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| Outer Rim Territories | Auril-Sektor | Adega-System | Hyperraum | StarExplorer | Ferak Koltari | Sahra und Juna auf der Krankenstation |
Tage später fiel die StarExplorer im Adega-System aus dem Hyperraum. Ossus lag vor ihnen. Der Planet füllte langsam die Sichtscheibe des Cockpits, grün und lebendig, kaum noch jenes verheerte Ödland, von dem alte Aufzeichnungen berichteten. Wolken zogen über weite Ebenen und zerklüftete Landstriche. Irgendwo darunter lagen die Überreste eines Ordens, der länger existiert hatte als manches Sternenreich und dessen Wissen noch immer Schicht für Schicht aus der Erde geborgen wurde. Ferak saß schweigend am Steuer. Keine Alarm schrillte, keine Piratenschiffe stürzten sich aus dem Hinterhalt auf sie, keine Blockade riegelte den Planeten ab.
Sein Blick wanderte über die Sensoranzeigen. Einmal. Ein zweites Mal. Die Werte änderten sich nicht. Der Zabrak lehnte sich langsam zurück und atmete tief durch. Vielleicht hatten sie Glück. Vielleicht war es auch nur eine Falle, vielleicht... machte er sich zu viele Gedanken. Die Landefreigabe führte sie zu einem republikanischen Raumhafen, der vor allem Versorgungsflüge, wissenschaftliche Expeditionen und den Verkehr zu den verschiedenen Ausgrabungsstätten abfertigte. Die StarExplorer setzte zwischen Frachtern, Forschungsschiffen und einigen kleineren Kuriermaschinen auf. Ferak fuhr die Systeme herunter und blieb noch einen Moment im Pilotensitz sitzen. Sein Blick ging in Richtung des Schiffes, als könnte er durch Wände und Deckplatten hindurch bis zur Krankenstation sehen. Meisterin Kenobi war noch immer nicht erwacht. Juna würde bei ihr bleiben. Nicht nur, weil die Rattataki inzwischen mehr über Sahras Zustand wusste als er. Ihr eigener Arm brauchte ebenfalls Aufmerksamkeit. Der Zabrak hatte ihr seine Hilfe angeboten, doch sie hatte dankend abgelehnt und auf Suse verwiesen.
Wenig später verließ der Padawan die StarExplorer. Sein Lichtschwert hing an seinem Gürtel, über den Roben und eine kleinen Tasche trug er einen langen Staubmantel. Im Raumhafen ließ er sich den Weg zur Fahrzeugvermietung weisen und mietete eines der robusteren Speederbikes, die für die Wege zu den weiter entfernten Forschungsstationen und Grabungsstätten gedacht waren. Er kontrollierte die Maschine kurz. Energiezelle, Repulsoren, Steuerung. Das Gefährt würde genügen, befand der Padawan von Iridonia. Ein breites Tuch schlang er sich um Mund und Nase. Die Staubbrille folgte. Dann setzte sich der Zabrak auf das Speederbike und ließ den Motor aufheulen.
Wenige Augenblicke später schoss er aus dem Raumhafen. Der Wind riss an seinem Mantel und ließ den schweren Stoff hinter ihm wie eine Sturmwolke herpeitschen. Ferak beugte sich leicht über die Steuerholme und beschleunigte. Die Landschaft von Ossus flog an ihm vorbei. Grüne Flächen wechselten sich mit trockeneren, von Wind und alten Stürmen gezeichneten Gebieten ab. Felsformationen ragten aus der Erde, ausgewaschen und zerklüftet, stille Zeugen einer Welt, die sich mehr als einmal verändert hatte. Ferak ließ die Macht an den Rändern seiner Wahrnehmung fließen. Er suchte nicht gezielt, er nahm nur wahr und Raste mit einer Geschwindigkeit über die Planetenoberfläche und an Hindernissen vorbei, die nur die Macht ermöglichte. Das Dröhnen des Speeders. Das Schlagen des Windes gegen seine Kleidung. Den eigenen Atem hinter dem Tuch. Und darunter den langsamen Rhythmus seines Herzens, die Trommeln. Ruhig, beides im Einklang.
Nach einiger Zeit erschienen die ersten Markierungen der Ausgrabungsstätte am Horizont. Antennen ragten zwischen alten Felsformationen auf. Provisorische Gebäude und wissenschaftliche Module standen dort, wo seit Jahren Schicht für Schicht Vergangenheit freigelegt wurde. Transportgleiter bewegten sich zwischen den einzelnen Bereichen. Arbeiter trugen Geräte und Fundkisten über das Gelände. Und da waren Jedi. Ferak spürte sie, noch bevor er die traditionellen Roben zwischen den Forschern erkannte. Ihre Präsenzen lagen ruhig in der Macht, konzentriert, aufmerksam. Keine Krieger auf einem Schlachtfeld. Gelehrte. Archäologen. Hüter von Dingen, deren Bedeutung sich manchmal erst Jahrhunderte nach ihrer Entdeckung offenbarte. Der Padawan nahm den Schub zurück. Das Speederbike wurde langsamer und glitt schließlich zwischen einigen abgestellten Transportern zum Stillstand. Der Zabrak stellte den Motor ab und schwang sich von der Maschine. Erst jetzt zog er das Tuch von Mund und Nase und schob die Staubbrille auf seine Stirn. Einige Köpfe drehten sich zu ihm. Ferak ignorierte die Blicke zunächst. Seine Augen wanderten über die Grabung. Er registrierte Zugänge, Fahrzeuge, Lagerbereiche, Arbeitsgruppen. Keine Wachtrupps, nur zwei altersschwache Doriden die den Perimeter abschritten.
Dann ging er auf eine Gruppe Archäologen zu, einer der Archäologen, ein Jedi löste sich aus einer kleinen Gruppe und kam ihm entgegen. Ein älterer Mann, dessen Roben bereits deutliche Spuren von Staub und Arbeit trugen. Kein Ratsherr. Kein Tempelgelehrter hinter hohen Mauern. Jemand, der seine Hände offenbar ebenso häufig in Erde und Schutt steckte wie in alte Schriften. Ferak blieb vor ihm stehen und neigte respektvoll den Kopf.
"Padawan Ferak Koltari." Seine tiefe Stimme trug ruhig über den Platz. "Wir haben auf Coruscant Euren Bericht und die übersandten Funde erhalten. Ich komme im Namen des Ordens. Wir sind Eurem Hilferuf gefolgt." Der Archäologe musterte ihn einen Moment, vielleicht auch deshalb, weil der hünenhafte, gehörnte Zabrak mit dem staubbedeckten Mantel nicht unbedingt dem Bild entsprach, das man sich von Unterstützung für eine archäologische Expedition machte. Dann entspannte sich seine Haltung merklich. Er begrüßte Ferak und erklärte ihm, dass man tatsächlich mit jemandem vom Orden gerechnet hatte. Vielleicht nur nicht unbedingt mit ihm allein. Der Zabrak verzog keine Miene. "Meine Meisterin ist erkrankt." Eine kurze Pause. "Ich bin hier." Mehr Erklärung hielt er nicht für notwendig.
Der Archäologe schien für einen Augenblick etwas sagen zu wollen, entschied sich dann aber dagegen. Stattdessen bedeutete er Ferak, ihm zu folgen. Sie bewegten sich durch die Grabungsstätte. Vorbei an halb freigelegten Mauern, markierten Fundstellen und sorgfältig abgesperrten Bereichen. Während sie gingen, setzte der Jedi-Archäologe ihn ins Bild. Die Piraten waren kein Heer, keine Besatzungsmacht. Sie kamen in kleinen Gruppen. Schnell. Unregelmäßig. Manchmal vergingen Wochen ohne einen Zwischenfall, dann gab es innerhalb weniger Tage mehrere Angriffe. Sie stahlen Werkzeuge, technische Geräte und Fundstücke. Nicht immer die wertvollen. Genau das war das Problem. Ferak hob leicht eine Augenbraue.
Der Archäologe erklärte weiter. Wertvolle Statuetten waren zurückgelassen worden. Seltene Schriftfragmente ebenfalls. Dafür verschwanden beschädigte Datenträger, mechanische Bauteile oder Artefakte, deren Zweck noch gar nicht bestimmt worden war. Plunder. Zumindest auf den ersten Blick. Feraks Gedanken gingen zurück nach Coruscant. Zu der metallenen Kugel. Zu Juna. Zu dem orangefarbenen Kristall. Viele Dinge, die wertvoll erscheinen, sind nur Plunder. Und mancher Plunder ein Schatz. Sein Kiefer spannte sich leicht. Die Piraten wussten vielleicht nicht, wonach sie suchten. Aber jemand wusste es.
Der Archäologe führte ihn weiter zu einem abgesperrten Bereich am Rand der eigentlichen Grabung. Dort war der Fels erst vor kurzer Zeit geöffnet worden. Provisorische Stützen hielten einen schmalen Zugang frei. Eine Kammer, klein, alt. Und offenbar der Grund, warum die Angriffe häufiger geworden waren. Ferak blieb vor dem Eingang stehen. Das Trommeln in seinem Inneren veränderte sich, nur leicht, ein Schlag außerhalb des Rhythmus.
Seine Augen verengten sich hinter den schwarzen und gelb-orangen Tätowierungen. Dann sah er zu dem Archäologen. "Zeigt mir, was Ihr gefunden habt... bitte."
| Outer Rim Territories | Auril-Sektor | Adega-System | Ossus | Jedi-Ausgrabungsstätte | Ferak Koltari mit Jedi-Archäologen | Sahra und Juna auf der StarExplorer |
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Der Jedi-Archäologe führte Ferak tiefer in die Ausgrabung hinein. Der schmale Zugang, den man erst vor wenigen Tagen freigelegt hatte, zwang selbst kleinere Wesen dazu, den Kopf einzuziehen. Für den hochgewachsenen Zabrak war er beinahe lächerlich eng. Mehr als einmal strichen seine Hörner gefährlich nahe am alten Gestein entlang, während er dem Forscher und dessen Padawan folgte.
Dahinter öffnete sich eine kleine Kammer. Kein großer Tempelraum. Keine gewaltige Halle voller Statuen und verborgener Schätze. Der Raum war kaum größer als der Trainingsbereich der StarExplorer. Ein niedriger steinerner Tisch bildete das Zentrum. Darum verliefen eingelassene Kreise und feine metallische Linien durch den Boden. Einige endeten abrupt an den Wänden, andere gingen dort in flache Reliefs über. Punkte, Kreise, Linien. Sterne, hätte Ferak zunächst gesagt. Der Archäologe erklärte, dass man dieselbe Annahme getroffen hatte. Seit der Freilegung versuchten sie, die dargestellten Konstellationen bekannten Sternkarten zuzuordnen. Man hatte gegenwärtige Karten verwendet, historische Archive konsultiert und selbst die Eigenbewegung einzelner Systeme über Jahrtausende zurückgerechnet. Einige Positionen passten, andere nicht. Und jedes Mal, wenn sie glaubten, einen Teil des Musters verstanden zu haben, widersprach ein anderer Abschnitt ihrer Theorie.
Ferak ging langsam um den steinernen Tisch herum. Sein Blick folgte den Linien. Der Jedi-Forscher sprach weiter. Die Kammer war alt. Sehr alt. Wahrscheinlich älter als ein Großteil der freigelegten Gebäude in diesem Abschnitt der Anlage. Gleichzeitig fanden sich Spuren späterer Veränderungen. Andere Hände hatten an den Mechanismen gearbeitet. Einzelne Elemente ersetzt. Linien ergänzt. Mehrere Generationen von Jedi hatten diesen Raum offenbar gekannt. Und benutzt. Ferak blieb stehen. Er war kein Archäologe. Er verstand wenig von der Datierung alter Legierungen und noch weniger davon, wie man aus einer halb zerstörten Inschrift Rückschlüsse auf längst vergangene Kulturen zog. Er war Wächter, Krieger, Pilot. Sein Blick glitt erneut über die Punkte und Linien. Pilot... Der Gedanke blieb. Langsam legte Ferak eine Hand auf den Rand des steinernen Tisches und schloss die Augen. Die Macht war da. Sie lag nicht verborgen in der Kammer. Sie wartete nicht darauf, von ihm entdeckt zu werden. Sie war überall, wie immer. In dem Stein. In den beiden Jedi neben ihm. Im Staub, der durch den schmalen Zugang hereingetragen worden war. Ferak atmete. Und dehnte seine Wahrnehmung aus. Zunächst geschah nichts, doch dann spürte er einen Tropfen. Das Bild war nicht wirklich da. Nicht so, wie er einen Gegenstand mit seinen Augen sah. Es war eher eine Erinnerung an ein Gefühl. Wasser, das durch Gestein drang. Ein einzelner Tropfen, der eine Spalte fand. Dann ein zweiter. Rinnsale entstanden. Manche versickerten. Andere flossen weiter. Sie trafen auf Widerstände, teilten sich und fanden neue Wege. Einige wurden von etwas Gewaltigem erfasst. Ihre Richtung änderte sich. Sie wurden herumgezogen, beschleunigt und an anderer Stelle wieder ausgespien. Weitere Rinnsale kamen hinzu. Für einen kurzen Moment glaubte Ferak, etwas Größeres darin zu erkennen. Einen Strom. Fast einen Fluss. Er versuchte danach zu greifen. Das Bild zerfiel. Der Zabrak öffnete langsam die Augen.
Sein Blick lag wieder auf dem Relief. Die Punkte waren noch immer dort. Aber plötzlich sah er die Linien deutlicher. Er runzelte die Stirn. "Was, wenn es kein Sternenbild ist?" Der Archäologe verstummte. Sein Padawan sah von Ferak zur Wand und wieder zurück. Der Forscher fragte, was er damit meinte. Ferak schwieg einen Moment. Er hasste es, über Dinge zu sprechen, die er selbst nicht verstand. Worte machten Vermutungen schnell zu Wahrheiten, wenn man nicht vorsichtig mit ihnen umging. "Ich weiß es nicht." Sein Blick folgte einer der eingelassenen Linien. "In der Macht fühlt es sich nicht an wie Orte." Er hob die Hand und deutete langsam über das Relief. Von einem Punkt zum nächsten. Dann weiter. "Eher wie eine Strömung." Eine kurze Pause. "Vielleicht ein Pfad?"
Es klang beinahe wie eine Frage. Der Archäologe trat näher an den Tisch. Zum ersten Mal seit sie die Kammer betreten hatten, erklärte er nichts. Er betrachtete. Ferak ließ ihn denken. Nach einiger Zeit begann der Forscher leise über frühe Formen der Hyperraumnavigation zu sprechen. Aus Zeiten, bevor Navicomputer in Sekunden ganze Routen berechneten und standardisierte Hyperraumwege von Generationen von Piloten genutzt wurden. Frühe Navigatoren hatten sich entlang bekannter Masseschatten bewegt. Sie hatten kurze Sprünge gewagt, Stern für Stern, System für System. Gravitation war nicht nur Gefahr gewesen. Richtig berechnet konnte sie Orientierung geben. Ferak hörte aufmerksam zu. Das verstand er, nicht jedes Detail, aber das Prinzip. Man setzte keinen Kurs zu einem Ziel, fand den nächsten sicheren Abschnitt, und dann den nächsten. Wie Wasser.
Der Forscher ging nun schneller um den Tisch herum. Sein Padawan begann bereits, Aufzeichnungen auf einem Datapad aufzurufen. Namen alter Navigationsschulen fielen. Pilgerwege. Frühe Jedi-Expeditionen. Ferak beobachtete schweigend. Er hatte keine Antwort gefunden. Aber vielleicht hatten sie bisher nur die falsche Frage gestellt. Der Archäologe blieb schließlich vor einem Teil des Mechanismus stehen. Mehrere kreisförmige Führungen verliefen dort ineinander. Feine Metallschienen bildeten Bahnen um eine kleine Vertiefung im Stein. Feraks Blick blieb daran hängen. Kreise, Führungen, eine Bahn, die verfolgt werden musste. Vor seinem inneren Auge sah er eine metallene Kugel. Juna. Den dünnen Stab in ihren Fingern. Die kleine Kugel an dessen Ende, die sie vorsichtig durch einen verborgenen Mechanismus geführt hatte. Der Archäologe bemerkte seinen Blick und fragte, ob etwas sei. Ferak antwortete zunächst nicht.
"Ja..." Das Wort kam langsam, fast abwesend. Seine Gedanken waren weit entfernt. Auf Coruscant. Zwischen den Funden, die aus genau dieser Ausgrabung dorthin geschickt worden waren. Er blinzelte und sah wieder auf den Mechanismus. "Unter den Funden, die Ihr nach Coruscant geschickt habt, war eine Kugel." Er deutete auf die kreisförmigen Führungen. "Der Mechanismus war ähnlich."
Nun war die Aufmerksamkeit des Forschers endgültig geweckt. Er stellte mehrere Fragen hintereinander. Nach der Größe. Dem Material. Wie die Kugel geöffnet worden war. color=#FFC125]Ferak[/color] beantwortete, was er konnte. Nicht mehr. Was Juna in der Kugel gefunden hatte, erwähnte er erst, als der Archäologe ausdrücklich danach fragte. Kristalle. Mehrere. Einer davon hatte auf Juna reagiert. Was das bedeutete? Ferak wusste es nicht. Und der Forscher offenbar ebenso wenig. Vielleicht war das gut so. Nicht alles musste sofort einen Namen bekommen.
Sie verließen die Kammer wenig später. Der Archäologe sprach bereits mit seinem Padawan über eine vollständige Neubewertung der Reliefs. Alte Sternkarten sollten nicht mehr nur auf Positionen, sondern auf historische Hyperraumbeobachtungen und bekannte Masseschatten untersucht werden. Ferak hörte nur halb zu. Dann heulten die Repulsoren. Das Geräusch schnitt durch das kleine Tal, laut, mehrfach. Von den Felswänden zurückgeworfen, bis es schien, als kämen die Maschinen aus jeder Richtung zugleich. Die Wirkung auf die Ausgrabung war unmittelbar. Köpfe fuhren herum, Werkzeuge wurden fallen gelassen. Einige Archäologen gingen instinktiv in Deckung. Ferak sah ihre Reaktion. Sie kannten das Geräusch.
Die beiden Wächterdroiden am Rand des Lagers drehten sich bereits in Richtung des Taleingangs. Die ersten Speeder schossen zwischen den Felsen hervor. Blaue Ionenimpulse zuckten über das Gelände. Der erste Wächterdroide brach mitten in der Bewegung zusammen. Der zweite schaffte es noch, seine Waffe anzuheben, bevor ein weiterer Impuls in seinen Torso schlug. Ein elektrisches Knistern lief über seine Panzerung. Dann war auch er still. Etwas flog von einem der Speeder. Ferak erkannte die Granate einen Herzschlag, bevor sie aufschlug."Deckung!" Weißer Rauch quoll zwischen den Zelten hervor. Eine zweite Granate detonierte mit einem dumpfen Schlag. Mehrere Forscher sanken benommen zu Boden. Stun. Feraks Lichtschwert lag plötzlich in seiner Hand. Die tief orangefarbene Klinge erwachte mit ihrem vertrauten Fauchen. Der Jedi-Archäologe stand einige Schritte entfernt. Auch seine Waffe war aktiviert. Sein Padawan hatte sich vor eine Gruppe von Forschern gestellt. Ein Blasterbolzen schnitt durch den Rauch. Die Klinge des Forschers fing ihn ab. Ein zweiter folgte. Dann ein scharfes Knallen, kein Blaster. Das Projektil schlug neben dem Padawan in eine Transportkiste und riss Splitter aus dem Material. Slugthrower! Feraks Augen verengten sich. Die Piraten wussten, dass hier Jedi waren. Und sie waren vorbereitet. Doch sie griffen die Jedi nicht an, nicht wirklich. Sie hielten sie beschäftigt.
Zwischen Rauch und dem Heulen der Repulsoren schossen die Piraten durch die Lagerbereiche. Einer von ihnen hielt ein Datapad in der Hand. Sein Blick sprang zwischen der Anzeige und den weißen Grabungskennungen auf den Transportkisten hin und her. Eine Nummer wurde gerufen. Zwei Piraten rissen eine Kiste aus einer Halterung und befestigten sie an einem Lastenschlitten. Eine weitere Nummer, noch eine Kiste. Ferak sah ein Muster. Sie nahmen nicht, was teuer aussah, sie suchten, gezielt. Er setzte sich in Bewegung, doch ein Hagel aus Projektilen schlug vor ihm in den Boden. Stein splitterte. Die orange Klinge fuhr reflexartig hoch, bevor sein Verstand ihn daran erinnerte, dass es hier nichts zu reflektieren gab. Er änderte die Richtung. Drängte durch den Rauch, ein Pirat sah ihn kommen und gab seinem Speeder vollen Schub, zu spät. Ferak streckte die Hand aus, griff mit der Macht nach der Maschine. Der Speeder wurde seitlich versetzt. Nicht genug, um den Fahrer zu stürzen, aber genug, um ihn von den Forschern wegzudrängen. Die Piraten hatten, was sie wollten.
So plötzlich, wie sie gekommen waren, änderte sich ihr Verhalten. Die Repulsoren heulten auf. Ferak sah die Speeder auf den Ausgang des Tals zurasen. Er deaktivierte sein Lichtschwert und rannte. Das geliehene Speederbike stand dort, wo er es abgestellt hatte. Der Zabrak warf sich auf die Maschine, riss sie herum und beschleunigte. Der Mantel schlug hinter ihm durch die Luft. Staub peitschte gegen seine Brille. Vor ihm schossen die Piraten zwischen den Felsen hindurch. Ferak beugte sich über die Steuerholme. Die Speeder waren leicht und dadurch schneller. Aber ihre Fahrer nahmen die Kurven weit, er nicht, er vertraute der Macht. Der Zabrak schnitt durch eine Senke, zog hart an einer Felsformation vorbei und gewann mehrere Meter. Dann knallte hinter ihm ein Blaster, ein Schuss, daneben, dann och einer. Ferak warf einen kurzen Blick über die Schulter. Einer der Archäologen stand weit hinten am Rand der Grabung. Ein Jagd-Blaster lag auf einer der Kisten und er Zielte, ein dritter Schuss. Wieder nichts!Der vierte Impuls traf, nicht den Fahrer, den Repulsor des Speederbikes. Der hinterste Piratenspeeder sackte plötzlich zur Seite. Die Maschine schlug auf, drehte sich um die eigene Achse und pflügte durch den Staub. Feraks Kopf fuhr herum. Er zog sein Bike in eine enge Kurve. Die tief orange Klinge erwachte erneut. Der gestürzte Pirat kroch bereits zwischen den Trümmern hervor. Ferak raste auf ihn zu.
Der Mann hob den Kopf, für einen Moment sahen sie einander. Dann flackerte eine warnung in der Machtauf, Gefahr! Ein einzelner Schlag der Trommeln geriet aus dem Rhythmus, hinter ihm. Ferak reagierte. Er riss sein Speederbike zur Seite und stieß sich gleichzeitig von der Maschine ab. Sein Körper wurde durch die Macht aus der Bahn getragen. Ein Piratenspeeder schoss dort hindurch, wo er einen Herzschlag zuvor gewesen war. Der Luftdruck riss an seinem Mantel, die Stuerfinnen hätten ihn glatt durchbohrt. Ferak schlug im Staub auf, rollte über die Schulter und kam auf ein Knie. Der gestürzte Pirat lief und schaffte es den hinteren Teil des vorbeiziehenden Speeders zu Packen. Dann waren beide fort. Ferak stand langsam auf. Seine Klinge summte in der Stille, er sah den kleiner werdenden Speederpunkten nach. Der Ärger war da, er ließ ihn zu, prüfte ihn.
Er hatte die Gefahr hinter sich zu spät wahrgenommen. Sein Blick hatte nur auf dem gestürzten Gegner gelegen, er war im Tunnel gewesen, Jagdfieber. Eine Niederlage gegen einen Feind war eine Lektion. Nur gegen die eigene Angst durfte man niemals verlieren. Ferak atmete aus. Dann deaktivierte er sein Lichtschwert.
Im Staub neben den Trümmern lag etwas, ein Datapad. Der Zabrak hob es auf. Das Gehäuse war beschädigt, aber die Anzeige flackerte noch. Zahlenreihen liefen über das Display. Grabungskennungen. OSS-Aurek-517, OSS-Besh-113, weitere. Neben mehreren Nummern erschien dasselbe Symbol, drei konzentrische Kreise, eine geschwungene Linie die sie durchschnitt. Feraks Blick wurde schmal, er kannte das Symbol, aus der Kammer. Er tippte auf einen weiteren Eintrag, verschlüsselt, noch einen, ebenfalls. Ein beschädigter Nachrichtenkopf flackerte kurz über die Anzeige. Nur wenige Zeichen waren lesbar. Eine Anweisung, Datenfragmente. Und am Ende ein einzelner Buchstabe.
V.
Ferak starrte auf das Display. Dann tippte er erneut darauf, nichts. Er versuchte es ein zweites Mal. Die Verschlüsselung blieb. Der Zabrak brummte. "Natürlich." Juna hätte das Datapad vermutlich bereits beleidigt. Suse hätte irgendeinen Anschluss gefunden, von dem Ferak nicht einmal gewusst hätte, dass er existierte. Und wenige Minuten später hätte Juna ihm erklärt, dass die Verschlüsselung erbärmlich gewesen sei. Sein Blick wanderte zurück zur Ausgrabung. Aber Juna war bei Meisterin Kenobi, dort gehörte sie im Augenblick hin. Ferak klemmte das Datapad an seinen Gürtel, richtete das Speederbike auf und kehrte zum Lager zurück.
Der Rauch verzog sich bereits, die Verletzten wurden versorgt. Einer der Archäologen versuchte, einen der Wächterdroiden wieder in Betrieb zu nehmen. Der Jedi-Forscher und sein Padawan halfen den benommenen Expeditionsteilnehmern auf die Beine. Niemand war tot, Ferak nahm das zur Kenntnis. Die Piraten hatten es nicht darauf angelegt, auch das war eine Information. Er zeigte dem Jedi-Forscher das Datapad. Wenig später saß einer der Techniker der Expedition über dem beschädigten Gerät. Ein Datenarchäologe, wie man Ferak erklärte. Sein eigentliches Fachgebiet war die Rekonstruktion beschädigter Datenträger und alter Speichermedien. Moderne Verschlüsselung war nicht seine Stärke. Aber er konnte den Speicher sichern, den Cache rekonstruieren, vielleicht gelöschte Fragmente wiederherstellen, doch es würde dauern. Ferak stand hinter ihm, dann ging er drei Schritte nach links, drehte um, Fünf Schritte nach rechts. Der Techniker arbeitete weiter. Ferak kehrte zurück, sein Blick fiel auf das Datapad, der Techniker bat um Geduld. Der Zabrak brummte, er ging erneut auf und ab, Juna hätte das schneller gekonnt. Der Gedanke half nicht, slso zwang Ferak sich, stehen zu bleiben. Durchzuatmen, ruhe zu finden. Seine Arme verschränkten sich vor der Brust, eine Minute verging, vielleicht zwei. Dann sah er zum Jedi-Archäologen. Die Fakten lagen vor ihm, Piraten, Gezielte Fundnummern, Waffen, die gegen Jedi gewählt worden waren. Das Symbol aus der Kammer, eine verschlüsselte Nachricht. Meisterin Kenobi lag noch immer bewusstlos auf der StarExplorer, Juna war selbst auch verletzt. Und diese Ausgrabung wurde von Forschern verteidigt, die lieber Jahrtausende alte Schriften entschlüsselten, als eine Waffe in die Hand zu nehmen.
Ferak atmete langsam aus."Wo kann ich eine verschlüsselte Botschaft an den Hohen Rat aufzeichnen und senden?"
| Outer Rim Territories | Auril-Sektor | Adega-System | Ossus | Jedi-Ausgrabungsstätte | Ferak Koltari mit Jedi-Archäologen |
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Der Jedi-Archäologe deutete auf eines der gedrungenen Arbeitsmodule am Rand der Ausgrabungsstätte. Der Mann hatte sich inzwischen als Meister Aven Rell vorgestellt. Seine staubige Robe, die hochgekrempelten Ärmel und die Erde unter seinen Fingernägeln ließen ihn mehr wie einen gewöhnlichen Ausgräber als einen Jedi-Meister wirken. "Dort drüben befindet sich unsere Kommunikationszentrale", erklärte er. "Zentrale ist vielleicht ein großzügiges Wort. Aber die Verbindung zum Orden ist verschlüsselt, und an guten Tagen erreicht eine Nachricht Coruscant sogar, bevor die Antwort auf die vorherige eintrifft." Ein Anflug trockenen Humors lag in seiner Stimme. Ferak nickte, machte jedoch noch keine Anstalten, ihm zu folgen. Sein Blick ging stattdessen zurück zu dem beschädigten Datapad, über das sich eine schmale Mirialanerin gebeugt hatte. Tessa Varn war Datenarchäologin. Sie trug eine mehrfach vergrößernde Optik vor einem Auge und arbeitete mit einer solchen Konzentration, dass sie den Schatten des Zabraks offenbar erst bemerkte, als er bereits unmittelbar hinter ihr stand. "Ich brauche eine vollständige Kopie." Tessa hob langsam den Blick. Ihre Augen wanderten zunächst zu Feraks Gesicht und dann noch ein gutes Stück weiter nach oben zu seinen Hörnern. "Eine Kopie des zugänglichen Speichers oder eine tatsächliche Kopie?"Ferak deutete auf das Datapad. "Alles.""Das dachte ich mir."Die Datenarchäologin schob die Optik auf ihre Stirn und lehnte sich zurück. "Ich habe bereits ein vollständiges Speicherabbild angelegt. Beschädigte Sektoren, verschlüsselte Bereiche, gelöschte Verweise und jene Speicherblöcke, die angeblich leer sind, obwohl sie es fast nie wirklich sind."Sie warf einen kurzen Blick auf den Techniker neben sich. "Garen wollte nur die lesbaren Daten sichern.""Garen wollte verhindern, dass das halb verbrannte Ding endgültig stirbt, während du darin herumstocherst", erwiderte Garen Thol, ohne von der geöffneten Konsole aufzusehen. "Datenträger sterben nicht.""Dann explodieren sie eben wissenschaftlich."
Ferak sah zwischen den beiden hin und her. Tessa hielt seinem Blick einen Moment stand, bevor sie sich wieder dem Datapad zuwandte. "Gebt mir zwei Minuten."Es dauerte beinahe fünf. Schließlich zog die Mirialanerin einen schlichten Datastick aus ihrer Konsole und hielt ihn Ferak hin. "Das vollständige Speicherabbild. Der Großteil ist beschädigt oder verschlüsselt. Es wird für jeden anderen genauso unlesbar sein wie für mich."Ferak nahm den Datastick entgegen. "Vielleicht kann jemand anderes mehr darin sehen."Tessas Augen wurden ein wenig schmaler. Meister Rell räusperte sich leise. "Natürlich", sagte sie schließlich. "Und wenn diese Person etwas findet, möchte ich wissen, welche Methode sie verwendet hat."Es war keine gekränkte Eitelkeit. Nicht nur. Vor allem war es der Anspruch einer Frau, die eine ungelöste Aufgabe nur schwer loslassen konnte. Ferak steckte den Datastick in eine Innentasche seines Mantels und folgte Meister Rell zum Kommunikationsmodul.
Der Raum dahinter war schlicht und funktionsfähig, aber bis an die Wände mit Technik vollgestopft. Eine Holokamera stand vor einer einfachen Konsole, umgeben von Projektoren, Empfängern und Kommunikationsgeräten unterschiedlicher Baujahre. Staub hatte sich in den Rändern der Armaturen gesammelt. An den Wänden verliefen Kabelkanäle, die offensichtlich nachträglich ergänzt worden waren. Meister Rell aktivierte die Konsole und rief die gesicherte Verbindung auf. "Die Aufzeichnung wird verschlüsselt und über mehrere Relais weitergeleitet. Eine unmittelbare Zustellung kann ich Euch allerdings nicht versprechen.""Das kann im Augenblick vermutlich niemand."Der Archäologe sah ihn einen Moment lang an und nickte dann langsam. "Ich lasse Euch allein."Als sich die Tür hinter ihm schloss, nahm Ferak vor der Konsole Platz. Er schob den Datastick in den Anschluss und ließ das System den Inhalt prüfen. Das Speicherabbild wurde erkannt und als möglicher Anhang für eine verschlüsselte Übertragung vorbereitet.
Seine Hand schwebte bereits über der Aktivierung der Holokamera.Dann bemerkte er die Prioritätsmeldungen.Mehrere rote Kennzeichnungen lagen über den gewöhnlichen Berichten des Ordens. Die jüngste Nachricht war erst vor kurzer Zeit eingegangen. Ferak öffnete sie. Das Hologramm einer Nachrichtensprecherin erschien über der Konsole. Hinter ihr waren der Senatssaal und das Siegel der Neuen Republik zu erkennen. Krieg. Die Neue Republik hatte eine militärische Offensive gegen das Imperium begonnen. Die Zweite Gefechtsflotte von Bothawui und die Neunte Gefechtsflotte von Bimmisaari waren in den Mytaranor-Sektor entsandt worden. Auf Kashyyyk liefen bereits Landungsoperationen. Der Sicherheitsrat hatte den Einsatz genehmigt. Eine Abstimmung des gesamten Senats stand noch aus. Die Meldung wechselte zu Ausschnitten aus der Rede des Kanzlers. Das C-Virus wurde darin als imperiale Biowaffe bezeichnet. Imperator Allegious war tot. Die neue imperiale Führung forderte die Auslieferung jener Jedi, die an seinem Tod beteiligt gewesen waren. Die Republik lehnte diese Forderung ab. Weitere Bilder folgten. Republikanische Kriegsschiffe, die sich aus ihren Verbänden lösten. Transportschiffe über Kashyyyk. Soldaten in Landungsbooten. Senatoren, die im Plenum aufstanden und durcheinanderriefen. Eine Karte, auf der sich republikanische und imperiale Gebiete gegenüberstanden. Ferak saß reglos vor dem Hologramm. Zwei Gefechtsflotten. Das waren nicht nur Schiffe. Es waren Piloten, Soldaten, Mechaniker, Sanitäter und Versorgungscrews. Frachter voller Ersatzteile, Medikamente und Munition. Jeder dieser Verbände würde weitere Kräfte binden, lange bevor die ersten imperialen Gegenangriffe erfolgten. Und sie würden erfolgen. Das Imperium würde Kashyyyk nicht kampflos aufgeben. Andere Welten würden ihre Verteidigung verstärken. Grenzsysteme würden nach Schiffen und Truppen verlangen. Der Orden würde Heiler, Wächter und Vermittler entsenden müssen, während im HoloNet bereits darüber gestritten wurde, ob die Jedi den Krieg ausgelöst hatten. Die Ausgrabung auf Ossus war wichtig. Aber verglichen mit einer brennenden Galaxis? Niemand würde ihretwegen alles stehen und liegen lassen.
Die nächste Meldung zeigte Ausschnitte aus einer Pressekonferenz im Jedi-Tempel. Ratsmitglieder, Journalisten und ein ehemaliger Sith sprachen über das Virus, über Allegious und über eine Mission, die ohne Mandat fortgesetzt worden war. Fragen nach Verantwortung, Geheimhaltung und der Kontrolle des Ordens folgten Schlag auf Schlag. Ferak schaltete die Wiedergabe ab. Das Hologramm erlosch. Für einige Herzschläge spiegelte nur das blasse Licht der Konsole die schwarzen Tätowierungen in seinem Gesicht wider. Der Krieg hatte nicht begonnen, als republikanische Truppen auf Kashyyyk landeten. Er hatte begonnen, als das Imperium entschieden hatte, seine Feinde zu vergiften. Vielleicht noch früher. Vielleicht hatte er niemals wirklich aufgehört. Die Erinnerung an Iridonia regte sich am Rand seines Bewusstseins. Das Heulen der TIE-Triebwerke. Explosionen. Sturmtruppen, die durch Rauch und Feuer vorrückten. Ferak schloss kurz die Augen.
Dann fuhr er sich müde mit beiden Händen über das Gesicht. Seine Finger glitten über die harten Linien seiner Wangen und blieben einen Moment an den Schläfen liegen. Meisterin Kenobi lag noch immer bewusstlos auf der StarExplorer. Juna war selbst verletzt und kümmerte sich trotzdem um sie. Nun stand die Republik erneut im Krieg, und irgendwo auf Ossus suchten Piraten nach Teilen eines Mechanismus, dessen Bedeutung noch niemand vollständig verstand. Die Herausforderung war da, also würde er ihr begegnen. Ferak nahm die Hände herunter, richtete sich auf und aktivierte die Holokamera. Ein kleines Licht zeigte den Beginn der Aufzeichnung an. "An den Hohen Rat der Jedi."Er wartete einen kurzen Moment, bevor er fortfuhr. "Hier spricht Padawan Ferak Koltari. Ich melde von der Jedi-Ausgrabungsstätte auf Ossus."Seine Stimme war ruhig und tief. Der Kampf, die Erschöpfung und die Nachricht vom Krieg lagen darin, aber nichts davon beherrschte sie. "Meisterin Sahra Kenobi wurde während eines Zwischenfalls auf dem Weg hierher durch ein Projektil mit einem bislang unbekannten Neurotoxin außer Gefecht gesetzt. Der Zwischenfall steht nach bisherigen Erkenntnissen nicht mit der Lage auf Ossus in Verbindung.""Ihr Zustand ist stabil. Sie ist jedoch weiterhin bewusstlos und befindet sich an Bord der StarExplorer. Juna Choway wurde ebenfalls verletzt und übernimmt gegenwärtig ihre Versorgung."Ferak machte eine kurze Pause. Sein Blick blieb auf die Holokamera gerichtet.
"Die Ausgrabung wurde nach unserer Ankunft erneut von Piraten angegriffen. Die Angreifer setzten die vorhandenen Wächterdroiden mit Ionenwaffen außer Gefecht. Sie verwendeten Rauch- und Betäubungsgranaten sowie Projektilwaffen, offenbar in Kenntnis der hier anwesenden Jedi.""Es gab keine Todesopfer. Das Vorgehen deutet darauf hin, dass die Angreifer tödliche Gewalt vermeiden wollten, solange dies ihre Ziele nicht gefährdete.""Gestohlen wurden mehrere gezielt ausgewählte Fundkisten. Die Piraten verfügten über die genauen Grabungskennungen. Sie nahmen nicht wahllos wertvolle Gegenstände, sondern suchten nach bestimmten Funden."Er legte eine Hand neben den Datastick auf die Konsole . "Bei ihrem Rückzug ging ein Datapad verloren. Eine vollständige Kopie des Speichers ist dieser Nachricht beigefügt. Große Teile sind beschädigt oder verschlüsselt. Die Auswertung vor Ort dauert an." Nun kam der Teil, bei dem seine Worte vorsichtiger wurden. Nicht unsicher. Bedacht. "Die neu freigelegte Kammer enthält eine Darstellung, die zunächst für ein Sternenbild gehalten wurde. Nach meiner Wahrnehmung in der Macht und der vorläufigen Einschätzung der Archäologen könnte es sich stattdessen um eine frühe Form der Hyperraumnavigation handeln. Möglicherweise beschreibt sie keinen einzelnen Ort, sondern einen Pfad entlang von Masseschatten und alten Sprungpunkten.""Diese Theorie ist nicht bestätigt. Das Ziel des möglichen Pfades ist unbekannt."Ferak schwieg einen Atemzug lang. Die rote Eilmeldung war noch immer am Rand der Anzeige zu sehen. "Ich habe die Meldungen über den Beginn der Kampfhandlungen auf Kashyyyk erhalten. Mir ist bewusst, dass die Kräfte des Ordens an anderen Orten dringender benötigt werden und kurzfristige Unterstützung möglicherweise nicht verfügbar ist."
"Sofern es die Lage erlaubt, ersuche ich um die Entsendung eines Trupps der Ossus Rangers zur Sicherung der Ausgrabung. Zusätzlich benötigen Meisterin Kenobi und Juna medizinische Unterstützung, sobald diese bereitgestellt werden kann.""Ich empfehle außerdem eine Überprüfung der Zugriffe auf die Fundkataloge sowie eine externe Analyse des beigefügten Datenspeichers."Sein Blick blieb unbewegt. "Bis Unterstützung eintrifft oder der Rat anders entscheidet, verbleibe ich auf Ossus und übernehme die Sicherung der Ausgrabungsstätte."Eine letzte Pause. "Ferak Koltari. Ende der Meldung."Er beendete die Aufzeichnung. Die Konsole verschlüsselte die Botschaft, verband sie mit der Kopie des Datenspeichers und teilte das Datenpaket in mehrere Blöcke. Ferak überprüfte die Zielkennung ein zweites Mal. Dann sendete er.
Die Fortschrittsanzeige bewegte sich langsam. Ein Datenblock nach dem anderen verschwand über die Relaisverbindung. Schließlich erschien eine nüchterne Bestätigung auf dem Display. Die Übertragung war angenommen und zur Weiterleitung an den Hohen Rat vorgemerkt worden. Nicht mehr, keine Antwort, keine Anweisung. Ferak hatte auch keine erwartet. Er entfernte den Datastick aus der Konsole, erhob sich und verließ das Kommunikationsmodul.
Draußen hatte sich der Rauch des Angriffs vollständig verzogen. Einige Archäologen ordneten umgestürzte Geräte und beschädigte Fundkisten. Andere kümmerten sich um jene, die von den Betäubungsgranaten getroffen worden waren. Einer der Wächterdroiden lag noch immer dort, wo ihn der Ionenimpuls gefällt hatte. Der zweite war inzwischen zu einer provisorischen Werkbank geschleppt worden. Ferak blieb einige Schritte davon entfernt stehen. Er mochte Droiden nicht. Ihre Rechnerhirne arbeiteten selbst dann weiter, wenn sie äußerlich vollkommen reglos erschienen. Sie berechneten. Bewerteten. Planten. Was, wenn sie eines Tages zu dem Schluss kamen, dass organisches Leben fehlerhaft, hinderlich oder schlicht überflüssig war? Was, wenn sie sich gegen ihre Schöpfer wandten? Droiden gehorchten, bis sie es nicht mehr taten. Dennoch hatten diese beiden ihren Zweck erfüllt. Sie hatten sich zwischen die Angreifer und die Archäologen gedreht, ohne zu zögern. Der Zabrak trat näher. Garen hatte die Seitenplatte des Droiden geöffnet und prüfte die verkohlten Leitungen darunter. "Was hat sie ausgeschaltet?"Garen zog ein kleines Prüfgerät aus der offenen Panzerung und warf einen Blick auf die Werte. "Starke Ionenimpulse. Eng gebündelt und mit genug Leistung, um mehrere Schutzkreise gleichzeitig zu überlasten."Er deutete auf eine Reihe verfärbter Komponenten. "Reguläre Handwaffen hinterlassen ein saubereres Schadensbild. Das hier ist zu grob. Zu viel Leistung, schlechte Kühlung, unsaubere Fokussierung.""Eigenbauten?""Oder Umbauten. Industrielle Ionenentlader wären meine erste Vermutung. Bergungsunternehmen benutzen sie, um Maschinen stillzulegen. Werkstätten entladen damit beschädigte Energiesysteme."Garen griff nach einem verkohlten Verteiler und hielt ihn zwischen zwei Fingern hoch. "Mit einem stärkeren Regler, einer angepassten Fokussierspule und einer Kühlung, die einem nicht sofort um die Ohren fliegt, kann man daraus eine Waffe bauen.""Ihre Kühlung ist ihnen beinahe um die Ohren geflogen", bemerkte Tessa, die mit verschränkten Armen hinter ihnen stand. "Das Datapad enthielt mehrere Temperaturwarnungen, die vermutlich mit einer ihrer Waffen verbunden waren.""Das wäre früher nützlicher gewesen.""Ich entschuldige mich dafür, dass ich die verschlüsselten Daten nicht bereits vor dem Überfall gelesen habe."Ferak ignorierte den erneuten Schlagabtausch. "Könnt Ihr die Droiden reparieren?"Garen sah zunächst zum Droiden auf der Werkbank und dann zu dem zweiten, der noch immer im Staub lag. "Den hier vermutlich. Hauptspeicher und zentraler Prozessor sind unbeschädigt. Einige Steuerkreise und Energieverteiler müssen ersetzt werden."Er deutete mit dem Werkzeug auf den anderen. "Der dort hat mehr abbekommen. Vielleicht läuft er irgendwann wieder. Heute sicher nicht.""Einer ist besser als keiner.""Das sage ich meiner Ausrüstung auch immer."Feraks Blick glitt über das offene Gelände und hinauf zu den Felswänden, die das kleine Tal umgaben. Beim Angriff hatte das Heulen der Repulsoren jeden erreicht. Aber erst, als die Speeder bereits zwischen den Felsen erschienen waren, zu spät.
Meister Rell stand inzwischen mit seinem Padawan in der Nähe. Nima Vey war ein junger Mensch von vielleicht achtzehn oder neunzehn Jahren. Neben seinem ruhigen Meister besaß er die unruhige Energie eines Schülers, der zu viele Gedanken gleichzeitig verfolgte und keinen davon lange genug für sich behalten konnte. Ferak wandte sich an die Versammelten. "Welche Sensoren besitzt die Ausgrabung?"Nima begann sofort zu antworten. "Seismische Sonden, Vermessungsbaken, atmosphärische Messgeräte, Wildtiersensoren, zwei Kartierungsdrohnen und drei—""Langsamer, Nima", unterbrach Meister Rell ihn ruhig. "Padawan Koltari möchte vermutlich nicht unser vollständiges Inventar auswendig lernen.""Nein, Meister."Nima schwieg zwei Atemzüge lang. "Wir haben außerdem Repulsorfeldmesser."Meister Rell schloss kurz die Augen.Eine menschliche Forscherin löste sich aus der Gruppe. Sela Marr war für die geologischen und atmosphärischen Messungen verantwortlich. Sie sprach schnell, aber nicht nervös. Eher wie jemand, dessen Gedanken stets einen Schritt vor den Worten liefen. "Die seismischen Sonden suchen normalerweise nach Hohlräumen im Gestein. Sie reagieren auch auf Vibrationen an der Oberfläche, aber Speeder schweben. Das Signal wäre schwach.""In den Schluchten nicht", warf Garen ein. "Die Repulsoren drücken Staub und loses Gestein gegen die Wände. Vier Speeder mit hoher Geschwindigkeit erzeugen ein anderes Muster als ein einzelner Lastengleiter.""Das könnten wir erkennen."Ferak hörte zu. Er kannte nicht jedes Gerät. Die Namen einzelner Messverfahren bedeuteten ihm wenig. Aber die Fähigkeiten dahinter verstand er.
Erschütterung, Bewegung, Staub, Repulsorfelder, Position, er deutete zum Taleingang. "Die Piraten verlassen sich darauf, dass wir sie erst sehen, wenn sie bereits hier sind."Sein Blick wanderte über die umliegenden Felszüge. "Wir sollten wissen, dass sie kommen, bevor wir ihre Antriebe hören."Sela blickte zu den Schluchten und strich sich nachdenklich eine staubige Haarsträhne aus dem Gesicht."Wir könnten die Sonden entlang der Zufahrten verteilen. Nicht direkt am Weg, sondern verborgen in Felsspalten. Dann entdecken die Piraten sie nicht so leicht.""Die Repulsorfeldmesser wären zuverlässiger.""Aber leichter zu finden.""Dann benutzen wir beides."Nima trat einen Schritt näher an die holografische Karte des Tals, die Sela inzwischen aufgerufen hatte. "Die Vermessungsbaken können die Signale weiterleiten. Die Felswände blockieren die direkte Verbindung, aber die Baken stehen bereits in Sichtweite zueinander.""Wenn eine Sonde eine Erschütterung meldet und gleichzeitig ein Repulsorfeldmesser anschlägt, hätten wir eine brauchbare Bestätigung.""Und wenn nur die Erschütterung kommt, ist es vermutlich ein Tier.""Oder ein Pirat zu Fuß.""Wenn die Piraten zu Fuß durch dieses Tal kommen, hatten wir vermutlich bereits ganz andere Probleme."Nima lächelte kurz, bevor er sich wieder der Karte zuwandte. "Eine Kartierungsdrohne könnte über dem Tal kreisen. Sie würde die Speeder sehen, sobald sie hinter den letzten Felsrücken hervorkommen.""Bei dem Staub und den elektrischen Störungen bleibt sie nicht lange oben.""Dann starten wir sie erst, wenn das Netz Alarm auslöst."Meister Rell hatte bisher geschwiegen. Nun betrachtete er die Karte und strich langsam über seinen Bart.
"Wir benutzen Geräte, mit denen wir die Vergangenheit suchen, um uns vor der Gegenwart zu warnen.""Solange Ihr sie nicht anschließend wieder unter einer Schicht Erde vergrabt, funktioniert das."Der Jedi-Meister warf dem Techniker einen ruhigen Blick zu. "Nur besonders wertvolle Gegenstände werden vergraben, Garen.""Dann bin ich beruhigt." Ferak wartete, bis die Gespräche verstummten. "Kein einzelner Sensor löst den Alarm aus."Er deutete auf die verschiedenen Positionen entlang der Zufahrten. "Zwei unterschiedliche Messungen müssen dasselbe melden. Bewegung und Repulsorfeld. Erschütterung und Staub.""Eine doppelte Bestätigung reduziert Fehlalarme.""Sonst verbringen wir den Tag damit, vor jedem Tier davonzulaufen."Seine Miene blieb vollkommen unbewegt. Meisterin Kenobi hätte vermutlich erkannt, dass er einen Scherz gemacht hatte. Die Archäologen starrten ihn nur verständnislos an.Nach einem kurzen Schweigen hob Nima vorsichtig eine Hand. "Kirruks können ziemlich groß werden."Ferak wandte langsam den Kopf zu ihm. Seine Miene blieb versteinert, während sich eine Augenbraue über dem gelben Auge hob. Nima ließ die Hand wieder sinken. "Aber vermutlich nicht groß genug.""Die Sensoren müssen die Piraten nicht aufhalten."Feraks Blick ging über die Archäologen. "Sie müssen uns Zeit geben."Zeit, die Forscher in Deckung zu bringen, Zeit, die Jedi vorzubereiten, Zeit, Atemmasken aufzusetzen und die empfindlichsten Funde zu sichern, Zeit, nicht wieder überrascht zu werden. Meister Rell nickte langsam.
"Sela übernimmt die Positionierung der Sonden. Nima richtet mit ihr die Relaiskette ein. Garen kümmert sich zunächst um den Wächterdroiden und danach um die Repulsorfeldmesser.""Zunächst der Droide, dann das gesamte Frühwarnnetz. Selbstverständlich.""Ich würde dir helfen, aber offenbar soll ich weiterhin Dinge lesen, die andere nicht lesen können.""Eine schwere Bürde.""Tessa arbeitet weiter an dem Datapad", stellte Meister Rell mit der Geduld eines Mannes klar, der diese Gespräche nicht zum ersten Mal führte. "Und niemand beginnt einen weiteren Streit, bis das Warnsystem funktioniert."Ferak sah noch einmal über die Ausgrabung. Das System würde sie nicht sicher machen, aber sicherer. Für den Augenblick musste das reichen. "Die Ionenwaffen wurden vermutlich hier auf Ossus gebaut oder repariert."Garen verzog leicht den Mund. "Die Einzelteile sind legal. Entlader, Regler, Spulen, Kühlkörper. Wenn die Piraten nicht vollkommen dumm sind, haben sie sie bei verschiedenen Händlern gekauft.""Dann frage ich verschiedene Händler.""Ihr sucht also nach jemandem, der einen Teil verkauft hat, ohne zu wissen, was daraus gebaut wurde.""Oder nach jemandem, der es genau wusste."Meister Rell trat neben ihn. "Der Raumhafen besitzt mehrere Werkstätten und einen kleinen Markt für Bergungs- und Minenausrüstung. Dazu einige Händler, die nicht allzu genau fragen, wofür ihre Waren gebraucht werden.""Und mindestens drei Bars, in denen man erfährt, was die Händler nicht erzählen."Ferak zog das Mundtuch über Nase und Mund und schob die Staubbrille vor seine Augen. Sein Blick fiel auf das geliehene Speederbike. Dann legte er eine Hand auf dessen Steuerholm. "Dann beginne ich bei den Händlern."Garen nickte mit ernster Miene. "Und endet vermutlich in einer Bar."Der Motor erwachte mit einem tiefen Summen. Wenig später hob sich das Speederbike über den Boden. Staub wirbelte um die Stiefel der Umstehenden, während Ferak die Maschine zum Ausgang des Tals drehte. Hinter ihm begannen die Archäologen, ihre Vermessungsgeräte in ein Frühwarnsystem zu verwandeln. Vor ihm lag der Raumhafen, Werkstätten, Händler, Frachtarbeiter, Bars. Und irgendwo zwischen ihnen vielleicht jemand, der mehr gesehen hatte, als ihm bewusst war. Ferak gab Schub, sein Mantel wurde vom Wind erfasst. Dann raste er zwischen den Felsen davon.
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