N'zoth

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Michael von Berchem, Darth Sikarius, Teneb Dask, UX-23


Michael blieb regungslos sitzen, während Darth Sikarius sprach. Zumindest äußerlich. Innerlich allerdings begann seine Geduld langsam zu bröckeln. Nicht nur wegen der Arroganz des Sith – die war erwartbar gewesen. Ebenso die unterschwelligen Beleidigungen, die unhöfliche Art zu sprechen. Was Michael tatsächlich störte, war die offensichtliche Ignoranz gegenüber der Realität dieses Krieges. N’zoth war kein Trainingsgelände des Ordens und Michael war auch kein nervöser Gouverneur, der beim ersten Fauchen eines Sith einknicken würde. Während dort draußen Menschen starben, Nachschub organisiert und Frontlinien sich von Minute zu Minute verschoben. Verlor sich Darth Sikarius in seinen Machtspielchen auf die Michael auch noch eingegangen ist. Michael nahm langsam seine Tasse zur Hand, trank einen kleinen Schluck und stellte es mit kontrollierter Ruhe wieder ab.

„Wisst Ihr, Mylord”, begann er schließlich ruhig, zu ruhig. „Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Macht… und Kontrolle.“

Sein Blick ruhte direkt auf Darth Sikarius. Fest und Unnachgiebig.

„Macht besitzt hier beinahe jeder zweite Offizier mit einem eigenenem Kommando. Kontrolle dagegen… besitzen nur die wenigsten.“

Für einige Sekunden herrschte wieder Stille im Raum. Michael stand langsam auf und trat einige Schritte um den Holotisch herum. Seine Hände lagen hinter dem Rücken verschränkt, während sein Blick kurz über die taktischen Markierungen Giat Nors wanderte.

„Ihr sprecht von Symbolen, von Angst und Zerstörung und glaubt offenbar, dass sich dieser Planet allein durch Gewalt brechen lässt.“

Nun wurde seine Stimme merklich kälter und strenger.

„Wenn das tatsächlich funktionieren würde, wäre N’zoth längst befriedet und ich müsste mich jetzt nicht mit euch auseinandersetzen.“

Er blieb schließlich direkt gegenüber der großen Panoramascheibe stehen. Dann drehte er sich langsam wieder um.

„Die Yevethaner kämpfen nicht weiter, weil sie glauben gewinnen zu können, wie sie es anscheinend nicht bemerkt haben, sie kämpfen weiter, weil sie überzeugt sind, dass wir sie vernichten werden, sie auslöschen werden!“

Ein kurzer Moment verstrich.

„Und genau deshalb werde ich sicher nicht blindlings irgendeinen Palast vaporisieren, nur damit irgendjemand sich fünf Minuten mächtig fühlen kann.“

Michael wusste genau, wie gefährlich es war, so mit einem Sith zu sprechen. Aber ebenso wusste er, dass jede Form von Unterwürfigkeit ihn in den Augen solcher Männer sofort schwach wirken ließ.

„Ich führe hier keinen Vernichtungsfeldzug, ich bin hier eine Permanente imperiale Herrschaft zu etablieren.“

Sein Blick verengte sich leicht.

„Das bedeutet Verwaltung. Kontrolle. Infrastruktur. Einschüchterung wenn nötig. Propaganda wenn sinnvoll. Und Gewalt dort, wo sie strategisch erforderlich ist nicht da wo ein wild gewordener Sith Lord es will, dass können sie gerne an der Kriegsfront mit der Republik veranstalten. Da wir ja auch schon beim du sind, darfst DU mich sehr gerne mit einem herr Gouverneur, Herr Viscount oder auch meinetwegen Herr von Berchem ansprechen! Ich bin Politiker, aber mit Sicherheit niemand, der eine potentielle Waffe einfach in die Tonne tritt oder sich einfach durch einen Berg von Fleisch hackt, dass kannst DU ja selber auf einem Planeten machen, wo du der Verwalter bist!”

Die letzten Worte klangen beinahe verächtlich. Dann glitt sein Blick kurz zu dem Schüler von diesem Idioten. Michael vermied es bewusst, den Schüler direkt anzusprechen oder ihn aktiv in die Unterhaltung hineinzuziehen. Sith oder nicht beide waren eigenständige Akteure und Michael war klug genug, sich nicht unnötig zwischen deren interne Konflikte einzumischen, auch wenn der Mann vielleicht irgendwann ein interessanter Verbündeter werden könnte. Stattdessen richtete er seine Aufmerksamkeit wieder vollständig auf Darth Sikarius.

„Falls DU glaubst, ich würde hier draußen einfach irgendein weiterer Bürokrat sein, den man mit ein paar Drohungen oder Machtspielchen beeindrucken kann, dann unterschätzt du mich gewaltig, ich hab mich bei dir anscheinend aber gewaltig verschätzt. Und im Übrigen, hast du etwa im Chaos hinter Csilla gelebt? Wir sind im Krieg mit der Republik, ja ich habe hier Personalmangel, meine Streitkräfte sind nicht mal auf 70 Prozent der ursprünglichen Stärke, Imperiale Truppen sind nur begrenzt einsatzfähig da diese… IM! KRIEG! SIND! Ich hab nicht mal eine verfluchte Putzfrau der ich einen Blaster in die hand drücken könnte, bist du etwa SO oder tust du gerade nur so realitätsfern? Und du Droide falls ich noch ein Wort aus deinem Blechkörper höre mache ich dir ein loch in deinen Blechkörper!”

Michael stand mit seinen Fäusten auf dem Tisch direkt vor den Sith, er war gereizt von diesem sich selbst zu wichtig nehmenden Sith der anscheinend denkt das er auch noch irgendwas intelligentes von sich gegeben hat außer sein idiotisches ‘Draufhauen und dann versuchen Kontrolle zu etablieren’ Gedankengut.

“Und nehmen sie ihre verdreckten Stiefeln von meinen Möbeln, bevor ich den Beistelltisch noch zertrümmer."

Michael musste erst einige tiefe Atemzüge nehmen, bevor er wieder einen annehmbaren Puls hatte. Michael fuhr fort, nachdem er sich wieder etwas gefangen hatte.

„Verwechselt meinen Respekt für euch nicht mit Hörigkeit. Ich bin keiner eurer Diener.“

Sein Blick blieb unbeirrt auf Darth Sikarius ruhen. Bei seinem vorausgehenden Ausbruch wird der Sith vielleicht sein Betragen nochmal überdenken und ihn gemäß seines Imperialen Ranges entsprechend ansprechen, da stand die Chance den Konflikt morgen friedlich zu beenden aber deutlich höher.

„Denn während Sith kommen und gehen… bleibt am Ende trotzdem irgendjemand zurück, der diesen verdammten Planeten tatsächlich regieren muss. Sie werden immerhin wieder an die Front gehen und ich bin hier und muss damit arbeiten was dann noch bleibt. Ich will versuchen die Yevethaner zur Kooperation zu bringen und wenn das gerade nur durch das sichern von Symbolen ist um den Yevethanern zu zeigen das wir als Imperium gewillt sind ihre Kultur zu bewahren indem wir Kunst und Kultur vor einem Inferno bewahren gibt es eine Chance eine erneute Rebellion zu verhindern. Sture Machtpolitik und Unterdrückung hat ja ganz offensichtlich nicht gefruchtet, ebenso wenig wie rohe gewalt, also reiche ich ihnen nach einer gehörigen Lektion die Hand. Die Yevethaner können sich dann immer noch für den Krieg entscheiden und ihre Spezies vernichten.“

Michael wusste zwar, dass die Chancen darauf, dass die Yevethaner ihre Krieger-Kultur aufgeben würden oder zumindest nicht mehr gegen das Imperium arbeiten würden, dennoch schien der Weg, sie einfach so lange zu töten, bis sie aufgeben nicht zu funktionieren.

“Also ich bin hier fertig, wenn ihr nicht noch etwas Weltbewegendes habt, schlage ich vor, den Yevethanern in den Arsch zu treten, um ihnen dann zu zeigen, dass wir auch anders können. Die Idee mit den Maus Droiden ist aber nicht schlecht, ich gebe dass an meinem Militärstab weiter. Einverstanden?”

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Michael von Berchem, Darth Sikarius, Teneb Dask, UX-23
 
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[ Kernwelten / Farlax-Sektor / Koornacht-Cluster / N'zoth-System / Orbit von N'zoth / Werft / Verwaltungsbereich / Büro des Gouverneurs ] Leto, Michael und Teneb, sowie (NPCs) UX-23

Letos unversehrte Augenbraue zuckte, als Herr von und zu Gouverneur seine Strategie änderte. Sein unverwandter Blick ruhte auf dem Mann und auf seinen Lippen lag die unausgesprochene Frage, ob er zu weit gegangen war. Oder, wie weit er noch gehen konnte? Er hatte noch nie mit einem Gouverneur gesprochen. Er wusste natürlich, dass er sich auch normalerweise mit seiner zur Schau gestellten Persönlichkeit keine Freunde machte. An welchem Punkt würde der Kerl einfach seine Garde rufen, um dem Gewicht seines Amtes mit einem bisschen Plasma Nachdruck zu verleihen?

Nicht sofort, wie es schien. Mit halbem Ohr lauschte Leto den leeren Worthülsen, die der alte Sack bedeutungslose Existenz schenkte. Immerhin war sein Ton nun schärfer als zuvor! Unterschied zwischen Macht und Kontrolle; nur die wenigsten hatten die; der Planet ließ sich nicht durch Gewalt brechen… jaja, bla bla. Warum hatte das Glücksbärchi ihn überhaupt nach seiner Meinung gefragt, wenn es am Ende doch wieder alles besser wusste?! Für den Moment schwieg Leto. Stumm wartete er ab, ob das alles nur heiße Luft war, oder sich doch noch eine Konsequenz am Horizont abzeichnete.

Nein, der quatschte einfach weiter... Kontrolle, Infrastruktur, Einschüchterung, er könne das ja an einer republikanischen Front veranstalten und überhaupt hatte er generell ein Problem mit Duzen. Spätestens hier stempelte Leto das Gesabbel als machtlose Allgemeinbeschwerden ab. War sein Mund bisher eine schmale, abwartende Linie gewesen, so umspielte ihn nun wieder ein spöttisches Grinsen. Noch während der Gouverneur erzählte, hob Leto zwei Finger an die Schläfe und salutierte übertrieben.


„Alles klar, Hörr Gouverneur Schreicount vom Bärchen“, sagte er, nun mit einem wirklich breiten Grinsen auf dem grauen Gesicht. Das wars, die Luft war raus. Die Frage war beantwortet und das Resultat Affentheater und Rumgeheule. Und trotzdem ging es weiter!

„Herr Gouverneur, ich bitte vielmals um Verzeihung für sein Betragen! Er wird alles tun…“, begann UX-23. Leto schnippte ihn einfach mit der Macht gegen die nächste Wand. Ein metallisches Klangen hallte durch den nächsten Raum, doch niemand schenkte dem Droiden weitere Beachtung.

Letos ungleiche Augen ruhten nun wieder gespannt auf Bärchen, der jetzt erst zur Höchstform auflief. Leto könne ihn nicht mit seinem Betragen beeindrucken und ob er denn irgendwo im Chiss-Raum die jüngsten Ereignisse verschlafen hatte! Es gab Personalmangel, er HATTE gar keine Putzfrau, der er einen Blaster in die Hand geben konnte. Seine Tirade beendete er dann noch mit einer Drohung gegen UX-23, die Leto ein helles Lachen entlockte.
„Ich würd‘ ja aufpassen, der Blecheimer hält meine Leine…“

Der Aufforderung, die Füße von den Möbeln zu nehmen, kam Leto sogar nach. Mit einem Knall kippte der Sessel wieder mit allen vier Beinen auf den Boden und er stand auf. Mit der Macht fegte er den Beistelltisch aus seiner Bahn und trat auf den Gouverneur zu.

„Ich habe keine Diener.“, antwortete er auf die nächste Beschwerde und hielt dem starren Blick seiner Augen stand. Das war interessant! Trotz des Schwalls bedeutungsloser Worte fand sich in ihm nichts von der Überkompensation, die er aus ihnen herauslas. „Ich habe Leute, deren Ketten ich in der Hand halte. Und Leute, die meine Ketten halten. Was von beidem bist du?“ Er legte den Kopf schief.

Nun jedoch erging Bärchen sich in der nun dritten (?) Tirade, in der er sich darüber beschwerte, dass irgendjemand ja hier noch regieren musste, wenn die Sith erst verschwunden waren. Dem Rest hörte Leto gar nicht mehr zu, stattdessen blieb er – das Scimitar in seiner Scheide in der Hand – einen Moment später unangenehm dicht vor dem älteren Menschen stehen, ihre Nasen so nah, dass sich die Spitzen beinahe berührten.


„Bist du wirklich fertig?“, fragte Leto und grinste breit. „Schon okay. Lass es raus, Alter. Nein, nichts mehr? Na gut. Klingt aber, als hättest du jemanden zum Reden gebraucht. Gern gescheh’n. Aber frag mich halt nicht, wenn du nicht mit der Antwort leben kannst.“ Fast gelangweilt warf Leto einen Blick auf sein Scimitar und hob seinen rechten Arm. „Fangen wir dann jetzt an, oder wie? Wo darf die erste Mission ‚dreckige Xeno-Kultur bewahren‘ stattfinden?“ Unvermittelt sausten Arm und Scimitar wieder hinab. Mit einem weiteren Knall bohrte sich der Sporn der Waffe in die saubere Oberfläche des Schreibtisches.


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Mit seiner Umgebung verschmelzend stand der Sith Schüler im Schatten hinter dem Sessel seines Meisters, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, die Hände in den Ärmeln verborgen und sah zu, wie ein imperialer Gouverneur vor seinen Augen die Maske verlor. Auf Umbara hätte ein solcher Augenblick den Geschmack von Blut gehabt, auch ohne offene Gewalt. Dort war Politik Schauspiel, ein halsbrecherisches Spiegelkabinett, in dem das Messer unter Seide lauerte und schneller den Weg in den Rippenbogen fand, als einem lieb war. Das Spiel der Rootai, aus Andeutung, Blickführung und einstudierter Gelassenheit, die mit tödlicher Höflichkeit zu morden wussten. Wer die Stimme hob, hatte meist schon verloren, denn zwischen einem erstickten Schrei einer Stichwunde und dem Erbosten lag zuweilen nur eine hauchdünne Trennschärfe. Wer seine Gereiztheit zeigte, schenkte dem Gegner eine Handvoll der eigenen Haut. Kontrollverlust war dort kein profaner Ausbruch, vielmehr war es ein Riss im Gesicht, und durch solche Risse griffen andere Hände nach allem, was dahinter verborgen lag. Teneb hatte als Kind an den Rändern solcher Räume gestanden und gelernt, wie Erwachsene lächelten, während sie einander vernichteten. Er hatte gelernt, dass die schärfste Beleidigung manchmal wie Bewunderung klang, dass Schweigen einen Gegner ausbluten lassen konnte und dass ein zu rascher Atemzug mehr verriet als eine ganze Rede.

Michael von Berchem verlor die Kontrolle anders. Der Mann zerfiel nicht. Er wurde lauter und vor allem schärfer, durchaus. Seine Worte bekamen Kanten, sein Respekt verlor jene polierte Oberfläche, die er zuvor wie eine Uniform getragen hatte, und doch wirkte es nicht wie ein Ausgleiten. Auf den Umbaraner wirkte es wie ein absichtlich geöffneter Druckausgleich in einer überhitzten Maschine. Dampf entwich, heiß und gefährlich, aber die Kolben arbeiteten weiter. Seine Wut hatte Gewicht, denn sie kam aus einer Wirklichkeit, die keine theatrale Geste war. Teneb spürte den Zorn des Gouverneurs in der Macht als dunkles, verdichtetes Glimmen, von Müdigkeit durchzogen und von jener harten Kränkung, die entsteht, wenn jemand die eigene Last wie ein Kinderspielzeug behandelt. Macht und Kontrolle. Die Worte blieben im Bleichen wie Widerhaken hängen, während die roten Linien der holografischen Oberfläche über Giat Nor pulsierten. Das Licht der Holoprojektionen zog blutige Schatten über die dunklen Glasflächen des Büros, ließ den Rauch der Zigarette wie fahle Nebelschleier über der Karte treiben und schnitt die Gesichter der Anwesenden in kalte, wechselnde Ebenen. Draußen glitt die Masse eines dolchförmigen Kriegsschiffes an der Panoramascheibe vorbei, ein dunkles Ungetüm aus Durastahl, dessen Triebwerke den Raum für einige Atemzüge in bläuliches Nachlicht tauchten. Die Station vibrierte kaum merklich unter den Schritten einer Kriegsmaschinerie, die zu groß war, um als einzelnes Geräusch wahrgenommen zu werden. Sie war einfach da, wie Schwerkraft, wie Imperium.

Der Gouverneur sprach unbeirrt fort, zog weitere rhetorische Linien als er von Herrschaft, Verwaltung und ihrer Infrastruktur sowie Einschüchterung in Form von Propaganda und Gewalt, wo sie strategisch erforderlich war. Doch er stoppte hier nicht, denn er sprach von Kunst, Kultur, Symbolen, von einer Hand, die man nach einer Lektion reichen konnte, und je länger er sprach, desto deutlicher wurde
Teneb, dass dieser Mann Yevethaner vielleicht verachtete, aber ihre Nützlichkeit noch höher bewertete als seinen Ekel. Er unterschätzte darüber hinaus maßlos die Aufmerksamkeitsspanne seines Meisters. Vielleicht war es die einzige Form, die dem Gouverneur zur Verfügung stand, dem Sith Meister irgendeine Form von Qual und Schmerz zuzufügen, auch wenn der Kapriziöse sich wahrscheinlich in einem Mantel der zur Schau getragenen Langeweile kleiden würde. Doch der Umbaraner erkannte den Wert in den Worten des Gouverneurs. Ein ausgerotteter Feind konnte keinen Tribut zahlen und keine Fabriken bedienen. Ein gebrochener Feind hingegen konnte knien, arbeiten und eines Tages vielleicht glauben, die Hand an seiner Kehle sei Schutz.

Für den Bleichen war neben dem Ausbruch des Imperialen etwas anderes bemerkenswert, denn
Darth Sikarius hörte zu. Zuerst mit jenem starren und trüben, vor allem aber gefährlichen Blick, den Teneb inzwischen als Vorzeichen kannte. Dann öffnete sich einem Ereignishorizont gleich das gelbe Grinsen, das aus dem grauen Gesicht seines Meisters kroch, sobald er einen Raum innerlich für lächerlich erklärte. Der übertriebene Salut, die absichtlich verunstaltete Anrede, das breite Entblößen der verunstalteten Zähne lag zwischen Possenspiel und Drohung, und gerade darin erkannte Teneb wieder dieses widerwärtige Talent seines Meisters, jede Ordnung mit Schmutz zu bewerfen, bis niemand mehr sicher war, ob er provozierte, prüfte oder bereits angriff. UX-23 wollte es nicht drauf ankommen lassen und versuchte, den Schaden zu begrenzen, doch der Droide kam kaum weit. Ein Zucken der Macht, gefolgt von einem hässlich beiläufigen Impuls aus Sikarius’ Richtung und der metallische Körper flog gegen die Wand. Der Einschlag schnitt durch das Büro wie ein zu spät gezogener Blasterschuss. Teneb bewegte sich nicht, fast wäre ihm ein Seufzen entwichen. Nur seine Machtfühler glitten weiter durch den Raum, dünn, kalt, fast unsichtbar, an den Auren entlang, über die Kanten der Möbel, durch die Türspalte hinaus, dorthin, wo Soldaten und Wachpersonal das Geräusch gehört hatten und in jenem ersten, stummen Reflex erstarrten, der noch vor jedem Befehl kam. Hände rückten näher an Waffen, der ein oder andere Atem wurde flacher. Disziplin hielt Körper an Ort und Stelle, während Instinkt längst einen halben Schritt zurückgewichen war. Der Umbaraner war sich nicht sicher, ob er seine Klinge zuerst gegen Yevethaner oder einen der weiß gepanzerten Soldaten des Imperiums führen werden musste.

Teneb sah den Droiden aus dem Augenwinkel am Boden, beschädigt und gedemütigt, während der Sith eine markige Bemerkung machte, dass der Droide noch immer sein Herr war.
UX-23 war kein Freund. Er war Aufseher, Korrektiv und Käfigschloss für beide Sith. Doch in diesem Augenblick lag in seinem metallischen Aufprall dieselbe Wahrheit, die Sikarius überall hinterließ. Selbst seine Ketten wurden von ihm zerkratzt, verbogen, mit Säure übergossen, bis sie ähnlich ahnsehnlich waren wie sein eigener geschundener Leib. Er konnte nichts berühren, ohne es in die eigene Beschädigung hineinzuziehen. Schließlich nahm der Sith Meister die Stiefel von den Möbeln. Der Knall, mit dem der Sessel auf alle vier Beine zurückfiel, klang fast lächerlich endgültig. Der Beistelltisch wurde beiseitegefegt, und Teneb spürte, wie sich die Linien möglicher Gewalt im Raum neu ordneten. Sein Meister stand auf. Das Scimitar lag in seiner Hand, dieses plumpe, hässliche Ding, breit, bösartig, ehrlicher in seiner Grausamkeit als jedes höfische Sith-Artefakt. Wo andere Waffen Eleganz behaupteten, versprach diese nur Zerstörung. Sikarius trat auf den Gouverneur zu, zu nah, viel zu nah, bis zwischen ihren Gesichtern nur noch Atem, Rauch und der dünne Rest imperialer Etikette standen.

Tenebs Finger schlossen sich unter den Ärmeln um sein eigenes Fleisch. Er hätte in die Macht greifen können. Nur ein Faden, ein winziger Zug, bereit, Kal Fraans Schwert aus seiner Halterung zu reißen, falls der Raum in einem einzigen falschen Augenblick explodierte. Er tat es nicht. Er ließ den Impuls in sich stehen wie eine Kerze in einem zugigen Schacht und schützte die Flamme vor sich selbst. Hier ging es nicht um Rettung. Nicht um den Gouverneur, nicht um UX-23, nicht einmal um Sikarius. Hier ging es darum, zu begreifen, welche Art von Macht vor ihm stand und welche Art von Kontrolle er selbst noch nicht besaß. Der Satz seines Meisters über die Hierarchie der Ketten traf Teneb tiefer, als Sikarius beabsichtigt haben mochte. Ketten. Dieses Wort kehrte immer wieder zurück, als hätte die Galaxis selbst keine andere Grammatik. Umbara hatte sie aus Herkunft, Erwartungen und Schweigen geflochten. Zygerria hatte sie poliert, gewogen und verkauft. Der Tempel auf Artek III hatte sie ihm in der Stimme eines Versprechens angeboten. Sikarius wiederum trug sie wie Narben und schwang sie wie Waffen. Der Gouverneur nannte sie Kontrolle, Verwaltung und imperiale Herrschaft. UX-23 nannte sie Protokoll, Befehl, Zuständigkeit. Teneb kannte inzwischen genug Namen für denselben Ring um den Hals.

Der Kodex versprach, dass Sieg die Ketten zerbrach. Doch keiner hatte ihm gesagt, wie viele man unterwegs selbst in die Hand nahm.

Von Berchems Ausbruch veränderte sich in Tenebs Wahrnehmung erneut, während der Mann weitersprach. Auf Umbara hätte Teneb einen solchen Kontrollverlust als Schwäche gelesen, als offene Wunde, als Einladung zum Spott der Rootai und zum langsamen Mord durch Ansehen. Hier aber stand ein Mensch vor einem Sith, in einem imperialen Büro über einem umkämpften Planeten, und seine gereizte Offenheit wirkte weniger wie ein entglittenes Gesicht als wie ein Rammbock gegen eine Tür, die Höflichkeit nicht geöffnet hatte. Vielleicht war das menschliche Politik. Vielleicht aber auch ehrlicher in ihrer Lüge. Der Gouverneur sagte Sikarius ins Gesicht, dass er ihn überschätzt hatte, und Teneb spürte dabei keine bloße Kränkung, sondern den Versuch, eine Grenze in den Boden zu brennen, bevor dieser Raum endgültig Sikarius gehörte.

Das war riskant und nützlich zugleich.
Teneb sah in diesem Mann nun deutlicher einen möglichen Gegner, vielleicht eines Tages einen möglichen Hebel. Von Berchem war kein furchtloser Mann, denn Furchtlosigkeit war meist nur Dummheit mit gerader Haltung. Er fürchtete Konsequenzen, Personalverluste, Rebellion, imperiale Unordnung, womöglich auch die unberechenbare Laune eines Sith vor seinem Schreibtisch. Aber seine Furcht hatte einen Platz zugewiesen bekommen. Sie durfte ihn warnen. Sie durfte ihn nicht führen. Das unterschied ihn von vielen, die Teneb bisher kennengelernt hatte. Sikarius dagegen ließ sich von fast allem führen, solange es nur wie Trotz schmeckte, doch war es zu einfach, ihn dafür zu verachten. Zu einfach und zu gefährlich. Denn unter dem Spott, unter der widerwärtigen Grobheit und den kindischen Verunstaltungen fremder Titel lag bei ihm manchmal ein Instinkt, der schneller zur Kehle einer Sache fand als jeder Bericht.
Dann fuhr das Scimitar hinab. Der Sporn der Waffe bohrte sich mit einem schweren, hässlichen Knall in die saubere Oberfläche des Schreibtisches. Das Geräusch fraß das Summen der Projektoren für einen Atemzug vollständig auf. Teneb spürte, wie die Auren außerhalb des Raumes erneut aufflackerten. Über dem Tisch flackerte N’zoth weiter, rot markiert, geduldig verwundet, als kümmere sich der Planet nicht darum, welche Männer über seinem Abbild ihre Egos und Strategien kreuzten.
Teneb begann zu verstehen, dass N’zoth kein Ort werden würde, an dem nur Yevethaner ihre Ketten zu spüren bekamen. Dieser Krieg würde jedem zeigen, wer zog, wer hielt, wer zerrte und wer lange genug stillstand, um eines Tages im richtigen Moment loszulassen. Unter der Kapuze senkte sich Tenebs Blick auf den Sporn im Schreibtisch. Sikarius hatte seine Antwort gegeben. Jetzt blieb abzuwarten, ob der Gouverneur genug Kontrolle besaß, um sie nicht als Kränkung zu behandeln, sondern als das, was sie im Kern war, nämlich eine Zusage, auf Sikarius’ Art mit dem Töten zu beginnen.

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Letos Robe flatterte im Wind, während das LAAT/i auf ihr Ziel zuflog. Das Schiff dröhnte, doch wurde sein tiefes Brummen beinahe durch das Heulen der TIE-Eskorte übertönt, deren einzige beiden Mitglieder zu seiner Rechten und Linken, leicht versetzt nach hinten, mitflogen. Der Jäger auf Letos Seite flog so dicht, dass er das schwarzbehelmte Gesicht deutlich durch das runde Sichtfenster erkennen konnte.

Die felsige Landschaft fernab Giat Nors zog braun und trostlos an ihnen vorbei. Es war sichtbar, warum die Städte der Ausgestoßenen, in denen das Imperium sich häuslich niedergelassen hatte, hier errichtet worden waren.

Leto hatte dem Vortrag des Droiden nur mit halbem Ohr zugehört, doch drei Punkte waren erfolgreich hängengeblieben: A) Das Imperium arbeitete seit geraumer Zeit daran, einen Ort namens Werstilhere in eine befestigte Operationsbasis zu verwandeln, B) deren Anflugrouten seit mehreren Tagen von versprengten Yevethanerpiloten zugesetzt wurde und C), weswegen sie sich Werstilhere nun im Tiefflug durch bereits erobertes Territorium näherten.

An sich war ihm der gesamte Blödsinn egal. Beim Fliegen konnte er eh nicht helfen. Warum also sich über die dummen Details ihrer Reise Gedanken machen? Naja, okay, es war schon ein bisschen witzig, dass die einzige größere Yevethanersiedlung, die sich offiziell ergeben hatte, ‚
Reject Alley‘ hieß.

Leto warf seinem Schüler einen Blick über die Schulter zu und grinste. Anders als er, hatte der bleiche Xeno sich hingesetzt und angeschnallt wie ein braver kleiner Junge, anstatt den Flug aus den geöffneten Seitentüren des LAAT/i mitzuverfolgen. Wurde dem eigentlich nie langweilig?

So entgingen ihm doch so hochspannende Details wie Fels! Sand! Braune Erde! Wie konnte er sich das nur entgehen lassen?! Leto seufzte, zog die Nase hoch und rotzte das so freigewordene, organische Material in einem gräulichen Klumpen hinaus, wo es einen Moment später zielsicher auf dem Sichtfenster des TIE-Fighters landete.

Er grinste und richtete seinen Blick wieder nach vorn, wo dann doch noch etwas seine Aufmerksamkeit auf sich zog!

In der zerklüfteten Landschaft hatte sich eine breite Schlucht aufgetan, die beinahe gänzlich von etwas gefüllt wurde, das wie eine Ansiedlung aussah. Dicke, schwarze Rauchschwaden stiegen an mehreren Stellen zwischen den Gebäuden auf und zeugten davon, dass es in Reject Alley um den Frieden wohl doch noch nicht so gut bestellt war, wie angegeben.

Grade wollte sich Leto ein bisschen damit unterhalten sich gedanklich über die gedrungenen, primitiven Gebäude lustig zu machen, als der TIE-Jäger in seinem Blickfeld plötzlich abdrehte. Leto runzelte die Stirn.


„Was zur Hölle?“, murmelte er und sah sich suchend um. Nur um beide TIEs im nächsten Moment in einiger Entfernung wiederzusehen, wo sie sich eng mit einem dritten Flugobjekt umkreisten, das ihm bislang entgangen sein musste. Rotes und grünes Blasterfeuer zischte durch die Luft.

Dann, plötzlich, explodierte erst der eine TIE, dann der andere. Und nun flog der dritte Jäger mit einem Mal auf sie zu.
Die Maschine war grob dreieckig geformt, mit einem insektenhaften Cockpit und mehreren Finnen, die deutlich aus dem vertikalen Aufbau herausstachen.

Leto hatte kaum Zeit, das alles zu registrieren, bevor die Macht seinen Augen zustimmte und ‚Gefahr!‘ brüllte. Erneut flackerte Blasterfeuer auf, doch da hatte Leto sich schon abgestoßen und in den dröhnenden Flugwind hinauskatapultiert. Im Fallen drehte er sich und sah grade noch, wie rote Blasterschüsse genau durch die Stelle fetzten, an der er grade noch gestanden hatte. Etwas am Antrieb des LAAT/i explodierte und plötzlich befand sich das Schiff auf einem ebenso jähem, wenn auch flacheren, Abstiegskurs wie er selbst.


„FUCK!“, brüllte er, doch seine Worte wurden vom tosenden Wind fortgerissen.


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Die wohltemperierten Räumlichkeiten des Galaktischen Imperiums konnten die soziale Kälte, die zwischen dem Sith Duo und dem imperialen Gouverneut in der Luft lag, nicht auffangen. Auch wenn sie nur wenige Meter von der allumfassenden Dunkelheit und Kälte des endlosen Raums trennte, war die Schwärze der Differenzen zwischen dem Meister und seinem Gegenüber alles verschlingend. Es bedurfte keiner weiteren Worte, sie hätten eh nur eine weitere verbale Turbolasersalve aus dem losen Mundwerk seines Meisters zur Folge gehabt. Wenn Teneb Dask eines in den weiten des Holowebs gelernt hatte, dann das es zwecklos war den Rancor weiter mit solcherlei Aufmerksamkeit zu füttern. Der Weg aus dem Büro des Gouverneurs zurück zum Hangar führte das Meister-Schüler Gespann durch dieselben Korridore wie zuvor, und doch lag nun etwas anderes in ihnen, eine gespannte Nachwirkung, als hätte der Knall des Scimitars im Schreibtisch sich nicht im Holz erschöpft, sondern wäre durch den Boden, die Wände und die Leitungen der Anlage weitergekrochen. Die imperiale Basis nahm solche Geräusche nicht einfach hin. Sie verwahrte sie. Sie trug sie durch Kommlinsen, Wachposten, Kameras und die kurzen, kaum merklichen Pausen in fremden Gesprächen, wenn eine Gruppe Sturmtruppen hinter einer Kreuzung verstummte und so tat, als habe sie nie hingehört.
Teneb ging einige Schritte hinter Sikarius, die Kapuze tief im Gesicht, die Arme in den Ärmeln verborgen, und ließ die Machtfühler dünn und kalt an den Rändern seiner Wahrnehmung entlanggleiten. Die Anlage war kein lebender Tempel wie auf Artek III, kein fauliger Schlund aus Stein, Regen und alten Stimmen. Sie hatte keine Geister, keine züngelnden Versuchungen in der Dunkelheit, keine hungrigen Mauern. Doch sie besaß ihren eigenen Puls. Datenleitungen summten hinter Wandpaneelen. Lüftungsschächte atmeten trockene, gefilterte Luft aus. Turbolifte öffneten und schlossen sich mit gehorsamem Zischen. Stiefelsohlen schlugen in ordentlichen Rhythmen auf blanke Böden. Das Galaktische Imperium sprach viele Sprachen doch kannte sie eine vereinende Erzählung in Form von Gleichschritt, Hierarchien sowie blindem Gehorsam der schlafwandelnden Eopies, die den Befehlen ihrer Hirten folgten.

Die weiß gepanzerten Soldaten, deren Helme entfernt an die blanke Fratze eines Schädels erinnerte, machten Platz. In ihren Auren lagen Müdigkeit, Neugier, Anspannung und dieser eigentümliche metallische Geschmack militärischer Disziplin, der selbst dort noch vorhanden war, wo ein Körper am liebsten einen halben Schritt zurückweichen wollte. Einige sahen
Sikarius an, wie man eine geladene Waffe auf einem Tisch ansah. Andere sahen betont nicht hin, denn sie wussten wohl, dass Sith sich Rechte herausnahmen, die außerhalb einer Gerichtbarkeit operierten. Auch das war eine Lektion, die der Umbaraner hier verinnerlichte. Sith besaßen tatsächlich Autorität im Galaktischen Imperium. Der Umgang war ein ganz anderer, als es auf Artek III gewesen war, wo sie wie eine wiederkehrende Metastase behandelt wurden, die so sehr geliebt wurde wie Tragödie das Waisenhaus. Wieder andere ließen den Blick an Teneb hängen, nur für einen Augenblick, an der blassen Haut unter der Kapuze, an der schlanken Gestalt, an der Waffe, die er bei sich trug und deren Bedeutung ihnen vielleicht noch niemand erklärt hatte. Kal Fraans Klinge lag an seiner Seite wie ein verschwiegenes zweites Herz. Im Gegensatz zu den Wesen auf Artek III bekam selbst er hier von diesen Männern ein Modikum an Respekt gezollt, sobald der Blick auf den zylindrischen Gegenstand an seinem Gürtel fiel. Teneb spürte sie, obwohl sie stumm blieb. Ein totes Symbol, von fremder Hand gebaut, durch Blut und Niederlage aus seinem ursprünglichen Zusammenhang gerissen, nun an einem Umbaraner unter Sith-Roben verborgen. Der Gouverneur hatte recht gehabt, auch wenn der Sith Schüler es ihm nie so deutlich gesagt hätte: Dinge besaßen Macht, sobald Wesen bereit waren, in ihnen mehr zu sehen als Metall, Stein oder Licht. Ein Palast, ein Schwert, ein Titel, ein Name.
Sikarius ging voran, als müsse jeder Korridor ihm verzeihen, dass er überhaupt existierte. Die Robe bewegte sich schwer um seine Gestalt, das Scimitar hing bei ihm, und Teneb konnte die Nachwirkungen des Gesprächs an seinem Meister lesen wie Hitze über verbranntem Boden. Spott, Gereiztheit, ein Rest Vergnügen an der Reibung, vielleicht auch jene dumpfe, tiefere Unruhe, die N’zoth in ihm auslöste, seit der Name des Planeten wieder in den Raum getreten war. Von Berchem hatte die Kontrolle verloren, auf eine Weise, die Teneb noch immer beschäftigte. Auf Umbara hätte ein solcher Ausbruch einen Mann entblößt, hätte ihn den Rootai preisgegeben, den feinen Spielen aus Miene, Pause und höflichem Gift. Dort verlor man kein Gesicht, indem man schrie; dort verlor man es, indem man zu früh atmete, zu offen begehrte, zu hastig widersprach. Hier jedoch hatte der Gouverneur mit seiner Wut keinen Sturz vollzogen. Er hatte eine Grenze in den Boden geschlagen, grob, menschlich, beinahe hässlich, und gerade dadurch etwas behauptet, das in dieser imperialen Umgebung womöglich mehr Gewicht hatte als jede umbaranische Eleganz. Es war keine schöne Lektion aber Teneb merkte sich auch hässliche Lektionen.
UX-23 schwebte wieder in ihrer Nähe, beschädigt und still, der gesprungene rote Photorezeptor wie ein kleiner Fehler in der Ordnung des Moments. Der Droide sprach nicht. Das Flackern seines Photorezeptors, das hatte er mittlerweile gelernt, hieß er rief Informationen ab. Vielleicht protokollierte er. Vielleicht formulierte er bereits jenen Bericht, in dem Sikarius’ Verhalten und von Berchems Reaktion in eine Form gebracht werden würden, die Darth Baobhan irgendwann mit kühler Missbilligung lesen konnte. Teneb betrachtete den Droiden nicht lange, denn zu viel Aufmerksamkeit war manchmal eine Art Bekenntnis.

Als sich die Schleusen zum Hangar öffneten, wartete das unendliche Grauen des unerbittlich kalten Weltraums auf sie. Gespickt mit den dreieckigen Terrordesigns des Galaktischen Imperiums, bahnte sich das LAAT/i im Schutze dieser Konstruktionen der Vernichtung seinen Weg in Richtung des Planeten. Als sie schließlich die Stratosphäre des Planeten durchbrachen, schlug ihnen der Krieg entgegen. Hier war die Luft nicht mehr glatt und verwaltet. Sie roch nach heißem Metall, Treibstoff, Kühlmittel und jener dunklen, öligen Schwere die solchen Orten eigen war. Repulsoren dröhnten in den Bodenplatten, während ein Munitionswagen an ihnen vorbeirollte, begleitet von zwei Technikern, deren Gesichter unter Schmutzstreifen und Helmvisieren zu müde wirkten, um sich noch über Sith zu wundern. In einer benachbarten Bucht kreischte ein Schneidbrenner, blauweiß und grell, während irgendwo weiter hinten eine Stimme Zahlen und Freigabecodes durchgab. Über allem hing das Hallen der Hangardecke, das jedes Geräusch vergrößerte und ihm den Geschmack von Befehl verlieh.

Ein imperiales Transportschiff, dass erstaunlich viele Rundungen für die sonst so zackige Bildsprache des Galaktischen Imperiums hatte, wartete bereits. Er hörte wie zwei Techniker neben dem Schiff die Bezeichnung dieser Gattung fallen ließen. LAAT/i.
Teneb hatte die Bezeichnung aus Holodramen über galaktische Kriege gehört, ehe er die Maschine bewusst musterte. Ein Transporter, gebaut, um Männer und Gewalt in eine Zielzone zu tragen und dort auszuspucken, bevor der Himmel sie fressen konnte. Das Schiff besaß nichts von der düsteren Geschlossenheit der Fury, nichts von einem Zufluchtsort. Seine offenen Seitentüren wirkten wie Wunden, aus denen Wind, Lärm und Tod zugleich hereinfinden durften. Die Innenflächen waren verkratzt, stellenweise neu verschweißt, an den Griffen abgegriffen, auf dem Boden dunkel gescheuert von Stiefeln, Ausrüstungskisten und vielleicht älterem Blut, das unter Reinigungsmitteln nur seine Farbe verloren hatte. Sikarius nahm diesen Anblick an wie eine Einladung während sein Schüler ihn wie ein Risiko annahm. Seinem Meister folgend stieg der Umbaraner ohne zu zögern ein, suchte sich einen Platz, zog den Gurt fest und ließ die Schnalle mit einem harten Klicken einrasten. Der Riemen drückte gegen Robe und Brust, und für einen Augenblick spürte er wieder den Schmerz der letzten Tage in Körperstellen, die noch nicht ganz vergessen hatten, was Artek III mit ihnen gemacht hatte. Sikarius blieb bei der offenen Seitentür stehen, als sei Sicherung etwas für Leute mit einem übertriebenen Vertrauen in die Zukunft. Teneb sah es und sagte nichts. Sein Meister brauchte den Wind, die Höhe, die offene Gefahr vermutlich so, wie andere Männer einen Becher Wasser brauchten. Vielleicht musste er sich selbst immer wieder beweisen, dass kein Abgrund ihn besitzen durfte.

Die Triebwerke schwollen an und der Hangar begann zu zittern. Stimmen wurden von Maschinen verschlungen, Leuchten sprangen auf Grün, irgendwo schlug eine Faust zweimal gegen eine Außenplatte, und dann hob das LAAT/i ab. Die Basis sank unter ihnen zurück, erst als Struktur aus Landebuchten, Geschützen, Antennen und gepanzerten Wegen, dann als kantiger Fremdkörper in der öden Landschaft N’zoths. Zwei TIE-Jäger nahmen an ihren Flanken Position ein, kreischende Schatten mit runden Sichtfenstern und solarpanelartigen Flügeln, so dicht, dass Teneb beim Blick zur Seite die Silhouette eines Piloten hinter transparenter Panzerung erahnen konnte. Das Heulen ihrer Ionentriebwerke schnitt durch das tiefere Brummen des Transporters und machte jeden Gedanken rauer. Der Flug führte sie hinaus über Land, das aussah, als habe der Planet selbst jede weichere Form längst abgestoßen. Felsadern zogen sich durch braune Ebenen. Staub hing in langen Schleiern über Senken. Zerklüftete Hänge warfen Schatten wie aufgerissene Narben. Es gab kaum Grün, kaum etwas, das den Blick hielt, außer der beständigen Wiederholung von Stein, trockenem Boden und scharfen Kanten. Teneb saß angeschnallt im Bauch des LAAT/i und sah durch die offene Seite hinaus, so gut es seine Position erlaubte, während der Wind in den Innenraum schlug und an seiner Kapuze zerrte.
Seine noch zu trainierenden Machtsinne spürten die Veränderung deutlich. Die Macht war hier anders als auf Artek III. Dort hatte sie in Ruinen geflüstert, sich mit Regen, Moos und Knochen vermischt, hatte durch Tempelrisse geatmet und alte Gier in die Dunkelheit gemalt. Über N’zoth war sie spröder, härter, wie Staub zwischen den Zähnen. Unter ihnen lagen Leben und Angst nicht verborgen, eher verteilt wie Glut unter Asche. Kleine, verstreute Siedlungen und Posten, Fahrzeuge, vereinzelte Patrouillen sowie Reste von Widerstand.
Teneb ließ seine Wahrnehmung nicht zu weit schweifen. Ein fliegender Transporter, Lärm, Geschwindigkeit, fremde Auren, offener Himmel; all das verzerrte die Fäden. Zu gierig zu tasten bedeutete, sich in Eindrücken zu verfangen, die man in einem Notfall nicht rechtzeitig loswurde.

Sikarius drehte sich irgendwann zu ihm um und grinste. Teneb sah das Grinsen, sah die offene Seitentür, sah die Robe seines Meisters im Wind flattern und begriff ohne Worte, was der Blick sagen sollte. Braver kleiner Schüler. Angeschnallt und sitzend. Vorsichtig. Wieder dieser stumme Spott, diese Lust daran, jeden Hauch von Selbsterhaltung als Schwäche zu behandeln, solange er nicht aus Sikarius selbst kam. Teneb erwiderte nichts, wollte ihm keine Genugtuung schenken. Die Gurte um seinen Körper waren keine Schande. Wer überleben wollte, musste nicht jedem Abgrund beweisen, dass er keine Angst vor ihm hatte. Außerdem war der Abgrund geduldig.
Unter ihnen öffnete sich schließlich eine breite Schlucht, so unvermittelt, als habe eine gewaltige Klinge den Boden gespalten und jemand habe später Häuser in die Wunde gestellt. Reject Alley. Der Name war
Teneb bereits aus den Missionsdaten begegnet, und in ihm lag jene beleidigende Direktheit, die oft dort entstand, wo Sieger oder Verwalter einem Ort einen Sinn aufzwingen wollten. Eine Siedlung der Ausgestoßenen, offiziell befriedet, inoffiziell rauchend. Gedrungene Gebäude drängten sich zwischen Felswände, kantig, zweckmäßig, stellenweise notdürftig erweitert, als hätten ihre Bewohner nie mit Raum rechnen dürfen. Schwarze Rauchschwaden stiegen an mehreren Punkten auf und zogen in langen Fahnen durch die Schlucht, vom Wind zerfasert, wieder gesammelt, erneut zerrissen.
Tenebs Blick verengte sich unter der Kapuze. Etwas stimmte nicht. Zunächst war es kein Bild, kein Geräusch, keine klar erkennbare Bewegung. Nur eine Spannung in der Macht, ein plötzliches Zusammenziehen jener feinen Fäden, die er an die Umgebung gelegt hatte. Dann drehte einer der TIE-Jäger ab. Nicht wie bei einer geplanten Kurskorrektur. Zu scharf. Zu schnell. Der zweite folgte. Ihre Schreie veränderten sich, wurden steiler, aggressiver, und im nächsten Augenblick sah Teneb sie in einiger Entfernung um ein drittes Flugobjekt kreisen, das sich aus Himmel, Felsfarbe und Bewegung gelöst hatte wie ein Raubinsekt aus Tarnung.
Rotes und grünes Feuer zerschnitt die Luft. Der erste TIE explodierte.
Das Licht war grell, kurz und hässlich schön, eine aufplatzende Blume aus Plasma, Metall und ionisiertem Gas. Einen Herzschlag später zerbarst der zweite. Trümmer zogen brennende Linien durch den Himmel. Der Transporter vibrierte härter. Im Innenraum rief jemand etwas, doch der Wind und das Dröhnen der Triebwerke rissen die Worte auseinander, bevor sie Bedeutung erreichten. Tenebs Hände griffen unter den Ärmeln nach den Gurten.
Die fremde Maschine kam auf sie zu. Grob dreieckig, mit insektenhaftem Cockpit, finnenbewehrt, hässlich und zielstrebig, kein eleganter Jäger imperialer Doktrin, eher eine Waffe, die sich mit kalter Sturheit an ein Ziel heftete.
Teneb spürte die Gefahr im selben Augenblick, in dem die Macht sie ihm in den Schädel schlug. Ein kurzer, brutaler Druck hinter den Augen, als würde eine unsichtbare Hand seinen Kopf nach vorn reißen.
Sikarius sprang. Für einen absurden Augenblick sah Teneb seinen Meister im offenen Flugwind, eine graue, flatternde Gestalt, die sich aus dem Transporter stieß, als habe er den Sturz persönlich beleidigen wollen. Dann kamen die Blasterschüsse.
Rotglühende Salven rissen durch die Stelle, an der sein Sith Meister eben noch gestanden hatte, fraßen sich durch Luft, Metall und Struktur. Der LAAT/i bekam den Treffer wie ein Tier, dem man seitlich einen Speer in die Rippen jagte. Irgendetwas im Antriebsbereich explodierte. Der Transporter ruckte zur Seite, kippte, fing sich halb, verlor wieder an Höhe. Ein Alarm begann zu kreischen, die sein Schreien übertönten. Gelbe und rote Anzeigen flackerten. Der Geruch von verbranntem Isoliermaterial und heißem Kühlmittel schlug durch den Innenraum.

Mit Druck und Kraft wurde der Umbaraner gegen den Gurt gerissen. Schmerz schoss über sein Schlüsselbein, durch Brust und Bauch, dorthin, wo der Riemen ihn hielt, während die Welt um ihn aus Winkeln, Metall und Lärm zerbrach. Sein Kopf schlug gegen die Seitenwand. Weißes Licht platzte hinter seinen Augen auf. Er hörte
Sikarius’ Schrei irgendwo draußen, zumindest bildete er es sich ein, fortgerissen vom Wind, ein einziges vulgäres Wort, das in der Höhe zerriss. Dann war da nur noch der Sturz.
Der Pilot kämpfte mit der Maschine.
Teneb konnte es fühlen, mehr als sehen. Panik in einem Körper, der noch funktionierte, Hände an Kontrollen, Fußpedale, Schalter, Routinen, die gegen den Tod arbeiteten. Der LAAT/i taumelte über die Schlucht hinweg oder in sie hinein. Der Schüler verlor die Orientierung. Felswände schossen durch sein Sichtfeld. Rauch. Himmel. Boden. Himmel wieder. Ein Soldat, dessen Anonymität durch den Helm bewahrt wurde, wurde aus dem gegenüberliegenden Sitz gerissen, weil ein Gurt gerissen oder nie richtig geschlossen gewesen war. Der Körper schlug gegen die Innenstrebe, verschwand halb aus Tenebs Blick. Ausrüstungskisten brachen los und verwandelten sich in schwere, kantige Geschosse. Eine davon traf einen Helm mit einem Geräusch, das Teneb trotz allem hörte.

Er wollte die Macht greifen, um einen Teil der Trümmer abzulenken, sich selbst zu verankern, irgendetwas Festes in diesem fallenden Durcheinander zu finden. Doch die Macht war kein Haltegriff, den man mit panischem Willen aus der Wand zog. Sie antwortete, aber verzerrt, zerschnitten von Schmerz, Geschwindigkeit, Lärm und dem instinktiven Tier in ihm, das nur noch überleben wollte.
Teneb presste die Zähne aufeinander, schmeckte Blut und zwang den Atem durch die Nase. Machtmut. Kontrolle. Der Körper wollte schreien, doch er verbot es ihm einem strengen Zuchtmeister gleich.
Die nächste Salve traf sie nicht direkt, oder vielleicht war sie bereits vorüber. Der Jäger zog vorbei, ein Schatten aus Kanten und Feuer. Der LAAT/i sank nun schneller, schräg, von schwarzem Rauch verfolgt. Durch die offene Seite sah Teneb für einen Moment die Gebäude von Reject Alley unter ihnen, zu nah, zu schnell, Felsvorsprünge, Leitungen, Dächer, eine breite Fläche aus Staub und Geröll am Rand der Schlucht.

Dann schlugen sie auf. Der erste Aufprall war kein einzelner Schlag, viel mehr eine Kette aus Schlägen, jeder schlimmer als der vorige. Metall kreischte, folgend wurde eine Seitenwand aufgerissen. Der Boden sprang ihm mit Wucht entgegen und der Gurt schnitt in seinen Körper, als wolle er ihn halbieren. Etwas traf sein Bein, dann seine Schulter, dann den Kopf. Die Welt wurde weiß, schwarz, rot, wieder weiß. Der Transporter schlitterte, überschlug sich vielleicht,
Teneb wusste es nicht mehr. Er wusste nur, dass alles Gewicht verlor, wiederkehrte, ihn zermalmte, ihn losließ, ihn erneut packte. Die Macht flackerte um ihn wie eine Laterne im Sturm.
Dann riss Stille ein. Eine verletzte Stille, voll von fernen Schreien, knackendem Metall, zischenden Leitungen, knisterndem Feuer und dem hohen, dünnen Pfeifen in seinen Ohren. Doch nach dem Brüllen des Sturzes wirkte sie beinahe leer.
Teneb wusste nicht, wie lange er fort gewesen war.
Als er erwachte, hing er schräg in seinem Sitz, halb von den Gurten gehalten, halb gegen eine verbogene Strebe gedrückt. Der Innenraum des LAAT/i war zu einem verzerrten Bauch aus Rauch, Schatten und gebrochenem Durastahl geworden. Eine der offenen Seitentüren existierte nicht mehr. Dort klaffte ein gezackter Riss, durch den fahles Licht, Staub und der Geruch verbrannter Erde hereinströmten. Irgendwo tropfte Flüssigkeit auf heißes Metall und verdampfte mit leisem Zischen. Ein Feuer brannte in kurzen, gierigen Atemzügen an einer Konsole, orange und blau, gespeist von etwas, das besser nicht lange brennen sollte.

Sein erster bewusster Gedanke war kein Wort, nur Schmerz. Er lag überall. In der Brust, wo der Gurt ihn gehalten hatte. An der Schläfe, wo warmes Blut unter die Kapuze lief. Im linken Bein, dumpf und schwer, als habe jemand einen Stein in den Knochen gelegt. In den Rippen, die bei jedem Atemzug protestierten. Teneb öffnete die Augen weiter und bereute es sofort, als Licht, Rauch und Bewegung in seine Wahrnehmung stachen. Er blinzelte, atmete flach, zwang die Übelkeit hinunter und lauschte. Ein Mann stöhnte, ein anderer war still auf eine Weise, die keine Ruhe war.
Teneb bewegte zwei Finger. Gut. Dann probierte er die Hand zu bewegen. Auch gut. Schließlich den ganzen Arm. Nichts fehlte. Das war ein Anfang. Die Schnalle des Gurtes klemmte. Er tastete danach, fand sie, drückte, zog, fluchte stumm, weil seine Stimme im Hals hängen blieb. Beim zweiten Versuch löste sie sich. Sein Körper fiel einen halben Schritt, nicht weit, doch weit genug, um ihm einen schwarzen Rand ins Sichtfeld zu treiben. Er schlug mit Schulter und Knie gegen den schiefen Boden des Wracks und blieb einen Atemzug lang liegen, die Stirn auf kaltem, rußverschmiertem Metall.

Durch den Riss in der Hülle sah er N’zoths Himmel, staubig und blass, und darüber eine dünne Rauchspur, die sich langsam verzog. Fels ragte nahe auf. Zu nahe. Sie waren am Rand der Schlucht oder in einem flacheren Ausläufer davon niedergegangen, vielleicht auf einer Geröllfläche oberhalb der gedrungenen Gebäude von Reject Alley. Schwarzer Rauch stieg vom Wrack auf und mischte sich mit den weiter entfernten Fahnen aus der Siedlung. Der Transporter lag schief, halb in Staub gegraben, die Nase zertrümmert, ein Flügel oder Ausleger abgerissen, der hinter ihnen wie ein gebrochener Knochen aus dem Geröll ragte. Der Droide? Er sah ihn zumindest nicht.
Sikarius war nicht im Wrack.
Teneb wusste es, bevor er nach ihm suchte. Die Pestilenz seiner Aura verdarb nicht die Atmosphäre um ihn herum. Sein Meister war gefallen, irgendwo draußen, getrennt von ihnen, vielleicht lebendig, vielleicht im Staub zerschlagen, vielleicht bereits wieder auf den Beinen und wütend genug, um dem Boden selbst die Schuld zu geben. Tenebs erster Impuls war weder Sorge noch Erleichterung. Beide Optionen hatten ihre... Vorzüge. Es war eher eine kalte, scharfe Leere, in der tausend Möglichkeiten Platz fanden.

Dann spürte er Bewegung. Auren. Mehrere. Gedämpft durch Schmerz und Rauch, aber näherkommend. Einige schwach, vielleicht Überlebende. Andere klarer, härter, zielgerichteter. Teneb blieb auf einem Knie, die Hand auf dem Boden, die andere langsam zur Waffe tastend. Kal Fraans Lichtschwert war noch da. Der Griff fand seine Finger, kühl, vertraut und fremd zugleich. Die Yevethaner hatten Wind gesät, dachte er durch den Schmerz hindurch, während irgendwo im Wrack eine Leitung platzte und Funken über den Boden sprangen. Nun würde jeder sehen, wer den Sturm überlebte.


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