Kashyyyk, Trandosha (Kashyyyk-System)

Orbit über Kashyyyk Jägerschirm über Harbinger of Justice und Denon's Judgement X-Wing-Staffel 'Abyss Fangs' Abyss 5
Lieutenant Calessian Val und R3-X1

Calessian passte die Zielkoordinaten an, als Lieutenant Vess über einen persönlichen Kommkanal ertönte. Abyss 5, hier Abyss Lead. Was genau haben Sie da vor? Ich sehe Ihre Positionierung und Zielkoordinaten. Angriffsformation abgelehnt. Sie haben den Flugleitstand gehört: sie brauchen uns als reine Sperrformation.“

In dem Corellianer stieg eine Welle Frust auf, dachte er erneut daran, wie ihn diese Hinhaltetaktik vor wenigen Momenten das Leben hätte kosten können. Er war sich sogar sicher, dass er ohne sein Flugtalent nicht mehr unter den Lebenden weilen würde. Im besten Willen nicht frustriert oder gereizt zu klingen, eröffnete er den Kommkanal.
Abyss Lead, schauen Sie auf ihren Taktikschirm. Die Rotationen der TIEs nehmen zu. Wenn wir sie weiter so hinhalten wollen, dann müssen wir auch einige aus ihren Reihen in Asche verwandeln. Der Druck nimmt immer zu.“

„Wir haben einer Direktive zu folgen, Abyss 5.“


Frick, dachte der Corellianer bei sich. Vess war für seinen Geschmack allzu häufig zu befehlstreu. Die da oben mochten zwar die Befehle geben, doch sie sahen die Änderungen auf dem Schlachtfeld nicht so schnell und präzise, wie sie hier unten. Es war Zeit das Vorgehen anzupassen.

„Ich werde die Leben meiner Rotte nicht einfach so hergeben. Informieren Sie Commander Kazo, dass die Direktive so nicht mehr tragbar ist. Das ist mein letztes Wort“, Calessian öffnete den Rottenkanal parallel zum persönlichen Kommkanal mit Lieutenant Vess. „Rotte II, Angriffsformation einnehmen. Flugvektor einstellen auf: 3-1-9.“

„Ich hatte schon immer meine Bedenken daran, nicht-aquatile Spezies in die Staffel aufzunehmen, Lieutenant Val. Sie bestätigen aktuell nur …“

„Abyss Fangs, hier Rotte III“, ertönte Lieutenant Kinns sonore Stimme über sämtliche Jäger. „Wir unterliegen massivem Feindfeuer und können die Sperrformation in unserem Sektor nicht mehr ausreichend halten. Die Schilde sind teilweise überlastet, Positionsrotation erbeten.“

Es war das, was Calessian gespürt hatte, und insgeheim freute es ihn, dass seine Meinung dadurch mehr Gewicht bekam. Vess musste handeln, die Direktive konnte nicht mehr aufrechterhalten werden.

„Verstanden, Abyss 9. Ich nehme Kontakt mit dem Flugleitoffizier auf“, sagte die Quarren mit einem Anklang von Frust, den sie schnell wieder ablegte. „Rotte I, heften Sie sich an meine Maschine. Wir rotieren zu Rotte III. Sehen Sie zu, dass sie aus dem Feuer kommen, Abyss 9, wir übernehmen die Position und halten Sie bis wir Rückmeldung vom Flugleitstand erhalten.“ Als hätte ein Kloß in ihrem Hals gesteckt, schluckte die Quarren. „Rotte II, setzen Sie ihren geplanten Flugvektor fort, bis wir neue Befehle erhalten. Sie wissen schon, was sie tun.“

Ein schmales Lächeln lag auf Calessians Lippen. Vess war eine stolze Figur, sie würde ihm nicht recht geben, doch sie hatte nachgegeben. Das allein war ein kleiner Sieg.
„Verstanden, Abyss Lead.“

Während Rotte I und Rotte III einander näherten und die Sektordeckung anpassten, preschte Rotte II in gestaffelter Formation hervor. Calessian sah die Energiesignaturen mehrerer feindlicher Jäger auf seinem Taktikschirm aufflimmern.

„Energieverteilung auf die frontalen Enerieschilde, Rotte“, wies Kade an. „Nach Formationsdurchflug Aufteilung in Team Aurek und Team Besh.“

Diese unausgesprochene Zusammenarbeit war es, die er seiner Rotte so liebte. Ihre gemeinsame Flugzeit war zwar nicht lang, doch sie fungierten ungemein gut als Einheit. Jeder kannte seine Rolle, wusste instinktiv, wann er eingreifen musste, und vertraute darauf, dass die anderen genau das Gleiche taten. Es war dieses stille Verständnis, das ihre Flüge so effektiv machte – eine Symbiose aus Erfahrung, Vertrauen und gegenseitiger Rücksichtnahme. Unter tosenden Lasersalven passierten sie den Frontalflug auf die feindliche Jägereinheit ohne stärkere Einschläge. Hernan duckte sich mit seiner Maschine nach unten weg, während Kade zurückwendete, nur um aus einem toten Winkel zuzuschlagen, wenn der Mann von Nubia ihr das Signal gab.

BREEZE, Kurs auf 2.1“, ertönte Korr. „Wenn wir schnell genug sind, schaffen wir es, uns an sie zu heften.“

„Verstanden, SHADE. Volle Energie auf die Antriebe“, antwortete Calessian. Rexi, sieh zu, dass die Schildenergie hoch genug bleibt. Die Antriebe werden jetzt einiges schlucken.“

R3-X1 piepste und tat, wie ihm geheißen. Ein größerer Anteil an Energie wurde in die Antriebe geleitet und der Jäger beschleunigte sofort, während die Energie der Schilde einige Treffer abfangen sollte.

Die Rotte schoss in harte Schlagabtausche, die sich wie ein chaotischer Tanz im All entfalteten. Die Jäger wirbelten in riskanten Manövern, ihre Triebwerke hinterließen leuchtende Spuren, während Laserstrahlen und Energiewellen in alle Richtungen zischten. Calessian schob seinen Jäger geschickt durch das Feuergefecht, während Sub-Lieutenant Korr in enger Abstimmung folgte. Jeder war hoch konzentriert, die Augen auf die feindlichen Bewegungen gerichtet, die Hände fest auf den Steuerknüppeln. Das Dröhnen ihrer Triebwerke wurde übertönt vom Kreischen der Laserwaffen und dem Knistern der Energieattacken. Ein falscher Zug, eine unbedachte Bewegung, und man konnte in den feindlichen Feuerstrahl geraten.

Calessians Blick war scharf, seine Muskeln angespannt – erneut entflammte ein feindlicher Jäger zu einem Feuerball. Er wusste, dass in diesem Moment nur Präzision und Teamarbeit darüber entscheiden würden, wer den Raum lebend verlassen würde. Das Gefühl der Gefahr war greifbar, doch genau darin lag auch die Herausforderung, die er so liebte.

„Abyss Fangs, hier Abyss Lead“, ertönte Vess' Stimme. „Neue Direktive: Feindliche Jägereinheiten abschütteln und Jagd auf feindliche Jäger einstellen. Wir fliegen gezielte Korridorflüge auf einen der Vindicator-Klasse-Kreuzer. Das Labyrinth vor uns ist dynamisch, kein fester Angriffspunkt. Der Flugleitstand wird uns rein und raus navigieren, jede Rotte für sich. Wir stechen zu wie Feuerwespen und weichen den Feind auf.“

Calessian hörte Vess' Stimme durch das Rauschen des Chaos, sein Blick fixierte die Umgebung, während er die neuen Anweisungen aufnahm. Sein Herz schlug schneller bei dem Gedanken an die bevorstehenden Flüge.
„Verstanden, Abyss Lead, bestätigte er schließlich, seine Stimme fest und voller Entschlossenheit. Seine Augen funkelten, während er den Blick auf die Kreuzer und Fregatten in Entfernung richtete und den Griff um die Steuerknüppel festigte.

Kurz danach erschienen bereits die Koordinaten für den Anflugvektor auf Calessians Anzeige.
„Feuerfokussierung auf den Vindicator-Klasse-Kreuzer auf Position 320:221:129“, verstanden, Rotte?“

Prompt erhielt der Corellianer Rückmeldung von seinen Rottenkameraden, ehe Sub-Lieutenant Hernan weiterausholte.
„Bedenken Sie, dass wir die Energieschilde dynamisch anpassen müssen. Im Zielanflug werden wir in Schussreichweite der Quad-Turbolaser- und Punktverteidigungskanonen geraten. Die Durchschlagskraft dieser Geschütze ist enorm.“

„Verstanden, CIRCUIT. Guter Punkt, bleibt wachsam“, meldete Calessian zurück.

Abyss 5, hier Abyss Lead. Die Zielpriorisierung von Rotte I und Rotte III liegt auf der anderen Seite des Vindicator-Klasse Kreuzers. Gemeinsamer Anflug, dann Aufteilung auf die Zielkoordinaten. Sie folgen zunächst.“

„Verstanden, Abyss Lead. Rotte II folgt auf Ihren Befehl.“ Es war gut zu hören, dass die kurze Unstimmigkeit zwischen Vess und ihm wieder verflogen war. Sie hatten aber auch keinen Platz dafür, diese hier aufrechtzuhalten, gab es aktuell weitaus Wichtigeres. Wenn sie hier heile herauskamen, würde ihr erster Kontakt am Boden zeigen, ob die Staffelführerin seinen geplanten Alleingang bereits vergessen hatte. Aber alles zu seiner Zeit.

Calessian sah, wie sich die Energiesignaturen von Rotte I und Rotte III loslösten und in den Raum vor ihnen eilten, während er die Geschwindigkeit seiner Rotte noch zurückhielt. Sie würden unmittelbar lospreschen, wenn ihnen der Weg bereitet wurde. Aktuell wurde der Raum um sie ruhig.

„Sensoren signalisieren massive Feindbindung an Rotte III, Lieutenant“, meldete Korr.

Die Sub-Lieutenant hatte recht, der Taktikschirm flammte förmlich mit roten Energiesignaturen hinter Rotte III auf. Das erklärte, warum es hier um sie herum so ruhig geworden war.

„Deckungsflug für Rotte III bis zum Beginn unseres Zielanflugs. Volle Energie auf die Antriebe, wir müssen zu ihnen aufschließen“, gab Calessian den Befehl und öffnete danach den Staffelkanal. „Rotte III, wir geben Ihnen Deckung. Fokussieren Sie sich auf Ihren Anflug.“

Lieutenant Kinn bestätigte und mit großer Geschwindigkeit näherten sich die XJ-Flügler von Rotte II, um zu den Verfolgern aufzuschließen.


„Fraktioniertes Einzelfeuer“, kam es von Kade. „Lösen Sie ihre Formation und Zielfokussierung auf. Jägerabschuss, wenn möglich, Priorität hat jedoch der Geleitschutz für Rotte III. CIRCUIT, richten Sie Ihre Sensoren auf unseren Rücken, bevor wir von hinten überrascht werden.“

Als die ersten blauen Laserstrahlen nach vorne schossen, begannen die TIEs in hektische Bewegungen überzugehen. Wenn sie nicht in Rauch aufgehen wollten, waren sie gezwungen, die Verfolgung aufzugeben und ihren Kurs zu ändern. Rotte III gewann so Abstand von den Verfolgern, der Druck nahm ab.

„Abyss Fangs, hier Abyss Lead. Rotte I ist unter Beschuss. Statusanzeigen noch stabil. Feuerziel in T-1 erreicht.“

„Verstanden, Abyss Lead. Rotte III hält sich, bestätigte Lieutenant Kinn. Anflug auf Feuerziel unter Deckungsflug von Rotte II. Torpedos entsichert. Feuer auf meinen Befehl.“

Aus Entfernung sah Calessian, wie sich die schmalen Flugkörper vom Rumpf der XJ-Flügler von Rotte III lösten und nur wenig später mehrere der Quad-Laserkanonen in Explosionen aufgingen. Unmittelbar hierauffolgend begaben sich die Jäger von Rotte III in einen Aufschwung, zogen in steilem Winkel einen Schnitt durch den Raum, um den Abstand von dem Kreuzer so schnell wie möglich zu erhöhen. Es folgten weitere Explosionen am Heck des Kreuzers, ehe sich Lieutenant Vess meldete.
„Rotte II, hier Abyss Lead. Sammeln an folgenden Koordinaten nach Zielflug.“

„Verstanden“, quittierte Calessian knapp und wandte sich an seine Piloten. Rotte II, hier Abyss 5. Gestaffelte Formation und volle Energie voraus.“ Wie ein Pfeil schoss die Formation aus den vier XJ-Flüglern nach vorne, mittlerweile gefolgt von einem Nest aus TIEs, die in loser Geschwaderformation hinter ihnen her waberten. Grüne Laserstrahlen zogen an den Jägern vorbei, die in ihrer Formation leicht umherschwenkten, um kein leichtes Ziel abzugeben. Korr steckte einige Treffer als Schlusslicht ihrer Pfeilformation ein, hielt die Maschine jedoch auf Kurs.

„Torpedos zur Freigabe bereit in 3… 2… 1… Feuer!“

Nacheinander zündeten die Piloten ihre Torpedos, zogen die Maschine dann ruckartig nach unten und verschwanden im Dunkel des Alls.

„Gestaffelte Formation auflösen, Aufteilung in Team Aurek und Team Besh. Feindliche Jäger sind noch im Schlepptau.“

Calessian erblickte auf dem Taktikschirm, wie zwei TIEs Korr und ihm nachjagten.
SHADE, bleiben Sie dicht hinter mir. Es ist Zeit für ein Silerisches-Manöver.“

Die Mirialanerin bestätigte knapp, sie wusste, was sie zu tun hatte. Streng genommen nichts, als ein ansprechendes Ziel darzustellen. So verlockend es war, sie wollte am Leben bleiben.
„Beeilen Sie sich, BREEZE. Meine Schilde haben vorhin schon einige Treffer einstecken müssen.“

Gesagt, getan. Und mit einer ruckartigen Bewegung ließ sich der XJ-Flügler von Calessian ein wenig fallen um nachfolgend in rascher Bremsung sowohl Korr, als auch die feindlichen Jäger über sich her ziehen zu lassen.
Rexi, hol‘ noch einen Funken mehr Energie nach vorne raus!“

Die R3-Einheit piepste schrill und mit maximalem Schub schoss der Jäger wieder nach vorne.
SHADE, in den Aufschwung – jetzt!“ Und während der XJ-Flügler vor ihm nach oben wegzog, eröffnete Calessian eine volle Breitseite auf beide TIEs vor ihm, die in Asche verglühten. Der Schweiß rann ihm über die Stirn. „Gute Arbeit, SHADE. Aufschließen zu Team Besh, dann sammeln wir uns mit der restlichen Staffel. Die nächsten Stiche der Feuerwespen stehen bevor.“

Orbit über Kashyyyk Jägerschirm über Harbinger of Justice und Denon's Judgement X-Wing-Staffel 'Abyss Fangs' Abyss 5
Lieutenant Calessian Val und R3-X1
 
[Orbit über Kashyyyk | Reste der Mynock-Staffel unweit der Golan-Station | Mynock 5] Lieutenant Neelyn Vandrik

Mit einer eiskalten Mischung aus Wut und Verzweiflung riss Neelyn sein Steuer herum und nahm Kurs auf den verzweifelten Todeskampf seiner verbliebenen Flügelfrau. Noch drei verbliebene Defender waren auf seinen Sensoranzeigen zu sehen, wobei einer bereits im Anflug auf die Hangars der Golan-Station zu sein schien, vermutlich beschädigt, und mittels seiner überlegenen Geschwindigkeit den direkten Nahkampf verlassen hatte. Doch im Gewitter an Emotionen in seinem Inneren keimte auch ein Schimmer an Hoffnung: zwei Staffeln frischer republikanischer Jäger näherte sich in erstaunlicher Geschwindigkeit. Die Freund-Feind-Erkennung seiner Sensoreinheit identifizierte sie als A-Flügler der zweiten Generation. Bisher hatte Vandrik die brandneuen Jäger lediglich als Holobilder in Briefings gesehen und er fragte sich, was die idiotischen Admiräle wohl dazu bewogen hatte, eine derart kampfstarke Einsatzgruppe als Reserve zurückzuhalten, statt sie gegen die feindliche Elite in den Kampf zu werfen. Er zweifelte, dass sie rechtzeitig in Reichweite sein würden, um Mynock 7 zu retten. Im Kopf spielte er seine Optionen durch, als plötzlich Major Chondas Stimme aus dem Komm drang. „Mynock Leader an alle Mynocks,“ begann der Pantoraner. „Die taktische Reserve ist in 30 Sekunden im Zielgebiet. Wir haben gute Arbeit geleistet, aber wir müssen noch einen Moment durchhalten! Statusbericht!“

Neelyn spürte sein Augenlid nervös zucken. Was meinte das Lasergehirn denn, das wohl der Status sein mochte? Fast die Hälfte der Staffel war tot! Er war fast in Reichweite des TIE Defenders, während die ersten Meldungen reinkamen. „Hier Mynock 5, noch kampfbereit, im Anflug auf Mynock 7 und Bandit auf ihrer Sechs. Erbitte Unterstützung,“ knurrte er zerknirscht ins Komm. Dann endlich war er in Reichweite und passte seinen Kurs an, um sich in eine gute Position zu manövrieren. „Roger, Mynock 5,“ hörte er Chonda antworten. „Ich breche aus unserem Nahkampf aus und komme zu Hilfe. Mynock 7, halten Sie durch!“ Die Situation war zu brenzlig, um lange auf die perfekte Gelegenheit zu warten, also setzte Neelyn mehrere Salven aus größerer Entfernung, um den Defender dazu zu motivieren abzudrehen. Die ersten vereinzelten Treffer steckte der Jäger noch nonchalant weg, doch sein beständiges Feuer wurde, je näher er kam, umso gefährlicher. Die geschätzte feindliche Schildstärke, die ihm auf seinem HUD angezeigt wurde, sank und sank, aber gerade als Neelyn die nächsten Schüsse setzen wollte, gab ihr Gegner einen weiteren Feuerstoß auf Jantels X-Flügler ab. Nur der Zufall rettete die Mirialanerin, denn, egal ob Intuition oder Glück, sie leitete fast zeitgleich den nächsten engen Kurswechsel ein. Die grünen Laserbolzen trafen ihren Jäger, aber sie trafen nicht komplett.

Die Einschläge trafen nicht den Hauptkörper des Jägers, was ihr Tod gewesen wäre, sondern zerrissen stattdessen die obere rechte S-Folie seiner Flügelfrau. Der dazugehörige Antrieb flackerte, als der Flügel abriss und mit glühenden Löchern übersäht in die Flugbahn des TIEs trudelte. „Poodoo!“ fluchte seine Flügelfrau, wobei ihre Stimme von Störgeräuschen verzerrt wurde. „Ich versuche zu kompensieren und die Kontrolle zu behalten.“ In einer eleganten Drehung wich ihr Gegner dem Trümmerstück aus und versuchte abermals einen Feuerwinkel auf Jantel zu bekommen, doch eine weitere wütende Salve aus Neelyns Lasern überzeugte ihn endlich doch eigene Ausweichmanöver zu beginnen. Mynock 7, Kurs auf die 'Red Nova', Notlandung! Sofort!“ befahl er barsch, während er seine Maschine eng am TIE vorbeisteuerte und diesen während seines Manövers passierte, in der Hoffnung dem Piloten ein dringenderes Ziel zu geben. Es war riskant und wäre er so abgebrüht und kalkuliert wie ihr Staffelkommandant, dann hätte er vermutlich vorher abgedreht, um nicht in Gefahr zu kommen, in seinem angeschlagenen Jäger selbst zur Zielscheibe zu werden. Aber er war nicht Chonda und er war wütend und er drängte jede Angst rüde beiseite, angetrieben von eiskalter, rasender Entschlossenheit, nicht noch die letzte Pilotin seiner Rotte zu verlieren. Und der Defender biss an.

Vielleicht war es Arroganz oder vielleicht auch Kalkül, denn sie hatten sich der in Salven feuernden Golan-Station auf weniger als einen Klick angenähert, wodurch sich für den Defender eine Fluchtmöglichkeit ergab. Wie dem auch sei, nur Sekunden nachdem Neelyn den TIE passiert hatte, schossen die ersten giftgrünen Ladungen an seinem Cockpit vorbei und doch für elaborierte Ausweichmanöver war sein Gegner zu nah an ihm dran. Schrille Warnsignale verkündeten ihm, dass seine Schilde sich verabschiedet hatten. Wild riss Neelyn das Steuer abwechselnd nach links und nach rechts, bemüht möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Doch dann trafen die ersten Schüsse den ungeschützten Rumpf des Jägers. Funken stoben durch sein Cockpit und zischend verabschiedete sich sein Zielcomputer. Sein Panel vor ihm leuchtete in grellem Gelb und Rot in einem Konzert an Warnlämpchen. Ein panisches Trillern hinter ihm ertönte und verstummte dann abrupt, als sein Jäger von einem weiteren Treffer erschüttert wurde. Ein Blick in seinen Heckspiegel verriet ihm, dass sein Astromech wohl ebenfalls unter den Gefallenen der Schlacht zu zählen war, denn nur noch ein verkohlter Stumpf ragte aus dem Heck seines Jägers, wo einst der Kopf des Droiden gewesen war. Instinktiv leitete Neelyn die Notabstoßung ein und löste Reelohs Halteklammern, wodurch die Überreste des Astromechdroiden aus ihrer Halterung gelöst wurden und hinter ihm durchs All trudelten.

Das Manöver rettete ihm wohl das Leben. Sein Verfolger wich aus, drehte ab und beschleunigte, während er damit beschäftigt war Herr seines Jägers zu werden und die Sekundärsysteme des Jägers in den Notmodus schalteten. Die wenigen Sekunden, die der Defender dadurch gewann, bevor Vandrik wieder auf Abfangkurs gehen konnten, reichten aus, um ihm dank seiner überlegenen Geschwindigkeit einen komfortablen Abstand zu verpassen. Verbissen jagte Neelyn ihm eine Salve hinterher, traf jedoch nur mit ein einzelnen Schuss. Doch dann raste Chonda heran und beharkte den Defender mit intensiven, gut gezielten Feuerstößen. Ein letztes blaues Aufleuchten deutete die Überlastung der Schilde des TIEs vor ihnen an. In einem für Neelyn gänzlich überraschenden Manöver schnitt der Major dem Defender mit einem aggressiven Vorbeiflug den Fluchtweg ab: hätte ihr Feind nicht im letzten Moment abgedreht, während beide Jäger miteinander kollidiert. Seine Überraschung ging in ein frostiges Lächeln über, als er auf einmal wieder einen guten Feuervektor hatte. „Ihr Abschuss, Mynock 5,“ hörte er Chonda ebenso gönnerhaft wie genüsslich sagen. Es war Aufforderung, Geschenk, wie auch Feststellung zugleich gewesen, denn Neelyn hatte nicht lange gefackelt und den Abzug durchgedrückt. Auch ohne frisch berechnete Zieldaten aus seinem Computer hatte der Gegner keine Chance mehr. Noch bevor der Defender zum Gegenangriff ansetzten konnte, rissen ihm das blaue gleißende Dauerfeuer aus den Kanonen seines Jägers erst ein Solarpanel ab und brachten die Pilotenkanzel nur einen Atemzug später zum Bersten. „Für Berand,“ zischte Vandrik voller kalter Genugtuung. „Für Reeloh.“

Aus seinem Augenwinkel schossen mit einem Mal zwei royalblaue, pfeilförmige Jäger an seinem X-Flügler vorbei und flogen einen engen Bogen, auf der Suche nach Zielen. Die Verstärkung war da und wenn seine Sensoren ihn nicht täuschten, dann räumten sie rabiat mit den verbliebenen Feindjägern auf. Er stelle ebenfalls beruhigt fest, dass seine Flügelfrau es geschafft hatte und gerade im Landeanflug auf einen der Hangars der 'Red Nova' war. Neelyn ging wieder auf einen Kurs, der ihm größeren Abstand zur Golan-Station versprach, die immer noch in einem höllischen Schlagabtausch mit dem Republik-Klasse Sternenzerstörer stand, als sich abermals ihr Staffelkommandant meldete. Mynock 1 an alle Mynocks, Rückzug auf Vektor 190-47-21 in den Schutz der Kommandogruppe. Alle außer Sie, Vandrik. Mynock 9 hat sich nicht zurückgemeldet, ist aber noch auf meinen Sensoren. Schauen Sie nach, was bei ihm los ist und eskortieren Sie ihn bei Bedarf zum nächsten Trägerschiff.“

[Orbit über Kashyyyk | Reste der Mynock-Staffel unweit der Golan-Station | Mynock 5] Lieutenant Neelyn Vandrik
 
Orbit über Kashyyyk | 2. Flügel/96. Jagdgeschwader (Staffeln Mynock, Shyyyo & Bogwing) im Jägerschirm von Kommandogruppe Golan | Mynock 9] | Lieutenant Fayr Ced

Das Funksystem hatte scheinbar den Geist aufgegeben. Aber Fayr hatte keine Zeit, sich lange darüber Gedanken zu machen. Der dritte und hoffentlich letzte TIE Defender schien alles andere als begeistert über die letzten Minuten der Schlacht zu sein und eröffnete das Feuer noch bevor der Corellianer Gelegenheit gehabt hatte, seine Position und den Fortschritt der Schlacht zu bestätigen. Mit instinktiv ausgeführten und vollkommen chaotischen Ausweichmanövern schaffte Fayr es gerade so eben, den Laserschüssen auszuweichen, aber knapp daneben genügte eben im Gefecht vollkommen. Er schaffte es sogar, selbst ein paar Schüsse auf den TIE Defender abzugeben, doch die meisten gingen ebenso fehl, während die wenigen Treffer harmlos vom Deflektorschild des Feindes absorbiert wurden.

So einfach würde es der imperiale Elitepilot Fayr natürlich nicht machen. Aber das stachelte den Corellianer nur an und trieb ihn lediglich zu höheren Leistungen. Der XJ3-Flügler war dem TIE Defender in jeder Hinsicht unterlegen, wenn man einzig ihre Datenblätter betrachtete. Das ließ aber außer Acht, was für Fayr das wichtigste war. Das Können und den Schneid des Piloten. Wie für Corellianer sprichwörtlich, mangelte es Fayr keineswegs an Selbstvertrauen und so stürzte er sich mit vollem Einsatz in das Duell mit dem Feind. Lasersalven wurden ausgetauscht, doch niemanden gelang mehr ein Streiftreffer, während T2 hinter Fayr nicht mehr aus dem panischen Kreischen hinauskam. „Keine Sorge, T2. Die Maschine hält noch durch.“ In der Stimme lag mehr Sicherheit, als er tatsächlich führte. Jetzt aber konnte er sich keine Zweifel erlauben.

Salve um Salve tauschten die beiden aus, vollkommen verloren in ihrem tödlichen Tanz. Fayr registrierte nicht einmal die Warnmeldungen, die mit jedem Streiftreffer seines Widersachers die Schadensliste verlängerten. Aber er teilte auch so gut aus, wie er einsteckte. Der Deflektorschild des TIE Defenders hatte längst den Geist aufgegeben als die Entscheidung ihres Zweikampfes kam. Eine letzte Lasersalve des Corellianers traf nicht nur das Cockpit seines Gegners. Ein Laserbolzen schnitt auch sauber einen der Sonnenkollektorflügel des TIE Defenders ab, der daraufhin unkontrolliert direkt auf den XJ3-Flügler des Corellianers zuhielt. Fayr hatte keine Chance noch auszuweichen. Es gelang ihm einzig, den XJ3-Flügler zu drehen, sodass das Trümmerstück nur mit den Backbord S-Flächen kollidierte und sie abtrennte, statt in Fayrs Cockpit zu krachen.

Es kam zu keiner Explosion, aber dafür verlor Fayrs Jäger für einige Sekunden sämtliche Energie. Alle Lampen und Bildschirme im Cockpit verstummten, genauso wie die Lebenserhaltung und auch der Trägheitskompensator und natürlich auch die Antriebe. Die auf den Jäger einwirkenden Fliehkräfte drangen urplötzlich auf Fayr ein als das Kompensationsfeld zusammenbrach und ließen ihn beinahe das Bewusstsein verlieren. Mit dem letzten bisschen an Willenskraft kämpfte der Corellianer jedoch erfolgreich dagegen an und schaffte es auch, mithilfe des Notstroms den Jäger wieder unter Kontrolle zu bringen. „Puh...das war verdammt knapp gewesen.“ Fayr atmete erleichtert durch, auch wenn die meisten Systeme des XJ3-Flüglers sich nicht mehr erreichen ließen. Ein Blick nach Backbord verriet Fayr, wie knapp er dem Tod entronnen war, kaum ein halber Meter hatte für einen tödlichen Treffer gefehlt. Der Blick Richtung Bug verriet aber ein noch viel größeres Problem. Weitere Trümmerstücke hatten die Nase des XJ3-Flüglers getroffen und aufgerissen. Das erklärte dann auch, warum die meisten Bildschirme nur Fehlermeldungen ausgaben. Die Navigationssysteme und Sensoren des Jägers waren nur noch eine traurige Erinnerung.

Zumindest die Backofenhitze hinter Fayr hatte nachgelassen. Sicher, der Jäger war aufgeheizt und würde hier im Vakuum so schnell auch nicht mehr abkühlen. Aber der ausgefallene Reaktor würde zumindest keine weitere Hitze mehr produzieren...so auf den Notstrom beschränkt würde Fayr auch so schnell nirgendwo hinkommen. Aber die Energie reichte immerhin aus, um den Jäger weg vom Planeten (und damit den imperialen Verteidigungsstreitkräften) zu drehen und mit minimalem Schub sich in Richtung des Hyperraumsprungpunkts zu bewegen, den die republikanischen Streitkräfte für ihren Angriff genutzt hatten. Zumindest hoffte Fayr das. So ohne Sensoren musste er aus dem Gedächtnis navigieren und auch wenn er jetzt nicht der schlechteste Navigator seines Jahrgangs an der Akademie gewesen war...so war Navigieren aus dem Gedächtnis heraus doch alles andere als eine exakte Wissenschaft.T2, so ziemlich alles des Jägers funktioniert nicht mehr, kannst du mit deinen eigenen Systemen irgend jemanden aus der Flotte erreichen und um Hilfe bitten?“

Zunächst schien nichts in Reichweite zu sein und Fayr machte sich schon auf eine langsame und langatmige Reise gefasst. Nun, allzu lang durfte sie nicht gehen. Das Lebenserhaltungssystem war außer Funktion oder sogar zerstört und Fayrs Anzug hatte noch Atemluft für vielleicht zwei Stunden. Schließlich aber meldete T2 doch Erfolg. Neelyn näherte sich ihm und dessen Astromechdroiden zufolge war er auf der Suche nach dem Corellianer. „Sag ihm, dass er uns gefunden hat und frage ihn, ob er uns den Weg zurück zur Challenger weisen kann. Und sag ihm, dass die ersten drei Runden auf mich gehen.“ Als Neelyns XJ3-Flügler neben ihm auftauchte, konnte Fayr nicht anders als erleichtert aufzulachen und seinem Staffelkollegen freudig zuzuwinken. Seine Überlebenschancen hatten sich mit Neelyns Ankunft drastisch verbessert. Der folgende Flug stellte sich als erfrischend ereignislos heraus. Die Schlacht hatte sich näher zum Planeten hin verlagert und der Corellianer war da durchaus froh drüber. Eine einzige Lasersalve würde genügen, um ihn von seiner sterblichen Hülle zu befreien.

Als der Traktostrahl des Trägerschiffs, das Neelyn für sie beide angesteuert hatte, Fayrs Jäger erfasste und er endlich den Steuerknüppel loslassen konnte, schwemmte eine Woge der Erschöpfung über den Corellianer. Das bisherige Gefecht war heftiger als alles gewesen, das er bisher erlebt hatte, doch es war noch lange nicht vorbei. Er hatte aber bis hierhin überlebt und wollte auch weiterhin einen Unterschied da draußen machen und so konnte er nicht anders als sich direkt zu bemühen, wieder in das Gefecht einzugreifen, als die Hangarbesatzung ihm aus dem schrottreifen XJ3-Flügler half. „Hallo Leute, ihr habt nicht zufällig noch einen Jäger, den ich mir ausleihen könnte? Ich muss ganz dringen raus zu einem Tanz mit den Imps.“ Mit den Füßen auf dem Hangarbogen kam Fayr allerdings keine drei Schritt weit, bevor er mit einem Schwindelanfall auf die Knie krachte und sich hemmungslos zu übergeben begann. Bevor er das Bewusstsein verlor, schoss noch ein einziger Gedanke durch seinen Kopf. Strahlenvergiftung. Der beschädigte Reaktor seines XJ3-Flüglers hatte offensichtlich mehr als nur Hitze in das Cockpit entlassen.

Orbit über Kashyyyk | Raumjägerhangar des Trägerschiffs | Lieutenant Fayr Ced, Hangarbesatzung
 
[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | unbewohnte Insel unweit der Sendestation und des Docks | Vorposten des Wookiee-Widerstands] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph") & Tarpekk (NPC)

Angespannt, aber fasziniert beobachtete Chi-Maia Chonda über den Feed des Aufklärungsdroiden, wie die Void Fangs mit messerscharfer Präzision die ersten imperialen Soldaten ausschalteten und schließlich das Herzstück des Senderelais in die Luft jagten. Es war nicht das erste Mal, dass sie die republikanischen Spezialkräfte als golden schimmernde Schemen auf einem Wärmebilddisplay beobachten durfte, aber es war immer wieder ein Schauspiel, das ihr Ehrfurcht einflößte. Bevor die Pantoranerin sich dem NRGD angeschlossen hatte, hatte im Militär gedient, sich aber bewusst für den militärischen Geheimdienst entschieden. Natürlich hatte sie gerade in der Grundausbildung andere Soldaten zur Genüge kennengelernt. Ohne Zweifel hatte auch jeder noch so stumpfe Panzerkommandant oder Marine-Schlammfresser seine Berechtigung im militärischen Apparat, aber sie bevorzugte gezielte, präzise und wohldosierte Gewaltanwendung gegenüber dem Orbitalschlag, das Skalpell gegenüber der Brechstange. Skoll und seine Rudel wussten, was zu tun war. Fang One an Wroshyr Actual. Sendestation zerstört. Schockkragen-Relais offline. Das Archipel ist blind. Der Weg ist frei.“

Glyph nickte und schaltete am Computer herum, um den Flugkurs des Droiden etwas anzupassen, sodass sie den Weg der Verstärkung vom nahegelegenen Bunker besser sehen konnte. Sie fluchte leise, als sie das falsche Kommando gab und die Drohne in die falsche Richtung steuerte. Aus dem Augenwinkel konnte sie sehen, wie Tarpekk überrascht und vielleicht amüsiert eine seiner buschigen Augenbrauen hochzog. Es kostete etwas Kraft ihre Frustration unter Kontrolle zu bringen und ihre Gesichtszüge wieder neutral zu bekommen. Zu ihrem Leidwesen war der Umgang mit der fortschrittlichen Technik des Dienstes immer noch ihre Schwachstelle – normalerweise hätte sie die Aufgabe den Droiden zu kontrollieren Caliper überlassen, aber es war nicht möglich gewesen, ihn auf die Schnelle unauffällig aus Kachirho hierher zu bringen. Sie unterdrückte ein Seufzen. Ein knurriges Heulen war aus ihrem Komm zu hören. [„Ich habe es gehört, Cho Malichi.“] Tarrokk hatte Skolls Meldung zwar bestätigt, aber sie musste ein weiteres Mal ihre Frustration im Griff behalten. Trotz des Kurz-Briefings in sicherer und effizienter Kommunikation, welches sie dem Wookiee auf dem Weg zum Außenposten gegeben hatte, hatte er ihren Namen in seiner Rückmeldung verwendet. Selbstverständlich war 'Cho Malichi' immer noch nicht ihr echter Name, aber es bestätigte ihren ersten Impuls, dass der alte Wookiee vielleicht ein großer Kämpfer war, aber den strategischen Horizont eines Kindes hatte, welches sich mit Stöcken mit seinen Freunden prügelte. Im Geheimdienst wurde gelehrt grundsätzlich damit zu rechnen, dass eine Mission zu jedem Zeitpunkt kompromittiert werden könnte – und wenn sie wirklich so hieße, wäre nun ihre Arbeit, ihr Leben und vielleicht ihre Familie in Gefahr. Glyph an Fang One,“ begann sie, während sie mit verbissen in den Computer gehämmerten Befehlen den Droiden wieder auf Kurs brachte. „Verstanden. ETA von Wroshyr Actual ca. 10 Minuten.“

Ohne Zweifel war der Alarm auf der Insel jetzt aufgelöst. Ihre Brauen zogen sich konzentriert zusammen als sie erste goldene Schemen aus der Bunkeranlage in etwas Entfernung des Senderelais strömen sah. Zwei Mann rannten um die Befestigung herum und begannen sich über eine Leiter zum E-Web-Blaster auf dem Dach zu machen, um gegebenenfalls Feuerschutz geben zu können und ihren Posten zu sichern. Die anderen acht imperialen Soldaten bewegten sich eilig mit gezogenen Waffen in zwei separaten Gruppen auf die Void Fangs zu. Einer der zwei Trupps nahm den direkten Weg, der zweite orientierte sich am Verlauf des Strandes. „Fang One, zwei Schützengruppen nähern sich Ihnen aus Richtung des Bunkers, einer auf direktem Weg, eine kommt den Strand entlang. Insgesamt sieben Soldaten und, wie es von hier aussieht, ein Unteroffizier, an der Spitze des ersten Trupps.“ Glyph beobachtete, wie die zwei imperialen Soldaten am Bunker ihre Position einnahmen und den schweren Repetierblaster auf das Relais ausrichteten. „Lagehinweis: zwei Posten haben am Bunker ein E-Web besetzt.“

[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | unbewohnte Insel unweit der Sendestation und des Docks | Vorposten des Wookiee-Widerstands] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph") & Tarpekk (NPC)
 
o Orbit über Kashyyyk o Kommandogruppe »Phalanx« in Angriff auf ISD-I Determinator o MC80a Firaxa o Brücke o
Captain Thalassa und Crew

Der Augenblick, in dem der Victory-Klasse-Sternzerstörer seine starre Position aufgegeben und sich mit der fast beleidigenden Geradlinigkeit imperialer Doktrin aus der Schutzordnung gelöst hatte, wirkte auf den ersten Blick wie ein Akt der Entschlossenheit, auf den zweiten jedoch wie das, was er in Wahrheit war: eine gefährliche, aber erzwungene Gegenmaßnahme eines Gegners, der spürte, dass ihm die Kontrolle zu entgleiten begann. Captain Orso Thalassa begriff dies nicht als abstrakte taktische Erwägung, sondern beinahe körperlich, wie man den Wechsel einer Strömung in den Tiefen eines kalten Meeres an den Druckverhältnissen gegen den Rumpf eines Schiffes erkennt, lange bevor die Oberfläche davon kündet. Vor ihm lag der graue Keil des Sternzerstörers im Transparistahl wie ein Raubtier, das sich aus seiner Deckung gelöst hatte, doch in seinen Augen war er in diesem Moment bereits weniger eine drohende Klinge als vielmehr eine freigegebene Flanke, eine Schwächung der imperialen Gesamtlinie, ein Stück ungeduldiger Härte, das der Gegner an die falsche Stelle geworfen hatte.
Die Brücke der Firaxa vibrierte unter den Einschlägen der gegnerischen Salven mit jenem dumpfen, tief in Knochen und Organe dringenden Dröhnen, das jeden an Bord daran erinnerte, dass zwischen taktischer Abstraktion und brutalem Realismus nur die Dicke einiger Panzerplatten und die flimmernde Haut ihrer Schilde lagen. Ein greller Lichtstoß flammte über das Transparistahlfenster, als ein weiterer Schuss des Victory an der Frontprojektion des Mon-Cal-Kreuzers zerschellte und sich in schimmernden Kaskaden von Energie über den Schildhorizont ergoss. Für einen Herzschlag war die Brücke in geisterhaftes Grün getaucht, die Gesichter von
Kanoloa, Crano und Vakess scharf gezeichnet, als säßen sie nicht im Inneren eines Kriegsschiffes, sondern in der phosphoreszierenden Tiefe eines sturmgepeitschten Ozeans.

„Er will uns festnageln,“ sagte Thalassa schließlich mit jener ruhigen, schweren Stimme, die nicht erhoben werden musste, um auf der Brücke jedes Ohr zu erreichen. „Er wirft seine Masse gegen unsere Front, damit wir unseren Blick vom eigentlichen Ziel lösen.“

Sein XO, Commander Ardo Kanoloa, dessen breite, schwimmhäutige Hände in einer Präzision über die Anzeigen glitten, die jedes Zögern ausschloss, nickte kaum merklich, während seine bernsteinfarbenen Augen bereits die neuen Bahnen der Bewegung verfolgten.

„Wenn wir ihm frontal begegnen, bindet er uns. Wenn wir ausweichen, öffnet er dem Kommandoschiff Zeit.“ Der Mon Calamari sprach die Worte nicht wie eine Frage, sondern wie ein sauber ausgesprochenes Problem, dessen Lösung bereits gesucht werden musste, noch während es formuliert wurde.

„Dann begegnen wir ihm nicht frontal,“
erwiderte Thalassa, und in seinem Blick lag plötzlich jener stählerne, fast dunkle Glanz, den seine Besatzung kannte und der stets der Vorbote eines Entschlusses war, der den Kampf in eine neue Phase treiben würde. „Wir nehmen ihm die Bewegung, nicht die Stirn. Ein Victory lebt von seiner Front. Also schneiden wir ihm den Weg unter dem Kinn weg.“

Der Chagrianer trat einen halben Schritt vor, legte beide Hände schwer auf die Reling und sah auf den Holotank hinab, auf dem sich die Signaturen der Phalanx und der imperialen Verteidigung in ständigem Wechsel schoben. Die Lücke, die der Vorstoß des Sternzerstörers in die Schlachtlinie gerissen hatte, war noch immer schmal, doch sie war da. Zu klein für einen ungeduldigen Durchbruch, groß genug jedoch, um sie mit der richtigen Kombination aus Druck, Geschwindigkeit und Feuer in etwas Ernstes zu verwandeln.

„Wavebreaker,“ sagte er in den offenen Verbandskanal, und schon der Name des kleinen, schnellen MC30 klang in diesem Moment wie das Versprechen eines Messers, das an die richtige Stelle geführt werden sollte, „Commander Teenu, Sie gehen nicht auf den Bug, nehmen Sie seine gedachte Linie. Ich will, dass Ihre Torpedos dort einschlagen, wo er in dreißig Sekunden sein will.“

Die Antwort der Nautolanerin kam ohne Verzögerung, fest, konzentriert, erfüllt von jener kühlen Angriffslust, die aus Erfahrung geboren wird:
„Verstanden, Captain. Wir fangen ihm die Zukunft ab.“

Ein kaum sichtbares Zucken ging durch Thalassas Mundwinkel. Es war keine Belustigung, eher die stille Anerkennung für eine Offizierin, der den Kern eines Befehls begriffen hatte. Dann wandte er sich bereits dem nächsten Teil der Bewegung zu.


„Coral Vengeance,“ fuhr er fort, „halten Sie den Druck auf den Carrack-Verband. Kein imperiales Begleitschiff verlässt seine Linie, um dem Victory den Rücken zu decken. Wenn etwas vorstößt, brechen Sie es.“

„Verstanden. Wir halten die Flanke wie ein Riff.“ meldete sich Commander Jhar Halabar mit der langsamen, schweren Ruhe eines Mon Calamari, der nicht dazu neigte, Worte zu verschwenden.

„Lieutenant Commander Vakess,“ sagte er, während sich der Victory immer deutlicher in der Frontscheibe aufbaute, riesig, drohend, das starre Gesicht imperialer Macht im Feuersturm der Schlacht, „ich will seine Bugbatterien zerstört sehen. Alles, was wir haben, auf seine vorderen Geschützlinien und Sensoraufbauten. Wenn er schießen will, dann im Blindflug.“

Der Quarren nickte mit einer Bewegung, die beinahe unsichtbar blieb, während seine Finger neue Prioritätsraster über die Zielerfassung jagten. „Feuerleitlösung in Arbeit. Wenn wir die Sensorbrücke treffen, verlieren sie Koordination. Wenn wir die ventralen Geschützleisten treffen, zwingen wir sie zur Korrektur.“

„Tun Sie beides.“

Zur selben Zeit dröhnte Commander Kazo durch die Staffelkanäle und schnitt die chaotische Kakophonie des Jägergefechts mit klaren, harten Befehlen auseinander. Die Abyss Fangs zogen breitere Bögen, banden die TIE-Abfangjäger von der Stoßlinie weg, während die Current Strikers und Reef Sabers in gestaffelten Läufen gegen die imperialen Flaksektoren ansetzten um ihnen jene tödliche Sicherheit zu nehmen, mit der sie bislang jeden republikanischen Vorstoß berechnet hatten. Hinter ihnen lauerten die schwereren Staffeln auf den Moment, in dem Commander Teenu ihre Torpedos laufen lassen würde.

Dann kam der Angriff. Die Wavebreaker kippte mit einer Eleganz, die im Widerspruch zur brachialen Natur ihres Auftrags stand, unter einer neuen Salve des Victory hinweg, zog hart auf Steuerbord und entließ in scharf berechnetem Winkel die erste Ladung ihrer Torpedos. Nicht direkt gegen die massive Keilfront des Sternzerstörers, sondern auf den Raum, den dieser mit seinem aktuellen Schubvektor durchqueren musste, wenn er seinen riskanten Vorstoß beibehalten wollte. Für einen Sekundenbruchteil wirkte es, als liefen die Geschosse ins Leere. Dann begriff das Schlachtfeld selbst die Rechnung. Der Victory konnte nicht gleichzeitig Kurs halten und dem Torpedofächer vollständig ausweichen. Er versuchte beides und verlor den Vorteil von beidem.


„Jetzt,“ sagte Thalassa, nicht laut, aber mit der Schwere einer fallenden Klinge.

Die Firaxa antwortete mit einer vollen, sauber geführten Breitseite, die nicht auf den Rumpf des Sternzerstörers als Ganzes zielte, sondern auf jene Stellen, an denen dessen Versuch der Kurskorrektur seine eigene Feuerordnung auseinanderzog. Grünes und rotes Licht bohrte sich in die Frontsektionen, hämmerte gegen Geschützleisten, schlug in Sensoraufbauten, ließ einen der oberen Turbolasertürme in einem Fontänenschlag aus Funken und glühenden Fragmenten zerbersten. Gleichzeitig traf der erste Torpedo der Wavebreaker an der unteren Schildkante, wo die Neuverteilung der Energie noch nicht abgeschlossen war. Das Schild des Victory kollabierte nicht direkt, doch es knickte sichtbar ein, verzog sich, flackerte über einen ganzen Bugsektor hinweg in jener Weise, die erfahrene Kapitäne sofort erkennen. Das Schiff war für einen gefährlichen Augenblick damit beschäftigt, seine eigene Integrität zu retten, anstatt den Feind zu töten.


„Schildeinbruch am vorderen Steuerbordbogen!“ rief Vakess. „Sekundäre Belastung auf Sensorlinie!“

Die Brücke der Firaxa erbebte unter dem Gegenschlag, denn der Sternzerstörer war noch keineswegs gebrochen und schlug zurück mit allem, was seine Frontbatterien noch hergaben. Eine Salve traf die Frontschilde des Mon-Cal-Kreuzers so hart, dass ein Offizier an der Seitenkonsole förmlich in seine Sicherungsgurte geschleudert wurde. Alarme rissen auf, rotes Licht mischte sich in das grüne Flackern der Schilde, und von den unteren Decks meldete der Chefingenieur Haekeen Nasrabi sich mit jener kontrollierten Härte eines Mannes, der inmitten brennender Leitungen nicht die Stimme hebt, sondern nur präziser wird.

„Sektionen D und F melden strukturelle Belastung. Wir halten, aber das nächste Paket dieser Stärke geht direkt auf die innere Verteilung.“

„Sie bekommen keine Zeit für ein nächstes Pake
t“, sagte Thalassa, und diesmal klang keine Hoffnung darin, sondern Entschluss.

Er sah, wie der Victory sich aus seiner idealen Angriffslinie verdrängt hatte, wie sein Vorstoß ins Stocken geriet, wie die imperialen Begleitschiffe für kostbare Augenblicke zögerten, ob sie ihm helfen oder das Kommandoschiff weiterhin schützen sollten. Die Wendung dieses Scharmützels, auf die die Phalanx hingearbeitet hatte, um einen Moment des Zwiespalts zu schaffen, in dem das Imperium gezwungen wurde, zwischen zwei schlechten Entscheidungen zu wählen. Zum ersten Mal seit Beginn dieser mörderischen Annäherung war es nicht mehr die Republik allein, die unter Druck stand.
Thalassa richtete sich zu voller Größe auf, das Donnern der Schlacht in den Knochen, den kommenden Stoß bereits im Blick. Der Sternzerstörer war noch nicht gefallen, das Finale noch nicht erreicht, doch sie waren ihm näher als je zuvor; und tief unter dem Heulen der Sirenen, unter dem Krachen der Geschütze und dem Vibrieren der Schilde wusste er mit jener kalten Gewissheit, die ihn im Krieg nie getäuscht hatte, dass der Fels zu arbeiten begonnen hatte. Er brach noch nicht. Aber er war nicht länger unversehrt.

o Orbit über Kashyyyk o Kommandogruppe »Phalanx« in Angriff auf ISD-I Determinator o MC80a Firaxa o Brücke o
Captain Thalassa und Crew
EinheitKommandantRumpfSchilde
MAJ Harbinger of JusticeCommodore Karbo Mutazzin [Befehlshaber]78 %63 %
MC80a FiraxaCaptain Orso Thalassa71 %48 %
AF2 Denon's JudgementCommander Glie Amersu78 %59 %
MC40 Coral VengeanceCommander Jhar Halabar82 %72 %
COR IntrepidCommander Bokanna Haressi72 %71 %
MC30 WavebreakerCommander Ria Teenu84 %62 %
 
Kashyyyk ||| Wawaatt-Archipel ||| Imperiale Nebeninsel ||| zerstörte Sendestation, Küstenabschnitt vor dem Trockendock
Ozzy hatte die Bestätigung Glyphs kaum aus dem Ohr, als sich die Qualität der Nacht veränderte. Er spürte eine kaum greifbare Verschiebung im Rhythmus der Insel, jenes kurze Stocken, das auf jeden lautlosen Schlag folgte und dem stets die Reaktion der Überlebenden nachkam. Die Sendestation war verstummt, der Nerv durchtrennt, sodass das unsichtbare Netz, das Schmerz über die Hälse der Wookiees verteilt hatte, nicht mehr zuckte. Doch der Körper des Feindes lebte noch und begann eben erst zu begreifen, dass ihm ein Glied abgerissen worden war.
Der weißfellige Shistavane stand zwischen den rauchenden Überresten der Relaiskonsolen und dem offenen Türspalt des kleinen Bunkers, das Blastergewehr eng am Körper, als
Glyphs zweite Meldung eintraf. Zwei Schützengruppen. Strandseite und direkter Anmarsch. Ein Unteroffizier an der Spitze. Zwei weitere Soldaten am Bunker, dabei, ein E-Web in Stellung zu bringen.
Er schloss für einen Augenblick die Augen, um das Bild in seinem Kopf sauber zu ordnen. Gelände. Feuersektoren. Tote Winkel. Das schwere Repetiergeschütz auf dem Dach des Bunkers war das eigentliche Problem, nicht die zehn Mann, die auf sie zuliefen. Gegen einen Zug Infanterie konnte ein gutes Kommando mit Ruhe, Deckung und sauberem Winkel bestehen, ein E-Web jedoch verwandelte offenes Gelände binnen Sekunden in ein Schlachthaus. Die Kadenz dieser Waffe, wenn sie erst einmal lief, fraß Stein, Holz und Fleisch in fast gleichem Maß. In der Grundausbildung wurde beigebracht, wie man nicht in Schockstarre zusammenfuhr, wenn das Surren dieser Kriegswerkzeuge erklang, sodass man nicht in Stücke gerissen wurde, bevor man realisierte, was passierte. Wer im falschen Augenblick aufstand, starb nicht heldenhaft, sondern zerrissen, in Stücken, die im Staub weiter zuckten.

Er trat aus dem Inneren der zerstörten Station hinaus in die feuchte Nachtluft und ließ den Blick rasch über das Gelände schneiden. Der Küstenstreifen nach Süden war flach und sandig, unterbrochen von Treibholz, Transportkisten und einer halb verrotteten Aggregatsanlage, die kaum Brustwehr bot. Östlich davon stieg der Boden in gebrochenen Felsplatten an. Dort gab es Deckung, aber nur für die, die schnell genug dort waren. Zwischen ihnen und dem Bunker verlief ein schmaler Wartungsgraben, kaum mehr als eine Entwässerungsrinne, doch ausreichend, um zwei Mann geduckt voranzubringen. Links, auf Höhe des Generatorhauses, boten Kabeltrassen und Versorgungskisten einen schmutzigen, aber brauchbaren Feueransatz.


„Kontaktphase“, sagte Ozzy ruhig in den Kurzkanal. Seine Stimme war nicht laut, aber sie hatte jene schneidende Nüchternheit, die bei seinen Leuten mehr bewirkte als jedes Gebrüll. „Fang Three bindet den direkten Trupp. Fang Four nimmt Strandseite in enfilierendes Feuer, aber bleibt unterhalb der Dachlinie. Kein Kopf über Deckung, solange das E-Web feuert. Fang Two, ich will dieses Geschütz blind, tot oder beides sehen.“

Das knappe, professionelle Klicken von Coms und das unmittelbare Umsetzen signalisierte ihm, dass seine Befehle angekommen und vernommen worden waren. Sergeant Tovrek Marr führte Fang Three bereits nach Norden aus, hinein in eine flache Senke zwischen zwei schwarzen Basaltbuckeln, von wo aus Faylen Orra das Vorrücken des direkten Stoßtrupps erfassen konnte. Die Togruta warf sich in eine kniende Anschlagposition, die Bewegungen sauber, fast elegant, als wären ihre Gelenke aus Draht und Disziplin. Neben ihr schob Jalen Korr sich hinter einen zerborstenen Energiekasten, das Gesicht ausdruckslos, die Waffe ruhig. Der erste der anrückenden Imperialen wurde in dem Moment sichtbar, in dem er die Deckung eines niedrigen Stützpfeilers verließ. Das Stakkato der Salven gaben den Rythmus des Todes vor. Faylens Schüsse traf ihn sauber oberhalb des Brustpanzers, und der Mann fiel, als habe jemand unter ihm den Boden weggezogen. Doch der Rest duckte sich rasch, gut genug ausgebildet, um nicht in blinden Schreck zu verfallen. Der Unteroffizier bellte Befehle, riss seine Leute auseinander, schob zwei nach rechts in eine Schützenlinie und zwang die übrigen nach vorne. Es handelte sich bei den Soldaten um reguläre Truppen. Müde vielleicht, überrascht gewiss, aber nicht untauglich.

Am Strand setzte Fang Four sich gleichzeitig in Bewegung. Sergeant
Kalro Jinn führte sein Rudel tief geduckt entlang einer Reihe umgestürzter Poller, während Corporal Vel sich hinter einer Transportkiste verschanzte, deren Stirnseite bereits von Salz und Jahren zerfressen war. Private Renn legte den schweren Blaster auf dem Rand einer geborstenen Slipplatte auf um den Sektor mit einem reißenden Sperrfeuer zu blockieren, den die Strandgruppe unweigerlich nehmen musste, wenn sie flankieren wollte.

Und dann begann das E-Web zu sprechen. Es war ein plötzliches, hämmerndes Ausreißen der Nacht, ein mechanischer Stakkato-Sturm, so dicht und brutal, dass die Luft selbst zu zerfasern schien. Die Mauer des zerstörten Sendebunkers explodierte in Funken und Steinsplittern, als die erste Garbe quer über das Gelände riss. Blasterbolzen fraßen glühende Furchen in Beton, zerschlugen Kisten, rissen aus einem Stützpfeiler faustgroße Stücke und ließen sie wie Schrapnelle durch den Raum fliegen. Private First Class
Vorr, der eben noch dabei gewesen war, seine Repetierwaffe hinter einer Kabeltrommel aufzubauen, wurde von der Druckwelle und den herumfliegenden Splittern halb von den Füßen gerissen. Er schlug hart auf, stieß einen erstickten Laut aus und presste die Hand an die linke Schläfe, wo sich zwischen Blut und Staub sofort eine dunkle, glänzende Linie bildete.

„Kael!“ rief Sergeant Drelka Marru und war augenblicklich bei ihm, zog ihn nicht hoch, denn man riss niemanden unter solchem Feuer hoch, sondern riss ihn tiefer in den Schatten der Trommel und drückte ihn gegen den Boden. Ihre Hände arbeiteten bereits an Verband und Bacta-Injektor, während die Garben des E-Web weiter über die Stellung droschen, so niedrig, dass niemand auch nur daran dachte, den Kopf zu heben.

Ozzy fluchte nicht. Er tat, was gute Offiziere taten, wenn Dinge schlimm wurden: Er rechnete neu. Das E-Web stand erhöht, aber nicht gut geschützt. Dachkante und Sandsäcke boten eine gute Deckung, doch hatte das E-Web durch die hastig aufgebaute Position einen begrenzten Schwenkbereich. Die Schützen am Geschütz mussten sehen, um zu töten. Also nahm man ihnen das Sehen oder das Leben. Möglichst beides.


Rinna, Varro, mit mir“, sagte er. „ Folgt mir zum Wartungsgraben. Wir gehen unter dem Kegel durch. Damos, ich will Blendgranaten auf dem Dach, genug, dass sie den Kopf verlieren.“

„Verstanden“, kam Damos’ Antwort unmittelbar.

Der weiße Wolf war bereits in Bewegung, gefolgt von den beiden Mitgliedern seines Rudels. Er glitt die zwei Schritte bis zur Rinne, schlitterte hinein, den Körper tief, das Gewehr eng an der Brust. Kaltes Wasser und Schlamm spritzten an seine Handschuhe. Neben ihm tauchte Rinna auf, so schnell, dass sie im Dunkeln eher wie ein Gedanke wirkte als wie ein Mensch. Hennik Varro folgte schwerer, aber mit erstaunlicher Ruhe für einen Mann, der zwei kleine, bösartige Ladungen wie Kunstobjekte behandelte. Über ihnen drosch das E-Web weiter. Jede Garbe zog ein Lichtgitter durch die Dunkelheit, ließ für Sekundenbruchteile das gesamte Schlachtfeld in grellem Rot aufleuchten: Faylen in ihrer Stellung, Tovrek beim Umsetzen, die anderen sah er in dem Chaos nicht, nahm sie nur peripher als Schemen war. Dann wieder Dunkelheit. Dann wieder Feuer. Der Krieg zerhackte die Nacht in kurze Bilder aus Licht, Staub und Schweiß.


„Dreißig Meter“, murmelte Rinna.

Der Lieutenant nickte nur. Er hörte jetzt mehr als er sah: Den kreischenden Laufmantel des E-Web, darüber fast erstickt das harte Bellen des Unteroffiziers mit unterdrückter Panik in seiner imperialen Stimme, als Fang Three deren Vormarsch erneut mit präzisem Feuer abstopfte. Irgendwo links heulte ein Mann auf. Vielleicht ein Imperialer, vielleicht einer ihrer eigenen? er konnte es nicht sagen. In solchen Minuten unterschied der Krieg nicht nach Würde, sondern nur nach Deckung.

Über Funk meldete Damos:
„Blendkörper bereit.“

„Auf mein Zeichen.“

Ozymandias Skoll
hob zwei Finger, ohne sich umzudrehen.

Varro legte die Ladung aus der Hand in den Schlamm, prüfte noch einmal die Magnetklammern. Rinna hatte bereits die Blasterpistole gezogen um den einen präzisen Schuss zu setzen, den es brauchte, wenn oben plötzlich ein Helm über die Kante kam.

„Jetzt“, sagte signalisierte der Alphawolf der Void Fangs.

Im selben Moment warf Fang Two aus der seitlichen Deckung zwei kleine Zylinder über den Generatorblock hinweg. Sie platzten nicht laut, sondern mit einem scharfen, grellen Knall aus weißem Licht und ionisiertem Funkennebel direkt unterhalb der Dachkante. Statt eines Feuerballs bahnte sich ein brutales Flimmern, das die Optiken auf dem Dach für wertvolle Sekunden mit Glanz, Störung und Fehlreflexen flutete, ihren Weg.
Das Hämmern des E-Web brach lange genug ab, um den Zugriff zu wagen.
Ozzy war als Erster aus dem Graben. Zwei Schritte. Drei. Dann hatte er die seitliche Mauer des Bunkers erreicht. Rinna hinter ihm. Varro bereits mit der Ladung am ersten Dachstützpfeiler. Oben hustete das E-Web wieder an, blind, zu hoch, die Garbe fraß nur Nacht. Der Shistavane riss das Gewehr hoch und schoss durch den Winkel zwischen Sandsack und Lafette. Ein Schütze zuckte zurück. Rinna setzte fast gleichzeitig nach. Der zweite Kopf auf dem Dach verschwand.

„Ladung sitzt“, knurrte der Klatooinianer.

Ozzy trat zurück, riss Rinna am Ärmel mit sich um die Ecke, und noch ehe das E-Web wieder auf sie einschwenken konnte, sprengte die Dachkante in einem kurzen, bösartigen Schlag auf. Das Metall schrie und zerbarst, Sandsäcke platzten. Die Lafette des Geschützes sprang schief aus ihrer Verankerung und kippte zur Seite. Das Schweigen danach war eine akkustische Erlösung. Kein mörderisches Hämmern mehr. Nur einzelne Schüsse und Rufe. Das harte Atmen derer, die begriffen hatten, dass sie eben nicht mehr durch ein stationäres Geschütz gedeckt wurden. Ozzy spürte, wie der Raum wieder ihnen gehörte.

„E-Web ausgeschaltet“, sagte er in den Kanal, der seine Worte direkt in Glyphs Ohr trug und diesmal lag in seiner Stimme ein kalter Nachdruck.

Vor ihnen begann sich der Kampf neu zu ordnen.


Kashyyyk ||| Wawaatt-Archipel ||| Imperiale Nebeninsel ||| zerstörte Sendestation, Küstenabschnitt vor dem Trockendock
 

o Orbit über Kashyyyk o Kommandogruppe »Phalanx« in Angriff auf ISD-I Determinator o MC80a Firaxa o Brücke o
Captain Thalassa und Crew

Der Sternzerstörer war nicht gebrochen, doch zum ersten Mal seit seinem riskanten Vorstoß wirkte er nicht mehr wie die kalte, unerbittliche Geometrie imperialer Überlegenheit, sondern wie ein verwundeter Koloss, der noch immer tödlich war, dessen Gleichgewicht jedoch spürbar zu arbeiten begonnen hatte. Auf der Brücke der Firaxa sah Captain Orso Thalassa dies nicht bloß in Zahlen, aber in jener schwerer zu fassenden Weise, in der ein erfahrener Kommandant die Unsicherheit des Gegners in dessen Bewegungen liest. Das Flackern überlasteter Batterien und die Tatsache, dass ein Schiff von der Größe eines Victory-Klasse-Sternenzerstörers plötzlich damit beschäftigt war, auf den Verlauf der Schlacht zu reagieren, statt ihn weiter zu diktieren, zeigte das Stocken der imperialen Maschinerie und machte es für den chagrianischen Offizier evident.
Vor dem Transparistahlfenster spannte sich der Raum wie eine aufgerissene Wunde. Feuerbahnen durchschnitten die Schwärze in allen Winkeln bevor der Sauerstoffmangel sie erstickte, schwere grüne Turbolaserlanzen stießen aus den Flanken imperialer Begleitschiffe, während die Gegenantwort der Republik mit jenen dichteren, härteren Mustern kam, die entstanden, wenn ein Verband nicht nur schoss, sondern die Wende erzwang. Trümmer eines zerschlagenen Kreuzers glühten in langsamer Drehung, und durch dieses Trümmerfeld zogen die Jäger der Phalanx ihre Schneisen, huschten in Kurven und Stürzen durch Flakfeuer, als ritten sie nicht zwischen Geschützlinien hindurch, sondern zwischen den Fangarmen eines lebendigen Raubtiers.

Thalassa trat einen halben Schritt näher an den Holotank heran, dessen Projektion das Schlachtfeld in schimmernden Ebenen aus Vektoren, Zonen und Signaturen übertrug. Der Victory war aus seiner starren Deckungslogik herausgerissen worden, doch gerade das machte ihn nun gefährlich auf eine andere Weise. Ein getroffener Sternzerstörer dieser Klasse zog sich nicht wie ein feiger Gegner zurück. Er neigte vielmehr dazu, in seiner Verletzung umso brutaler zu werden, weil das Imperium seinen Offizieren beigebracht hatte, Lagekontrolle mit Vorwärtsdruck zu beantworten, selbst wenn der Vorwärtsdruck sie tiefer in die Gefahr führte.

„Er wird nicht weichen,“
sagte Thalassa schließlich, und es war schwer zu sagen, ob er zu Kanoloa, zu Vakess oder in Wahrheit zu dem Schiff dort draußen sprach. „Der imperiale Kommandant wird versuchen, uns im Feuer zu binden und uns mit seiner Masse den Winkel zu nehmen.“

Commander Ardo Kanoloa hob den Kopf nur leicht, die großen bernsteinfarbenen Augen auf die Projektion gerichtet, in deren Licht seine feuchte Haut matt glänzte. „Wenn er seinen Bug hält, zwingt er uns zur Entscheidung. Entweder wir pressen ihn und verlieren Druck auf das Primärziel, oder wir gehen an ihm vorbei und geben ihm unsere Flanke.“

„Nur wenn wir seine Drehung akzeptieren,“ erwiderte Thalassa ruhig.

Das war der Kern. Kein Großkampfschiff, das noch nicht völlig seiner Ordnung beraubt war, starb allein an Schaden. Es starb daran, dass man ihm die Möglichkeit nahm, seinen Schaden sinnvoll einzusetzen. Ein Victory-Klasse-Sternzerstörer lebte von der brutalen Wirksamkeit seines Bugs, von seiner Fähigkeit, die Feuerzone vor sich in einen einzigen, tödlichen Trichter zu verwandeln. Wenn man ihn zum Drehen zwang, wenn man seine Front von zwei Seiten nötigte, verlor er jene starre Überlegenheit, die ihn im direkten Gegenlauf so gefährlich machte. Doch dafür musste die Phalanx sich präzise bewegen, und Präzision war in einem Schlachtfeld dieser Dichte teurer als bloße Kühnheit.


„Crano,“ sagte Thalassa, ohne den Blick vom Sternzerstörer zu lösen, „ich will die Signaturen seiner Steuerdüsen und Hilfsvektoren.“

Lieutenant Norya Crano beugte sich tiefer über ihre Sensorstation, die smaragdgrünen Tentakel eng an den Hals gelegt, als halte sie ihre eigene Anspannung körperlich im Zaum. Ihre Finger glitten über die Anzeigen mit jener schnellen, glatten Präzision, die auf der Brücke der Firaxa nie hektisch wirkte, selbst wenn jede Sekunde zählte. „Er stützt den Bug auf den Primärschub und korrigiert über sekundäre Düsen an Steuerbord-Unterseite. Mehr Belastung als sauber wäre. Sie kompensieren beschädigte Leitungen.“

Thalassa nickte langsam. Genau das hatte der hochgewachsene Chagrianer gehofft.

„Dann ist er auf dieser Seite nicht nur verwundbar, sondern träge.“ Er drehte sich halb zum Waffenoffizier. Vakess, keine verteilten Schläge mehr. Ich will keinen allgemeinen Rumpfdruck. Markieren Sie die Steuerbord-Unterseite. Hilfsschub, Düsenkranz, nahegelegene Schildknoten. Wir nehmen ihm nicht die Haut. Wir nehmen ihm die Beweglichkeit.“

Der Quarren reagierte ohne sichtbare Regung, doch auf seinem Pult schoben sich bereits neue Feuerlösungen ineinander.
„Wenn wir dort durchkommen, zwingen wir ihn in einen asymmetrischen Kurs. Er wird seinen Bug nicht mehr sauber halten können.“

„Genau das wird er nicht.“

Draußen zog die Wavebreaker inzwischen in einer weiteren, flacheren Schleife erneut an die Feuerlinie heran. Sie war nicht mehr die bloße Harpune in Reserve, sondern wurde, wie Thalassa es vorgesehen hatte, zum Instrument der Geometrie: zu schnell, um gebunden zu werden, zu gefährlich, um ignoriert zu werden. Ihre bisherigen Torpedoläufe hatten den Victory nicht vernichtet, doch sie hatten ihn aus seiner brutalen Sicherheit gestoßen. Nun musste sie denselben Effekt noch einmal erzwingen.


„Wavebreaker,“ sagte Thalassa in den Verbandkanal, seine Stimme fest und tief, „kein zweiter Lauf auf dieselbe Wunde. Er erwartet das. Ziehen Sie auf sein verletztes Steuerbord und zwingen Sie ihn zur Korrektur. Keine Jagd auf den Kill. Ich will den Winkel.“

Commander Ria Teenu antwortete fast augenblicklich, und obwohl der Kanal voller Störrauschen und fernen Donners war, hörte man in ihrer Stimme den schmalen Grat aus Konzentration und Aggression, auf dem gute Kommandanten kleinerer Angriffsschiffe lebten. „Verstanden. Wir schneiden ihn.“

Über ihnen und zwischen ihnen tobte das Jägergefecht weiter, nun mit jener mörderischen Zähigkeit, die nur entsteht, wenn keine Seite mehr um Raum kämpft, sondern um Sekunden. Die Abyss Fangs hielten ihre weiten Schleifen über der Front der republikanischen Großkampfschiffe als lebendiger, rotierender Schirm, der die TIEs zum Nachsetzen zwang, sie band, sie aus ihren ordentlichen Vektoren in kürzere, unruhigere Kurven zog. Commander Kazo verstand seine Rolle ebenso präzise wie Thalassa die seine: Nicht Vernichtung war das Ziel, sondern Rhythmusstörung. Jede Sekunde, die ein imperialer Jäger einem republikanischen Bomber hinterherjagte, anstatt auf die Flanke der Harbinger oder die angeschlagene Denon’s Judgement zu stoßen, war ein Gewinn, der sich in größeren Schiffen messen ließ.

Gerade die Denon’s Judgement stand nun wieder unter schwerem Druck. Ein verbliebener Tartan-Kreuzer und zwei leichtere Begleiter hatten die Gelegenheit erkannt, die in ihrem vorigen Verlust lag, und suchten nun, mit jener typisch imperialen Mischung aus Berechnung und brutaler Einfachheit, erneut den weicheren Punkt der republikanischen Linie. Auf dem Holotank sah es fast harmlos aus, lediglich ein paar kleine Marker, die sich schräg einkrümmten , doch der Kapitän der Firaxa wusste, was dahinterlag: Wenn Commander Glie Amersu zu weit nachgab, öffnete sich die Kommandogruppe an genau jener Stelle, an der der Victory seine Gegenmaßnahme noch immer hoffnungsvoll in etwas Größeres zu verwandeln suchte.

„Coral Vengeance,“ sagte Thalassa, den Blick noch immer auf das Zentrum gerichtet, „zwei Punkte Steuerbord vor, nur genug, dass die Denon Deckung atmen kann.“

Die Antwort von Commander Halabar kam wie erwartet langsam, tief, fast gravitätisch: „Verstanden. Wir drücken sie aus dem Wind.“

Kurz darauf begann sich die Signatur der Coral Vengeance tatsächlich zu verschieben, schwer, massig, in einer Bewegung, die nicht dramatisch wirkte, aber auf der Ebene des Kapitalschiffkampfs das Äquivalent eines Schildarmes war, der sich zwischen Messer und Hals schob. Sofort mussten die imperialen Begleitschiffe ihre Anläufe neu berechnen, und genau diese erzwungene Neuberechnung war es, was die Phalanx am Leben hielt: nie den Feind frei handeln lassen, niemals zulassen, dass seine erste, sauberste Lösung ungebrochen blieb.


„Captain,“ alarmierte Crano des Chagrianers Aufmerksamkeit, und diesmal lag etwas Schärferes in ihrer Stimme. „Neue Emissionsspitze auf dem Victory. Interne Umlagerung in den Reaktorsystemen. Sie pumpen Energie in ihre Steuerbordsektion.“

Thalassa runzelte die Stirn und berührte beim Nachdenken die Kugeln an seinen unteren Hörnern. Der Sternzerstörer hatte den Schnitt erkannt. Er warf verbliebene Schildenergie auf die Wunde um die Beweglichkeit gerade lange genug zu behalten, um seinen Gegenstoß zu retten.

„Gut,“ sagte der Kapitän der Firaxa. „Dann tun wir ihm den Gefallen und lassen ihn glauben, dass es reicht.“

Er hob erneut die Stimme. „Vakess, Staffelung der Beschusskadenz ändern. Harte Salven aussetzen. Geben Sie mir drei Atemzüge lang nur Nadelstiche auf seine Front. Lassen Sie ihn denken, wir verlieren den Mut.“

Die Firaxa änderte ihren Schussrhythmus. Wo eben noch ganze Batteriebahnen gedonnert hatten, kamen nun präzisere, schmalere Trefferfolgen, hart genug, um Druck zu halten, aber nicht so massiert, dass sie wie der unmittelbare Vorbote eines entscheidenden Stoßes wirkten. Zugleich zog die Wavebreaker weiter an den Rand seiner beschädigten Seite, sichtbar, provokant, schnell genug, dass jeder imperiale Offizier an Bord des Victory sie im Blick behalten musste. Die Harbinger of Justice hämmerte weiter auf das Kommandoschiff, die Intrepid band mit fast verzweifelter Kühnheit zwei feindliche Jägergruppen, und die Coral Vengeance stemmte sich mit stoischer Härte vor die Denon’s Judgement, deren beschädigte Schildlinie nun wenigstens für kostbare Augenblicke entlastet wurde. Dann tat der Victory genau das, worauf
Thalassa gehofft hatte. Statt seine Steuerbordsektion defensiv zu stabilisieren und damit die Lücke kleiner zu halten, versuchte er, durch eine aggressive Korrektur seinen Bug erneut in jene brutale Dominanz zu bringen, die ihm den Raum vor sich als Eigentum zurückgeben sollte. Seine Steuerbord-Hilfsdüsen flammten auf, stärker als vernünftig gewesen wäre, und auf dem Transparistahl sah man förmlich, wie der gewaltige Sternzerstörer in seine neue Bahn zu greifen versuchte.

„Jetzt,“ sagte der blaue Rammbock. Das Wort war nicht laut. Es musste es nicht sein. Auf der Brücke der Firaxa wirkte es wie ein Schlag gegen Metall. „Wavebreaker, Torpedos einsetzen! Vakess, volle Staffelung zurück auf Steuerbord-Unterseite. Kazo, Current Strikers auf seine freien Aufbauten, ich will die Punktverteidigung blind. Harbinger verständigen: Der Victory gehört uns. Sie hält weiter das Primärziel.“

Der Raum antwortete in einem einzigen, gewaltigen Umschlag aus Bewegung und Licht. Die Wavebreaker entließ ihre Torpedos in den Moment der Korrektur hinein, genau dorthin, wo der Victory sich selbst in seine neue Bahn zwang; gleichzeitig peitschten die Turbolaser der Firaxa wieder in voller Wut auf jene verwundbare Zone nieder, die Crano markiert, Vakess vorbereitet und Thalassa gelesen hatte. A-Wings schossen wie scharfgeworfene Klingen über die Oberseite des Sternzerstörers, zogen Punktfeuer an, brachen es, blieben nicht, sondern zerschnitten nur den Fokus.


o Orbit über Kashyyyk o Kommandogruppe »Phalanx« in Angriff auf ISD-I Determinator o MC80a Firaxa o Brücke o
Captain Thalassa und Crew
EinheitKommandantRumpfSchilde
MAJ Harbinger of JusticeCommodore Karbo Mutazzin [Befehlshaber]78 %63 %
MC80a FiraxaCaptain Orso Thalassa71 %48 %
AF2 Denon's JudgementCommander Glie Amersu78 %59 %
MC40 Coral VengeanceCommander Jhar Halabar82 %72 %
COR IntrepidCommander Bokanna Haressi72 %71 %
MC30 WavebreakerCommander Ria Teenu84 %62 %
 
Kashyyyk / nördlich von Kachirho / in den Bäumen / Brako, 28. Kompanie

Der erste Schuss kam ohne Vorwarnung. Obwohl sie die Position der Astkreuzung von den Holo-Karten gut kannten. Wahrscheinlich hatte die Vorhut nicht damit gerechnet, dass die Imperialen in der Dunkelheit eine gute Sicht auf sie hatten. Die bisherige Stille hatte sie vielleicht auch unvorsichtig werden lassen.

Es war ein einzelner Blasterstrahl, grell und präzise, der aus dem Kronenwerk auf ihrer Zwölf-Uhr-Position peitschte und Corporal Fennis aus dem zweiten Zug direkt von den Beinen riss. Brako warf sich auf den Boden, noch bevor das Echo verklungen war.


"Kontakt, zwölf Uhr, von oben! In Deckung und Feuer erwidern, los los!"

Die Kolonne zerstreute sich sofort. Training, Erfahrung und Instinkt übernahmen ab jetzt. Brako selbst presste sich hinter einen Wroshyr-Ast, so breit wie ein Bus. Vor ihm brach die Hölle los.

Imperiale Truppen. Nicht viele, aber gut positioniert. Sie hatten die Astkreuzung besetzt – eine natürliche Plattform, wo drei große Äste sich vereinigten und eine freie Schussbahn in fast jede Richtung boten. Während ihrem Marsch durch die Wildnis von Kashyyyk hatte Brako insgeheim gehofft, dass die Kreuzung unbewacht war. Aber das Imperium hatte scheinbar seine Hausaufgaben gemacht. Vor kurzem hatte er es noch selbst gesagt: Der Kampf gegen das Imperium würde anders ablaufen als ihre bisherigen Einsätze in Friedenszeiten. Manöver und Kämpfe gegen kriminelle Banden und Piraten waren nichts im Vergleich zu einer Schlacht gegen die imperiale Armee.


"Hammer Actual, hier Thunder-One-Three", tönte die Stimme von Vesh aus dem Comlink. Er klang außer Atem. "Wir sehen mindestens ein Trupp Infanterie oben auf der Kreuzung, schätzungsweise zwei weitere Positionen südseitig. Haben Fennis erwischt."

"Wo ist Fennis?"

"Hinter mir. Lebt noch. Die Weste hat das schlimmste verhindert, glaube ich."

"Moll – linke Flanke, Feuer binden. Vesh hält die Mitte. Torris, ihr bleibt hinten, falls sie uns umgehen wollen. Korr."

Die Togruta war bereits neben ihm, als hätte sie geahnt, was als nächstes kommen würde.

"Ich sehe zwei." Ihre Stimme war ruhig. Sie hatte die Finger um den Schaft ihres Blastergewehrs gelegt und beobachtete die obere Plattform mit der konzentrierten Unbeweglichkeit einer Jägerin durch ihr Visier. "Die dritte Position ist verdeckt, aber ich habe Mündungsfeuer gesehen. Östlich, auf dem Querast."

Brako sah es auch. Ein unregelmäßiges Aufleuchten, rhythmisch genug, dass jemand da oben einen Feuerrhythmus hielt, aber nicht präzise genug für einen echten Scharfschützen. Ausgebildet, aber nicht exzellent. Vielleicht ein Frischling oder jemand, der zu lange auf einem ruhigen Posten gesessen hatte.

Das Comlink piepte erneut.


"Hammer Actual, hier Anvil Actual. Hören euren Kontakt. Wir rücken vor, bin in fünf Minuten auf eurer Position."

Jannic. Fünf Minuten waren eine Ewigkeit. Das half ihnen nicht. Außerdem sollte er sich mit seiner Kompanie zurückhalten. Die 30. war ihr Ass in der Hinterhand, das Brako auf keinen Fall zu früh ausspielen wollte.

"Negativ, Anvil Actual. Halte dich an den Plan. Wir klären das selbst."

Eine Pause. Brako konnte sich vorstellen, wie Jannic auf der anderen Seite des Kanals saß, die Verluste im Kopf, die Hände um sein Comlink geballt.

"Bestätige, Hammer Actual."

Brako ließ das Comlink sinken. Er betrachtete die Plattform über ihnen. Die Imperialem hatten alle Sichtlinien nach unten abgedeckt. Eine klassische Verteidigung einer erhöhten Position. Sie erwarteten Feuer von unten, vielleicht noch von der selben Ebene. Sie erwarteten, dass jemand versuchte, die Äste hochzuklettern oder sich unter Beschuss vorzuarbeiten. Sie erwarteten aber vermutlich keine Luftlandetruppen.

"Korr." Er versuchte mit seiner kräftigen Stimme den Kampflärm zu übertönen. "Du hältst die östliche Position unten mit deinen Leuten. Feuer binden, Köpfe unten halten. Moll, gleiches auf der linken Flanke. Ich will, dass die da oben keine Sekunde Ruhe haben."

Beide nickten.

Er öffnete den Gruppenkanal.


"Hier Hammer Actual. Torris, die Hälfte deines Zugs soll sich mit mir zurückfallen lassen. Wir gehen über die Baumkronen – Höhe zweihundert, dann senkrecht runter auf die Kreuzung."

Eine kurze Stille im Kanal. Dann antwortete der Zabrak trocken: "Verstanden, Sir."

Brako zog die Schultergurte seines Jetpacks fest, überprüfte mit zwei Händen den Zündmechanismus, mit den anderen beiden Magazin und Sicherung seines DH-17. Alte Gewohnheiten. Zusammen mit 18 Soldaten vom 15. Zug ließ er sich wie angekündigt zurückfallen, um außer Sichtweite der Imps zu kommen. Korr und Vesh hielten ihre Stellung, und Molls Leute begannen, gezieltes Störfeuer auf die imperiale Position zu legen. Rote Blitze peitschten aufwärts. Die Imperialen antworteten. Niemand blickte in den Himmel. Zumindest hoffte Brako das.

Er stieß sich vom Boden ab und zündete das Jetpack. Der Schub schleuderte ihn aufwärts durch das Kronendach, durch Äste und Blätter, durch die feuchte Dunkelheit des Kashyyyk-Waldes in den freieren Luftraum darüber. Für drei Sekunden war er schwerelos, hoch über dem Kampf, der Lärm unter ihm gedämpft wie durch Wasser. Links und rechts stiegen die anderen auf.

Dann drehte er ab. Positionierte sich. Sah von oben die Astkreuzung. Auf den ersten Blick sah er drei Imps in Deckung, ein vierter am östlichen Ast, alle Blicke nach unten gerichtet.

Brako gab das Zeichen.

Sie kamen senkrecht herunter, Jetpacks auf gedrosselter Leistung, fast lautlos im Vergleich zum Lärm des Feuergefechts darunter. Fünfzig Meter. Dreißig. Zwanzig. Der erste Imperiale sah ihn bei zehn Metern, doch es war zu spät.


Kashyyyk / nördlich von Kachirho / in den Bäumen / Astkreuzung / Brako, 28. Kompanie
 
o Orbit über Kashyyyk o Kommandogruppe »Phalanx« in Angriff auf ISD-I Determinator o MC80a Firaxa o Brücke o
Captain Thalassa und Crew

Die ersten Torpedos trafen nicht mit jener plakativen Gewalt, die man in späteren Berichten gern überhöht, sondern mit der viel gefährlicheren Präzision eines Schlags, der genau dort landet, wo ein Gegner unter Belastung bereits aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das Steuerbordsegment der Schildhaut des Victory brach nicht in einem einzigen, heroischen Aufglühen, sondern sackte schief und hässlich in sich zusammen, flackerte unregelmäßig, verlor die saubere Kontur seiner Projektion und genau in diesen Moment hinein fuhr die nächste Breitseite der Firaxa mit einer Konsequenz, die nichts mit Hoffnung und alles mit Berechnung zu tun hatte. Mehrere Turbolasertreffer bohrten sich in den Ring der Korrekturdüsen und die darunterliegenden technischen Sektionen. Ein weiterer Schlag riss über die ventralen Projektorleisten, und dann brach aus dem gewaltigen Leib des Sternzerstörers ein langer, schräg nach außen drängender Strom aus Feuer, Trümmern und überhitztem Plasma, der nicht den spektakulären Tod eines Schiffes markierte, sondern etwas im strategischen Sinne weit Vernichtenderes: den Zusammenbruch seiner Fähigkeit, sich noch sinnvoll im Gefecht zu bewegen.

„Direkter Wirkungstreffer auf die Steuerbord-Korrekturdüsen! Sekundärschaden an Schubverteilung und Lagekontrolle!“ rief Vakess, und diesmal klang die Anspannung in seiner Stimme nicht mehr wie Erwartung, sondern wie die scharfe Klarheit eines Mannes, der sieht, dass eine Rechnung aufgeht. „Captain der Victory-Sternzerstörer verliert die Kontrolle.“

Captain Orso Thalassa brauchte keinen weiteren Bericht, um es zu erkennen. Vor dem Transparistahl sah er, wie der Victory zunächst nur minimal, dann mit erschreckend deutlicher Trägheit aus seiner Linie brach. Was eben noch wie ein aggressiver Gegenstoß gewirkt hatte, verwandelte sich nun in das hilflose, schwere Wegkippen eines Giganten, dessen Masse plötzlich gegen ihn arbeitete. Der Sternzerstörer versuchte, seinen Bug erneut in die Schlacht zu drücken, doch die zerstörten Korrekturdüsen antworteten nur mit ungleichmäßigen Stößen, während die beschädigten Schildsektoren unter dem weiterlaufenden republikanischen Feuer keinen zusammenhängenden Schutz mehr aufbauten. Zwei weitere Torpedos der Wavebreaker, die im ersten Anflug nicht tödlich, sondern vorbereitend gearbeitet hatten, trafen tief in die nun offenliegende Struktur des Antriebsverbunds. Für einen Augenblick schien der ganze hintere Teil des Sternzerstörers in grelles, weißblaues Licht gehüllt, dann starb eine ganze Reihe von Triebwerksglocken gleichzeitig aus.

„Hauptschub auf unter fünfundzwanzig Prozent gefallen,“ meldete Crano, deren Hände trotz der Helligkeit des Holo und der vibrierenden Konsole keinen Moment ihre Präzision verloren. „Mehrere Reaktorrückkopplungen in den Steuersektionen. Er sendet Notfallpriorität an imperiale Begleitverbände.“

„Sie werden ihn nicht retten,“ sagte Thalassa mit einer Schwere, die in ihrer Endgültigkeit nicht triumphierend klang.

Der Victory hing nun wie ein angeschlagener Stahlberg im Feuersturm, noch immer bewaffnet, noch immer gefährlich in einem begrenzten Radius, aber aus der Dynamik des Gefechts gerissen. Seine Batterien feuerten weiter, doch unkoordiniert, die Schussbilder wurden breiter, ihre tödliche Konzentration war dahin. Mehrere seiner vorderen Geschützlinien schwiegen bereits vollständig. Andere schossen in Kaskaden, die keinen Gegner mehr banden, sondern nur noch Verzweiflung in Energieform waren. Er war nicht zerstört, aber er war gebrochen in dem einzigen Sinn, der auf diesem Schlachtfeld zählte: Er konnte den Verlauf der Schlacht nicht länger bestimmen.


Kanoloa sah zum Holotank hinab, auf dem die Signatur des Sternzerstörers nicht verschwand, wohl aber ihren Charakter änderte. Was eben noch ein aggressiver Angriffsvektor gewesen war, wurde nun auf den taktischen Ebenen als driftendes, nur noch partiell kontrolliertes Schlachtobjekt markiert, ein schwarzer, verwundeter Keil, der zwar noch lebte, aber aus dem Kampf um die Initiative herausgeschnitten war.

„Victory kampfunfähig,“ sagte der Mon Calamari mit jener knappen Sachlichkeit, die in solchen Momenten fast ehrfürchtig wirkte.

Für einen Herzschlag sagte niemand etwas. Der riskante Gegenstoß des Imperiums war gescheitert. Nicht nur abgewehrt, gänzlich neutralisiert
.

Dort draußen trieb nun das graue, gewaltige Wrack eines noch lebenden, aber nicht mehr handlungsfähigen Sternzerstörers im Feuer der Schlacht, und um ihn herum mussten die imperialen Begleitschiffe in jenem tödlichen Bruchteil zwischen Pflicht und Instinkt entscheiden, ob sie eine verlorene Waffe decken oder das eigentliche Zentrum ihrer Verteidigung schützen sollten. Genau diese Entscheidung, genau dieser erzwungene Zwiespalt war es, auf den die Phalanx hingearbeitet hatte.

Thalassa hob den Blick wieder zum Zentrum des Gefechts, dorthin, wo das imperiale Kommandoschiff noch immer stand, angeschlagen, beschützt, aber nun um eine seiner brutalsten Stützen ärmer. In seinem Gesicht lag keine sichtbare Freude, kein Aufglimmen leichter Genugtuung, sondern nur jene kalte, konzentrierte Schärfe, die seine Besatzung als Zeichen dafür kannte, dass eine Schwelle überschritten war.

„Lasst ihn treiben,“ sagte er schließlich, und seine Stimme war tief wie das Grollen eines fernen Sturms. „Er ist aus dem Spiel.“

Dann legte er die Hand wieder auf die Reling, spürte das Zittern der Firaxa, den Atem ihrer Schilde, das Wollen ihrer Crew, und richtete den ganzen Willen des Schiffes dorthin, wo das eigentliche Finale sie erwartete. Der Victory war gefallen, dazu noch für das Imperium weit demütigend in Ohnmacht. Nun lag zwischen der Phalanx und dem Herzen der imperialen Schlachtordnung weniger Stahl als je zuvor.

Commodore
Mutazzin wartete nicht länger, bis sich das Gefecht in jene unübersichtliche, trügerische Gleichzeitigkeit zersplitterte, in der jedes Schiff nur noch den unmittelbaren Einschlag vor den eigenen Schilden wahrnahm und darüber die Ordnung des Ganzen aus dem Blick geriet. DeR kurze Riss in der imperialen Linie war da und die Gunst des Moments musste genutzt werden, da die beinahe überhebliche Stabilität, mit der der Sternzerstörer der Imperial-I-Klasse noch immer das Zentrum des feindlichen Widerstands bildete und durch seine bloße Anwesenheit verhinderte, dass der Verband der Neuen Republik den Raum endgültig an sich riss. Solange dieses Schiff stand, würde es nicht bloß Feuerkraft bündeln, sondern Ordnung stiften, den imperialen Kapitänen Halt geben, ihre Bewegungen koordinieren, ihre Moral härten.

Thalassa trat an die Holoprojektion heran, ließ sich die aktuellen Vektoren der Kommandogruppe einblenden und wurde schließlich über den Kanal vom Commodore gerufen. Das Gesicht des Barbadelaners erschien im flackernden Blau des taktischen Bilds, vom kalten Licht der Brückenanzeigen geschnitten, bereits ganz jener konzentrierten Härte hingegeben, die Offiziere nur dann annahmen, wenn sie wussten, dass in den nächsten Minuten nicht mehr manövriert, sondern entschieden wurde. Mutazzins Stimme blieb ruhig, doch unter der Ruhe lag jene Schwere, die keinen Widerspruch duldete.

„Captain Thalassa, konzentrierter Angriff auf den Imperial-I-Sternzerstörer. Keine weitere Bindung an die Eskorte. Ich wiederhole: Schwerpunktbildung auf das Flaggschiff. Alles, was wir haben, in seine Front und seine Schildglocke. Die Begleitschiffe brechen, sobald ihr Zentrum fällt.“

Für den Bruchteil eines Augenblicks schwieg die Verbindung, weil beide Männer die Tragweite des Befehls vollständig verstanden. Ein konzentrierter Angriff bedeutete andere Gefahren bewusst offen zu lassen, Feuer von den Flanken zu riskieren, einzelne Treffer hinzunehmen, um die Gewalt des eigenen Verbandes in einem einzigen Punkt so zu verdichten, dass dort nicht bloß Schaden, sondern Überforderung entstand. Thalassa nickte schließlich, knapp, ohne Pathos. „Verstanden. Firaxa zieht an und öffnet das Fenster. Ich nehme ihn in den Kiefer.“

Mutazzin kappte die Verbindung und der chagrianische Kommandant der Firaxa beobachtete noch für einen Herzschlag länger, wie sich die Vektoren der Kommandogruppe verschoben. Die Firaxa begann ihren Kurs minimal, aber entscheidend zu ändern. Andere Schiffe folgten, ordneten sich neu, lösten sich aus Sekundärgefechten, um ihre Feuerlinien auf denselben Punkt zu legen. In der Projektion wirkte es beinahe schön, wie aus verstreuter Bewegung plötzlich Absicht wurde, wie aus einer Flotte wieder ein Instrument entstand. Dann sah der Chagrianer, wie die ersten Zielmarker auf der Bugsektion des imperialen Sternzerstörers aufleuchteten, und erlaubte sich den kargen, freudlosen Gedanken, dass der Gegner nun in den wenigen, kostbaren Sekunden zwischen Erkennen und Einschlag begreifen würde, was es bedeutete, selbst einmal das Gewicht einer gesamten Entscheidung auf sich zufliegen zu sehen.


o Orbit über Kashyyyk o Kommandogruppe »Phalanx« in Angriff auf ISD-I Determinator o MC80a Firaxa o Brücke o
Captain Thalassa und Crew
EinheitKommandantRumpfSchilde
MAJ Harbinger of JusticeCommodore Karbo Mutazzin [Befehlshaber]78 %63 %
MC80a FiraxaCaptain Orso Thalassa71 %48 %
AF2 Denon's JudgementCommander Glie Amersu78 %59 %
MC40 Coral VengeanceCommander Jhar Halabar82 %72 %
COR IntrepidCommander Bokanna Haressi72 %71 %
MC30 WavebreakerCommander Ria Teenu84 %62 %
 
[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | unbewohnte Insel unweit der Sendestation und des Docks | Vorposten des Wookiee-Widerstands] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph"), Tarpekk (NPC)

„E-Web ausgeschaltet“
, hörte Glyph Skolls Stimme aus dem Komm dringen. Sie hatte mit wachsender Anspannung das Feuergefecht zwischen den Kommandos und der imperialen Verstärkung beobachtet. Sie hatte wenig Zweifel daran, dass sich die Void Fangs in einer direkten Auseinandersetzung mit regulärer, imperialer Infanterie durchsetzen würden, noch dazu aus Positionen heraus, die sie selbst gewählt hatten. Ein stationärer, schwerer Repetierblaster aber machte keinen Unterschied bei Können oder Ausrüstung – es war ein Infanteriekiller. Ein erleichtertes Aufatmen kam über ihre Lippen sls sie die Explosion nahe des E-Webs sah. [„Ein effizientes, tödliches Manöver, Agentin. Viele unserer Krieger könnten von den Spezialkräften der Republik wertvolle Lektionen lernen.“] Hörte sie da eine frustrierte Note bei Tarpekk? Vielleicht bildete sie es sich auch ein. Shyriiwook war für Nicht-Wookiees unmöglich perfekt zu sprechen, wenn auch vergleichsweise einfach zu verstehen. Gleichwohl ging es dabei lediglich um konkrete Wortbedeutungen. Emotionen aus der Intonation der pelzigen Baumbewohners herauszuhören, die über überbordende Wut, Trauer oder Freude hinaus gingen, war eine komplexe, schwierige Aufgabe. Es brauchte vor allem andauernde, persönliche Auseinandersetzung mit echten Sprechern. Fest stand, dass ihr Begleiter nicht der typische Wookiee-Krieger war.

„Großartige Arbeit, Fang One. Mein Verbindungsoffizier zum Widerstand ist beeindruckt.“ Noch während sie sprach, kam eine Meldung von Tarrokk, die ankündigte, dass er die Insel fast erreicht hatte. „ETA von Wroshyr Actual: weniger als zwei Minuten.“ Mit schnellen, aber deutlich umsichtigeren Handgriffen als zuvor, lenkte Glyph die Hauptkamera des Aufklärungsdroiden in die Richtung des Trockendocks. Die Void Fangs wussten, wo ihr Gegner war und waren in optimaler Position, um sie zu neutralisieren. Jetzt war es wichtiger zu sehen, wie die Situation sich am Ufer entwickelte und Tarrokk entsprechend zu unterstützen. Die Wärmebildkamera des Droiden schwenkte rapide vom intensiven Feuergefecht mit seinen goldgleißenden Laserbolzen zwischen den republikanischen Soldaten und den Imperialen hinüber zu den zwei kleinen Nachtlagern der gefangenen Wookiees und dem Dock mit seinen Patrouillenbooten und dem aufgebockten Katamaran. Was sie sah, verschlug ihr für einen Moment die Sprache. Glyph hatte eine im Wesentlichen sichere Situation erwartet: überwältigte Vorarbeiter, deren Elektrostäbe mangels funktionierender Schockkragen nicht mehr in der Lage gewesen wären, ihre Arbeiter in Schach zu halten – jubelnde Wookiees, die sich in den Armen lagen und siegreich Waffen vom Boden auflasen, um sich dem Widerstand anzuschließen. Aber die Realität hätte ihrer Vorstellung nicht ferner sein können und während sie zischend Luft einsog, schalt sie sich eine träumerische Nerfhirtin.

Fang One, Wroshyr Actual, hier Glyph. Es gibt ein Problem …,“ begann sie ihre nächste Meldung und bemühte sich eilig einen Überblick über die Lage zu bekommen. Ein wildes Durcheinander aus Handgemengen und kleineren Feuergefechten war am Hafen zu sehen. Erste regungslose Körper lagen zwischen den Feuerstellen herum und nur einzelne davon hatten die richtige Form und Größe, um als menschliche Vorarbeiter durchzugehen. Sie fluchte, als ihr aufging, was sie übersehen hatte. Wenn Wookiees kaum bewacht, nicht arbeitend herumstanden, konnte das nur bedeuten, dass sie nicht auf der Seite der Zwangsarbeiter standen. Auch für die eigenartigen kegelförmigen Schemen nahe der zweiten Feuerstelle, die sie zuvor irritiert hatten, ohne dass sie konkret hätte sagen können, um was es sich handelte, fand sie nun eine Erklärung: Blaster und Bowcaster, die man zu Bündeln zusammengestellt hatte. Eine tiefe, brennende Wut auf sich selbst machte es ihr schwer, die Kontrolle zu behalten und nicht frustriert auf den Tisch zu schlagen. Aber es half nichts – es galt jetzt die Operation und mit ihr so viele der Sklaven zu retten, wie möglich. „Wir haben feindliche Wookiee-Hilfstruppen am Dock im Nahkampf mit den befreiten Sklaven. Bewaffnung scheinen Bowcaster, Blastergewehre und Klingenwaffen zu sein. Hier ist pures Chaos an den Piers und an den Nachtlagern. Schätzungsweise zwei Schützengruppen feindlicher Ziele.“ Glyph unterdrückte den Impuls noch den Hinweis ‚passen Sie auf, worauf Sie schießen‘ nachzusetzen. Schließlich waren Skoll und seine Soldaten die Elite der Republik und keine Milizionäre. Sie passte den Zoom der Kamera an, indem sie die Vergrößerung verringerte und nahm eine weitere Ansammlung golden schimmernder, sich schnell bewegender Figuren im Unterholz war. „Korrektur. Drei Gruppen. Eine Schützengruppe bewegt sich auf Ihre Leute nahe dem Strand zu, Fang One.“

Chi-Maia schüttelte mit einem verbissenen Blick den Kopf. Natürlich hatte jede Operation ihre Risiken und in ihren Gedanken wälzte sie die Frage, ob sie sich wirklich einen Vorwurf machen konnte, da ein Kamerabild aus dieser Höhe selbst mit Nachtsicht und Infrarot kein perfektes Bild bot. Trotzdem kam sie für sich zum Schluss, dass sie zu unbedarft gewesen war. Tarrokks Antwort über das Komm jagte ihr einen Schauer über den Rücken: [„Tod den Verrätern!“] Das letzte Wort der Übertragung ging fließend über in ein wütendes, blutlüsternes Brüllen, das abrupt unterbrochen wurde als Tarrokk den Finger vom Übertragungsknopf nahm. Sie konnte sehen, wie die Boote der Widerstandskämpfer nun unweit der Betonpiers anlandeten und die Krieger sich mit Inbrunst ins Gefecht stürzten. Ein weiterer Schauer ging ihr über den Rücken. Der große, schwarzpelzige Wookiee neben ihr machte einen Schritt näher zu ihr heran und legte die Pranke auf ihre Schulter. [„Diese ehrlosen Kettenhunde der Imperialen haben uns schon mehrfach Probleme bereitet. Aber auch mir war es beim Blick auf die Bilder nicht ersichtlich, dass es sich hier um diese Wurzelverderber handeln würde. Es gibt nicht nur grausame Vorarbeiter unter den Imperialen.“] Glyphs Augenbrauen runzelten sich für einen kurzen Augenblick, bevor sie die Kontrolle über ihre Gesichtsmuskeln zurückgewann. Ihr Verbindungsmann hatte förmlich ihre Gedanken gelesen, ihre Selbstzweifel korrekt interpretiert. Nicht nur, dass ihr das mehr als nur ein wenig Sorge bereitete, es bedeutete auch, dass Tarpekk ausgesprochen klug und damit gefährlich war. Der große Wookiee seufzte brummig. [„Egal ob du einen Fehler gemacht hast oder nicht. Dieser Kampf wird nun nur noch blutiger und schmutzig werden.“]

[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | unbewohnte Insel unweit der Sendestation und des Docks | Vorposten des Wookiee-Widerstands] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph"), Tarpekk (NPC)
 
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o Orbit über Kashyyyk o Kommandogruppe »Phalanx« in Angriff auf ISD-I Determinator o MC80a Firaxa o Brücke o
Captain Thalassa und Crew

Dort, wo eben noch der graue Keil des beschädigten Schiffes wie ein vorgeschobener Zahn in die republikanische Linie gedrängt hatte, entstand nun kein freier Raum im eigentlichen Sinne, sondern etwas weitaus Wertvolleres: Ein Moment der Unsicherheit, ein Tasten, ein kaum fassbares Innehalten in der imperialen Ordnung, in welchem einzelne Eskortschiffe, Flakvektoren und Jägerzüge für Herzschläge nicht mehr vom Willen eines Ganzen getragen wurden, sondern von der Notwendigkeit, auf den Verlust einer Stütze zu reagieren. Captain Orso Thalassa sah dies in den kleinen Korrekturen der roten Signaturen auf seinem Holotank, in den unruhiger werdenden Winkeln der Arquitens-Linien, im sekundenlangen Zögern zweier Lancer-Fregatten, die nicht wussten, ob sie die Lücke schließen oder die bisherigen Abschusssektoren halten sollten, und vor allem in der Art, wie das eigentliche Zentrum der imperialen Verteidigung, der ISD-I Determinator, nun mit einer fast überdeutlichen Härte die Nase gegen die heranrollende Phalanx stemmte, als wäre ihm bewusst, dass er fortan nicht mehr nur der Kern, sondern bereits die Front des Widerstands war.

Vor dem Transparistahl wuchs die Determinator in die Wahrnehmung der Brückenbesatzung hinein wie ein heraufziehender Kontinent aus Stahl. Die gigantische, 1.600 Meter lange Keilgestalt eines Imperial-I-Sternzerstörers wirkte in Bewegung noch bedrohlicher als in der statischen Arroganz des Parademarsches, denn gerade die für diese Klasse typische Dolchform verlieh ihren schweren Bugbatterien jenes beängstigende Vorwärtsgewicht, mit dem das Imperium seit Jahrzehnten ganze Schlachtordnungen zerbrochen hatte. Die Hauptbewaffnung des Typs war darauf ausgelegt, Ziele im vorderen Feuerwinkel zu konzentrieren, und die Determinator hielt diesen Winkel nun mit einer Disziplin, die selbst im Chaos des Gefechts etwas Kaltes, beinahe Ehrwürdiges ausstrahlte. Über ihrer Kommandoturmstruktur hingen die beiden charakteristischen
KDY-ISD-72x-Schilddomkuppeln wie gläserne Augen über einem Raubtiergesicht, während aus ihren Hängen und Hangarbereichen fortwährend neue TIE-Signaturen drängten. Imperial-I-Schiffe führten typischerweise eine Standardflügelstärke von zweiundsiebzig Jägern mit sich, und über Kashyyyk spürte man diese fliegende Waffengewalt als bedrängende Wirklichkeit.

„Da ist sie“, sagte Thalassa beinahe schon mit Ehrfurcht, doch seine Stimme war schwer genug, um die Luft auf der Brücke zu verdichten.

Er legte beide Hände auf die Reling, spürte das Zittern der Firaxa unter den Fingerballen, das ferne Hämmern der Geschütze in ihren eigenen Spanten, und ließ den Blick zwischen Transparistahl und Holotank pendeln, bis das eine Bild das andere nicht mehr ergänzte, sondern bestätigte. Die Determinator würde sich nicht wie der Victory in eine überhitzte Korrektur treiben lassen. Dafür war sie zu groß, zu gut gedeckt und, was noch wichtiger war, zu tief in imperialer Doktrin verwurzelt. Ihre Dolch-Konstruktion, ihre schweren Vorwärtsbatterien, ihre Fähigkeit, Kraft in einen engen Feuertrichter zu bündeln, machten sie im direkten Anlauf zur verwüstenden Speerspitze. Sobald man sie jedoch nötigte, ihren Fokus zu teilen, ihre Schildverteilung zu dehnen, ihre Eskorte und ihre Jägerzüge an mehreren Brennpunkten zugleich einzusetzen, verwandelte sich ihre majestätische Dominanz in Trägheit. Thalassa dachte nicht in den abstrakten Begriffen eines Lehrbuchs darüber nach; er dachte daran, wie Brandung an einem Felsen arbeitet: nicht indem sie ihm beweist, dass sie stärker ist, sondern indem sie ihn zwingt, überall zugleich Widerstand zu leisten.

„Kanoloa“, sagte er schließlich, ohne den Blick vom Feind zu lösen, „ich will keinen direkten Lauf auf ihren Bug. Nicht, solange sie noch ihre vollen Frontbatterien trägt. Wir müssen zuerst ihre Defensivfähigkeiten schwächen.“

Der Mon Calamari hob nur leicht den Kopf, und in seinen großen, bernsteinfarbenen Augen lag bereits das Verstehen. „Sie meinen die Schildverteilung“, sagte er. „Und die Jäger.“

Thalassa nickte kaum merklich. „Die Determinator kann ihren Bug hart halten, solange wir ihr nur eine Wange anbieten. Also geben wir ihr mehrere.“

Er drehte sich halb zu Korr Vakess, der an seiner Feuerleitkonsole wie ein stiller Schnitzer wirkte, der nicht Metall, sondern Schicksal bearbeitete.

„Kein konzentrierter Durchbruchsschlag auf den Rumpf“, befahl der Chagrianer. „Ich will ihre Haut nicht sofort aufreißen. Markieren Sie ihre vorderen Schildknoten, die sensorseitigen Übergänge am Turm und jeden Eskortkörper, der Energie in ihre Front kippt. Wenn die Determinator entscheidet, was sie beschützen will, beginnt unser eigentlicher Angriff.“

Lieutenant Commander Vakess’ Mundtentakel bewegten sich kaum, doch seine Finger glitten bereits über neue Prioritätsraster. „Wir zwingen ihr Schutzprofil zur Streuung“, sagte der Quarren. „Und wenn sie die Flanke deckt, verliert sie die Konzentration ihres Bugfeuers.“.

„Eben“, sagte Thalassa und nickte dem Quarren zu..

Es vergingen einige quälend lange Augenblicke, in denen die Firaxa weiter unter dem Donner der Schlacht stand, ohne dass über den Flottenkanal mehr als das Störrauschen überlasteter Leitungen und das ferne Krachen von Waffenbatterien zu hören gewesen wäre. Thalassa blieb unbeweglich an der Reling stehen, die Hände schwer auf das kalte Metall gelegt. Dann ging seine Stimme in den Verbandskanal hinaus, tief und kontrolliert, mit der Sicherheit eines Kommandanten, der begriffen hatte, dass die Schlacht gerade den Korridor zum eigentlichen Finale geöffnet hatte.


„Commodore, wenn wir die Determinator frontal brechen wollen, kämpfen wir nach ihren Regeln. Ihr Bug ist genau für diesen Krieg gebaut. Geben Sie mir stattdessen die Freiheit, ihr die Geometrie zu nehmen. Sie halten ihr die Stirn hin. Ich lasse die Wavebreaker tief auf ihr hinteres Steuerbordviertel laufen, nicht für den Kill, sondern für die Drehung. Denon und Coral schneiden jede Eskorte ab, die diesen Lauf kontern will, und die Intrepid hält uns den Himmel offen. Wenn die Determinator sich dreht, verliert sie für einen Augenblick die Reinheit ihres Feuertrichters – und genau in diesem Augenblick schlagen Harbinger und Firaxa versetzt zu. Nicht gegen ihre Stärke. Gegen ihre Ordnung. Und wenn ihre Ordnung fällt, fällt der Rest von selbst.“


Dann endlich meldete sich Commodore Karbo Mutazzin, und schon in der ersten, metallisch harten Silbe seiner Antwort lag jene knappe, unerbittliche Entschlossenheit, die keinen Zweifel daran ließ, dass er den Plan nicht nur verstanden, sondern bereits in die Bewegung der gesamten Kommandogruppe übersetzt hatte. Seine Zustimmung kam in der Form, die im Krieg die einzig wahre war: Als ein kurzer Befehl, der aus einer gewagten Überlegung augenblicklich eine bindende Wirklichkeit machte.

Kaum war das Signal verklungen, kamen die Antworten der Kommandanten neurepublikanischer Schiffe fast ohne Verzögerung, jede Stimme geprägt von eigener Herkunft, eigener Last, eigener Funktion. Draußen vor dem Transparistahlfenster zog die Wavebreaker bereits in eine schmalere, gefährlichere Schleife, ihr kleiner, aggressiver Rumpf kaum mehr als ein scharf gezogener Schnitt aus Licht und Schatten gegen den grauen Leib der Determinator, als wäre sie kein Kriegsschiff, sondern die Klinge eines Messers, das an die weiche Stelle eines gepanzerten Leibes geführt wurde. Weiter backbord nahm die Coral Vengeance schwerer, aber mit jener unbeirrbaren Wucht Fahrt auf, wie sie nur Schiffe entwickeln, die nicht auf Eleganz, sondern auf Beharrlichkeit gebaut sind, bereit, jeden imperialen Begleiter zu zermalmen, der es wagen sollte, sich zwischen die republikanischen Schläge und den Kern des Gefechts zu werfen.
Die Denon’s Judgement begann zugleich, ihren Vektor mit jener kontrollierten Aggressivität zu verschieben, die ihr erlaubte, nicht selbst zum Opfer der Eskortenjagd zu werden, sondern zur Klinge gegen eben diese Eskorte, während die Intrepid bereits am Rand des Jägerchaos tanzte, klein genug, um zwischen den tobenden Feuerbahnen zu verschwinden, und doch präsent genug, um das empfindliche Gleichgewicht der Abschusszone zugunsten der Republik zu verschieben. Hoch darüber zogen die Abyss Fangs ihre langen, elastischen Bögen, die nicht wie ein bloßer Angriff wirkten, sondern wie Besitzanspruch, wie die stille Behauptung, dass dieser Teil des Himmels nicht länger dem Imperium gehörte.

Und während all diese Bewegungen sich ineinander verschränkten, während Stahl, Feuer, Wille und Berechnung sich zu etwas verbanden, das größer war als der Entschluss eines einzelnen Captains, stand
Orso Thalassa reglos auf der Brücke der Firaxa und sah, wie aus einer Idee eine Stoßrichtung wurde – nicht wild, nicht hastig, sondern mit jener gefährlichen Klarheit, die einer Schlacht nur dann innewohnt, wenn mehrere Kommandanten im selben Augenblick begreifen, dass der Weg zum Sieg nicht mehr im bloßen Aushalten liegt, sondern in der bewussten Zerstörung der feindlichen Ordnung.

o Orbit über Kashyyyk o Kommandogruppe »Phalanx« in Angriff auf ISD-I Determinator o MC80a Firaxa o Brücke o
Captain Thalassa und Crew
EinheitKommandantRumpfSchilde
MAJ Harbinger of JusticeCommodore Karbo Mutazzin [Befehlshaber]78 %63 %
MC80a FiraxaCaptain Orso Thalassa71 %48 %
AF2 Denon's JudgementCommander Glie Amersu78 %59 %
MC40 Coral VengeanceCommander Jhar Halabar82 %72 %
COR IntrepidCommander Bokanna Haressi72 %71 %
MC30 WavebreakerCommander Ria Teenu84 %62 %
 
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