Militärgeschichte

Heute vor genau 67 Jahren, am 09.09.1943 wurde erstmals in der Geschichte ein Schlachtschiff durch eine Fernlenkwaffe versenkt.
Mit der sogenannten Fritz X erzielte Oberleutnant Schmetz einen Volltreffer auf dem italienischen Schlachtschiff Roma, welches daraufhin sank.

Schlachtschiff Roma :

ROMA-1.jpg




Roma

italien. Schlachtschiff, 9.6.40 Stapellauf, 14.6.42 in Dienst gestellt, 41 300 t, 31 Knoten, 240,7 m lang, 32,9 m breit, bis 1960 Mann Besatzung; 9x38,1 cm, 12x15,2 cm, 12x9 cm, 20 kleinere Fla-Waffen. Die Roma, modernstes Großkampfschiff der italien. Kriegsmarine, kam nicht mehr zu größeren Einsätzen. Sie wurde am 4.12.42 im Hafen von Neapel von amerikan. Maschinen der 9. Luftflotte erfolglos angegriffen, dann nach La Spezia (Ligurien) verlegt, wo sie am 5.6.43 einen leichten Bombentreffer erhielt. Wie in den Bestimmungen des Sonderwaffenstillstands mit den Alliierten (3.9.43) ausgehandelt, lief die Roma mit den Resten der italien. Schlachtflotte am 9.9.43 aus La Spezia Richtung Malta aus, wurde aber von der dt. Luftaufklärung erfasst und von 11 Do 217 des KG 100 mit Lenkbomben vom Typ Fritz X angegriffen. Dabei erzielte Oberleutnant Schmetz einen Volltreffer, sodass die Roma sank; 1254 Seeleute, darunter Flottenchef Admiral Bergamini, kamen ums Leben.


Fritz X :


fritz-x_1.jpg


Fritz X

Bezeichnung für die dt. Lenkbombe SD-1400x, basierte auf einer Standardbombe PC 1400 mit Kreuzflügeln und sechseckiger Schwanzflosse. Eine Entwicklung der Dt. Versuchsanstalt für Luftfahrt und von Rheinmetall-Borsig, war die Fritz X v.a. zum Angriff auf stark gepanzerte Schiffe bestimmt. Hinter dem 300-kg-Sprengkopf waren zwei Kreiselgeräte und ein Funkempfänger FuG 203 "Straßburg" eingebaut, sodass - ähnlich wie bei einem Modellflugzeug - die Anflugbewegungen der Gleitbombe vom Beobachter des abwerfenden Flugzeugs gelenkt werden konnten. Anfang 43 wurden die Dornier Do 217K der III./KG 100 mit dem Steuergerät "Kehl"-FuG 203 ausgerüstet, das auch für den Abwurf der Gleitbombe Hs 293 verwendet werden konnte. Später rüstete je eine Gruppe Fw 200 und He 177 beim KG 40 zu Lenkwaffenträgern um. Beim ersten Einsatz über dem Mittelmeer versenkte eine Do 217 mit einer einzigen Fritz X am 9.9.43 das italien. Schlachtschiff Roma, das sich zu den Alliierten absetzen wollte. Mit Erfolg wurde die Bombe auch gegen Schiffsansammlungen vor Salerno eingesetzt, u.a. wurde das brit. Schlachtschiff Warspite so schwer getroffen, dass es für sechs Monate ausfiel. Nur kleinere Erfolge gelangen mit der Fritz X bei der Bekämpfung der Invasionsarmada vor der Normandie im Juni 44. Die Weiterentwicklung der Bombe wurde Ende 44 zusammen mit der Bomberfertigung eingestellt.
 
Nochmal nen Nachtrag zu Jedihammers Beitrag:

Entsprechend den Waffenstillstandsbedingungen läuft die ital. Flotte (Adm. Bergamini ) mit den Schlachtschiffen Vittorio Veneto, Roma und Italia (9. Div., Adm. Accorretti), den Kreuzern Eugenio di Savoia, Duca d´Aosta und Montecuccoli (7. Div., Div.Adm. Oliva) und den Zerstörern Mitragliere, Fuciliere, Carabiniere, Velite (12. Fl., Kpt.z.S. Marini), Legionario, Oriani, Artigliere und Grecale (14. Fl., Kpt.z.S. Baldo) von La Spezia aus und vereinigt sich mit den von Genua kommenden Kreuzern Duca degli Abruzzi, Garibaldi, Regolo (8. Div., Adm. Bianheri) und dem T-Boot Libra.

Von der dt. Luftaufklärung erfasst, wird der Verband am 9.9. nachmittags von 11 Do 217 der III./K.G. 100 von Istres bei Marseille aus westlich der Straße von San Bonifacio mit Gleitbomben FX 1400 angegriffen. Oblt. Schmetz erzielt einen Volltreffer auf der Roma, die daraufhin sinkt (1352 Tote, 596 Überlebende). Die Italia wird durch Treffer beschädigt.

roma.jpg


Die von Castellamare kommenden Zerstörer Da Noli und Vivaldi werden in der San-Bonifacio-Straße durch dt. Küstenbatterien beschossen und gehen durch Minen- bzw. Artillerietreffer verloren. Die Besatzung der Vivaldi wird vom brit. U-Boot Sportsman gerettet.

Von den zur Bergung Überlebender zurückgelassenen Regolo, Mitragliere, Fuciliere und Carabiniere und den herangerufenen T-Booten Libra, Orione, Orsa, Impetuoso und Pegaso gehen Libra und Orione nach Bône, die übrigen laufen Port Mahon auf den Balearen an und lassen sich internieren, Pegaso und Impetuoso versenken sich nach einer Kollision vor dem Hafen selbst.

Die restliche Flotte läuft unter Führung von Div.Adm. Oliva nach Malta und wird am 10.9. von den brit. Schlachtschiffen Warspite und Valiant und den Zerstörern Faulknor, Fury, Echo, Intrepid, Raider, Vasilissa Olga (griech.) und Le Terrible (franz.) aufgenommen.


Von Tarent geht am 9.9. Adm. Da Zara mit den Schlachtschiffen Andrea Doria und Caio Duilio (5. Div.), den Kreuzern Cadorna und Pompeo Magno und dem Zerstörer Da Recco in See und trifft am 10.9. in Begleitung des Schlachtschiffes King George V. in Malta ein. Aus den Adria-Häfen treffen außerdem das Schlachtschiff Giulio Cesare, das Flugzeugmutterschiff Miraglia, der Zerstörer Riboty, das T-Boot Sagittario in Malta ein. Ferner versammeln sich die Anfang September in Erwartung einer alliierten Landung im Raum vor Salerno aufgestellten und die fahrbereit in ital. Häfen liegenden ital. U-Boote (insgesamt 33) in alliierten Häfen. Bis zum 12.9. erreichen aus Häfen des Tyrrhenischen Meeres 11 T-Boote, 8 Korvetten sowie kleinere Fahrzeuge Palermo.

Wenige intakte ital. Schiffe werden in den von dt. Truppen besetzten Häfen nach kurzen Ausbesserungsarbeiten von der Kriegsmarine übernommen. Darunter befinden sich die Zerstörer Turbine (Piräus, dt. TA 14) und Crispi (Piräus, TA 15); die Torpedoboote Castelfidardo (Suda, dt. TA 16), San Martino (Piräus, dt. TA 17), Solferino (Suda, dt. TA 18), Calatafimi (Piräus, dt. TA 19), Impavido (Portoferraio, 16.9., dt. TA 23) und Ardito (Portoferraio, 16.9., dt. TA 25); die U-Boote Finzi (Bordeaux, dt. UIT 21), Bagnolini (Bordeaux, dt. UIT 22), Giuliani (Singapur, dt. UIT 23), Cappellini (Sabang, dt. UIT 24), Torelli (Singapur, dt. UIT 25), S 1 - 9 (Ostsee, dt. U 428, U 746, U 747, U 429, U 748, U 430, U 749, U 1161 und U 750 - ihre ursprüngliche Bezeichnungen) sowie die Korvette Vespa (Pozzuoli, dt. UJ 2221).

Die meisten Schiffe aber sind nicht fahrbereit, da sie schwer beschädigt oder zur Reparatur aufliegend von ihren ital. Besatzungen selbstversenkt oder unbrauchbar gemacht wurden.

Darunter befinden sich:

das Schlachtschiff Cavour (Triest),

die Kreuzer Bolzano (La Spezia), Gorizia (La Spezia), Taranto (La Spezia), Bari (Livorno), FR 11 (ex-franz. Jean de Vienne, Toulon) und FR 12 (ex-franz. La Galissonnière, Toulon); das Kanonenboot (alter Kreuzer) Cattaro (ex-jugosl. Dalmacija, später dt. Niobe);

die Zerstörer Zeno (La Spezia), Corazziere (Genua), Maestrale (Genua), Dardo (Genua, später dt. TA 31), Premuda (Genua, ex-jugosl. Dubrovnik, später dt. TA 32), Sebenico (Venedig, ex-jugosl. Beograd, später dt. TA 43), Pigafetta (Fiume, später dt. TA 44), FR 21 (La Spezia, ex-franz. Lion), FR 22 (La Spezia, ex-franz. Panthère), FR 24 (Savona, ex-franz. Valmy), FR 32 (Genua, ex-franz. Siroco), FR 33 (Toulon, ex-franz. L'Adroit), FR 34 (Imperia, ex-franz. Lansquenet), FR 35 (Toulon, ex-franz. Bison), FR 36 (Toulon, ex-franz. Foudroyant) und FR 37 (Savona, ex-franz. Le Hardi);

die Torpedoboote Cascino (La Spezia), Ghibli (La Spezia), Montanari (La Spezia), Procione (La Spezia), Papa (Genua), Insidioso (Pola, später dt. TA 21), Missori (Durazzo, später dt. TA 22), La Masa (Neapel), Partenope (Neapel), Audace (Venedig, später dt. TA 20) und Lira (La Spezia, später dt. TA 49); die U-Boote Ambra (La Spezia), Aradam (Genua), Sirena (La Spezia), Sparide (La Spezia, später dt. UIT 15), Volframio (La Spezia), Murena (La Spezia, später dt. UIT 16), Argo (Monfalcone), Ametista (Ancona), Serpente (Ancona), Beilul (Monfalcone), Nautilo (Venedig, später dt. UIT 19), FR 113 (Genua, ex-franz. Requin), FR ??? (Genua, ex-franz. Poincaré), FR 114 (Castellamare, ex-franz. Espadon), FR 115 (Pozzuoli, ex-franz. Dauphin) und Baiamonti (La Spezia, ex-jugosl. Smeli)

die Korvetten Berenice (Triest), Euterpe (La Spezia, später dt. UJ 2228), Persefone (La Spezia, später dt. UJ 2227), Artemide (Livorno, später dt. UJ 2226), Antilope (Livorno, später dt. UJ 6082), Camoscio (Livorno, später dt. UJ 6081), FR 51 (La Spezia, ex-franz. La Batailleuse, später dt. SG 23), FR 53 (Toulon, ex-franz. Chamois), FR 54 (Toulon, ex-franz. L'Impetueuse, später dt. SG 17), FR 55 (Toulon, ex-franz. La Curieuse, später dt. SG 16) und FR 56 (Toulon, ex-franz. Dédaigneuse) sowie zahlreiche kleinere Fahrzeuge.


In der Ausrüstung befindliche Neubauten werden von den Deutschen weitergebaut und teilweise in Dienst gestellt:
das Schlachtschiff Impero (Triest, aufgegeben);

die Flugzeugträger Sparviero (ex-Passagierschiff Augustus, Genua, aufgegeben) und Aquila ex-Passagierschiff Roma, Genua, aufgegeben);

die Kreuzer Etna und Vesuvio (Triest, aufgegeben), Cornelio Silla (Genua, aufgegeben), Giulio Germanico (Castellamare, selbstversenkt von den Deutschen), Caio Mario (La Spezia, sabotiert) und Ottaviano Augusta (Ancona, aufgegeben);

der Zerstörer Corsaro (ex-Squadrista, später dt. TA 33); die Torpedoboote Intrepido (Genua, später dt. TA 26), Arturo (Genua, später dt. TA 24), Auriga (Genua, später dt. TA 27), Rigel (Genua, später dt. TA 28), Eridano (Genua, später dt. TA 29) Dragone (Genua, später dt. TA 30), Stella Polare (Fiume, später dt. TA 36), Gladio (Triest, später dt. TA 37), Spada (Triest, später dt. TA 38), Daga (Triest, später dt. TA 39) und Pugnale (Triest, später dt. TA 40);

die U-Boote Grongo (Muggiano, später dt. UIT 20), CM 1 (Monfalcone, später dt. UIT 17) und S 10 (Danzig, dt. U 1162);

die Korvetten Egeria (Monfalcone, dt. UJ 201), Melpomene (Monfalcone, dt. UJ 202), Colubrina und Spingarda (Venedig, dt. UJ 205 und UJ 208) sowie Tuffetto (Genua, dt. UJ 2222).

Von den auf Helgen erbeuteten Schiffen werden nur wenige von der Kriegsmarine in Dienst gestellt:

die Torpedoboote Lancia (Triest, dt. TA 41), Alabarda (Triest, dt. TA 42), Spica (Fiume, dt. TA 45), Fionda (Fiume, dt. TA 46) und Balestra (Fiume, dt. TA 41);

die U-Boote R 10 - 12 (La Spezia, dt. UIT 1 - 3), R 7 - 9 (Monfalcone, dt. UIT 4 – 6), Bario, Litio, Sodio, Potassio, Rame, Ferro, Piombo und Zinco (Monfalcone, dt. UIT 7 - 14) sowie CM 2 (Monfalcone, dt. UIT 18);

Korvetten Tersicore und Euridice (Monfalcone, dt. UJ 203 und UJ 204), Bombarda, Carabina und Scure (Venedig, dt. UJ 206, UJ 207 und UJ 209), Marangone, Strolaga und Ardea (Genua, dt. UJ 2223,UJ 2224 und UJ 2225) sowie Capriolo, Alce, Renna, Cervo, Daino und Stambecco (Livorno, dt. UJ 6083, UJ 6084, UJ 6085, UJ 6086, UJ 6087 und UJ 6088).
 
Ohne den festen Willen Adolf Hitlers zum Überfall auf Polen in Frage stellen zu wollen möchte ich doch etwas erwähnen.
Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, hat zwei Mitglieder ihres Verbandes verteidigt, welche behauptet hatten der Überfall Deutschlands auf Polen sei ob der bereits im März 1939 erfolgten Mobilisierung Polens nur der zweite Schritt gewesen.
Dies ist natürlich historischer Unsinn.
Hitler war fest entschlossen Polen militärisch anzugreifen. Siehe hier die Besprechung vom 23.05.1939

Hier ein kurzer Auszug :

Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten


Es entfällt also die Frage Polen zu schonen und bleibt der
Entschluß, bei erster passender Gelegenheit Polen
anzugreifen.

An eine Wiederholung der Tschechei ist nicht zu glauben. Es
wird zum Kampf kommen. Aufgabe ist es, Polen zu isolieren.
Das Gelingen der Isolierung ist entscheidend.

Das komplette Protokoll ist hier nachzulesen :NS-Archiv : Dokumente zum Nationalsozialismus : Die Schmundt-Mitschrift


Es ist allerdings ebenso historischer Fakt, daß Polen nach der deutschen besetzung der Rest-Tschechei und der Wiedereingleiderung des Memel-Landes am 23.03.1939 eine Teilmobilisierung durchgeführt hat

Es wurden fünf Divisionen mobilisiert.
Eine Kavallerei-Division und vier Infanterie-Divisionen.
 
@Jedihammer: Vielen Dank für deine Klarstellung zu den umstrittenen und heiß diskutierten Äußerungen von Erika Steinbach und anderen Mitgliedern des Bundes der Vertriebenen. Manchmal hat man wirklich das Gefühl, einige Leute wollen die historischen Tatsachen nicht wahrhaben oder wider besseres Wissen verdrehen.
Deinen Beitrag über die Versenkung der Roma fand ich sehr interessant, das habe ich sicher schon mal irgendwo und irgendwann gelesen, aber wohl wieder vergessen, weil ich mich für die italienische Marine nicht so sehr interessiere.

@Lord Crudelito: Dankeschön auch an dich für deine ausführliche Auflistung der Schicksale der Schiffe der italienischen Marine. Mich würde jetzt aber noch deine Quelle interessieren. Es wäre schön, wenn du in Zukunft ebenso immer angeben könntest, woher du die Infos für deine Beiträge hast, so wie es jetzt Jedihammer tut, dafür bekommt er von mir auch ein Extralob!
 
@Jedihammer: Vielen Dank für deine Klarstellung zu den umstrittenen und heiß diskutierten Äußerungen von Erika Steinbach und anderen Mitgliedern des Bundes der Vertriebenen. Manchmal hat man wirklich das Gefühl, einige Leute wollen die historischen Tatsachen nicht wahrhaben oder wider besseres Wissen verdrehen.

Diese Teilmobilisierung war natürlich eher ein symbolischer Akt.
Man wollte mit den Muskeln spielen und Hitler zeige "Mit uns nicht"
Eine militärische Absicht das Reich anzugreifen bestand natürlich nicht.
Das wäre mit nur 5 Divisionen wohl auch kaum gelungen ;)


Deinen Beitrag über die Versenkung der Roma fand ich sehr interessant, das habe ich sicher schon mal irgendwo und irgendwann gelesen, aber wohl wieder vergessen, weil ich mich für die italienische Marine nicht so sehr interessiere.

Danke schön.
 
Diese Teilmobilisierung war natürlich eher ein symbolischer Akt.
Man wollte mit den Muskeln spielen und Hitler zeige "Mit uns nicht"
Eine militärische Absicht das Reich anzugreifen bestand natürlich nicht.
Das wäre mit nur 5 Divisionen wohl auch kaum gelungen ;)

Genau so sehe ich das auch, Polen hätte Deutschland nicht angegriffen, auch weil es mit seinem Heer, das doch sehr schwach und mit veralteten Waffen ausgerüstet war, schlicht und einfach keine Chance gegen die hochmodern ausgestattete und in jeder Beziehung viel stärkere Wehrmacht gehabt hätte.

Bitteschön, es freut mich, dass du doch auch immer wieder spannende Details des Seekriegs erwähnst, obwohl du ja Land- und Luftkriegs-Experte bist :cool:
 
Ich will mal kurz etwas aufzeigen.
Ich war heute seit langer Zeit mal wieder auf der Seite von Wikiihrwißtschonwas.
Nur um einmal einen der 1 00 000 000 000 Fehler dieser " Koryphäen" aufzuzeigen :

Auf dieser Seite: 12. September ? Wikipedia

Lallen die im Bezug auf die Befreiung des Duce am 12.09.1943 etwas von einem "Generalleutnant Kurt Student"

Wikiiichweisnichtwovonichlalle schrieb:
1943: Unternehmen Eiche: Deutschen Fallschirmjägertruppen unter Generalleutnant Kurt Student gelingt es, den abgesetzten italienischen Diktator Benito Mussolini aus seiner Haft auf dem Gran Sasso in den Abruzzen zu befreien.

Nur mal zur historischen Richtigkeit :

Der spätere Generaloberst Kurt Student wurde am 29.05.1940 zum General der Flieger befördert.
Also nix mit "Generalleutnant" Kurt Student am 12.09.1943.

Generaloberst Kurt Student :

Kurt+Student




Kurt Student

dt. Generaloberst (13.7.44)geboren 12. Mai 1890 Birkholz (Kreis Züllichau Schwiebus)gestorben 1. Juli 1978 Bad Salzuflen
1910 Eintritt ins Heer, im 1. Weltkrieg bei den Fliegern, 1918 Hauptmann, danach Referent für Flugtechnik und beteiligt an der heiml. Luftrüstung, 1933 Kommandeur der Techn. Schulen, später der Erprobungsstelle Rechlin, Inspekteur der Fliegerschulen und Höherer Fliegerkommandeur 3. Am 1.4.38 zum Generalmajor ernannt, wurde Student am 1.7.38 Kommandeur der Fallschirmtruppe, seit September 38 der 7. Fliegerdivision, die zu Beginn des Feldzugs im Westen zur Wegnahme strateg. wichtiger Brücken (u.a. in Rotterdam) und Stellungen eingesetzt wurde. Für seine Verdienste dabei wurde der erst am 1.1.40 zum Generalleutnant beförderte Student schon am 29.5.40 zum General der Flieger ernannt und im folgenden Jahr als Kommandierender General des XI. Fliegerkorps mit der Eroberung Kretas aus der Luft beauftragt. Seine Fallschirmjäger hatten nur noch einmal einen spektakulären Luftlandeeinsatz, als sie am 12.9.43 Mussolini aus der Haft auf dem Gran Sasso befreiten (Unternehmen "Eiche"). Student war danach vom 1.5. bis zum 18.11.44 und erneut vom 10. bis zum 18.4.45 OB der 1. Fallschirmarmee. In der Zeit dazwischen führte er die Heeresgruppe H und wurde am 28.4.45, wenige Tage vor Kriegsende, noch OB der Heeresgruppe Weichsel. Am 28.5.45 verhaftet, wurde Student von einem amerikan. Militärgericht zu 5 Jahren Haft verurteilt, aber schon wenig später nach einer erfolgreichen Berufung freigelassen.

Ritterkreuz (12.5.40) mit Eichenlaub (27.9.43).
 
Hab es mal verbessert, sogar richtig. Also General der Fallschirmtruppe. :p

Stimmt, Kurt Students Rang wurde umbenannt(was übrigens häufiger vorgekommen ist).
Aber zunächst lautete sein Diensgrad "General der Flieger""
Adolf Hitler selber hat auf seiner Rede im Reichstag zum Sieg im Westen selber gesagt "General der Flieger Student wurde selbst schwer verwundet"

Man muß da übrigens Vorsichtig sein, denn es gab in der Wehrmacht auch Diensstellungen die zwar als General bezeichnet wurden, aber von einem Offizier besetzt wurden, der nicht im Generalsrang stand.

Bestes Beispiel wären hier die beiden Brillantenträger Werner Mölders und Gordon M. Gollob.
Beide hatten die Dienststellung eines "General der Jagdfliefer", standen aber nur im Dienstgrad eines Obersten.
 
Mal eine Anmerkung aus eigener Erfahrung zum Problem der Fehler:
Das besteht bedauerlicherweise nicht nur im Bereich von Internet-Infoseiten aller Art. Denn leider finden sich nicht nur auf Wikipedia, sondern auch anderswo immer mal wieder unrichtige Angaben über Daten, Fakten, Namen, Ränge usw. Sogar in der historischen Fachliteratur, die ja normalerweise von echten Kennern der Materie, meist promovierten Historikern, verfasst wurde, stehen immer mal wieder falsche Angaben, was eigentlich mMn bei sorgfältiger Redaktion und Korrektur des Textes vermeidbar wäre.

Dazu ein mMn krasses Beispiel: Vor einigen Jahren erschien mal in einer überregionalen Tageszeitung, die einen sehr guten Ruf und hohes journalistisches Niveau hat, ein Artikel über Großadmiral Alfred von Tirpitz von einem Historiker, der auch ein Buch über das Flottenwettrüsten zwischen dem Deutschen Kaiserreich und Großbritannien geschrieben hat. Bei dem Historiker, dessen Name mir entfallen ist, handelte es sich entweder um einen Engländer oder Amerikaner, auch was der genaue Anlass für die Veröffentlichung des Artikels war, weiß ich jetzt nicht mehr.
Jedenfalls behauptete der Autor in diesem Artikel, Tirpitz sei der einzige deutsche Großadmiral gewesen. Und das ist, wie jeder weiß, der sich einigermaßen in der Militärgeschichte auskennt, vollkommen falsch. Bis 1918 gab es im Deutschen Kaiserreich außer Kaiser Wilhelm II. vier Großadmirale: Hans von Koester, Prinz Heinrich von Preußen (Bruder des Kaisers), Alfred von Tirpitz und Henning von Holtzendorff.
 
@Isabella

Natürlich können auch einem Historiker einmal Fehler unterlaufen.
Schon deshalb weil die Geschichtswissenschaft ein viel zu großes Feld ist um da allumfassend Experte zu sein.
Deshalb gibt es ja auch die Hiostoriker die sich auf gewiße Gebiete der Geschichte spezialisieren.


Dieses "Lexikon" namens Wiki*********** ist aber gerade zu verseucht mit fehlern.
Was ich da schon gelesen habe hat mich weinen lassen und sich mir die Fußnägel aufrollen lassen.
Wenn ich jeden Fehler den ich finde hier erwähnen würde hätten dieser Thread in 3 Wochen den Fußball-Thread als Thread mit den meisten beisträgen abgelöst.
Alleine was da schon über die Generalfeldmarschälle Walter Model, Friedrich Paulus und Ferdinand Schörner drinn stand oder gar über Generaloberst Herrmann Hoth war einfach nur(nein ich sags nicht).


Und das nur in Themen in denen ich mich auskenne.
Da diese Fehler mit Sicherheit nicht nur im Militärbereich vorkommen ist dieses "Werk" eher als Hort der Falschinformation zu bewerten, um es mal milde auszudrücken.
Deswegen ist natürlich NICHT jeder Autor dort ein ahnungsloser Dummkopf.
Aber die Ahnungslosen sind wohl dort in der gewaltigen Überzahl.Wir haben es ja hier gesehen(nein David, Du bist damit nicht gemeint)
Es wird dem besten Experten nicht gelingen einen historisch korrekten Beitrag dort zu verfassen, wenn ihn jeder dahergelaufene Ahnungslose wieder verändern darf.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Jedihammer: Das geht überhaupt nicht anders: Zwar sollte jeder Historiker "alles können", wie mein Professor Eberhard Jäckel mal sagte, aber jeder muss sich auch spezialisieren, denn die gesamte Geschichte der Menschheit ist viel zu umfassend, deshalb ist es schlicht und einfach unmöglich, alles zu wissen, dafür ist die Datenmenge einfach zu groß.

Bei Wikipedia ist natürlich die Möglichkeit, dass jeder, egal ob "Experte" oder nicht, da mitmachen kann, das eigentliche Problem. Deshalb finde ich es auch nicht in Ordnung, dass viele Journalisten einfach Wikipedia als Info-Quelle heranziehen. Man sollte mindestens noch eine, besser mehrere andere Quellen nutzen, schon um eine möglicherweise falsche Angabe korrigieren zu können.
Andererseits habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass es auch Beiträge gibt, die keine Fehler enthalten, und zwar durchaus auch im militärhistorischen Bereich, die habe ich dann anhand meiner Fachliteratur überprüft und siehe da - alles war richtig.

Aber mir ging es jetzt wirklich darum, mal darauf hinzuweisen, dass eben auch mehr oder weniger alle anderen Quellen Fehler enthalten, egal in welcher medialen Form sie vorliegen. Bist du dir zum Beispiel hundertprozentig sicher, dass die von dir zitierten Quellen völlig fehlerfrei sind?

Was auch wirklich ärgerlich ist, sind die vielen unterschiedlichen Zahlen. So hab ich z.B. zur Vorbereitung eines Vortrags über die Skagerrakschlacht verschiedene Fachbücher gelesen, und in jedem waren andere Zahlen zu den deutschen und britischen Opfern (Tote und Verwundete) angegeben.
Dasselbe gilt für fast alle wichtigen Ereignisse des Ersten und Zweiten Weltkriegs - auch die Gesamtopferzahlen werden unterschiedlich angegeben. Da liest man mal, im Zweiten Weltkrieg kamen 55 Millionen Menschen ums Leben, woanders 60...
Aber ich glaube, wie viele es genau waren, wird man nie herausbekommen, einfach auch deshalb, weil viele Teilzahlen, z.B. Opfer der Zivilbevölkerung, nur auf Schätzungen beruhen. Und bekanntlich sind bis heute noch viele Schicksale von Kriegsteilnehmern ungeklärt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Diese Teilmobilisierung war natürlich eher ein symbolischer Akt.
Man wollte mit den Muskeln spielen und Hitler zeige "Mit uns nicht"
Eine militärische Absicht das Reich anzugreifen bestand natürlich nicht.
Das wäre mit nur 5 Divisionen wohl auch kaum gelungen ;)
Danke schön.

Nunja, damals hatte zumindest die Öffentlichkeit in Polen durchaus die Vorstellung das ein "Marsch auf Berlin" möglich und siegreich sein würde.
Und selbst in den ersten Septembertagen '39 hatte man eher die Vermutung das polnische Truppen nin Berlin einmarschieren als deutsche Truppen in Warschau.
Polen hatte mMn eine vollkommen falsche Vorstellung über die eigenen Möglichkeiten und denen der Deutschen.
Damit waren sie ja auch in guter Gesellschaft wie man ja später am Westfeldzug sehen konnte.
 
Nunja, damals hatte zumindest die Öffentlichkeit in Polen durchaus die Vorstellung das ein "Marsch auf Berlin" möglich und siegreich sein würde.
Und selbst in den ersten Septembertagen '39 hatte man eher die Vermutung das polnische Truppen nin Berlin einmarschieren als deutsche Truppen in Warschau.
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Ja ich weiß.
Der berühmte polnische Ausdruck vom "Koloß auf tönernen Füßen"
Man träumte davon die deutsche Wehrmacht in einem "heroischen" Kampf zu vernichten und Berlin dem Erdboden gleich zu machen.
Die polnischen militärs und Politiker hingegen waren sich m.A.n. sehr wohl über den wahren Sachverhalt im klaren.





Übrigens, heut vor genau 30 Jahren kam das türkische Militär seinem verfassungsauftrag nach und fegte die Regierung Demirel weg und übernahm selber die vollziehende Gewalt in der Türkei.

ewg57.jpg
 
Ja ich weiß.
Der berühmte polnische Ausdruck vom "Koloß auf tönernen Füßen"
Man träumte davon die deutsche Wehrmacht in einem "heroischen" Kampf zu vernichten und Berlin dem Erdboden gleich zu machen.
Die polnischen militärs und Politiker hingegen waren sich m.A.n. sehr wohl über den wahren Sachverhalt im klaren.
Naja wobei die in ihrer Rechnung sicherlich den Beistand durch Frankreich und England einkalkuliert haben. War es nicht schon einmal in den dreißigern, wo die polnische Regierung die französische dazu drängte gemeinsam Deutschland anzugreifen?:verwirrt: Ich meine mal was in die Richtung gelesen zu haben.

Was mich bei dem Thema am meisten enttäucht, ist das kaum erwähnt wird, dass das damalige Polen im Umgang mit Minderheiten nicht wirklich anders war, als das deutsche Reich.
 
Naja wobei die in ihrer Rechnung sicherlich den Beistand durch Frankreich und England einkalkuliert haben. War es nicht schon einmal in den dreißigern, wo die polnische Regierung die französische dazu drängte gemeinsam Deutschland anzugreifen?:verwirrt: Ich meine mal was in die Richtung gelesen zu haben.
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Marschall von Polen Josef Pilsudski hat im Jahre 1933 zweimal versucht, die Westmächte für einen Präventivkrieg gegen das Deutsche Reich zu gewinnen.
Beide Male wurde das Ansinnen abgelehnt.



Was mich bei dem Thema am meisten enttäucht, ist das kaum erwähnt wird, dass das damalige Polen im Umgang mit Minderheiten nicht wirklich anders war, als das deutsche Reich.

Oh, das damalige Polen war ein durch und durch nationalistischer und auch antisemitischer Staat.
Du hast Recht, das wird heute gerne "übersehen"
 
Heute möchte ich an einen bedeutenden deutschen Admiral erinnern, der am 13. September 1863 geboren wurde: Franz Ritter von Hipper. Der bayerische Marineoffizier spielte eine wichtige Rolle in der Seeschlacht vor dem Skagerrak am 31. Mai und 1. Juni 1916, die damals als deutscher Sieg gefeiert wurde, heute jedoch als unentschieden beurteilt wird, weil sich dadurch die seestrategische Situation - die Blockade der Deutschen Bucht durch die britische Grand Fleet - nicht veränderte. Für seine taktisch geschickte und kühne Führung der Aufklärungsstreitkräfte wurde er nach der Skagerrakschlacht mit dem einst von Friedrich dem Großen gestifteten Verdienstorden Orden Pour le Mérite ausgezeichnet.

Nach Hipper wurden der Schwere Kreuzer Admiral Hipper der Kriegsmarine und die Schulfregatte Hipper der Bundesmarine benannt.

Hier ein Link zu einer Infoseite über die Kaiserliche Marine:

Hipper, Franz Ritter von Hipper (1863-1932)
 
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