Dreena

Aurelia Satele Ban'Daur

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Dreena​



Dreena klein.jpg

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[ Infos zum Planeten: Dreena (engl.) | Dreena (dt.) ] (weicht deutlich ab von dem hier fürs Rollespiel beschriebene)

[ Zugehörigkeit: Neue Republik || Hapes Konsortium]



Dreena – Die Ozeanwelt des Hauses Ban’Daur​

Politik, Wirtschaft und Besonderheiten einer aufstrebenden Wasserwelt im Hapes-Sternhaufen

Allgemeiner Überblick​

In den vergangenen Jahrzehnten erlebte die einst abgelegene Ozeanwelt Dreena einen tiefgreifenden Wandel. Lange galt der Planet im Hapes-Sternhaufen als unbedeutende, nahezu unbewohnte Wasserwelt, die allenfalls als privater Rückzugsort des hapanischen Adels diente.
Erst mit der gezielten Kolonialisierung durch die damalige und heutige Herrscherfamilie Dreenas, das Haus Ban’Daur, begann sein wirtschaftlicher und politischer Aufstieg. Getrieben von der Suche nach neuen Ressourcen, wirtschaftlichen Möglichkeiten und strategischen Außenposten abseits der dicht besiedelten Kernwelten des Konsortiums, kamen Siedler, Wissenschaftler, Ingenieure und Handelsgesellschaften auf den Planeten.
Der Schlüssel zu Dreenas Entwicklung lag in der Errichtung gigantischer schwimmender Metropolen, moderner Forschungsplattformen und leistungsfähiger Tiefsee-Industrieanlagen. Dabei arbeiteten hapanische Kolonisten eng mit Spezialisten aquatischer Völker wie den Mon Calamari und Quarren zusammen.
Statt die weitgehend unberührten Ozeane rücksichtslos auszubeuten, setzte die planetare Führung früh auf fortschrittliche ökologische Technologien, nachhaltige Aquakulturen und kontrollierten Tiefseebergbau. Auf diese Weise konnten wertvolle Ressourcen erschlossen werden, ohne die empfindlichen maritimen Ökosysteme großflächig zu zerstören.
Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelten sich die anfänglichen Forschungsstationen und kleinen Kolonien zu blühenden Handels- und Industriezentren, deren wirtschaftliche Anziehungskraft weit über das eigene Sternensystem hinausreicht.
Heute gilt Dreena als wohlhabende und zunehmend einflussreiche Welt innerhalb des Hapes-Konsortiums. Was als gewagtes Kolonialisierungsprojekt auf einem nahezu vergessenen Planeten begann, hat sich zu einem Musterbeispiel für wirtschaftlichen Fortschritt, technologische Innovation und die wachsende Macht eines ehrgeizigen Adelshauses entwickelt.

Geografische Lage und planetare Besonderheiten​

Dreena befindet sich in den Rim Worlds (Randwelten) des Hapes-Sternhaufens. Diese Region gilt innerhalb des Konsortiums traditionell als vergleichsweise abgelegen und weniger prestigeträchtig als die reichen Kernwelten.
Allerdings bietet diese geografische Lage auch erhebliche Vorteile. Die Nähe zu regionalen Handelsverbindungen, der Great Rim Route und dem System Terephon eröffnet Dreena wirtschaftliche Möglichkeiten, während die Entfernung zum politischen Zentrum des Konsortiums dem Haus Ban’Daur eine gewisse Unabhängigkeit verschafft.
Der Planet selbst ist nahezu vollständig von ausgedehnten Ozeanen bedeckt. Größere zusammenhängende Landmassen fehlen weitgehend. Lediglich vereinzelte Inselgruppen, vulkanische Formationen und natürliche Korallenatolle durchbrechen die Wasseroberfläche.
Die Meere Dreenas sind von einer außergewöhnlichen Artenvielfalt geprägt. Gewaltige Unterwassergebirge, tiefe Ozeangräben und ausgedehnte Korallenlandschaften bilden die Grundlage eines ebenso reichen wie empfindlichen Ökosystems.
Die Besiedlung des Planeten konzentriert sich deshalb auf schwimmende Städte, künstliche Inseln, unterseeische Forschungsstationen und wenige natürliche Landflächen.
Die mächtigen Ozeane stellen zugleich eine besondere Herausforderung dar. Tropische Stürme, starke Meeresströmungen und gelegentliche Riesenwellen erfordern hochentwickelte Schutzsysteme, deren Beherrschung zu einer der technologischen Spezialitäten Dreenas geworden ist.

Politik und Herrschaft​

Das Haus Ban’Daur​

Die politische und wirtschaftliche Entwicklung Dreenas ist untrennbar mit dem herrschenden Haus Ban’Daur verbunden.
Die Familie erkannte früh das Potenzial der bis dahin weitgehend unerschlossenen Ozeanwelt und investierte beträchtliche Mittel in den Aufbau einer dauerhaften Kolonie. Dabei verfolgte sie von Anfang an das Ziel, Dreena nicht lediglich zu einem weiteren Rohstofflieferanten, sondern zum wirtschaftlichen und politischen Zentrum ihrer eigenen Machtbasis auszubauen.
Durch geschickte Handelsabkommen, Investitionen in die Infrastruktur und die Förderung technologischer Innovationen gelang es dem Haus, den Wohlstand des Planeten stetig zu vergrößern.
Anders als viele alteingesessene Adelshäuser, deren Einfluss vor allem auf jahrhundertealten Privilegien beruht, gründet sich die Macht der Ban’Daurs in erheblichem Maße auf den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Besitzungen.
Der wachsende Reichtum Dreenas verschafft der Familie mittlerweile eine gewichtige Stimme innerhalb des hapanischen Adels. Zugleich bietet die abgelegene Lage des Planeten einen gewissen Schutz vor den oftmals gefährlichen Intrigen und Rivalitäten der Kernwelten.
Dennoch bleibt Dreena fest in die politischen und gesellschaftlichen Traditionen des Hapes-Konsortiums eingebunden. Repräsentation, dynastische Verbindungen und der gesellschaftliche Rang des herrschenden Hauses spielen weiterhin eine zentrale Rolle.

Das Saphir-Atoll – Sitz des Hauses Ban’Daur​

Das Saphir-Atoll ist die prachtvolle Residenz des Hauses Ban’Daur und zugleich das politische und administrative Zentrum Dreenas. Die umliegende Hauptstadt trägt den Namen Saphirwacht.
Anders als die berühmte Reef Fortress auf Hapes, deren Fundamente auf natürlichen Riffstrukturen ruhen, handelt es sich beim Saphir-Atoll um eine einzigartige Verbindung aus biologischer Architektur, hapanischer Ingenieurskunst und modernster Repulsortechnologie.
Die gigantische schwimmende Festungsanlage ruht auf einem künstlich gezüchteten Fundament aus außergewöhnlich widerstandsfähigen Tiefseekorallen. Diese lebenden Strukturen werden durch technische Verstärkungen stabilisiert und erreichen stellenweise eine Belastbarkeit, die mit jener von Durastahl vergleichbar ist.

Architektur und Erscheinungsbild​

Über der azurblauen Meeresoberfläche erheben sich schlanke, schneeweiße Türme aus hapanischem Glas, poliertem Marmor und edlen Verbundmaterialien.
Die Architektur verbindet die elegante, beinahe märchenhafte Baukunst des hapanischen Adels mit den organischen Formen der Mon-Calamari-Baumeister.
Geschwungene Brücken, weitläufige Terrassen und gläserne Kuppeln verbinden die verschiedenen Gebäudekomplexe miteinander. Zahlreiche Aussichtspunkte ermöglichen einen ungehinderten Blick über die scheinbar endlosen Ozeane.
Bei Sonnenuntergang verwandelt sich das Saphir-Atoll in ein eindrucksvolles Schauspiel aus reflektiertem Licht, schimmernden Wasserflächen und beleuchteten Türmen.

Die hängenden Gärten von Dreena​

Da der Planet kaum natürliches Festland besitzt, ließ das Haus Ban’Daur ausgedehnte Gartenanlagen auf künstlich angelegten Terrassen errichten. Hier wachsen seltene hapanische Farne, exotische Blumen und biolumineszierende Wasserpflanzen, die sich über die weißen Mauern bis zum Meer hinunterranken. Die Gärten dienen nicht nur der Erholung, sondern auch als repräsentativer Rahmen für diplomatische Empfänge, gesellschaftliche Feierlichkeiten und private Zusammenkünfte des Adels.

Die Wellenbrecher-Plattformen​

Ein mehrschichtiges Schutzsystem aus massiven Wellenbrechern, Repulsorfeldern und elektromagnetischen Stabilisatoren umgibt die Festung. Diese Anlagen können selbst gewaltige Meeresströmungen und schwere Ozeanstürme ablenken oder erheblich abschwächen. Für Außenstehende entsteht dabei bisweilen der Eindruck, als würden sich die Wellen vor den Mauern der herzoglichen Residenz teilen.

Die Korallen-Promenaden​

Unterhalb der Meeresoberfläche erstreckt sich ein weitläufiges Netz aus Gängen, Galerien und repräsentativen Sälen, die direkt in die lebende Korallenstruktur des Atolls integriert wurden. Die organisch gewachsenen Wände absorbieren einen Großteil der Geräusche und verleihen den unterseeischen Bereichen eine beinahe ehrfürchtige Stille. Großflächige Transparistahlfenster ermöglichen einen einzigartigen Blick auf die farbenprächtige Unterwasserwelt Dreenas. Besonders die exklusiven Restaurants, Gesellschaftsräume und privaten Aussichtsplattformen genießen unter wohlhabenden Besuchern einen ausgezeichneten Ruf.

Wirtschaft und wichtigste Industriezweige​

Die Wirtschaft Dreenas zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Vielfalt aus. Neben der Gewinnung wertvoller Rohstoffe bilden die maritime Industrie, die Energieproduktion, die Herstellung von Luxusgütern und der Tourismus die wichtigsten Säulen des planetaren Wohlstands.

Tiefseebergbau und Mineralgewinnung​

Die ausgedehnten Ozeangräben Dreenas beherbergen zahlreiche mineralische Lagerstätten, darunter seltene Metalle, Kristallformationen und wertvolle industrielle Rohstoffe. Spezialisierte Tiefsee-Abbauanlagen fördern diese Ressourcen unter strengen technischen und ökologischen Auflagen. Ein beträchtlicher Teil der gewonnenen Materialien wird direkt auf Dreena weiterverarbeitet, während besonders hochwertige Erzeugnisse in andere Systeme des Hapes-Konsortiums exportiert werden. Die gewonnenen Rohstoffe finden insbesondere in der Hightech-Industrie, der Schmuckherstellung und im Schiffbau Verwendung.

Hydro-Siphon-Raffinerien​

Einen bedeutenden Wirtschaftszweig stellen die sogenannten Hydro-Siphon-Raffinerien dar.
Diese gewaltigen Industrieanlagen nutzen modernste Filter- und Trennverfahren, um Deuterium sowie weitere industriell verwertbare Stoffe aus dem Meerwasser zu gewinnen. Die gewonnenen Produkte dienen unter anderem als Ausgangsstoffe für die Energieversorgung, chemische Prozesse und bestimmte Anwendungen der Treibstoffwirtschaft.
Die Raffinerien sind überwiegend auf schwimmenden Industrieplattformen oder in geschützten Unterwasserkomplexen untergebracht. Ihre Produktion verschafft Dreena eine wichtige Stellung als regionaler Zulieferer industrieller Rohstoffe und strategisch bedeutender Energieträger.

Perlenzucht und maritime Luxusgüter​

Die Perlenzucht gehört zu den traditionsreichsten und prestigeträchtigsten Wirtschaftszweigen Dreenas. In den geschützten Gewässern des Planeten werden verschiedene Arten exotischer Muscheln und anderer perlenbildender Meereslebewesen gezüchtet. Besonders begehrt sind seltene, natürlich schimmernde oder schwach biolumineszierende Perlen, die in den Kreisen des hapanischen Hochadels als ausgesprochene Luxusgüter gelten.
Dreenas Manufakturen verarbeiten diese Schätze zu aufwendigen Schmuckstücken, zeremoniellen Accessoires und kunstvollen Prestigeobjekten. Einige besonders seltene Erzeugnisse werden ausschließlich über ausgewählte Handelshäuser vertrieben oder als diplomatische Geschenke verwendet.

Algenfarmen und Aquakulturen​

Die riesigen Algenfarmen Dreenas bilden einen weiteren wichtigen Bestandteil der planetaren Wirtschaft. Auf schwimmenden Plattformen, in künstlichen Lagunen und in kontrollierten Unterwasseranlagen werden zahlreiche Algen- und Wasserpflanzenarten kultiviert. Ihre Erzeugnisse dienen als Grundlage für Nahrungsmittel, Medikamente, Kosmetika und biotechnologische Anwendungen. Darüber hinaus übernehmen die Aquakulturen eine wichtige Funktion bei der Versorgung der wachsenden planetaren Bevölkerung. Durch ihre hohe Produktivität ermöglichen sie Dreena eine weitgehende Unabhängigkeit von Nahrungsmittelimporten. Besonders hochwertige Extrakte und medizinisch nutzbare Substanzen werden gewinnbringend in andere Systeme exportiert.

Luxusmanufakturen​

Auf Dreena hat sich eine wachsende Zahl spezialisierter Manufakturen etabliert, die maritime Rohstoffe zu exklusiven Luxuswaren verarbeiten. Dazu zählen Schmuck, hochwertige Textilien aus aquatischen Naturfasern, kunstvolle Dekorationsgegenstände und kosmetische Erzeugnisse. Die Verbindung aus hapanischem Qualitätsanspruch, seltenen Rohstoffen und aufwendiger Handwerkskunst hat diesen Produkten einen hervorragenden Ruf eingebracht. Das Haus Ban’Daur fördert diese Industrie gezielt, da sie nicht nur beträchtliche Gewinne erzielt, sondern auch zum gesellschaftlichen Prestige des Planeten beiträgt.

Werftanlagen und maritime Industrie​

Obwohl sich die großen militärischen Schiffbauzentren des Hapes-Konsortiums überwiegend auf anderen Welten befinden, unterhält Dreena eigene, kleinere Werftanlagen. Diese umfassen sowohl Orbitalwerften als auch hochentwickelte aquatische Trockendocks. Die orbitalen Einrichtungen dienen vornehmlich der Wartung, Reparatur und Modernisierung von Handelsschiffen, Raumtransportern, Yachten und kleineren militärischen Einheiten. In den planetaren Trockendocks entstehen darüber hinaus maritime Fahrzeuge, Forschungstauchboote, industrielle Spezialschiffe und luxuriöse Wasserfahrzeuge.
Die Kombination aus orbitaler und aquatischer Schiffbautechnologie hat Dreena zu einem regionalen Kompetenzzentrum für maritime Ingenieurskunst gemacht. Zugleich ermöglichen diese Einrichtungen dem Haus Ban’Daur, einen Teil seiner eigenen Sicherheits- und Versorgungsflotte unabhängig von den großen Werften des Konsortiums zu unterhalten.

Tourismus und Erholung​

Mit dem wachsenden Wohlstand entwickelte sich Dreena zunehmend zu einem exklusiven Reiseziel für wohlhabende Bürger, Diplomaten und Angehörige des hapanischen Adels. Besonders beliebt sind die luxuriösen schwimmenden Ferienanlagen, die prächtigen Korallen-Promenaden und die zahlreichen Unterwasserhotels. Viele dieser Einrichtungen bieten ihren Gästen einen außergewöhnlichen Blick auf die unberührte maritime Tier- und Pflanzenwelt. Zu den wichtigsten touristischen Attraktionen zählen geführte Tiefsee-Expeditionen, Ausflüge in die weitläufigen Korallenlandschaften, exklusive Segelreisen und Besuche der berühmten Perlenfarmen.
Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Saphir-Atoll, dessen öffentlich zugängliche Bereiche einen Eindruck vom Reichtum und der architektonischen Raffinesse des Hauses Ban’Daur vermitteln. Dank strenger Umweltvorschriften und gezielter Besucherlenkung versucht die planetare Verwaltung, den gehobenen Tourismus mit dem Schutz der empfindlichen Ökosysteme in Einklang zu bringen.

Bevölkerung und Gesellschaft​

Die Gesellschaft Dreenas zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Mischung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen aus. Neben hapanischen Siedlerfamilien und Angehörigen des Adels leben zahlreiche Wissenschaftler, Ingenieure, Händler, Spezialisten und Angehörige aquatischer Spezies auf dem Planeten. Insbesondere die Mon Calamari und Quarren haben einen bedeutenden Anteil an der Entwicklung der Unterwasserstädte und maritimen Technologien geleistet.

Trotz dieser kulturellen Vielfalt ist das gesellschaftliche Leben stark von den Traditionen des Hapes-Konsortiums geprägt. Der Einfluss des Adels, gesellschaftliche Etikette und die Bedeutung familiärer Verbindungen spielen weiterhin eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig hat sich auf Dreena eine wohlhabende Schicht aus Unternehmern, Wissenschaftlern und technischen Fachkräften herausgebildet, deren Einfluss weniger auf ihrer Abstammung als auf ihrem wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Erfolg beruht. Diese Entwicklung hat der planetaren Gesellschaft einen vergleichsweise fortschrittlichen Charakter verliehen, ohne die traditionellen hapanischen Machtstrukturen grundsätzlich infrage zu stellen.

Sicherheit und Verteidigung​

Trotz seiner vergleichsweise friedlichen Entwicklung besitzt Dreena aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung ein ausgeprägtes Sicherheitsinteresse. Das Haus Ban’Daur unterhält daher eigene planetare Sicherheitskräfte, deren Aufgaben sowohl den Schutz der Bevölkerung als auch die Sicherung wichtiger Industrieanlagen und Handelsverbindungen umfassen. Die maritime Sicherheit wird durch spezialisierte Patrouillenfahrzeuge, Überwachungsstationen und schnelle Eingreifkräfte gewährleistet. Besonders empfindliche Einrichtungen wie die Hydro-Siphon-Raffinerien, Tiefseebergwerke und orbitalen Werftanlagen verfügen über zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Im Orbit des Planeten übernehmen kleinere Kriegsschiffe und bewaffnete Patrouillenfahrzeuge die Überwachung des lokalen Raumverkehrs. Diese Kräfte sind nicht für größere militärische Operationen ausgelegt, ermöglichen dem Haus Ban’Daur jedoch ein hohes Maß an Eigenständigkeit bei der Bekämpfung von Piraterie, Schmuggel und anderen Bedrohungen. Im Falle einer ernsthaften militärischen Krise bleibt Dreena auf die Unterstützung der Streitkräfte des Hapes-Konsortiums angewiesen.

Strategische und politische Bedeutung​

Dreenas Bedeutung für das Hapes-Konsortium geht längst über seine Rolle als reine Rohstoff- und Handelswelt hinaus. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Planeten, seine zunehmend bedeutenden Werftanlagen und seine Lage innerhalb der Randwelten verleihen ihm eine besondere strategische Stellung.

Für das Haus Ban’Daur bietet Dreena drei entscheidende Vorteile:

  • Wirtschaftliche Unabhängigkeit: Die umfangreichen Ressourcen und die diversifizierte Industrie sichern der Herrscherfamilie erhebliche eigene Einnahmen.
  • Politischer Einfluss: Der wachsende Wohlstand ermöglicht es dem Haus, seine Position innerhalb des hapanischen Adels durch Handelsbeziehungen, Investitionen und politische Bündnisse zu stärken.
  • Strategische Autonomie: Die Entfernung zu den Kernwelten und die eigene Infrastruktur gewähren der planetaren Führung einen vergleichsweise großen Handlungsspielraum.
Gleichzeitig macht der Erfolg Dreenas den Planeten zu einem zunehmend interessanten Ziel für wirtschaftliche Konkurrenten und rivalisierende Adelshäuser. Die Herausforderung für das Haus Ban’Daur besteht daher darin, den erreichten Wohlstand zu bewahren und seinen politischen Einfluss auszubauen, ohne sich in die gefährlichen Machtkämpfe des hapanischen Hochadels hineinziehen zu lassen.

Ausblick​

Dreena ist heute weit mehr als eine abgelegene Wasserwelt am Rande des Hapes-Sternhaufens. Der Planet steht für eine außergewöhnliche Verbindung aus wirtschaftlichem Ehrgeiz, technologischem Fortschritt und aristokratischer Pracht. Seine schwimmenden Metropolen, gewaltigen Industrieanlagen und luxuriösen Residenzen zeugen von der Fähigkeit des Hauses Ban’Daur, selbst unter schwierigen geografischen Bedingungen eine blühende Zivilisation zu errichten.
Während die großen Adelshäuser des Konsortiums ihre über Generationen gewachsenen Rivalitäten fortsetzen, hat sich Dreena eine eigene wirtschaftliche und politische Machtbasis geschaffen. Die Zukunft des Planeten hängt nun davon ab, ob es seiner Herrscherfamilie gelingt, den eingeschlagenen Weg zwischen wirtschaftlicher Expansion, ökologischer Verantwortung und politischer Unabhängigkeit erfolgreich fortzusetzen.

Was einst als nahezu vergessene Ozeanwelt galt, ist heute ein Symbol für den Aufstieg eines Adelshauses, dessen Einfluss im Hapes-Sternhaufen stetig wächst.

„In den Ozeanen Dreenas spiegelt sich nicht nur der Himmel – sondern auch die Zukunft.“
 
Zuletzt bearbeitet:
[Dreena – Saphirwacht – Gravball-Arena] Zehntausende Fans und Ihre Hoheit.

Aurelias Stirn legte sich in leichte Falten, die den Anflug ihres Missfallens andeuteten. Was sie soeben gesehen hatte, war eindeutig ein Foul! Sie beugte sich eine Winzigkeit vor – denn nur so viel erlaubte ihr die antrainierte, vornehme Haltung, die sie laut ihrer Etikettentrainerin jederzeit an den Tag legen sollte und musste. Nobilitas obligat. Adel verpflichtet. Am liebsten hätte sie geseufzt oder sich pfeifend mit den anderen Fans des Grav-Ball-Matches zwischen den Dreena Mariners und den Terephon Amazons lautstark beschwert.

So aber zeigte sich die stille, unermüdliche Geduld Ihrer Hoheit Prinzessin Aurelia Satele Ban’Daur, in der Öffentlichkeit die perfekte dritte Tochter des Herrscherhauses von Dreena, einem Kronjuwel des Hapes-Konsortiums. Die VIP-Loge ihrer Familie war seit jeher offen gestaltet, hervorgehoben durch das Banner ihrer Familie. Sie diente dazu, dem Volk von Dreena – den gebürtigen Hapanern ebenso wie den zugezogenen aquatischen Spezies – vor Augen zu führen, wer sie regierte, wem sie ihren Wohlstand zu verdanken hatten und mit welcher Leichtigkeit und Eleganz das Herrscherhaus dieses Meisterwerk vollbrachte.

Der vorgeblich Unparteiische hatte nicht nur zugelassen, dass sich das Geschehen auf dem Spielfeld in einen Hexenkessel verwandte, sondern in der gesamte Arena. Die Emotionen der Menge standen für Aurelia so greifbar im Raum wie Nebel oder die Gischt der morgendlichen Flut, und genau deswegen liebte sie diesen Sport so. Am Hofe ihrer Frau Mutter, Ihrer Hoheit Herzogin Lysandra Vivienne Ban’Daur – ehrfürchtig oder von ihren Konkurrentinnen furchtsam auch die Sirene von Dreena genannt –, erlaubte man sich die Zurschaustellung von Emotionen lediglich hinter verschlossenen Türen, im Kreise der engsten Vertrauten. Für Auri – wie sie von ihrer älteren Schwester gerne genannt wurde – war diese Vertraute eben jene Schwester, Valeria Althea Ban’Daur oder auch schlicht ‚Val‘. Val war die mittlere der drei Ban’Daur-Schwestern und die designierte Thronerbin der Dynastie, nachdem Amira schon vor vielen Jahren aus dem Hapes-Konsortium davongelaufen war und nun als Vizeadmirälin in der Flotte der Neuen Republik diente. Sogar den Familiennamen hatte sie abgelegt und den Jungennamen ihres Vaters angenommen: Tet’ness. Furchtbar, wenn man ihre offizielle Meinung erbat; sehr viel komplexer, wenn sie sich selbst fragte, was sie davon hielt. Die Prinzessin erinnerte sich nur vage an Amira, diese war fast erwachsen gewesen, als sie selbst das Licht der Welt erblickte. Vielleicht gerade, weil ihre älteste Schwester so willensstark gewesen war, hatte ihre Mutter eine ganz eigene Lösung für das Problem gefunden.

Somit war die mittlere Schwester zur Thronerbin geworden, und das war eine Rolle, die sie auszufüllen wusste. Valeria konnte all das sein, was Auri nicht war: eine kühl kalkulierende Politikerin, geschickte Kommandantin eines Nova-Klasse-Kreuzers, wirtschaftlich interessiert und begabt. Sie selbst, sinnierte die blonde Hapanerin, hatte alle Mühe, in solcherlei Besprechungen wach zu bleiben, geschweige denn den Hauch von Interesse zu beschwören. Aber glücklicherweise war sie auch nur der Ersatz, sollte ihrer Schwester etwas zustoßen. Vermutlich würde sie auf Geheiß ihrer Mutter eines Tages irgendeinen Prinzen oder eine Prinzessin heiraten, um eine Allianz zu schließen oder zu bekräftigen. Wie Aurelia das fand, war sie sich nicht sicher. Irgendwie war der Gedanke seltsam, jemanden zu heiraten, den man kaum kannte, vielleicht nicht mochte und mit dem man wenige Gemeinsamkeiten hatte. Und doch wäre es vermutlich eines Tages ihre Pflicht, und zumindest diesen Gefallen könnte sie ihrer Frau Mutter, aber insbesondere Val, tun, sollte ihre Mutter bis dahin abgedankt haben.

Wer weiß, vielleicht hätte sie ja sogar Glück und wer auch immer ihr an die Seite gestellt werden würde, war kein Vollversager wie dieser Unparteiische! Ihre Finger spannten sich fest um die Sitzlehne. Das konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Der Kerl – noch dazu ein Mann! Was erlaubte er sich eigentlich? – war doch bestochen worden! Vielleicht sollte man ihn passend dazu auch gleich erstechen lassen. Das passende Blei zu dem Silber, das er ohnehin schon genommen hatte! Hach, wie poetisch sie doch heute wieder war.


[Dreena – Saphirwacht – Gravball-Arena] Zehntausende Fans und Ihre Hoheit.
 
[Dreena – Saphirwacht – Saphirwacht – Saphir-Atoll – Palast – Gemächter der Prinzessin] Val (als Hologramm) und Auri

„Du kannst dir nicht vorstellen, was für einen Mist der zusammengepfiffen hat!“
, empörte sich Prinzessin Aurelia Satele Ban’Daur über Lichtjahre hinweg. Mit einer ausholenden Handbewegung deutete sie neben sich, als ließe sich der fragliche Schiedsrichter dort noch zur Rechenschaft ziehen. Die Gesichtszüge ihrer Schwester verzogen sich zu einem feinen Schmunzeln. Selbst das blasse Blau der Holoprojektion ließ ihr Amüsement deutlich erkennen.
„Ich meine, wirklich: Wenn ich jemandem, der am Boden liegt, aufs Sprunggelenk hüpfe, ist das eindeutig ein Foul! Aber er hat "Vorteil" gegeben, um das Offensivspiel laufen zu lassen!“
Die Prinzessin hatte das Wort mit ganz gewöhnlichen Anführungszeichen in der Luft untermalt. Gut, dass sie sich allein in ihrem Nachrichtenzimmer befand, sonst hätte diese unfeine Geste womöglich noch irgendeine Zofe in Ohnmacht versetzt.
„Auri“, erklang es geduldig.
„Ja, Val?“ Aurelia hielt mitten in einer weiteren Geste inne und sah ihre Schwester erwartungsvoll an.
„Du hast bereits gesagt, dass die Mariners gewonnen haben. Warum regst du dich so auf?“
„Aus Prinzip!“, erwiderte sie forsch, verschränkte die Arme vor der Brust und pustete sich eine Strähne aus dem Gesicht, die sich während ihrer Schimpftirade gelöst hatte. „Wenn man auch nur eine Ungerechtigkeit stehen lässt, lädt man zu weiteren ein!“
Valeria neigte den Kopf ein wenig. „Das ist gewiss nicht falsch, aber du wendest diesen Grundsatz wieder einmal viel zu selektiv an, genau genommen auf die von dir empfundenen Ungerechtigkeiten.“
„Nun, es ist utopisch, alle Ungerechtigkeiten zu beheben.“ Aurelia löste die Verschränkung ihrer Arme und lächelte charmant. „Also ist es nur mein gutes Recht, auf jene hinzuweisen, die meines Erachtens Beachtung finden sollten. Eine Heimniederlage der Mariners durch einen bestochenen oder betrunkenen Schiedsrichter wäre einer Beleidigung unserer Bevölkerung und unserer Dynastie gleichgekommen!“
Bei den letzten Worten richtete sie sich auf und hob das Kinn, als hätte sie soeben vor dem versammelten Hof eine Angelegenheit von staatstragender Bedeutung erläutert. Sie konnte das gut.
„Ich sehe, du hast das von allen Seiten durchdacht.“ Valerias Stimme blieb vollkommen ernst und trocken wie Tatooine. Nur eine leicht angehobene Braue verriet sie.
„Danke. Endlich würdigt mal jemand, welche Opfer ich darbringe.“ Aurelia quittierte die Bemerkung mit einem huldvollen Nicken.
Valerias Blick glitt an ihr hinab und hielt kurz inne.

„Apropos Opfer, Auri: Ist das mein Kleid?“
„Was? Nein. Davon wüsste ich.“ Aurelias Hand, die eben noch auf dem Rock geruht hatte, wanderte unauffällig auf die Armlehne.
„Doch, doch, ich bin mir sehr sicher, dass das in meinem Schrank hing.“
„Immerhin hast du die Vergangenheitsform richtig verwendet.“
„Auri!“
Aurelia legte eine Hand an ihr Dekolleté und betrachtete den Stoff mit einer Überraschung, die bei etwas weniger sorgfältiger Ausführung womöglich glaubwürdig gewesen wäre.
„Jetzt, wo du es sagst … Es kam mir gleich so vertraut vor.“
„Du hast es aus meinem Schrank genommen.“
„Du lässt es klingen, als hätte ich mich hineingeschlichen.“ Sie hob die blonden Brauen, sichtlich getroffen von dieser ungeheuerlichen Unterstellung.
Valeria schwieg.
Aurelia hielt ihrem Blick noch einen Moment stand, bevor sie die Lippen aufeinanderpresste.

„Die Tür stand offen“, ergänzte sie mit nachlassender Überzeugung.
„Die Tür zu meinem Schrank?“
„Auch, aber zunächst zu deinen Gemächern.“ Aurelia machte eine kleine, beschwichtigende Handbewegung. „Bei beiden musste ich selbstverständlich nachhelfen, aber danach standen sie offen!“
Für einen Augenblick sahen die Schwestern einander schweigend an. Dann lehnte Valeria sich zurück und verschränkte die Arme.
„Wie war das eben mit den Ungerechtigkeiten, die man nicht stehen lassen darf?“
Aurelia kräuselte die Nase. „Ich finde es ausgesprochen unschön, dass du mir so aufmerksam zuhörst, nur um es später gegen mich zu verwenden.“
„Und ich finde es ausgesprochen unschön, mein Kleid über eine Holoverbindung wiederzufinden.“
Aurelia strich eine kaum sichtbare Falte aus dem Rock. „Wenn es dich beruhigt: Es wurde seiner gesellschaftlichen Stellung entsprechend ausgeführt und es steht mir ausgesprochen gut.“
Valeria kniff die Augen leicht zusammen.
„Du hattest es beim Spiel an?“
„In der Loge, Val.“ Aurelia sah mit erhobenen Brauen auf. „Ich stand damit nicht zwischen biertrinkenden Hafenarbeitern.“
„Das beruhigt mich nur bedingt.“
„Es war ein sehr gepflegtes Publikum. Bis zum dritten Viertel jedenfalls.“
Valeria ließ die Arme sinken und beugte sich ein wenig vor. „Was ist im dritten Viertel passiert?“
Aurelia beschäftigte sich mit ihrer losen Haarsträhne. Sie wickelte deren Ende um einen Finger und betrachtete diese mit unvermitteltem Interesse.
„Eine strittige Entscheidung.“, verkündete sie schließlich hoheitlich.
„Auri.“
„Ich habe lediglich meiner Verwunderung Ausdruck verliehen.“ Sie strich die Strähne hinter ihr Ohr und schenkte ihrer Schwester ein kleines, versöhnliches Lächeln.
„Mit welchen Worten?“
„Die genauen Formulierungen würden uns jetzt nur vom Wesentlichen ablenken.“ Aurelia hielt kurz inne, doch Valerias erwartungsvoller Blick ließ ihr wenig Hoffnung, damit durchzukommen. „Ich könnte aber impliziert haben, dass sein Familienstammbaum einem Kreis gleichkommt. Ich gelte jetzt als Volksnah.“, verkündete die jüngere Prinzessin stolz.
Valeria schloss kurz die Augen. Als sie sie wieder öffnete, zuckten ihre Mundwinkel bereits verdächtig. Sie presste die Lippen zusammen, ehe sie antwortete.

„Mein Kleid kommt gereinigt zurück. Und beim nächsten Mal fragst du.“
„Natürlich. Immer.“ Aurelia hob sofort eine Hand zur Beteuerung.
„Bevor du es anziehst.“
Aurelia ließ die Hand sinken. „Du kennst mich wirklich auf eine sehr unbequeme Weise, und ich weise diese Unterstellung entschieden zurück. Nie käme mir in den Sinn, Dinge meiner geliebten Schwester zu entwenden, nur um mich ihr nahe zu fühlen.“
Bei den letzten Worten legte sie den Kopf schräg und sah Valeria mit einem Augenaufschlag an, dessen Wirkung sie seit ihrer Kindheit ausgiebig erprobt hatte. Der Vorwurf ohne Schärfe beigefügt wurde Val erweichen. Das tat es immer.
Valeria schüttelte langsam den Kopf, konnte sich ein Schmunzeln nun aber nicht mehr verkneifen.
„Bevor du zu einer Bedrohung für den ganzen Sektor wirst, muss dich jemand in deine Schranken weisen. Sonst tanzt du allen auf der Nase herum, und nur Mutter kann dich zügeln.“
Das entlockte Aurelia ein Lächeln, das für einen Moment ganz ohne Unschuldsmiene auskam. Sie zog die Beine seitlich auf das Polster und lehnte sich gegen die Armlehne.
„Es hätte dir übrigens gefallen.“
„Zu hören, wie meine kleine Schwester einen Schiedsrichter beschimpft?“
„Das Spiel.“ Aurelia zögerte kurz. „Und ja, das auch. Aber ich meine den Abend. Dein Platz war frei.“
Ihr Blick sank auf den Stoff ihres Rocks. Diesmal ließ sie die kleine Falte darin unberührt. Valerias belustigter Ausdruck wurde weicher.
„Du hättest jemanden mitnehmen können.“
„Habe ich auch.“ Aurelia zuckte leicht mit einer Schulter. „Aber die verstehen alle nicht, wann man mich ernst nehmen muss und wann man mir einfach zustimmen sollte.“
„Eine Unterscheidung, die dir selbst gelegentlich Schwierigkeiten bereitet.“
„Siehst du? Genau das meine ich.“ Aurelia lächelte noch, doch ihr Blick blieb nun ruhiger auf dem Gesicht ihrer Schwester liegen. „Wann kommst du nach Hause?“
Valeria atmete langsam aus. Für einen Moment blickte sie zur Seite, ehe sie sich Aurelia wieder zuwandte.
„In ein paar Tagen, höchstens eine Standardwoche.“
Aurelia nickte und zupfte am Rand ihres Ärmels.
„Gut. Dann behalte ich das Kleid so lange.“
„Auri …“
„Du kannst es persönlich abholen.“ Sie hob den Blick wieder, und ein kleiner, hoffnungsvoller Trotz lag in ihrem Lächeln. „Für dich halte ich mir sogar den ganzen Tag frei.“
Valerias Schmunzeln wurde breiter. Nur ihre kleine Schwester konnte so charmant dreist sein.
„Sehr großzügig von dir.“
Für einen Augenblick sagte Aurelia nichts. Sie erwiderte das Lächeln, bevor sie sich leise räusperte und etwas aufrichtete.
„In der Tat, dann wäre das geklärt, und beim nächsten Heimspiel sitzt du neben mir.“
„Unter der Bedingung, dass du dich benimmst.“ Valeria hob mahnend einen Finger, auch wenn ihr Lächeln der Geste einiges an Strenge nahm.
Aurelia breitete mit bedauerndem Gesichtsausdruck die Hände aus.

„Val, ich bitte dich. Lass uns bei Forderungen bleiben, die ich erfüllen kann.“

[Dreena – Saphirwacht – Saphirwacht – Saphir-Atoll – Palast – Gemächter der Prinzessin] Val (als Hologramm) und Auri
 
[Dreena – Saphirwacht – Saphirwacht – Saphir-Atoll – Palast – Gemächer der Prinzessin] Ihre Hoheit

Prinzessin Aurelia Satele Ban’Daur lachte leise in sich hinein, denn heute war sie nicht gekleidet in höfische Gewänder, sondern in eine andere, womöglich sogar noch teurere Maßanfertigung und bewunderte ihre Gestalt im Ankleidespiegel, der mit dem edlen Rahmen aus Bryleholz. Sie fand die Rüstung verlieh ihr die eindrucksvolle und würdevolle Erscheinung einer herzoglichen Ehrengardistin. Und noch dazu stand sie ihr ausgesprochen gut. Dass sie Würde ausstrahlte und Eindruck hinterließ, war für Aurelia schließlich nichts neues, also würde sie sich auch gar nicht zu sehr verstellen müssen.

Tief nachtblaue, glänzende Panzerplatten umfassten ihren Körper, veredelt durch goldfarbene Ränder, die im Licht warm schimmerten. Elfenbeinfarbene Einsätze an Brust, Flanken und Helm lockerten die dunklen Flächen auf. Die sorgfältig aufeinander abgestimmten Farben und die makellose Verarbeitung ließen auf die Qualität der Ausrüstung schließen, deren repräsentativer Wert ebenso bedeutend war wie ihre Schutzfunktion.
Der vollständig geschlossene Helm verbar jeden Gesichtszug und jede Regung der Gesichtsmimik. Ein schwarzes, T-förmiges Visier durchbrach die goldgerahmte Gesichtsplatte und verlieh ihr einen strengen, unnahbaren Ausdruck. Geschwungene goldene Linien zogen sich über die nachtblaue Helmform und unter dem Helm schloss ein hoher, dunkler Kragen den Halsbereich ab.

Der körpernah geformte Brustpanzer ging in schmalere Bauch- und Taillensegmente über. Zwischen den festen Platten zeichnete sich ein schwarzer, stellenweise Unteranzug ab, besonders an den Schultern, Ellenbogen und Hüften. Abgerundete Schulterplatten verbreiterten die Silhouette. Auf einer von ihnen prangte das goldenes Wappen der Ban'Daur-Dynanstie.
Ein breiter Gürtel mit runder goldfarbener Schließe saß auf den Hüften. Rechteckige Taschen und Halterungen waren daran befestigt, ebenso eine dunkle Pistole im Holster auf der einen und ein schwarz-goldener Elektroteleskopschlagstock auf der anderen Seite. Zwei lange, elfenbeinfarbene Stoffbahnen mit goldenen Säumen fielen seitlich über und hinter den Oberschenkeln herab, fast einem Kama gleich. Eine trug dasselbe gekrönte Wappen wie die Schulterplatte und reichte mit ihrem schrägen Abschluss bis unter das Knie.

Goldgesäumte Schienen schützten Unterarme und Handrücken, während schwarze, gegliederte Handschuhe die Finger umschlossen. Die Panzerung setzte sich über die Oberschenkel zu markant ausgeformten Knieplatten und langen Schienbeinschützern fort. Gepanzerte Stiefel mit dunklen Sohlen vervollständigten das Bild. Trotz ihrer geschlossenen, eindrucksvollen Erscheinung wirkte Aurelia in der Rüstung schlank und beweglich – eine Verbindung aus höfischer Pracht und sichtbarer Einsatzbereitschaft.

Es war der perfekte Plan, um sich ungesehen und unbemerkt nicht nur am Hofe, sondern auch in Saphirwacht zu bewegen. Getarnt als herzogliche Ehrengardistin. Nur mit dem Helm hatte sie so ihre Probleme. Aurelia hatte ihre goldblonden Locken zu einem tief sitzendem Chignon mit leichtem seitlichen Scheitel gebändigt, dabei hatte sie das Haar streng und glatt nach hinten geführt und einen tiefsitzenden Knoten geschlungen. Die Seiten hatte sie ordentlich hinter die Ohren gestrichen, um ihr Gesicht frei zu lassen. Jedoch hatte die Prinzessin es sich nicht nehmen lassen, durch einzelne feine Strähnen an den Schläfen die strenge Frisur etwas aufzulockern. Damit hoffte Aurelia ursprünglich, dass ihr Haar nicht mit dem HUD des Helmes kollidieren und ihr Probleme bereiten würde. Und ihre Eitelkeit hatte sich bei dem strengen ursprünglichen Eindruck auch eingeschaltet. Wirklich streng, passte einfach nicht zu ihr.

Beim ersten Aufsetzen des Helmes, hatten die ganzen Anzeigen sie überfordert und ohne Einweisung würde Aurelia sich da nicht durchkämpfen. Und warum überhaupt war Temperatur, Windrichtung und Luftfeuchtigkeit eine so bedeutende Anzeige, dass sie einen Teil ihres Sichtfeldes blockieren durfte? Das war doch Unsinn! Aber gut, schließlich hatte sie von der Rüstmeisterin Amalia Galney eine funktionelle Maßanfertigung für einen Parade-Auftritt verlangt, um ihre Mutter damit überraschen zu können. In einigen Adelshäusern war es ja Gepflogenheit, dass eine Angehörige des Hauses das Leibregiment führte. Dass die gealterte Rüstmeisterin sich nun Hoffnungen machte, dass Aurelia womöglich ein gesteigertes Interesse an ihrer Selbstverteidigung entwickelte, war schließlich deren Fehlannahme, sie hatte ihr sogar höchstpersönlich Unterrichtung angeboten. Bisher besaß Aurelia zwar die Fähigkeit einen Blaster zu bedienen, aber auch dies nur in minimalstem Rahmen, immerhin würde sie sich nicht selbst verletzen, auf Dreena gab es keine Jagdgesellschaften, oder wenn eben nur aquatische. Mit einer Harpune, war sie schon deutlich besser. Segeln, Schwimmen und Tauchen gehörten zu ihren Hobbies.

Die blonde Prinzessin zog es jedoch schlicht vor nicht an Orten zu sein, wo Selbstverteidigung notwendig war. Aber sie musste schon sagen, die Rüstung passte ihr perfekt. Und würde auch höchstens Mal zur Wartung an die Rüstmeisterin gegeben werden. Man wusste ja nie.


„So kann ich vielleicht endlich mal kommen und gehen wie ich es will, mal ohne das ganz große Brimborium.“, murmelte sie leise in sich hinein und setzte den Helm auf, warf noch einmal in den Spiegel, nickte und machte sich mit energischen Schritten auf den Weg ihre Gemächer zu verlassen.

[Dreena – Saphirwacht – Saphirwacht – Saphir-Atoll – Palast – Gemächer der Prinzessin] Ihre Hoheit (getarnt als herzogliche Leibgardistin)
 

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[Dreena – Saphirwacht – Saphirwacht – Saphir-Atoll – Palast – Gänge] Rüstmeisterin Amalia Galney, weiteres Personal & Ihre Hoheit (getarnt als herzogliche Leibgardistin)

Rüstmeisterin Amalia Galney folgte ihrer Prinzessin in sicherem Abstand, der Tracker in der Rüstung ließ sich mit dem Datenblock problemlos verfolgen. Ihre Hoheit hatte tatsächlich angenommen, dass sich die erfahrene, ehemalige Leibgardistin von den Flunkereien der Adeligen hatte täuschen lassen.

Natürlich wäre sie erfreut gewesen, hätte die Prinzessin ein aufrechtes Interesse am Kampf, oder zumindest ihrer eigenen Verteidigung und auch wenn sie sich selbst nicht für so bedeutend hielt, gab es für die Leibwachen genug zu tun. Die junge Blondine war durchaus kreativ, wenn es darum ging sich ihren Leibwachen zu entziehen, so hatte sie einst ihren BD-3000 Luxusdroiden so eingestellt, dass diese stundenlang mit ihrer Stimme Lieder sang, vor sich hin summte, oder vor dem Spiegel ein imaginäres Streitgespräch führte. Die Wachen vor ihren Gemächern hatte sie damit einst ausgetrickst und war mittels einer Enterhakenpistole aus dem Inneren des Palasts geflohen. Dass sie zu dem Zeitpunkt kaum neun Jahre alt war, minderte weder den Zorn der Herzogin, noch die Peinlichkeit, dass ein Kind der Leibgarde auf der Nase herumtanzte.

Die Nachfrage nach der Rüstung, war jedoch die perfekte Gelegenheit sicher zu stellen, dass in unmittelbarer Nähe der Prinzessin, wenn auch außerhalb ihrer Wahrnehmung, sich zwei Leibgardistinnen befanden und im Notfall eingreifen konnten. Die Rüstung selbst war ein technologisches Meisterwerk, äußerlich nicht von den Schutzpanzerungen der Leibgarde zu unterscheiden, aber mit soviel komplexeren Materialien verarbeitet. Phrik war nur eines der sündhaft teuren metallischen Komponenten die zum Einsatz kamen, ebenso verbaut war eine hapanische Spezialität, ein goldenes Energieschild. Dazu bewährte HUD-Technologien und so wie die Rüstmeisterin ihre Hoheit Aurelia Satele Ban’Daur einschätzte würde sie nichts davon auch nur erahnen oder nutzen, da sie nach ein paar Minuten das Interesse an den Spezifikationen und Besonderheiten der Rüstung verloren hatte. Vielleicht würde sie irgendwann doch noch auf das Angebot der Rüst- und Waffenmeisterin eingehen.


***​

Erst als sie die Ausläufer der Palastgärten verlassen hatte, fiel die stumme Anspannung von Aurelia ab, scheinbar hatte wirklich niemand etwas bemerkt. Zum ersten Mal seit Wochen fühlte sie sich frei. Der Helm störte sie kaum, im Inneren flimmerte und blinkte nichts – Aurelia hatte die komplexen HUD-Anzeigen und taktischen Overlays, von denen Amalia so geschwärmt hatte, noch vor dem Verlassen ihrer Gemächer mit einem genervten Seufzen komplett ausgeschaltet. Sie brauchte keine technischen Spielereien, um durch die Stadt zu spazieren. Für sie war die Rüstung vor allem eines: die perfekte Tarnung.

Mit betont militärischen, festen Schritten überquerte sie den äußeren Hof. Als sie an dem letzten Kontrollpunkt der Leibgardisten vorbeikam, spürte sie sofort die Wirkung ihrer Verkleidung. Zwei Wachen, die sie sonst als Prinzessin mit tiefen Verbeugungen begrüßt hätten, strafften nur kurz die Schultern und nickten ihr kollegial, aber distanziert zu. Eine einsame Leibgardistin auf Patrouille war hier nichts Ungewöhnliches.

Als sie die Ausläufer der Oberstadt erreichte und in die belebten, Straßen eintauchte, merkte sie, wie viel Raum ihr die Menschen gaben. Das sonst so dichte Gedränge der Passanten teilte sich fast wie von selbst vor ihr, nicht ungewohnt, aber der Grund war schlicht ein anderer. Niemand rempelte sie an; die Händler an den Ständen unterbrachen kurz ihr lautes Feilschen und sahen sie mit einer Mischung aus Respekt und gesunder Vorsicht an. Eine voll gerüstete Leibgardistin der königlichen Familie strahlte eben pure Autorität aus. Ein kleiner Junge blieb sogar staunend stehen und zeigte auf ihre glänzende Panzerung, bis seine Mutter ihn hastig am Ärmel weiterzog. Aurelia grinste heimlich hinter ihrem dunklen Visier. Es war herrlich, einmal nicht angestarrt zu werden, weil man eine Ban’Daur war, sondern weil man das Gesetz repräsentierte.

Ihr Weg führte sie ziellos, lustwandelnd und neugierig ihre Umgebung aufsaugend, an den prachtvollen Fassaden der Kulturmeile vorbei, bis sie sich irgendwann vor den mächtigen, marmornen Säulen des großen Opernhauses wieder fand. Eine riesige, holografische Projektion über dem Portal zog ihren Blick magisch an. Ein dreidimensionales Abbild flutete den Platz mit goldenem Licht und zeigte eine Frau von nahezu überirdischer Eleganz – tatsächlich nur eine Winzigkeit weniger, als sie sich selbst andichtete - in einer fließenden Pose, umgeben von schwebenden Notenschlüsseln.


Sariandi Naefir.

Aurelia hielt den Atem an. Sariandi, die unbestrittene Primadonna, eine begnadete Opernsängerin und zeitgleich eine der brillantesten Ballerinas des Sektors, würde hier auftreten. Das Hologramm verkündete es in leuchtenden Lettern: Ein exklusives Gastspiel. Damit dürfte es das gesellschaftliche Event des Monats, wenn nicht sogar der gesamten Jahreszeit sein. Und das Datum leuchtete direkt darunter.

In genau zwei Tagen.

Wie um alles in der Welt konnte sie das vergessen haben? Aurelia starrte fassungslos auf die Anzeige. Zeitlich passte es perfekt – ihr Terminkalender war von den Beratern zum Glück so großzügig geplant worden, dass ihre offiziellen Pflichten selten bis zum Nachmittag dauerten. Die Abende gehörten ihr, außer es stand etwas besonderes an, oder ihre Mutter wollte es so. Aurelia hatte also alle Zeit der Welt, um an der Aufführung teilzunehmen. Sie hatte den Termin im Trubel der letzten Wochen schlichtweg völlig verschwitzt. Karten mussten ja für das Herrscherhaus hinterlegt werden, oder zumindest würde man ihr auf jeden Fall eine Loge bereitstellen. Man würde ihr diesen Wunsch kaum abschlagen, selbst wenn sie diesen erst am Abend der Aufführung äußerte. Sie war schließlich Ihre Hoheit Prinzessin Aurelia Satele Ban’Daur.

Vor Freude wollte sie in die Hände klatschen, ob diese auch bereits tatsächlich, bevor sie sich gewahr wurde, wen sie gerade repräsentierte und ließ die gepanzerten Hänge wieder sinken, bevor sie sich noch einmal skeptisch umsah. ‚Es gibt hier nichts außergewöhnliches zu sehen! Macht alle weiter wie gehabt.‘
Sie würde ein Kleid brauchen! Warum hatte Val immer so tolle Sachen? Dass es schlicht daran lag, dass sie nicht lange stillhalten konnte und Termine mit Schneidermeisterinnen gerne sausen ließ konnte kaum der Grund sein. Gut dass Vals Sachen ihr so gut passten.

Sie neigte den Kopf nachdenklich und rief sich das Gespräch mit ihrer rothaarigen Schwester noch einmal in Erinnerung. Sie sollte fragen, bevor sie es anzog. Unter dem Helm wurde Aurelias strahlendes Grinsen breiter. Val hatte nicht genau definiert wen sie fragen sollte. Eine Abendgarderobe konnte kaum Nein sagen. Man musste halt einfach schon präzise in seinen Anweisungen sein. Außerdem sollte Val sich geschmeichelt fühlen!

„Nachahmung ist das größte Kompliment“, beschloss Aurelia leise, belustigt im Inneren des Helmes. Damit war es auch beschlossene Sache. Aber bevor sie zurück in den Palast ging, wollte sie sich noch den Hafen anschauen. Sie konnte sich stundenlang damit beschäftigen kommende und abreisende Schiffe jeglicher Art zu beobachten, dabei dem Meer und den Seevögeln lauschen.

[Dreena – Saphirwacht – Saphirwacht – in den Straßen der Hauptstadt] Ihre Hoheit (getarnt als herzogliche Leibgardistin)
 
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