[Legacy of the Force] #5: Sacrifice = Opfer

Schön, dass Du jetzt durch bist, vielleicht kommt der "Laden" hier ja mal ein bisschen in Schwung. ;)

Was den Fett/Mando-Strang in Sacrifice betrifft: Thrawn McEwok hat in seinem Review auf TFN eine interessante Interpretation dazu, die mich (wenn es denn wirklich so gemeint ist) etwas besser verstehen lässt, warum dieser so ausführlich bzw. überhaupt im Buch ist.

Es gibt einen Kontrast zwischen den Fetts/Mandos und den Skywalker-Solos/Jedi: Die ersten finden nach langer Zeit Heilung auf ihrem abgelegenen, unabhängigen, naturbelassenen Planeten. Die anderen erleben mehr und mehr Zerrüttung, Entfremdung und Zerstörung auf dem zentralen, hochtechnisierten Hauptplaneten der Galaxis, eingebunden in 1001 Abhängigkeiten.

Das könnte ein Plädoyer für bzw. gegen viele Dinge sein: Gegen eine mächtige Zentralregierung, die nur korrumpiert, für Unabhängigkeit und Selbstverwaltung. Pro "zurück zu den Wurzeln", pro althergebrachte Kulturen. Pro Natur, contra Technisierung und Entfremdung von Natur.

Ich sage ja schon lange, die Jedi müssen raus aus der GA und zurück nach Ossus, vorher wird es keine Verbesserung geben.

Micah
 
scheiß-Mandalorianern

Warum wird in diesem Thread dauernd auf den Mando's rummgehackt ? Nur weil die Jedi in einer Buchreihe die den Namen "Legacy of the FORCE" trägt extrem schlecht und dümmlich rüberkommen ??? :verwirrt:
In Bloodlines hat mich schon der ganze Jedi-Unfug gestört.... Die Jedi und ihre dämliche GFFA haben versagt, nun sind die Mandalorianer am Abzug:braue ... kann ruhig mehr davon kommen :D
 


Alle Spoilermarkierungen, soweit nicht anders gekennzeichnet, beziehen sich auf Sacrifice.
Dito. Wobei wir damit demnächst wohl aufhören können, 's Buch ist jetzt ja schon eine Weile raus.

Hmm, das könnte aber andererseits auch dazu führen, den Tod als endgültige, nicht aufhebbare und nicht rückgängig zu machende Strafe besonders kritisch zu sehen.
Das wär dann aber ein Rückschritt, denn die Ansicht hatte er ja vorher schon. Nicht, dass es sowas in dieser Reihe nicht bereits gegeben hätte...

Man könnte natürlich auch argumentieren, dass sie ihre Rachepläne alle eingeleitet hat und damit zufrieden ist, so dass sie sich nicht weiter mit entsprechenden Hassgefühlen aufhalten muss.
Naja... ob man nun aufhört, zu hassen, bevor die Rache überhaupt erst vollzogen ist? Ich halte es ja schon für unwahrscheinlich, dass man nach einer Rache damit aufhört, wenn man schonmal mit dem Hass angefangen hat.

Interessant fand ich übrigens, was jemand im JC über ihren Selbstmord und ihren letzten "Gruß" an Luke geschrieben hat: "And then Lumya [sic], from beyond the grave, broke Luke Skywalker."
Was ist damit gemeint, dass er herausfindet, dass sie's nicht war? Von "gebrochen" würde ich da nicht sprechen. Es bleibt natürlich abzuwarten, wie Denning das sieht, aber dass er sich die Sache soooo zu Herzen genommen hat, glaube ich nicht.

Hmm, aber hat Vergere wirklich gesagt, dass Jacen den Garten 100% in Ordnung und unkrautfrei halten soll?
He, ich habe das Buch seit 2002 oder wann das Ding rauskam nicht mehr gelesen, solltest du das nicht besser wissen ;)?

Dieses Argument steht und fällt natürlich damit, wie man "bekämpfenswertes Unkraut" definiert. Ich denke, das kann man auch ganz gut mit meiner Idee des Gärtners für Gleichstarke statt Unterlegene kombinieren. Bekämpfenswertes Unkraut ist, wenn sich die Zierpflanzen nicht mehr von selbst dagegen durchsetzen können, wenn sie davon überwuchert werden. Riesenbärenklau z.B. ;) Auf die SW-Realität übertragen, wenn jemand so aggressiv ist wie die YV oder so skrupellos und mächtig wie Palpatine oder andere Sith. Diebstähle und Steinewerfer oder Mauerbeschmierer bei Demos können die Normalsterblichen dagegen unter sich regeln.
Mit eigenen, unteren Gärtnern für untere Ebenen?
Dann kann Jacen sich trotzdem zum Obergärtner erheben und seine Kontrolle der Untergärtner damit rechtfertigen, dass er letztendlich ja für alles zuständig ist, auch wenn er die Untergärtner natürlich "so viel wie möglich" alleine machen lässt.

Als Gärtner hat man also viele Möglichkeiten jenseits von Vernichtung und Unterdrückung, um einen Garten zu bekommen, in dem eine Balance aus Kontrolle/Sicherheit/künstlicher Schönheit und Freiheit/Selbstverantwortung/natürlichem Chaos herrscht. Jacen hat aber nicht nur vor, jedes Unkraut auszureißen, wenn es nur zu sprießen beginnt (und hier kann man die Metapher auch wieder sehr schön für die Frage verwenden: Woran erkennt er in diesem Stadium überhaupt, dass es ein Unkraut ist und wenn es eins ist, ob es gefährlich ist?). Er will den Garten zubetonieren bis auf einige wenige von ihm ausgewählte Beete, damit nichts mehr durchkommt, das ihm nicht gefällt. Ich glaube nicht, dass Vergere das wollte. Sie hat Jacen auch die Vielfalt des Lebens gezeigt und dass man der Natur auch manchmal ihren "unschönen" Lauf lassen muss (Shadowmoth, das Raubtier).
Das ist allerdings wahr und schön formuliert.

Aber kann es nicht sein, dass sich jemand so lange einredet, dass bestimmte Dinge der Wille der Macht (oder eines anderen Gottes) sind, dass er seinen freien Willen aufgibt? Sicher wird das in vielen Fällen Selbstbetrug sein, in dem Sinn, dass jemand versucht, seinen eigenen Willen als Willen der Macht/Gottes zu rechtfertigen. Aber trotzdem könnte es auch andersherum funktionieren.
Verstehe ich nicht ganz. Wenn die Macht keinen Willen hat, kann man sich dem auch nicht unterwerfen. Was passiert wenn man sich trotzdem fallen lässt in der Hoffnung, dass die Macht einen auffängt und einem schon sagen wird, was zu tun ist: der Mensch gibt etwas Kontrolle an die drei Instanzen ab, vor allem Gewissen und Instinkt, weil die, wie auch die Macht, weniger bewusst wahrgenommen werden als die ratio. Und wie ich in dem Modell auch deutlich gemacht habe, alle drei Instanzen versuchen, sowohl sich selbst gegenseitig als auch die Entscheidungsinstanz zu beeinflussen. Im Kopf findet gewissermaßen permanenter Meinungswettbewerb statt. Wenn ein Mensch sich nun einbildet, es gäbe eine vierte (bzw. fünfte) und externe Instanz, der er wesentlich mehr Gewicht beimisst als den internen, ist das ausschließlich Selbstbetrug: Der Mensch will, dass die Macht ihm etwas sagt, also hört er Stimmen. Die kommen nur nicht von der Macht (oder zumindest nicht von einem Willen der Macht; kann natürlich sein, dass er da einen toten Jedigeist hört oder was weiß ich, das ist eben das Springen in einen Fluss mit unvorhersehbaren und mehr oder weniger zufälligen Strömungen), sondern von innen.
Es kommt ja nichts nach. Auch wenn der Mensch sich einbildet, dass er etwas tut, was die Macht ihm befohlen hat, kommt die Motivation (das Beispiel mit dem Jedigeist mal ausgenommen) von ihm selbst. Insofern kann es im Extremfall passieren, dass die finale Entscheidungsinstanz so schwach wird, dass die drei anderen Instanzen Entscheidungen "unter sich" ausmachen. Eine bewusste Abwägung findet nicht mehr statt.
Meintest du das?

Es gibt übrigens, weil ich das eben angesprochen habe, nicht nur die internen Instanzen. Es gibt auch eine externe, oder unendlich viele externe. Es gibt sehr viel, was auf einen Menschen Einfluss ausübt. Freud hat das alles unter "Umwelt" zusammengefasst; ich meine damit alle äußeren Einflüsse von anderen Menschen bis zum beruhigenden Gluckern eines Baches. Das gehört nur nicht mehr zum Selbst und ist deshalb in meinen Modellen auch nicht eingezeichnet.
Die Macht ist insofern ein Zwischending, weil der (machtsensitive) Mensch sie direkt spüren kann. Sie ist gleichzeitig etwas, das außerhalb des Menschen existiert, sie ist aber auch ein zusätzlicher Sinn. Gottlosigkeit vorausgesetzt, ist sie aber nicht mehr: sie bleibt ein Informationslieferant von vielen, die alle diverse Informationen aus der Umwelt an den Menschen herantragen, wo diese Informationen dann von den Instanzen interpretiert werden.

Ob Jacen dabei aber in erster Linie das Wohlergehen der Unterlegenen im Sinn hat bzw. dabei die richtige Vorstellung von deren Wohlergehen hat, ist die große Frage. Und ich habe nicht ohne Hintergedanken geschrieben, dass das nicht heißt, "dass der Gärtner die politische oder militärische Macht selbst übernehmen soll." Das hätte ich sogar noch schärfer formulieren sollen: Der Gärtner sollte eben gerade nicht die politische oder militärische Macht übernehmen.
Warum nicht? Und wie soll er sonst seinen Job machen?
Ich sehe natürlich deinen Punkt, aber aus Jacens Sicht spricht nichts dagegen, den Obergärtner zu spielen. Vergere hat ihm gesagt: Jedisein verpflichtet zum Gärtnern. Und faktisch haben Jedi immer sowohl politische als auch militärische Macht gehabt, das ist ja nichts neues. Nicht den Oberbefehl über die gesamte Galaxis, das weiß ich schon, aber für Jacen ist das der logische nächste Schritt. Und wenn wir deine Interpretation herannehmen, wechselt er die Ebene: Er überlässt die Wandbeschmierer und Taschendiebe der Polizei, die schwer zu fassenden galaxisweiten Verbrecher den Jedi, und er selbst gärtnert nun fröhlich an der Ebene der Herrscher herum. Um das möglichst effektiv zu machen, und weil er eine begrenzte Vorstellung vom Gärtnern hat, versucht er, noch eine Ebene höher zu steigen.

micah schrieb:
Ja, das ist schon etwas seltsam. Vielleicht sind die Bürger ja zu bequem geworden, verstehen nicht mehr, dass sie für den Erhalt der Demokratie auch etwas tun müssen. Allerdings sollten sie durch das noch nicht so lange zurückliegende Imperium aufgerüttelt sein.
Naja. Wie in 'Sacrifice' selbst angesprochen wurde und wie wir aus unserer eigenen Vergangenheit selbst wissen: Wenn man sich ruhig verhält und nicht zu irgendeiner verfolgten Gruppe gehört, lässt es sich in einer Diktatur aushalten. Das bekannteste Hitlerattentat wurde von Offizieren ausgeführt, die Geschwister Scholl waren Studenten, und die Rebellion gegen das Imperium wurde von (ehemaligen) Senatoren angeleiert. Erst nach der Zerstörung Alderaans (wenn ihr mich fragt, war die Zerstörung des Ersten Todessterns aber entscheidender) hatte die Rebellion auch von normalen Leuten so richtig Zulauf.

Garm Pellaeon schrieb:
Inzwischen halte ich Traviss klar für die schlechteste Wahl als LotF-Schriftsteller, da sie, obwohl sie vieles wirklich sehr gut kann, mit Sacrifice gezeigt hat, dass sie einfach noch nicht genügend Erfahrung mit Schreiben hat. Ein größerer Patzer als der Fett-Handlungsstrang kann einem eigentlich gar nicht passieren.
Ich würde das nicht auf ihre mangelnde Erfahrung zurückführen (andere Dinge schon eher, da werde ich auch noch drauf kommen), denn das machen viele Autoren. Sieht man auch bei Denning und Allston, dass sie bestimmte Lieblingscharaktere mehr einbauen. Aber es ist richtig, wenn da nicht noch was kommt (beispielsweise ein massives Eingreifen der Mandalorianer in den Bürgerkrieg), waren die Mandoszenen nichts weiter als exzessive Fanzugeständnisse. (In 'Bloodlines' hatte Boba wenigstens was mit der Haupthandlung zu tun, das ist hier nicht der Fall.)

micah schrieb:
Was den Fett/Mando-Strang in Sacrifice betrifft: Thrawn McEwok hat in seinem Review auf TFN eine interessante Interpretation dazu, die mich (wenn es denn wirklich so gemeint ist) etwas besser verstehen lässt, warum dieser so ausführlich bzw. überhaupt im Buch ist.

Es gibt einen Kontrast zwischen den Fetts/Mandos und den Skywalker-Solos/Jedi: Die ersten finden nach langer Zeit Heilung auf ihrem abgelegenen, unabhängigen, naturbelassenen Planeten. Die anderen erleben mehr und mehr Zerrüttung, Entfremdung und Zerstörung auf dem zentralen, hochtechnisierten Hauptplaneten der Galaxis, eingebunden in 1001 Abhängigkeiten.

Das könnte ein Plädoyer für bzw. gegen viele Dinge sein: Gegen eine mächtige Zentralregierung, die nur korrumpiert, für Unabhängigkeit und Selbstverwaltung. Pro "zurück zu den Wurzeln", pro althergebrachte Kulturen. Pro Natur, contra Technisierung und Entfremdung von Natur.
Wenn ich böse sein will, lese ich da ein Plädoyer für Stammesmonarchie und gegen moderne Demokratie heraus :p.
Dass die Mandos so hinterwäldlerisch leben, dürfte vor allem an der geringen Bevölkerungsdichte des Planeten liegen sowie daran, dass die Vong damit Städteversenken gespielt hatten. Die Parallelen (wenn überhaupt beabsichtigt) sehe ich eher zwischen Ben und Mirta, die nur ein paar Jahre auseinander liegen und die beide komplizierte und teils vergleichbare Familienverhältnisse haben. Das ist allerdings ein Überbleibsel aus 'Bloodlines', wo die thematische Zusammengehörigkeit deutlicher war.
 
BobaFett schrieb:
Warum wird in diesem Thread dauernd auf den Mando's rummgehackt ? Nur weil die Jedi in einer Buchreihe die den Namen "Legacy of the FORCE" trägt extrem schlecht und dümmlich rüberkommen ???
Weil sie nerven. Nicht die Jedi (wobei, die auch), sondern die Mandos. Einer allein ist cool, und wenn hier und da mal einer auftaucht, fein. So war das ja auch jahrzentelang, da gab's ab und an mal'n bisschen Boba, in den Comics auch mal ein paar mehr, aber sie blieben erträglich (Ausnahme Kopfgeldjägerkrieg, aber das lag nicht allein an Boba). Vor ein paar Jahren begann Darth Nuke im Dark-Horse-Forum damit, den Anwesenden mit seinem Mandowahn auf den Wecker zu gehen (legendäre Reaktion des zuständigen Lektors), was bei mir bleibende Schäden hinterlassen hat. Es folgten 'The Unifying Force', ein NJO-Auftritt in 'Tales', die Mandokolonie in 'Knights of the Old Republic II', und dann eben Traviss. Dass die Mandalorianer im Comic 'Knights of the Old Republic' nicht stören, ist allein der gleichbleibend hohen Qualität des Comics zuzuschreiben (viel, viel besser als das aus mir völlig schleierhaften Gründen beliebte 'Legacy').

Sie sind momentan einfach zu überrepräsentiert, und, was noch schlimmer ist, die Geschichte wird für sie umgeschrieben. Auf einmal sind die Klonsoldaten halbe Mandos. Als das damals in den 'Republic Commando'-Romanen eingeführt und zementiert wurde, war mir die Tragweite noch gar nicht bewusst. Aber damit hat's ja nicht aufgehört. Die Mandalorianer wurden wiederbelebt. Was in 'Open Seasons' ausgerottet wurde, war auf einmal nur eine Gruppe, und andere Mandos hatten natürlich überlebt. Die Mandalorianer in 'Tales of the Jedi' waren keine blutrünstigen Kriegerspinner, nö, die wollten nur spielen.

Ich hatte früher nichts gegen Boba Fett oder die Mandalorianer. Ich war auch kein großer Fan von ihnen, konnte dieser Rüstung eine Aura der Coolness aber nicht abreden. Die Vorkommnisse der letzten 20 Monate oder so haben das geändert, und zwar, fürchte ich, unwiderruflich. Die Mandos sind auf einmal wichtig, nachdem sie jahrelang keinerlei Bedeutung hatten. Für manche Fans mag das sein wie der Himmel auf Erden, von mir aus, aber mich ärgert das. Mich ärgert auch, dass Traviss ständig ihre Mandosprache einbaut, während alle anderen Spezies ziemlich ausschließlich Basic verwenden, sowie diese ungeheuer positive Sicht der Mandalorianer und die Kriegsverherrlichung, die da immer wieder (und größtenteils unreflektiert) durchschimmert, aber ich könnte damit leben, wenn LFL nicht ständig versuchen würde, mir die Mandos in den Rachen zu stopfen.
Mandos nerven.

Und jetzt nerven sie sogar schon in Romanen, in die sie nicht reingehören. Nicht, weil die Reihe 'Legacy of the Force' heißt. Ich mag den Namen sowieso nicht, und fand den starken Fokus auf die Jedi-Familien schon in der NJO nicht gut. Nö, daran liegt es nicht. Wenn du 'Sacrifice' gelesen hast, wirst du mir diese Frage erlauben müssen: Wo, bitte, hatte die gesamte Boba-Handlung etwas mit dem Rest des Romans zu tun?
Klar, Mandalore hat sich mit den Verpinen verbündet und das wird wohl zu einer Ausweitung des Konflikts führen, aber muss ich deswegen über die zaghafte Annäherung eines Großvaters und seiner Enkelin sowie eines Führers und seines Volkes lesen, über Krankheit und Heilung des besagten Führers und Wiedererstarken des besagten Volkes?
Ich will gar nicht sagen, dass das schlecht be- und geschrieben war, aber war das wichtig? Soweit das bisher absehbar ist, nicht für die Haupthandlung. Nur für Traviss selbst und ihre Mando'anhänger.
 
Ich finde das sollte alles in ein eigenes Buch, wie manche schon erwähnt haben.
Fand halt diesen Kommentar und manch andere extrem unpassend ... und kindisch.
 
Auf Wraiths Vorschlag hin sind Sacrifice-Infos hier nicht mehr gespoilert. Lesen auf eigene Gefahr!


Wraith Five schrieb:
Es ist mir persönlich ja ein Rätsel, warum es für alle möglichen Fahrzeuge und Gerätschaften Risszeichnungen gibt, aber kein einziges Werk, wo mal detaillierter auf politische Strukturen eingegangen wird.

Das finde ich auch ärgerlich, aber ein Rätsel ist es mir trotzdem nicht. Welcher "normale" SW-Fan interessiert sich schon für die politischen Strukturen? :p


Das wär dann aber ein Rückschritt, denn die Ansicht hatte er ja vorher schon. Nicht, dass es sowas in dieser Reihe nicht bereits gegeben hätte...

Ich weiß nicht, ob ich eine kritische Einstellung zur Todesstrafe bzw. zum Töten als Rückschritt bezeichnen würde, jetzt mal menschlich-moralisch gesehen... ;) Aber ich verstehe trotzdem, was Du meinst, denn dieser ständig hin und her oszillierende Luke nervt mich schon lange. Also sage ich's mal so: Es könnte ja dazu führen, dass er klarer sieht, wann es angebracht ist, jemanden zu töten und wann nicht, statt pauschal zu sagen, dass es nie angebracht ist. Wie sich das für einen ordentlichen Gärtner gehört. ;)


Naja... ob man nun aufhört, zu hassen, bevor die Rache überhaupt erst vollzogen ist? Ich halte es ja schon für unwahrscheinlich, dass man nach einer Rache damit aufhört, wenn man schonmal mit dem Hass angefangen hat.

Ich schätze Lumiya eigentlich insgesamt so ein, dass sie sich so heftigen Gefühlen schon lange nicht mehr hingibt. Der Abschuss durch Luke ist wie lange her? Lange genug jedenfalls, dass Wut und Hass in ein eiskaltes Kalkulieren umschlagen konnten. Die Rache, über Jahrzehnte geplant und vorbereitet, wäre dann nur noch ein gefühlloses Umsetzen des Hasses, der irgendwann mal getobt hat. Und am Ende fehlt sogar das Gefühl des Triumphes.

Aber es ist ja nicht so, dass ich unbedingt will, dass Lumiya aus Rache an Luke gehandelt hat. Von mir aus kann sie andere Gründe gehabt haben. Mich stört nur, dass sich hinter ihren Aktionen offenbar nicht mehr an Geheimnis verbirgt, als dass sie Jacen auf den Weg zum Sith und zum Herrscher der Galaxis bringen wollte.

Allerdings überlege ich inzwischen, ob sie vielleicht den ganzen Jedi-Orden zu Fall bringen wollte...


Was ist damit gemeint, dass er herausfindet, dass sie's nicht war? Von "gebrochen" würde ich da nicht sprechen. Es bleibt natürlich abzuwarten, wie Denning das sieht, aber dass er sich die Sache soooo zu Herzen genommen hat, glaube ich nicht.

Ich gehe davon aus, dass das gemeint ist. Und in Sacrifice, Seite 360 ganz unten, heißt es sogar wortwörtlich: "She'd fooled him one last time, manipulated him one last time, thwarted him one last time, and it broke something deep, deep inside him."

Natürlich kann es sein, dass Denning daraus nichts weiter macht, aber mir macht diese Stelle erstmal Angst.


He, ich habe das Buch seit 2002 oder wann das Ding rauskam nicht mehr gelesen, solltest du das nicht besser wissen ?

He, ich habe auch nur das in manchen Aspekten doch ziemlich verstümmelte Hörbuch kürzlich gehört, woher soll ich da wissen, was Vergere in den rausgekürzten Abschnitten gesagt hat? :p

Ansonsten muss ich über die ganze Geschichte mit dem Gärtnern und dem freien Willen erst nochmal ein bisschen nachdenken.


Naja. Wie in 'Sacrifice' selbst angesprochen wurde und wie wir aus unserer eigenen Vergangenheit selbst wissen: Wenn man sich ruhig verhält und nicht zu irgendeiner verfolgten Gruppe gehört, lässt es sich in einer Diktatur aushalten. Das bekannteste Hitlerattentat wurde von Offizieren ausgeführt, die Geschwister Scholl waren Studenten, und die Rebellion gegen das Imperium wurde von (ehemaligen) Senatoren angeleiert. Erst nach der Zerstörung Alderaans (wenn ihr mich fragt, war die Zerstörung des Ersten Todessterns aber entscheidender) hatte die Rebellion auch von normalen Leuten so richtig Zulauf.

Aber vielleicht lag der vorher fehlende Zulauf der Rebellion nicht daran, dass die Leute sich bequem eingerichtet hatten, sondern daran, dass sie Angst davor hatten, dass es noch schlimmer wird, wenn sie sich auflehnen. Erst als die Rebellion mit ihrem Triumph bei Yavin ein gewisser Machtfaktor geworden war, trauten die Sympathisanten sich aus ihren Löchern.

Ich weiß, das ist nicht allzu weit weg von Deiner Erklärung, aber ich finde, es gibt einen feinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen "solange ich nicht anecke, kann ich normal leben" und "ich füge mich den Repressalien, damit ich wenigstens leben kann".

Wenn sogar ein hinterwäldlerischer, politisch naiver, nicht gerade anti-autoritär erzogener* Bauernjunge prä-Yavin erklären konnte, dass er "das Imperium sogar hasst", musste sich schon ziemlich weit rumgesprochen haben, dass das Imperium nicht so toll oder auch nur leicht auszuhalten war...

*Die Frage ist, führt das eher zu Ablehnung oder Akzeptanz von hierarchisch-autoritären Strukturen? ;)


Wenn ich böse sein will, lese ich da ein Plädoyer für Stammesmonarchie und gegen moderne Demokratie heraus .

Ja, das geht natürlich auch. Generell ist im JC diskutiert worden, dass LotF absichtlich oder unabsichtlich einige bedenkliche Botschaften haben könnte, wenn da nicht noch ein Umschwung kommt. Wie z.B., dass gegen das "Establishment" zu handeln und Fragen zu stellen schlecht ist (weil dies u.a. zu Jacens Fall geführt hat). Es gab da eine sehr interessante Diskussion über den rebellischen "young man" und den bewahrenden "old man", wobei das nicht notwendigerweise etwas mit dem Alter zu tun haben muss.


Dass die Mandos so hinterwäldlerisch leben, dürfte vor allem an der geringen Bevölkerungsdichte des Planeten liegen sowie daran, dass die Vong damit Städteversenken gespielt hatten.

Ich habe aber schon den Eindruck, dass der Planet auch vor der Verwünstung durch die YV wesentlich naturnäher war als Coruscant. Nicht, dass das besonders schwer ist. :p Ich denke da z.B. an diesen überaus fruchtbaren "Friedhof", der ja schon seit Jahrhunderten zu existieren scheint.


Ansonsten 100% ACK zu Deiner Ausführung über die nervenden Mandos. Ich habe nichts dagegen, dass bestimmte Autoren auf ihren eigenen Spielwiesen ihren Spaß mit ihnen haben, aber so wie sie im Moment dem gesamten SW-Universum aufgedrückt werden, hört bei mir der Spaß auf. Das ist auch nicht mit den Jedi bzw. Machtnutzern vergleichbar, von denen vom allerersten Film an klar war, dass sie ein zentrales, wenn nicht das zentrale Element von SW sind. Mandos dagegen sind erst nachträglich erfunden und immer wichtiger gemacht worden.

Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, wie jemand, der SW mag, sagen kann, dass ihm die Jedi auf die Nerven gehen, denn die sind einfach essentieller Teil des "Paketes SW". Klar, es gibt auch mal Geschichten ganz ohne, aber sie sind das, was SW von anderen Sci-Fi/Fantasy-Universen abhebt. Verstehen kann ich, wenn jemand sagt, dass er sich die Jedi nicht so vorstellt, wie sie irgendwo geschrieben werden (das tue ich selbst ja oft genug).

Wenn SW-Fans anfangen, Jedi für blöd und die Mandos für die ultimative Coolness zu halten, ist offenbar etwas schiefgelaufen, und zwar auf Planungs- und Autorenebene. Aber ist ja auch kein Wunder angesichts der Lage und Entwicklung in der realen Welt, dass die idealistischen, aber konfliktbeladenen Friedensstifter als uncool angesehen werden und die Pragmatiker, die unreflektiert überall draufhauen, wenn ihnen ein Gesicht nicht passt oder jemand genug dafür bezahlt, als die großen Helden. Inzwischen ist ja sogar zu befürchten, dass die einzige Rettung der Jedi ihre "Mandofizierung" ist (und damit meine ich nicht den idyllischen Planeten oder "one big happy family"...).


Was in 'Open Seasons' ausgerottet wurde, war auf einmal nur eine Gruppe, und andere Mandos hatten natürlich überlebt.

Warum soll's denen auch anders gehen als den OR-Jedi? :p

Micah
 
Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, wie jemand, der SW mag, sagen kann, dass ihm die Jedi auf die Nerven gehen, denn die sind einfach essentieller Teil des "Paketes SW".

Für mich persönlich ist das Thema Jedi gestorben... die Stories werden immer langweiliger und vorhersagbar... wobei in Krieg der Sterne sowieso der Konflikt zwischen den Rebellen und dem Imperium die Hauptrolle spielt und nicht die "vernichteten" Jedi, welche sowieso nur Spielzeuge von Palpatine und somit Mittel zum Zweck waren.

Wenn SW-Fans anfangen, Jedi für blöd und die Mandos für die ultimative Coolness zu halten, ist offenbar etwas schiefgelaufen, und zwar auf Planungs- und Autorenebene.

Ach so siehts aus, jemand schwimmt nicht mit dem Strom und "glorifizert" eine bestimmte Gruppe sondern wendet sich einer halbwegs realistischen Alternative zu und schon werden ER und ALLE anderen Zugehörigen in eine Schublade mit der Aufschrift "Ketzer" gesteckt .... exzellentes Gedankengut (sark.)

Kommentare mit negativer Wertung irgendwelche Romafiguren betreffend....
soll mir egal sein,
aber auch nur in einem Hauch vorzuschreiben was bzw. wie ein Mensch zu denken hat.... sowas gehört für 5 jahre hinter Gitter, und nicht irgendein "Raubkopierer". >>Denkanstoß<<

Ich entschuldige mich für's Off-Topic :(
 
Ich schätze Lumiya eigentlich insgesamt so ein, dass sie sich so heftigen Gefühlen schon lange nicht mehr hingibt. Der Abschuss durch Luke ist wie lange her? Lange genug jedenfalls, dass Wut und Hass in ein eiskaltes Kalkulieren umschlagen konnten. Die Rache, über Jahrzehnte geplant und vorbereitet, wäre dann nur noch ein gefühlloses Umsetzen des Hasses, der irgendwann mal getobt hat. Und am Ende fehlt sogar das Gefühl des Triumphes.
Ok. Dann ist sie immerhin konsequent, eine Handlung durchzuziehen, obwohl ihr inzwischen die Motivation dafür fehlt ;).

Aber es ist ja nicht so, dass ich unbedingt will, dass Lumiya aus Rache an Luke gehandelt hat. Von mir aus kann sie andere Gründe gehabt haben. Mich stört nur, dass sich hinter ihren Aktionen offenbar nicht mehr an Geheimnis verbirgt, als dass sie Jacen auf den Weg zum Sith und zum Herrscher der Galaxis bringen wollte.
Irgendwann hat Sue Rostoni mal gesagt, dass da noch was kommt mit Vergere. Ist aber schon länger her, insofern hat sich das vielleicht geändert, oder ist schon passiert. Entweder in 'Exile' oder in 'Sacrifice' vermeint Jacen, sie kurz zu hören.

Ich gehe davon aus, dass das gemeint ist. Und in Sacrifice, Seite 360 ganz unten, heißt es sogar wortwörtlich: "She'd fooled him one last time, manipulated him one last time, thwarted him one last time, and it broke something deep, deep inside him."

Natürlich kann es sein, dass Denning daraus nichts weiter macht, aber mir macht diese Stelle erstmal Angst.
Naja. Ich halte das für rhetorische Bravade von Traviss' Seite und würde dem weiter keine Bedeutung beimessen.

Aber vielleicht lag der vorher fehlende Zulauf der Rebellion nicht daran, dass die Leute sich bequem eingerichtet hatten, sondern daran, dass sie Angst davor hatten, dass es noch schlimmer wird, wenn sie sich auflehnen. Erst als die Rebellion mit ihrem Triumph bei Yavin ein gewisser Machtfaktor geworden war, trauten die Sympathisanten sich aus ihren Löchern.
Ich schlage einen Kompromiss vor: Sie haben sich nicht getraut, aufzubegehren, a) aus Angst vor Repressalien und b) weil es ihnen nicht schlecht genug ging, um das Risiko auf sich zu nehmen. Nach Yavin wurde das Risiko kleiner und (nicht zu unterschätzen) die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Allianz gewinnen würde.

Wenn sogar ein hinterwäldlerischer, politisch naiver, nicht gerade anti-autoritär erzogener* Bauernjunge prä-Yavin erklären konnte, dass er "das Imperium sogar hasst", musste sich schon ziemlich weit rumgesprochen haben, dass das Imperium nicht so toll oder auch nur leicht auszuhalten war...
Naja, dafür, dass er das Imperium so hasst, hat's der Bauernjunge aber sehr eilig, auf die Imperiale Akademie zu kommen ;). Das soll es in der Jugend öfters geben, dass gegen Autoritätsinstanzen gewettert wird ("Bush ist ein Schimpanse!"), man sich zum Umsturz dann aber doch nicht aufraffen kann.
Davon abgesehen haben Lukes Zieheltern eine besondere Sicht aufs Imperium. Wenn Ben ihnen nicht gesteckt hat, was aus Owens Stiefbruder geworden ist, müssen sie davon ausgehen, dass Anakin dem Imperium zum Opfer gefallen ist, wie die meisten Jedi.

Ich habe aber schon den Eindruck, dass der Planet auch vor der Verwünstung durch die YV wesentlich naturnäher war als Coruscant. Nicht, dass das besonders schwer ist. :p Ich denke da z.B. an diesen überaus fruchtbaren "Friedhof", der ja schon seit Jahrhunderten zu existieren scheint.
Ein total gruseliger Ort. Macht mir die Mandos nicht sympathischer ;).
Du hast sicher recht, dass Mandalore auch vor den Vong nicht Coruscant geähnelt hat. Aber wie ich schrieb, da leben halt auch nicht so viele Menschen wie auf Coruscant. Die meisten sind eh all-seits unterwegs. Mit dem Vong-Angriff bezog ich mich eher auf den primitiven Lebensstil. Der war da vermutlich auch früher schon, die Mandos sind ja auch politisch nicht sehr vom Höhlenmenschen entfernt, aber durch die Zerstörung und die damit einhergehende Armut wird sich das nochmal verschärft haben.

BobaFett schrieb:
Ach so siehts aus, jemand schwimmt nicht mit dem Strom und "glorifizert" eine bestimmte Gruppe sondern wendet sich einer halbwegs realistischen Alternative zu und schon werden ER und ALLE anderen Zugehörigen in eine Schublade mit der Aufschrift "Ketzer" gesteckt .... exzellentes Gedankengut (sark.)

Kommentare mit negativer Wertung irgendwelche Romafiguren betreffend....
soll mir egal sein,
aber auch nur in einem Hauch vorzuschreiben was bzw. wie ein Mensch zu denken hat.... sowas gehört für 5 jahre hinter Gitter, und nicht irgendein "Raubkopierer". >>Denkanstoß<<
Ich denke nicht, dass micah dir oder sonstwem vorschreiben wollte, was sie gut zu finden haben. Jeder darf seine Präferenz haben. Ihre Präferenz sieht die Jedi als wesentlichen Bestandteil des Kriegs der Sterne, deshalb findet sie andere Ansichten absonderlich und führt sie auf äußere Umstände zurück. Das ist ihre Meinung. Das heißt nicht, dass du oder sonst ein Mandoliebhaber, arme Irre seid. Das hat sie nämlich nicht gesagt. Insofern finde ich es etwas unpassend, wenn du hier so angegriffen reagierst.
 
Das finde ich auch ärgerlich, aber ein Rätsel ist es mir trotzdem nicht. Welcher "normale" SW-Fan interessiert sich schon für die politischen Strukturen?

Gegenfrage: Welcher "normale" SW-Fan interessiert sich schon für diese ganzen Risszeichnungen? :verwirrt: Ich würde mal sagen, dass sich diese beiden Gruppen durchaus die Waage halten, also: Was spricht gegen ein politisches Struktur-ABC? ;)


Wenn SW-Fans anfangen, Jedi für blöd und die Mandos für die ultimative Coolness zu halten, ist offenbar etwas schiefgelaufen, und zwar auf Planungs- und Autorenebene. Aber ist ja auch kein Wunder angesichts der Lage und Entwicklung in der realen Welt, dass die idealistischen, aber konfliktbeladenen Friedensstifter als uncool angesehen werden und die Pragmatiker, die unreflektiert überall draufhauen, wenn ihnen ein Gesicht nicht passt oder jemand genug dafür bezahlt, als die großen Helden. Inzwischen ist ja sogar zu befürchten, dass die einzige Rettung der Jedi ihre "Mandofizierung" ist (und damit meine ich nicht den idyllischen Planeten oder "one big happy family"...)

Ich finde du hast Recht. Ich meine, wenn man von Ben absieht, so hat man doch in der bisherigen Reihe noch nicht so wahnsinnig viel über die Jedi erfahren. Der Hauptprotagonist ist ja nur noch vom offiziellen Titel her ein Jedi (Jacen/Caedus). Die Mandos dagegen haben mit ihrem seitenfressenden Aushängeschild dagegen schon wesentlich mehr Beachtung erhalten. Sind die Jedi wirklich schon so ausgelutscht?

Inwiefern soll die "Mandofizierung" die Jedi retten? Ich meine, müssen Jedi cool sein?

Für mich persönlich ist das Thema Jedi gestorben... die Stories werden immer langweiliger und vorhersagbar... wobei in Krieg der Sterne sowieso der Konflikt zwischen den Rebellen und dem Imperium die Hauptrolle spielt und nicht die "vernichteten" Jedi, welche sowieso nur Spielzeuge von Palpatine und somit Mittel zum Zweck waren.

Frage: Was an den Mandalorianischen Geschichten ist nicht vorhersehbar?

Zu der Hauptrolle bei Krieg der Sterne: Schon mal Episode 6 angeschaut und da das Finale betrachtet? Da geht es nur um Jedi vs. Sith, der Rest ist im Grunde nicht viel mehr als Hintergrundgeplänkel. Zudem lässt sich deine These nur schwer auf die PT (die ich hier zu Krieg der Sterne hinzuzählen würde :rolleyes:) übertragen, imho.

Ach so siehts aus, jemand schwimmt nicht mit dem Strom und "glorifizert" eine bestimmte Gruppe sondern wendet sich einer halbwegs realistischen Alternative zu und schon werden ER und ALLE anderen Zugehörigen in eine Schublade mit der Aufschrift "Ketzer" gesteckt .... exzellentes Gedankengut

Halbwegs realistisch... mhhh warum kräuseln sich da bei mir die Fußnägel? :(
Grundsätzliches: Ich meine jemand der Realismus liebt, der sollte die Finger von Fantasy lassen.

Realismus: Die Jedi gab es im Grunde auf der Erde schon, wenn man die Samurai betrachtet und die ganzen anderen Mönchsorden von denen sie inspiriert worden sind, genauso wie auf Ehre fixierte Kriegerorden (Mandos). Gut die Macht gibt es bei uns (vermutlich :braue ) nicht, aber wie gesagt: das ist Fantasy.

Zudem frage ich mich gerade, was der Auslöser für so eine scharfe Antwort deinerseits auf Micahs Beitrag seien könnte. :verwirrt:
 
Vielen Dank, Wraith und Mastermind, dass ihr mir so zur Seite springt! :D


Wraith Five schrieb:
Das heißt nicht, dass du oder sonst ein Mandoliebhaber, arme Irre seid. Das hat sie nämlich nicht gesagt.

Exakt. Ich habe kein Problem damit, wenn jemand Mandos mag. Die Welt wäre öde, wenn wir alle denselben Geschmack hätten. Aber wenn jemand SW ansieht oder liest, und dann meckert, dass da Jedi statt Mandos vorkommen, passt irgendwas nicht, denn bei SW ist eben mit Jedi zu rechnen.


BobaFett schrieb:
Für mich persönlich ist das Thema Jedi gestorben... die Stories werden immer langweiliger und vorhersagbar...

Und genau das habe ich gemeint damit, dass etwas gewaltig schiefläuft. Die Jedi als ein sehr wichtiges Element von SW müssen spannend gehalten werden. Egal, ob sie nun als liebenswert, verehrenswert oder hassenswert rüberkommen ? Hauptsache, interessant!

Von mir aus dürfen gerne andere interessante Gruppen dazukommen. Das war ja auch immer so, neben Jedi gab es Sith, Imperiale, Schmuggler, Piloten, Kopfjäger, was-weiß-ich. Manche dieser Gruppen interessieren mich sehr, andere nicht so - okay, dann lasse ich Bücher, in denen für mich uninteressante Gruppen die Hauptrolle spielen, eben weg oder lese sie nur der Vollständigkeit halber (und werde vielleicht positiv überrascht). Aber die Mandos haben das EU in letzter Zeit aus dem Nichts heraus dermaßen überschwemmt und sind so wichtig geworden, dass gegenüber den "Ur-SW-Gruppen" das Gleichgewicht durcheinandergeraten ist. *crazy bugslut grin*

Wahrscheinlich käme ich mit den Mandos aber trotz allem viel besser klar, wenn Traviss sie nicht so unterträglich glorifizieren würde. Das ist es, was mich am meisten stört: Sie sind die Tollsten und Besten, ihnen gelingt alles, sie durchschauen (als einzige) alles, sie machen (als einzige) keine Fehler, sie halten (als einzige) zusammen, sie sind die armen Missverstandenen usw. Das "Konzept Mandos" gefällt mir ganz gut und es könnte eine echte Bereicherung für das SW-Universum sein. Aber sie müssten mit mehr Abstand geschrieben werden als Traviss das kann oder will (oder beides). Und es war IMHO ein Fehler, sie zum Kern und Herz der Klontruppen zu machen.

Apropos, die Jedi wurden selten, wenn überhaupt, so glorifiziert. Auch wenn sie am Schluss der Geschichten meistens gewonnen haben, es gab auf dem Weg dahin immer Konflikte, Zweifel, Fehler, Gefallene usw. Und das will ich auch gar nicht anders haben, denn es ist interessant. :)


Wraith Five schrieb:
Ok. Dann ist sie immerhin konsequent, eine Handlung durchzuziehen, obwohl ihr inzwischen die Motivation dafür fehlt .

Fehlende Motivation muss das nicht unbedingt bedeuten. Aber die Motivation ist eben nicht mehr dieser wütende Hass der Anfangsphase, sondern... ach, keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll. :o


Irgendwann hat Sue Rostoni mal gesagt, dass da noch was kommt mit Vergere. Ist aber schon länger her, insofern hat sich das vielleicht geändert, oder ist schon passiert. Entweder in 'Exile' oder in 'Sacrifice' vermeint Jacen, sie kurz zu hören.

Na, dann warten wir es mal ab. Leider fällt mir dazu nur ein, dass das bedeutet, dass Lumiya und Vergere wirklich am gleichen Strang gezogen haben. :(


Ich schlage einen Kompromiss vor: Sie haben sich nicht getraut, aufzubegehren, a) aus Angst vor Repressalien und b) weil es ihnen nicht schlecht genug ging, um das Risiko auf sich zu nehmen. Nach Yavin wurde das Risiko kleiner und (nicht zu unterschätzen) die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Allianz gewinnen würde.

Okay.


Naja, dafür, dass er das Imperium so hasst, hat's der Bauernjunge aber sehr eilig, auf die Imperiale Akademie zu kommen . Das soll es in der Jugend öfters geben, dass gegen Autoritätsinstanzen gewettert wird ("Bush ist ein Schimpanse!"), man sich zum Umsturz dann aber doch nicht aufraffen kann.
Davon abgesehen haben Lukes Zieheltern eine besondere Sicht aufs Imperium. Wenn Ben ihnen nicht gesteckt hat, was aus Owens Stiefbruder geworden ist, müssen sie davon ausgehen, dass Anakin dem Imperium zum Opfer gefallen ist, wie die meisten Jedi.

2 Punkte für Dich. Da habe ich wohl zu kurz gedacht.


Ein total gruseliger Ort. Macht mir die Mandos nicht sympathischer .

Echt? Ich fand das schön, das war eine der wenigen Stellen im Zusammenhang mit den Mandos, die mir richtig gefallen haben. Zusammen mit Bobas Religionskritik. :D


Der war da vermutlich auch früher schon, die Mandos sind ja auch politisch nicht sehr vom Höhlenmenschen entfernt

*lol*


Mastermind schrieb:
Gegenfrage: Welcher "normale" SW-Fan interessiert sich schon für diese ganzen Risszeichnungen? Ich würde mal sagen, dass sich diese beiden Gruppen durchaus die Waage halten, also: Was spricht gegen ein politisches Struktur-ABC?

Meinst Du wirklich? Mein Eindruck ist, dass es eine ganze Menge Technik-Freaks gibt. Ich denke, diese Risszeichnungen würden auch nicht produziert, wenn es keinen Markt dafür gäbe.

Aus meiner Sicht spricht natürlich nichts gegen ein SW-Politik-ABC, aber offenbar ist das nichts, wovon sich die SW-Mächtigen irgendetwas versprechen.


Inwiefern soll die "Mandofizierung" die Jedi retten? Ich meine, müssen Jedi cool sein?

Vielleicht nicht für Dich, vielleicht nicht für mich, aber vielleicht für viele andere SW-Fans? Schau doch nur mal, wie viele unkritisch bejubeln, wie Luke Lumiya getötet hat. "Endlich hat Skywalker es mal wieder allen gezeigt." Ich kann da nicht triumphieren, dafür fühle ich mich viel zu unwohl damit...

Micah
 
Ich entschuldige mich micah, mein letzter Beitrag war nun wirklich kindisch... :(

Frage: Was an den Mandalorianischen Geschichten ist nicht vorhersehbar?

Fast alles, da es bis jetzt nur um grob umrissene Fakten ging die von anderen Autoren festgelegt wurden... und wenn ich mal hochrechne kenne ich vielleicht ein Dutzend Romane und Comics in denen Mando'a eine Rolle spielen, wovon drei auf die Klone entfallen. Es wird Zeit für richtige Geschichten.

Halbwegs realistisch... mhhh warum kräuseln sich da bei mir die Fußnägel?
Grundsätzliches: Ich meine jemand der Realismus liebt, der sollte die Finger von Fantasy lassen.

Hauptsächlich ging es mir um die Tatsache, dass die Jedi aus fast jeder Situation als Sieger hervorgingen und Verluste wie z.B. Anakin waren nur Spannungsspitzen...
Ein Dutzend kleiner, machtsensitiver Kinder hat eine ganze Vong-Streitmacht restlos vernichtet (Allein auf dem Weltenschiff wo Anakin starb kommt man durch einfache Addition zur Truppenstärke einer kleinen Kampf-Brigade.... das sind über 1500 Mann) --- und man bedenke, während der Klonkriege haben "vollwertige" Jedi-Meister nicht mal gegen ein paar überraschend angreifende Klone bestanden... während die Kinder ihre Feinde nicht mal spüren konnten.

Kurzgesagt...die Jedi werden total überbelichtet und herausgeputzt...
 
Bald müsste ich auch wieder genügend Zeit haben, um hier wieder halbwegs richtig mitzudiskutieren.
Wobei ich mich in letzter Zeit eher zum Mitleser entwickelt habe. Aber wahrscheinlich fehlt nur ein bisschen Einarbeit, bis ich wieder drinn bin.

Auf eine Sache will ich jetzt schon kurz eingehen:
micah schrieb:
Wenn SW-Fans anfangen, Jedi für blöd und die Mandos für die ultimative Coolness zu halten, ist offenbar etwas schiefgelaufen, und zwar auf Planungs- und Autorenebene.
Ich weiß, dass du das nicht so meinst, aber diese Aussage hat für mich ein bisschen etwas von dem "NJO ist kein richtiges SW mehr"- oder "EU-Fans sind keine wirklichen SW-Fans, da es nicht so ist wie GL es sich vorgestellt hat"-Kram.
Das soll jetzt kein Vorwurf sein, und meine Beispiele sind auch wesentlich extremer, jedoch kann ich BobaFetts Reaktion durchaus verstehen, der, so vermute ich mal, deine Ansichten noch nicht so genau kennt.
Ich finde jedenfalls, dass alles bei SW sein Existenzrecht hat, auch in größeren Maßen. Nur kommt es auch drauf an, wie es eingesetzt wird. Und genau da sehe ich das große Problem bei Traviss, dass sie in diesem Punkt nicht zu differenzieren weiß. Andere Schriftsteller haben dieses Problem sicher auch, nur habe ich es noch nie so extrem erlebt.
Deshalb halte ich es auch für sinnvoller, wenn Traviss bei ihren RC-Büchern bleiben würde, die ja durchaus gelungen sind.
Nur noch mal, damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich sehe deine Aussage, also Micahs, nicht so wie ich es hier aufgeschrieben habe. Nur habe ich halt diese Parallele gesehen, die möglicherweise etwas an den Haaren herbei gezogen ist.

Da hätte ich auch noch eine Frage an BobaFett und hoffe, dass sie noch nicht beantwortet ist und ich die Antwort nicht einfach übersehen habe: Hast du Sacrifice schon gelesen? Denn wenn die Antwort "nein" ist, dann verstehst du unsere Ansichten vielleicht nach dem Lesen besser. Ich z.B. konnte vor dem Buch sowohl mit Boba als auch mit den Mandos durchaus etwas anfangen. Nur war beides IMHO in Sacrifice so unpassend und aufdringlich, dass mir die komplette Lust auf Weiteres von beidem gehörig vergangen ist.
 
Nachdem das nun halbwegs geklärt ist, post ich mal. Auf die Mandos wird nochmal eingeschlagen, fürchte ich (wenn sich ein bisschen was wiederholt, liegt das daran, dass der Teil schon ein paar Tage fertig ist). Später am Abend oder am Wochenende werde ich dann die längeren Abschnitte, die ich bisher ignoriert hatte, aufholen.



Reviewin' time! Von den ersten... zähl... sechs Absätzen enthält nur der vierte kleinere Spoiler für 'Sacrifice', die anderen sind eine Generalabrechnung ohne inhaltlichen Bezug auf den Roman. Der Spoilerbeginn ist dann auch noch mal fett gekennzeichnet.


Nun gut, dann will ich mal. Mein "großes Experiment" ist kein großes Geheimnis. Ich wollte mir eine Weile keine Gedanken über 'Sacrifice' als Gesamtwerk machen, weil ich sehen wollte, was übrig bleibt (inhalts- wie meinungstechnisch). Zugrunde liegt eine "Erleuchtung", die mich vor einigen Wochen erreichte. Es hat mich schon als ich 'Triple Zero' gelesen habe gewundert, dass ich mich an Handlung und Charaktere des Vorgängerbandes 'Hard Contact' nicht so recht erinnern konnte. Ich fand dann sehr schnell wieder den Einstieg in die Republic-Commando-Welt, deshalb hat mich das nicht weiter gestört und ich auch diesem Buch eine hohe Wertung gegeben. Das ist jetzt etwas über ein Jahr her, und ich könnte wieder nichts genaues über die Bücher wiedergeben, ohne nachzusehen. Jeweils ein kurzer Satz über die ungefähre Handlung wäre drin. Von 'Hard Contact' sind mir eine Rasse von Gestaltwandlern hängengeblieben, eine wenig begabte Jedi und ein Ex-Mando; von 'Triple Zero' immerhin die verrückten Superklone (als "verrückte Superklone"; Namen, individuelle Eigenschaften? nö), die beiden mandogeilen Jedi und die beiden unterschiedlichen Klonausbilder. Von denen habe ich nur den Namen Kal Skirata behalten, wohl auch, weil der einem im Netz am häufigsten begegnet (und in 'Sacrifice' ja auch aufgetaucht ist). Explizit nichts kann ich zu den eigentlichen Hauptcharakteren sagen, den normalen Klonen. Ich weiß, es sind vier bzw. acht Stück, einer macht mit ner Jedi rum und ein anderer mit einer Twi'lek, und die haben auch alle ein Spezialgebiet, aber ansonsten habe ich kein Bild vor Augen.
Naja, das habe ich sowieso nie. Ich habe? Visualisierungsstörungen. Wenn davon gesprochen wird, dass jemand sich etwas vorstellt, dann ist das für die meisten Menschen praktisch nachvollziehbar, "Kino im Kopf" und was es da nicht für Ausdrücke gibt. Für mich ist das eine Metapher. Ich ziehe aus Literatur keine Bilder, sondern lese abstrakt. Ich kann ohne visuelle Vorgaben (Bilder, Film) nicht aus der Erinnerung heraus sagen, wie eine Figur genau aussieht, bzw. nur insoweit, wie das für die Handlung auch wichtig ist. Wenn das in einem Roman nur ein-, zweimal gesagt wird und keine größere Bedeutung zu haben scheint, vergesse ich Dinge wie Haarfarbe, Augenfarbe, Frisur und Statur sofort wieder. Das ist alles nicht wichtig, weil ich ohnehin kein Bild vor Augen habe, bzw. nur ein sehr schwammiges und ungenaues. Wenn man so will, fertige ich beim Lesen für jede Figur eine Datensammlung an, und je wichtiger eine Eigenschaft oder eine Handlung, desto mehr präge ich sie mir ein. Viele kleine Datensammlungen laufen zum fact sheet des ganzen Romans zusammen. Der alte Grundsatz, dass man in Bildern besser lernt gilt auch für mich, deshalb habe ich allgemein ein funktionierendes aber leicht eingeschränktes Erinnerungsvermögen. Deshalb reagiere ich relativ sensibel auf etwas so schwer fass- und beschreibbares wie "Schreibstil": es ist vom Schreibstil abhängig, wie genau und wie einprägsam am Ende meine Datensammlungen sind (das hat nichts mit detailreicher Beschreibung zu tun, sondern damit, wie ein Autor Wörter aneinander fügt). Ob Schreibstile für visualisierungsbefähigte Menschen nennenswerten Einfluss auf die Bilderkreation haben, kann ich logischerweise nicht aus eigener Erfahrung sagen. Quasi als Ersatz höre ich dafür. Keine echten Stimmen, aber wenn ich einen Dialog lese, "höre" ich die Herausforderung des einen Beteiligten anders als die Antwort des anderen. (Das ist hier im Forum übrigens auch so.) Die "Stimmen" von Charakteren sind ein wichtiger Bestandteil meiner Datensammlungen. Weil mir die Bilder fehlen, um das zu kompensieren, fällt mir sofort auf, wenn mit den Stimmen (die ja auch vom Schreibstil abhängig sind) etwas nicht stimmt.

Was das nun mit Traviss zu tun hat? Dass die Klone alle mehr oder weniger gleich aussehen, ist irrelevant. Daran liegt es nicht, dass ich sie nicht als Charaktere beschreiben kann. Kal Skirata und sein Ausbilderkollege (ich sehe den Namen jetzt absichtlich nicht nach) sehen für mich auch gleich aus, aber ich kann sie besser beschreiben, weil mein Gedächtnis ihre Hintergrundgeschichte mit ihren Charakterzügen verknüpft hat. Hintergrundgeschichten und Charakterzüge der Klone sind zwar auch unterschiedlich, aber doch so nah beieinander, dass ich sie nicht auf Dauer auseinanderhalten kann. Und jetzt komme ich zu( eine)m Punkt, woran das meiner Meinung nach liegt, was auch für 'Sacrifice' Bedeutung hat: Karen Traviss schreibt immer gleich. Egal aus welcher Perspektive sie die Handlung gerade schildert (und das wechselt in 'Sacrifice' recht schnell, manchmal mitten im Satz) oder wem sie Dialoge in den Mund legt: der Schreibstil ist fast immer identisch. Es gibt natürlich unter den Charakteren sowohl Wissens- als auch Motivationsunterschiede, das stellt Traviss schon richtig dar, aber sie findet für die Charaktere nur sehr selten eine eigene Stimme.
Szenen, die das schön deutlich machen, sind die im Jedi-Rat. Wenn nicht dort stehen würde, dass hier mal Corran spricht und da Kyle Katarn und dann Kyp Durron, wüsste man's nicht. Die Dialoge sind absolut austauschbar, hätten von irgendwem gesagt werden können. Corran und Kyle und Kyp sagen's halt, damit nicht nur eine Person redet und die Fans sich freuen, dass ihre Lieblingsfigur schon wieder eine Sprechzeile hat. Nun mag man das nicht so eng sehen mit der Begründung, dass die Rolle des Jedi-Rats in diesem Roman ziemlich begrenzt und es nun wirklich nicht so wichtig ist, jeder einzelnen Figur eine eigene Stimme zu geben. Aja, schon. Aber es betrifft eben nicht nur Corran und Kyle und Kyp, sondern fast alle Charaktere (die einzige nennenswerte Ausnahme ist Ben, wie überhaupt Ben und seine Geschichte eine höchst erfreuliche Konstante dieser Reihe darstellt). Der Humor ? der von den Charakteren kommt, nicht unbedingt der, den der Leser empfindet ? ist stets derselbe. Ein bisschen trocken, ein bisschen zynisch, ein bisschen ironisch. Ob Lumiya Alema unterstellt, zu wenig zu denken (S. 39), Fett sich über mangelnde Toleranz beschwert (S. 57), ein Droide ironisch das Schicksal der Alten Republik kommentiert (S. 73) oder Leia ihre Situation (S. 104)... mal ganz davon abgesehen, dass diese Witzchen in der Regel nicht lustig sind, ist es immer die gleiche Art von Humor, immer der gleiche Ton, und stets die gleiche Stimme. Die gleichen Sätze könnte man an anderen Stellen des Romans anderen Charakteren in den Mund legen, ohne dass der Leser sich großartig gestört fühlen würde. Dabei ergeht es etablierten Charakteren nicht besser als Traviss' eigenen, etwas, was zum Eindruck Vieler (soweit ich das bisher mitbekommen habe) beitragen dürfte, dass die Mandofrau kein sonderlich gutes Gespür für die Figuren Anderer hat. Immerhin haben altbekannte Figuren den Vorteil, dass sie bereits eine große Vorgeschichte haben, und das, meine ich, ist der einzige Grund, warum mich für 'Bloodlines' keine so große Vergessenslawine getroffen hat (im Vergleich mit den Bänden von Allston und Denning aber sehr wohl; was hat Niathal in LotF2 angestellt, ich habe keine Ahnung, und wer von den Soldaten nun der Gute, wer der Böse und wer der Vaderbewunderer ist, ist mir auch erst wieder eingefallen, als sie in 'Sacrifice' erneut beschrieben wurden). Die Beispiele konnte ich übrigens nur nennen, weil ich sie mir notiert hatte und nachgeschlagen habe. Experiment erfolgreich?
Ich bin noch nicht fertig. Das mit den unterschiedlichen Stimmen kam mir erst später, als ich 'Sacrifice' vor mir hatte und mit meinen neuen Traviss-Zweifeln genauer auf meinen Leseprozess geachtet habe. Meine ursprüngliche Erleuchtung war eine andere: Traviss schreibt Fastfood. Man hört öfter, dass Film- und Serienabsprengsel, oder auch SFF allgemein, literarisches Fastfood sind, in dem Sinne, dass sie nur zur Unterhaltung da sind und keine ernsten Anliegen und tiefere Bedeutung haben. Das sehe ich nicht unbedingt so (übrigens auch im Bezug auf Traviss nicht; ich stehe dazu, dass ich irgendwann mal gesagt habe, ihre Vermenschlichung der Klone sei ein wichtiger Beitrag gewesen) und so meine ich das auch nicht. Stattdessen: Fastfood ist, wie der Name schon sagt, schnelles Essen: schnell zubereitet, schnell verzehrt, schnell verdaut. Man hat Hunger, man isst, man fühlt sich vorerst satt. 's schmeckt vielleicht gar nicht schlecht (wobei das auch mal ein Experiment wäre: ich war seit Jahren nicht im McDonalds oder ähnlichen Etablissements und frage mich, ob das Zeug wirklich nicht nach Pappe schmecken würde), aber es dauert nicht lange, bis sich das Hungergefühl wieder einstellt und man sich fragt, ob das Essen wirklich so schmackhaft war, wie man sich während der Nahrungsaufnahme eingebildet hatte.
Und das ist Traviss: A) Es ist bekannt, dass sie sehr fix ist im Romaneschreiben. Ich will das gar nicht verurteilen, genausowenig wie ich etwas gegen die Herstellungsmethode von Burgern habe (von Hygienebedenken jetzt mal abgesehen). Ich will auch nicht behaupten, dass das automatisch auf die Qualität ihrer Romane ausstrahlt; es passte nur zu gut zur Allegorie, um es nicht zu erwähnen. B) Sie liest sich angenehm. Ich sagte ja, dass "Schreibstil" ein komplexes Gebilde, ein schwieriger Begriff ist. Traviss' Stil ist in der Tat flüssig und gut lesbar (wenn ihr nicht hier und da unschöne Satzstellungen und Beziehungsfehler passieren würden; das lässt sich jetzt auf ihre Unerfahrenheit schieben, und auf die fixe "Zubereitung"). Dieser Umstand schließt die folgende Problematik nicht aus: C) So schnell die Romane gelesen sind, so schnell sind sie auch wieder vergessen. Jedenfalls ist das für mich in meiner speziellen Situation so, für andere mag das anders aussehen. Und wie beim Fastfood vergesse ich nicht nur den Inhalt, sondern frage mich nach einer Weile auch, "war das wirklich so gut?". Wenn ich mir meine Reviews zu den 'Republic Commando'-Büchern und auch 'Bloodlines' anschaue, finde ich meine momentane Ansicht der Bücher dort nicht wieder. Das Wohlgefühl ist vergangen. Das kommt zwar öfters vor, dass ich Bücher (oder auch Filme) im Rückblick anders bewerte, aber in dieser Häufigkeit und auf einen Autor konzentriert ist das ungewöhnlich.

Ok, jetzt müsste ich genug geschrieben haben, damit Leute, die ausversehen die ersten Zeilen einer automatischen E-Mail-Benachrichtigung sehen (das ist mir schon passiert!), mit einem großen Spoiler nicht konfrontiert werden ;). Dann will ich mal etwas sagen, das ich mir vorgenommen hatte zu sagen, falls eine bestimmte Person ins Gras beißt:
Ding-dong, die Hex' ist tot!
:D

...
 
...

Ab hier unmarkierte Spoiler! Heben Sie Ihre Hand, wenn sie für die Legalisierung von Abtreibung... ach nein, falsche Diskussion. Wer sich nix verderben lassen will, möge jetzt den Raum verlassen und nicht wiederkehren, bis seine Lese-Erfahrung komplettiert sei.




.




Das musste ja so kommen. Ich hatte mir bis zum Schluss gewünscht, dass noch irgendwas unvorhersehbares passiert. Ich habe ja meinen kleinen Wunschtraum, dass die Prophezeiung (wo hat Lumiya das Quastenknäuel eigentlich hergehabt?) eigentlich auf Ben gemünzt ist, noch nicht aufgegeben. Da hätte es fein gepasst, wenn er den Tod seiner Mutter verschuldet oder gar Jacen selbst getötet hätte! Wobei jetzt klar ist,
. Ich hatte lange noch Hoffnung, denn ich wusste nichts. Ich hatte den Online-Auszug ignoriert, den sw.com-VIP-Thread gemieden (wohlweißlich, wie ich festgestellt habe!), die Vorabinformationen zu Bänden 6 und 7 nicht gelesen (inklusive deren Cover), die DP übersprungen (die habe ich immer noch nicht gelesen). Das einzige, was ich wusste, weil es mir jemand erzählt hat, bevor ich sie stoppen konnte: dass Ben "die Wahrheit" über Jacen herausfinden würde. Aber das kam dann ja auch relativ schnell im Roman raus, insofern hat das nicht so geschadet.
Aber nein, LFL hat den einfachsten Pfad gewählt. Einfacher Pfad, schwieriger Pfad, Hölle, Dunkle Seite, da war doch was. Naja. Jetzt soll mir bloß keiner erzählen, dass das schon sehr mutig sei, Lukes Frau zu beseitigen. Das ist nicht mutig. Einen wichtigen Tod vorausgesetzt (und dass was passieren würde, war von Anfang an relativ klar, spätestens nachdem der Titel des Romans bekannt wurde; niemanden sterben zu lassen, wäre auch mutig gewesen oder zumindest unerwartet, aber wer ist schon ernsthaft davon ausgegangen?), ist Maras der einfachste. Was haben wir denn an wichtigen Charakteren in LotF neben Mara? Luke und Leia und Han. Jacen und Jaina. Ben. Bedingt Tenel Ka und Allana. Wedge. Lumiya. Dass es letztere erwischt hat, ist mehr ein Nebeneffekt, und ihr hätte (und hat) niemand Tränen nachgeweint. Wedge wäre nur dann in Betracht gekommen, wenn er in 'Sacrifice' vorgekommen wäre. Tenel Ka hatte einen Auftritt, war aber vorher im Grunde zu wenig aktiv. Mit Allana ein Kind zu töten, wäre sehr mutig gewesen und kurzzeitig kontrovers. Ben wäre mutig gewesen, aber
. Jaina ist zwar auf dem Cover ( :rolleyes: ), war aber auch zu wenig im Vordergrund bisher. Und da ist die Sache mit Anakin... Solo-Kind Nummer 3 ist tot, Nummer 2 ist böse, niemals hätten die Nummer 1 umgebracht; glaube ich auch weiterhin nicht. Jacen, na das wäre mal ein twist gewesen. Wenn ich die Ankündigungen von 'Inferno' gelesen hätte, hätte ich das ausschließen können, aber auch so war's unwahrscheinlich. Luke, Leia und Han sind Filmcharaktere, und ein ärgerlich großer Teil des Fandoms scheint etwas dagegen zu haben, sie aufzuspießen, zu vergiften, einen Kopf kürzer zu machen, vierzuteilen, in kleine Stückchen zu schneiden, lebendig zu begraben oder ihnen sonst welche Todesarten zuzumuten, die sich nur ein kranker Mensch ausdenken kann, der einen irrationalen Hass gegenüber unsterblichen Charakteren verspürt ;). Es bleibt Mara, die trotz allem doch nur eine Figur aus dem EU ist, und damit offenbar entbehrlicher als die Heiligen Drei.
Und ja, meine Überlegungen haben tatsächlich nichts damit zu tun, welche Auswirkungen der jeweilige Tod auf den Handlungsverlauf haben könnte. Ganz ehrlich? Ich bin der festen Überzeugung, dass der Auswahlprozess bei LFL mehr oder weniger genauso abgelaufen ist.

Vom einen kontroversen Aspekt tappe ich gleich mal zum nächsten: zu den Mandos. Da habe ich in meinem letzten Beitrag schon einiges an Munition verschossen, das wiederhole ich jetzt nicht noch mal, sondern gehe gleich auf 'Sacrifice' ein: Das Problem mit den Stimmen ist hier am stärksten. Ich habe keine Ahnung, wer von den normalen Mandos auf Mandalore nun wer ist. Ich habe mir die Namen nicht gemerkt und könnte auch ohne Namen zu nennen nicht genau sagen, was für unterschiedliche Berufe und Einstellungen die Personen hatten, die hin und wieder vorgekommen sind. Das liegt nicht unbedingt daran, dass mich die Mandos nicht interessieren; sie sind neu, sie sind von Traviss, sie sind nicht genügend individualisiert, und sie kommen ausschließlich in einem Handlungsstrang vor, der kaum Überschneidungen mit dem Rest des Romans hat. Das reicht, um mein Gedächtnis – von mir ungesteuert – sagen zu lassen: warum soll ich mir den Mist merken? Ich weiß noch ungefähr, was Mirta und Boba Fett so getrieben haben, weil sie diesen Handlungsstrang dominiert haben (außerdem ist Boba sowieso kein neuer Charakter und Mirta hat immerhin die Attribute "Enkelin vom Boba" und "hat Thrackan erschossen"), und erinnere mich grob an die dafür wichtigen "Klon mit weißen Handschuhen" und "alter Mann, der vermutlich ein alter Bekannter ist", aber das war's spontan schon. Zum Glück habe ich meinen Notizzettel, sonst könnte ich gar nicht weiterwettern ;)!
Das mach ich dann auch mal. Dass Mandos heutzutage schon durch ihre reine Präsenz nerven, habe ich dargelegt. Mit 'Sacrifice' legt Traviss einen drauf und lässt die Mandos einem durch ihre Exzellenz auf die Nerven gehen. micah hat ja, wenn ich mich nicht irre, schon in 'Bloodlines' einen übernatürlich perfekten Boba Fett gesehen. Ich nicht, auch in 'Sacrifice' nicht. Aber bei den Mandos sehe ich das, ist ja auch nicht sonderlich subtil. Demokratie? Neumodischer Schnickschnack, Diktatur ist viel besser! Wie, Diktatur ist böse? Guck auf die Mandos, funktioniert doch super! Haben einen Oberhäuptling, der aber nur Häuptling ist, weil irgendwie niemand eine bessere Idee hatte. Also doch irgendwie demokratisch. Siehste, die haben eine Mischform, alles wieder gut. Und die hören auch alle darauf, was er so sagt. Ist auch kein Problem, wenn der Diktator sagt, macht doch was ihr wollt, ich hab hier eigentlich gar keine Lust drauf. Auch wieder demokratisch. Der hat aber auch ein Glück, der Häuptling. Alle seine Stammesgenossen sind kräftige, kriegsbereite Männer und kräftige, gebärtüchtige und gegebenenfalls kriegsbereite Frauen, und selbst die nicht mehr so kräftigen Alten sind kriegsbereit und/oder können ihm sonstwie helfen. Zum Beispiel durch Wahrsagen. Es gibt so wenige Leute, die einen Gegenstand auslesen können, und ausgerechnet so einer hat sich nach Mandalore verirrt. Anderes Beispiel: Heilen. Da gehen dem Häuptling die Zellen kaputt. Sucht er die Galaxis nach einem Heilmittel ab, und was kommt raus? Der Heiler ist direkt vor seiner Haustür. Hier ein bisschen Blut weg, da 'ne Spritze rein, fertig! Das hätte der Häuptling aber wirklich selber wissen können, dass sein Stamm auf einem besonderen Fleckchen Erde sitzt. Wobei, die scheinen das ja selbst nicht gewusst zu haben. Jahrtausendelang sitzen die da auf ihrem Planeten rum, und ein paar Jahrzehnte lang außerdem so komische Imperiale, die bekannt dafür sind, besetzte Planeten nicht bis zum letzten Rohstoff auszubeuten. Und dann, ausgerechnet als es dem Stamm nicht so gut geht, was passiert? Sie finden eine supergroße supereinfachzuerreichende Superader von Supererz! what are the odds, wie man beim Stamm sagen würde, wenn man beim Stamm nicht so traditionstreu sein und eine antike Sprache sprechen würde. Der hat wirklich ein Glück, der Häuptling. Supermedizin, Superrohstoff, und seine kräftigen und stets kriegsbereiten Stammesgenossen scheinen außerdem Supertalent dafür zu haben, Kriegsgerät zu entwickeln, das selbst ohne Supererz schon super... super wäre. Supermandos, kann man da nur sagen.
Wen wundert es nochmal, dass die nerven? Und zwar so sehr, dass im Rückblick der gesamte Roman drunter leidet. Ich kann diese unverdient hochgepushten Kriegerspinner nicht ausblenden, so sehr mir auch andere Teile des Romans gefallen haben. Und es ist ja nicht so, dass man sie einfach so ignorieren kann (hab ich Garm empfohlen, scheint ihm auch gut getan zu haben, aber: ); auch wenn die Mandos strikt in ihren Abschnitten bleiben, quellen sie in die anderen Bereiche über. Jahrelang hat niemand ein Wort über die Mandalorianer verloren, solange er nicht mit Boba Fett konfrontiert war, und jetzt auf einmal kann jeder Zweite ein paar Wörter ihrer Sprache? Und alle haben sie irgendwie Angst vor den Primitivlingen. Und natürlich ist es gleich eine große Sache, wenn die Mandos ins Kriegsgeschehen eingreifen. Wenn Jacen seinen Arbeitsplatz verlässt, dann muss das mit den Mandos zu tun haben. Warum? Ich weiß schon warum, weil Traviss das so will und bestimmt hat, dass die Galaxis gefälligst Respekt vor ihren Lieblingen zu haben und gehabt zu haben hat. Die Geschichte wird zugunsten von Söldnern und Schlägern umgeschrieben.
Da soll ich mich nicht aufregen? (Dass Jacen Ailyn Vel, äh, geunfallt hat, fällt mir in diesem Zusammenhang auch negativ auf. Klar ist es denkbar, dass es auch vor der Mandomanie und bei einem anderen Autor Reaktionen à la "oh-oh, er hat Boba Fetts Tochter umgelegt, das wird ihm schlecht bekommen" gegeben hätte. Aber erstens wird mir das im Roman viel zu oft gesagt, und zweitens gerät die ganze Konstruktion in den Verdacht, ein krampfhafter Versuch zu sein, Boba Fett und damit andere Mandos einzubinden. Es hätte schließlich irgendwen treffen können, Ailyn Vels Verwandtschaft ist irrelevant für die Charakterentwicklung Jacens. Wenn Boba sich später tatsächlich Jacen stellen sollte und nicht haushoch verliert, werd ich richtig sauer, das kann ich euch sagen. Ich fand es schon hochgradig unrealistisch, dass Mara so lange ausgehalten hat, und das in einem verhältnismäßig konventionellen Kampf, für dessen Dauer Jacen künstlich dumm und unaufmerksam gemacht wurde. Klar ist er überheblich, dagegen habe ich nichts, aber er ist nicht blöd, oder sollte es nicht sein. War vielleicht eine Blödheitswelle, die da grad über die Galaxis geschwappt ist, denn Mara verhält sich im Vorfeld auch nicht so intelligent.)

Jetzt hab ich ihn schon genannt, will ich mal auf ihn eingehen. Jacen, Jacen. Ich... hätte mir vor meinem Experiment mehr Notizen machen sollen? Naja, mir wird bestimmt noch was einfallen, wenn ich auf micahs Rezension genauer eingehe. Dass Jacen meint, Luke würde sich an Allana rächen, falls er Ben töten würde, ist schon sehr paranoid und seltsam. Das traue ja nichtmal ich Luke zu ;). Neben Einzelszenen, wo ich aber nachschlagen müsste, was ich jetzt nicht will, habe ich mir nur noch notiert: Er denkt, er muss Ben töten. Warum? Weil ihm sonst niemand einfällt. Das ist... ein schwacher Grund. Direkt drunter steht auf dem Zettel: wenn er Ben umbringt, überschreitet er eine Linie, hinter die er nicht zurück kann. Keine Rückkehr, keine Gnade und keine Erlösung für den Mörder von Ben Skywalker, das war mein erster Gedanke. Und das hatte gar nichts mit den eher mangelhaften Gründen für den Mord zu tun. Oder damit, dass Ben ein halbes Kind ist. Oder mit Bens Herkunft. Ich habe das dann analysiert und bin zu dem Schluss gekommen: Meine Reaktion würde deshalb so ausfallen, weil ich Ben mag. Ich mochte auch Nelani, aber sie war ein akzeptables Opfer. Ben > Nelani. Wenn ich weiter oben geschrieben habe, dass Ben die einzige positive Konstante der Reihe ist, meine ich das durchaus so überschwänglich. Jacen? Dies ist Bens Reihe viel mehr als es seine ist. Das habe ich nicht erwartet, aber man merke, ich verzeichne es als positiv. Jeder Roman, der es brauchte (und, mal ehrlich, nötig hatten es alle bis auf das vergleichsweise göttliche 'Tempest'), wurde durch Ben aufgewertet. Wenn die Mandos nicht wären... Aber sie sind halt da. Und Nom Anor, der einzige, der die Mandos hätte neutralisieren können, ist unerklärlicherweise immer noch nicht aufgetaucht. Hörst du das, Traviss? Von mir aus schreib deine blöden Söldner in die Geschichte, aber nur, wenn du den Propheten zurückholst!

Neben den bösen, bösen Mandoszenen gab es also die wie immer ansprechenden Ben-Szenen (auch wenn ich etwas seltsam finde, dass keine Videokamera Lekauf gefilmt haben soll; ich würde sagen, vielleicht kommt da noch was, aber die Erfahrung lehrt mich, dass das bei solchen Details nicht der Fall ist). Die Jacen- und Lumiya-Szenen haben mich mehr oder weniger kalt gelassen, war ja jetzt nicht so viel los. Ach halt, doch, das gehört da mit dazu: die militärisch und politisch angehauchten Szenen und Entwicklungen haben mir natürlich gefallen. Was die Absetzung von Cal Omas angeht: Hallo, was hätte Jacen sonst machen sollen? Der wollte ihn umbringen lassen. Ist natürlich etwas blöd vom Staatschef, den beiden ehrgeizigen Triumvirn so eine Gelegenheit zu bieten, aber wenn das der Plot gebietet, muss man das Hirn halt mal für ein paar Minuten ausschalten. Alternative Erklärung Blödheitswelle. Gejjen weine ich keine Träne nach. Man hört daraufhin dies und jenes aus Corellia, nur ein Name ist verdächtig abwesend: Turr Phenir. Ist das wieder Traviss' tolle "ich les keine Bücher"-Recherchemethode? Oder sitzt der feindliche Militärchef die Krise aus und deshalb hört man nichts von ihm? Wär ja ein nobler Zug von ihm: Der Fisch führt eine Art Militärputsch aus, Phenir ist aufrechter Demokrat!
Luke, Han und Leia, da haben wir jetzt das "nicht viel los". Leia hatte nur zwei Szenen, glaube ich, und in einer davon fand ich sie out-of-character (die Sache mit dem Humor und, nö, mir geht's gut, bis auf dass mein Sohn mich verhaften will, du blöde Zicke). Luke durfte Däumchen drehen und erst zum Schluss einer Sith beim Selbstmord helfen ("suicide by Skywalker" ist nur dann lustig, wenn der Leser nicht vorher dran gedacht hat; ich hab vorher dran gedacht). Mara fand ich eigentlich ok beschrieben.

Und das war's dann eigentlich...
Nein!
Stop!
Ich kann doch nicht ein Review beenden, ohne vorher...
Genau!
Mara ist ein Idiot :D.

Aber wie. Was genau sollte das, ohne irgendwem Bescheid zu sagen alleine Jacen hinterherzujagen? Und ihn dann noch ganz ohne Beweise so plump zu konfrontieren und gleich auf ihn loszugehen, ohne ihn sich selbst entlarven zu lassen? Wenn das Kameras aufgenommen hätten, hätte Jacen nicht mal so tun brauchen, als hätten Lumiya oder Alema den Mord begangen. Das war nichtmal ein Mord. Das war Selbstverteidigung. Ich bin sicher, Jacen hätte Mara liebend gerne gemordet, wenn sie nur lieb gefragt hätte. Aber sie hat ihn angegriffen. Sie hat den Tod absolut verdient, und ich find's nur schade, dass Jacen doch so sehr an ihr zu knabbern hatte. Und dass Luke und Ben Jacen wohl sehr böse sein werden. Er hat ja schon so viel Mist gebaut, aber das war nun wirklich nicht seine Schuld.




.




FIN
 
Wraith Five schrieb:
Nun gut, dann will ich mal. Mein "großes Experiment" ist kein großes Geheimnis. Ich wollte mir eine Weile keine Gedanken über 'Sacrifice' als Gesamtwerk machen, weil...
...ich meine momentane Ansicht der Bücher dort nicht wieder. Das Wohlgefühl ist vergangen. Das kommt zwar öfters vor, dass ich Bücher (oder auch Filme) im Rückblick anders bewerte, aber in dieser Häufigkeit und auf einen Autor konzentriert ist das ungewöhnlich.
So, ich hoffe man kapiert, was ich mit dem Zitat(en) sagen will. Erst einmal will ich etwas anderes sagen: Tolles Review, Wraith. :)
Wie schon oft geschehen, hast du dort viele Punkt angesprochen, die mir so nicht aufgefallen sind, die jedoch, wenn bekannt, erheblichen Einfluss auf meine Sicht bezogen aufs Buch nehmen. So stark wie diesmal war es allerdings noch nie.
Besonders der erste Teil (deshalb die Zitate)... ich kann da nur ACK, ACK, ACK sagen, denn es spiegelt genau meine Empfindungen zu den Traviss-Büchern wieder. Nur, ich wusste nichts davon. D.h. ich wusste nicht woran es lag, dass meine Erinnerungen an ihre Bücher so gering waren (habe bisher immer die Schuld auf mein Gedächnis geschoben), dass im Nachhinein alle Charaktere so gleich wirkten, dass während des Lesens viel wirklich gelungen rüberkommt, einige Zeit später jedoch verblaßt, dass ... na jedenfalls der ganze andere Kram.
Auf jeden Fall danke für die "Erleuchtung", jetzt verstehe ich vieles besser. Solche Experiente ganz du gerne bei jedem Buch machen.

Noch mal zum Vergessen: Dieses Problem ist mir gleich am Anfang des Buches entgegengetreten.

"Wer ist diese Person? Sie heißt Mirta. Na und, soll mir das irgendetwas sagen? Wie, sie ist Bobas Tochter? Boba hat ein Tochter? Oh, sie ist gar nicht seine Tochter, sondern seine Großtochter. Dann muss er aber doch auch ein Kind haben. Hat er? Stimmt, da hat doch so ein Viech in Bloodlines sein unwesen getrieben, die irgendwie mit ihm verwand war. Was hat die noch mal gemacht? Richtig, sich dämlich angestellt und von Jacen töten lassen. Blabla, interessiert mich eigentlich gar nicht."

So in etwas ging es mir an mehreren Stellen. Weitere Beispiele:

- es gab Terroristenanschläge in Bloodlines, schön zu wissen
- Boba war dabei, als Thrackan umgebracht wurde. Wie das haben doch Han und Leia gemacht?
- Lekauf, noch so jemand, achja, die gab es ja auch noch

Ok, ich höre besser auf. Wirklich erinnern konnte ich mich nur noch gut an den Ganze Kram rundherum um Pellaeon und daran, dass Bens Part fantastisch war.

Ich frage mich gerade, ob ich überhaupt noch ein Review schreiben sollte, da dieses wohl nun stark von Wraiths zusätzlichen Gedankenanstößen geprägt wäre und ich hier ja schon viel wiedergebe. Werde aber wohl trotzdem noch die wichtigsten Sachen in einem niederlegen.


Dann komme ich mal näher auf Wraiths Text zu sprechen:

Szenen, die das schön deutlich machen, sind die im Jedi-Rat. Wenn nicht dort stehen würde, dass hier mal Corran spricht und da Kyle Katarn und dann Kyp Durron, wüsste man's nicht. Die Dialoge sind absolut austauschbar, hätten von irgendwem gesagt werden können. Corran und Kyle und Kyp sagen's halt, damit nicht nur eine Person redet und die Fans sich freuen, dass ihre Lieblingsfigur schon wieder eine Sprechzeile hat.
Da habe ich mir in Gedanken auch eine Notitz gemacht. Zwar ist der Individualitätsdiebstahl beim Jedi-Rat beileibe nichts Neues mehr, so extrem wie in Sacrifice war es aber selten bis nie.

... mal ganz davon abgesehen, dass diese Witzchen in der Regel nicht lustig sind...
Ja, leider entsprach der Humor auch nicht meinen Vorlieben. Oft habe ich mich auch gefragt, ob etwas nun wirklich lustig gemeint war und ich bin mir sicher, dass ich viel von dem "Humor" des Buches einfach übersehen habe. Selten habe ich ein so Humorfreies Buch gelesen. Damit habe ich allerdings keine Probleme, nur einige militärpatriotischhumorische (da Wort gibt es bestimmt nicht) Züge fand ich wirklich nicht toll. Vielleicht ist Allston nicht der einzige, dem man Verharmlosung vorwerfen sollte.

Und es ist ja nicht so, dass man sie einfach so ignorieren kann (hab ich Garm empfohlen, scheint ihm auch gut getan zu haben, aber: );
Sehr gut. ;) Und man kann immerhin während des Lesens versuchen sie zu ignorieren. Danach kann ruhig wieder ein bisschen von ihnen in den Erinnerungen in Erscheinung treten, das hilft beim Runtermachen der Mandos. ::braue

Mara ist ein Idiot:D.
Hättest du es nicht geschrieben, hätte ich es getan. Aber irgendwie konnte ich mir schon denken, dass das nicht nötig sein würde.
Ein Begründung für diese Behauptung - für die, dass Mara ein Idiot ist - werde ich dann demnächst abliefern, wobei Wraith das wesentliche schon gesagt hat.


Da hat Wraith mit seinem Review meinen ganzen schön "geregelten" Tages?ablauf durcheinander gebracht.
Wollte nur kurz vorbei gucken und bekomme da einen Text vorgesetzt, der es mir schwierig macht, keine Anwort meinerseits zu erwiedern.
Dabei wollte ich schon längst schlafen. ;)
Ich hoffe ihr verzeiht es mir, dass ich aus den eben genannten Gründen diesen Beitrag nicht noch mal durchgucke. Hoffentlich ist er schon lesbar.
 
Tut mir leid für die lange Verzögerung beim Antworten, bei mir war in letzter Zeit alles etwas :konfus: .


BobaFett schrieb:
Ich entschuldige mich micah, mein letzter Beitrag war nun wirklich kindisch...

Nix für ungut, Bob'ika. (<- Diese Koseform gefällt mir irgendwie. Außerdem könnte ich mich wegschmeißen, weil es klingt wie Bobbycar. :p )


Garm Pellaeon schrieb:
Ich finde jedenfalls, dass alles bei SW sein Existenzrecht hat, auch in größeren Maßen. Nur kommt es auch drauf an, wie es eingesetzt wird. Und genau da sehe ich das große Problem bei Traviss, dass sie in diesem Punkt nicht zu differenzieren weiß. Andere Schriftsteller haben dieses Problem sicher auch, nur habe ich es noch nie so extrem erlebt.
Deshalb halte ich es auch für sinnvoller, wenn Traviss bei ihren RC-Büchern bleiben würde, die ja durchaus gelungen sind.
Nur noch mal, damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich sehe deine Aussage, also Micahs, nicht so wie ich es hier aufgeschrieben habe. Nur habe ich halt diese Parallele gesehen, die möglicherweise etwas an den Haaren herbei gezogen ist.

Ja, ich kann Dir zustimmen, was die Haare betrifft. ;-) Im Prinzip sehe ich es ja genauso wie Du, dass alles sein Existenzrecht hat, auch Neuerfindungen, aber alles an seinem Platz bzw. da, wo es hinpasst. Ich habe mich ja z.B. auch darüber beklagt, dass die YV in den Post-NJO-Büchern mehr oder weniger komplett ignoriert werden. Trotzdem wäre es falsch, wenn es in den LotF-Bänden plötzlich einen YV-Strang gäbe, der nichts mit der Haupthandlung zu tun hat.

Übrigens sehe ich einen bedeutenden Unterschied bei Mandos und YV: Die YV wurden komplett neu etabliert. Sie kamen von außen neu in das EU, so wie sie in die GFFA einfielen. In der Zukunft spielende Bücher müssen (müssten!) ihre Existenz berücksichtigen, aber auf die Vergangenheit hat diese Neuerfindung keinen oder kaum Einfluss. Was da so im Moment an Retcons kommt, wie z.B. dass Genie Thrawn schon vor 70 Jahren von der Bedrohung gewusst hat, finde ich etwas bedenklich, aber es geht gerade noch. Weiter sollten sie es damit jedenfalls nicht treiben.

Die Mandos dagegen wurden in die bestehende Kontinuität hineingequetscht, wodurch etablierte SW-Geschichte komplett umgeschrieben oder umgedeutet wurde. Selbst der Geschichte der Mandos selbst wird ja offenbar durch die neuen "Enthüllungen" widersprochen, was weitere massive Retcons zur Folge hat.


So, jetzt aber zu Wraiths Review. Kurz vorausgeschickt: Ich habe selten so viel gelacht bei einer Buchrezension. Du hast so wunderbar drastisch formuliert. :D


Wraith Five schrieb:
Das ist alles nicht wichtig, weil ich ohnehin kein Bild vor Augen habe, bzw. nur ein sehr schwammiges und ungenaues. Wenn man so will, fertige ich beim Lesen für jede Figur eine Datensammlung an, und je wichtiger eine Eigenschaft oder eine Handlung, desto mehr präge ich sie mir ein.

Wraith, mir gruselt vor Dir! ;) Mir geht es haargenauso, ich kann mir Charaktere nicht bildlich vorstellen. Das sind für mich "Datenpakete" mit einer bestimmten Hintergrundgeschichte und bestimmten Eigenschaften, aber ein "Aussehen" haben sie nicht. Ich könnte sie nicht beschreiben oder gar zeichen (zeichnen kann ich sowieso nicht :rolleyes: ). Noch nicht mal die aus den Filmen wohlbekannten Gesichter laufen beim normalen Lesen erkennbar in meinem "Kopfkino" herum. Wenn ich will, kann ich mich konzentrieren und mir eine bestimmte Figur, von der ich von irgendwo eine optische Vorstellung übernommen habe, sei es Film, Buchcover, Fanart oder ein passender Schauspieler, in einer bestimmten Situation vorstellen, aber das ist extra Aufwand, den ich mir meistens spare.


Karen Traviss schreibt immer gleich. Egal aus welcher Perspektive sie die Handlung gerade schildert (und das wechselt in 'Sacrifice' recht schnell, manchmal mitten im Satz) oder wem sie Dialoge in den Mund legt: der Schreibstil ist fast immer identisch. Es gibt natürlich unter den Charakteren sowohl Wissens- als auch Motivationsunterschiede, das stellt Traviss schon richtig dar, aber sie findet für die Charaktere nur sehr selten eine eigene Stimme.

Das ist mir bisher nicht aufgefallen, aber da ist was dran. Und wenn sie dann einmal versucht, einem Charakter eine Persönlichkeit oder "Stimme" zu geben, wird die meist zu einseitig, übertrieben und klischeehaft (siehe z.B. Mara in Sacrifice: "Die Attentäterin").


C) So schnell die Romane gelesen sind, so schnell sind sie auch wieder vergessen. Jedenfalls ist das für mich in meiner speziellen Situation so, für andere mag das anders aussehen. Und wie beim Fastfood vergesse ich nicht nur den Inhalt, sondern frage mich nach einer Weile auch, "war das wirklich so gut?".

Das Problem mit dem Vergessen habe ich allerdings nicht, da ich (von den LotF-Büchern) unmittelbar beim Lesen den wesentlichen Inhalt und meine Gedanken dazu notiere. Das hilft irgendwie. ;-)


Dann will ich mal etwas sagen, das ich mir vorgenommen hatte zu sagen, falls eine bestimmte Person ins Gras beißt:
Ding-dong, die Hex' ist tot!

Ich sollte Dir ja eigentlich auf die Finger klopfen, aber ich musste so lachen, dass ich Dir nochmal verzeihe. ;)


Das musste ja so kommen. Ich hatte mir bis zum Schluss gewünscht, dass noch irgendwas unvorhersehbares passiert.

ACK, das ist etwas, das mir erst mit etwas Abstand klargeworden ist: Was ist denn nun dieses große, nie dagewesene, galaxis-erschütternde Ereignis, das für Sacrifice angekündigt wurde? Maras Tod? Da waren Chewie als erster Tod einer zentralen Figur und Anakin als "Kindertod"-Schocker wesentlich bedeutsamer. Dass Jacen sich zum Sith erklärt und die Herrschaft über die GA an sich gerissen hat? Nach seiner Entwicklung seit DN und dem ganzen Foreshadowing entlockte mir das nicht mehr als ein müdes Gähnen.

Kommt also noch etwas nach? Ich hoffe es jedenfalls, denn sonst kann LotF als Gesamtwerk die Erwartungen nicht erfüllen.


Ich habe ja meinen kleinen Wunschtraum, dass die Prophezeiung (wo hat Lumiya das Quastenknäuel eigentlich hergehabt?) eigentlich auf Ben gemünzt ist, noch nicht aufgegeben. Da hätte es fein gepasst, wenn er den Tod seiner Mutter verschuldet oder gar Jacen selbst getötet hätte!

Beinhaltet Dein Wunschtraum Ben auf dem Weg zum Sith oder zu... etwas anderem? :D


Jacen, na das wäre mal ein twist gewesen.

*lol* Allerdings!


Und ja, meine Überlegungen haben tatsächlich nichts damit zu tun, welche Auswirkungen der jeweilige Tod auf den Handlungsverlauf haben könnte. Ganz ehrlich? Ich bin der festen Überzeugung, dass der Auswahlprozess bei LFL mehr oder weniger genauso abgelaufen ist.

Da kann ich Dir nicht widersprechen.


Mirta hat immerhin die Attribute "Enkelin vom Boba" und "hat Thrackan erschossen")

Hat sie das? Das war mir jetzt komplett entfallen. Ich weiß nur noch, dass Boba und Han gemeinsam in seinem Büro aufschlugen und Han dann doch nicht schießen konnte und dann.... große Leere.


Sie finden eine supergroße supereinfachzuerreichende Superader von Supererz!
Stellvertretend für den gesamten Mando-Abschnitt: ACK & :stocklol:


Jahrelang hat niemand ein Wort über die Mandalorianer verloren, solange er nicht mit Boba Fett konfrontiert war, und jetzt auf einmal kann jeder Zweite ein paar Wörter ihrer Sprache?

ACK. Siehe oben: Die sprunghaft angestiegene Bedeutung der Mandos erfordert ein gigantisches Retcon des gesamten Universums.


Wenn Boba sich später tatsächlich Jacen stellen sollte und nicht haushoch verliert, werd ich richtig sauer, das kann ich euch sagen. Ich fand es schon hochgradig unrealistisch, dass Mara so lange ausgehalten hat, und das in einem verhältnismäßig konventionellen Kampf, für dessen Dauer Jacen künstlich dumm und unaufmerksam gemacht wurde.

Das sehe ich nicht so. Es wurde schon öfter angedeutet, dass Jacen nicht der Supermann im direkten, offenen (Zwei)Kampf ist und wenn ich es mir recht überlege, war er das auch noch nie (möglicherweise mit Ausnahme der YJK-Bände, von denen ich nur die ersten sechs gelesen habe). Und das ist IMHO auch gut so, denn sonst hätte man wieder mal einen völlig unbesiegbaren Super-Duper-Bösewicht geschaffen, für den man den entsprechenden Super-Duper-Überhelden braucht, um ihn zu erledigen. Irgendwer hat mal vorgeschlagen, Jacen sollte von Han mit dem Blaster erschossen werden. Abgesehen von der Tragik für die Solos finde ich diese Variante irgendwie reizvoll (vorausgesetzt, Jacen stirbt überhaupt und bleibt nicht böse oder wird bekehrt, versteht sich).

Aber Boba soll es trotzdem nicht sein, der Jacen ausschaltet.


War vielleicht eine Blödheitswelle, die da grad über die Galaxis geschwappt ist, denn Mara verhält sich im Vorfeld auch nicht so intelligent.)

Möglicherweise ist das ja die blöde Seite der Macht, die alle Machtnutzer in ihrer Umnachtung hält. :rolleyes:


Er denkt, er muss Ben töten. Warum? Weil ihm sonst niemand einfällt. Das ist... ein schwacher Grund.

Es ist ja auch nicht der wahre Grund. Der wahre Grund ist, dass ihm jemand anderes einfällt, dieser jemand aber für ihn nicht in Frage kommt...


Meine Reaktion würde deshalb so ausfallen, weil ich Ben mag.

Wow. Diese Aussage von Wraith über einen Skywalker muss festgehalten werden. Wie schreiben sie da im JC? QFT ? quoted for truth. ;-)


Dies ist Bens Reihe viel mehr als es seine ist. Das habe ich nicht erwartet, aber man merke, ich verzeichne es als positiv. Jeder Roman, der es brauchte (und, mal ehrlich, nötig hatten es alle bis auf das vergleichsweise göttliche 'Tempest'), wurde durch Ben aufgewertet.

ACK. Und wenn einige Dinge für sein Alter doch sehr heftig sind und man seinen Eltern Verantwortungslosigkeit und Erziehungsunfähigkeit vorwerfen muss: Das ist eine viel interessantere Variante, das Heranwachsen eines Jedi zu sehen, als die x-te Reihe vom Kaliber YJK und Jedi Padawan es je sein könnte.


(auch wenn ich etwas seltsam finde, dass keine Videokamera Lekauf gefilmt haben soll; ich würde sagen, vielleicht kommt da noch was, aber die Erfahrung lehrt mich, dass das bei solchen Details nicht der Fall ist).

Meinst Du damit während seiner Geiselnahme?


Aber wie. Was genau sollte das, ohne irgendwem Bescheid zu sagen alleine Jacen hinterherzujagen? Und ihn dann noch ganz ohne Beweise so plump zu konfrontieren und gleich auf ihn loszugehen, ohne ihn sich selbst entlarven zu lassen? Wenn das Kameras aufgenommen hätten, hätte Jacen nicht mal so tun brauchen, als hätten Lumiya oder Alema den Mord begangen. Das war nichtmal ein Mord. Das war Selbstverteidigung. Ich bin sicher, Jacen hätte Mara liebend gerne gemordet, wenn sie nur lieb gefragt hätte. Aber sie hat ihn angegriffen. Sie hat den Tod absolut verdient, und ich find's nur schade, dass Jacen doch so sehr an ihr zu knabbern hatte. Und dass Luke und Ben Jacen wohl sehr böse sein werden. Er hat ja schon so viel Mist gebaut, aber das war nun wirklich nicht seine Schuld.

Auch da kann ich nur ACK sagen. Für mehr Details siehe mein Review.


Garm Pellaeon schrieb:
"Wer ist diese Person? Sie heißt Mirta. Na und, soll mir das irgendetwas sagen? Wie, sie ist Bobas Tochter? Boba hat ein Tochter? Oh, sie ist gar nicht seine Tochter, sondern seine Großtochter. Dann muss er aber doch auch ein Kind haben. Hat er? Stimmt, da hat doch so ein Viech in Bloodlines sein unwesen getrieben, die irgendwie mit ihm verwand war. Was hat die noch mal gemacht? Richtig, sich dämlich angestellt und von Jacen töten lassen. Blabla, interessiert mich eigentlich gar nicht."

Schon wieder *lol*.

Doch, an Mirta konnte ich mich noch erinnern. Was aber möglicherweise mehr damit zu tun hat, dass mir öfter mal die Fanspekulation untergekommen ist, dass sie und Ben ein Paar werden sollten, was mir alle Nackenhaare hat zu Berge stehen lassen...


Damit habe ich allerdings keine Probleme, nur einige militärpatriotischhumorische (da Wort gibt es bestimmt nicht) Züge fand ich wirklich nicht toll. Vielleicht ist Allston nicht der einzige, dem man Verharmlosung vorwerfen sollte.

ACK. Aber Traviss und Allston haben ganz unterschiedliche Verharmlosungsstile. Bei Allston ist alles lustig, bei Traviss ist es trotz der schrecklichen Seiten alles ganz toll. Ich glaube, ich finde Traviss' Methode bedenklicher...

Ach so, ja: Tolle Wortkreation. :D


Zum Abschluss: "FalconFan" hat sich eine Szene aus Sacrifice vorgenommen und sie sehr schön in einer Zeichnung eingefangen. Sacrifice-Spoiler!

http://i24.photobucket.com/albums/c29/Nilknarf48/Waiting_Sacrifice.jpg

Micah
 
Boba Fett schrieb:
micah schrieb:
Selbst der Geschichte der Mandos selbst wird ja offenbar durch die neuen "Enthüllungen" widersprochen, was weitere massive Retcons zur Folge hat.
Was denn zum Beispiel ?

Das kann ich Dir nicht weiter erläutern, da ich nichts von dem alten oder neuen Mando/Boba-Material gelesen habe. Interessiert mich einfach nicht. Ich habe das aus den Ausführungen von Wraith weiter oben geschlossen. Deswegen steht ja auch ein "offenbar" in dem Satz. ;)

Micah
 
Was spricht gegen ein politisches Struktur-ABC?

Nicht so, dass es sie nicht geben würde. :) Nur nicht als eigne Bücher, das Imperial Sourcebook, Rebel Alliance Sourcebook, Crackens Threat Dossier, Han Solo and the Coperate Secotr Sourcebook und Thrawn Triology Sourcebook liefern alle in sich sehr informative Texte und Grafiken zum Aufbau der jeweils behandelten Gruppen. Anderseits braucht man den politischen Aufbau mehr als er für den Plot erzählen notwendig ist? Imho nicht wirklich, braucht man die Schiffdaten ja auch nicht, auch wenn manche weit, weit, weit mehr draus machen wollen als je notwendig war. Aber schweifen wir besser nicht wieder in das ab.


Nun… Traviss neuesten Werk, von mir in als Hörbuch angehört, hätte ich es gelesen, wäre ich wohl bis Heute noch nicht fertig, weil ich es alle Nase lang gegen die Wand werfen würde. :]

Im Prinzip gibt es nicht viel zu erwähnen, was nicht sonst schon hoch gekommen ist, wohl mir ein paar Sachen sehr seltsam vor kamen, aber vielleicht kann mir da ja jemand helfen. ^^ Orginal waren es noch mehr, aber hab die meisten wohl schon wieder vergessen.

Warum braucht Mara so lange um zu bemerken, dass das Schiff sie angegriffen hatte, wohl sie schon beim es betrachten schnell merkt, dass es was vonghaftes an sich hat und daher wohl mehr als nur zu was fähig sein könnte?

Wie bearbeitet man, dass laut Boba Fett stärkte bekannte Metall der Galaxie mit einem Hammer per Hand um ein Schwert draus zu formen? Und hab ich das richtig verstanden Mandi Rüstungen sind auch handgeschmiedet? Wieso baut man (oder besser Mandi) Sternenjäger die größer sind als der Millennium Falke? Oder hab ich die Dimensionen falsch verstanden?

Wie schafft das von uns allseits geliebte Imperium es gut 20 Jahre zu versäumen das stärkte bekannte Metall der Galaxie aus einer Welt zu schneiden die sie eh schon versklavt haben, wohl es sonst fern von so zimperlich ist?

Alles in allem scheint das Zeug wohl doch nicht so wertvoll zu sein. :]

Wie kommt Boba Fett so leicht nach Kuat Proper (dazu mit seinem eignen Schiff und einem Bomben versetzen Gleiter), einer Welt die für ihre Fremdenfeindlichkeit, ihr elitär Denken und strickten Sicherheitsbestimmungen bekannt ist? Außer die Kuati die wir kennen sind seit den imperialen Tagen einfach alle ausgestorben und ihre Kultur wurde zwangsneugeformt von der GA. oO

Wie fällt ein Schiffdesign wie das Sith-Schiff nicht auf wenn es auf öffentlichen Raumhäfen landet, wenn es zu Imperiumszeiten sogar möglich war Massen an baugleichen Handelsschiffe zu überwachen, wenn sie von regulierten Raumhafen zu Raumhafen flogen?

Sonderabschlussbonusfrage für micah

Wo ist die Han shoot first Szene? D:
 
Hmm... ich hatte nicht gesagt, welches Wochenende ;).

Spoilermarkierungen aus micahs alten Beiträgen nicht repliziert.

micah schrieb:
Ansonsten ist mir noch aufgefallen, dass das Papier irgendwie seltsam ist. Es schlägt am Rand Wellen und die Qualität ist nicht so hochwertig, wie ich das von SW-Hardcovern gewöhnt bin.
Da hast du wahrscheinlich ein schlechtes Exemplar erwischt. Ich habe grad eben nochmal einen auf Ehrwürdigen des Gipfels gemacht und konnte keinen Unterschied zwischen 'Betrayal' und 'Sacrifice' feststellen.

Der Kampf mit Jacen ist großartig, innovativ, ebenbürtig, hart und dreckig - nicht immer dasselbe öde Lichtschwertgeschwinge. Mara Jade Skywalker konnte nur mit einer heimtückischen, feigen Waffe wie einem Giftpfeil ausgeschaltet werden...
Seh ich anders. Mara war eine von mehreren Dienerinnen des Kaisers, die nach dessen Tod nochmal von vorne lernen musste, wie das mit der Macht funktioniert. Ich will ihr gar nicht absprechen, dass sie (auch großes) Machttalent hat, aber es hat mir nie gefallen, als wie stark sie von manchen Autoren dargestellt wurde.
Jacen hat ihr gegenüber gleich mehrere Vorteile: a) pures Talent (Enkel Anakin Skywalkers), b) ständige Machtnutzung mehr oder weniger von Geburt an (seine "Phase" in BP und die unfreiwillige Auszeit in 'Traitor' mal ausgenommen), c) er ist jünger, d) er ist männlich, e) er hat auf seiner Wanderschaft allerlei lustige Tricks gelernt, f) er hat den Vongsinn. Ich hätte fast noch dazugeschrieben, dass er keine Skrupel hat, aber die hat Mara auch nicht (sogar weniger als er).
Der Schauplatz des Kampfes ist so nivellierend nun auch wieder nicht; wie du dann später selbst gesagt hast, ist Jacen kein so beeindruckender Schwertkämpfer. Das enge Höhlensystem hilft ihr, für biologische Mängel zu kompensieren, macht aber Machtnutzung noch entscheidender. Deshalb ist der enge Ausgang des Kampfes so unglaubwürdig, weil es für Jacen so viele Möglichkeiten gegeben hätte, die Macht zu seinem Vorteil zu nutzen, die Mara gar nicht offenstanden. Sie kannte eine Methode, sich in der Macht zu verstecken, Jacen kennt mehrere. Warum nicht den Vongsense einschalten, oder die Methode, die die Jedi ansonsten angewendet haben, um Löcher in der Macht zu finden? Warum Mara nicht mit der Unsichtbarkeitstechnik des Weißen Stroms überraschen?
Er hat diese Möglichkeiten nicht genutzt, sondern ein konventionelles Katz- und Maus-Spiel getrieben. Und selbst da hat er nur deswegen schlecht abgeschnitten, weil Traviss ihn in dieser Szene (und nur da) so überheblich/sorglos geschrieben hat. Wie Mara ihn in eine Falle lockt, ist ja nicht gerade subtil. Die Metallplatte muss sichtbar sein, sonst hätte Mara sie gar nicht gefunden. Warum also ist Jacen so blöd und tritt drauf? Das weiß man doch schon seit Winnetou, dass man seine Füße von geräuschemachenden Objekten fernhalten sollte, wenn man sich anschleichen will. Und warum spürt er nicht, dass Mara das Geröll mit der Macht festhält? Das müsste doch Wellen in der Macht verursachen, und auch wenn sie sich selbst verstecken kann, die Machtanwendung selbst ist nicht kaschierbar. ('s geht dann natürlich noch weiter, aber wenn Jacen sich nicht begraben lassen hätte, hätte Mara keine Chance keine gehabt.)

Ansonsten hängt natürlich die Aufklärung der Schuldfrage im Raum. Ich gehe davon aus, dass Ben nahezu sicher weiß, dass es Jacen war und er es nur nicht gesagt hat, weil er Luke schonen will. Der Beweis dürfte eigentlich auch nicht allzu schwierig sein: Da muss doch alles vollgesaut sein mit Jacens Blut, inklusive Maras Leiche und Waffen. Ich hoffe, Ben war so clever, Proben mitzunehmen.
Aber war das dieselbe Stelle, an der sie auch gestorben ist?
... Ah, tatsächlich. "I left it where it was." (S. 336). Und auf S. 348-349 ist von Blut die Rede und davon, dass Ben den Tatort nicht verunreinigen will. Ich befürchte aber fast, dass darauf nicht mehr eingegangen wird. Wär ja sonst schnell geklärt. Oder vielleicht gehört zu Jacens neuen Machttechniken auch ein Machtstaubsauger?
(Die letzten drei Absätze sind allerdings unlogisch. Ben hat Mara schließlich auch gefunden, nachdem sie schon tot war.)

Ansonsten könnte vielleicht auch die Kiffar-Technik eine Möglichkeit sein, den Fall aufzuklären (mit Hilfe von Maras Shoto oder Vibromesser).
Da habe ich einen Gedanken und bin froh, dass bei LFL keiner Deutsch kann: Boba Fett könnte die Dienste seines Mandokiffar anbieten...

Auf welchem Weg die GA ansonsten ist, merkt man auch an kleinen Dingen: Jacen muss zwar gegenüber Omas und Niathal seinen Mord an Ailyn Vel gestehen ? aber das hat keinerlei Konsequenzen.
"Unfall" ;).

Gesundheit und Schulen sind für Jacen gegenüber den Truppen ziemlich bedeutungslos ? aber das gehört auch zum Wohlergehen einer Gesellschaft, dem er sich ja offiziell verschrieben hat.
Im Krieg hat der Krieg oberste Priorität zu haben. Ob man danach neue Kriege findet bzw. die Truppen weiterhin Priorität genießen, weil sie ja gebraucht werden könnten, ist eine andere Frage.

Cal Omas war bei seiner Verhaftung wirklich grandios. Ich habe richtig gejubelt, als er Jacen beschimpft hat. Interessant war auch, dass sein ruhiges Verhalten Jacen so irritiert ? vielleicht weil es ihm zeigt, wie zivilisiert man sich verhalten kann und welchen Respekt man vor dem Gesetz haben kann, auch wenn es gegen die persönlichen Interessen geht?
Cal Omas verhält sich so ruhig, weil er Jacen damit ärgern will. Steht das nicht sogar so im Buch? Und Jacen ist irritiert, weil er sich nicht gerne ärgern lässt ;).
Mich hat das an Valorum erinnert (in TPM, und in dem Comic, in dem er noch mal kurz auftaucht und erkannt hat, was für ein guter Freund Palpatine ihm war).

Naja, immerhin ist es ein gutes Zeichen, dass das Sith-Schiff Ben als Sith-untauglich eingeordnet hat.
Hat es das? Vor Maras Tod hört es noch auf seine Befehle.

* Seine geringschätzige Einstellung gegenüber Demokratie, (innerem) Frieden und Freiheit. Vielleicht vergisst man ja leichter den Wert davon, wenn man das Gegenteil nicht aus erster Hand kennengelernt hat (Seite 205)?
Naja. (Wobei der wenigstens einen nachvollziehbaren Grund hat, anders als sein Vorgänger, der genauso gedacht hat.)

* Er sieht Luxus/Besitztum als überflüssig und sogar eine Last an, die Angst verursacht (Seite 238). So wie es ihm mit Allana geht...
Er hat ja nicht unrecht. Auch wenn er in dem Moment jetzt nicht daran gedacht haben wird (geht jedenfalls aus der Szene nicht hervor), gilt das nicht nur für weltlichen Besitz, sondern auch für zwischenpersönliche Bindungen.

* Er identifiziert die Mandos als Ursache des Chaos, weil sie nicht in die bipolare Galaxis passen (Seite 281). "Only Sith deal in absolutes" und so...
Das hat ihm Traviss in den Mund gelegt, um die Stellung der Mandalorianer hervorzuheben. Zu Jacens Charakter passt das sonst nämlich gar nicht. Dunkel und Hell sollten ihm völlig schnuppe sein, und selbst wenn er ihre Existenz anerkennt, ist er das dritte Element, durch dessen Handlungen sich in der Galaxis Ruhe ausbreiten soll. Man erinnere sich daran, was Vergere auf die Frage antwortete, auf welcher Seite sie eigentlich stehe. Allerdings haben wir diese seltsame Entwicklung ja schon seit ein paar Büchern, dass er sich plötzlich auf bestimmte Seiten schlägt (GA hier, Sith dort). Innerhalb der Fiktion lässt sich dieser Umschwung eigentlich gar nicht erklären (in Dark Nest war das nämlich noch nicht so, also ist nicht die Wanderschaft schuld), höchstens so, dass er bestimmte Seiten nur wählt, weil er damit seine gleichgewichtigen Ziele besser umsetzen kann, sich aber nach wie vor nicht zu irgendeiner Seite außer seiner eigenen zugehörig fühlt. Dazu passt dann halt dieser eine Absatz nicht.

Die Beobachtung wird möglicherweise auch auf unsere Welt gemünzt sein. Um die radikalislamische Hamas zu bekämpfen, unterstützt man die nicht ganz so radikalislamische Fatah. Gibt's auch ein bisschen weiter östlich. Das kann man nun als Zeichen von Realpolitik werten, (und/)oder als Versuch, jede existierende Gruppe in ein dualistisches Weltbild zu pressen: wir sind gut, die sind böse, und wenn jene gegen die Bösen sind, müssen sie gut sein.

* Bisher hat er nur Frauen umgebracht: Nelani, Ailynn, Mara.
Das schwache Geschlecht halt :D. *duck*

Ganz schwach ist an diesem Punkt auch Lukes und Maras Argumentation, warum das Imperium denn nun böse war. Es wird doch wohl noch möglich sein, Ben den Unterschied zwischen einem Rechtsstaat und einem Unrechtsstaat zu erklären! Und ich verstehe auch nicht, warum es Mara so schwer fällt, ihm klarzumachen, dass ihre Vergangenheit als Palpatines Attentäterin eben nicht in Ordnung war und kein Freibrief dafür ist, was Ben bei GAG tut. Immerhin stand sie damals unter Gehirnwäsche.

Genauso abstrus die Begründung, warum es okay ist, dass Ben in dem Alter bereits als Soldat und Offizier arbeitet: "Was soll er als unser Sohn und Jedi anderes sein?" (Seite 48-51). 1. Sind sich ja wohl alle einig, dass Maras Kindheit/Jugend nicht das Optimum war. 2. Sind 5 Jahre älter, als Luke der Rebellion beitrat, ein himmelweiter Unterschied. Und 3. Funktioniert das Argument nur, wenn Jedi (ausschließlich) als Krieger gesehen werden. Aber da Traviss bei "Jedi" offenbar nichts anderes einfällt, als sie quasi synonym mit "Mandalorianer" zu interpretieren (nur schlechter, versteht sich), ist wohl nichts anderes zu erwarten.
ACK.

Das Attentat an sich hat Traviss sehr gut eingefangen: Die Entpersonalisierung des Opfers und auch von Ben selbst, während er es tut. (Nicht, dass ich Erfahrung damit hätte ;-), aber so stelle ich mir das vor.) Die Erschütterung, die das ganze, insbesondere auch das Opfer Lekaufs, in Ben auslöst, ist umso dramatischer. Ich frage mich, wieviel dabei eiskalte Kalkulation von Jacen war, um Ben in seinem Sinn zu "verbiegen".
Sicher nicht wenig. Es ist ja nicht so, dass es in der GA keine Scharfschützen gäbe. Und welchen Grund hätte er sonst gehabt (neben der Sache mit "vielleicht wird er auf der Flucht erschossen"), gerade Ben zu schicken?

Interessant fand ich, dass Ben mehr Skrupel hat, das Schiff zu erschießen als Personen (Seite 309) ? vielleicht weil er es ähnlich wie ein Tier als unschuldig empfindet?
Vielleicht eher aus einer anderen Perspektive: bei manchen Berufsgruppen ist die Hemmschwelle niedriger, neben Anwälten eben auch bei Politikern. "Die da oben sind doch alle korrupt." Und Gejjen war sowieso nicht unschuldig.
Ich weiß, dass Ben da allgemein denkt, aber die anderen Tötungen waren mehr oder weniger Notwehr und kein gezielter Mord; ich glaube, dass er zu dem Zeitpunkt noch unter dem Einfluss des Attentats steht.

Was ich nicht recht nachvollziehen kann, sind die Gedanken von Jacen, dass Ben von seinen "überbeschützenden" Eltern weg muss. Der Junge hat seit er 8 war mehr Zeit mit seinem Cousin als seinen Eltern verbracht und geht schon wer-weiß-wie-lange mit auf gefährliche Missionen. Ich denke, das ist mal wieder ein Selbstbetrug von Jacen. In Wirklichkeit steht dahinter, was Lumiya über die Beziehung zu Ben gesagt hat: Dass er ihn als Sohn "erobern" und damit Luke wegnehmen will.
Hat er das gedacht oder hat er das gesagt?

Hat er am Ende verstanden, dass Jacen aus eigener Motivation heraus die bedenklichen bis schlimmen Taten verübt hat oder denkt er nach wie vor, dass er es nur unter der Manipulation durch Lumiya tat, die ja jetzt ausgeschaltet ist. Mit anderen Worten: Wird er in Inferno trotz allem wieder zu Jacen zurückkehren?
In diesem Zusammenhang interessiert mich sehr, ob Ben Jacens ausgestreckte Hand genommen hat in der Höhle. Das wird nämlich nicht gesagt, glaube ich. (Dafür macht er sich eine mentale Notiz mit der Frage, wie Jacen ihn und Mara gefunden hat. Wenn sich das nicht mal wieder ändert zwischen den Romanen, dürfte deine Frage wohl mit nein zu beantworten sein.)

Interessant fand ich die Gegenüberstellung der verschiedenen Vorstellungen von Gerechtigkeit bei ihr und Luke: Luke konnte Lumiya nicht töten, als sie ihm ein Friedensangebot machte, Mara hätte da wesentlich weniger Skrupel. Dass sie mehr vom "Farmboy-Idealismus" angesteckt ist als sie denkt, merkt man allerdings daran, dass sie gegen Ende doch noch einmal darauf hofft, dass Jacen noch bekehrt werden kann.
Das ist dann aber vor der Höhle, oder? Denn innendrin ist sie nur noch darauf aus, ihn zu töten, ohne mit ihm zu reden.

Apropos: Ich fand es reichlich abstrus, dass ausgerechnet die Mandos den Jedi vorwerfen, schlechte Eltern zu sein (Seite 343).
Das ist nicht neu, das war in den Republic-Commando-Romanen schon so. Gute Mandos, böse Jedi halt.

Keiner im Jedirat traut sich, das Problem Jacen anzusprechen, um die Skywalkers nicht aufzubringen. (Nebenbei bemerkt: Ich möchte mal wissen, wo diese Angst herkommt, denken sie denn wirklich, dass Luke und Mara ihnen dann die Freundschaft aufkündigen oder sie gar einen Kopf kürzer machen würden?)
Ich interpretiere das eher als Verlegenheit, die innerfamiliären Probleme einer Respektsperson anzusprechen.

Hochinteressant die Frage, die Kyp auf Seite 251 aufwirft: Sind die Jedi eine politische Größe in der GA oder nur ein Instrument der GA-Regierung? Ich hoffe, dass das weiter verfolgt wird. Meiner Meinung nach sollten sie keins von beidem sein. Großartig auch, dass er endlich ausspricht, dass Jacen nicht als Jedi handelt (ganz schöne Wandlung, ein Buch zuvor wollte er ihn noch zum Meister machen ;-)).
Er wollte ihn zum Meister machen, um ihn stärker ins Jedigefüge einzubinden, gerade um ihn besser kontrollieren zu können. Hm, war das nicht bei ihm selbst auch so, spätestens nachdem er als Rebell in den Jedi-Rat aufgenommen wurde?

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