produzieren. Und es fühlte sich zu seiner eigenen Überraschung gut an. Zumindest ein bisschen. Zumindest, bis er den Turbolift erreichte, der vom Zentrum des Tempels, direkt in den Turm mit dem Ratssaal der Jedi führte. Der Glatt polierte Marmor reflektierte den Gesichtsausdruck von Anakin ausreichend gut, um ihm das Lächeln wieder von den Lippen zu wischen. Er kam sich komisch vor und fühlte sich ertappt. Irgendwie passte dieses Lächeln so gar nicht zu der erschlafften Persönlichkeit, die sich im Laufe der letzten Jahre in ihm entwickelt hatte. Doch er schweifte gedanklich ab. Das Pfeifen des ankommenden Lifts erinnerte ihn daran. Tief ein und aus atmend betrat er den Lift. Oberstes Geschoss, erinnerte sich. Es war schwer zu vergessen, wo sich der Ratssaal befand.

Ein letztes Mal atmete Anakin tief durch, zuppelte sich sein Shirt zurecht und fuhr sich noch einmal durch die schwer zu bändigen Haare, als würde das etwas helfen. Na dann, motivierte er sich selbst und überwandt das letzte Hindernis zwischen sich und dem Inneren des Ratssaals...

...wo er nach zwei und einem halben Schritt wie versteinert innehielt.

Er stand mitten in einer Versammlung. Damit hatte er nicht gerechnet. Hätte er das Plappern des Droiden vielleicht doch nicht unterdrücken sollen? Er erkannte die Jedi Räte Sarid Horn, Joseline, Wes Janson, sowie Satrek in Form eines Hologramms. Außerdem befand sich ein Mann hier, den Anakin vorher noch nie gesehen hatte und der in irgendeiner Weise wohl das Hauptthema des Gesprächs sein dürfte, neben noch einigen anderen Anwesenden.

"Ah... uh, die Tür war offen... Ähm, soll ich vielleicht später wiederkommen, oder...? Ich hoffe ich störe nicht."

Jedi Tempel ~ Ratssaal ~ bei Ian, Sarid, Joseline, Holo-Satrek, Wes & NPCs
 
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