N'zoth

[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht - Cluster | Orbit von N’zoth | VIN Wächter von N’zoth | Brücke] Michael von Berchem, Commodore Sjöberg, Brückencrew


Während des Anflugs auf die Werft von N’zoth konnte man die Zerstörung der noch immer anhaltenden Gefechte erkennen, Michael stand mit verschränkten Armen vor dem Holoprojektor, der die planetare Lage darstellt. Es war offensichtlich, dass er einen einzigen Trümmerhaufen bekommen hatte, den er nicht nur wieder aufbauen musste, sondern auch noch aus den Händen der Yevethaner befreien musste. Dass das Imperium nur einen Außenposten, der auch nur spärlich befestigt war, hat, machte die Ausgangssituation nur schwerer. Michael konnte sich bisher nur einen groben Überblick über die Streitkräfte verschaffen und auch die Akten der ihm zugeteilten Regierung lagen immer noch unberührt auf seinem Schreibtisch.

“Wir sind jetzt im Anflug zur Werft, wir werden in einigen Minuten an die Station andocken und im Anschluss auf Belagerungspositionen gehen.”

Michael drehte sich um und nickte dem Commodore zu, welcher sich im Anschluss wieder zu seinen Offizieren wandte, um den Anflug zu koordinieren. Michael hingegen ging von der Brücke, um in den Besprechungsraum zu gehen, den er von Zeit zu Zeit nutzte, um in Ruhe arbeiten zu können. Nachdem sich Michael gesetzt hatte ließ er in der Mitte des Runden Tisches die gleiche Holokarte welche auch auf der Brücke gezeigt wird, allerdings diesmal mit einer Vergrößerten Karte von Werstilhere, der Standort war nicht sonderlich groß und nur durch eine einfache Palisade umgeben, damit das Imperium von diesem Standort aus Operieren muss der Standort nicht nur besser befestigt werden sondern auch expandieren. Im Anschluss kann man die Yevethaner gezielt und systematisch bekämpfen und in ihre Schranken weisen, die planetaren Streitkräfte werden dafür zwar nicht reichen, allerdings wird diesbezüglich die Sektor Flotte aushelfen. Die drei Monde von N’zoth kann man hierzu als weitere Operationsbasen verwenden und auch die Raumflotte wird in Teile der Kämpfe gezielt eingreifen. Michael hat zwar den Auftrag den Planeten zu erobern, allerdings will er das ohne die komplette Auslösung der Yevethaner schaffen. Um das zu schaffen, benötigt er allerdings die Unterstützung der Yevethaner, zumindest einen Teil von ihnen, den Rest der weiterhin aufständischen müssen wohl oder übel ausgelöscht werden. Michael legte seine Hände in den Nacken und lehnte sich auf den Stuhl zurück, er hörte wie das Schott zischend aufging und schwere Kampfstiefel auf ihn zukamen.

“Herr, wir haben angedockt, wir bringen ihre persönlichen Dinge auf die Station und verräumen diese auch.”

”Danke James, eine Frage, wo würdest du den ersten Schlag gegen die Yevethaner setzen?”

“Ich würde in Giat Nor angreifen, entweder um den Gouverneurspalast oder den Palast des Darama zu erobern. Beides sind prestigeträchtige Gebäude.”


Michael nickte dem Mirilianer zu, während er in seine Jackentasche griff und seine Zigaretten raus holte, um sich eine davon an zu machen. Beide Ziele sind zwar interessante Angriffsziele, allerdings dementsprechend auch schwer ein zu nehmen, zum Anfang mussten die Yevethaner allerdings erst geschwächt werden und es musste eine erkennbare Front entstehen, um verschiedene attraktive Ziele anzugreifen. Das andere Problem, wohl auch das größere Problem worauf Michael stoßen wird ist das halten und wieder aufbauen von N’zoth.

”Möglicherweise können wir einen schnellen Sieg davon tragen, wir bekommen angeblich Sith zur Verstärkung, entweder geht das sehr schief oder wir haben neue Verbündete."

”Dass gefällt mir ehrlich gesagt nicht, nicht mal du oder unsere Geheimdienst Informanten können nicht viel über diese Sith herausfinden. Die Sith zu kontrollieren wird schwer, wenn nicht unmöglich.”

"Das ist leider wahr, aber einen Sith unter unserer Kontrolle zu haben wäre von Vorteil.”


Michael wusste zwar nicht sicher, ob dieses Gerücht, dass Sith sie unterstützen sollen, wahr ist, er muss allerdings damit rechnen und auch mit dieser Situation planen können, vor allem weil er mit seiner Stellung diese nicht im geringsten kontrollieren kann. Zudem wusste er nicht, ob diese Sith nicht auch noch auf dem Planeten bleiben oder gar versuchen, ihn oder einen seiner persönlichen Wachen zu rekrutieren, immerhin befand sich das Imperium im Krieg mit der Republik.

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[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht - Cluster | N’zoth | Shuttle in Richtung Werstilhere| Cockpit] Michael von Berchem, Piloten, Wachen

Michael stand im Cockpit von dem Angriffsshuttle in Richtung Werstilhere, man konnte die trostlosen Ebenen um den Außenposten sehen, in der Nähe soll auch ein Standort der Yevethaner sein, welche durch die breite Masse ausgestoßen wurden. Es handelte sich dabei zwar nur um wenige Tausend, allerdings kannten diese die potenziellen Schwachstellen, was sich Michael zu Nutze machen will. An dem Sichtfenster rauschten zwei TIE Interceptor vorbei, die anscheinend gerade von einem Aufklärungsflug wieder kamen, kurz darauf knackte das KOM.

”Lambda Shuttle identifizieren sie sich.”

Michael legte seine Hand auf die Schulter des Piloten und griff leicht zu, um zu signalisieren, dass er antworten wird.

”Hier ist Gouverneur von Berchem, ich bin ihr neuer Oberbefehlshaber.”

”Verstanden Herr Gouverneur, sie haben Lande-Erlaubnis, sobald sie ihre Codes übermittelt haben. Willkommen auf N’zoth Herr Gouverneur.”

”Danke Flugüberwachung.”


Michael nickte dem Piloten zu und gab diesem seinen Codezylinder, um seinen persönlichen Code zu übermitteln, im Anschluss begann auch schon der Landeanflug. Michael ging in den Passagierraum und schaute in die Gesichter von einem Halbzug seiner Persönlichen Wache, welche in kompletter Kampfmontur einsatzbereit auf ihren Plätzen saßen. Kurz bevor das Shuttle aufsetzte, standen die Soldaten auf und stellten sich vor Michael in zwei reihen auf und machten ihre waffen klar zum Gefecht. Die Laderampe fuhr langsam runter und ließ die heiße Außenluft in das Innere. Die Wachsoldaten gingen vor Michael aus dem Shuttle und nahmen ihn im Anschluss in ihre Mitte, um ihn von allen Seiten zu schützen, ihnen kam ein Offizier, welcher anscheinend der Garnisonskommandant war. Der Körperschutz des Offiziers ist mit Dellen und Katschern beschädigt, welche dem ersten Blick nach von einigen Gefechten stammen.

”Kommandant, wie ist unsere Lage hier?”

”Um ehrlich zu sein beschissen, die Versorgung ist unter stetiger Belagerung und wir sind regelmäßig Angriffen ausgesetzt.”

Okay, ich lasse die Orbitalkräfte die Versorgung Linien durch den Einsatz der Jäger und beider Kreuzer besser schützen. Sie allerdings müssen diesen Standort dann auch stärker befestigen. Ich kann ihnen weitere Zweitausend Soldaten geben. ”

”Zweitausend sind zwar angesichts der schieren Überzahl, der wir gegenüberstehen nicht viel, aber ich kann damit arbeiten.”

"Das höre ich gerne, und jetzt zeigen sie mir doch bitte, womit ich hier arbeite."


Der Offizier nickte kurz und wies Michael an, ihm mit einer einladenden Hand Geste ihm zu folgen. Anscheinend wollten sie zu einem Aussichtspunkt inmitten von dem Standort, um sich das Lager von oben ansehen zu können. Sie konnten von dem Turm nicht nur gut den Standort betrachten, sondern auch die Umgebung betrachten. Der Planet sah aus dem Orbit schon trostlos aus, den Planeten von der Oberfläche zu betrachten, verdeutlichte das Bild allerdings auch noch. Karge Landschaften, eine vom Krieg geprägte Landschaften, Leichen, die nicht bestattet wurden und verrotteten, ohne dass sie von jemandem gewürdigt wurden. Ein abschälicher Anblick, auch wenn die Leichen von Yevethanern waren, war es Michael nicht recht, diese einfach verrotten zu lassen.

"Kommandant, ich möchte, dass man diese Leichen durch Feuer bestattet und ich will jede Waffe, die sie finden können.”

"Entschuldigung, wir sollen was machen? Das sind Yevethanische Leichen, die Yevethaner sind Feinde des Imperiums.”

”Wissen Sie eigentlich, wie einfältig sie klingen? Diese Leichen riecht man bis hierher abgesehen, dass die Soldaten hier eh schon im Dreck leben, müssen sie nicht auch noch diesen Gestank ertragen, also bei aller Liebe zu unseren Soldaten verbrennen sie diese Leichen.”


Michael wusste zwar um den Umstand dass die Yevethaner Feinde des Imperiums waren, allerdings konnte man nicht nur diesen Gestank nicht verleugnen man musste auch den Yevethanern zu gestehen das sie gute Kämpfer waren auch wenn sie mit Primitiven waffen kämpften. Man musste den Standort definitiv ausbauen wenn sie diesen Kampf gewinnen wollten, sie brauchten höhere mauern und mehr geschützte abgesehen von der Mann stärke sie benötigen von allem einfach mehr um die Schieren Horden der Yevethaner abwehren zu können und Gegenangriffe starten zu können und nicht nur kleine verdeckte Operationen mit minimalen schaden.

[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht - Cluster | N’zoth | Werstilhere | Aussichtsturm] Michael von Berchem, Garnisonskommandant, Wachen
 
[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht - Cluster | N’zoth | Werstilhere | Aussichtsturm]] Michael von Berchem, Wachen

Michael stand auf dem Aussichtsturm und beobachtete wie die Soldaten unter strenger Bewachung durch TIE Jäger, Infanterie und Leicht Gepanzerte Fahrzeuge die Leichen der Yevethaner auf mehrere Haufen schmeißen und diese mit Hilfe von Flammenwerfern entfachen. Es war nicht leicht, mit diesen Yevethanern klarzukommen, sie waren zäh und sehr stolz, mit Diplomatie wird man das Imperium hier auf N’zoth nicht vertreten können und auch noch zum Sieg führen. Sie müssen nicht nur entschlossen und brutal vorgehen, sondern auch gezielt die militärische und geistliche Führung eliminieren, bevor man überhaupt erst an Verhandlungen denken kann. Gezielte Gewalt wies immer darauf hin dass man nicht unnötig töten möchte und auch dass man offen für Verhandlungen ist, allerdings wird es bei einer Spezies die für ihre Aggressivität bekannt ist und ihre ganze Existenz auf Krieg ausgelegt hat wohl kaum möglich sein eine friedliche Lösung zu finden. Den Gedanken irgend etwas Friedliches auf N’zoth schlug sich Michael schnell wieder aus dem Kopf, besonders da Sith zur Unterstützung kommen sollen. Michael griff sich an die Stirn und bedeckte mit der Hand seine Augen, wie soll er diese einzige Kakofonie in den Griff bekommen und auch gleich noch die beiden Sith unter Kontrolle bekommen. Er kann nur hoffen, dass einer von ihnen früher oder später den Planeten verlässt und der andere Sith sich einfacher kontrollieren lässt. Um irgendwas in diese Richtung aber auch umsetzen zu können, muss er an die Akten der Sith kommen, er konnte zwar mit viel Glück über den Geheimdienst an die Akten kommen, allerdings ist das ganze auch nur eine Version, die sich verändern kann. Michael wurde schlagartig von einem durchdringendem Alarm aus seinen Gedanken gerissen und blickte nach unten, wo die Soldaten teilweise ohne vollständiger Kampfausrüstung zu den Verteidigungsanlagen rannten, Michaels Blick wanderte in die ferne und konnte einen Pulk von Yevethaner erkennen die auf sie zu kamen. Aus der ferne konnte man zwei Rotten von TIE Jägern erkennen die bereits in einer Angriffsformation sind und auf die Yevethaner zu stürzten, in der zwischen zeit wurden immer mehr der defensiv anlagen besetzt und in Einsatzbereitschaft versetzt, eine besonderen war allerdings das auch Mörser in Stellung gebracht werden und die Yevethaner unter Beschuss nahmen. Nach einiger Zeit erwachten auch die Blaster Waffen und schwere Geschütze zum Leben, allerdings feuerten auch die Yevethaner mit Blaster Waffen zurück, es waren zwar nicht viele und sie trafen auch nicht viel, allerdings war die Masse, die auf sie zu kam enorm. Michael ging intuitiv in Deckung, als ein Blasterboltzen hinter ihm einschlug und ein qualmendes Einschussloch hinterließ, daraufhin ging er zu dem Turbolift und fuhr umgeben von vier seinen Wachen nach unten.

”Lambda startklar machen und bereithalten für den Start."

"Jawohl, Sir."


Michael koppelte mit dem restlichen Halbzug unter anderem seinem Kommandierenden Wach-Offizier, um gemeinsam wieder in die Sicherheit der Raumstation zu fliegen. Noch bevor sie im Shuttle waren, hörten sie Explosionen von detonierenden Bomben und zwei TIE Bomber zogen über den Standort hinweg und zogen sich wieder in den Orbit zurück. Kurz darauf war das Gefecht verstummt und auch Michael drehte sich wieder um und schaute in die Richtung des Angriffs.

”Hier Gouverneur von Berchem, Lagebericht.”

”Herr Gouverneur, die Yevethaner ziehen sich zurück, ihre letzten Befehle werden wieder aufgenommen und umgesetzt."

”Verstanden, ich ziehe mich bis auf weiteres in die Raumwerft zurück.”


Michael drehte sich auf dem Absatz um und ging flankiert von seinen Wachen in das Shuttle, das unverzüglich startete und Kurs auf die sich im Orbit befindliche Raumstation setzte. Flankiert von zwei TIE Jägern flogen sie in rasender Geschwindigkeit dem All entgegen und kamen in wenigen Minuten auch bei der Werft an. Michael und seine Wachmannschaft gingen ohne Umschweife wieder in den administrativen Bereich und trennten sich im Anschluss vor dem Büro des Gouverneurs. Michael wollte sich die verschiedenen Akten seiner Regierung anschauen, um sich auf die ersten Meetings vorzubereiten und um sein Personal besser kennenzulernen.

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Der stapel von Anträgen für die front Basis Werstilhere waren enorm, Michael war froh zumindest schon mal froh das sein Legat für innere Sicherheit angekommen ist und einige der spezialisierten Anträge bearbeitet, allerdings war das nur ein tropfen auf dem heißen stein da der gesamte Haushalt schon nicht passt und auch keine Steuern eingenommen werden können, aus offensichtlichen gründen. Immerhin war die Front Basis aufgerüstet worden und mittlerweile eine stattliche Verteidigungsanlage, auch kleinere Gegen Schläge konnten vermerkt werden, allerdings waren diese nicht gegen hochrangige Führer der Yevethaner, sondern nur gegen kleine Ortsleiter oder noch weniger. Was sich allerdings zeigen lassen konnte, ist die Wiederaufnahme des Raumverkehr und der entsprechenden Verzollung. “Ein Schritt nach dem anderen.” dachte sich Michael und zündete sich eine neue Zigarette an, es war noch ein langer weg bis zum Sieg, zumindest konnte er sich einen groben überblick von seiner neuen Regierung machen, es waren zwar alles Verwalter die man eigentlich auf einem Abstellgleis haben möchte, allerdings waren diese Leute in ihrem Themengebiet fähige Leute. Michael konnte das ein oder andere Defizit durch seinen persönlichen Stab kompensieren und auch durch gezieltes Einsetzen von Präfekten konnte er viel kompensieren besonders wenn die Sith endlich auf N’zoth sind konnte er sich etwas mehr um den Kampf auf dem Planeten konzentrieren, seine Vizegouverneurin hatte nicht sonderlich den besten ruf, da sie als Legatin angebliche Vetternwirtschaft betrieben hat, allerdings konnte sie das auf einem Planeten wie N’zoth galt vergessen. Zwischen den verschiedenen Verwaltern herrschte zwar die übliche Anspannung und Konkurrenz Kampf, bisher ist dieser aber auf einem professionellen Niveau geblieben, was Michael schätzte. Besonders der Präfekt Drake und der Präfekt Malcor waren federführend für den Ausbau von Werstilhere und der entsprechenden Befestigung, beide waren zwar noch relativ jung hatten allerdings gute Ideen wie man nicht nur N’zoth wieder aufrüsten und sicher machen konnte sondern auch wie man den Wiederaufbau angehen sollte. Auf dem Holobildschirm vor Michael erschien eine Nachricht mit dem Anhang von zwei Akten, laut dem Betreff waren es geheimdienstliche Akten über zwei Personen die dem Sith Orden angehören sollen, Michael Ignorierte diese erst mal da in seinem Kopf viel zu viel los war als das er sich um die Sith kümmern konnte, er nahm diese Nachricht zur Kenntnis und widmete sich wieder dem noch ausstehenden Haushalt und der Bezahlung der Soldaten. Er musste zwar allen Soldaten einiges von dem Sold abziehen, um grundlegende Dinge für die bisherige Wirtschaft zu investieren, dennoch wird er auf langer Sicht dem Militär mehr Finanzen ermöglichen, um auch Prämien an die Soldaten zu zahlen. Auch die Orbital Verteidigung und der entsprechende Zoll Betrieb müssen stetig ausgebaut werden, um den Haushalt zu erhöhen, nicht nur damit die einzelnen Soldaten bezahlt werden können, sondern auch für den Wiederaufbau von N’zoth und den Städten. Als die Zigarette von Michael langsam zu Ende geraucht war stand er auf und ging zum Sichtfenster, “An und für sich ist der Planet ja hübsch.” schoss Michael durch den Kopf als die Durchgangstür zu seiner Sekretärin auf ging und Präfekt Drae in sein Büro trat.

”Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen? Sind die beiden Kreuzer mittlerweile auf Position?”

”Guten Tag Herr Gouverneur, die Kreuzer sind auf Position über Werstilhere und haben ihre warte Positionen eingenommen, die Infanterie konnte weitere Landgewinnung melden, allerdings nichts nennenswertes, wir haben zudem den weiteren Ausbau von Werestilhere begonnen und warten nur noch auf ihre befehle und diese Sith.”

”Perfekt, dann brauchen wir nur noch auf die Ankunft der Sith zu warten, um unsere Angriffe gezielt und noch schlagkräftiger ausführen zu können. Ich würde sie bitten, einen Plan für die gezielte Rückeroberung auszuarbeiten und mir vorzulegen, dass ganze bitte in den nächsten 72 Stunden.”

”Natürlich setze ich mich sofort daran, ich melde mich ab. Sieg dem Imperium!”

”Sieg dem Imperium!”


Nachdem der Präfekt sein Büro wieder verlassen hatte, ging Michael wieder zu seinem Schreibtisch, dieses Mal öffnete er die beiden Akten, die ihm von seinem Geheimdienst Kontakt zugespielt wurden. Es handelt sich um deinen Umbaraner und um einen Mensch, der Mensch hatte einige Prothesen und einige vermerke zur straf auffälligkeit wohingegen der Umbaraner nicht wegen Mordes oder Kriegsverbrechen verfolgt werden konnte sondern nur weil er sich anscheinend hat dieser sein täglich Brot mit verschiedenen Jobs verdient, zumindest ist das an zu nehmen da es keinen festen Beruf gibt der erwähnt wird, er war zwar anscheinend als Datenanalyst ausgebildet es gab diesbezüglich aber keine weiteren Relevanten Informationen. Michael vermutete, dass dieser Leto Fel, welcher auch noch Republikaner war, der Meister war und dieser Umbaraner sein Schüler. Beide Akten hatten zwar zensiert und entsprechende Teile waren nicht für Michael zugänglich, allerdings konnte er das ein oder andere über diesen Fel herausfinden. Michael wusste zwar, dass das spannendste nicht in der für ihn einsehbaren Teilen der Akte steht, allerdings konnte er sich ein ungefähres Bild machen. “Ein faszinierender Lebenslauf.” Murmelte Michael anerkennend, nachdem er die Akte durchgelesen hatte. Die Akte des Umbaraner überflog er nur kurz und schloss diese im Anschluss wieder, für Michael war hauptsächlich wichtig, dass er wusste wer von den beiden das Sagen hatte und das war eindeutig Leto Fel. Da Michael noch nie Kontakt zu einem Sith hatte, wusste er zwar nicht wie man sich gegenüber einem Sith verhält, allerdings wusste er das ein oder andere über diesen Orden, nicht nur diese Mystischen Dinge, die ein Bürger wusste. Es war nicht dieser mysteriöse Orden mit irgendwelchen komischen Party Tricks, der Orden war ernst zu nehmen und ein guter verbündeter wenn man es richtig anstellte.

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Es vergingen die Tage, in denen Michael die Regierung von N’zoth übernommen hatte, einen Planeten, den man unter anderen Umständen durch eine orbital Bombardierung innerhalb von wenigen Stunden, wenn nicht sogar Minuten befriedet hätte. Da allerdings N’zoth für den gesamten Cluster ein relativ wichtiger Planet war, entschied man sich dafür, den Planeten zurückzuerobern und dadurch auch noch Michael das Leben deutlich schwerer zu machen. Es war klar, dass einfach hierfür keine richtige Terminologie war, Michael wusste, dass er in den Reihen der Imperialen Verwaltung ein schwarzes Schaf war und man ihn absägen wollte. Dem Vorgehen wird er allerdings mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen arbeiten und auch dieser Planet bohrt großes Potential und auch potenzielle große Macht und Einfluss. Allein die Werft war eine einzige Möglichkeit um N’zoth in eine Festungswelt zu verwandeln und auch zu einer wichtigen Welt für das Imperium. Während Michael noch sein Datapad in der Hand hatte, stand er auf, ging zu einem Schrank und nahm ein Glas und eine Flasche Branntwein aus diesem. Michael stellte beides auf seinen Schreibtisch und füllte sich ein Glas von dem Branntwein ein, anschließend nahm er das Glas und ging zum großen Sichtfenster und nahm einen kleinen Schluck von dem Branntwein. Der angenehme Geschmack von dem Wein riss ihn aus seinen Gedanken und schaute mit hochgezogenen Augenbrauen auf den Inhalt des Glases. Es war ein Branntwein den er bisher noch nicht geöffnet hatte und ein Geschenk von seiner Familie war, eigentlich ein Getränk was er bei seiner Beförderung zum Sektor Adjutant hätte öffnen wollen, allerdings war es auch ein guter Branntwein um zu Feiern dass es langsam voran ging. Die Grundsteine hatte er auf N’zoth mit dem Ausbau von Werstilhere zu einer kleinen Festung, wenn jetzt auch noch die Sith ebenfalls fähig waren und seine Soldaten mit einigen gezielten Schlägen gegen die Führung der Yevethaner dann war der Sieg auf N’zoth zum greifen nahe. Bis es aber die Zeit dafür ist wird sich Michael auf den Ausbau von der Orbitalen Kontrolle konzentrieren und auch auf den Geplanten Bau einer Basis auf Pa’aal er würde diese Basis als einen geheimen Stützpunkt für spezialisierte Kräfte von N’zoth nutzen und auch für eine kleine Armee, um bei möglichen angriffen seinen Feinden in den Rücken zu fallen. Ebenfalls war es eine Sicherheit bei möglichen neuen Aufständen der Yevethaner, nicht nur für die Streitkräfte, sondern auch als Rückzugspunkt für die Verwaltung. Der Plan für den wiederaufbau von N’zoth lag ihm zwar bereits vor allerdings brauchte er noch den entsprechenden Haushalt, welcher sich als schwerer zu bearbeiten herausstellte als er es gedacht hatte, mittlerweile veränderte sich die finanzielle Lage von N’zoth alle paar Tage, mal ins positive mal ins negative. Bislang war nur eine Sache sicher und das war leider nur der Krieg unter ihnen. Michael setzte sich kopfschüttelnd auf seinen Stuhl und blickte zu dem holo vor ihm auf, es standen bereits einige Meetings an um die gesamt Lage von N’zoth begutachten zu können und auch ein Meeting mit der Militärischen Führung der Streitkräfte Noch bevor Michael ein weiteres Datapad bearbeiten konnte kam sein Wachkommandant in sein Büro,

“Herr von Berchem, nach Commodore Sjönbergs Einschätzung ist der Luftraum über Werstilhere gesichert und auch das Zentrum und das direkte Umland sind gesichert, theoretisch kann man also Teile der Regierung wieder auf den Planeten versetzen. Die Gouverneurs Garde und einer unserer Züge können hierfür auch die Sicherung der entsprechenden Verwaltung übernehmen und garantieren.”

"Das klingt gut, dann sollten wir anfangen, das Ressort für innere Sicherheit, das Sicherheitsbüro und den Sonderbeauftragten Malcor auf den Planeten zu versetzen, ich möchte bitte die Leitung von den drei Verwaltungssektoren. Vizegouverneur Veyl übernimmt. Ich stelle hierfür einen Zug von uns ab und auch die Gouverneurs Garde bekommt den entsprechenden Schutzauftrag, welchen Zug wir schicken obliegen deiner Entscheidung.”


Adems nickte stumm und machte eine Kehrtwende, das sie einen teil der Verwaltung schon umsiedeln konnten war ein kleiner sieg allerdings wird es nur noch schwerer weiter in das Landesinnere zu gelangen und auch den alten Imperialen Verwaltungssitz zurück zu erobern wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Mit Hilfe der Sith ist es allerdings möglich das der endgültige sieg über die Yevethaner schneller kam als wenn er ohne diese arbeiten muss, besonders weil die Yevethanische Führung direkter angegriffen werden kann und auch die Kommunikation von den Yevethanern stärker eingeschränkt werden kann.

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Michael stellte das Glas mit dem Branntwein wieder auf den Tisch und ließ den Blick ein weiteres Mal über die Holoprojektion von N’zoth wandern. Die Konturlinien der befestigten Zone um Werstilhere leuchteten in kaltem Blau, während die unsicheren Gebiete in den Farben des Alarms pulsierend markiert waren. Je länger er auf diese Darstellung sah, desto stärker gewann er den Eindruck, dass der Planet in Wahrheit nicht aus Landmassen und Städten bestand, sondern nur aus Problemen, die in unterschiedliche Farben gegossen worden waren. Trotzdem war in diesem Chaos ein Muster erkennbar. Werstilhere war kein improvisierter Vorposten mehr, keine notdürftig zusammengezimmerte Frontstellung, die man bei der nächsten größeren Attacke wieder räumen musste. Es wurde langsam zu dem, was Michael schon in den ersten Stunden bei seiner Landung darin gesehen hatte: der Schlüssel zur Rückeroberung. Als die Tür glitt, ohne dass ein Summer erklang, wusste Michael bereits, wer eintrat. James Adems bewegte sich immer so, als wolle er niemanden stören und gleichzeitig doch jeden Augenblick belegen, dass er da war.

„Herr Gouverneur“, sagte der Adams knapp und nahm Haltung an. „Die ersten Verlegungstransporte sind vorbereitet. Vizegouverneurin Veyl bestätigt die Aufnahmefähigkeit der gesicherten Sektoren. Das Ressort Innere Sicherheit, das Sicherheitsbüro und der Sonderbeauftragte Malcor können innerhalb der nächsten Stunden auf die Oberfläche gebracht werden.“

Michael nickte langsam.

„Wie viele zivile Verwaltungsangestellte?“
„Zunächst nur ein reduzierter Kernstab. Archivpersonal, Auswerter, Nachrichtenoffiziere, technische Administratoren und ein Teil der Justizschreiber. Alles Personal mit klar definierter Funktion. Keine Familienangehörigen, keine unnötigen Begleitungen.“
„Gut, ich will keine Karawane aus Beamten und Koffern, während kaum zehn Kilometer außerhalb der Sicherungszonen noch immer Yevethaner in kleinen Rotten herumlaufen.“


Adems erlaubte sich ein kaum sichtbares Nicken.

„Die planetaren Sicherheitskräfte schlagen vor, den Kernbereich um Werstilhere in drei Ringe zu gliedern. Ein innerer Verwaltungsring, ein militärischer Funktionsring und ein äußerer Sperrring mit Bunkern, Sensorpfählen und mobilen Geschützstellungen.“

Michael trat näher an das Hologramm heran.

„Zeigen Sie.“

Adems aktivierte mehrere Markierungen. Im Zentrum von Werstilhere lag der alte Kernbereich, um den seit Tagen neue modulare Gebäudeblöcke errichtet wurden. Daran anschließend ein Ring aus Versorgungslagern, Munitionsdepots, Fahrzeugboxen, Lazarettkomplexen und Kommandobunkern. Davor, weiter zur offenen Ebene hin, ein Halbkreis aus Wällen, Panzergräben, Minensperren und schweren Stellungen. Michael musterte schweigend das entstehende Bild einer Festung.

„Der innere Ring bekommt eigene Kommunikationsleitungen. Redundant. Ich will kein einziges Verwaltungszentrum, das von einem Treffer oder einer Sabotageaktion lahmgelegt werden kann. Das Gleiche für das Lazarett und die Einsatzleitung.“
„Verstanden.“
„Außerdem legen Sie innerhalb des äußeren Rings einen separaten Landebereich an. Nicht für repräsentative Landungen. Für Verwundetentransport, schnelle Truppenrotation und Notfallabzug. Es soll nicht der gesamte Betrieb zusammenbrechen, wenn die Hauptplattform beschossen wird.“


Adems verzog keine Miene, doch Michael sah an seinem Blick, dass der Offizier genau dieselbe Sorge längst gehabt hatte.

„Noch etwas?“
„Ja, Sir. Der Ausbau verbraucht Material schneller als erwartet. Besonders vorgefertigte Wandsegmente, Feldgeneratoren, Energiezellen, Sicherungstüren und Sensormasten. Wenn wir im bisherigen Tempo weiterbauen, müssen wir entweder an der Qualität sparen oder zusätzliche Kontingente aus der Werft abziehen.“


Michael schwieg. Sparen hieß auf N’zoth fast immer, spätere Verluste hinzunehmen.

„Dann ziehen wir ab“, sagte er schließlich. „Nicht aus kritischen Orbitalsektoren, aber aus nicht priorisierten Beständen. Ein Zollausfall von zwei Prozent ist hinnehmbar. Ein Durchbruch an der Front nicht.“

Adems hob leicht das Kinn.

„Ich werde die Umverteilung veranlassen.“

Michael ging zurück zum Schreibtisch und blätterte durch mehrere Datapads.

„Außerdem will ich in Werstilhere mehr als nur Mauern. Wir bauen dort keine Kaserne mit hübscher Fassade. Wir bauen einen politischen Fuß in den Boden dieses Planeten. Sobald Veyls Leute unten sind, sollen erste Verwaltungsräume eröffnet werden. Registratur, Versorgungskontrolle, Aufenthaltszonen für kollaborierende Arbeiter, Feldgerichtsschreiber, Zollvorprüfung. Klein, aber sichtbar. Die Menschen müssen sehen, dass das Imperium nicht nur kommt, um zu bombardieren. Es kommt, um zu bleiben.“

Adems sah für einen Augenblick direkt auf.

„Das wird zusätzliche Sicherung erfordern.“
„Natürlich alles, was hier einen Sinn hat, erfordert zusätzliche Sicherung.“


Er setzte sich, zündete sich eine Zigarette an und sog den Rauch langsam ein. Für einen Moment dachte er an Ord Mantell, an Vorlesungssäle, an die Illusion, Politik sei etwas, das in Gesprächszirkeln stattfinde, geführt von Männern und Frauen mit sauberen Händen. Auf N’zoth bestand Politik aus Transportlisten, Schussfeldern, Bunkerplänen und der Frage, wie viel Verwaltung man in eine Frontbasis pressen konnte, bevor sie unter ihrem eigenen Gewicht kollabierte.

„James ich will einen Lagevergleich zwischen dem alten Werstilhere und dem Zustand in fünf Tagen. Bildlich, baulich, personell. Wir müssen sehen können, dass wir vorankommen.“
„Wird erstellt.“
„Und noch etwas: Die Gouverneursgarde bleibt sichtbar. Keine Versteckspiele. Wenn die Verwaltung auf die Oberfläche zurückkehrt, soll jeder wissen, dass sie unter meinem Schutz steht.“


Adems salutierte.

„Jawohl, Sir.“

Als die Tür sich hinter ihm schloss, blieb Michael allein mit dem Hologramm, dem Rauch und den Linien einer Festung, die jeden Tag ein wenig realer wurde. Werstilhere war noch nicht sicher. Noch lange nicht. Aber zum ersten Mal hatte er das Gefühl, dass der Planet begonnen hatte, sich unter imperialem Druck zu verformen. Nicht schnell genug, nicht sauber genug, und gewiss nicht ohne Blut. Doch die Front bewegte sich. Und wo sich eine Front bewegte, konnte irgendwann auch eine Regierung folgen. Michael hob das Glas, nahm einen kleinen Schluck und betrachtete die neuen Markierungen rund um Werstilhere. „Ein Schritt nach dem anderen“, murmelte er, diesmal jedoch mit deutlich mehr Überzeugung als zuvor.

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[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht-Cluster | N’zoth | Werstilhere | Provisorischer Verwaltungskomplex] Michael von Berchem, Castra Veyl, Corvin Drae, Sered Malcor, Offiziere, Wachen

Das Shuttle setzte hart auf, aber ohne jede Unsicherheit. Michael blieb noch einen Moment sitzen, während draußen schon das Dröhnen der Turbinen zwischen Betonwänden, Schutzschildmasten und halb fertigen Hangarsegmenten widerhallte. Als die Rampe sich senkte, drang ihm sofort der Geruch von Staub, verbrannter Isolierung und kaltem Metall entgegen. Es war derselbe Planet wie vor wenigen Tagen, und doch hatte Werstilhere bereits ein anderes Gesicht. Wo zuvor verstreute Stellungslinien und provisorische Plattformen gelegen hatten, erhob sich nun ein schwerer Gürtel aus Befestigungen, Arbeitsgeräten, Sensorpfählen und modularen Verwaltungseinheiten. Über allem ragen neue Türme auf, grob und funktional, aber genau das schätzte Michael an ihnen. Nichts daran war dekorativ. Alles daran diente dazu, den Ort haltbar zu machen. Seine Wachen gingen voraus und fächern routiniert auf. Michael trat die Rampe hinunter und sah zu, wie ein Transportzug aus Pionierfahrzeugen durch das Haupttor rollte. Dahinter liefen erschöpfte Soldaten, Staub auf der Rüstung, aber mit einer Haltung, die auf N’zoth schon fast an Zuversicht grenzte.

„Herr Gouverneur“

meldete Castra Veyl, die am Fuß der Rampe wartete. Ihre Uniform war tadellos, nur die Stiefel verraten, dass sie bereits Stunden auf der Oberfläche verbracht hat.

„Willkommen in Werstilhere.“

Michael reichte ihr die Hand.

„Vizegouverneurin. Ich hoffe, der Empfang ist ein Zeichen dafür, dass sich die Lage stabilisiert.“
„Stabil genug für Aktenberge und Beschwerden, wenn Sie das meinen“


erwiderte sie mit einem dünnen Anflug von Humor.

„Dann geht es also voran.“

Gemeinsam betraten sie den provisorischen Verwaltungskomplex, der aus mehreren schweren Modulen bestand, die mit gepanzerten Gängen verbunden waren. Im Inneren herrschte geschäftiges, aber diszipliniertes Treiben. Techniker zogen Leitungen ein, Schreiber trugen Datenkisten, zwei Sicherheitsoffiziere prüfen neu installierte Zugangsscanner, und in einem angrenzenden Raum wurde bereits ein kleines Lagezentrum aufgebaut. Michael blieb stehen und ließ den Blick schweifen.

„Wer ist bereits voll einsatzfähig?“

Veyl rief die Daten auf.

„Das Sicherheitsbüro arbeitet seit drei Stunden. Malcors Stab hat seine Quartiere bezogen und beginnt mit Erfassung und Bewertung der zerstörten Infrastruktur im erweiterten Raum Werstilhere. Außerdem wurde ein Vorzimmer für die Justizverwaltung eingerichtet. Noch kein echtes Gericht, aber genug, um Besitz Fragen, Arbeitsanweisung und Disziplinarsachen zu dokumentieren.“
„Gut und die restliche Bevölkerung?“


Veyl deutete auf ein anderes Fenster.

„Im engeren Umland haben wir erste Sammelpunkte für Arbeiterfamilien und loyale oder pragmatische Ortskräfte eingerichtet. Es sind nicht viele, aber sie kommen. Manche aus Not, manche aus Angst.“

Michael dachte einen Moment nach.

„Dann brauchen wir geordnete Verfahren. Keine Willkür. Registrierung, medizinische Sichtung, Sicherheitsprüfung, Arbeitsanweisung, Lebensmittelkarten. Werstilhere darf nicht nur wie eine Festung wirken. Es muss wie ein funktionierender imperialer Raum wirken.“

Sie traten in den Besprechungsraum, in dem bereits Corvin Drae und Sered Malcor warteten. Auf dem Tisch lag eine ausgebreitete Geländekarte, darüber schwebten Markierungen für Straßen, alte Siedlungsreste, Wasseraufbereitung und beschädigte Energieknoten.

„Herr Gouverneur“, begann Malcor ohne Umschweife, „wenn wir Werstilhere dauerhaft halten wollen, müssen wir über die Basis selbst hinaus denken. Der Ort lebt im Moment nur aus zugeführten Material. Das ist auf Dauer zu teuer und zu störanfällig. Wir brauchen eine lokale Versorgung.“

Michael setzte sich. „Erklären Sie.“

„Erstens“
, sagte Malcor und tippte auf die Karte, „eine gesicherte Wasseraufbereitungsanlage in Reichweite der Basis. Zweitens eine Feldraffinerie für Treibstoffe und Betriebsstoffe aus lokalem Rohmaterial. Drittens feste Reparaturkapazitäten für Fahrzeuge und Generatoren. Solange jede beschädigte Pumpe oder jede defekte Kette in den Orbit gemeldet werden muss, sind wir ineffizient.“

„Und verwundbar. Jeder Angriff auf die Nachschublinie trifft uns doppelt.“
: ergänzte Drae

Michael nickte langsam. Genau das wollte er hören. Keine Blendgranaten aus leeren Phrasen, sondern nüchterne Notwendigkeiten.

„Dann setzen wir Prioritäten, Wasser zuerst. Eine durstige Festung ist keine Festung. Danach Reparaturkapazitäten. Treibstoff kann zunächst weiter eingebracht werden, sofern die Versorgung gesichert bleibt.“

Veyl griff ein.

„Zusätzlich sollten wir einen Verwaltungsplatz im Zentrum der gesicherten Zone schaffen. Kein großes Gebäude. Ein Platz. Sichtbar. Mit Kontrollstelle, schwarzem Brett, Ausgabeschalter, Arbeitszuweisung und öffentlicher Verkündigung. Die Leute müssen einen Ort haben, an dem das Imperium nicht nur schießt, sondern spricht.“

Michael sah sie aufmerksam an.

„Machen Sie einen Entwurf.“

Drae schob eine andere Projektion herüber.

„Es gibt noch ein Problem: Die äußeren Vorfeld Sicherungen sind gut, aber nicht tief genug. Wenn die Yevethaner wieder in größerer Zahl angreifen, stehen sie zu schnell an unseren eigentlichen Feuerlinien. Wir schlagen daher vorgeschobene Horchposten, getarnte Sensor Gruben und befestigte Sperr-Inseln vor.“

Michael stand auf und trat an das schmale Panzerglasfenster. Draußen fuhren schwere Lastenheber Mauersegmente in Position. Dahinter standen Arbeiter unter Bewachung und verlegte Energieleitungen. Ein TIE schoss tief über die Anlage hinweg, und irgendwo in der Ferne war ein dumpfes Artilleriefeuer zu hören.

„Werstilhere wird nicht gehalten, indem wir nur den Kern härter machen. Wir müssen dem Ort Tiefe geben. Militärische Tiefe, logistische Tiefe und administrative Tiefe. Wenn die Yevethaner auf eine Mauer treffen, werden sie zurückkommen. Wenn sie auf ein System treffen, verlieren sie mit jedem Tag.“

Er drehte sich zu seinen Leuten um.

„Also gut. Wir erweitern die Basis in vier Richtungen. Erstens: ein permanenter Verwaltungsplatz. Zweitens: Wasser- und Reparatursektoren. Drittens: vorgeschobene Sicherungen und Sensorketten. Viertens: Unterkünfte für angeworbene Arbeitskräfte und überprüfte lokale Hilfskräfte, streng getrennt vom militärischen Kern. Ich will in Werstilhere die Keimzelle einer neuen Ordnung sehen, nicht nur einen Bunker mit Fahnen.“

Malcor lächelte zum ersten Mal schwach.

„Das lässt sich machen, Herr Gouverneur.”
„Nein, das muss sich machen lassen. Anderen falls zahlen sie für ihr versagen.“


Danach begann die Arbeit erst richtig. Meldungen wurden aufgenommen, Einsatzlisten geändert, Material umpriorisiert und Wachpläne erweitert. Michael blieb mehrere Stunden vor Ort, ging selbst durch halbfertige Korridore, ließ sich Generatorblöcke zeigen, sprach mit Pionieroffizieren, sah in das provisorische Lazarett und musterte die ersten Schalter der neuen Verwaltung. Überall war Unvollkommenheit. Aber überall war auch Bewegung. Werstilhere war nicht länger nur ein Ort, den das Imperium verteidigte. Es wurde ein Ort, den das Imperium formte.

[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht-Cluster | N’zoth | Werstilhere | Provisorischer Verwaltungskomplex] Michael von Berchem, Castra Veyl, Corvin Drae, Sered Malcor, Offiziere, Wachen
 
[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht-Cluster | N’zoth | Werstilhere | Befehlsbunker | Großer Besprechungsraum] Michael von Berchem, Castra Veyl, Corvin Drae, Sered Malcor, Garric Vale, Teren Khost, Helton Kaest

Der Besprechungsraum lag tief im neu betonierten Kern von Werstilhere. Die Luft roch nach frischer Versiegelung, ozonhaltiger Kühlung und dem feinen Staub, der sich auf N’zoth selbst durch geschlossene Systeme schlich. Michael nahm am Kopfende des Tisches Platz, legte die Handschuhe neben sein Datapad und ließ den Blick über die Versammelten gleiten. Das hier war keine feierliche Zusammenkunft, kein politisches Schauspiel. Es war genau die Art von Besprechung, die entschied, ob ein Planet Schritt für Schritt unter Kontrolle geriet oder in einem zähen, teuren Stellungskrieg versank.

„Beginnen wir.“

Garric Vale, Kommandant der planetaren Sicherheitskräfte, aktivierte als Erster die Lagekarte.

„Die Front um Werstilhere hält. Die letzten drei Gegenstöße der Yevethaner wurden zurückgeschlagen. Ihre Taktik bleibt dieselbe: schnelle Annäherung in Wellen, schlechte Feuerdisziplin, aber hohe Opferbereitschaft und gute Kenntnis des Geländes.“
„Wie hoch sind die Verluste?“
„Tragbar, aber nicht auf Dauer wünschenswert. Uns fehlen vor allem Ruhephasen. Die Truppe ist kampffähig, doch ständige Alarmbereitschaft zehrt. Positiv ist: Die neuen äußeren Sperren verlangsamen Angreifer spürbar. Negativ ist: Wir haben noch zu wenige vorgeschobene Augen.“


Teren Khost, Legat für Innere Sicherheit, übernahm.

„Die Sicherheitslage im Hinterraum ist besser als erwartet. Wir haben mehrere verdächtige Gruppen aufgegriffen, darunter Schmuggler, Plünderer und mutmaßliche Boten zwischen verstreuten yevethanischen Zellen. Bisher keine größere Unterwanderung im Basisinneren.“
„Bisher?“
„Deshalb fordere ich für jeden Arbeiter, jede Hilfskraft und jeden neu ankommenden Verwaltungsangehörigen einen dreistufigen Prüfprozess. Er dauert länger, verringert aber das Risiko von Sabotage.“


Veyl hob leicht die Hand.

„Wenn wir den Prozess zu schwerfällig machen, stehen uns in drei Tagen Baustellen und Ausgabestellen still. Werstilhere wächst schneller, als wir Personal nachgeprüft haben.“
„Dann staffeln wir Zugänge, nicht jeder braucht Zugriff auf kritische Zonen. Ungeprüfte Hilfskräfte nur in randständige Arbeitsbereiche, unter Aufsicht. Vollzugriff ausschließlich nach kompletter Prüfung.“


Helton Kaest, für Wissenschaft und Technik zuständig, rief mehrere Projektionen auf.

„Die technischen Erweiterungen laufen. Zwei zusätzliche Schildgeneratoren wurden installiert, aber noch nicht voll vernetzt. Die Sensorpfähle sind zu sechzig Prozent im Soll. Problematisch bleibt die Energieverteilung. Das Wachstum von Werstilhere war schneller als die geplante Infrastruktur.“
„Klartext bitte?“
„Wenn wir weitere Verwaltungsblöcke, Werkstätten und das zweite Lazarett gleichzeitig hochfahren, drohen Lastspitzen. Im besten Fall brennen Sicherungsbänke durch. Im schlechtesten Fall verlieren wir für Minuten Teilsektoren.“
„Das akzeptiere ich nicht.“
„Dann müssen wir priorisieren, oder ein drittes Kraftmodul aus dem Orbit zuführen.“
„Das dritte Kraftmodul kostet uns Transportkapazität, die ich für Baumaterial brauche.“
Griff Malcor ein.

Vale schnaubte leise.

„Und ohne Mauersegmente gibt es bald keinen Sektor mehr, in dem ein Kraftmodul stehen kann.“

Michael ließ die kurze Schärfe im Raum bewusst stehen. Es war nicht seine Aufgabe, Reibung zu verhindern. Es war seine Aufgabe, sie produktiv zu machen.

„Hören Sie zu, Werstilhere ist weder ein Prestigeprojekt noch ein Sammelsurium einzelner Wünsche. Es ist unser Anker auf diesem Planeten. Wer hier denkt wie ein Ressortleiter und nicht wie jemand, der eine Front hält, wird scheitern.“

Er stand auf und trat an die Projektion.

„Priorität eins bleibt Verteidigungstiefe. Äußere Sicherungsringe, Sensorik, mobile Reserven, Munitionsschutz. Priorität zwei ist Versorgungsautarkie: Wasser, Reparatur, medizinische Kapazität. Priorität drei ist Verwaltungssichtbarkeit: Registratur, Arbeitszuweisung, öffentliche Anlaufstellen. Erst danach kommen Komfort, Ausbauwünsche und jede Form von repräsentativer Ordnung.“

Veyl verschränkte die Hände.

„Dann brauchen wir eine klare politische Linie für die Zivilverwaltung in Werstilhere.“
„Die gibt es, jeder der arbeitet, kann versorgt werden. Jeder, der kooperiert, kann registriert und geschützt werden. Jeder, der sabotiert, verschwindet im Gewahrsam oder vor dem Feldgericht. Keine Willkür, aber auch keine Sentimentalität.“
„Wir sollten außerdem Informationspolitik betreiben. Gerüchte füllen jedes Vakuum. Wenn wir nicht sagen, was in Werstilhere geschieht, erzählen es andere.“


Michael sah ihn an.

„Einverstanden. Tägliche Mitteilungen. Kurz, nüchtern, glaubwürdig. Fertige Bauabschnitte, gesicherte Straßen, Versorgungslage, Arbeitsmöglichkeiten, Sicherheitswarnungen. Keine Propagandalyrik.“

Khost blätterte durch seine Daten.

„Ein weiterer Punkt: Es mehren sich Hinweise, dass einige yevethanische Anführer ihre religiösen Symbole und Kommunikationsmuster in Randgebiete östlich von Werstilhere verlegen. Noch keine bestätigte Hauptführung, aber es verdichtet sich.“

Bei diesen Worten wurde es im Raum still. Genau darum ging es am Ende: nicht nur um Mauern, sondern darum, dem Feind Struktur zu nehmen.

„Sobald wir belastbare Ziele haben werden wir reagieren. Präzise. Nicht mit blindem Feuer auf Dörfer oder Wüstenstriche. Ich will Köpfe, Knotenpunkte, Depots und Wege. Jede Aktion muss die Yevethaner schwächen und gleichzeitig Werstilhere stärken.“

Vale nickte zustimmend.

„Das wird die Truppe begrüßen. Sie will Wirkung sehen.“

Michael setzte sich wieder.

„Dann fassen wir zusammen. Khost organisiert ein gestuftes Sicherheitsverfahren. Veyl schafft einen administrativen Kernbetrieb ohne die Baustellen zu lähmen. Kaest priorisiert Energielasten und meldet mir bis morgen früh, welches System zuerst hochfährt. Vale vertieft die Vorfeldsicherung. Malcor bekommt die Mittel für Wasser- und Reparatursektor. Drae startet tägliche Mitteilungen.“

Er machte eine kleine Pause.

„Und ich will in vier Wochen den ersten Zustand, bei dem man Werstilhere nicht mehr Vorposten nennt, sondern Festungsbezirk.“

Niemand widersprach. Draußen, hinter meterdicken Wänden, dröhnte dumpf ein ferner Einschlag. Michael nahm seine Handschuhe wieder auf. Diese Besprechung hatte nichts Glänzendes. Aber genau solche Stunden entschieden Kriege. Nicht Heldengeschichten, sondern Tabellen, Prioritäten, Bunkerpläne und die Fähigkeit, aus einer umkämpften Stellung ein belastbares System zu machen. Werstilhere war auf dem Weg dorthin. Noch nicht fertig. Vielleicht noch lange nicht. Doch jeder im Raum wusste, dass die Basis seit dem heutigen Tag nicht mehr nur verwaltet, sondern gezielt entworfen wurde.

[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht-Cluster | N’zoth | Werstilhere | Befehlsbunker | Großer Besprechungsraum] Michael von Berchem, Castra Veyl, Corvin Drae, Sered Malcor, Garric Vale, Teren Khost, Helton Kaest
 
[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht-Cluster | Orbit von N’zoth | Werft | Verwaltungbereich | Büro des Gouverneurs] Michael von Berchem, James Adems

Das Büro des Gouverneurs war groß genug, um Respekt zu vermitteln, aber klein genug, um keinen Zweifel daran zu lassen, dass N’zoth nicht zu den Planeten gehörte, auf denen man einem Mann Luxus für seine Stellung gönnte. Michael stand mit hinter dem Rücken verschränkten Händen vor dem schmalen Sichtfenster und blickte in das kalte Schwarz des Weltraums, in dem N’zoth als dunkle, abweisende Kugel hing. Von hier oben wirkte der Planet beinahe friedlich. Keine Brände, keine verschanzten Stellungen, keine improvisierten Lazarette, keine staubigen Gräben, in denen Männer starben, während andere in Aktenschränken nach Zuständigkeiten suchten, die ihnen auf dem Boden nichts nützten. Er hatte diese Perspektive noch nie gemocht. Der Blick aus dem Orbit war für Politiker gemacht, die Kriege als bewegliche Linien auf Holokarten betrachteten und dabei vergaßen, dass jede dieser Linien aus Menschen bestand, die froren, bluteten, fluchten und starben. Michael hob langsam die rechte Hand an die Schläfe und rieb sich mit zwei Fingern über die Stirn. Auf dem Papier war Michael Gouverneur, in Wahrheit war er auf N’zoth gegenwärtig alles zugleich Verwalter, Organisator, Richter, Oberbefehlshaber und nicht selten der letzte Mann, der eine Entscheidung traf, weil sonst niemand bereit oder fähig war, sie zu treffen. Hinter ihm summten mehrere Datapads in langsamen Intervallen, als wollten selbst die Maschinen ihn daran erinnern, dass dieser Planet nie stillstand. Auf seinem Schreibtisch türmten sich Datenträger und geöffnete Berichte in einer Weise, die jede geordnete Natur beleidigt hätte. Michael drehte sich langsam vom Fenster weg und ließ den Blick darüber gleiten Finanzen, Baukontingente, Zollwiederaufnahme, Sicherheitslage im orbitalen Sektor, Personalfehlstände in der zivilen Verwaltung Materialanforderungen aus Werstilhere, Meldungen über den Zustand der planetaren Infrastruktur, dazu noch die ewige Frage nach den Sith, die wie ein Schatten über allem lag, ohne dass dieser Schatten bereits eine klare Form angenommen hatte. Er ging zurück zum Schreibtisch, zog den Stuhl leicht nach hinten, setzte sich aber nicht sofort. Stattdessen nahm er das oberste Datapad zur Hand und entsperrte es. Es handelte sich um eine Übersicht der eingegangenen und noch ausstehenden Anträge, die durch die Wiederaufnahme des Raumverkehrs und der Verzollung förmlich explodiert waren, an sich war es eine gute Entwicklung, jeder ankommende Frachter, jede erfasste Ladung, jede korrekt erhobene Abgabe bedeutete Einnahmen, Sichtbarkeit und den ersten Hauch von Ordnung. Dennoch ist Ordnung ein hungriges Tier. Kaum setzte man einen ersten Rahmen, wollte alles gleichzeitig registriert, geprüft, zugeteilt, überwacht und berechnet werden. Michael legte das Datapad wieder ab und fuhr sich durch das Haar. Er hatte in seinem Leben viele unangenehme Aufgaben übernommen, manche freiwillig, manche aus Notwendigkeit, manche weil er zu klug gewesen war, einen schlechteren Mann an seiner Stelle handeln zu lassen. Aber N’zoth war in seiner jetzigen Form fast ein Hohn auf jede saubere Verwaltung. Man sollte einen Planeten zurückerobern, befrieden, regieren und wirtschaftlich stabilisieren, während noch nicht einmal der zuständige Unterbau vollständig vorhanden war. Wäre die Lage weniger ernst gewesen, hätte er darüber bitter lachen können. Ein leises Zischen kündigte das Öffnen des Schotts an. Michael musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, wer eingetreten war.

„Herr von Berchem.“

Hörte er Adems in seiner gewohnt knappen, ruhigen Art sagen.

„James bitte sag mir, dass du entweder gute Nachrichten oder wenigstens brauchbare Zahlen für mich dabei hast.“

Erwiderte Michael und griff nach einer Zigarette, ohne sie sogleich anzuzünden. Der Mirialaner trat an den Tisch heran und legte ein Datapad neben die anderen.

„Die Verzollung läuft stabiler als erwartet. Nicht sauber, aber stabil. Wir haben erste verwertbare Einnahmen, mehrere Lieferketten konnten wieder in geordnete Bahnen gebracht werden und der Verkehr wird inzwischen konsequenter kontrolliert, außerdem meldet Werstilhere weitere Fortschritte bei den Befestigungen.“

Michael nahm das Datapad und überflog die ersten Zeilen.

„Fortschritte kosten Material.“
„Ja, Sir.“
„Und Material kostet Credits.“
„Ja.“


Michael schnaubte leise und steckte sich die Zigarette zwischen die Lippen, zündete sie nun aber doch an, der erste Zug war lang und langsam.

„Und ich nehme an, jeder Teil dieser Regierung ist überzeugt davon, dass ausgerechnet sein Mangel derjenige ist, der sofort und ohne Diskussion behoben werden muss.“
„Dass ist doch selbstverständlich, natürlich ist jeder der Meinung das seine Abteilung am Wichtigsten ist.“


Erwiderte James trocken. Für einen kurzen Augenblick legte sich ein schwacher Anflug von Belustigung über Michaels Gesicht, verschwand jedoch fast sofort wieder. Er trat mit der Zigarette in der Hand an das Fenster zurück und ließ den Rauch langsam ausströmen. Unterhalb der Station glommen Lichter an der Außenhülle, Versorgungsschiffe zogen ihre kontrollierten Bahnen, und irgendwo dort draußen hielt die Flotte jene Ordnung aufrecht, die auf dem Planeten selbst erst mühsam in Beton, Befehle und Schussfelder übersetzt werden musste.

„Es ist immer bemerkenswert, wie viele Menschen in ruhigen Regierungsbezirken glauben, Verwaltung sei vor allem eine Frage des Stils. Die richtigen Worte, der richtige Ton, ein sauberer Apparat, und schon funktioniert alles. Dabei ist Verwaltung in Wahrheit oft nur die Fähigkeit, das Chaos in so viele nummerierte Schubladen zu zwingen, bis es wenigstens geordnet aussieht. Oder kurz gesagt Kompetenz vorgaukeln wo keine ist“

James schwieg, wie er es meist tat, wenn Michael nicht wirklich eine Antwort erwartete.

„Und hier haben wir nicht einmal genug Schubladen.“

Fuhr Michael fort mit dem Blick weiter auf N’zoth gerichtet. Er wandte sich halb um.

„Wie ist der Stand bei den offenen Personalstellen?“
„Schlecht. Die Vizegouverneurin arbeitet mit dem, was wir haben. Mehrere Posten sind nur kommissarisch besetzt, andere faktisch unbesetzt. Einige Aufgaben werden durch unsere Leute oder unseren eigenen Stab aufgefangen, nicht optimal, aber es geht irgendwie.“


Michael nickte langsam. Genau das hatte er erwartet. Es war beinahe schon beleidigend vorhersehbar. Einen Mann mit seinem Lebenslauf auf einen umkämpften, verwüsteten Planeten zu schicken und dann anzunehmen, die dazugehörige Verwaltung würde sich von selbst aus dem Nichts zusammensetzen, war nicht bloß fahrlässig. Es zeugte wieder von der Inkompetenz von einigen seiner Vorgesetzten.

„Dann bleibt es dabei, wir strecken, bündeln und erzwingen Prioritäten. Alles, was nicht direkt mit Sicherheit, Versorgung, Finanzen oder planetarer Stabilisierung zu tun hat, bleibt nachrangig.“
„Verstanden.“


Michael sah wieder hinunter auf den Planeten. Werstilhere war von hier oben nicht zu erkennen, nur ein unsichtbarer Punkt auf einer feindlichen Oberfläche, für den dennoch fortlaufend Material, Männer, Planung und Geduld verbrannt wurden. Aber gerade darin lag sein Wert. Der Außenposten war mehr als eine Stellung. Er war der einzige feste Wille des Imperiums auf dem Boden von N’zoth. Solange Werstilhere hielt und wuchs, gab es dort unten eine Richtung.

„Was ist mit den Sith?“

James ließ sich einen Augenblick Zeit.

„Keine verlässlichen neuen Informationen, es könnte sich noch um Monate handeln oder auch nur um einige wenige Tage.“

Michael schloss für einen Moment die Augen. Es war nicht die Antwort, die er gehofft hatte, aber genau die, die er erwartet hatte. Das Unbekannte war selten das lauteste Problem, doch meist das lästigste. Ein offener Feind ließ sich berechnen. Ein Verbündeter, den man nicht einschätzen konnte, war weit gefährlicher.

„Natürlich nicht.“, murmelte Michael und rieb sich die Schläfe.

Er kehrte zum Tisch zurück, drückte die Zigarette in den Ascher und setzte sich nun endlich. Vor ihm lagen wieder Zahlen, Forderungen, Zuständigkeiten und das ganze trockene, unangenehme, notwendige Skelett imperialer Herrschaft. Michael legte beide Hände auf die Tischplatte und betrachtete die Datapad, als könne er allein durch ausreichende Missbilligung dafür sorgen, dass sie sich von selbst in sinnvolle Reihen ordneten.

„Lass alle offenen Anträge aus Werstilhere noch einmal nach Dringlichkeit sortieren, nicht nach Lautstärke der Absender, sondern nach Wirkung auf Verteidigung und Versorgung. Danach will ich die aktuellen Einnahmen aus der Verzollung sauber gegen die nächsten Materialbedarfe gerechnet haben. Wenn dieser Planet schon damit beginnt, sich wenigstens teilweise selbst zu tragen, dann will ich jeden verfügbaren Credit dort einsetzen, wo er uns Boden verschafft oder Boden hält.“
„Ich kümmere mich darum.“
„Und James?“
„Ja?“
„Sobald ich heute Nacht mit diesem Haufen hier fertig bin, erinnern Sie mich daran, warum ich einmal geglaubt habe, ein Gouverneur hätte gelegentlich Gelegenheit zum Regieren.“


Der Mirialaner verzog keine Miene.

„Ich werde sehen, was sich machen lässt, bevor ich es vergesse, Euer Vater hat berichtet das Miss Firedevs Kenobi zuhause ist, sie war in Begleitung eines Mannes der ihr zukünftiger sei.“

Michael hob seinen Blick und zog die Augenbrauen hoch.

”Finde mir bitte so viel wie möglich über diesen Mann heraus, ich will mit ihm sprechen, übermittle dass bitte auch Firedevs.”

James nickte Michael zu und drehte sich zum Verlassen des Büros um. Der Raum war still, abgesehen vom gedämpften Summen der Geräte und dem leisen Pulsieren der Stationssysteme in den Wänden. Er zog das nächste Datapad zu sich heran und begann zu lesen. N’zoth würde nicht durch große Gesten gewonnen werden, das war ihm längst klar. Auch nicht durch saubere Reden, heroische Parolen oder die bloße Anwesenheit von Kreuzern oder gar des Sternenzerstörers der Sektorverteidigung im Orbit. Der Planet würde, wenn überhaupt, durch eine zähe, eiserne Folge richtiger Entscheidungen gewonnen werden. Manche davon traf man auf dem Boden, unter Feuer. Andere hier oben, zwischen Tabellen, Formularen und den kalten Fenstern einer Raumstation.

[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht-Cluster | Orbit von N’zoth | Werft | Verwaltungbereich | Büro des Gouverneurs] Michael von Berchem
 
Kommend aus dem Weltraum (Imperium)

[ Kernwelten / Farlax-Sektor / Koornacht-Cluster / N'zoth-System / Orbit von N'zoth / Fury ] Leto und Teneb, sowie (NPCs) UX-23 und der Pilot

Nachdenklich blickte Leto auf die gelbgrüne Kugel hinab, die N’zoth war. Er hatte den Planeten bisher nie aus dem Orbit gesehen. Auf dem Hinweg hatten sie sich im Bauch eines Tartan-Patrouillenkreuzers versteckt und auf dem Rückweg war er bewusstlos gewesen. Nun jedoch hatte er die Chance die Heimatwelt der Yevethaner zu mustern, bevor er sich daran machte, eine blutige Spur über ihre Oberfläche zu ziehen. Rot würde ihr stehen. N’zoths aktuelle Farbe hatte mehr mit Rotze gemein.

Die Stimme des Schülers riss ihn aus seinen Grübeleien. Es brachte ihn jedes Mal aufs Neue aus dem Konzept, dass der Junge endlich seine Stimme gefunden hatte. Die Worte waren pathetisch, nichtssagend. Raumfüllend auf eine gänzlich nutzlose Art und Weise. DiE yEvEthAnEr WüRdEn SEhEn WeM dIE KlIngE KaL FrAaNs JEtZt GehOrchTE. Leto schnaubte.


„Sie werden sicher mäßig p*ssig sein, wenn sie sehen, dass so’n dürrer Lulatsch damit rumfuchtelt. Wenn sie schlau sind, warten sie einfach ab, bis du dir auch das andere Bein abgesäbelt hast.“

Dennoch machte er dem Schüler Platz, als auch der ins Cockpit trat. Für einen Moment herrschte Schweigen. Der Pilot schaute starr geradeaus, das Gesicht eine Maske. Doch spürte Leto, wenn schon nicht seine Gedanken, so doch seine Gefühle. Der Mann mochte es ganz und gar nicht plötzlich beide Sith in seinem Refugium stehen zu haben, das er für den Anflug an eine der Orbitalstationen entsiegelt hatte. Wer wusste schon, wann die Szene plötzlich in Gewalt eskalierte?

Erneut richtete der Schüler das Wort an Leto. Schon wollte der wieder sein Auge rollen und sich beklagen, dass der Umbaraner Atem auf die nächste melodramatische Nullnummer verschwendet hatte, da drangen die Worte zu ihm durch. Sie würden dafür sorgen, dass man seinen Namen nicht vergaß – sowohl im Imperium als auch unter den Yevethanern. ‚Sein‘ im Sinne von Letos Namen. Der Name seines Meisters. Sikarius. Eine tiefe Falte bildete sich auf Letos Stirn, als er sich noch einmal von dem Rotzplaneten abwandte und den Blick seiner ungleichen Augen auf den Dieb richtete.


„Wie war das?“

, fragte er, die Stimme gefährlich gesenkt. Langsam drehte er sich auf dem Absatz um und trat auf den Schüler zu, bis sie sich Nase an Kinn wiederfanden.

„Was glaubst du wer du bist, dass DU dir um MEINEN Namen Gedanken machen müsstest?“

Mit der flachen Hand stieß er den Umbaraner vor die Brust, sodass dieser gezwungenermaßen einen Schritt zurückmachte.

„Ich sorg mich um meinen Namen, du sorg dich um deinen Namen. Ich brauch deine guten Wünsche nicht. Und Mitleid schon gar nicht, du mickriges Gizka!“

Blitzschnell schlug er zu und versenkte die bionische Rechte mit Schmackes in der Magengegend des Diebes. Der klappte zusammen und schwang mit dem Kopf nach vorne, wo Letos linker Haken bereits auf ihn wartete.

„Wirst du wohl deinen Platz kennen?!“

, schnauzte Leto zu ihm hinab und stieg über den inzwischen zu Boden gegangenen Schüler hinweg. Mit der flachen Rechten rieb er sich über die frisch aufgeplatzten Fingerknöchel und richtete seine Robe. Dann machte er sich auf den Weg zur Laderampe. Ein dumpfes Geräusch ging durch das Schiff, wohl die Landung irgendwo markierend. Noch einmal atmete Leto aus und mit einem Zischen begann die Rampe sich hinabzusenken. Also dann. N’zoth.


[ Kernwelten / Farlax-Sektor / Koornacht-Cluster / N'zoth-System / Orbit von N'zoth / Werft / Verwaltungsbereich / Hangar / Fury ] Leto und Teneb, sowie (NPCs) UX-23 und der Pilot
 
Kommend von Weltraum (Imperium)

Kernwelten | Farlax-Sektor | Koornacht-Cluster | Orbit von N'zoth | Svelte-Class Shuttle "Fury" | Teneb Dask, Darth Sikarius und UX-23 sowie der Pilot [NPCs]

Der Schlag kam schneller, als Teneb Dask ihn erwartet hatte, und vielleicht war genau das die erste Beleidigung daran: Dass er ihn nach all den Monaten auf Artek III, nach den Blasterbolzen, nach dem Tempel und der Stimme in seinem Kopf noch immer hatte überraschen können. Die bionische Faust fuhr ihm in den Magen wie ein Stück kaltes Metall, das mit voller Absicht in einen weichen, ungeschützten Teil seines Körpers getrieben wurde, und für einen Augenblick zog sich alles in ihm zusammen. Luft, Gedanke, Haltung, Zorn. Sein Leib klappte nach vorn, der zweite Schlag fand sein Gesicht mit der widerwärtigen Präzision eines Mannes, der längst wusste, wie man jemanden zu Boden brachte, ohne dabei einen sauberen, würdigen Kampf daraus zu machen. Der Boden des Cockpits schlug ihm entgegen, hart, metallisch, unnachgiebig, und sein Atem kam nur noch als gepresstes, ersticktes Geräusch aus ihm heraus.
Der Schmerz pulsierte durch ihn wie ein zweites Blut, heiß und scharf, und wo er entlanglief, folgte Hass. Nicht der kalte, geduldige Hass, mit dem man Strategien schmiedete, auch noch nicht jene vollkommene Rage, die
Sikarius ihm gezeigt hatte und in deren rotem Strom die Welt zu einem einzigen Feind zusammenschrumpfte, sondern etwas dazwischen, ein flackernder, zitternder Zustand an der Schwelle. Für einen Moment wurde sein Blick eng. Die Konturen des Cockpits, die Instrumente, der Pilotensitz, N’zoth jenseits der Transparistahlflächen, alles legte sich in eine gedämpfte, blutige Tönung, als hätte jemand eine rote Linse zwischen sein Bewusstsein und die Wirklichkeit geschoben. Er spürte, wie nahe er daran war, sich selbst zu vergessen. Wie verlockend es gewesen wäre, aufzustehen, die Klinge zu ziehen, den blauen Tod Kal Fraans mitten durch die verkümmerte, giftige Gestalt seines Meisters zu treiben und dabei zuzusehen, wie diese jämmerliche Sammlung aus Kränkung, Alkohol, Knochen, Flüchen und falscher Stärke endlich auseinanderfiel.

„Du verfaulter Rest eines Mannes“, dachte er, während er auf dem Boden lag und nach Luft rang. „Du kläffender Schrotthund. Du nasser, halb verbrannter Kadaver in Robe. Du hast Hunger nach Ehrerbietung und würgst an jedem Bissen, den man dir reicht. Ich wollte dein Ego füttern, du elendes Wrack, und selbst daran verschluckst du dich.“ Seine Gedanken rasten wie ein Schiff durch den Hyperraum. Er hatte
Sikarius nicht bemitleiden wollen, jedenfalls nicht offen, nicht sichtbar, nicht in jener Form, die diesem Mann als Schwäche erschienen wäre. Er hatte ihm etwas gegeben, das nach Nutzen klang, nach Ruhm, nach Vergeltung, nach der Möglichkeit, N’zoth diesmal so zu verlassen, dass der Name Sikarius in den Köpfen der Feinde und der imperialen Zeugen hängen blieb. Doch ein Wesen, das sich selbst so tief verachtete, konnte Anerkennung offenbar nur als Angriff begreifen. Jede ausgestreckte Hand wurde zu einer Beleidigung, jeder Hinweis auf Bedeutung zu einem Messer an der Kehle. Sikarius fraß Kränkung, atmete Kränkung, wandelte jede Regung seiner Umgebung in neue Kränkung um, bis aus selbst der plumpsten Ermutigung ein Vorwand wurde, jemanden zu schlagen.

Seine Finger krampften gegen den Boden, die Nägel scharrten über Metall, und die Wut in ihm schrie nach Bewegung, nach Vergeltung, nach einem einzigen, endgültigen Akt, der den Korridor in Blut, Rauch und blaues Licht tauchen würde. Doch sein Körper gehorchte ihm nur halb, sein Atem war zerbrochen, und irgendwo in der Tiefe seiner Ausbildung, zwischen Machtmut, Unterdrückung und jenen Lektionen, die
Sikarius ihm mit Gewalt in den Leib geschrieben hatte, fand der Bleiche einen schmalen Rest Kontrolle. Als Sikarius über ihn hinwegstieg und in Richtung Laderampe verschwand, blieb Teneb noch einen Moment gekrümmt liegen, eine Hand gegen den Bauch gepresst, das Gesicht halb zur Seite gedreht, die Zähne so fest aufeinandergebissen, dass der Kiefer schmerzte. Erst als die Schritte seines Meisters außer Reichweite waren, zwang er sich hoch. Langsam und hässlich, frei von Würde. Er kam auf ein Knie, stützte sich an der Wand ab, spürte den Oberschenkel, den Magen, das Gesicht, den ganzen müden, zerschundenen Leib, der seit Artek III offenbar nur noch verschiedene Arten von Schaden in sich trug.

Als er sich schließlich aufrichtete, sah er direkt in das Gesicht des Piloten. Der Mann hatte die letzten Tage alles getan, um Sikarius auszuweichen, und sein Gesicht trug nun jene dünne, angespannte Vorsicht eines Menschen, der gerade genug gesehen hatte, um zu wissen, dass falsches Schweigen ebenso gefährlich sein konnte wie ein falsches Wort. Er hielt den Blick nicht lange, doch lang genug.


„Hört auf zu reden, er bleibt wer er ist.“, sagte der Pilot leise, ohne die Hände weit von der Konsole zu nehmen. „Überlebt ihn. Wartet. Irgendwann lässt man solche Leute hinter sich.“

Teneb starrte ihn an. Ein Teil von ihm wollte ihn anfahren, ihn daran erinnern, dass er keine Ahnung hatte, dass niemand auf diesem Schiff auch nur annähernd begriff, was Sikarius war, was Artek III gewesen war, was ein Meister bedeutete, der zugleich Folterknecht, Lehrer und zukünftige alte Haut sein sollte. Doch aus seinem Hals kam nur ein dumpfes, kehliges Geräusch, halb Grunzen, halb erstickter Rest eines Lachens, das nie eine Form fand. Mehr verdiente der Moment auch nicht.

Er ging an
UX-23 vorbei, der im Gang wartete, oder schwebte, oder einfach nur da war, wie ein Urteil, das noch keine Formulierung gefunden hatte. Der gebrochene rote Photorezeptor richtete sich still auf ihn, ein gesprungener Punkt aus Licht, der ihn registrierte, bewertete, vielleicht berechnete, vielleicht auch nur aufzeichnete. Teneb konnte den Blick der Maschine nicht deuten. Missbilligung? Sorge um Ressourcen? Genugtuung? Eine weitere Markierung in einer endlosen Liste von Vorfällen, die alle anderen über sein Leben zu besitzen schienen? Er wusste es nicht, und seine Unfähigkeit, den Blick zu lesen, reizte ihn mehr, als sie sollte.

Im Weitergehen wurde ihm klar, was
Sikarius war. Säure. Kein Feuer, obwohl er gern so tat. Keine Klinge, obwohl er sie mit Brutalität schwang. Säure. Etwas, das alles, was es berührte, zersetzte, langsam oder plötzlich, je nach Nähe, je nach Schwäche des Materials. Er beschädigte, erniedrigte, verbrannte, löste auf, weil er selbst aus beschädigtem, erniedrigtem, aufgelöstem Material bestand. Alles um ihn herum musste Spuren tragen, weil er selbst nichts anderes kannte als Spuren. Törcsván, UX-23s Auge, Peskas Körper, Tenebs Leib und Seelenheil, sein Denken. Sikarius hinterließ seine Schüler als angeätzte Überlebende. Doch diesmal empfand Teneb keine Sympathie.
Vielleicht redete er sich das ein. Vielleicht war irgendwo in ihm noch der Rest jenes schrecklichen Verständnisses, das er auf Artek III manchmal gespürt hatte, wenn er in seinem Meister das verletzte, deformierte, jämmerlich weiterlebende Ergebnis älterer Gewalt erkannte. Aber jetzt, mit dem Schmerz im Bauch und dem Geschmack von Blut im Mund, lag über diesem Verständnis eine dunkle Genugtuung. Er war
Sikarius nur vorübergehend ausgeliefert. Temporär. Eine Prüfung. Eine hässliche, nötige Passage. Adria Guldur hatte ihn hinter sich gelassen, wenn Sikarius’ eigene Worte und Reaktionen auch nur einen Funken Wahrheit verrieten. Teneb würde es ebenfalls tun. Eines Tages würde er diese alte Haut abstreifen, wie Sikarius es selbst gesagt hatte, und vielleicht war das die sauberste Grausamkeit daran: Der Schüler würde fortgehen. Der Meister musste bleiben, wer er war. Für den Rest seines kläglichen Lebens würde Sikarius mit Sikarius eingeschlossen sein.

Teneb zog die Kutte seiner Robe über den Kopf, langsam genug, um die Bewegung trotz des bebenden Zorns kontrolliert wirken zu lassen. Der Schatten fiel über sein bleiches Gesicht, nahm den frischen Schmerz aus der Sicht, verbarg den Ausdruck um seinen Mund und ließ nur die Augen in der Dunkelheit der Kapuze zurück, hell, kalt und wach. Dann verschränkte er die Arme wieder in den Ärmeln vor der Brust, wie er es oft getan hatte, nur dass die Fäuste diesmal so fest geballt waren, dass sie unter dem Stoff zitterten. Die Laderampe der Fury öffnete sich mit einem Zischen. N’zoth wartete. Teneb folgte seinem Meister mit mehreren Schritten Abstand, den Kopf gesenkt, die Haltung beherrscht, den Hass sauber hinter der Kapuze eingeschlossen. Wie eine Klinge, die noch nicht gezogen werden durfte. Während er Sikarius mit gesenktem Kopf folgte, fiel Teneb Dask in einen alten Modus zurück, den er lange verachtet und doch nie ganz verloren hatte. Gefühlstechnisch katapultierte es ihn in die Zeit seiner Jugend auf Umbara, jenes lautlose, glatte Verschwinden im Schatten anderer, bei dem man lernte, weniger Raum einzunehmen, als einem zustand, weniger Geräusch zu machen, als der eigene Körper verlangte, und jeden Blick so zu führen, dass er nirgendwo hängen blieb. Die Kapuze über seinem Gesicht, die Arme in den Ärmeln verschränkt, die Schritte kontrolliert und weder zu schnell noch zu langsam gesetzt, wurde er wieder zu dem zweiten Sohn, der an den Rändern von Gesprächen stand, der Türen, Stimmungen und unausgesprochene Urteile las, während andere im Licht der Aufmerksamkeit standen und entschieden, welchen Wert er gerade hatte. Es erschreckte ihn, wie vertraut sich diese Rückkehr anfühlte. Fast schützend legte sich die Erinnerung um ihn, wie ein dunkler Kokon aus Schweigen, Vorsicht und eingeübter Unscheinbarkeit, und gerade darin lag das Widerwärtige: Selbst das Trauma besaß eine Form von Geborgenheit, wenn man nur lange genug darin überlebt hatte. Doch unter dieser alten Hülle regte sich etwas Neues, härter, wacher, unnachgiebiger. Teneb spürte den Jungen, der er gewesen war, irgendwo tief in sich, blass, still, übersehen, sorgfältig zum Werkzeug anderer gemacht, und er schwor ihm mit einer Kälte, die klarer war als jeder Zorn, dass niemand ihn noch einmal so behandeln würde. Diesmal würde das unscheinbare Wesen im Schatten nicht warten, bis andere entschieden, was aus ihm wurde. Diesmal würde es im Kokon nicht sterben, sondern Zähne ausbilden.

Kernwelten | Farlax-Sektor | Koornacht-Cluster | Orbit von N'zoth | Werft | Hangar | Svelte-Class "Fury" | Teneb Dask, Darth Sikarius und UX-23 sowie der Pilot [NPCs]
 
[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht-Cluster | Orbit von N’zoth | Werft | Verwaltungbereich | Büro des Gouverneurs] Michael von Berchem

Das fahle Licht der taktischen Holoprojektoren tauchte das Büro von Michael in ein kaltes Blau. Hinter dem breiten Sichtfenster der imperialen Werft herrschte ununterbrochene Aktivität. Landefähren stiegen zwischen den gewaltigen Dockanlagen auf und ab, Versorgungsschiffe wurden flogen von der Werft ab und andere dockten an die Werft an. Die Imperiale Präsenz auf N’zoth war längst nicht mehr nur ein Vorposten. Das Imperium hatte die Kontrolle vollständig gefestigt und die Werstilhere in eine schwer befestigte Operationsbasis verwandelt. Michael saß hinter seinem Schreibtisch und überflog schweigend die neuesten Lageberichte. Sein Blick wanderte über holographische Karten von Werstilhere, den umliegenden Frontabschnitten und den bekannten Operationszonen der Yevethaner. Immer wieder markierten rote Symbole neue Bewegungen der feindlichen Kräfte. Die Yevethaner hatten sich tief in ihre aktuelle Stellung eingegraben und bewegten sich von zeit zu Zeit nur in die Richtung von Werstilhere. Doch sie waren nicht unverwundbar. Michael lehnte sich leicht zurück, während er die Hände vor dem Gesicht verschränkte. Die Schlacht um N’zoth hatte längst eine neue Phase erreicht. Keine offenen Frontalangriffe mehr. Keine planlosen Vorstöße. Stattdessen präzise Schläge gegen Infrastruktur, Moral und Führung. Ein leises Piepen unterbrach seine Gedanken.

„Sir, die beiden Sith sind soeben eingetroffen.“

Meldete sich Lt Vren über das Intercom, Michael hob langsam den Blick.

„Das ist gut und ehrlich gesagt auch überfällig, begeben Sie sich persönlich zum entsprechenden Hangar. Sorgen Sie dafür, dass beide ohne Verzögerung her gebracht werden.“
„Natürlich, Herr Gouverneur.“


Michael erhob sich langsam von seinem Platz und trat a die breite Fensterfront seines Büros heran. Unter ihm erstreckten sich die N’zoth, zukünftiges und ehemaliges Herzstück imperialer Macht im Koornacht-Cluster. N’zoth brannte noch immer, aber inzwischen brannte der Planet nach imperialen Regeln. Einige Minuten später öffnete sich die Tür erneut. Michael drehte sich langsam um. Die beiden Sith betraten den Raum mit jener bedrückenden Präsenz, die nur Angehörige des dunklen Ordens ausstrahlen. Die Luft selbst schien schwerer zu werden. Michael blieb dennoch vollkommen ruhig. Seine Haltung war kontrolliert, beinahe kühl.

„Mein Lord.“

Begrüßte er den Sith mit einem respektvollen Nicken. Er deutete auf die Sitzgruppe vor seinem Schreibtisch.

„Bitte. Setzt euch doch.“

Michael trat zu seinem Spirituosenschrank an der Wand, wo auch das Versorgungsterminal für etwaige andere Getränke war.

„Darf ich euch etwas zum trinken anbieten? Tee, Caf, Alderaanischen Whiskey oder etwas anderes?“

Nachdem die Getränke vorbereitet waren, kehrte Michael an den zentralen Tisch zurück. Mit einer kurzen Bewegung aktivierte er den großen Holoprojektor im Raum. Sofort erschien die Karte von N’zoth. Mehrere Sektoren blinken rot.

„Zunächst willkommen, ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich Zeit, um einen großen Empfang zu gestalten. Die Lage hat sich in den letzten Tagen verändert, die Yevethaner reagieren inzwischen deutlich aggressiver auf unsere Vorstöße. Vor allem innerhalb Giat Nors verdichten sich ihre Verteidigungsstellungen.“

Er vergrößerte einen Bereich westlich von Werstilhere.

„Unsere Aufklärung bestätigt mehrere mobile Kommandolager der yevethanischen Front. Kleine, stark gesicherte Operationszentren, von denen aus sie ihre Offensiven koordinieren.“

Mehrere rote Markierungen erschienen.

„Ich möchte euch gerne als Skalpell für die weiteren Operationen auf N’zoth verwenden allerdings, benötige ich sie zunächst als Unterstützung für einen Feldangriff auf die durch unsere Späher identifiziert Feldkommandanten. Keine großangelegten Offensiven. Präzisionsschläge. Sobald ihre Kommunikation zusammenbricht, verlieren sie ihre Fähigkeit zur koordinierten Verteidigung oder Anzugreifen. Hierfür würde ich sie bitten getrennt verschiedene Stoßtruppen zu führen um effektiv verschiedene Ziele gleichzeitig zu Vernichten.“

Michael ließ die nächsten Bereich erscheinen. Die Kasernenanlage „Needas Ehre“ tauchte auf, so wie das Depot “The Nursery”.

„Hier befindet sich die Kaserne ‘Needas Ehre’. So wie ein Depot, was ‘The Nursery’ genannt wird.“

Seine Stimme blieb sachlich.

„Dort sichern sie Nachschub, Ausrüstung und offenbar auch Rekrutierungsprozesse. Beide Ziele müssen ausgeschaltet werden. Nicht nur um ihre Versorgung zu stören, sondern um ihre Moral zu brechen.“

Michael blickte kurz zu den beiden Sith.

„Die Yevethaner beginnen bereits zu glauben, sie könnten diesen Krieg überstehen. Diesen Irrtum werden wir korrigieren.“

Michael blendet ein planetares Holo von N'zoth ein, wo über den ganzen Planeten verteilt rot leuchtende Punkte pulsierten.

"Das sind Brutkammern, die wir bisher identifizieren konnten. Im verlauf unserer Offensive wird es essentiell sein, diesen einen Besuch abzustatten, wenn wir ihren lebenden Nachwuchs vernichten, vernichten wir auch ihre Hoffnung auf einen langen und zerstörerischen Krieg und brechen damit weiter ihre Moral.”

Ein finsteres Lächeln flog förmlich über das Gesicht von Michael, bevor er mit einer Bewegung die Darstellung erneut änderte. Nun erschien der gewaltige Palast des Darama, Selbst als Hologramm wirkte die Anlage einschüchternd.

„Der vierte Schlag richtet sich gegen ihre Führung welche nach dem Tod des ehemaligen Darama übernommen hatte.“

Für einen kurzen Moment wurde seine Stimme noch kälter.

„Solange ihre politische und militärische Führung existiert, wird sich der Widerstand fortsetzen. Ein Angriff auf den Palast wird ihre gesamte Befehlsstruktur destabilisieren, gepaart mit der vorherigen Vernichtung der Front Kommandantur, ist Chaos innerhalb ihrer Hierarchie unvermeidlich."

Er deaktivierte mehrere Ebenen der Karte, bis schließlich große Teile Giat Nors sichtbar wurden.

„Und zuletzt die Rückeroberung des Gouverneurs Palastes sowie der Teile der Hauptstadt.“

Michael verschränkte die Hände hinter dem Rücken.

„Die Stadt ist der symbolische Mittelpunkt dieses Konflikts. Wer Giat Nor kontrolliert, kontrolliert N’zoth.“

Stille breitete sich für einige Sekunden im Raum aus. Nur das tiefe Summen der Projektoren war zu hören. Dann richtete Michael seinen Blick nachdenklich direkt auf Darth Sikarius.

„Dieser Plan ist unabhängig vom Widerstand der Yevethaner durchzuführen.“

Seine Stimme blieb ruhig und kühl.

„Die einzige Frage lautet, wie viel schneller dieser Krieg endet, wenn ein Dunkler Lord der Sith selbst an unserer Seite kämpft.“

[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht-Cluster | Orbit von N’zoth | Werft | Verwaltungbereich | Büro des Gouverneurs] Michael von Berchem, Darth Sikarius, Teneb Dask, UX-23
 
[ Kernwelten / Farlax-Sektor / Koornacht-Cluster / N'zoth-System / Orbit von N'zoth / Werft / Verwaltungsbereich / Hangar ] Leto und Teneb, sowie (NPCs) UX-23, Lt. Vren und Soldaten

Am Fuße der Laderampe wartete bereits ein Begrüßungskomitee auf die beiden Sith. Imperiale Soldaten, den Uniformen nach. Was sollten sie auch sonst sein? Hatte Leto Yevethaner erwartet? Vielleicht ein bisschen. Aufmerksam sah er sich um, konnte jedoch wenigstens hier keine Spuren der Revolution und der nachfolgenden Reconquista erkennen. Dennoch konnte sein Hirn nicht umhin, sich vorzustellen, wie eine wütende Meute im nächsten Moment durch die nächste Tür kommen und die anwesenden Hanseln massakrieren würde. Kein großer Verlust. Und doch hörte er noch immer die animalischen Schreie Giat Nors vor seinem inneren Ohr.

„Seid gegrüßt, Mylord!“

, meldete sich der am ranghöchsten aussehende Mann zu Wort. Natürlich konnte Leto die Abzeichen auf seiner Brust nicht auseinanderhalten, aber der Typ hatte die meisten farbigen Kästchen beieinander.

„Ich bin Lieutenant Vren. Ich werde Euch nun zum Gouverneur bringen.“

Ein Lieutenant also. Leto brummte unbestimmt, nickte dann jedoch.

Schweigend folgte er dem Mann, verließ den Hangar und betrat ein Gewirr aus verschiedenen Gängen und Korridoren. Der Machtsinn leistete ihm dabei gute Dienste, nicht die Orientierung zu verlieren. Es mochte alles gleich aussehen, doch war sein Verhältnis im Raum zu den anderen Lebensflämmchen um sie herum ein willkommener Fixpunkt. Alles wirkte sauber. Frisch. Neu verkleidet. Und genauso roch es auch. Während er ging, brachte der Geruch das Kopfkino von marodierenden Yevethanern wieder an die Oberfläche. Mit jeder Ecke war ihm, als müsste dahinter ein Mob wortwörtlicher Spießgesellen auf ihn warten. Verdammt nochmal, warum war ausgerechnet ER denn schon wieder für so eine dumme Drecksmission ausgewählt worden?! Gab doch sicher genug andere Sith die das Wort Yevethaner noch nicht einmal schreiben konnten!

Zischend öffnete sich schließlich die Tür ihres Ziels vor ihnen. Lieutenant Irrelevant blieb zurück und vor ihnen stand Gouverneur…wie hieß er denn noch gleich? Ah gut, er stellte sich gar nicht erst vor. Sein Nicken beantwortete Leto mit dem passenden Gegenstück und ließ dann seinen Blick durch das Büro wandern. Kalt, zweckmäßig, imperialer Standard. Wie Herr von und zu Gouverneurus eben. Passte zu ihm. Schweigend trat Leto wie eingeladen zur Sitzgruppe, ließ sich in einen der Sessel hineinplumpsen und stellte so beschwingt seine Stiefel auf dem kleinen Beistelltisch ab, dass dieser geräuschvoll über den Boden schrabbte.

Mit einer Handbewegung bedeutete er dem Dieb, dass er stehenbleiben sollte. Eine Fortführung der letzten Lektion an Bord der Fury. Einen Moment später wies er ihn mit einer Geste an, sich hinter seinem Sessel aufzustellen. Das Bild war ganz passend. Der finstere Sith-Schüler mit Kapuze, der ominös in der Gegend herumstand. Das gefiel ihm.

Auch auf Govis Frage nach Getränken antwortete Leto nicht verbal. Nicht, dass der Mann darauf groß Wert zu legen schien. Stattdessen zuckte er mit einem Brummen die Schultern und griff mit der Macht zielsicher nach der angebotenen irgendwas-Whiskeykaraffe und einem Glas. Beides schwebte zu ihm herüber, wo er sich erst einmal einen großzügigen Schluck abgoss. In seinem Hinterkopf klingelte irgendwas, dass es hier in irgendeiner Form Standardfüllmengen gab, aber das klang langweilig und irrelevant. Er goss einfach, würde schon schiefgehen.

Nun begann Herr von und zu Gouverneursgedönsding aber erst richtig zu sprechen. Zunächst versuchte Leto im Detail zuzuhören, stellte dann jedoch fest, dass das schwerer war als gedacht. Er stützte seine Wange auf eine Faust, schaute zu UX-23, der stumm in eine Ecke geschwebt war. Verwaltungstypi sprach von den Kommandozentren der Yevethaner, skalpellartigen Vorstößen gegen Kommunikation und Befehlshaber, jaja Standardkram. Um sich die Zeit zu vertreiben, erschuf Leto kleine Illusionen leicht hinter dem Mann. Mit einem Grinsen fühlte er sich an den Lagebericht in Stationsleiter Cullins‘ Büro erinnert. Rotglühende Buchstabengrüppchen, die hinter ihm erschienen, rhythmisch wieder erstarben und Letos eigene Gedanken wiedergaben: ‚Bla, bla, bla.‘

Lediglich ein Punkt ließ Leto aufhorchen: Regierungsmensch bat sie – ihn und den Schüler – getrennte Stoßtruppen anzuführen, um unter Umständen mehrere Trupps gleichzeitig anzuführen. Beinahe wäre Leto ihm dabei ins Wort gefallen. Was glaubte der, wer er war; glaubte der Typ, dass der Dieb schon ein vollwertiger Sith war; auf keinen Fall würde Leto das zulassen; nicht als erster echter Ernstfall direkt nach Artek?! Alle vier Gedanken schossen ihm beinahe gleichzeitig durch den Kopf, überlasteten das biologische Rechenzentrum lang genug, um den Moment verstreichen zu lassen. Statt etwas zu sagen, blieb Leto stumm, den Mund leicht geöffnet.

Doch dann schloss er ihn wieder. Er hatte grade erst gesehen, wie der Junge sich unter Feindfeuer benahm. Nicht sch*iße und doch hatte er sich dabei fast das eigene Bein abgesäbelt! Nein, bis er einschätzen konnte, wie schlimm die Yevethaner waren und der mit ihnen klarkam, würden sie gemeinsam unterwegs sein. Da konnte Gouverneur Schnürschuh noch so liebreizende, blumengeschmückte Bitten aussprechen. A*schlecken!

Und dann ging es weiter mit der langweiligen Erzählung. Zwei Ziele die ausgeschaltet gehörten, dann Brutkammern, irgendwie deren Führung plattmachen und schließlich den Regierungspalast in Giat Nor angreifen. Die roten Schriftillusionen waren augenblicklich wieder zurück und bissen sich organisch mit dem sterilen Glühen der Holoprojektoren. Natürlich hatte Leto für die Buchstaben keine Druckschrift gewählt. Organische Formen waren ja so viel einfacher darzustellen, und so war jedes B, L und A leicht anders in die Luft gekrakelt. Seine eigene Form naturgetreu und gleichförmig abzubilden war wichtig, Buchstaben jedoch…wer gab schon nen F*ck auf Buchstaben?

Und der Unterimperator seines Planeten war noch immer nicht fertig. Noch immer quatschte er ihnen ganze Steaks an die Backen. Grade sagte er, dass sein Plan so oder so passieren würde, nur dass die Anwesenheit von Sith das sicher irgendwie verschnellern würde… Leto brauchte ein paar Sekunden unangenehme Stille, um zu schnallen, dass Govidovi endlich einmal zum Punkt gekommen war. Er hatte ausgesprochen und schaute nun Leto erwartungsvoll an.


„Nö.“

, antwortete dieser eloquent.


[ Kernwelten / Farlax-Sektor / Koornacht-Cluster / N'zoth-System / Orbit von N'zoth / Werft / Verwaltungsbereich / Büro des Gouverneurs ] Leto, Michael und Teneb, sowie (NPCs) UX-23
 
Kernwelten | Farlax-Sektor | Koornacht-Cluster | Orbit von N'zoth | Werft | Hangar | Svelte-Class "Fury" | Teneb Dask, Darth Sikarius und UX-23 sowie der Pilot [NPCs]

Teneb Dask hatte geglaubt, imperiale Macht zu kennen, weil er ihre Programmiersprache kannte, ihre Datenströme angezapft und ihre Gewalt aus der Entfernung als Struktur begriffen hatte, doch als er nun am Fuß der Laderampe der Fury stand und den Hangar betrat, in dem bereits Soldaten in sauberer Formation warteten, wurde ihm klar, dass Akten, Holoberichte und abgefangene Kommunikationssplitter nur den Schatten eines Apparates vermittelten, dessen eigentliche Wirkung in der unmittelbaren Nähe lag. Die Luft roch nach desinfiziertem Metall, Schmierstoff, frisch gereinigtem Plastoid, steril wie das Imperium, dass sie vertraten. Sturmtruppen standen an den Rändern, weiß, glatt, gesichtslos, in einer Ordnung, die jede einzelne Person hinter der Funktion verschwinden ließ, während die uniformierten Soldaten daneben durch Rangabzeichen und kontrollierte Blicke eine andere Spielart derselben Gewalt verkörperten. Teneb sah die Rüstungen, die Blaster und die gekühlten Lichtstreifen an der Decke, und für einen Moment empfand er eine beinahe nüchterne Bewunderung für die Art, wie das Imperium aus Raum, Körpern und Befehl ein einziges Instrument machte, dass ihre Ideologie verkörperte.

Der Lieutenant, der sie empfing, sprach zu
Sikarius mit jenem Respekt, der weniger persönlicher Verehrung entsprang als der Einsicht, dass manche Rangverhältnisse besser unmissverständlich blieben. Teneb stand weiterhin hinter seinem Meister und ließ die Kapuze tief genug im Gesicht, dass seine hellen Augen im Schatten lagen. Als sich schließlich die Tür zum Büro des Gouverneurs öffnete, wurde die Kälte der Anlage persönlicher, verdichteter, beinahe repräsentativ. Der Raum war zweckmäßig, teuer genug, um Rang auszustrahlen, streng genug, um keinen Zweifel daran zu lassen, dass Rang hier als Arbeit, Kontrolle und Zuständigkeit verstanden wurde. Der Mann, der sie empfing, war groß, muskulös, vielleicht Anfang oder Mitte fünfzig, mit braunem Haar, grauen Strähnen und braungrünen Augen, deren Ruhe dem Bleichen sofort auffiel. Der Gouverneur trug keine übertriebene Theatralik zur Schau und kam so schnell zum Punkt, dass er sich ihnen nicht mal vorstellte. Der Umbaraner kannte solche Wesen, sie agierten nach dem Credo, dass jeder sie kennen musste und eine Vorstellung obsolet war. Es war eine verfehlte Annahme der eigenen Strahlkraft und damit auch ein möglicher Ansatz der Manipulation solcher eitler Gemüter.

Sikarius setzte sich, als gehörte der Raum ihm, ließ sich in den Sessel fallen und stellte die Stiefel auf den Beistelltisch, sodass das Möbelstück geräuschvoll über den Boden schabte. Teneb sah es, registrierte die Provokation und die dahinterliegende Verachtung, doch seine eigene Haltung blieb reglos. Als sein Meister mit einer Handbewegung bedeutete, dass er stehen bleiben sollte, folgte Teneb der Anweisung ohne sichtbaren Widerstand. Als eine weitere Geste ihn hinter den Sessel verwies, trat er dorthin, verschränkte die Arme in den Ärmeln seiner Robe und nahm die Position ein, die Sikarius für ihn vorgesehen hatte: finster, still, eingerahmt von Kapuze und Schatten.
Er hasste diesen Mann. Der Hass war da, scharf, zuverlässig, ein dunkles Gewicht unter dem Brustbein. Doch dieser Hass gehörte ihnen beiden. Er gehörte keiner imperialen Uniform, keinem Gouverneur oder Sturmtruppler.
Teneb würde Sikarius nicht vor diesen Menschen untergraben. Es war ein perfider Besitzanspruch auf den eigenen Konflikt. Was zwischen Meister und Schüler lag, war eine Klinge, die kein Imperialer berühren durfte.

Der Gouverneur aktivierte den Holoprojektor, und N’zoth erhob sich als taktisches Abbild im Raum. Rote Markierungen pulsierten über Sektoren, Linien, Anlagen, Operationszonen. Teneb hörte zu. Anders als
Sikarius, der sich anhand seiner Körperhaltung wohl rasch in Langeweile, Whiskey und kindischen Illusionen verlor, nahm Teneb die Sprache des Plans in sich auf und sortierte sie gegen das, was er in den letzten zwei Tagen recherchiert hatte. Zum einen waren da die mobile Kommandolager, die eine asymmetrische Kriegsführung erleichterten und als Antwort darauf der imperiale Plan Präzisionsschläge durchzuführen um Kommunikationsknoten und die Lebensfäden der Feldkommandanten zu durchtrennen. Als es um die Rückeroberung des Gouverneurspalastes ging, wurde ihm bewusst, dass das Imperium hier in einer wirklichen Bredouille stecken musste, wenn der Machthaber von einer Werft aus regierte. Das, gepaart mit dem Verlust des Imperators und der neuen Front gegen die Neue Republik, erweckte nicht gerade das Bild eines siegreichen Imperiums. Doch der Umbaraner versuchte sich wieder auf das Geschehen vor seinen Augen zu konzentrieren. Die Worte des Gouverneurs waren kalt, präzise und von jener Art Grausamkeit, die ihre Wirksamkeit aus Ordnung bezog. Keine Schaumkrone aus Wut wie bei Sikarius.

Als der Gouverneur vorschlug, sie getrennte Stoßtrupps führen zu lassen, regte sich unter
Tenebs stiller Maske ein jäher Widerstand, den er äußerlich nicht zeigte. Allein in einen Kriegseinsatz. Gegen Yevethaner mit Soldaten einer Macht, der er nicht angehörte und die ihn kaum kannten. Der Gedanke war zugleich Furcht, Kränkung und Verlockung. Eine Chance, sich zu beweisen. Ein Risiko, als Symbol verheizt zu werden.
Er sagte nichts, dies war nicht der Moment dafür. Stattdessen ließ er die Machtfühler durch den Raum gleiten. Der Gouverneur war kontrolliert, aber nicht leer. Unter der kühlen Oberfläche lag Druck, eine Portion Müdigkeit aber auch die Entschlossenheit der kalkulierten Rücksichtslosigkeit. Der Mann glaubte an seinen Plan. Oder zumindest daran, dass jeder andere Plan schlechter war.
Sikarius’ Präsenz dagegen flackerte unruhiger, gelangweilt und gereizt, sein typischer modus operandi wenn große Wörter und großer Menge genutzt wurden. Seine Haltung und Ablehnung unterstrich der kapriziöse Sith darüber hinaus auch noch mit diesen roten Buchstaben, die hinter dem Gouverneur in der Luft erschienen und verschwanden, glühende Albernheiten, ein kindischer Kommentar aus der Macht heraus, der sich mit der sterilen Projektion der Kriegsziele biss. Bla, bla, bla.

Teneb spürte, wie ihm für einen Moment beinahe ein trockenes Ausatmen entfuhr. Er hielt es zurück. Die Illusion war lächerlich, respektlos und strategisch völlig unnötig, aber gerade deshalb so eindeutig Sikarius, dass sie fast mehr über seinen Meister sagte als jede seiner Tiraden. Dieser Mann konnte in einem Büro über einem belagerten Planeten sitzen, während ein Gouverneur die Zerschlagung einer Widerstandsstruktur, die Vernichtung von Brutkammern und den Angriff auf einen Palast erläuterte, und sich die Zeit damit vertreiben, die eigene Verachtung in rotglühende Buchstaben zu krakeln. Teneb hätte es abstoßend finden müssen. Tat er auch. Gleichzeitig begriff er die Funktion dahinter: Sikarius verweigerte jedem Raum, der ihn binden wollte, die Würde seines Ernstes. Es zeigte ihm zudem, dass Sith in gewisser Weise über den Wesen und Dingen ihrer Umgebung standen. Der Gouverneur hatte versucht Einfluss und seine Befehlsgewalt auf die beiden anzuwenden und biss sich sogleich an dem kapriziösen Sith die Zähne aus und seine Autorität von dem Sith Meister dekonstruieren ließ. Stille breitete sich aus. Das Summen der Projektoren füllte den Raum. Sikarius antwortete so kurz, dass Teneb für einen Augenblick erwartete, dass er seinen Worten zumindest noch irgendeine Bemerkung hinterher setzen würde, doch schien wohl selbst dieser Sith zu wissen, wann der Zeitpunkt für seine Bemerkungen war und wann nicht. Oder er empfand das einzelne Wort als Bestrafung und Ablehnung der Autorität dieses Mannes, was zugleich durch mehr Worte untergraben worden wäre. Ein einziges Wort, plump, knapp, völlig unzureichend für die Schwere der Lage, und doch in seiner Verweigerung so scharf, dass Teneb hinter seinem Sessel reglos blieb und ihm das Mark in den Knochen fror. Er wusste nicht, ob sein Meister gerade die getrennten Einsätze, den ganzen Plans oder schlicht die Zumutung ablehnte, sich in ein Verwaltungskonzept einfügen zu lassen. Vermutlich alles zugleich. Teneb senkte den Blick minimal, sodass die Kapuze sein Gesicht noch stärker verbarg, und ließ keine Reaktion nach außen drang. Während das Wort seines Meisters im Raum hing wie eine grob geworfene Klinge, verstand Teneb, dass der eigentliche Kampf um N’zoth hier längst begonnen hatte.

Kernwelten | Farlax-Sektor | Koornacht-Cluster | Orbit von N'zoth | Werft | Büro des Gouverneurs | Teneb Dask, Darth Sikarius, Gouverneur von Berchem und UX-23 [NPC]
 
[Kern Regionen | Imperialer Raum | Koornacht-Cluster | Orbit von N’zoth | Werft | Verwaltungbereich | Büro des Gouverneurs] Michael von Berchem, Darth Sikarius, Teneb Dask, UX-23

Nach seiner Ausführung über die aktuelle Planung seines Führungsstabes herrschte für einige Sekunden beinahe absolute Ruhe im Büro des Gouverneurs. Lediglich das leise Summen der Holoprojektoren und das entfernte Dröhnen der gigantischen Werftanlagen von Werstilhere waren zu hören. Die taktische Karte von Giat Nor rotierte weiterhin langsam über dem großen Besprechungstisch und tauchte den Raum in ein kaltes bläuliches Licht. Dann kam die Antwort Darth Sikarius’. „Nö.“

Michael blinzelte kurz. Nicht aus Unsicherheit oder gar Verärgerung, sondern vielmehr aus ehrlicher Verwunderung über die Schlichtheit dieser Antwort. Für einen Augenblick musterte er den Sith schweigend, ehe er langsam nach der Schachtel auf seinem Schreibtisch griff. Mit routinierten Bewegungen zog er eine Zigarette heraus, klemmte sie sich zwischen die Lippen und entzündete sie mit einem metallenen Feuerzeug. Das leise Klicken hallte kurz durch den Raum. Michael nahm einen tiefen Zug, hielt den Rauch für einige Sekunden in der Lunge und blies ihn anschließend langsam seitlich aus. Der graue Schleier zog träge durch das Licht der Projektionen.

„Ich bezweifle einfach, dass Sie dieses ‘Nö’ darauf beziehen, die Yevethaner in den Boden zu stampfen“

Sagte Michael schließlich ruhig. Seine Stimme blieb kontrolliert, sachlich kühl.

„Was schlagen Sie denn vor?“

Er machte eine kurze Pause und lehnte sich leicht gegen die Tischkante.

„Ich persönlich hätte schon längst einen Orbitalschlag befohlen, das Problem ist lediglich, dass ein solcher Schritt weder in meiner Befugnis noch in der Ihren liegt.“

Sein Blick glitt kurz durch den Raum. Hinter dem Sith stand sehr wahrscheinlich der groß gewachsene Umbaraner, beinahe regungslos, und versuchte einschüchternd zu wirken. (Teneb Dask)Der Umbaraner wirkte im Vergleich zu seinem Meister deutlich kontrollierter, beinahe beobachtend. Weniger arrogant. Weniger impulsiv, dennoch untertänig und deutlich aufmerksamer als sein Herr. Gleichzeitig schwebte der Spionagedroide (UX-23) nahezu lautlos einige Zentimeter über dem Boden und registrierte vermutlich jedes Wort, jede Bewegung und jede Veränderung der Atmosphäre im Raum. Michael musterte den Umbaraner einige Sekunden länger. Bevor er seinen Blick wieder auf Darth Sikarius richtete. „Leto Fel. Heimatwelt Taris. Neue Republik.“ Der Gedanke schoss ihm beinahe automatisch durch den Kopf. Faktisch betrachtet war Darth Sikarius ein ehemaliger Republikaner. Allein diese Information reichte aus, um ihn unter anderen Umständen sofort verhaften zu lassen. Ein paar gezielte Schüsse aus einem Deactivator, einige Betäubungsladungen und wahrscheinlich hätte man ihn sogar lebend an den imperialen Geheimdienst oder die Inquisition überstellen können. Doch Michael war intelligent genug zu wissen, wann gewisse Gedanken unausgesprochen bleiben mussten. Vor allem in einem Raum mit zwei Sith. Er nahm einen weiteren langsamen Zug von seiner Zigarette und trat anschließend einige Schritte um den Holotisch herum und stellte sich auf die Seite der Sith. Sein Blick wanderte erneut auf die rot markierten Frontlinien rund um Werstilhere.

„Ich weiß, dass Sie zumindest bereits einmal auf diesem Planeten waren, mein Lord“

Sprach Michael schließlich und blickte wieder zu Darth Sikarius.

„Deshalb frage ich Sie direkt: Haben Sie Erfahrungen mit den Aufständischen oder den Strukturen der Yevethaner, die uns in der aktuellen Situation weiterhelfen könnten?“

Die Formulierung war bewusst gewählt. Nicht unterwürfig. Nicht provozierend. Pragmatisch. Michael wusste genau, dass Sith selten auf direkte Befehle reagierten, wenn diese nicht von höherer Stelle kamen oder dem dunklen Orden selbst. Gleichzeitig würde er sich nicht wie ein eingeschüchterter Verwaltungsbeamter verhalten.

„Allerdings möchte ich deutlich machen, dass die operative Führung dieser Kampagne weiterhin bei mir und meinem Führungsstab liegt.“

Seine Stimme wurde minimal kälter.

„Das bedeutet, dass militärische Entscheidungen letztlich meiner Autorität unterstehen.“

Wieder herrschte einige Sekunden Schweigen. Draußen zog in diesem Moment ein Kreuzer an den Panoramafenstern vorbei. Die Triebwerke tauchten das Büro für einen kurzen Augenblick in flackerndes Licht, ehe die Maschine zwischen den gigantischen Werftstrukturen verschwanden. Michael beobachtete die Bewegung kurz aus dem Augenwinkel. Die imperiale Präsenz auf N’zoth ist in den vergangenen Wochen gewachsen. Neue Verteidigungsstellungen entstanden beinahe täglich, kilometerlange Versorgungskorridore verbanden die verschiedenen Sektoren der Anlage miteinander und immer mehr Truppen wurden auf den Planeten verlegt. Inzwischen kontrollierte das Imperium nicht mehr nur Werstillhere selbst, sondern ein befestigtes Gebiet von beinahe fünfzig Kilometern rund um den gesamten Komplex. Und dennoch… War N’zoth noch lange nicht befriedet. Die Yevethaner kämpften verbissen weiter. Jeder Häuserblock von Giat Nor könnte zu einer Todesfalle werden. Jeder Tunnel. Jede verlassene Fabrikhalle. Michael wusste das. Deshalb war er auch nicht naiv genug zu glauben, dass allein rohe Gewalt dieses Problem lösen würde. Er trat langsam näher an die große Holoprojektion heran und deaktivierte einige Datenanzeigen mit einer beiläufigen Bewegung.

„Ich brauche Ergebnisse, Keine Machtdemonstrationen. Keine unnötigen Exzesse. Sondern Ergebnisse.“

Nun blickte er direkt zu Darth Sikarius.

„Wenn Sie einen besseren Ansatz sehen als meinen Führungsstab, dann bin ich bereit, mir diesen anzuhören.“

Ein kurzer Moment verstrich. Dann nahm Michael den letzten Zug seiner Zigarette und drückte sie ruhig im Aschenbecher aus.

„Solange dadurch am Ende dieser Konflikt gewonnen wird und SIE wieder an die Front gegen die Republik mit ihren Jedi kämpfen können, ist mir das wie egal unter der Bedingung, dass hier entweder Befehle von mir ausgeführt werden oder die Befehle von uns. Die beiden Wege gibt es keinen weiteren.“

Die letzten Worte waren zwar in gewisser Weise provokant, allerdings nicht provokant genug, um ihm einen Strick daraus zu machen. Michael stand es gemäß seiner Befehle frei, die Sith einzusetzen, wie er es für richtig hielt, dennoch bevorzugte er eine gemeinsame Zusammenarbeit, als einen stetigen Kampf um die Führung auf N’zoth.


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Leto schien den Gouverneur mit seiner Antwort wirklich etwas auf dem falschen Fuß erwischt zu haben. Schweigen breitete sich aus, während der alte Sack sich erstmal eine Kippe anzündete. Das metallische Klicken des Feuerzeugs hallte durch den totenstillen Raum wie der abgezogene Splint einer Handgranate.

Doch es eskalierte nicht. Gouverneurus Maximus‘ Aura zeigte keine Spur von Wut. Vielleicht etwas Verwirrung, Überraschung. Für einen Moment die überspielte Frage, wie man nach dieser ausgiebigen Antwort weiterverfahren sollte. Witzigerweise war es UX-23, der zunächst das Wort ergriff.


„Gouverneur von Berchem, was Darth Sikarius meint-“

, begann der Droide, nur um von einer scharfen Handbewegung Letos abgeschnitten zu werden. DAS war also der Name des Gouverneurians gewesen!

„Klappe, Droide.“

, schnauzte er, richtete dann seinen ungleichen Blick wieder auf Gouverneur Bärchen und schmunzelte. Damit konnte er arbeiten.

Nun, endlich, richtete der Mann wieder das Wort an ihn. Blaugraue Rauchwölkchen waberten durch die Luft und verliehen ihr ein angenehm würziges Aroma. Die Hologramme verschwammen und irgendwo im Hintergrund kündete ein schwaches Summen an, dass die Lüftung ihre Arbeit aufgenommen hatte. Nüchtern stellte Bärchen fest, dass Leto wohl nicht die Vernichtung der Yevethaner mit seiner Antwort gemeint haben konnte. Der zuckte nur die Schultern. Na, was hatte er wohl gemeint?


„Das ‚Nö‘ ging gegen deinen schönen, sauberen Plan vom Reißbrett.“

, antwortete Leto und lehnte sich in seinem Sessel zurück, die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Unter einem leichten Druck seiner Füße knarzte der Beistelltisch und die vorderen beiden Sesselbeine erhoben sich ganz leicht in die Höhe.

„Und dass du entscheidest, wie mein Schüler einzusetzen ist. Du kannst hier sau viel bestimmen, aber der Junge gehört mir. Du kannst ganz höflich fragen, du kannst voll lieb bitten. Aber wenn ich entscheide, dass der besser bedient ist hier oben euern Caf wegzusaufen, dann ist das so. Schade aber auch.“

Leto grinste, dann fuhr er fort:

„Für den Moment kommt er mit runter. Aber an meiner Seite. Seine eigenen Leute zu befehligen hat der sich noch lange nich verdient.“

Nun erkundigte der Gouverneur sich, was Leto denn vorschlug, und gab an, einen Orbitalschlag nur noch nicht befohlen zu haben, weil er dazu nicht befugt war. Erneut entblößte Leto seine gelben Zähne und nahm einen tiefen Schluck Whiskey.

„Ich schlage vor, dass du den Tag nicht vor dem Abend lobst und achtundzwanzig Schritte planst, bevor wir den ersten nicht gemacht haben. Das sind ganz schön wilde P*sser da unten. Wer weiß schon, wie die reagieren, wenn se mich wiedersehen.“

Er zuckte mit den Schultern und brachte damit den kippelnden Sessel ins Wanken.

„Orbitalschlag ist aber keine dumme Idee.“

Ein hässliches Lachen entrang sich Letos Kehle.

„Punkt achtundneunzig in deinem Plan war doch den Regierungspalast wieder einzunehmen? Hier ist was ich vorschlage: Jag das Ding hoch. Als allererstes. Baller denen einen Krater so tief in ihr kulturelles Gedächtnis, dass die vergessen, wie man den Namen ihres Kal Fraan überhaupt schreibt. Das solltest du doch erquatschen können? So‘n kleiner, klitzekleiner Orbitalschlag weit vonner Industrie weg. Darum geht’s doch, oder? Und wenne das nicht kannst, was machst’n dann noch hier?“

Als nächstes wandte sich das Thema Letos eigener Zeit auf N’zoth zu. Der Gouverneur wollte wissen, ob er schon Erfahrung mit den Yevethanern und ihren Strukturen gemacht hatte, die ihnen nun weiterhelfen konnten. Erneut zuckte Leto mit den Schultern.

„Ich weiß, dass das zähe B*starde sind. Sie einfach zu Zehntausenden abzuschlachten, wird se nur ermutigen. Solang se das Feuer eines höheren Ziels haben, werden sie bereitwillig Brennstoff spielen. Was du vernichten willst, sind Symbole. Keine Massen. Wie der Regierungspalast zum Beispiel.“

Für einen Moment trieb Leto die Kippelei zu weit. Der Sessel begann nach hinten zu kippen, doch er fing sich sogleich wieder mit der Macht und korrigierte seinen Sitz, sodass er nun scheinbar unmöglich im Schneidersitz balanciert auf der vorderen Kante saß. Das musste sogar fast elegant ausgesehen haben!

„Ich war schonmal hier, richtig. Was hab‘ ich gemacht? Ich hab deren Gottkönig, oder wie es heißt, vernichtet.“

„Darama.“

, warf UX-23 hilfreich ein.

„Damara. Kal Fraan. Mein Schüler da hat sein altes Lichtschwert und wird dieses Symbol nun wieder gegen die Yevis wenden. So muss man das machen.“

„Die Yevethaner haben nach Fraans Tod keinen neuen Darama bestimmt“

, meldete sich ein weiteres Mal der Droide zu Wort:

„Yevethanische Symbolik zu vernichten oder zu korrumpieren, haben wir tatsächlich im Vorfeld besprochen und als sinnvoll erachtet. Sieg durch Vernichtung des Kampfwillens.“

Erneut hatte der Gouverneur etwas zu sagen. Knapp stellte er klar, dass er alleinige Autorität über die Kampagne hatte und haben würde. Leto begegnete dem kühlen Blick mit dem ungleichen Starren aus seinen eigenen Augen, dann grinste er. Sein Tonfall klang belustigt, als er sagte:

„Befiel halt nichts, was ich nicht befolgen würde.“

Für einen Moment breitete sich Stille in dem Raum aus, während die Antriebe eines vorbeiziehenden Schiffes, die Beleuchtung zwischen Hologrammen und wabernder Zigarettenrauch das Büro in ein unwirkliches Licht tauchten. Dann griff der Gouverneur ein weiteres Mal das Wort. Er wollte Ergebnisse, keine Exzesse. Solange er bekam, was er wollte, würde er mit sich reden lassen. Doch sie mussten sich einig sein, darauf bestand er. Leto zuckte mit den Schultern, dann nickte er. Dann grinste er.

„Damit kann ich arbeiten. Schick mich nicht offensichtlich in den Fleischwolf und sag mir nich wie ich mein Schwert zu schwingen habe. Dann können wir zusammenarbeiten.“


[ Kernwelten / Farlax-Sektor / Koornacht-Cluster / N'zoth-System / Orbit von N'zoth / Werft / Verwaltungsbereich / Büro des Gouverneurs ] Leto, Michael und Teneb, sowie (NPCs) UX-23
 
Kernwelten | Farlax-Sektor | Koornacht-Cluster | Orbit von N'zoth | Werft | Büro des Gouverneurs | Teneb Dask, Darth Sikarius, Gouverneur von Berchem und UX-23 [NPC]

Teneb Dask blieb hinter dem Sessel seines Meisters stehen wie eine in Stoff gehüllte Säule, reglos, stumm, die Arme in den Ärmeln verschränkt, das Gesicht tief unter der Kapuze verborgen, während in ihm etwas mit langsamer, präziser Grausamkeit zu arbeiten begann. Nach außen war er nur das passende Bild zu Sikarius’ Auftritt als der schweigende Schüler, der Schatten hinter dem Dunklen Lord, ein Werkzeug in Reserve, ein Versprechen künftiger Gewalt. „Der Junge gehört mir.“ Der Satz blieb hängen. Er fraß sich durch jede Schicht von Beherrschung, die Teneb in den letzten Monaten aufgebaut hatte, und legte darunter eine alte, rohe Stelle frei. Für einen Moment war der Gouverneur mit seinem Tabakrauch, seinen Karten, seinen roten Markierungen und seinem kalten Feldzugsverstand kaum mehr als Hintergrund. Selbst UX-23, dessen gesprungener Photorezeptor alles zu registrieren schien, trat an den Rand seiner Wahrnehmung. Es gab nur noch Sikarius’ Rücken, die lässig in den Sessel gesunkene Gestalt, den Nacken unter der Robe, die Lehne, das kleine Stück Abstand zwischen Tenebs Hand und der Waffe an seiner Seite.
Es wäre so einfach gewesen. Ein Gedanke, ein Griff durch die Macht, und
Kal Fraans Lichtschwert hätte aus seiner Halterung in seine Hand springen können. Eine Bewegung, kein dramatischer Schlag, nur ein kurzer, sauberer Stoß nach vorn. Die Plasmaklinge hätte die Sessellehne durchbrannt, als bestünde sie aus Wachs, hätte Stoff, Polsterung, Panzerung, Fleisch und Knochen ohne jede Mühe geöffnet, hätte sich durch Sikarius’ Rücken gefressen und vorne aus seiner Brust gebrochen, heiß, blau, siedend, unerbittlich. Teneb stellte sich den Geruch vor, verbranntes Gewebe, ozonisierte Luft, das abrupte Stocken in Sikarius’ Stimme, diesen einen unmöglichen Herzschlag, in dem der Meister begreifen würde, dass der Schüler die Gelegenheit gesehen und genutzt hatte. Vielleicht würde er sich noch umdrehen wollen. Vielleicht würde sein Gesicht endlich einmal eine Wahrheit zeigen, die nicht Spott, Wut oder Kränkung war. Vielleicht würde er im Sterben begreifen, dass er selbst Teneb alles beigebracht hatte, was für diesen Verrat nötig war.

Tenebs Finger zuckten nicht, das war der eigentliche Sieg. Er blieb stehen, eine starre Säule aus Schatten und gesammeltem Hass, und ließ die Mordfantasie in sich ausglühen, ohne ihr den Weg in die Wirklichkeit zu öffnen. Es war jene schmale, kalten Form von Selbstbeherrschung, die ihm Sikarius ausgerechnet durch Schmerz, Demütigung und Gewalt beigebracht hatte. Der Sith Meister hatte selbst gesagt, es werde ein Tag kommen, an dem Teneb ihn abstreifen könne wie eine alte Haut. Dieser Tag war noch nicht gekommen. Nicht hier, nicht vor einem imperialen Gouverneur, nicht in einem Büro voller Holoprojektoren, Soldaten, Droiden und Kampagnenpläne, während N’zoth unter ihnen wartete wie ein ganzer Planet aus Messern.

Und doch arbeitete der Satz weiter. „Der Junge gehört mir.“ War darin nur Besitz? Kontrolle? Dominanz? Oder lag darunter etwas, das
Sikarius selbst nie so benennen könnte, weil jede weichere Regung bei ihm sofort in Scham, Zorn und Spott verfaulte? Hatte er den Vorschlag des Gouverneurs abgelehnt, weil Teneb zu wertvoll als Werkzeug war, um ihn allein in den Fleischwolf zu schicken, oder weil er es schlicht nicht ertrug, dass jemand anderes über den Einsatz seines Schülers entschied? War es Schutz, in die Sprache von Eigentum übersetzt, weil Sikarius für alles andere zu beschädigt war? Oder nur eine weitere Leine, grob um den Hals gelegt, damit jeder im Raum sah, wem dieser Schatten hinter dem Sessel zugeordnet war? Teneb konnte seine Intentionen nicht riechen. Er konnte manche Auren lesen, Bewegungen, Brüche, die kleinen Verfärbungen von Gefühlen in der Macht, doch Sikarius war ein so schlecht verheiltes Durcheinander aus Trotz, Grausamkeit, Kränkung, Instinkt und gelegentlich beinahe nützlicher Klarheit, dass jede Deutung an ihm kleben blieb wie Rauch an nasser Kleidung. Vielleicht war Schutz darin. Vielleicht Besitz. Vielleicht beides, ineinander verätzt, bis kein sauberer Unterschied mehr übrig blieb.

Am Ende war es gleichgültig.
Teneb hörte weiter zu. Der Plan vom Reißbrett wurde zerlegt, nicht gründlich, aber mit jener rohen Treffsicherheit, die Sikarius manchmal besaß, wenn seine Verachtung zufällig in die richtige Richtung schlug. Der Vorschlag eines begrenzten Orbitalschlags wirkte einerseits wie nächste logische Eskalationskonsequenz seines Meisters, nachdem er bereits auf Artek III eine zivile Siedlung in Schutt und Asche gelegt hatte, andererseits wirkte es wie der blanke Wahnsinn. In den Worten seines Meisters lag derbe Einfachheit, doch darunter erkannte Teneb denselben Kern, den er selbst zuvor formuliert hatte. Hoffnung musste zuerst sterben. Körper folgten später.

Als der Gouverneur seine Autorität betonte, blieb
Teneb still und beobachtete genau, wie sein Meister in diesem Messen der Zuständigkeiten und Willen agierte. Es wäre für den Sith ein leichtes gewesen das Genick des Mannes zu brechen, kapriziös wie dieser war. Doch was für ein Imperium, wenn nicht eins aus Asche und zermahlenen Knochen wäre es, wenn jeder Machtnutzer seinen Gewaltfantasien ungehindert Raum geben konnte? Die Konsequenzen wären, selbst eine Person wie seinen Meister, zu fatal. Als schließlich ein vorläufiges Einvernehmen entstand, kein Frieden, eher ein schmaler, schmutziger Korridor gegenseitigen Nutzens, blieb Teneb ebenfalls weiterhin still. Unter der Kapuze aber waren seine Augen wach, kalt und aufmerksamer denn je. Er verstand nun besser, worum es in diesem Raum ging. Der Gouverneur wollte Ergebnisse. UX-23 hingegen wollte Effizienz und höchstwahrscheinlich Schadensbegrenzung betreiben. Sikarius wiederum wollte sich keinem Plan beugen, der seine Hand am eigenen Schwert schwächte.

Teneb, hinter Sikarius’ Sessel stehend, bohrte seinen Blick in den Gouverneur in Erwartung seiner Entscheidung und ließ die Erkenntnis wieder in sich zurücksinken, bevor sie sich zu offen in seinem Gesicht zeigen konnte. Wenn er auf N’zoth bestehen wollte, durfte er sich weder von Sikarius’ Besitzanspruch noch von der Bedeutung dieser Waffe berauschen lassen. Er musste sehen, zuhören, lernen und in jedem Augenblick begreifen, wer im Raum gerade welches Spiel spielte. Erst danach würde sich zeigen, ob er in dieser Kampagne Werkzeug blieb oder irgendwann selbst die Hand wurde, die es führte.

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