Ley'eth Daraay
Zivilist
[Lantillies – Festgelände – Empfangspavillon] Ley’eth Daraay, Ensign Taryn Ka, Captain Reyess Korrill, Senatorin Rrooow, Senatorin Turima Belandri, Delres Briant, republikanische und lantillianische Delegationen
Ley’eth stand in jener Haltung zwischen militärischer Aufmerksamkeit und höfischer Gelassenheit, die sich über die Jahre so tief in ihr Auftreten eingeschrieben hatte, dass sie selbst kaum noch hätte sagen können, wo die eine begann und die andere endete, während Vorsitzende Briants Stimme über den Platz getragen wurde und sich zwischen den republikanischen Standarten, dem gläsernen Schimmer des Empfangspavillons und der dichten Menge rings um das Festgelände verlor. Die politischen Verhältnisse Lantillies' waren nicht ihr Ressort, die Abstimmung gefallen und ihr eigener Auftrag von deutlich handfesterer Natur, weshalb die Hapanerin Briants scharfe Abrechnung mit der vorherigen Regierung mit derselben aufmerksamen Neutralität über sich hinwegziehen ließ, die sie auch bei einem Lagebericht bewahrt hätte, dessen Details für andere Abteilungen von größerer Bedeutung waren als für die eigene.
Ein kurzer Blick zu Captain Korrill zeigte ihr, dass auch der Mon Calamari die Zeremonie mit jener vollkommen korrekten Aufmerksamkeit verfolgte, die sein Rang verlangte, wenngleich wenig an seiner Haltung darauf hindeutete, dass politische Reden zu jenen Dingen gehörten, denen er freiwillig mehr Zeit widmete als unbedingt erforderlich. Ley’eth ließ es bei dieser Feststellung bewenden und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder nach vorne, während hinter ihnen die beiden Platoons des 414. ihre Sicherungspositionen hielten, die republikanischen Standarten in der warmen Luft des Festgeländes arbeiteten und Taryn in dem ihr zugedachten Abstand still genug blieb, um beinahe mit der übrigen militärischen Begleitung zu verschmelzen.
Erst das ferne Anschwellen von Jägertriebwerken begann sich wie ein zweiter Ton unter Briants Stimme zu legen, zunächst kaum mehr als ein dumpfes Grollen jenseits der flachen Aufbauten, dann zunehmend deutlicher, bis Ley’eth nur einen Blick zum Himmel und den kurzen Abgleich mit dem bisherigen Ablauf benötigte, um zu wissen, dass etwas nicht stimmte. Die Vorsitzende war mit ihrer Rede noch nicht weit genug fortgeschritten und irgendwo hinter den Gebäuden näherten sich bereits mehrere Staffeln X-Flügler mit jener Geschwindigkeit, bei der sich ein Zeitplan nicht mehr durch ein paar hastig gestrichene Absätze retten ließ, wenn niemand rechtzeitig reagierte.
Fast im selben Augenblick kam Bewegung in die politische Gruppe neben ihr. Rrooow erhielt eine Information aus ihrer Begleitung, wandte ihre Aufmerksamkeit zu Briant und brachte die Vorsitzende mit wenigen Gesten dazu, den vorgesehenen Ablauf zu verlassen, worauf deren Rede schneller zu ihrem Ende fand, als ihre ursprüngliche Anlage hätte erwarten lassen, ohne vollkommen abzubrechen. Ley’eth verfolgte den Vorgang, ohne einen Schritt aus ihrer Position zu setzen. Die Jäger kamen zu früh, die Senatorin hatte es erkannt und Briant reagierte, mehr war für den Augenblick nicht erforderlich.
Turima Belandri übernahm noch bevor aus der kleinen Unsauberkeit etwas werden konnte, das auch jenen Besuchern auffiel, die nicht seit Jahren gewohnt waren, Zeitfenster in Sekunden und Anflugvektoren zu zerlegen, und allein die Ruhe, mit der die hapanische Senatorin den plötzlich knapper gewordenen Raum annahm, ließ Ley’eths Blick etwas länger auf ihr ruhen. Belandri versuchte weder verlorene Zeit durch zusätzliche Worte zurückzugewinnen noch der gekürzten Rede nachträglich jene Größe zu verleihen, die ihr der herannahende Überflug ohnehin nehmen würde, sondern gab dem Anlass genau so viel Form, wie die wenigen verbliebenen Augenblicke noch trugen, während hinter ihr bereits die Beitrittsurkunde herangebracht wurde und das Dröhnen über dem Festgelände zu einer Wand aus Schall anwuchs.
Dann brachen die ersten X-Flügler über den Rand des Empfangsbereiches hinweg in das Sichtfeld der Menge und für einige Herzschläge schien sich der gesamte Himmel über Lantillies in Bewegung zu setzen. Fast gleichzeitig mit dem Augenblick, in dem die Urkunde zwischen den politischen Vertreterinnen sichtbar wurde, lösten sich aus mehreren Maschinen die vorbereiteten Ladungen, platzten in Kaskaden aus Gold, Grün und Rot über den Pavillon und zogen glühende Schweife zwischen den nachfolgenden Formationen hindurch, während sich die Farben in Sichtfeldern, blanken Uniformteilen und dem Transparistahl der umliegenden Aufbauten brachen. Das Stimmenmeer unter ihnen schwoll an, tausende Köpfe richteten sich gen Himmel und für einige lange Sekunden gehörte der Platz weder den Rednerinnen noch den Politikern, sondern allein den republikanischen Jägern, die in enger Ordnung durch ein Feuerwerk zogen, dessen Licht selbst auf Ley’eths goldenen Augen einen flüchtigen Schimmer hinterließ.
Von all den Dingen, die an diesem Tag geplant, abgestimmt und in Programme geschrieben worden waren, gehörte ausgerechnet dieser beinahe missglückte Übergang zu jenen Augenblicken, die später vermutlich am häufigsten über Holonetkanäle und Nachrichtenbilder laufen würden, ohne dass außerhalb eines kleinen Kreises überhaupt jemand erfahren musste, wie knapp die Einzelteile tatsächlich ineinandergegriffen hatten. Ley’eth betrachtete das Ergebnis beinahe wie eine sauber ausgeführte taktische Finte, deren Wirkung am Ende sehr viel wichtiger war als der Weg dorthin, bevor die letzten X-Flügler über den Pavillon hinwegzogen und das schwere Grollen ihrer Triebwerke langsam wieder der Menge wich.
Mit ihrem Verschwinden löste sich auch die zuvor beinahe starre Ordnung des offiziellen Teils allmählich auf. Gläser wurden gereicht, erste kleinere Gesprächsgruppen bildeten sich zwischen Delegierten und Offizieren und jene Personen, die noch wenige Minuten zuvor anhand einer festgelegten Reihenfolge ihre Plätze eingenommen hatten, begannen sich wieder nach Bekanntschaften, Interessen und jenem schwer greifbaren Geflecht gesellschaftlicher Zweckmäßigkeit über den Pavillon zu verteilen, das Ley’eth von Hapes mindestens so vertraut war wie jede Flottenformation. Bre’lyas Marines verblieben an den Rändern des Empfangsbereiches, die beiden Standarten weiterhin deutlich sichtbar, während Taryn im Hintergrund bei ihr blieb und die Veranstaltung aus einer Nähe erlebte, die kein Dossier und kein Briefing vollständig hatte ersetzen können.
Ley’eth nahm eines der angebotenen Gläser entgegen und blieb zunächst dort, wo man sie sehen konnte. Für den Augenblick war genau das vermutlich ihre eigentliche Aufgabe. Die „Nightingale“ lag mit ihren Schiffen über dem Planeten, ihre Marines standen wenige Meter entfernt und die Countess des Wachen Meeres trug die Uniform jener Republik, deren Schutzversprechen an diesem Tag ebenso sehr zur Schau gestellt wurde wie die frisch unterzeichnete Urkunde. Dass sich dazu noch eine hapanische Senatorin auf dem Podium befand und Ley’eth selbst einen Lebenslauf mitbrachte, der von den Forces of Hope bis zurück in den regulären Dienst führte, machte die Auswahl ihres Verbandes kaum zufälliger und bestätigte eher jene Vermutung, die sie bereits vor ihrer Ankunft gehegt hatte.
Rrooow fand sie wenig später zwischen den militärischen Gästen und richtete ihre Frage nach einigen einleitenden Worten genau auf jenen Teil ihrer Anwesenheit, über den Ley’eth bereits vor dem Eintreffen im System nachgedacht hatte. Die Vermutung, die Königinmutter könne ihren Einfluss geltend gemacht haben, erschien ihr dabei keineswegs außergewöhnlich. Ihre Majestät verfügte über genügend politisches Gewicht, um hapanische Interessen dort bemerkbar zu machen, wo sie es für notwendig hielt, und Ley’eth wäre die Letzte gewesen, die darin etwas Ungewöhnliches gesehen hätte.
Sie hob das Glas ein wenig an, ohne davon zu trinken, und hielt den Blick ruhig auf der wesentlich größeren Togorianerin.
„Von einer direkten Intervention Ihrer Majestät ist mir nichts bekannt, Senatorin.“
Ihre Stimme blieb weich, fast höfisch in ihrer Ruhe und doch präzise genug, dass sich hinter den Worten kein Bedürfnis verbarg, mehr Gewissheit vorzutäuschen als tatsächlich vorhanden war.
„Ausschließen würde ich sie allerdings nicht. Meine Befehle kamen vom republikanischen Oberkommando, doch dass man ausgerechnet die ‚Nightingale‘ für Lantillies ausgewählt hat, halte ich selbst kaum für einen Zufall.“
Für einen kurzen Moment glitt ihr Blick über den Empfang hinweg zu Turima Belandri, bevor er zu Rrooow zurückkehrte.
„Senatorin Belandris Anwesenheit dürfte man dabei ebenso berücksichtigt haben wie die Nähe zum Konsortium. Auch mein eigener Werdegang dürfte bei der Auswahl kaum übersehen worden sein.“
Die metallischen Finger ihrer rechten Hand lagen ruhig um den schlanken Stiel des Glases und für einen Augenblick zeichnete das Licht des späten Tages die goldenen Segmente ebenso deutlich nach wie die feinen Verzierungen jenes rotbraunen Mantels, dessen Schnitt und Wirkung inzwischen beinahe ebenso zu ihrem öffentlichen Bild gehörten wie Rangabzeichen und Uniform.
„Eine ehemalige Offizierin der Forces of Hope, die heute wieder unter republikanischer Flagge einen Kampfverband führt, gibt ein recht brauchbares Bild ab, wenn man neuen Mitgliedswelten zeigen möchte, was aus dieser Republik geworden ist. Dass diese Offizierin zudem eine hapanische Countess ist, dürfte die Entscheidung kaum unattraktiver gemacht haben.“
Am äußeren Rand des Pavillons erschienen inzwischen weitere Galauniformen zwischen den lokalen Würdenträgern, darunter einige jener Piloten, deren X-Flügler nur kurze Zeit zuvor noch in Feuerwerksfarben über den Köpfen der versammelten Gäste hinweggezogen waren, doch Ley’eth schenkte der Bewegung kaum mehr als einen kurzen Blick und ließ ihre Aufmerksamkeit bei der Senatorin vor sich.
„Darf ich fragen, was Sie an eine Intervention Hapans denken ließ?“
[Lantillies – Festgelände – Empfangspavillon] Ley’eth Daraay, Ensign Taryn Ka, Captain Reyess Korrill, Senatorin Rrooow, Senatorin Turima Belandri, Delres Briant, republikanische und lantillianische Delegationen, Piloten des 96. Jagdgeschwaders
Ley’eth stand in jener Haltung zwischen militärischer Aufmerksamkeit und höfischer Gelassenheit, die sich über die Jahre so tief in ihr Auftreten eingeschrieben hatte, dass sie selbst kaum noch hätte sagen können, wo die eine begann und die andere endete, während Vorsitzende Briants Stimme über den Platz getragen wurde und sich zwischen den republikanischen Standarten, dem gläsernen Schimmer des Empfangspavillons und der dichten Menge rings um das Festgelände verlor. Die politischen Verhältnisse Lantillies' waren nicht ihr Ressort, die Abstimmung gefallen und ihr eigener Auftrag von deutlich handfesterer Natur, weshalb die Hapanerin Briants scharfe Abrechnung mit der vorherigen Regierung mit derselben aufmerksamen Neutralität über sich hinwegziehen ließ, die sie auch bei einem Lagebericht bewahrt hätte, dessen Details für andere Abteilungen von größerer Bedeutung waren als für die eigene.
Ein kurzer Blick zu Captain Korrill zeigte ihr, dass auch der Mon Calamari die Zeremonie mit jener vollkommen korrekten Aufmerksamkeit verfolgte, die sein Rang verlangte, wenngleich wenig an seiner Haltung darauf hindeutete, dass politische Reden zu jenen Dingen gehörten, denen er freiwillig mehr Zeit widmete als unbedingt erforderlich. Ley’eth ließ es bei dieser Feststellung bewenden und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder nach vorne, während hinter ihnen die beiden Platoons des 414. ihre Sicherungspositionen hielten, die republikanischen Standarten in der warmen Luft des Festgeländes arbeiteten und Taryn in dem ihr zugedachten Abstand still genug blieb, um beinahe mit der übrigen militärischen Begleitung zu verschmelzen.
Erst das ferne Anschwellen von Jägertriebwerken begann sich wie ein zweiter Ton unter Briants Stimme zu legen, zunächst kaum mehr als ein dumpfes Grollen jenseits der flachen Aufbauten, dann zunehmend deutlicher, bis Ley’eth nur einen Blick zum Himmel und den kurzen Abgleich mit dem bisherigen Ablauf benötigte, um zu wissen, dass etwas nicht stimmte. Die Vorsitzende war mit ihrer Rede noch nicht weit genug fortgeschritten und irgendwo hinter den Gebäuden näherten sich bereits mehrere Staffeln X-Flügler mit jener Geschwindigkeit, bei der sich ein Zeitplan nicht mehr durch ein paar hastig gestrichene Absätze retten ließ, wenn niemand rechtzeitig reagierte.
Fast im selben Augenblick kam Bewegung in die politische Gruppe neben ihr. Rrooow erhielt eine Information aus ihrer Begleitung, wandte ihre Aufmerksamkeit zu Briant und brachte die Vorsitzende mit wenigen Gesten dazu, den vorgesehenen Ablauf zu verlassen, worauf deren Rede schneller zu ihrem Ende fand, als ihre ursprüngliche Anlage hätte erwarten lassen, ohne vollkommen abzubrechen. Ley’eth verfolgte den Vorgang, ohne einen Schritt aus ihrer Position zu setzen. Die Jäger kamen zu früh, die Senatorin hatte es erkannt und Briant reagierte, mehr war für den Augenblick nicht erforderlich.
Turima Belandri übernahm noch bevor aus der kleinen Unsauberkeit etwas werden konnte, das auch jenen Besuchern auffiel, die nicht seit Jahren gewohnt waren, Zeitfenster in Sekunden und Anflugvektoren zu zerlegen, und allein die Ruhe, mit der die hapanische Senatorin den plötzlich knapper gewordenen Raum annahm, ließ Ley’eths Blick etwas länger auf ihr ruhen. Belandri versuchte weder verlorene Zeit durch zusätzliche Worte zurückzugewinnen noch der gekürzten Rede nachträglich jene Größe zu verleihen, die ihr der herannahende Überflug ohnehin nehmen würde, sondern gab dem Anlass genau so viel Form, wie die wenigen verbliebenen Augenblicke noch trugen, während hinter ihr bereits die Beitrittsurkunde herangebracht wurde und das Dröhnen über dem Festgelände zu einer Wand aus Schall anwuchs.
Dann brachen die ersten X-Flügler über den Rand des Empfangsbereiches hinweg in das Sichtfeld der Menge und für einige Herzschläge schien sich der gesamte Himmel über Lantillies in Bewegung zu setzen. Fast gleichzeitig mit dem Augenblick, in dem die Urkunde zwischen den politischen Vertreterinnen sichtbar wurde, lösten sich aus mehreren Maschinen die vorbereiteten Ladungen, platzten in Kaskaden aus Gold, Grün und Rot über den Pavillon und zogen glühende Schweife zwischen den nachfolgenden Formationen hindurch, während sich die Farben in Sichtfeldern, blanken Uniformteilen und dem Transparistahl der umliegenden Aufbauten brachen. Das Stimmenmeer unter ihnen schwoll an, tausende Köpfe richteten sich gen Himmel und für einige lange Sekunden gehörte der Platz weder den Rednerinnen noch den Politikern, sondern allein den republikanischen Jägern, die in enger Ordnung durch ein Feuerwerk zogen, dessen Licht selbst auf Ley’eths goldenen Augen einen flüchtigen Schimmer hinterließ.
Von all den Dingen, die an diesem Tag geplant, abgestimmt und in Programme geschrieben worden waren, gehörte ausgerechnet dieser beinahe missglückte Übergang zu jenen Augenblicken, die später vermutlich am häufigsten über Holonetkanäle und Nachrichtenbilder laufen würden, ohne dass außerhalb eines kleinen Kreises überhaupt jemand erfahren musste, wie knapp die Einzelteile tatsächlich ineinandergegriffen hatten. Ley’eth betrachtete das Ergebnis beinahe wie eine sauber ausgeführte taktische Finte, deren Wirkung am Ende sehr viel wichtiger war als der Weg dorthin, bevor die letzten X-Flügler über den Pavillon hinwegzogen und das schwere Grollen ihrer Triebwerke langsam wieder der Menge wich.
Mit ihrem Verschwinden löste sich auch die zuvor beinahe starre Ordnung des offiziellen Teils allmählich auf. Gläser wurden gereicht, erste kleinere Gesprächsgruppen bildeten sich zwischen Delegierten und Offizieren und jene Personen, die noch wenige Minuten zuvor anhand einer festgelegten Reihenfolge ihre Plätze eingenommen hatten, begannen sich wieder nach Bekanntschaften, Interessen und jenem schwer greifbaren Geflecht gesellschaftlicher Zweckmäßigkeit über den Pavillon zu verteilen, das Ley’eth von Hapes mindestens so vertraut war wie jede Flottenformation. Bre’lyas Marines verblieben an den Rändern des Empfangsbereiches, die beiden Standarten weiterhin deutlich sichtbar, während Taryn im Hintergrund bei ihr blieb und die Veranstaltung aus einer Nähe erlebte, die kein Dossier und kein Briefing vollständig hatte ersetzen können.
Ley’eth nahm eines der angebotenen Gläser entgegen und blieb zunächst dort, wo man sie sehen konnte. Für den Augenblick war genau das vermutlich ihre eigentliche Aufgabe. Die „Nightingale“ lag mit ihren Schiffen über dem Planeten, ihre Marines standen wenige Meter entfernt und die Countess des Wachen Meeres trug die Uniform jener Republik, deren Schutzversprechen an diesem Tag ebenso sehr zur Schau gestellt wurde wie die frisch unterzeichnete Urkunde. Dass sich dazu noch eine hapanische Senatorin auf dem Podium befand und Ley’eth selbst einen Lebenslauf mitbrachte, der von den Forces of Hope bis zurück in den regulären Dienst führte, machte die Auswahl ihres Verbandes kaum zufälliger und bestätigte eher jene Vermutung, die sie bereits vor ihrer Ankunft gehegt hatte.
Rrooow fand sie wenig später zwischen den militärischen Gästen und richtete ihre Frage nach einigen einleitenden Worten genau auf jenen Teil ihrer Anwesenheit, über den Ley’eth bereits vor dem Eintreffen im System nachgedacht hatte. Die Vermutung, die Königinmutter könne ihren Einfluss geltend gemacht haben, erschien ihr dabei keineswegs außergewöhnlich. Ihre Majestät verfügte über genügend politisches Gewicht, um hapanische Interessen dort bemerkbar zu machen, wo sie es für notwendig hielt, und Ley’eth wäre die Letzte gewesen, die darin etwas Ungewöhnliches gesehen hätte.
Sie hob das Glas ein wenig an, ohne davon zu trinken, und hielt den Blick ruhig auf der wesentlich größeren Togorianerin.
„Von einer direkten Intervention Ihrer Majestät ist mir nichts bekannt, Senatorin.“
Ihre Stimme blieb weich, fast höfisch in ihrer Ruhe und doch präzise genug, dass sich hinter den Worten kein Bedürfnis verbarg, mehr Gewissheit vorzutäuschen als tatsächlich vorhanden war.
„Ausschließen würde ich sie allerdings nicht. Meine Befehle kamen vom republikanischen Oberkommando, doch dass man ausgerechnet die ‚Nightingale‘ für Lantillies ausgewählt hat, halte ich selbst kaum für einen Zufall.“
Für einen kurzen Moment glitt ihr Blick über den Empfang hinweg zu Turima Belandri, bevor er zu Rrooow zurückkehrte.
„Senatorin Belandris Anwesenheit dürfte man dabei ebenso berücksichtigt haben wie die Nähe zum Konsortium. Auch mein eigener Werdegang dürfte bei der Auswahl kaum übersehen worden sein.“
Die metallischen Finger ihrer rechten Hand lagen ruhig um den schlanken Stiel des Glases und für einen Augenblick zeichnete das Licht des späten Tages die goldenen Segmente ebenso deutlich nach wie die feinen Verzierungen jenes rotbraunen Mantels, dessen Schnitt und Wirkung inzwischen beinahe ebenso zu ihrem öffentlichen Bild gehörten wie Rangabzeichen und Uniform.
„Eine ehemalige Offizierin der Forces of Hope, die heute wieder unter republikanischer Flagge einen Kampfverband führt, gibt ein recht brauchbares Bild ab, wenn man neuen Mitgliedswelten zeigen möchte, was aus dieser Republik geworden ist. Dass diese Offizierin zudem eine hapanische Countess ist, dürfte die Entscheidung kaum unattraktiver gemacht haben.“
Am äußeren Rand des Pavillons erschienen inzwischen weitere Galauniformen zwischen den lokalen Würdenträgern, darunter einige jener Piloten, deren X-Flügler nur kurze Zeit zuvor noch in Feuerwerksfarben über den Köpfen der versammelten Gäste hinweggezogen waren, doch Ley’eth schenkte der Bewegung kaum mehr als einen kurzen Blick und ließ ihre Aufmerksamkeit bei der Senatorin vor sich.
„Darf ich fragen, was Sie an eine Intervention Hapans denken ließ?“
[Lantillies – Festgelände – Empfangspavillon] Ley’eth Daraay, Ensign Taryn Ka, Captain Reyess Korrill, Senatorin Rrooow, Senatorin Turima Belandri, Delres Briant, republikanische und lantillianische Delegationen, Piloten des 96. Jagdgeschwaders



