Kashyyyk, Trandosha (Kashyyyk-System)

Orbit über Kashyyyk | Pilotenbereitschaftsraum an Bord der Challenger | Lieutenants Fayr Ced und Neelyn Vandrik, Besatzungsmitglieder (NSCs)

Fayr hörte Neelyns Ausführungen aufmerksam zu. Der Angriff auf das Kommunikationsrelais klang nach einem vergleichsweise simplen, wenn auch nicht unbedingt einfacheren Auftrag. Es hatte keine bösen Überraschungen wie eine Staffel TIE Defender oder ähnliches gegeben und die Gegenwehr war scheinbar händelbar gewesen. Auch wenn es den Corellianer schmerzte, dass er nicht dabei hatte sein können, so überwog doch die Freude, dass sein Kollege und was von der Mynockstaffel noch übrig war scheinbar ohne größere Verluste ihren Auftrag hatte erledigen können. Entsprechend nickte Fayr die Ausführungen seines Kollegen zufrieden ab, bis dieser die Frage nach etwas Essbarem in den Raum stellte.

Der Corellianer klopfte die Taschen seiner Uniform ab, musste aber feststellen, keine Energieriegel einstecken zu haben. “Ich habe leider nichts dabei. Aber wir können gerne zur Kantine wechseln. Irgendetwas werden sie uns da sicher servieren können.” Für den Weg brauchten sie tatsächlich länger als üblich. Nicht, weil der Weg allzu weit war und auch nicht, weil die Turbolifte nicht funktionierten, sondern einfach, weil Fayr auch nach der Tasse Kaf noch immer nicht ganz auf der Höhe und deswegen nicht allzu schnell unterwegs war. In der Kantine selbst aber musste sie zumindest nicht lange anstehen. Sie war praktisch komplett verwaist und der Servierdroide überreichte beiden Piloten eine Schüssel mit einem breiigen Eintopf. Nahrhaft, aber nicht sonderlich schmackhaft. Dafür würde er aber nicht aus den Schüsseln entkommen, sollte die künstliche Schwerkraft ausfallen. Damit stellte er das perfekte Gefechtsessen also dar.

Nachdem die beiden Platz genommen hatten, machte Fayr sich trotzdem über seine Portion her, als wäre es die best bereitete Mahlzeit seit Erfindung des Hyperantriebs. Sein geschwächter Gesundheitszustand schien also zumindest nicht den Appetit des Correllianers zu schmälern. Nachdem er seinen Magen mit den ersten Löffeln Breis ein wenig beruhigt hatte, kniff Fayr die Augen zusammen und musterte Neelyn kritisch. “Spürst du das? Die Geschütze der Challenger haben aufgehört zu feuern.” Und tatsächlich hatten irgendwann die kaum spürbaren Vibrationen der Deckplatten aufgehört, seitdem sie die Kantine betreten hatten. Es brauchte nur einen gewissen Feinsinn, um das zu bemerken. Der Gefechtsalarm wurde jedoch nicht aufgehoben, also waren sie noch nicht aus dem Schneider.

“Also, erzähl weiter. Die Erschütterungsraketen haben die Y-Flügler bedroht, meintest du? Wieviele der Raketen konntest du abschießen? Gab es Verluste bei den Bombern?” Fayr hing Neelyn förmlich an den Lippen, während er nebenher seinen Brei löffelte.

Orbit über Kashyyyk | Pilotenkantine an Bord der Challenger | Lieutenants Fayr Ced und Neelyn Vandrik, Besatzungsmitglieder (NSCs)
 
[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | auf einem Katamaran kurz vor Kachirho] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph"), Tarpekk (NPC) & zwei Wookiee-Krieger

Es war erstaunlicherweise schwerer gewesen Sequoia von Glyphs Idee zu überzeugen, als Tarrokk. Der alte Kriegshäuptling war vollgepumpt mit Adrenalin und beschäftigt damit, die Akklamation seiner Krieger zu genießen, während wenigstens einige der Wookiee-Partisanen mitdachten und dementsprechend die befreiten Schnellboote mit allem, was brauchbar war, beluden und den Rückzug vorbereiteten. Tarrokk war am Kommunikator kurz angebunden und desinteressiert gewesen, hatte aber genehmigt, dass Glyph zusammen mit Tarpekk Unruhe in Kachirho stiften ging. Ihr direkter Vorgesetzter wiederum hatte gezögert, als sie ihren Plan erklärt hatte. Sequoia hatte nur durch ihr Beharren auf den möglichen Vorteilen einer schnellen Aktion sein Einverständnis gegeben und war besorgt, dass zu viel Aufmerksamkeit auf Kachirho ihr Safehouse im ‚Green Excelsior Inn‘ gefährdete. Zweifelsfrei eine richtige Einschätzung, wie sie zugab, nichtsdestotrotz aber war der Lieutenant kein Schläferagent mehr und Glyph nicht hier, um schlicht Informationen zu sammeln, sondern um die Invasion zu unterstützen – eine Invasion, die schneller und mit geringerem Blutzoll ablaufen konnte, wenn die Bevölkerung einen Aufstand probte.

So saß sie in einem kleinen Katamaran aus dunklem Holz zusammen mit Tarrokks rechter Hand, Tarpekk und zwei weiteren, jungen Wookiees, die jeweils mit Messern, Vibroklingen, Bowcastern und einigen gestohlenen imperialen Waffen ausgerüstet waren. Schocktruppen, so wie es der Kriegshäuptling wollte. Glyph hoffte jedoch, dass Tarpekk und seine junge Garde noch nicht in dem engen Netz an Wookiee-Traditionen und Ehrenvorstellungen verfangen waren wie der alte Pelzberg. [„Was ist dein Plan, Cho Malichi,“] brummte der Wookiee-Hauptmann fragend, die Augen nachdenklich auf die Skyline von Kachirho mit seinen großen Wohnbäumen gerichtet. Der Ansatz eines Wolfsgrinsens umspielte ihre Lippen. „Unterhalb der großen Bäume von Kachirho, im Nordwesten, gibt es ein enges, dreckiges Ghetto aus Containern und Hütten, in dem der größte Teil der Familien eurer Zwangsarbeiter zusammengepfercht lebt. Die Imperialen bewachen die Zugänge und haben Patrouillen im Inneren, seit republikanische Agenten dort Graffiti anbrachten. Diese werden aber abgelenkt und ausgedünnt sein, seit die Invasion begonnen hat,“ begann sie die Situation beschreiben. „Wir müssen den unterdrückten Wookiees zeigen, dass sie sich gegen das Imperium wehren können. Dass das Imperium nicht überall sein kann. Wir werden ein Zeichen setzen, dass die Befreiung naht.“ Tarpekk hörte ihr aufmerksam zu, ohne eine Reaktion zu zeigen. Seine dunklen Augen bohrten sich in die Seinen. [„Wir sind vier Krieger, die sich in die Höhle des Gundarks begeben. Ich vermute, dass du nicht planst einen ehrenvollen Kampf im Sinne Tarrokks zu führen.“] Sein Statement war ehrlich und direkt, aber nicht ablehnend.

Die zwei weiteren Waldbewohner murrten unsicher und ruckten auf ihren Sitzen herum, wobei sie sich unbehagliche Blicke zuwarfen. Glyph spürte, dass sie die richtigen Worte finden musste, um ihre Begleitung bei Laune zu halten. Sie ließ sich einen kurzen Augenblick Zeit bevor sie antwortete, um sicherzustellen, dass sie die Worte richtig aussprach: [„Selbst der Katarn jagt aus den Schatten des Wroshyr. Warum also sollte die Klinge des Wookiees dem Feind ihren Weg verraten?“] Die kehligen Laute waren rau in Chi-Maias Kehle und das gutturale Vibrieren ihrer Stimmbänder schmerzte, aber trotzdem gab sie sich alle Mühe ihre Aussprache möglichst korrekt zu halten. Die zwei Krieger waren für einen Moment still, tauschten dann einen Blick aus und knurrten zustimmend. In Tarpekks Augen blitzte für einen Moment Belustigung auf. [„Der Häuptling hatte Recht. Du knurrst fast wie einer von uns,“] kommentierte der Wookiee. [„Wir werden uns an deine Anweisungen halten. Und Lernen.“] Glyph nickte. Es schien, sie hatte Tarrokks zweiten Mann richtig eingeschätzt, aber wichtig war nicht nur lernen zu wollen, sondern auch zu zeigen, dass man fähig dazu war. "Es gibt einen Plan, Tarpekk," versicherte sie. "Wir werden geschwächte Posten überfallen und damit eine Botschaft hinterlassen: das das Imperium verwundbar ist." In ihrem Kopf ging sie den Lageplan des Slums durch, den sie vor einigen Tagen im Safehouse gesehen hatte. Eingänge, Überwachungsposten, wahrscheinliche Patrouillenrouten. All das würde in den wenigen Stunden vor dem Aufgang der Sonne noch entscheidend sein. Ein schneller Blick auf ihren Handchronometer zeigte ihr, dass sie schnell sein mussten. Der Macht sei Dank hatten sie das Ufer etwas außerhalb von Kachirho fast erreicht.

Der weiße Sandstrand hob sich im Dunkeln von den tieferen Schwarztönen der großen Bäume und des Dickichts ab. Glyph hörte das Holz des Katamarans leise unter sich knirschen, als sich das Gefährt mit einer letzten Anstrengung seiner Bootsbesatzung auf Sand schob. Chi-Maia schob sich eine Strähne ihres Haars aus dem Gesicht und zog eine zu ihrem Feldanzug passende Sturmmaske über das Gesicht. Zwar plante sie nicht, jemandem die Chance zu geben, sie wiederzuerkennen, aber Vorsicht war besser als Nachsicht. Kaum eine Minute später legte der Katamaran wieder ab, während vier Schemen im Dickicht um Kachirho verschwanden.

[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | Sandstrand außerhalb von Kachirho] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph"), Tarpekk (NPC) & zwei Wookiee-Krieger
 
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