Militärgeschichte

: Wer das Goldene Parteiabzeichen bekam, wurde dadurch quasi ehrenhalber "automatisch" Parteimitglied, wobei aber bei aktiven Berufsoffizieren die Mitgliedschaft lediglich passiv war bzw. ruhte.

Deshalb also war auch Generaloberst Alfred Jodl total überrascht, als er plötzlich das Goldene Parteiabzeichen verliehen bekommen hat.
Das Ritterkreuz hat Alfred Jodl übrigens seltsamerweise niemals von Adolf Hitler verliehen bekommen.
Auch seine Beförderungen sind ein einziger Hohn.
Obwohl er am 19.07.1940 unter Überspringung des Ranges eines Generalleutnants vom Generalmajor zum General der Artillerie befördert wurde dauerte es bis zum 30.01.1944 bis er zusammen mit dem an Dienst und Lebensjahren jüngeren General der Infanterie Kurt Zeitzler(dem letzten Chef des Generalstabes des Heeres) zum Generaloberst befördert wurde.
In dieser Zeit machte Ferdinand Schörner den Aufstieg vom Oberst bis zum General0berst(01.04.1944).
 
Manch einer verdinet sich seine Beförderung eben erst später oder gar nicht. Mein Kompaniechef beim Bund war ein Major der mehr Lenze zählte als unser Battalionskommandeur. :zuck:

Nicht viele Beförderungen sind Pflichtbeförderungen. So kanns halt kommen, dass einer nicht oder später befördert wird, als ein anderer. Manch einer hats verdient bzw nicht verdinet. Andere sind vielleicht einmal zu oft weiter oben angeeckt.
 
Manch einer verdinet sich seine Beförderung eben erst später oder gar nicht. Mein Kompaniechef beim Bund war ein Major der mehr Lenze zählte als unser Battalionskommandeur. :zuck:

Nicht viele Beförderungen sind Pflichtbeförderungen. So kanns halt kommen, dass einer nicht oder später befördert wird, als ein anderer. Manch einer hats verdient bzw nicht verdinet. Andere sind vielleicht einmal zu oft weiter oben angeeckt.

Alfred Jodls Leistungen sowie seine Diensstellung hätten jedoch eine Beförderung zum Generaloberst lange vor dem 30.01.1944 gerechtfertigt.
Und auch die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes war längst überfällig.
Aber Hitler hat es Jodl einfach nicht verliehen.
Man bedenke daß selbst Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel das Ritterkreuz trug.
Und der hat ja nun gar nichts geleistet.
 
Man bedenke daß selbst Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel das Ritterkreuz trug.
Und der hat ja nun gar nichts geleistet.
Naja, was unverdiente Orden angeht kennst du aber bestimmt ein besseres Beispiel Jedi. Für manche Ordensfetischisten im III.Reich wurden ja angeblich sogar eigens Stufen des Ritterkreuzes eingeführt.
Und auch bin ich mir sicher das nicht nur ein Alfred Jodl nicht den Rang bekleidete den er verdient hätte. Wenn man es sich mit der Staatsführung oder auch nur der Militärführung verscherzt sieht es eben Mau aus mit Beförderungen und Auszeichnungen.
 
Naja, was unverdiente Orden angeht kennst du aber bestimmt ein besseres Beispiel Jedi. Für manche Ordensfetischisten im III.Reich wurden ja angeblich sogar eigens Stufen des Ritterkreuzes eingeführt.

Aber sicher kenne ich da ein besseres Beispiel.;)
Für den Dicken wurde das Großkreuz des Eisernen Kreuzes wieder eingeführt.
Und für den "hochverehrten" Reichsjägermeister wurde auch der Dienstgrad des Reichsmarschalls wieder aus der Versenkung gehoben.

Kennst Du die Geschichte über diesen italienischen Orden, den Göring erst nach Ribbentrop bekommen hat ?

Und ja, es gab im II.WK so manchen, der den Stab oder die Brillanten verdient hätte und nicht bekam. Ich könnte 100 Beispiele nennen.
Die Auszeichnungs und Beförderungspraktiken Hitlers waren noch unergründlicher als die Wege des Herrn
 
Kennst Du die Geschichte über diesen italienischen Orden, den Göring erst nach Ribbentrop bekommen hat ?

Ich weiß nur, dass Ribbentropp den Annunziaten Orden vor Göring für das Zustandebringen des Deutsch-italienischen "Stahlpaktes" am 22.Mai in Berlin verliehen bekam und Göring deswegen Tränen in den Augen gehabt haben soll.

Wann und wofür Herr Meyer ihn schlussendlich bekam ist mir nicht bekannt. Und kann auch nicht nachforschen weil ich momentan nicht daheim sondern in der Kaserne weile.
 
Alfred Jodls Leistungen sowie seine Diensstellung hätten jedoch eine Beförderung zum Generaloberst lange vor dem 30.01.1944 gerechtfertigt.
Hätte... es hätte oder könnte vieles. Ist halt so, wenn man weiter oben nicht besonders gut steht, dass man dann gerne mal übergangen wird. Das ist auch heute noch so.
Der Major den ich nannte, hatte es womöglich nicht anders verdient. Aber da könnte ich noch eine Reihe anderer Soldaten aus meiner Wehrdienstzeit nennen, die sich eine Beförderung verdient hätten. Reichlich Obergefreite (FWDLer) die schon längst Hauptgefreite hätten sein müssen, und einige davon wurden es nie. Zuviele um sie einzeln zu bennenen. Dagegen steht ein Hauptgefreiter der als Gezi-Schlampe von der unmittelbaren Nähe zum Spieß und dem Kompaniechef profitierte, und seine Beförderung schon im 10ten Dienstmonat erhielt.
Ein über die Maßen fähiger Stabsunteroffizier wurde erst unmittelbar vor seinem Ausscheiden zum Feldwebel befördert. Dieser Mann wurde gute Zehn Jahre lang übergangen.
Es läuft halt leider nicht immer so wie es sollte.
 
Ich weiß nur, dass Ribbentropp den Annunziaten Orden vor Göring für das Zustandebringen des Deutsch-italienischen "Stahlpaktes" am 22.Mai in Berlin verliehen bekam und Göring deswegen Tränen in den Augen gehabt haben soll.

Wann und wofür Herr Meyer ihn schlussendlich bekam ist mir nicht bekannt. Und kann auch nicht nachforschen weil ich momentan nicht daheim sondern in der Kaserne weile.


Genau den meinte ich.
Göring hat geweint vor Neid.
Der Führer versuchte alles damit der Dicke den Orden auch bekomme und drohte dem Duce mit diplomatischen Verwicklungen.
Aber Italien war damals trotz allem noch ein Königreich und die Verleihung des Ordens oblag dem Monarchen. Und Viktor Emanuel III war ein eigenwilliger Mann, der ohnehin eine große Abneigung gegen die Nazis empfand.
Erst massiver Druck aus Berlin und gutes Zureden seitens des Duce erreichten schliesslich, daß auch der reichsjägermeister den Orden bekommen hat.
Göring selber hat es Viktor Emanuel III niemals verziehen, daß der ihn so lange im eigenen Saft hat schmoren lassen.


@Byron

Sag mal, ist das normal, daß ein Brigadegeneral oder Generalmajor der Bundeswehr mit vollen Rangabzeichen in der S-Bahn fährt ?
 
Wunderlich finde ich da noch am ehesten dass ein General überhaupt S-Bahn fährt.

Ja, es war folgendes :

Ich stand gestern Abend am FFM-HBF und wartete auf meine S-Bahn.
Da sah ich auf dem Gleis gegenüber einen Mann in Luftwaffenuniform um roter Umrandung auf den Schulterstücken, goldenen Eichenkranz und einem oder zwei Pickeln.
Ich konnte es nicht genau erkennen, da er sich gerade aufgerichtet hatte und eine Bahn eingefahren ist.
Es war aber entweder ein Bridagegeneral oder ein Generalmajor.
Ich war ganz überrascht was der in der S-Bahn zu suchen hat.
 
@Byron

Sag mal, ist das normal, daß ein Brigadegeneral oder Generalmajor der Bundeswehr mit vollen Rangabzeichen in der S-Bahn fährt ?

Als "normal" würde ich das nicht bezeichnen. Grundsätzlich haben diese Herren einen Fahrer und ein schönes Dienst-Kfz deutscher Produktion. Vielleicht war er Privat unterwegs oder wollte nicht auf einen Fahrer warten der ihn vom Flughafen abholt.
Viele Möglichkeiten fallen mir ein. Vielleicht ist er auch einer der wenigen gewesen die bodenständig geblieben sind und mit dem normalen "Mob" S-Bahn fahren. Oder es war ein aufschneider der sich irgendwo eine Uniform bsorgt hat um bei irgendwem Eindruck zu schinden.
Während meiner Bw Zeit bin ich gelegentlch auch mit der Bahn gefahren, das bekommt man wenn man dienstlich unterwegs ist bezahlt. Aber ich hatte auch keinen Fahrer und eigenen Dienstwage ;)

Solltest du ihn nochmal treffen würde ich ihn einfach fragen.
 
Der 22. September 1862 ist ein wichtiges Datum im Amerikanischen Bürgerkrieg. An diesem Tag vor 148 Jahren verkündete Präsident Abraham Lincoln die sogenannte Emanzipationserklärung (Emancipation Proclamation), nach der alle Sklaven in den sich mit der Union im Krieg befindlichen Konföderierten Staaten mit Wirkung des 1. Januar 1863 frei sein sollten. Dies stellte einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Abschaffung der Sklaverei in Nordamerika dar, wenngleich deren tatsächliche und vollständige Abschaffung freilich erst durch die Ratifizierung des 13. Verfassungszusatzes im Dezember 1865 erfolgen sollte.
Zwar war die Sklavereifrage einer der wesentlichen Punkte, der zur Entfremdung zwischen den Nord- und den Südstaaten und somit in den Sezessionskrieg geführt hatte, jedoch war Lincoln 1861 nicht mit dem Ziel in den Krieg gezogen, die Sklaven zu befreien, sondern die Union zu erhalten. Zwar lehnte Lincoln die Sklaverei aus religiösen und moralischen Gründen ab, jedoch war er zu sehr Realpolitiker. Ihm wird der Ausspruch zugeschrieben, daß es ihm egal sei, ob er nun alle Sklaven befreie oder keinen einzigen, wenn er damit nur die Union erhalten könne.
Mit dem Beginn des Krieges 1861 standen die Nordstaaten jedoch vor dem Problem, wie man mit entlaufenen oder erbeuteten Sklaven umgehen sollte. Rechtlich gesehen galten diese Menschen als „Eigentum“ der Sklavenhalter im Süden, und somit als Kriegsbeute. Um diesen Umstand zu regeln erlies die Regierung im Norden im August 1861 den ersten Konfiskastionsakt, der die Beschlagnahme kriegswichtiger Güter der Rebellen einschließlich der Sklaven regelte, jedoch nichts über den rechtlichen Status dieser Menschen und wie mit ihnen zu verfahren sei aussagte. Dennoch sträubte sich Lincoln lange gegen weitere Schritte. Zum einen wollte er die Leute in den Grentzstaaten Maryland, Kentucky, Delware und Missouri nicht verärgern, die zwar Sklavenhalterstaaten waren, aber trotzdem zur Union hielten, zum anderen musste er die Bedürfnisse seiner Wähler aus der weißen Unterschicht im Auge behalten, die durch ein Millionenheer an freigelassenen Sklaven unliebsame Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt befürchtete. Mit anhaltender Kriegsdauer geriet Lincoln jedoch innerparteilich unter Druck, da der radikal-abolitionistische Flügel der Republikaner immer stärker die Abschaffung der Sklaverei als Kriegsziel einforderte. Daher wurde als nächster Schritt im Juli 1862 der zweite Konfiskationsakt erlassen, der u.a. besagte, daß entlaufene Schwarze, die der US-Armee beitraten für immer frei sein sollten und somit die Aufstellung der ersten Schwarzen-Regimenter ermöglichte. Gegen die Verkündigung der Emanzipationserklärung sträubte sich Lincoln jedoch noch. Dazu brauchte er dringend einen größeren militärischen Sieg auf dem östlichen Kriegsschauplatz, damit die Verkündung der Sklavenbefreiung nicht als Verzweiflungstat angesehen werden würde. Dieser kam dann schließlich mit der Vertreibung der Truppen General Lee’s aus Maryland in der Schlacht bei Antietam (17.9.1862).
Nachdem eine Einigung mit den Grenzstaaten über einen freiwilligen Verzicht auf die Sklaverei sowie eine Entschädigung für die Sklavenhalter dort fehlgeschlagen war, erstreckte sich die Emanzipationserklärung lediglich auf die Sklaven, die in den Staaten lebten, die sich in Rebellion gegen die Union befanden. Daran kann man gut ablesen, daß hier eher kriegswichtige Gründe eine Rolle spielten, als moralische Fragen. Die Regierung Lincoln erhoffte sich von diesem Schritt folgendes:
Unruhe im Hinterland des Feindes. Wenn auch ein großer Aufstand ausblieb, so flohen bis zum Ende des Krieges jedoch fast eine halbe Million Sklaven auf das Gebiet der Union. Für den ohnehin dünn besiedelten Süden, dessen weiße Männer fast alle an der Front kämpften, ein nicht zu unterschätzender Aderlass an Arbeitskräften.
Zusätzlich sollte der Kampf der Union zum einen bei der eigenen kriegsmüden Bevölkerung, vor allem aber im Ausland, auf eine höhere moralische Stufe gehoben werden. So waren besonders die europäischen Großmächte England und Frankreich wirtschaftlich in hohem Maße von billigen Baumwollimporten aus dem Südstaaten abhängig und auch aus geopolitischen Interessen wären diesen beiden Mächten mehrere Einzelstaaten auf dem Gebiet der heutigen USA weitaus lieber gewesen, als eine starke Union. Im Jahr 1862 spielten die Regierungen von England und Frankreich dann auch tatsächlich mit dem Gedanken im Falle eines sich abzeichnenden militärischen Sieg des Südens die Konföderation diplomatisch anzuerkennen und aktiv in den Krieg einzutreten. Militärisch wurde dieser Schritt durch Lee’s Niederlage bei Antietam vereitelt. Zwar war der Süden noch lange nicht geschlagen, aber es zeichnete sich ein längerer Konflikt ab, in dem der Süden aufgrund seiner geringen Bevölkerungsdichte und seiner schwachen Industrialisierung früher oder später unweigerlich unterliegen musste. Durch die Emanzipationserklärung verschob sich nun zusätzlich der Fokus innerhalb der Öffentlichkeit der europäischen Staaten, weg vom Kampf um abstrakte Rechte der Einzelstaaten hin zu einem Kampf an dessen Ende die Abschaffung der als anachronistisch und unmoralisch empfundenen Sklaverei stand, sodaß eine Anerkennung der Konföderation die Regierungen Englands und Frankreichs einem immensen öffentlichen Druck ausgesetzt hätte.
Der praktische Nutzen der Emanzipationserklärung war jedoch gering. Die Sklavenhalter auf dem Gebiet der Konföderation taten natürlich einen Teufel, ihre Sklaven zum 1.1.1863 einfach freizulassen und auch für entflohene Sklaven änderte sich gegenüber den Bestimmungen des zweiten Konfiskationsaktes de-facto so gut wie nichts.
Für die endgültige Abschaffung der unwüdigen Einrichtung der Sklaverei in Nordamerika war diese Erklärung jedoch ein überaus wichtiger Schritt, bekannte sich die Union doch damit erstmals eindeutig dazu, im Falle eines Sieges diesen Anachronismus zu beenden, was den Weg zum 13. Verfassungszusatz ebnete, der die Leibeigenschaft nicht nur auf dem Gebiet der ehemaligen Konföderation, sondern auch in den Grenzstaaten verbot.
Lincoln – der der Sklavereifrage zumindest politisch stets eher indifferent gegenüberstand – wurde durch diesen Schritt in weiten Teilen der öffentlichen Wahrnehmung zum Befreier der Sklaven stilisiert und gilt bis heute (neben George Washington) als der beliebteste Präsident in der Geschichter der USA.

Der komplette Text der Emanzipationserklärung (engl.) findet sich HIER.

C.
 
Talon Karrde schrieb:
Aber da könnte ich noch eine Reihe anderer Soldaten aus meiner Wehrdienstzeit nennen, die sich eine Beförderung verdient hätten. Reichlich Obergefreite (FWDLer) die schon längst Hauptgefreite hätten sein müssen, und einige davon wurden es nie. Zuviele um sie einzeln zu bennenen. Dagegen steht ein Hauptgefreiter der als Gezi-Schlampe von der unmittelbaren Nähe zum Spieß und dem Kompaniechef profitierte, und seine Beförderung schon im 10ten Dienstmonat erhielt.
Soweit es mit bekannt ist, sind die Beförderungen der Mannschaftslaufbahn obligatorisch. Ein Nichtbefördertwerden vom OG zum HG kommt doch nur vor, wenn außergewöhnlich schlechten Leistungen vorliegen oder beim Vorliegen eines groben Disziplinarverstoßes. Ich kenne keine Vorfälle vom Absehen einer Regelbeförderung
 
Was du meinst ist die Beförderung zum Gefreiten oder Obergefreiten. Da kenne ich auch einige, die diese Beförderungen nicht erhalten haben. Meist wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Hier ist - wenn keine schwerwiegenden Gründe vorliegen - eine Beförderung nach 3 bzw 6 Monaten Dienstzeit (*) pflicht.
Ab OG gibt es jedoch keine Pflichtbeförderungen. Gut du sprichst von Regelbeförderungen... aber die sind eben nicht zwingend vorausgesetzt.

* Wie sieht das jetzt eigentlich nach Reduzierung der Grundwehrdienstzeit aus? Wird man jetzt zum OG früher befördert oder ist dieser Rang nur noch den SAZ, Reservisten und FWDLern vorbehalten?
 
Heute vor genau 30 Jahren begann der sogenannte 1.Golfkrieg zwischen dem Irak und dem Iran.
Am 22. September 1980 um 14.00 Uhr begann der Krieg mit massiven irakischen Luftschlägen auf iranische Flughäfen der Städte Teheran, Täbris, Kermanschah, Ahvaz, Hamadan und Dezful. Gleichzeitig rückten 100.000 irakische Soldaten an drei Stellen in die erdöl und erdgasreiche Provinz Chuzestan ein.
Der hier begonnene Krieg sollte bis zum 20.08.1988 dauern und beiden Ländern gewaltige Verluste.
Hatte der Irak Saddam Husseins aufgrund massiver westliche Hilfe ein Übergewicht an Kriegsmaterial, so verfügte der Iran Khomenis über ein sehr viel größeres Reservoir an Menschenmaterial.
So konnte keine Seite den Krieg für sich endscheiden.
Mehrfach besetzte eine Seite Gebiete des anderen und verlor sie wieder.

Hier mal ein kurzer Umriss des Krieges

Der erste Golfkrieg
Vor 30 Jahren entbrannte zwischen Irak und Iran ein Kampf um Öl
Von Tobias Mayer

Ein Grenzkonflikt und der damit verbundene Zugang zum Öl waren Anlass des blutigen Krieges zwischen Iran und Irak ab September 1980. Beide Kriegsparteien stilisierten den Ersten Golfkrieg als Kampf zwischen Arabern und Persern hoch. Auch die persönliche Rivalität zwischen Saddam Hussein und Ayatollah Khomeini spielte eine Rolle.

Der Einmarsch irakischer Truppen in die iranische Erdölprovinz Khuzestan begann am Nachmittag des 22. September 1980. Gleichzeitig bombardierten irakische Flugzeuge Teheran. Radio Bagdad verbreitete unterdessen die offiziellen Kriegsziele.

"Anerkennung der irakischen Hoheitsrechte an der Grenze zu Iran. Wiederherstellung der Souveränität und der legitimen Rechte Iraks im Gebiet des Schatt al-Arab. Verzicht Irans auf die Einmischung in die inneren Angelegenheiten Iraks und anderer arabischer Länder."

Der irakisch-iranische Krieg dauerte acht Jahre, die längste und blutigste Auseinandersetzung, die je zwischen zwei Entwicklungsländern geführt wurde. Es war aber kein Stellvertreterkrieg zwischen den Großmächten, eine Ausnahme in jener Zeit. Der amerikanische Präsident Jimmy Carter erklärte im Oktober 1980:

"Wir werden unsere Position der Neutralität im Iran-Irak-Krieg aufrechterhalten. Wir haben keine Pläne, irgendwelches Kriegsgerät an Iran zu verkaufen."

Es war eine Übergangszeit in der Geschichte der amerikanischen Einflussnahme im Mittleren Osten. Bis zur iranischen Revolution 1979 hatten die USA das Schah-Regime massiv mit Panzern, Kampfflugzeugen und Hubschraubern aufgerüstet. Jetzt, Ende 1980, waren Präsident Carter die Hände gebunden. Noch befanden sich US-Diplomaten als Geiseln in der amerikanischen Botschaft in Teheran. Erst Jahre später entschied sich die amerikanische Regierung - wie übrigens auch die Sowjetunion -, Saddam Hussein als Vorkämpfer gegen die islamische Revolution in Iran zu unterstützen.

Zunächst ging es ums Öl und die Kontrolle des strategisch so wichtigen Schatt al-Arab. Seit der Zeit der Osmanen lag die Grenze zu Persien auf der iranischen Uferseite. Erst 1975 hatte der Irak unter Druck einer neuen Grenzziehung in der Mitte des Flusses zugestimmt. Am Vorabend seines Angriffes kündigte Saddam Hussein diesen Vertrag auf. Beide Kriegsparteien stilisierten den Ersten Golfkrieg als Kampf zwischen Sunniten und Schiiten hoch, zwischen Arabern und Persern. Und letztlich befeuerte auch die persönliche Rivalität zwischen Saddam Hussein und Ayatollah Khomeini den Konflikt. Saddam verhöhnte Khomeini im Magazin "Der Spiegel" als:

"Hanswurst, der mit dem Islam nichts gemein hat, ein Schah im Turban. ( ... ) Khomeini ist vom Wahnsinn befallen und spielt mit dem Heiligen Buch wie Kinder mit Bällen."

Ayatollah Khomeini antwortete in seiner ihm eigenen ruhigen Art:

"Ich sage zu Saddam: Ich kenne nur einen Weg für Dich: Selbstmord. Wie Hitler: Nachdem er den Krieg verloren hatte, beging er Selbstmord. Mach es genauso wie Hitler. Wenn Du ein Mann bist, dann bring dich um!"

Irakische Militärstrategen rechneten zu Beginn des Krieges mit einer Operation von nur zwei Wochen. Doch Khomeini schickte Massen von hoch motivierten Kämpfern an die Front, die sich den Angreifern als Märtyrer entgegen warfen. Nach zwei Jahren wendete sich das Blatt, Stück für Stück eroberten die Iraner ab 1982 verlorenes Territorium zurück. Die Rolle des Kriegstreibers lag nun auf Seiten Irans, denn der Kampf gegen den Irak einte das iranische Volk und verhalf damit der islamischen Revolution im Inneren zum endgültigen Durchbruch.

"Der Weg nach Jerusalem führt über Bagdad!"

... lautete die Losung der fanatisch kämpfenden Revolutionsgarden. Khomeini glaubte zu dieser Zeit, die islamische Revolution in die Nachbarländer exportieren zu können. Noch sechs Jahre tobte ein erbitterter Stellungskampf. Erst im Sommer 1988 akzeptierten beide Länder einen Waffenstillstand. Der Status quo ante war wieder hergestellt. Iran war international weitgehend isoliert. Der Irak, bis zum Schluss von den Großmächten protegiert, verkaufte den Waffenstillstand als Sieg.

Beide Länder hatten hunderttausende Tote zu beklagen. Die Kriegsschäden gingen in die hunderte Milliarden Dollar. Während es um den Iran nach dem Tod Khomeinis 1989 zunächst etwas ruhiger wurde, plante Saddam Hussein bereits sein nächstes Schurkenstück: Im August 1990 überfielen irakische Truppen Kuwait. Von gewaltigen Kriegsschulden geplagt, schien für Saddam die Lösung aller Probleme, den ölreichen Nachbarn einfach einzuverleiben. Doch auch diesmal hatte er sich verkalkuliert.

Quelle :.dradio.de
 
Heute vor genau 115 Jahren wurde mit dem späteren SS-Gruppenfüher und Generalleutnant der Polizei Jürgen Stroop einer der übelsten Kreaturen geboren, die jamals die Uniform eines deutschen Soldaten tragen durften.
Jürgen Stroop war als SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei verantwortlich für die Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghettos.

Hier eine kurze Biographie des Gruppenführers:

Jürgen (bis 1941: Josef) Stroop wächst in Detmold/Lippe als Sohn eines katholischen Polizeiwachtmeisters auf. Nach Besuch der Volksschule und einer Lehre als Vermessungsgehilfe meldet er sich 1914 als Kriegsfreiwilliger. 1932 tritt Stroop in die NSDAP und die SS ein.Die NSDAP, von internen Konflikten geschwächt und von Spaltung bedroht, wird bei den Reichstagswahlen stärkste Partei, aber auch diejenige mit dem größten Stimmenverlust. Weil aber der Wahlkreis Lippe auch dank Stroops aktiver Wahlkampfhilfe über dem Reichsdurchschnitt an NSDAP-Stimmen liegt, beschließt die Parteiführung, der Landtagswahl am 15. Januar 1933 Signalwirkung zu geben und Lippe durch Veranstaltungen mit den obersten Parteispitzen Hitler, Goebbels und Göring zu "erobern". Stroop wird zum "Führer" der aus SA- und SS gebildeten "Hilfspolizei" bestellt.Dem propagandistisch aufgeblasenen "Sieg von Lippe" folgen Machtübergabe und Machteroberung. Stroop führt in seinem Heimatbezirk, aus dem die Juden bereits vertrieben sind, die nun erst richtig einsetzende Welle von Gewalt gegen politische Gegner an. Seine Tatkraft darf er, durch Überspringen einiger Stufen zum SS-Offizier befördert, in den folgenden Jahren auch in Münster, Hamburg und Karlsbadzeigen, bevor er im September 1939 nach dem Überfall auf Polen zum Führer der "Selbstschutz" genannten volksdeutschen Miliz in Posen ernannt wird. In dieser Funktion kommandiert er die Verfolgung und Ermordung der polnischen Bevölkerung "mit besonderem Eifer und besonderer Grausamkeit", wie das Warschauer Gericht später feststellen wird. Von 1940bis 1942 führt er den SS-Abschnitt Gnesen, danach ist er als Höherer SS- und Polizeiführer in der Ukraine und im Kaukasus eingesetzt, um Februar 1943 als SS- und Polizeiführer nach Lemberg versetzt zu werden. Dort ist er u.a. dafür zuständig, Juden einzufangen und zu liquidieren, die aus den Ghettos und Lagern entkommen waren und sich dem Widerstand angeschlossen hatten. Er hatte sich bei "Säuberungen" und "Befriedungsaktionen" bereits als der Mann fürs Grobe bewährt, bevor er am 15. April 1943 mit der Räumung des Warschauer Ghettos beauftragt wird.
An dem sich formierenden Widerstand der Juden gegen ihre Deportation in die Vernichtungslager, der von der polnischen Heimatarmee unterstützt wird, war sein Vorgänger in Warschau gerade gescheitert. Nachdem der Einsatz nicht, wie geplant, in drei Tagen abgeschlossen ist, befiehlt Stroop, das Ghetto vollständig zu zerstören und seine Bewohner in ihren Häusern zu verbrennen.Vom 19. April bis zum 16. Mai 1943 fallen der "Großaktion" nach Schätzungen Stroops 71 000 Menschen, in der Mehrheit jüdische Zivilisten, zum Opfer. Für seine Mordexpedition mit dem Eisenen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet, bleibt Stroop zunächst als Höherer SS- und Polizeiführer (HSSPF) in Warschau. Die Ruinen des Ghettos werden von verschiedenen deutschen Stellen dazu benutzt, um dort unauffällig die Häftlinge des Gestapo-Gefängnisses Pawiak und außerhalb des Ghettos verhaftete Polen zu liquidieren. Auch Stroop führt dort Hinrichtungen durch, gleichzeitig beaufsichtigt er den Aufbau eines KZs auf dem zerstörten Gelände. Im Oktober 1943 wird er als HSSPF nach Griechenland versetzt, doch einen Monat später wieder abberufen, weil er in Kompetenzstreitigkeiten mit anderen SS-Dienststellen gerät. Er bekommt als HSSPF die Rhein-Westmark mit Sitz in Wiesbaden zugeteilt und wird nach 1944 zugleich Chef des XII. Wehrkreises. Als solcher befiehlt er die Liquidierungvon gefangenengenommenen US- Piloten. Dafür wird er am 21. März 1947 vom amerikanischen Militärgerichtshof in Dachau zum Tode verurteilt, am 30. Mai desselben Jahres jedoch nach Polen ausgeliefert. Dort wird er nach langen Voruntersuchungen erst am 18. Juli 1951 angeklagt, wobei das wichtigste Beweismaterial der von ihm selbst zur Niederschlagung des Warschauer Ghetto-Auftstandes verfasste "Stroop-Bericht" mit dem Titel "Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr" ist. Nicht so leicht zu dokumentieren waren die unzähligen Morde, die auf "die völlige Vernichtung des Polentums in den dem Reich angegliederten Gebieten" zielten. Stroop bekennt sich in dem Verfahren als "nicht schuldig" und wird am 23. Juli 1951 erneut zum Tode verurteilt. Sein Gnadengesuch an den Präsidenten der Polnischen Republik vom 12. Dezember 1951 wird abgelehnt und das Urteil am 6. März 1952 im Zentralgefängnis Mokotow in Warschau vollstreckt

Quelle : ARD

Jürgen Stroop :

Stroop_J.jpg



54.gif



Und hier sein berüchtigter Satz :

p164-3.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
@Moses
Der war als Stroop bezeichnet.
Ich habe ihn einfach aus dem Netz übernommen.
Ich werde ihn sofort entfernen.
Ist mir eben erst aufgefallen, daß Jon Voight Jürgen Stroop gespielt hat.
 
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