Denon


Denon - Wohnung der Sicards - Esszimmer - Niphira und Marlis, Marlis Eltern



Marlis Frage danach, ob Sith nicht viel meditieren würden lachte Niphira ein wenig und schaute dann nachdenklich zum Fenster.

“Nein. Leider nicht. Ich mache es auch nur wegen meinem ersten… Nun ja… man könnte ihn auch Meister nennen. Kein Jedi, kein Sith. Nicht einmal mit der Macht verbunden. Er hat mir stets gesagt, dass ein starker Körper auch einen starken Geist benötigt. Ich wünschte, ich könnte ihn noch nach Rat fragen.”

Greth. Egal wo er nach seinem Ableben war, hoffentlich ging es ihm gut. Nachdenklich nippte die Sith an ihrem Tee, ehe sie sich daran erinnerte, dass sie ja nicht alleine gerade in diesem Raum war. Es tat irgendwie gut hier zu sein. In einem anderen Leben hätte Niphira vielleicht überlegt, hier zu bleiben. Einfach alles hinter sich zu lassen, doch leider war dafür schon zu viel geschehen, um noch an dieser Option festhalten zu können. Daher nickte die Sith bei Marlis Frage.

“Leider schon. Es wird schon jetzt schwer zu erklären, warum wir so lange gebraucht haben.”

Die Sith lachte ein wenig. Jedoch war sie in erster Linie besorgt. Etwas stimmte nicht. Es war das erste Mal, dass man sie so harsch zurückbeorderte und auf ihr Erscheinen bestand. Es war einfach ein Abweichen von der Norm und sie selbst hatte nun erhebliche Bauchschmerzen, da sie nicht wusste, was sie erwarten würde. Es konnte schließlich alles sein. Marlis bat um ein Holo und allgemein verlief alles weitere sehr ruhig. Die Hand, welche Marlis auf die ihre ablegte drückte sie sanft um zu signalisieren, dass Niphira an ihrer Seite war.

Das folgende Frühstück wirkte kühl. Gespräche waren kaum mehr als ein paar Sätze. Allgemein war die Situation wahrscheinlich für die Eltern der Schülerin immer noch nicht ganz dazu bereit, die Beiden gehen zu lassen. Auf der anderen Seite verstand Niphira auch, dass in ihrer Wohnung eine Person saß, die zu einem Personenkreis zählte, der als das pure Böse galt. Zumindest abseits des Imperiums. So endete das Frühstück und schon bald folgte der Abschied. Niphira bemerkte, wie schwer es gerade Marlis Mutter fiel ihr Kind gehen zu lassen. Zum Abschied drückte auch die Sith noch mal Frau Sicard und lächelte ihr zu. Einfach um ihr Mut zu machen.

“Sie haben eine wirklich sehr starke Tochter. Sie wird Sie und ihren Vater immer in Ehren halten. Ich bin mir sicher, dass wir wieder kommen, wenn wir die Möglichkeit haben.”


Zum Abschied verneigte sich die Sith einmal noch respektvoll. Etwas, dass ihr Greth damals regelrecht eingeprügelt hatte. Es war sicherlich hart. Vor allem für Marlis und ihre Eltern. Auf der einen Seite war es erleichternd, dass Marlis noch lebte. Auf der anderen Seite arbeitete die junge Frau nun auf der Seite jener, die den Frieden der Galaxie gefährdeten. Es wurde wohl wahrlich Zeit, dass die Sith anfing, ihre eigene Version des Planes ihres Meisters anzugehen und die Sith von innen heraus nicht zu vernichten, sondern zu verändern. Die Saat war gesetzt. Lilya und Norag waren ihre Familie, doch auch eine Art Rückversicherung, falls Niphira sterben sollte. Sie sollten mehr Sith ausbilden, die ihre Lehren verbreiten würden. Damit würde alles anfangen. Nun war es an der Zeit, dass der Name Darth Makhaira Macht bekam.

Beim Schiff angekommen, fütterte Niphira erst einmal ihre Loth-Katze, nachdem sie ihre Sachen verstaut hatte. Es war an der Zeit, sich auf den Weg zu machen. Daher dauerte es nicht lange und die alte Lady, die nun ihr Schiff, Zuhause und Operationsbasis sein würde, löste sich von der Landeplattform. Die Sith würde ihrer Schülerin die Zeit geben, die sie benötigte. Vielleicht würde sie gerade dabei zuschauen, wie der Planet nun langsam unter ihnen kleiner würde und schon bald um sie herum nur noch Sterne wären. Leider war der Besuch bei Marlis Eltern nicht so positiv verlaufen wie es die Sith gehofft hatte, jedoch war es nun nicht zu ändern. Selbst sie würde lieber hier bleiben, doch irgendwann musste sie zurück.

Wenig später befand sich das Schiff im Hyperraum und die Sith starrte nach draußen. Sie waren also nun auf dem Weg zurück nach Bastion. Nachdenklich schaute Niphira auf die blauen Streifen, die an ihr vorbei jagten. Sie überprüfte noch einmal den Kurs im Autopiloten und stand auf. Sie wollte sich einen Tee kochen. Nachdenklich lief sie in Richtung Kombüse, doch dann passierte es. Wie ein Stich im Hinterkopf schreckte sie hoch und starrte in die Richtung, in die sie flogen, was bedeutete, dass sie sich plötzlich umdrehte. Sie hatte das Gefühl, dass etwas passieren würde, schon länger gehabt. Sie glaubte, direkt neben ihm zu stehen. Der Imperator. Etwas war passiert. Die Sith zitterte leicht. Sie fluchte laut auf der Sprache der Mandalorianer, was bedeutete, dass sie eine regelrechte Schimpftirade losließ während sie zum Cockpit zurückkehrte und versuchte noch mehr Tempo aus den Triebwerken ihres Schiffes heraus zu quetschen indem sie alles, was nicht zwingend nötig war abschaltete. In diesem Moment wusste Niphira nur eines. Sie mussten so schnell wie möglich aus dem Gebiet der Republik verschwinden. Etwas war passiert. Etwas, das eine komplette Unruhe verursachte. Und die Bilder, die ihr Inneres erreichten, sprachen eine klare Sprache.


(Weiter gehts
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Hyperraum nahe Borgo Prime - Niphiras Paladin-Klasse Korvette - Cockpit - Niphira, Marlis im Nagerzimmer
 
[ Hyperraum Richtung Denon | Gozanti-Kreuzer 'New Tide' | Brücke ] Faith, Tha'klen, Arlen und Brückencrew

Die letzten vierundzwanzig Stunden vergingen langsam. Für Faith war es irgendetwas zwischen unangenehmer Anspannung und Vorfreude, wieder nach Hause zurückzukehren. Wenn man das denn so sagen konnte. Sie war zwar noch nie auf Denon gewesen, aber allein das Gefühl, das Reich des kürzlich verstorbenen Imperators Allegious zu verlassen, war wunderbar. In ihrem Inneren löste sich ein dunkler Fleck, ein Druckpunkt, der auf ihrer Seele lastete und den sie nun, da er verschwand, erst so richtig wahrnahm.

Faith verbrachte den Großteil der verbliebenen Reise auf der Brücke. Die Crewmitglieder, die sie kurzerhand akquiriert hatten, stellten sich als absolutes Gold heraus. Aus irgendeinem Grund schienen sie reichlich Erfahrung mit der Steuerung eines gekaperten Frachters zu haben. Selbst die von den Imperialen vercodeten Systeme waren im Handumdrehen geknackt, sodass sie volle Kontrolle über die ‘New Tide’ erlangten.

Unten im Frachtraum ordneten sich die Verhältnisse langsam neu. Die ehemaligen Gefangenen verteilten sich um, suchten Abstand voneinander, andere auch Nähe oder Orientierung. Laute Gespräche wurden geführt. Faith schaltete das Intercom bald ab, als das stetige Hintergrundrauschen der Massen zu anstrengend wurde. Kurz ließ sie vorher ihre Sinne über die Passagiere wandern. Es gab Dankbarkeit, aber auch Misstrauen und begründete Zweifel. Außerdem eine leise Bitterkeit, die sich nicht so leicht abschütteln ließ. Denn selbst wenn die Zellwände sie nicht mehr einsperrten, waren sie noch immer nicht in Freiheit. Die Padawan nahm das alles wahr, ohne sich einzumischen. Sie wusste, dass sie nicht all diese Wesen trösten konnte, nicht richten. Sie war zu müde, um zu erklären. Ihre Aufgabe war es nun, das Schiff sicher nach Denon zu bringen. Um alles andere würden sich die dortigen Behörden kümmern.

Es war erstaunlich einfach, den Kontakt zur Republikanischen Flotte herzustellen. Zwischen den Sprungpunkten konnten sie bereits verlässliche Nachrichten über Hyperraumbojen senden. Man gewährte ihnen Einflug ins System von Denon. Faith hatte nicht einmal Zweibein seinen Speicher nach dem geheimen republikanischen Code auslesen lassen müssen, den er von Arkadi Duval eingepflanzt bekommen hatte. Und als sie bei der Gelegenheit daran dachte, fiel ihr ein, diesen Code zu melden und löschen zu lassen. Schließlich hatte Mariam mehrere Tage Zugriff auf Zweibeins Speichereinheit, und es konnte sein, dass er ausgelesen wurde. Mit Sicherheit hätte Arlen auch eine Art Garantie-Code für seine Rückkehr gehabt. Doch entweder nutzte er ihn ebenfalls nicht, oder er schwieg darüber.

Als die verzogenen Linien des Hyperraums sich schließlich wieder in die Lichter von Sternen manifestierten, war es kein einzelner Moment, der ihre Aufmerksamkeit fesselte, sondern die schiere Masse dessen, was vor ihnen lag. Noch bevor die Silhouette des Planeten sichtbar wurde, schoben sich unzählige republikanische Kampfschiffe vor das Sichtfenster des Frachters. Kreuzer, Fregatten, Trägerschiffe. Eine ganze Kampfflotte lag vor Ort, die keinen Zweifel daran ließ, dass Denon kein symbolischer Außenposten, sonder ein strategisches Herzstück unweit des imperialen Feindes war.

Faith richtete sich unwillkürlich etwas auf, als hätte die Präsenz dieser Schiffe etwas in ihr verändert. Kaum befanden sie sich im Realraum, wurden sie kontaktiert. Sie sollten den derzeitigen, die Flotte tangierenden Kurs beibehalten und die Geschwindigkeit reduzieren. Kurz darauf löste sich eine einzelne Korvette aus der Formation und näherte sich der ‘New Tide’. Faith beobachtete auf einem Schirm, wie sich das kleine Kriegsschiff an den Rumpf des Gonzanti legte und ein Andockmanöver einleitete.

An Bord kamen mehrere bewaffnete Soldaten sowie Zollbeamte und ein Adjutant des Flottenstabs. Er war ein Mann mit gerader Haltung, die mehr als seine Worte aussagten. Seine Uniform war makellos, seine Miene kontrolliert und sein Blick glitt mit ruhiger Aufmerksamkeit über die Brücke, als er sie schließlich betrat. Faith nahm wahr, dass er jeden Winkel prüfte. Sie glaubte zu erkennen, dass ihm die geschickt improvisiert überbrückten Sicherungen und Umgehung der Schiffssicherheit nicht verborgen blieb, doch er sagte nichts. Anschließend ließ er sich durch Arlen, Tha’klen und Faith einen Vorab-Bericht dessen geben, wie es sein konnte, dass ein gekaperter Imperialer Gefangenentransport mit drei Jedi an Bord mit einer Vorankündigung von nicht mehr als vierundzwanzig Stunden über Denon aufkreuzte. Ihr - und sicher auch Arlen - entging nicht, wie der Adjutant den rothäutigen Sith prüfend musterte.

Nachdem er sich, offensichtlich zu seiner Zufriedenheit, von der Wahrheit und Aufrichtigkeit ihrer Unternehmung versichert hatte, gab er schließlich die Genehmigung zum Anflug bei, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass bereits sämtliche militärische und zivile Stellen informiert seien und man sowohl bei als auch nach der Landung mit umfangreichen Maßnahmen rechnen musste. Faith nahm das zur Kenntnis. Es war genau das, womit sie gerechnet hatte. Immerhin mussten hunderte Flüchtlinge registriert werden, und irgendjemand würde sich auch um sie kümmern müssen.

Der Abstieg auf Denon ging dann plötzlich sehr schnell. Sie hatten einen priorisierten Anflugvektor erhalten. Und so tauchten sie durch dichte Schichten des Flugverkehrs in die Atmosphäre. Unter ihnen spannte sich eine riesige Stadt, vergleichbar in Erscheinung und Architektur mit Coruscant. Es war ein endloses Geflecht aus Licht, Stahl und übereinander gelagerten Ebenen, in denen jede Vorstellung von Himmel und Boden ihre Bedeutung verlor. Als sie immer weiter sanken, zogen an den Sichtfenstern Wolkenkratzer vorbei. Zwischen den Häuserschluchten wurden Verkehrsadern sichtbar.

Die Landung erfolgte in einem abgesicherten Bereich des zentralen Raumhafens. Als die Rampen sich öffneten, atmete Faith tief ein. Ihnen schlug ein Gemisch aus kalter, aber verhältnismäßig frischer Luft, Ozon und dem stetigen Hintergrundrauschen einer Galaxis-Metropole entgegen. Zwei Platoons republikanischer Soldaten standen bereit, in geordneten Reihen und flankierten medizinisches Personal sowie Verwaltungsbeamte, die mit konzentrierten Gesichtern auf Datenpads herumhackten. Dennoch war keine Hektik, keine Hast erkennbar. Nicht einmal unter den Passagieren. Von nun an griffen Abläufe präzise ineinander, die offenbar für genau solche Situationen geschaffen wurden. Es war schnell erkennbar, dass dies nicht Denons erste Flüchtlinge waren.

Die drei Jedi, die neu rekrutierten Piloten und der Adjutant verließen als letzte, gar erst nachdem die gefangene imperiale Besatzung abgeführt wurde, den Frachter. Sie ließ den Blick kurz über die Szene gleiten, über Verletzte, die versorgt wurden, über Listen, die angelegt wurden und die Gesichter deren, der nun langsam zu begreifen begannen, dass sie angekommen waren. Niemand schrie. Niemand jubelte. Die Freiheit hatte eine seltsame Nüchternheit, strukturiert zwischen Registrierungsformularen und Wasserausgabe. Aber genau das war es, was die Freiheit real machte.
Der Adjutant des Stabs führte die Jedi an all dem vorbei. Weitere Gespräche würden folgen, sagte er. Faith war als republikanische Offizierin als im Einsatz vermisst gemeldet worden. Wenn man von den Toten auferstand, hatte das Formalitäten nach sich zu ziehen. Arlen würde außerdem mit Sicherheit Kontakt mit dem Geheimdienst bekommen. Faith nickte nur. Sie hatte nichts hinzuzufügen. Auch ihre eigene Freiheit fühlte sich seltsam nüchtern an. Ein Kapitel schloss sich nun hinter ihr. Doch ihr war klar, dass mit dem aufziehenden Krieg ein neues vor ihr lag.


[ Denon | zentraler Raumhafen ] Faith, Tha'klen, Arlen & Republikanische Militärangehörige
 
Kommend aus dem Weltraum (Imperium)

[ Innerer Rand / Iseno-Sektor / Denon / Zone 1 / Zentraler Raumhafen / Landeplattform ] Arlen, Faith und Tha'klen, sowie (NPCs) ehemalige Gefangene und Personal

Arlen blinzelte, als er in das grelle Licht der Sonne Denons trat. Er hatte sich ans Ende der kleinen Gruppe aus Jedi und ehemaligen Gefangenen gesetzt und ließ damit den Gozanti-Kreuzer nun gänzlich verlassen zurück. Er wusste nicht, was mit der New Tide passieren würde. Es war trotz seiner unmenschlichen Modifikationen ein gutes Schiff und würde hoffentlich seine Sünden im Kampf gegen seine Erschaffer reinwaschen. Beim Gedanken an den imperialen Unrechtstaat packte er den Träger seines Rucksacks unwillkürlich fester und spürte, wie sich die scharfen Kanten der mitgebrachten Artefakte unangenehm in seinen Rücken bohrten.

Die Erkenntnis, dass sie es geschafft hatten, sickerte nur langsam in sein Bewusstsein durch. Das Gespräch mit dem Adjutanten des Flottenstabs hatte sich mehr als unwirklich angefühlt. Dem unbekannten Mann einfach so die Wahrheit zu sagen, wer er war, was seine Mission gewesen war… das fühlte sich nach über einem Jahr als jemand anders einfach surreal an. Noch immer huschten seine Augen unstet durch die Situation, registrierten die befreiten Aquaner und huschten zwischen den Bewaffneten hin und her. Innerlich gab er sich einen Ruck. Dies war freundliches Gebiet und er weder Darth Kerbal noch auf der Flucht. Ein unangenehmes Prickeln wanderte über sein Gesicht.

Der Adjutant führte sie Aquanern vorbei in ein nahestehendes Gebäude und von dort zu einer Gleiterplattform. Eine kurze Fahrt und ein weiteres Gebäude später wurden die Jedi getrennt und Arlen fand sich allein in einem schmucklos eingerichteten Büro wieder. Wer auch immer hier sein sollte war es noch nicht und sein Com war ihm abgenommen worden. Arlen konnte also nur schätzen, wie lange man ihn warten ließ, doch war es genug Zeit um sich, für wie es schien, ein paar Minuten in Tieschlaftrance auszuruhen.

Die Bothanerin, die das Zimmer schließlich betrat, entschuldigte sich weder für die Wartezeit, noch stellte sie sich vor. Stattdessen sprach sie die Codephrase aus, die ihm für ein Debrief mitgegeben worden war und nahm erst die Hand vom Blaster, als er seinen Teil des Satzes geantwortet hatte. Auch dann entging ihm ihr misstrauischer Blick auf sein entstelltes Gesicht nicht.

In knappen Worten, aber schwindelerregendem Detailgrad, begannen sie anschließend die Ereignisse auf Kelada durchzugehen. Dass Arlen von der imperialen Agentin befragt worden war, wusste sie schon. Jedoch zog sie ihm mit allem Geschick einer Verhörmeisterin jedes Detail darüber hinaus aus der Nase. Mit Gold-7 hatte er während ihrer Flucht nicht sprechen können und die schien die Agentin nun ausgleichen zu wollen. Verständlicherweise, da das Imperium nun schon mehrere Tage lang möglicherweise über delikate Informationen verfügt hatte. Nachdem sie ihn zu diesem Thema ausgequetscht hatte, verschwand sie kurz aus dem Raum, bevor sie nach wenigen zurückkehrte.

Danach ging es nicht weniger detailliert, aber mit weniger Dringlichkeit weiter. Alles, woran er sich erinnern konnte, teilte er mit. Interne Prozesse in Gouverneur Antares‘ Administration, Namen imperialer Offiziere, die genaue Lage einzelner Räume im Palast. Alles gingen sie durch und obwohl er das meiste bereits auf Kelada an den NRGD gemeldet hatte, wurde die Agentin nicht müde alles ein weiteres Mal durchzukauen.

Als sie schließlich fertig waren, fühlte Arlens Hirn sich an wie ein ausgepresster Schwamm. Wortkarg verabschiedete sich die Agentin und trug einem jungen Mon Cala auf, ihm sein Com zurückzugeben und ihn zurück zur Gleiterplattform zu eskortieren. Die Sonne war bereits untergegangen und ein fahler Mond stand am Himmel, der sich im schwarzen Lack des bereitstehenden Gleiters spiegelte. Zum Glück war die letzte Fahrt an diesem Tag ebenso kurz wie die erste. Im Hotel warteten Faith und Tha’klen bereits auf ihn, doch hatte Arlen zuvor ein dringlicheres Ziel, als sich zu ihnen zu setzen. Jemand hatte die Dusche offenstehen lassen und endlich den Dreck der Reise von Kelada fortzuwaschen war einfach zu verlockend.


[ Innerer Rand / Iseno-Sektor / Denon / Zone 1 / Hotel / Zimmer der Jedi ] Arlen, Faith und Tha'klen
 
[ Innerer Rand / Iseno-Sektor / Denon / Zone 1 / Hotel / Zimmer der Jedi ] Arlen, Faith und Tha'klen

Arlen, Faith und Tha’klen verbrachten zwei Tage in ihrem Hotelzimmer, während sie darauf warteten, dass etwas geschah. Das Militärkommando Denons hatte sich bereiterklärt ihnen einen Transport zurück nach Coruscant bereitzustellen, jedoch zu seinen eigenen Bedingungen. Die einzige Information, die sie also erhalten hatten, war, dass es bald passieren würde und dass sie sich daher nicht allzu weit entfernen sollten.

Keiner der Jedi musste sich dies zwei Mal sagen lassen. Es war lange her – mindestens Monate – dass sie die Chance gehabt hatten einmal wirklich zu entspannen und die Gelegenheit war einfach zu günstig auszuruhen und einfach an nichts zu denken. Nicht, dass ihnen das wirklich gelang, doch zu dritt auf dem Doppelbett vor dem Holofernseher zu lümmeln und Realitysendungen zu schauen fühlte sich dann trotzdem unheimlich gut an. Zwar liefen auf den meisten Kanälen auch Nachrichten, doch war keinem von ihnen für den Moment danach, galaktisches Geschehen zu verfolgen.

Abgesehen von ihrem Zimmer gab es dann auch keine wirklich guten Aufenthaltsorte im Hotel. Sie mochten auf Kosten des Jedi-Ordens untergebracht worden sein, doch konnten sie dabei natürlich keinen Luxus erwarten. Ein Pool war zwar vorhanden, aber aufgrund der Jahreszeit abgesperrt und ansonsten hätte es noch eine Bar gegeben. Auch danach Alkohol zu trinken war keinem von ihnen gewesen. Also warteten sie, genossen die Ruhe, und versuchten nicht an die Zukunft zu denken.

Vor allem genossen sie dabei auch ihre gegenseitige Gesellschaft. Wie durch ein Wunder hatten sie es alle von Kelada heruntergeschafft, wenn auch nicht unversehrt. Zwischendurch kam Arlen der Gedanke, ob er nicht ein bisschen Zweisamkeit mit Faith suchen wollte, sagte sich dann jedoch, dass es unfair wäre, Tha’klen allein zu lassen. Dafür wäre sicherlich genug Gelegenheit, wenn sie wieder im Tempel waren und nicht situationsbedingt alle aufeinander hocken mussten.

Am Morgen des dritten Tags schließlich wies sie eine wortgleiche Nachricht auf ihren Coms an, sich mit ihrem Gepäck zur Gleiterplattform zu begeben, von wo sie von einem mürrischen Soldaten in den militärischen Teil des Raumhafens gebracht wurden. Dort wartete ein RM-09 Allianz-Shuttle auf sie, das für den Jedi-Taxiservice abgestellt worden war. Der Pilot gab sich genau so wortkarg wie ihr Fahrer, doch flog er immerhin zügig. Keine halbe Stunde später sprangen sie ein weiteres Mal im Hyperraum und diesmal ohne wenn, aber, oder Zwischenstationen auf dem Weg nachhause. Wenn es so etwas wie ein Zuhause für Jedi überhaupt gab.

Natürlich hatte das Militär ihnen nicht das beste Shuttle zur Verfügung gestellt, das im Bereich des Möglichen gelegen hätte. Das RM-09 war alt und verfügte nur über einen Hyperraumantrieb Klasse 2, aber sie standen ja auch nicht unter Zeitdruck. Heute waren sie keine VIPs, die auf schnellstmöglichem Weg zum Tempel gebracht werden mussten. Die zwölf Stunden extra Flugzeit war vernachlässigbar für sie und für die militärischen Planer schlicht irrelevant.

So verging auch der letzte Tag Reise in erschöpfter Ruhe. Immerhin bot das RM-09 für bis zu vier bequem reisende Passagiere Platz und war somit eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Hotel und erst recht dem besseren Viehtransporter, mit dem sie von Kelada geflohen waren. Vielleicht verging der letzte Tag ihrer Reise auch aus diesem Grund zu schnell.


[ Kernwelten / Corellian Run / Corusca-Sektor / Hyperraum zwischen Ixtlar und Coruscant, Richtung Coruscant / RM-09 Allianz-Shuttle ] Arlen, Faith und Tha'klen

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