Das HoloNet

El'mireth:
Ich weiß, dass es von außen nicht so aussehen wird, und ich verstehe, dass Unruhe und Zweifel herrschen, was das Vorgehen des Rates und die Kontrolle angehen. Aber Sie alle können sich sicher sein, dass meine Taten vom Rat sehr wohl sorgfältig beäugt und besprochen worden sind, und diese Untersuchung ist noch zu keinem Abschluss gekommen, sie laufen noch an. Das bedeutet wiederum natürlich nicht, dass ich nicht grundsätzlich das Vertrauen des Rates genieße, sondern dass alles seinen üblichen Weg läuft, bis die Untersuchung abgeschlossen ist. Sollte entweder der Rat oder auch der Senatsausschuss zu dem Ergebnis kommen, dass ich fahrlässig, falsch oder den Interessen der Jedi und der Republik zuwider gehandelt habe, dann wird es Konsequenzen geben, die ich selbstverständlich bereit bin zu tragen. Ich kann nicht ohne Konsequenzen frei nach Laune handeln, niemand im Orden kann das.
Und was Rat Janson, bereits angesprochen hat über die Handhabung solcher sensibler Informationen, traf ganz besonders auch auf Bastion und später auf Kast zu. Wir konnten uns für Bastion keine Erlaubnis des Senates holen, die Mission wäre von vorneherein zum Scheitern verurteilt gewesen. Genauso, wenn wir offenbart hätten, welche so wertvollen Informationen uns Ian Dice zugespielt hatte. Hätten die Sith geahnt, dass wir vom Ursprung des Virus wussten, dann hätte man uns dieses riskante Schauspiel niemals abgenommen und niemand wäre lebend von Bastion zurückgekehrt - und noch viel schlimmer, Ian hätte das Ursprungsvirus nicht bergen können und immer noch würden täglich tausende sterben. Geheimhaltung war zu diesem Zeitpunkt leider absolut notwendig.
Ähnlich war es, was die Folgemission nach Kast anging. Natürlich hätte ich den Rat via Kom kontaktieren können, aber Sie wissen alle, dass auch die besten und sichersten Verbindungen gehackt werden können. Bedenken Sie, ich war wochenlang abgeschottet auf Bastion in einer Zelle - ich konnte nicht mit Sicherheit sagen, welche Verbindungen noch sicher sind und welche nicht.
Unsere Grundlage war der Überraschungseffekt. Hätte man meine Nachricht abgefangen und dekodiert, dann wäre alles verloren und ich hätte mein Team in den sicheren Tod geführt. Absprachen sind notwendig - aber sie sind nicht in hundertprozentig allen Fällen möglich. Und was die Ausnahme angeht, so hoffe ich, dass es in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten oder hoffentlich nie wieder zu einer solchen Ausnahme kommen muss. Meines Wissens nach ist dies auch noch nie geschehen.

Herr Vos... Wäre es Ihnen wirklich lieber gewesen, ich hätte die Alternative gewählt? Nehmen wir einmal an, ich wäre wie geplant mit meinem Team nach Coruscant geflogen. Unsere Flucht von Bastion wäre aufgeflogen. Wir hätten berichtet, aber der Imperator wäre in Alarmbereitschaft gewesen. Können Sie ausschließen, dass er das Virus, welches bereits fertig und bereit in seinen Händen lag, zu diesem Zeitpunkt nicht freigesetzt hätte, ohne, dass wir dazu gekommen wären, irgendetwas zu unternehmen? Wären Sie bereit gewesen, dieses Risiko zu tragen - das Risiko, dass Milliarden, Billiarden, Trilliarden Lebewesen sterben? Denn das war das Ziel. Das Ziel war es, so gut wie alles Leben in der Galaxis auszulöschen.
Aber nehmen wir an, es wäre alles gutgegangen. Er hätte es nicht sofort freigesetzt, wir hätten dem Senat unsere Bedenken vorgetragen, der Senat hätte eine diplomatische Anfrage gestellt... meinen Sie, man hätte uns mehr Glauben geschenkt als jetzt? Und hätte man - meinen Sie, der Imperator hätte dann eingewilligt, das neue Virus nicht freizusetzen? Ich kann es nicht sicher beurteilen. Ich besitze nicht die Gabe der Vision, und außerdem ist die Zukunft nicht konkret definierbar. Aber von dem, was Sie von Imperator Allegious wissen... meinen Sie, er hätte zugegeben, dass dieser Schritt zu weit geht, er hätte sich einer Untersuchung gestellt, das Virus zerstört?
Ich kann es nicht sagen, auch wenn ich offensichtlich eine Vermutung habe. Aber ich bitte Sie alle, sich einmal diese Frage zu stellen. Wäre die Alternative wirklich besser gewesen?
Ich verabscheue Krieg. Ich bin Jedi geworden, um zu schützen, um zu hüten, nicht um anzugreifen. Aber der Krieg bestand die ganze Zeit. Er war nie fort. Der Friedensvertrag war eine Lüge, eine groß angelegte Falle, in die auch mein Orden getreten ist.
Ja, ich habe den Imperator ohne Mandat getötet. Ob Sie es mir glauben oder nicht - ich habe an diesem Tag überhaupt das erste Mal bewusst getötet. Und in meinen Augen, ja, da war die Notwendigkeit gegeben. Denn hätte ich mir ein Mandat geholt, dann wäre alles nicht mehr möglich gewesen. Der Überraschungseffekt, Sie erinnern sich.
Hätte ich nichts getan... wären dann nicht auch Stimmen laut geworden, die mich gefragt hätten, weshalb ich angesichts einer solchen Bedrohung nicht handelte, sondern mich feige zurückzog und die Galaxis ihrem Schicksal überließ? Die mich gefragt hätten, weshalb ich die Republik nicht vor dem sicheren Tod geschützt habe? Die mir gesagt hätten, dass man manchmal auch ein Risiko eingehen muss, um zu schützen, was man liebt? Die mir gesagt hätten, dass ich doch wusste, was kommen würde, dass ich wusste, dass all die Planeten fallen würden, weshalb ich dann meine eigene Integrität über das Wohl der Galaxis gestellt habe?
Ich stehe zu dem, was ich tat. Ich hätte mich gestellt, als Imperatorin Vendar meine Herausgabe forderte, genau wie Brianna Kae dazu bereit war. Ich wurde gebeten, es nicht zu tun, da man davon ausging, dass unser alleiniger Tod nichts ändern würde, eher im Gegenteil.
Herr Vos... Sterbende auf Kashyyyk sind eine Katastrophe. Handelsschiffe in den Häfen, Grenzsysteme in Alarmbereitschaft, all das, was uns vermutlich noch bevorsteht, ist schrecklich sondersgleichen und ich trauere um jede Person, die auf Grund dieses Krieges ihr Leben verliert. Aber... dass wir überhaupt noch kämpfen können, das ist die Folge dessen, was ich tat. Denn wir sind noch am Leben, und wir kämpfen nicht stündlich vergeblich darum, erneut Tausende zu verlieren.

Frau Denova... Ihre Fragen sind durchaus berechtigt. Aber ich denke, ich kann sie recht schnell beruhigen. Die Sache ist die, dass ich in dem Moment, als ich erkannte, dass ich mich eventuell in einem Interessenskonflikt vorfinden könnte, von allen Entscheidungen, die Ian betrafen, zurückgetreten bin. Die Entscheidungen, ihn in operative Abläufe einzubinden oder darüber, wie seine Worte gewichtet wurden, lagen niemals bei mir, zu dem Zeitpunkt war ich noch gar nicht Mitglied des Rates. Demnach musste es auch keine Prüfung über Interessenskonflikte geben. Bei Fragen meinerseits, wie ich mich zu verhalten habe, habe ich das Gespräch mit dem Rat gesucht. Sie haben durchaus Recht, dass Nähe immer ein Risiko birgt. Sie ist auch eine Chance, aber definitiv ein Risiko, weshalb ich bewusst keine Entscheidungen mehr traf, die ihn betrafen.
Was die Chancen angeht, so kann man dies in dem Vertrauen sehen, welches wir ineinander auf Bastion hatten. Und ich denke, die meisten von Ihnen werden mir zustimmen, dass alleine schon die Tatsache, dass ich den Mann, den ich liebe, einer solchen Situation aussetze, zeigt, dass ich das Wohl der Galaxis über das meine gestellt und keinerlei Interessenskonflikt zugelassen habe. Bastion war der letzte Ort, den eine Person wie Ian aufsuchen sollte, aus mehreren Gründen, doch es war sein Vorschlag, der letztendlich alles auslöste. Die Chancen, dass er diesen Einsatz nicht überlebt, waren äußerst hoch. Ein kleiner Fehler, und er wäre aufgeflogen - und mit dem Geständnis heute wird er ganz oben auf der Fahndungsliste landen. Dennoch haben wir entschieden, dass diese Möglichkeit, völlig unabhängig von meinen persönlichen Ansichten und Bindungen, viel zu wichtig ist, um sie nicht dem Rat vorzutragen. Ab da war ich nicht mehr in die Entscheidungsfindung bezüglich der Mission eingebunden.
Ich weiß mit Sicherheit, dass Ian Dice die Wahrheit sagte, so wie er sie kennt - die Macht hat einige nützliche Vorteile, was diese Sache angeht. Außerdem habe ich angesichts der weiteren Ereignisse rund um das Virus keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass irgendetwas, was er sagte nicht korrekt war. Ganz im Gegenteil - nur durch seine frühzeitige Information hatten wir überhaupt erst diese Möglichkeiten. Da ich allerdings keinerlei sicherheitspolitische Entscheidungen getroffen habe, kann ich guten Gewissens sagen, dass diese Nähe keinen Einfluss hatte.

Dice:
Ich erwarte nicht, dass die Republik mir glaubt. Meine Kleidung mag weiß sein, aber nichts davon täuscht über das hinweg, was ich bereits gesagt habe: Ich bin ein Schuldiger. Wie viele Operationen ich im Namen des Imperiums durchgeführt und wie viel Leid ich verursacht habe?
Zu viele. Ich bin jahrelang ein Sith gewesen und es ist kein rhetorisches Mittel, wenn ich abermals dazu stehe, dass ich schwerwiegende Fehler begangen habe. Was ich Ihnen allen eben gegeben habe, sind Namen und Orte, Fakten, die überprüft werden können. Wäre das, was ich sage, eine Lüge, könnte das Imperium dem einfach widersprechen. Ihre Recherchen werden ergeben, dass ich auf der Reliant und der Valkyre war. Eine Probe meiner Unterschrift wird bestätigen, genau wie mein Namensanagramm, dass Ian Dice und Acini Ed ein und dieselbe Person sind. Da, wo ich meine Worte bestätigen kann, tue ich es. Überprüfen Sie alles, was ich sage. Fragen Sie, was auch immer Sie wollen. Ich habe nichts zu verbergen und ja, Sie haben guten Grund, meine Worte in Frage zu stellen.
Bevor ich auf Ihre Frage zu sprechen komme, Herr Venn, muss ich etwas voranstellen.
Drei Fakten waren bekannt, ehe Eowyn ihre Entscheidung getroffen hat. Erstens, das Virus war bereits ausgebrochen und hatte Milliarden das Leben gekostet. Zweitens, es gab zu diesem Zeitpunkt ein zweites, noch gefährlicheres Virus. Und dann, drittens, erfuhren wir vom aktuellen Aufenthaltsort des Imperators. Ich bitte Sie, diese drei Fakten noch einmal zu bedenken.
Vier Milliarden Wesen hat das Virus seit Ausbruch bis Vernichtung das Leben gekostet. Vier Milliarden.
Alderaan. Alderaan beherbergt 2 Milliarden Leben. Das bedeutet, dass Alderaan zweimal gestorben ist. Nicht einmal, zweimal. Das C-Virus hat dafür gesorgt, dass Leben in einer Größenordnung von zwei Planeten vernichtet worden sind.
Zwei Planeten.
Wissen Sie, was eine vollständige Offenlegung der Beweise, eine Untersuchung und ein politischer Druckaufbau bedeutet hätten, Herr Vos?
Das Virus kannte keine Zeit. Ihm waren Rang und Namen und alles andere egal. Es forderte seine Opfer und jeder Tag, der verstrich, jeder Tag mehr, hätte weitere Opfer bedeutet. Nicht zehn, nicht hundert, nicht hunderttausend, sondern Millionen. Jeden Tag. Ich … ich bin kein Virologe und kein Wissenschaftler, aber ein Virus, die Erkrankungen, nichts davon verläuft linear. Die vier Milliarden, die bisher gestorben sind – und ich rede nicht von der Dunkelziffer, die es gibt, sondern von den Fakten, die vorliegen, wären nicht die höchste Zahl gewesen. Es wären mehr dahingerafft worden. Ich meine, noch mehr. Linear allein 11 Millionen am Tag. Aber die Zahl der Toten wäre exponentiell gewachsen. Das heißt nicht konstant gleich viele. Sondern immer mehr, da ein Wesen nicht nur eines ansteckt. Und zwei nicht nur zwei weitere.
Die Republik und die Jedi kennen Diplomatie. Aber ein Virus kennt sie nicht und lassen Sie mich eines versichern: Allegious kannte sie auch nicht. Während einer Verhandlung hätte das Virus nicht pausiert und Allegious? Zeit, die er damit gehabt hätte, hätte er genutzt. Um weiter zu vernichten. Vollumfänglich. Ich bin auf Kast nicht dabei gewesen, ich konnte nichts zu Kast sagen, weil ich zwei Herzinfarkte erlitten habe, aber Kast war unumgänglich.

Ich kann Ihre Fragen nicht zur Zufriedenheit beantworten, Herr Venn. Die erste Variante, die Allegious mir vorstellte, ließ er vor uns auf der Stelle zerbersten. Eine schlafende Version. Es ist unwahrscheinlich, dass andere Ampullen bestehen und selbst wenn: Durch die Zerstörung des Virus sollte jede Ampulle, die noch existieren könnte, ihre Wirkung verloren haben. Es ist … nun … als hätte man den Wirt zerstört.
Allegious ist tot und er war der Wirt, die dunkle Seite zusätzliche Parasiten. Das Virus verschwand mit seinem Tod und das deutet sehr sicher darauf hin, dass das Virus komplett zerstört ist.
Das Virus war kein gewöhnlicher Krankheitserreger. Allegious hatte genetisches Material mit der dunklen Seite der Macht verbunden, eine Symbiose. Der biologische Teil konnte sich verbreiten, aber der Kern, der das Ganze zusammenhielt, war an ihn gebunden. Als er starb, brach diese Verbindung zusammen.
Ich wünschte, ich könnte auch Ihre zweite Frage zufriedenstellend beantworten. Bisher sind keine Langzeitfolgen bekannt, aber seien wir ehrlich: Sie sind nicht auszuschließen. Die meisten Infizierten sind gestorben und diejenigen, die geheilt wurden, sind bis jetzt gesund. Was die Zukunft bringt, kann ich Ihnen nicht sagen.

Frau Aris. Eine Republik wird nicht nur durch äußere Feinde gefährdet, das stimmt. Aber sie wird auch gefährdet, wenn zu lange gewartet wird und sie wird gefährdet, wenn wir die falschen Verantwortlichen suchen. Nicht der Rat, nicht Eowyn hat das Virus erschaffen. Sondern Wesen wie Allegious. Damit ist er verantwortlich. Und verantwortlich sind Menschen wie ich, die diesem System zu lange gedient haben.

Elliundi:
Nun, was den Krieg angeht, H-7, so kann ich leider keine Fragen beantworten, so Leid es mir tut. Der Jedi-Orden ist bis zum jetzigen Moment nicht eingebunden in die Pläne des Kanzlers, aus den naheliegenden Gründen der Geheimhaltung, auch der Senat war ja nicht involviert. Selbstverständlich sind wir offen für die Zusammenarbeit und ich bin mir recht sicher, dass die Gespräche dazu bald beginnen werden, doch bisher kann ich dazu keine Auskunft erteilen.
Welche Regeln dann im Falle des Eingreifens des Jedi-Ordens bestehen werden, kann ich ebenfalls zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen. Darüber wird der Rat im Ganzen noch sprechen, doch wie schon in den vorangegangenen Konflikten werden wir natürlich wieder in Kooperation mit dem Militär und dem Geheimdienst arbeiten und uns auch deren Regeln zum Teil anpassen, so weit es unser Kodex zulässt. Weitere Anfragen zu diesem Thema gerne schriftlich, sobald die Lage sondiert worden ist, oder auch an das Büro des Kanzlers.
Weitere Fragen? Folgefragen?

Aris:
Rat Janson, Ihr Beispiel mit dem Stadion ist nachvollziehbar. Niemand hier würde bestreiten, dass operative Geheimhaltung in akuter Gefahrensituation notwendig sein kann. Aber genau hier beginnt das Problem. In Ihrem Szenario gibt es eine klar definierte Bedrohung, einen abgegrenzten Raum, eine überschaubare Zeitspanne. Eine Bombe. Ein Stadion. Eine Evakuierung. Beim C-Virus sprechen wir jedoch von einer galaxisweiten Krise. Von Milliarden Betroffenen. Von politischen Entscheidungen auf höchster Ebene.
Ist es wirklich dasselbe Dilemma? Oder war es eher eine Serie strategischer Entscheidungen, die wiederholt unter Ausschluss der Öffentlichkeit getroffen wurden? Und erlauben Sie mir eine weitere Frage. In Ihrem Beispiel entscheiden Sicherheitsoffiziere im Geheimen, um Panik zu vermeiden. Aber am Ende gibt es immer eine Untersuchung. Eine Rechenschaft. Eine Aufarbeitung. Wer hat während der Krise die Rolle dieser externen Untersuchung übernommen? Gab es eine Instanz außerhalb des Ordens und der Exekutive, die regelmäßig überprüfte, ob die Geheimhaltung noch verhältnismäßig war? Oder lag die Entscheidung, wann die Öffentlichkeit informiert wird, ausschließlich bei denselben Stellen, die auch von der Geheimhaltung profitierten?
Und noch eine letzte Frage zu Ihrer Metapher. Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Bombe im Stadion gar nicht existierte oder dass ihre Gefährlichkeit überschätzt wurde. Wer trägt dann die Verantwortung für die unterdrückte Information? Mit anderen Worten. Vertrauen muss man sich verdienen. Wie stellen Sie sicher, dass das Argument der Sicherheit nicht zu einem Blankoscheck wird, mit dem demokratische Transparenz auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden kann?

Voss:
Rätin El'mireth, Mr. Dice - das klingt alles sehr edel. Rücktritt von Entscheidungen. Gespräch mit dem Rat. Formale Distanz." Er lachte trocken. "Aber hören Sie sich selbst einmal zu. Sie sagen, Sie seien nicht beteiligt gewesen. Gleichzeitig erklären Sie hier vor der gesamten Galaxis, dass Sie mit absoluter Sicherheit wissen, dass Ian Dice die Wahrheit sagt. Weil die Macht es Ihnen zeigt. Weil Sie es fühlen. Das ist kein Prüfverfahren. Das ist Glaube. Wie sollen Bürgerinnen und Bürger, die weder Jedi noch machtsensitiv sind, zwischen objektiver Wahrheit und Ihrer persönlichen Überzeugung unterscheiden? Und kommen wir zu Ihrem angeblichen Rückzug. Sie waren nicht im Rat. Sie trafen keine formalen Entscheidungen. Aber Sie waren der Kanal. Sie waren die Person, die diese Informationen einbrachte. Sie waren diejenige, die dem Rat sagte: Vertraut ihm. Glauben Sie ernsthaft, Ihre persönliche Bindung habe in diesem Raum keinerlei Gewicht gehabt? Dass Ihr Wort nicht schwerer wog als das eines anonymen Informanten? Sie führen als Beweis Ihrer Integrität an, dass Sie den Mann, den Sie lieben, in Lebensgefahr geschickt haben. Das mag opferbereit wirken. Oder es zeigt, wie eng private Gefühle und operative Entscheidungen hier verwoben waren. Wenn ein anonymer Ex-Sith ohne persönliche Bindung dieselben Informationen geliefert hätte. Wäre er mit derselben Geschwindigkeit in operative Abläufe eingebunden worden? Hätte man ihm dasselbe Vertrauen geschenkt? Oder war es Ihr Vertrauen, Ihre Überzeugung, Ihr Gefühl, das den Ausschlag gab? Die institutionellen Schutzmechanismen, die sie ansprechen. Ich frage Sie direkt: Reicht ein formaler Rücktritt aus, wenn Ihre persönliche, romantische, emotionale Überzeugung faktisch das Klima im Rat prägt? Oder haben wir hier erlebt, wie eine galaxisverändernde Operation auf dem Fundament einer Liebesbeziehung aufgebaut wurde?

Venn:
Herr Dice, ich verstand Ihren Vergleich mit dem Wirt. Aber genau das machte Ihre Antwort problematisch. Sie sagten, das Virus sei mit dem Tod Allegious’ kollabiert, weil die machtbasierte Komponente an ihn gebunden gewesen sei. Das setzte voraus, dass niemand außer ihm dieses Prinzip verstand oder reproduzieren konnte. Wie sicher waren Sie sich, dass Allegious der Einzige war, der dieses Wissen besaß? Gab es Aufzeichnungen? Labordaten? Schüler oder Mitwisser? Sie beschrieben eine Symbiose aus genetischem Material und dunkler Seite. Das war konstruiertes Wissen, oder? Wissen verschwindet nicht automatisch mit einer Person. Wenn der Kern an Allegious gebunden war, bedeutete das, dass andere machtsensitive Individuen mit ausreichender Kenntnis theoretisch eine ähnliche Struktur hätten erschaffen können. Gibt es Hinweise darauf, dass entsprechende Forschung auf imperialer Seite weitergeführt wird? Und zu den Langzeitfolgen. Sie sagen, diese seien nicht auszuschließen. Gibt es eine galaxisweite medizinische Erhebung? Oder verlässt man sich darauf, dass das Problem mit dem Tod Allegious’ erledigt ist? Haben wir es mit einem unwiederholbaren Sonderfall zu tun? Oder mit dem Beweis, dass eine neue Kategorie von Biowaffen prinzipiell möglich ist? Denn wenn Letzteres zutrifft, dann endete die Bedrohung nicht.

Janson:
Frau Aris, ich muss zugeben, dass Eure Nachfragen mich ein wenig verwirren. Zu Beginn fragtet Ihr mich, ob der Jedi-Orden alleine im stillen Kämmerchen beschlossen hätte, die Information geheimzuhalten, dass Imperator Allegious das C-Virus erschuf. Ihr stelltet in den Raum, dass ein solcher vermeintlicher Mangel an Kontrolle unsere Demokratie gefähren würde. Ich sagte Euch, dass es diese externe Kontrolle gibt und nun fragt ihr, wer kontrolliert die Kontrolleure? Dabei erweckt Ihr nun plötzlich den Anschein, es gäbe eine große Verschwörung aus Jedi-Rat, Kanzler und Sicherheitsrat, die von einer Geheimhaltung der Urheberschaft profitieren würde – aber mir ist nicht klar, woraus bestünde denn dieser Vorteil?
Der Jedi-Orden hat nicht profitiert, oder der Kanzler. Was man uns während der Krise vorgeworfen hat, die Republik wäre unfähig, eine Seuche in den Griff zu bekommen, die Jedi wären machtlos… für uns wäre es viel einfacher zu sagen: seht her, das ist kein normaler Krankheitserreger sondern eine Biowaffe, erschaffen zum Zweck, Coruscant und der Republik so viel Schaden wie möglich zuzufügen. Überall im Holonet war von unserer Ohnmacht die Rede – im Grunde haben wir uns mit der Nichtveröffentlichung selbst geschadet. Profitiert haben die Bürgerinnen und Bürger von Coruscant und der anderen betroffenen Welten. Die ganze Mission, die zum Sieg über das Virus des Imperators geführt hat, war nur möglich, weil das Imperium keine Ahnung hatte, dass wir kommen.
Meinen Vergleich von vorhin finde ich durchaus zutreffend. Das Stadion, das ist Coruscant, plus die anderen betroffenen Welten, aber am schlimmsten war es hier. Coruscant war das Pulverfass, das uns um die Ohren zu fliegen drohte. Ihr sagt, es wäre eine galaxisweite Krise gewesen, doch die Realität war, dass die Galaxis außerhalb ihr normales Leben gelebt hat, während bei uns herinnen Millionen Wesen am Tag starben. Es gab eine Quarantäne, so gut wie niemand auf den betroffenen Welten rein oder raus. Die Realität war, dass die Coruscanter Lokalpolitik, Hilforganisationen, die Jedi draußen förmlich um Hilfsgüter und Credits betteln mussten. Es gab genug Welten innerhalb der Republik, die sich überhaupt nicht betroffen fühlten. Die Krise war also sehr wohl räumlich begrenzt. Was den Faktor Zeit angeht war klar, solange die Situation so ist wie sie ist. Die Stadt war dem Aufruhr nahe. Das Militär war überall, weil die CSF nicht mehr annähernd in der Lage war, die Sicherheit zu gewährleisten. Es gab die aggressive Variante des Virus, mit Betroffenen, die wild um sich schlugen. Das organsisierte Verbrechen boomte. Manche nichtmenschliche Spezies waren nicht betroffen, entsprechende Verschwörungstheoreien gab es zuhauf. Es gab Anhänger des Imperiums und radikale Republikaner. Die Karten auf den Tisch zu legen, seht her, das Imperium war's, hätte Coruscant an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht. Niemand hätte sich das getraut, nicht die Jedi, nicht das Kanzleramt, niemand.
Die längste Zeit hat sich an der Lagebeurteilung auch nicht viel geändert, bis vor kurzem, als das Virus besiegt und die Ordnung wiederhergestellt wurde und siehe da, hier sind wir. Dabei muss ich sagen, dieses umfassende Auskunftsrecht, diese Transparenzpflicht für die Neue Republik, auf die Sie so pochen, gibt es überhaupt nicht. Es ist völlig normal, dass der Staat nicht alles an Informationen veröffentlicht, über die er verfügt. Er verrät selbstverständlich nicht, welcher Nerfbauer auf Agamar in finanziellen Nöten steckt, dabei gäbe es Leute, die das wissen wollten. Aber das führt dann vielleicht dazu, dass diese Person ihre Existenz verliert. Man verrät nicht, gegen welchen mutmaßlichen Straftäter Sicherheitsbehörden ermitteln. Genauso wenig gibt die Neue Republik preis, welche Militäreinheiten sich wo befinden. Dann erfahren Piraten, wo sie freie Bahn haben oder man verliert einen Krieg. Transparenz ist nicht immer eine gute Sache, da finden sich noch viele weitere Beispiele, und wenn man nicht aufpasst, steht man ganz schnell mit heruntergelassenen Hosen da. Im gesamten Sicherheitsbereich ist das Recht auf Informationsfreiheit laut Verfassung ausgeschlossen, und das ist aus gutem Grund so. Ob man sich im Einzelfall zurecht auf solche Ausnahmen berufen hat, diese Entscheidungen werden durch die zuständigen Gerichte überprüft.
Sicherheit kann nur so funktionieren. Eine komplett unabhängige Untersuchung findet in der Regel erst statt, nachdem der ganze Vorgang abgeschlossen ist. Umgekehrt gibt es im Journalismus ebenfalls keine völlige Tranparenz. Ihr gebt ebenfalls nicht Eure Quellen und Informanten preis, dabei hätte die Öffentlichkeit doch ein Recht darauf, selbst zu beurteilen, wie stichhaltig diese oder jene Enthüllung tatsächlich ist? Aber wenn Ihr das tut, verliert Ihr diese Quellen und Ihr könnt Eure wichtige Rolle im Staatswesen nicht mehr wahrnehmen. Im Sicherheitsumfeld ist es genauso, verraten wir alles was wir wissen, können wir die Sicherheit nicht mehr gewährleisten.

El'mireth:
Sie haben nicht bedacht, auf was ich geantwortet habe, Herr Voss. Die Frage war, wie ich handeln würde, sollte sich herausstellen, dass Ian nicht alles gewusst hätte und diese fehlenden Informationen meine Entscheidungen beeinflusst hätten. Ich bin sogar weiter gegangen als gefordert, indem ich versicherte, dass Ian schlicht nach meinen Erkenntnissen die Wahrheit sagt, und anschließend ausführte, dass ich allerdings ohnehin keine Entscheidungen traf, doch Ihnen scheint besonders der letzte Punkt entgangen zu sein? Diese Aussage, dieser... Glaube, hatte also schlicht keine Relevanz, in keinem einzigen Punkt. Es sollte Ihnen allen lediglich einen gewissen Einblick in meine Kenntnis vermitteln, in der Hoffnung, es würde Ihnen leichter fallen, die Abläufe des Ordens zu verstehen. Doch ich verstehe, dass ein paar Wissenslücken in der Bevölkerung vorhanden sind, deshalb werde ich gleich darauf zurückkommen und ein wenig erläutern, weshalb meine Bindung keine Rolle spielte, ganz im Gegenteil sogar.
Vorher aber möchte ich auf diesen Vorwurf eingehen. Herr Voss... und alle anderen, die anzweifeln, dass mein Glaube irgendeine Relevanz besitzt. Ich verstehe, dass die Fähigkeiten, über die wir Jedi verfügen, unverständlich sind, zweifelhaft und auch mystisch erscheinen mögen. Doch wenn ich dies hier tue... ...oder auch das hier... ...dann ist das genauso handfest oder verständlich, wie wenn ich manchmal sicher weiß, ob zum Beispiel jemand lügt. Das Glas, das Wasser, die meisten können es sehen. Doch die Fähigkeiten eines Jedi enden nicht bei Levitation und solchen Elementspielereien. Manchmal wird vergessen, welch enorme Möglichkeiten uns die Macht bietet. Das ist völlig verständlich, aber interessanterweise werden sie doch ab und an angezweifelt, wenn es in die Situation passt - oder aber wieder danach geschrieen, wenn Hilfe notwendig ist, wie noch vor kurzem zum Beispiel hier auf Coruscant, als Millionen uns um Hilfe und Heilung anflehten. Unsere Fähigkeiten sind allerdings immer da, nicht nur dann, wenn sie gerade gebraucht werden, und sie sind weiter gefasst, als vielleicht dem ein oder anderen bewusst ist. Nur, weil man etwas nicht greifen kann, heißt es nicht, dass es nicht existiert. Ich bitte, das in Zukunft zu bedenken.
Zurück zu den Abläufen des Ordens, so weit sie relevant sind. Ihnen allen dürfte bewusst sein, dass enge Bindungen im Jedi-Orden teilweise sehr kritisch gesehen werden. Sie sind nicht mehr verboten, wie sie es in den früheren Tagen waren, aber man hat das Misstrauen ihnen gegenüber nicht abgelegt. Dementsprechend können Sie sich sicher sein - niemals habe ich dem Rat direkt und ohne Bedenken empfohlen, Ian zu glauben. Im Gegenteil, Sie können mir tatsächlich vorwerfen, dass ich im ersten Gespräch mit dem Rat verschwiegen habe, eine Beziehung zu Ian zu führen, damit der Rat ihm hoffentlich Glauben schenkt.
Das funktionierte, wie Sie alle sich nach meinen Ausführungen eben vielleicht denken können, nur leider so gar nicht. Natürlich flog es noch in der gleichen Sitzung auf und ich handelte mir eine Rüge deshalb ein. Daher - nein, ich war kein Kanal. Der Rat hat weder meine Unterstützung gesucht, noch Informationen von mir erhalten, was über mein eigenes Wissen hinausging, das lief alles über Ian. Mein Wort hatte kein Gewicht, zumindest nicht mehr als das jedes anderen Jedi. Und, bei dieser Gelegenheit - der Rat hätte jedem Ex-Sith, der sich so wie Ian mit vollem Einsatz bemühte, Leben zu retten und beinahe darum gebettelt hätte, diese Mission zu bekommen, genauso viel Vertrauen entgegengebracht wie eben Ian, denn hierbei ging es niemals um mich, sondern einzig und allein um ihn; sein Verhalten in den letzten Monaten seit seiner Ankunft, seine Vertrauenswürdigkeit und sein Bestreben, Gutes zu tun, zu helfen und Leben zu retten und zu zeigen, dass er mehr ist als seine vorherigen Taten.

Zum Ablauf wieder - nach diesem ersten Gespräch erfolgte aller Informationsaustausch direkt von Ian zum Rat. Ich wurde nicht mehr einbezogen. Ich war noch nicht einmal anwesend, als die Mission nach Bastion beschlossen wurde, sondern wurde erst hinterher informiert.
Der Rat misstraut Bindungen. Er misstraut allem, was über mehr als eine normale Freundschaft hinausgeht. Ratsmitglieder stellen in der Regel alles, wirklich alles, über irgendwelche Arten von Gefühlen. Jedi haben kein Privatleben, daher sind Beziehungen von Jedi niemals Privatsache. Sie werden beobachtet und analysiert, sie stehen unter Überwachung und werden nur akzeptiert, so lange sie sich nicht als Problem erweisen. Sie können sich daher absolut sicher sein, dass weder mein Vertrauen, noch meine Überzeugung oder mein Gefühl auch nur irgendetwas entschieden hätten, ganz im Gegenteil sogar. Und hätte ich gewollt, dass diese Mission nicht stattfindet; hätte ich meine Gefühle über meine Pflicht gestellt, dann hätte ich auf Ian direkt und zwischen uns beiden eingewirkt. Ich hätte ihn gebeten, dieses Risiko, das vermutlich zu seinem Tod führen würde, oder auch zu meinem und ganz sicher zu wenigstens einem Tod, nicht einzugehen. Ich hätte ihn angefleht. Das ist übrigens mit ein Grund, weshalb der Orden Beziehungen so kritisch gegenüber ist, die Entscheidung zwischen Pflicht und Gefühl. Aber das alles habe ich nicht getan - denn ich wusste, was auf dem Spiel steht. Milliarden Lebewesen.
Und noch einmal zurück zu den Abläufen... Diese Mission war lange von Ian angedacht. Konkret wurde sie aber erst, als der Rat ihm die Erlaubnis gab. Ich hatte, wie erwähnt, kein bisschen Kontakt zum Rat, bevor es um diese Entscheidung ging. Daher frage ich Sie gerne zurück, ob Sie mir sagen können, wie meine... "persönliche, romantische, emotionale Überzeugung" den Rat prägen konnte? Das Gremium, das seit jeher Emotionen und Romantik misstraut wie nichts anderem?
Herr Voss, Sie überschätzen meine Fähigkeiten. Ich mag eine gute Kämpferin sein, aber meine telepathischen Fähigkeiten sind durchaus... ausbaufähig, um es freundlich zu formulieren.
Diese Operation wurde nicht auf dem Fundament einer Liebesbeziehung aufgebaut - nein, sie wurde trotz dessen aufgebaut, weil es keine andere Wahl gab. Ich wiederhole gerne noch einmal, wenn auch diesmal in leicht anderem Zusammenhang... Nicht nach Bastion fliegen. Auf Grund unserer Beziehung auf Coruscant bleiben. Weiterleben, unsere Pflicht ignorieren, aber leben und einander haben. Den Imperator weiter walten lassen. Auf seine Gnade hoffen.
Wäre diese Alternative wirklich besser gewesen?

Dice:
Bei allem nötigen Respekt, Mister Voss, ich habe ihnen gerade erzählt, wie viele Wesen bereits gestorben sind, ich habe Ihnen gesagt, dass es praktisch so viele Leben wie auf zwei Planeten sind, ich habe ihnen gesagt, dass bereits die Vorverhandlungen auf einer Lüge aufgebaut sind, einer Lüge, die sie jetzt, noch während wir hier alle reden, überprüfen können und Sie, Sie kommen immer wieder auf die Beziehung von Eowyn und mir zu sprechen.
Private Gefühle und was? Operative Entscheidungen, sagen Sie. Dass beides miteinander verwoben gewesen wäre, dass diese Mission gar auf einer Liebesbeziehung aufgebaut wurde? Ich weiß nicht, welche Liebesromane Sie lesen und mir ist es ein Rätsel, wirklich, ein absolutes Rätsel, wie Sie zu diesen Schlüssen kommen, aber lassen Sie mich eins sagen. Was sie da fragen ist … *auflachen* Als ich zu den Jedi gegangen bin, wurde ich gefangen genommen. Ich war im Gefängnis, falls Ihnen das vorhin entgangen sein sollte. Ich war dort, weil überprüft wurde, was ich gesagt habe ich

Was, nein, sagen Sie mir, welchen Nutzen hätte es gehabt, wenn das, was Sie hier andeuten stimmt? Ich bringe die Frau, die ich liebe, auf einen Planeten voller Sith, direkt in deren Orden, wohlwissend, dass Sie, und sehen Sie Eowyn endlich einmal richtig an, dort grausamst behandelt wird. Ich lasse sie dort über Wochen, um den Ursprung des Virus zu suchen. Der Rat, der Rat genehmigt, dass diese Mission stattfinden darf? Unter dieser Konstellation? Wissen Sie eigentlich, was das bedeutet?
Es bedeutet, dass es eine absolut dringliche Notwendigkeit gab, zu handeln. Andernfalls wäre es wohl fahrlässig gewesen, mich dort hin zu lassen und ich erinnere daran, dass Ritterin Kae mit dabei war und ich gehe stark davon aus, dass sie nicht nur dabei war, weil sie kompetent ist, sondern auch, um mich zu überprüfen.

Janson:
Es liegt ja zugegeben nahe, bei einer Mission dieser Wichtigkeit nicht alles auf eine Karte zu setzen.

Dice:
Ich hätte keinen einzigen Vorteil davon gehabt, wenn ich gelogen hätte, ganz im Gegenteil. Was ich hier gerade getan habe, ist Hochverrat. Als ich mich an die Jedi wandte, war da die Gefahr, dass ich für immer eingesperrt werde. Wenn all das Ihrer Auffassung romantische Elemente enthält, auf denen eine Mission aufgebaut ist, lesen – Sie - bitte - andere Bücher.
Und noch was: Ich war kein anonymer Ex-Sith, denn ich habe dem Rat nicht nur gesagt, was ich über das Virus weiß, sondern auch meine Vergangenheit offenbart.
Anders, als bei den Jedi, gibt es bei den Sith keinen Rang, Mister Venn. Ein Sith, ein Sith eines solch hohen Ranges, wie Allegious ihn besessen hat, hat nicht den Hauch von Interesse daran, ein solches Wissen zu teilen. Ein Imperator. Ein Wesen, das die gesamte Macht haben will. Was glauben Sie, was geschehen wäre, hätte Allegious dieses Wissen geteilt? Die Gefahr wäre viel zu hoch gewesen, dieses Wissen gegen ihn zu verwenden, um in Allegious Fußstapfen zu treten.
Wissen verschwindet, wenn es nur im Kopf einer Person gesammelt, aber nirgends gespeichert ist. Ein Geheimnis bleibt ein Geheimnis, wenn es nicht geteilt wird.
Was geteilt wurde, mit Nergal und mir war, dass es ein tödliches Virus gibt. Aber wie genau es zusammengesetzt wurde? Das hat Allegious nicht preisgegeben. Bedeutete das, dass andere machtsensitive Individuen mit ausreichender Kenntnis etwas Ähnliches tun können? *seufzen*
Es schmerzt, Ihnen sagen zu müssen: Ja. Ja, es bedeutet, dass machtsensitive Individuen oder Wissenschaftler:innen mit genug Macht und Wissen unvorstellbares Entwickeln können. Allegious hatte sich Monate zurückgezogen und Zeit gehabt. Wissen in falschen Händen ist immer gefährlich, jenseits von Machtsensivität. Biowaffen sind hochgefährlich und das Virus war eine solche Waffe.
Wie Eowyn bereits erwähnte, war Allegious dabei, an einem noch tödlicheren Virus zu arbeiten, ich betone: Allegious. Dadurch, dass bekannt ist, was über das Virus bekannt ist, gibt es neue Möglichkeiten, auf Viren zu reagieren. Auch hier kann ich nicht zufriedenstellend antworten. Ich war ein Sith. Ich weiß nicht, was galaxisweit Forschende tun und welche Erhebungen es gibt, ich kann Ihnen sagen, was ich weiß, leider nur das. Und ich kann nicht für die Jedi und die Republik sprechen, aber die Mission und alles, was Sie bis hier hergehört haben, macht hoffentlich deutlich, dass sich hier niemand auf irgendetwas verlässt. Was geschehen ist, war ein Sonderfall, auf den wir nun ganz anders vorbereitet sein sollten, sollte er jemals wieder eintreten. Das aber ist meine eigene, persönliche Meinung.

Janson:
Ich möchte die Abläufe nochmals kurz zusammenfassen, da es offensichtlich Missverständnisse darüber gibt, wie die Entscheidungsfindung im Jedi-Orden abläuft und wie die ganz konkrete Abläufe in diesem Fall war.
Nach unserem Schlag gegen das Virus-Labor auf Coruscant, der angeblichen Tierarztpraxis, trat Ian an mich heran. Er offenbarte mir sein Wissen über die Ursprünge des C-Virus – das, was er heute auch mit Ihnen geteilt hat – und bat um die Erlaubnis, nach Bastion zu gehen und das Virus zu holen. Auf dieser Grundlage wurde eben die Ratssitzung einberufen, in der diese, nunmehr erfolgreich durchgeführte Mission beschlossen wurde. Ian war persönlich vorgeladen, damit alle Räte einen Eindruck von seiner Aufrichtigkeit gewinnen konnten, wie Eowyn eben erläutert hat. Aber sie war weder bei Ians Termin in meinem Büro noch in der Ratssitzung zugegen, tatsächlich wurde ihre Beförderung zur Rätin an diesem Termin überhaupt erst beschlossen. Mit der Entscheidungsfindung hatte sie schon rein deswegen nichts zu tun.

Elliundi:
Laut dem offiziellen Bericht wurde eine beträchtliche Menge Baradium darauf verwendet, um das Labor auf Kast inklusive aller Gerätschaften, Prototypen und Daten auszulöschen. Die an der Entwicklung beteiligten Laboranten wurden getötet... da eine Gefangennahme unter den gegebenen Umständen ausgeschlossen war. Da die Wachen laut dem Bericht ausschließlich aus fanatischen Loyalisten, keinen regulären Truppen bestanden und die Forschung – das wissen wir definitiv – nicht im Sith-Tempel, sondern auf einem weit entfernten, abgelegenen Mond durchgeführt wurde, gibt es allen Grund anzunehmen, dass der verstorbene Imperator Allegious große Anstrengungen unternommen hat, sein erlangtes Wissen mit keinem anderen Sith zu teilen. Es ist also davon auszugehen, dass das er das Geheimnis der Erstellung eines solchen Viruses mit ins Grab genommen hat. Theoretisch ist nicht auszuschließen, dass ein anderer Sith mit entsprechenden Fähigkeiten und Ressourcen diese Wissen aufs Neue erlangt. Für diesen Fall sehen wir uns insoweit gewappnet, als alleine auf Kast fast 18 Exabyte an Forschungsdaten sichergestellt werden konnten, die unser Verständnis von dieser Art von Bedrohung und deren Bekämpfung erweitern werden.
 
Voss:
Also gut. Wenn ich das alles zusammennehme, was wir hier gehört haben, dann ergibt sich ein Bild, das ... bemerkenswert ist. Wirklich bemerkenswert. Sie sagen, Ihre Handlungen seien geprüft worden, es habe Untersuchungen gegeben, die noch laufen. Sie sagen, Sie hätten sich in bestimmten Momenten zurückgezogen, um Interessenskonflikte zu vermeiden und gleichzeitig stehen wir hier und hören von eigenmächtigen Entscheidungen, von Geheimhaltung, von einer Mission, die ohne Mandat durchgeführt wurde, und von einem Mord an einem Staatsoberhaupt. Das ist eine faszinierende Definition von Kontrolle.
Und dann kommen wir zu Ihnen. Sie liefern uns eine Erklärung für dieses Virus. Eine Erklärung, die darauf hinausläuft, dass es ... verschwunden ist. Gebunden an eine einzelne Person, ausgelöscht mit deren Tod. Kein Restbestand, keine funktionierenden Ampullen, keine unmittelbare Bedrohung mehr. Das klingt fast zu gut. Fast zu sauber. Ein Problem, das sich mit dem Tod eines einzelnen Mannes in Luft auflöst.
Und genau hier beginnt mein Problem. Sie beide haben Ihre Handlungen erklärt. Sie haben sie eingeordnet, begründet, teilweise auch gerechtfertigt. Aber was Sie uns bisher nicht liefern, ist das, was danach kommen müsste.
Nach Erklärung sollte eigentlich Lösung folgen. Was sagen Sie der Galaxis? Dass alles ein Sonderfall war? Dass diese Situation so einzigartig war, dass man sie nicht als Maßstab nehmen kann? Dass wir darauf vertrauen sollen, dass so etwas nicht wieder geschieht? Was bedeutet das konkret? Ein Sonderfall, auf den wir nun ganz anders vorbereitet sein sollten? Sollen wir also davon ausgehen, dass es künftig ähnliche Szenarien geben könnte? Dass einzelne Jedi erneut entscheiden, wann Transparenz ausgesetzt wird? Wann Mandate übergangen werden? Wann Töten gerechtfertigt ist? Oder anders gefragt: Sie haben uns erklärt, warum Sie so gehandelt haben. Aber wie genau soll diese Erklärung irgendjemanden da draußen beruhigen?

Venn:
Ich möchte einen anderen Ansatz wählen. Zunächst einmal halte ich es für wichtig, anzuerkennen, dass ein Teil der Antworten, die wir hier gehört haben, durchaus ... konsistent ist. Insbesondere die Ausführungen zum Spannungsfeld zwischen Transparenz und Sicherheit. Das ist kein neues Problem. Es ist eines, mit dem jede Regierung, jede militärische Struktur und jede Sicherheitsorganisation konfrontiert ist. Auch die gebotene Offenheit ist anerkennenswert. Wenn ich das in meinen eigenen Worten zusammenfasse, dann sagen Sie im Kern Folgendes: Es gibt Situationen, in denen vollständige Offenlegung nicht nur unpraktisch, sondern gefährlich wäre. Situationen, in denen Informationen zurückgehalten werden müssen, um größere Schäden zu verhindern. Und dass genau eine solche Situation hier vorlag. Das ist ein Argument, das viele nachvollziehen können. Vor allem in einer Galaxis, die sich zunehmend im Krieg befindet.
Nun könnte man argumentieren, dass genau diese Pressekonferenz ein erster Schritt ist, um Transparenz herzustellen. Um Vertrauen zurückzugewinnen. Und ich denke, viele Zuschauer auf den Holo-Leinwänden könnten genau das auch so interpretieren. Sie könnten sagen: Gut, die Jedi stellen sich den Fragen. Sie erklären ihre Entscheidungen. Sie zeigen, dass sie sich der Kritik bewusst sind. Und vielleicht wirkt das tatsächlich beruhigend. Zumindest kurzfristig. Aber langfristig reicht das nicht.
Und hier komme ich zu dem Punkt, an dem ich mich meinem Kollegen anschließen muss. Sie haben erklärt, was passiert ist. Sie haben erklärt, warum es passiert ist. Aber was Sie bisher nicht konkret ausgeführt haben, ist, was jetzt daraus folgt. Welche strukturellen Änderungen werden vorgenommen? Welche Kontrollmechanismen werden angepasst? Welche klar definierten Grenzen werden gezogen, um sicherzustellen, dass ein solcher 'Sonderfall' auch tatsächlich ein Sonderfall bleibt? Und vor allem: Welche Maßnahmen werden ergriffen, um sowohl Sicherheit als auch Vertrauen gleichermaßen zu gewährleisten? Denn am Ende ist das die entscheidende Frage. Welche konkreten Schritte folgen nun aus der Auswertung dieser Mission?

Elliundi:
Ich denke, damit sind wir am Ende dieser Fragerunde angekommen. Ich danke Ihnen allen für Ihre Fragen.

El'mireth:
Herr Voss... Sie vermischen da zwei Dinge. Die Mission nach Bastion wurde geprüft und entschieden, ohne, dass meine Beziehung irgendeine Relevanz gehabt hat, und sie hatte die Freigabe von ganz oben. Was nicht autorisiert war, war die Weiterführung und die Reise nach Kast. Ich habe so gut wie mir möglich versucht zu erläutern, weshalb diese zweite, anschließende Mission in meinen Augen richtig gewesen ist und ich auch jetzt noch die volle Verantwortung dafür übernehme. Ich werde alle Folgen tragen, die die Republik, aber vor allem die Jedi von mir erwarten. Da ich eigentlich auf Grund meiner Verletzungen bis gestern noch auf der Intensivstation lag und die Ereignisse erst ein paar Tage her sind, konnten die Untersuchungen noch nicht tief greifen, ich bitte dafür um Verständnis, aber sie werden kommen. Daher sehe ich nicht, wie diese Definition von Kontrolle auf irgendeine Weise faszinierend sein kann?
Was die Lösungen angeht... Ich hoffe, Sie erwarten nicht nach wenigen Tagen dieser Mission eine ausgefeilte Lösung für den nächsten größenwahnsinnigen Imperator, der versucht, die Bevölkerung der Neuen Republik durch ein tödliches Virus auszurotten, denn ich denke wir alle sind uns einig, dass diese Lösung nicht auf dem Reißbrett entworfen werden kann. Und eine Lösung für den Fall, dass erneut Mandate übergangen werden, egal wie, egal wo, nun... wann haben Sie zuletzt von einem solchen Fall gehört, und weshalb glauben Sie, dass sich solche Fälle nun häufen werden, insbesondere, weil wir doch sehen, wie deutlich auf meinen Fall reagiert wird und wie scharf ich dafür, zu Recht, verurteilt werde? Jedi bekommen ihre Aufträge vom Rat, und diese sind vorher abgesprochen, genau wie im Militär. Doch jeder mit Ahnung vom Militär wird Ihnen auch sagen, dass es selten zu Einsätzen kommen kann, in welchen die Parameter von dem abweichen, was zuvor besprochen wurde. Wir vertrauen darauf, dass unsere führenden Soldaten dann handeln, wie es ihnen beigebracht wurde, und nicht vor Schreck erstarren und im Gefecht aufgeben.
Das soll nicht meine Tat und meine Entscheidung gutreden, ich möchte Ihnen allen nur klarmachen, dass eine solche Entscheidung, wie ich sie getroffen habe, in dieser Größenordnung nicht noch einmal gefällt werden wird. Dafür gibt es schlicht keinen Grund. Wir Jedi rennen nicht durch die Gegend und bringen Leute um, wie es uns passt - das wissen Sie. Das wissen Sie alle. Und dabei wird es auch bleiben, dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Lassen Sie nicht zu, dass meine Taten nun einen ganzen Orden, ja, eine ganze Republik in Verruf bringt.

Ich bin auch leider die falsche Ansprechpartnerin dafür, ob so etwas wieder geschehen könnte, da müssen Sie sich an das Imperium wenden. Aber was ich Ihnen sagen kann ist, dass in der gesamten aufgezeichneten Historie ein solcher Fall noch nie vorgekommen ist. Dass die Neue Republik und die Jedi aber, sollte die Statistik sich seltsamerweise irren, wie auch jetzt alles einsetzen würden, um Schaden zu verhindern. Das verspreche ich Ihnen.
Ihnen allen. Ich hätte, wie alle anderen auf dieser Mission, mein Leben gegeben, um die Bürgerinnen und Bürger der Neuen Republik zu schützen, und ich werde es tun, so lange es mir möglich ist. Ich kann Ihnen allen nicht versprechen, dass so etwas nie wieder geschehen wird. Aber ich kann Ihnen klar sagen, dass die Chancen dafür wirklich gering sind - und wir wesentlich besser darauf vorbereitet sind, denn bisher hat niemand auch nur ansatzweise geglaubt, dass irgendjemand zu solch einer grauenhaften Tat fähig ist. Jetzt wissen wir Bescheid.
Ich kann Sie nicht hundertprozentig beruhigen, das wäre nicht richtig, nicht fair. Diese Galaxis ist ein gefährlicher Ort - sie war es schon immer und wird es immer sein. Aber ich kann Ihnen allen versichern, dass wir Jedi da sind. Wir sind da, wir wollen diese Galaxis zu einem ein bisschen weniger gefährlichen Ort machen, das war und wird immer unser Bestreben sein. Wir sind nicht perfekt - wir sind auch nur Menschen, Twi'lek, Quermianer, Wookiees und viele, viele andere Spezies; keine Droiden, keine Computer, sondern Lebewesen, die nur auf Grund eines seltsamen Geburtsfehlers ihre Leben für diesen Orden, aber damit vor allem für all die Leute da draußen opfern. Weil Sie alle es verdient haben.
Wir geben unser bestes. Ich weiß, manchmal ist es nicht gut genug - aber wir geben unser bestes, jeden einzelnen Tag. Für Sie. Für die Republik. Für alle, die sich wünschen, in einer demokratischen Gesellschaft aufzuwachsen. Dafür sind wir hier.
Das war schon immer so, und das wird immer so bleiben. Dessen können Sie sich absolut sicher sein. Alle.

Dice:
Kontrolle bedeutet auch, korrigierend einzugreifen, wenn Dinge anders laufen, als sie ursprünglich geplant waren, oder wenn Dinge sich verändern. Wir sprechen leider nicht von einem Vorgang mit festgelegten Regeln, die sowohl für die Republik, als auch das Imperium gelten. Wir sprechen auch nicht von einer Mission, die in irgendeinem Lehrbuch stand und die nach einfachen Punkten abgearbeitet werden konnte. Ich bitte Sie, das einmal zu überprüfen. Wenn Sie ein Interview wie dieses führen, haben Sie vermutlich ein paar Fragen vorbereitet – aber es werden zusätzliche Fragen auftauchen, die von Ihnen Flexibilität, nein, Anpassung verlangt. Das ist meiner Ansicht nach keine faszinierende, sondern eine ehrliche Definition von Kontrolle.
Diese Konferenz diente und dient vor allen erst einmal dazu, der Galaxis zu erklären, was überhaupt geschehen ist. Wollen sie eine Lösung, oder nicht weniger als ein Wunder? Wir sind kaum von dieser Mission zurückgekehrt und haben uns direkt an die Öffentlichkeit gewandt, ohne Skript. Ohne doppelten Boden. Bloß mit der Wahrheit über das Virus und über das, was danach folgte. Wie könnte auch nur einer von uns den Versuch wagen, die Galaxis zu beruhigen, nach dem was geschehen ist? Wäre das nicht fahrlässig? Würden wir hier sitzen und behaupten, dass wir von nun an für alles immer und sofort eine Lösung hätten, wäre das auch nur im Ansatz glaubhaft? Wahrheiten sind meistens nicht bequem und niemand hier würde lügen, um das, was geschehen ist begreiflicher zu machen.
Sie fragen nach konkreten Schritten, die aus der Auswertung dieser Mission folgen – und ich kann Ihnen nur die unbefriedigende, aber ehrliche Antwort geben: Das wird sich jetzt, langsam, Schritt für Schritt ergeben. Wir können den zweiten nicht vor dem ersten machen. Diese Mission ist so frisch, wie die Wunden, die Sie noch sehen können. Wir konnten eine Gefahr, das C-Virus nicht abwenden, nicht verhindern, das mag ein berechtigter Vorwurf sein. Weil die Republik und die Jedi dem Frieden vertraut haben. Ein zweites, tödlicheres Virus wurde verhindert. Ich kann nicht für die Jedi sprechen und nicht für die Republik, aber Ihre Frage kann nicht allein von den Jedi beantwortet werden, sondern von allen Sicherheitssystemen und anderen Anhänger:innen der Republik. Niemand der hier sitzt, ist ein Wahrsagender oder ein Vorhersehender. Und dafür müssen Gremien gebildet werden. Wir wissen jetzt, was geschehen ist und das heißt, dass wir nun nach Lösungen suchen müssen. Das ist der zweite Schritt. Das konnten wir nicht vorher liefern und wir können die Lösung nicht alleine liefern.

Eine letzte Sache noch von mir. All das, was Sie eben gehört haben zeigt eindrücklich, wie schwierig es sein kann, Vertrauen in andere zu haben. Und dennoch: Ohne Vertrauen ist ein Miteinander unerlässlich. Den größten Fehler, den wir nun begehen könnten wäre der, in Misstrauen gegen alle zu geraten. Das würde uns schwächen, desillusionieren und uns noch weiter voneinander entfernen. Wenn Sie alle Ihre Gegenüber ansehen, dann könnte da immer ein potenzieller Feind sein. Der gesamte Raum hier könnte voll sein. Es wäre ein Fehler, alle unter Generalverdacht zu stellen. Lassen Sie uns alle gemeinsam nach Lösungen suchen. Die Republik wurde bereits mit dem C-Virus infiziert. Lassen Sie uns keine weitere Seuche, namens Misstrauen säen und uns noch weiter spalten.

Janson:
Wenn ich zusammenfassen darf: diese Mission, die Bedrohung durch das C-Virus zu beseitigen, wurde gründlich geplant und nach reiflicher Überlegung vom Rat und von der Führung der Republik genehmigt. Auch das hat seine Zeit gedauert, trotz der immensen Verluste an Leben, die wir erleiden mussten. Es war klar, dass das Imperium einen möglichen Verstoß gegen den Friedensvertrag sehen würde, sollte etwas Unverhergesehenes geschehen. Gerade deshalb hat sich niemand, die Initiatoren, der Rat oder der Kanzler, diese Entscheidung leicht gemacht.
Wie Sie nun wissen, ist der Fall eingetreten. Die Missionsteilnehmer erfuhren, dass es nicht ausreichen würde, nur das C-Virus zu besiegen und dass sie Imperator Allegious selbst konfrontieren mussten, um Coruscant, ja die gesamte Galaxis zu retten. Eowyn hatte die undankbare Aufgabe, eine unmögliche Entscheidung in kürzester Zeit unter immensen Druck zu treffen und soweit wir das jetzt sagen können, hat sie richtig entschieden. Das verbesserte C-Virus hat wirklich existiert und die gesammelten Daten werden das auch beweisen. Aber wie gesagt, es gab noch schlicht noch gar keine Zeit, das Geschehene aufzuarbeiten und ich denke, es wäre auch nicht okay gewesen, dies hinter verschlossenen Türen zu tun und dann der Öffentlichkeit eine ›Lösung‹ vorzusetzen. Die Aufarbeitung wird folgen, so gründlich und daher zeitaufwendig wie nötig, durch den Orden, durch die Politik, gegebenenfalls auch die Gerichte. Aber wir lassen die Öffentlichkeit dabei nicht außen vor, deshalb sind wir heute hier.

Die Mission war unzweifelhaft ein Erfolg, wie Sie am Verschwinden der Pandemie unschwer erkennen können. Der Preis dafür war hoch, höher als wir erhofft hatten, aber was wäre denn die Alternative gewesen? Hätte die Republik, hätten die Jedi Coruscant seinem Schicksal überlassen sollen, weil der verstorbene Imperator beschlossen hatte, dass es sterben müsste? Natürlich hätten wir das nicht tun können und es ist meine Überzeugung, dass die gründliche Prüfung der Vorgänge uns dabei recht geben wird. Sollten der Senat oder die Gerichte zum Schluss kommen, dass für die Zukunft zusätzliche Vorkehrungen getroffen werden müsse, fügen wir uns dem natürlich. Aber ich kann Ihnen versichern, dass das Handeln und Streben der Jedi stets dem größtmöglichen Wohl allen Wesen dienen wird.

Elliundi:
Ich danke Ihnen allen für Ihr Kommen. Ich möchte darauf hinweisen, dass die...


"Und mit Rat Elliundis Schlussworten melde ich mich zurück. Wir haben einige interessante Dinge hören dürfen, ich ringe noch darum, die vielen Fakten zu ordnen und bin gespannt, was Lia dazu zu sagen hat. Ich gebe erst einmal ab - wir hören uns!"
 
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