Prefsbelt IV

Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV System | im Anflug auf den Gouverneurspalast | Raumfähre der Huntress | Captain Thade Skywalker, Raumfährenbesatzung, Eskortsoldaten (NSCs)

Der Anflug auf den Gouverneurspalast verlief ruhig, ganz wie Thade es erwartet hatte. Seine Eingreiftruppe hatte eindrücklich bewiesen, mit welcher Entschlossenheit Störungen der neuen Ordnung begegnet werden würde, so lange sich die Kreuzer im Orbit von Prefsbelt IV befanden. Es würde Wahnsinn gleichen, jetzt eine weitere Störaktion zu starten und nach allem, was der Chiss bisher über diesen Robert Kern erfahren hatte, war der Mann keineswegs dem Wahnsinn verfallen.

Kurz bevor die Lambdafähre in den Hangar des Palastes einflog, drehte die Eskorte ab und machte sich wieder an den Aufstieg in den Orbit. Im Hangar selbst wartete eine ansehnliche Anzahl dieser blauen Gardisten in Ehrenformation, als würden sie einen bedeutenden Staatsgast empfangen. Und dahinter fand sich sogar eine Abteilung imperialer Sturmtruppen.
Thade nahm dies mit einem inneren Kopfschütteln zur Kenntnis. Er selbst hatte für ein derartiges Schauspiel nicht allzu viel übrig, wenngleich er grundsätzlich Wert auf das Protokoll legte. Dennoch war manches, wie das hier vorbereitete Schauspiel einfach zu viel des Guten. Nach Außen hin, zeigte der Chiss natürlich keine Gefühlsregung.

„Gut geflogen Ensign. Lassen Sie den Antrieb abkühlen, aber bleiben Sie an Bord. Die folgende Besprechung wird einige Stunden dauern, aber wir werden danach wieder zur Huntress zurückkehren.“

Nach diesen Worten an den Piloten der Lambdafähre verließ Thade das Cockpit und nickte im Passagierraum dem Sergeant seiner Eskorte zu. Der Chiss selbst hatte nur einen Trupp Soldaten und den Sergeant dabei. Rein als symbolische Geste, er erwartete keine Sicherheitsprobleme hier im Gouverneurspalast. Nicht nach der heutigen Schlacht im Orbit und dem, das zuvor im Palastbezirk passiert war.

Die Rampe der Lambdafähre senkte sich und vier der Flottensoldaten nahmen unten am Ende der Rampe Aufstellung, um
Thade zu verabschieden, woraufhin der Chiss dem Sergeanten befahl, bis zu seiner Rückkehr wachsam zu bleiben und dann die Rampe hinunterschritt und die Szenerie vor sich einen Moment lang wirken ließ. Die Ehrenformation war schon beeindruckend, das konnte Thade der blauen Legion nicht abstreiten. Und so trat er auf die beiden wartenden Politiker zu. Einer von ihnen war der ihm schon bekannte Legat Veran Koss. Die andere Person musste ihren Rangabzeichen zufolge der planetare Gouverneur sein. Dieses Gesicht war Thade grob vertraut, doch das Bild seiner Personalakte wurde Theranos Zesh nicht wirklich gerecht.

Der Chiss nickte den beiden Politikern zur Begrüßung knapp zu. Dabei salutierte
Thade weder, noch bot er ihnen die Hand an. Sie waren immerhin Zivilisten und er ihnen weder temporär unterstellt noch persönlich mit ihnen bekannt. Jedwede Geste der Anerkennung entsprach also nicht dem Protokoll und bot das Potential in einer von Thade nicht gewünschten Weise ausgelegt zu werden. Stattdessen verschränkte der Chiss die Hände hinter dem Rücken.

„Ich grüße Sie, Gouverneur Zesh und danke Ihnen für Ihre Gastfreundschaft. Legat Koss, wir hatten heute ja schon das Vergnügen. - Ich muss sagen, einen so warmen Empfang habe ich bei meiner Rückkehr nach Prefsbelt IV nicht erwartet.“

Mit einem Kopfneigen deutete der Chiss auf die Spalier stehenden Gardisten.

„Keinem Akademieabgänger wird bei seiner Abreise so eine Ehre zuteil. Ich weiß Ihre Geste also zu schätzen.“

Ganz bewusst hatte Thade die Probleme um Robert Kern herum bis jetzt nicht erwähnt.

„Anscheinend ist Prefsbelt IV jedoch in Unruhe geraten. Das ist überaus...bedauerlich. So lange ich hier bin, biete ich Ihnen gerne meine Unterstützung an, um dabei zu helfen, die Ordnung auf Prefsbelt IV festigen. Tatsächlich möchte ich darauf bestehen.“

Ganz bewusst wählte der Chiss seine Worte so, dass er vermied den Eindruck zu erwecken, Prefsbelt IV im allgemeinen oder Theranos Zesh auch ganz persönlich hätte ein Sicherheitsproblem.

„Die Details können wir vielleicht besser in etwas...informellerer Atmosphäre besprechen? Oh und nachdem wir uns um dieses...lästige Detail gekümmert haben, würde ich gerne als Alumnus der Akademie die Lehrgebäude besuchen und ein wenig in Erinnerungen schwelgen. Natürlich nur, sofern es sich einrichten lässt. Ich möchte Ihnen hier nicht zur Last fallen.“

Tatsächlich hatte Thade überhaupt kein Interesse daran, die Akademie auf Prefsbelt IV jemals wieder zu betreten. Die hiesigen Lehrmethoden des Akademiedirektos Vikas Sanyal ließen doch zu wünschen übrig. Jedenfalls nach den Standards der Chiss. Eine Tatsache, die Thade selbstverständlich niemals offen gegenüber einem imperialen Würdenträger aussprechen würde. Stattdessen erweckte er lieber den Eindruck des genauen Gegenteils, um Brücken zu bauen.

Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV System | Gouverneurspalast | Hangar des Palasts | Captain Thade Skywalker, Theranos Zesh, Veran Koss (NSC), Thades Eskortsoldaten, blaue Legionäre und Sturmtruppler (NSCs)

Huntress: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Hawke: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Pursuer: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
 
[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Gouverneurspalast / Hangar ] Theranos Zesh, Veran Koss & NPC´s


Theranos war vor knapp einer MInute im Hangar eingetroffen und stand neben Veran Koss ein Stück vor dem ersten Mann des Spalier der Blauen Legion. Seine frische Uniform passte ihm wie immer perfekt und war makellos. Auch die Uniform der Gardisten war auf schärfster überprüft worden und goldene Epauletten der Paradeuniform glänzten im Hangarlicht. Mit kurzem Abstand dahinter hielt eine Reihe Sturmtruppen um das Bild abzurunden.

Er ließ den Blick langsam über die Formation wandern, und für einen Augenblick – nur einen – zuckte etwas wie ein schiefes Schmunzeln an seinem Mundwinkel.
Theranos hatte sich erneut dabei ertappt, wie sein Kopf schon wieder anfing, sich mit unnötigen Spinnerein abzulenken, wenn er nervös war. Diesmal war sein Gedanke, eine Art Etikette im Kleinen, fast wie ein Spiel. Wie viele Gardisten, wie viel Abstand, ob man je nach Rang oder Art des Besuches mehrere Spaliere präsentieren sollte und welche Truppen…

Theranos schüttelte kurz kaum merklich den Kopf. Dies war definitiv nicht die Zeit für einen so belanglosen Firlefanz.



„Eure Exzellenz“, meldete sich ein Offizier der Palast-Koordination. „Die Lambda der Huntress ist im Landeanflug, vielleicht noch Minuten.“
Theranos nickte einmal, kurz. "Gut"

Daraufhin hob Veran Koss kurz die Hand und die Garde, welche bis eben noch ihr Mk II Paladin Blaster-Gewehr in Dunkelblau und Weiß bei Fuß hatte, schulterte das Gewehr und irgendwo im Spalier klickte noch ein Helmverschluss. Dann kam die Fähre an.
Sie glitt langsam in den Hangar, setzte auf und nach einem kurzen Augenblick begann die Rampe zu sinken.

Theranos ließ noch einmal kurz die Schultern kreisen und war bereit. Als die Rampe vollständig unten war, nahmen zuerst vier Flottensoldaten aufstellung und dann trat aber auch schon Captain Thade Skywalker aus der Fähre. Kühl, kontrolliert, mit einer Art von Selbstverständlichkeit, als wäre es ein normaler Tag und nicht, als hätte er gerade noch ein

Danach trat der Chiss auf Theranos und Veran zu und begrüßte sie höflich, wenn auch etwas zurückhaltend. Captain Skywaler wirkte auf Theranos ein wenig steif, er nahm aber an, dass dies dem Militärdienst geschuldet war, beziehungsweise so etwas mit dem Leiten eines Kreuzers oder in diesem Fall eines Verbandes einherging.


„Captain Skywalker“, sagte Theranos mit ruhiger und freundlicher Stimme. „Willkommen in Blue One.“
Veran Koss antwortete mit einem einfachem nicken, er redete generell nicht gern und überlies dies vollends dem Gouverneur wenn er zugegen war.

„Man hat mir berichtet, dass Sie im Orbit nicht nur die Lage gedreht haben, sondern dabei auch noch dafür gesorgt haben, dass die Station nicht als Trümmerfeld endet.“ Ein kurzer Atemzug. “Prefsbelt IV dankt Ihnen dafür”. sagte Theranos und schenkte seinem gegenüber ein kleines aber ehrliches kooperations lächeln.

Er hätte „ich“ sagen können, tat es aber mit Absicht nicht. Theranos machte aus Dank gern eine Sache des Systems – weniger Angriffsfläche, weniger persönlicher Kredit, den jemand später gegen ihn wenden konnte.

Thade sprach von Gastfreundschaft, der Akademie und von der Unruhe auf Prefsbelt IV, ging aber nicht weiter darauf ein, was Theranos durchaus schätzte. Aber insistieren, seine Unterstützung anbieten zu wollen. Das war nun für Theranos keine wirkliche Überraschung, aus welchem Grund sollte der Verband denn sonst hier sein… Aber immerhin bemühte sich der Chiss, alles diplomatisch zu formulieren, was für eine Zusammenarbeit sprach und Theranos fürs erste beruhigte.

Er antwortete nicht sofort, nur einen Herzschlag später – gerade genug, um nicht hastig zu wirken.


„Sie haben sich diese Gastfreundschaft auch mehr als verdient, immerhin haben Sie dafür gesorgt, dass sich der Umstand im Orbit zu unseren Gunsten wendet hat. So etwas nicht entsprechend würdigen, würde ich als respektlos empfinden.” Danach machte Theranos erneut einen Herzschlag Pause, bevor er fortfuhr. “Gewisse freuen wir uns über Ihre Unterstützung und nehmen diese gerne an.” sagte Theranos ehrlich, immerhin war er nun zumindest für den Moment der Meinung, dass ihm sein gegenüber zumindest freundlich gesinnt war. “Wir werden uns sogleich in den Besprechungsraum begeben und ich werde Ihnen dort die aktuelle Lage erörtern”.

Die Aussage zur Akademie ließ Theranos kurz überlegen. Er war sich ziemlich sicher, wenn er den Captain gegenüber mit dem Akademie Direktor verglich, für den er selbst nicht viel übrig hatte, dass sich auch die beiden wenig bis kaum leiden konnten. Möglicherweise konnte er dies zu seinem Vorteil nutzen und sollte er sich wirklich irren hatte er zwei alte Freunde zusammengebracht.

“Danach werde ich gerne der bitte nachkommen und sie zur Akademie und dem Direktor von Ihren Taten berichten, ich bin sicher er ist erfreut zu hören das ein Abgänger seiner Akademie sich derart gemacht hat…darauf bestehe ich” sagte Theranos mit einem kaum merklichen lächeln, denn er würde seinen Gast so gut es möglich war nicht aus den Augen lassen.

„Wenn Sie mir nun zum Besprechungsraum folgen würden.” Er machte eine kleine, offene Geste in Richtung der Korridore und setzte sich nach ein paar Sekunden in ruhe in Bewegung. Nach ein paar Meter schlossen sich wie immer deine Handvoll Gardisten der Leibwache sich der kleinen Gruppe an. Theranos wählte bewusst einen Weg, der nicht der kürzeste, aber auch nicht der längste war, sondern einer der zeigte, was Blue One und der Gouverneurspalast waren. Keine improvisierte Garnison, sondern ein prachtvolles, imperiales Regierungszentrum. Hohe Wände in prefanischer Klassik, sauber geführtes Licht, polierte Steinflächen. Ein Ort, der Stabilität, Disziplin und Ordnung ausstrahlte.

Im Besprechungsraum war bereits alles vorbereitet. Kein Festmahl, aber minimalistisch gedeckter Tisch mit ein paar Datapads, ein paar Getränke, sowie ein paar Snacks und kleine Speisen. Der eingelassene Holoprojektor zeigte bereits eine Projektion des Planeten in der mitte es Tisches.

Theranos nahm am Kopfende Platz, Veran Koss rechts von Ihm und wies Thade mit einer ruhigen Handbewegung einen Sitzplatz links von sich zu.

Auf dem Weg zum Besprechungsraum, hatte sich Theranos bereits überlegt, wie er an dieses Gespräch herangehen würde und ergriff das Wort, bevor sein Gegenüber beginnen konnte.
„Nun gut, Captain, bevor ich Ihnen einen vollständigen Lagebericht gebe, möchte ich die offene Frage klären, weshalb Sie nach Prefsbelt IV gekommen sind. Denn da ich mit Moff Vayliuar, der mich auf Prefsbelt IV gesandt hat und mit dem ich von Zeit zu Zeit in kontakt stehe, um allem voran die neue Werft zu bauen, mich nicht in Kenntnis gesetzt hat, dass Sie kommen nehme ich an es hat einen anderen Grund?"

Theranos ließ seine Hände ineinander greifen und legte diese dann auf den Tisch und wartete gespannt auf die Antwort seines Gegenübers.


[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Gouverneurspalast / Besprechungsraum ] Theranos Zesh, Veran Koss, Thade Skywalker.
 
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Prefsbelt IV | niedriger Orbit, Pilotenquartiere an Bord des Trägerschiffes | Kal Andrim, diverse anderes Personal (NSCs)

Nach 6 Stunden Schlaf fühlte sich Kal Andrim wie neu geboren. So lange durchschlafen zu können, war im Einsatz und in Krisenzeiten ein wahrer Luxus, den der Kuati sehr zu schätzen wusste. Das unerwartete Auftauchen dieser Eingreiftruppe Huntress hatte Robert Kerns Schergen offenbar dazu veranlasst, erst einmal die Füße still zu halten. Das zurückliegende Gefecht hätte wahrlich ganz anders ausgehen können. Niemand hatte damit gerechnet, dass die Rebellen einen derartigen Angriff versuchen würden oder überhaupt über die entsprechende Bewaffnung verfügen könnten und es hatte sie beinahe Tausende Soldatenleben und Millionen, wenn nicht Milliarden an zerstörtem Material gekostet.

Kal konnte sich sehr gut vorstellen, dass das die Chefetage eher früher als später in erhebliche Erklärungsnot bringen würde. Der Kuati aber musste sich als einfacher Kampfpilot darüber keine Sorgen machen und wenn er ehrlich zu sich war, war er auch ganz froh darüber. Ein derartiger Schnitzer würde sich ganz und gar nicht gut in seiner Personalakte machen, stattdessen aber hatte er sich einmal mehr im Gefecht beweisen können. Einzig das plötzliche Auftauchen dieses Captain Skywalker schmälerte den guten Eindruck, den der Kuati hatte machen können. Der Chiss hatte ihm buchstäblich die Show gestohlen. Normalerweise hätte das Kals Stimmung spürbar geschmälert, aber unter den gegebenen Begleitumständen war er doch ganz froh, dass das Gefecht mit einem imperialen Sieg geendet hatte als mit einer Niederlage.

Der Beginn seiner Schicht begann wie üblich mit einer ganzen Reihe von Verwaltungsaufgaben. Alles musste genau protokolliert werden. Treibstoff- und Munitionsverbrauch, Verschleiß und nötige Reparaturen und die Auswertung der Flugdaten, um die Nachbesprechung vorzubereiten sowie Verweise und Belobigungen zu empfehlen. All diese Dinge brauchten ihre Zeit. Zeit, die
Kal lieber in der Sporthalle oder im Simulator genutzt hätte. Aber so langsam hatte der Kuati sich an diese Arbeiten gewöhnt, sodass sie ihm nicht unbedingt leichter, aber doch flüssiger von der Hand gingen.

Die Einsatznachbesprechung selbst verlief zum Glück ohne größere Probleme. Kein Staffelmitglied hatte sich größere Fehler geleistet und alle Piloten hatten das Gefecht überlebt. Entsprechend positiv war die Stimmung im Besprechungsraum und vergleichsweise locker die Gesprächsführung durch
Captain Sunstrider.

„Herausheben möchte ich noch die Leistung von Flight Lieutenant Vexler. Sie haben ihr erstes Gefecht überlebt und sogar drei Abschüsse erzielt. Damit haben Sie Ihre Feuertaufe mit Bravur überstanden. Sie können Stolz auf sich sein. Werden Sie jetzt nur nicht leichtsinnig und leisten weiter so gute Arbeit, dann können Sie sich bald zur Elite des Sternenjägerkorps zählen.“

Es folgten Applaus, ein paar Jubelpfiffe und Schulterklopfer. Sollten bisher Zweifel daran bestanden haben, spätestens jetzt hatte sich Reyan seinen Platz in der Betastaffel gesichert und das ganz klar nicht am unteren Ende der Nahrungskette unter den Piloten der Einheit. Kal, der hinter Captain Sunstrider mit einem Datapad in der Hand stand, nickte seinem Flügelmann zu. Er hatte sich wirklich gut geschlagen und nach allem, was die Flugdaten zeigten, stand ihm eine große Karriere bevor.

„Ich bitte um Ruhe, zum Feiern haben Sie später noch genug Zeit.“

Nachdem sich die Piloten wieder beruhigt hatte, schloss Captain Sunstrider die Besprechung ab.

„Ich denke, ich muss Ihnen nicht sagen, dass das letzte Gefecht auch ganz anders hätte enden können. Wenn Sie mich fragen, sind wir viel zu knapp an einer Katastrophe vorbeigekommen und wir werden dafür sorgen, dass das nicht noch einmal passiert. Halten Sie sich bereit, wir werden zum Angriff übergehen und diese Rebellen bis zum letzten Mann jagen und aufreiben. Das war es fürs Erste. Weggetreten.“

Reden halten konnte Captain Sunstrider, das musste Kal seiner Staffelführerin lassen. Jetzt mussten sie die Ankündigung nur noch in die Tat umsetzen. Aber das war für ein Problem für später. Jetzt erstmal wollte der Kuati seinem Flügelmann auch persönlich gratulieren.

„Das war wirklich gute Arbeit Vex. Machen Sie weiter so. Drei Abschüsse im ersten Gefecht? Ihnen fehlen nur noch zwei zum Assstatus und dann wird ein richtiger Kampfpilot aus Ihnen. Ich hoffe nur, Sie wissen, dass Sie dann der ganzen Staffel einen Abend lang in der Offiziersmesse Drinks ausgeben müssen.“

Das war glatt gelogen und es ging Kal mit einem Lächeln über die Lippen, so eine Pflicht gab es schlicht nicht. Aber irgendwo musste eine Tradition ja anfangen und so wie die anderen Staffelpiloten mit 'Vex! Vex!' Rufen, ihn anzufeuern begannen, hatte der Kuati diese Tradition praktisch schon fest in der Staffel verankert.

Prefsbelt IV | niedriger Orbit, Besprechungsraum der Betastaffel an Bord des Trägerschiffes | Kal Andrim
, Reyan Vexler, Captain Sunstrider und der Rest der Betastaffel
 
Prefsbelt IV | niedriger Orbit, Pilotenquartiere an Bord des Trägerschiffes | Reyan Vexler "Vex" und (NSCs)


Reyan hatte den Morgen ruhig begonnen.
Nach dem Einsatz gestern hatte er sich am heutigen Tag etwas mehr Ruhe und ein wenig mehr Schlaf gegönnt, so wie wahrscheinlich die meisten seiner Staffel.
In der Früh hatte er die Zeit genutzt, um seine Uniform sauber herzurichten und ein wenig zu lesen. Da ausnahmsweise sonst nicht viel für Vex anstand, ging er kurz nach dem Frühstück zum Sport. Vom vielem Dehnen, was gegen das lange Sitzen im Cockpit half bis hin zum Lauftraining, Körpergewichtsübungen und Krafttraining war alles dabei, denn Bewegung half Vex, seine Gedanken zu sortieren.
Dann noch ein paar kontrollierte Durchläufe im Simulator und zu guter Letzt ging es ab in die Nasszelle. Das war eigentlich immer seine klassische Routine, wenn er die Zeit erlaubte.

Als er da so in der Nasszelle stand und das Wasser angenehm über seinem Oberkörper lief
ging er immer wieder den gestrigen Einsatz durch.
Wer hätte wohl gedacht, dass ein geplanter Überprüfungsflug wohl so schnell in einem Gefecht münden würde. Immerhin, Sie hatten Ihr Bestmöglichstes getan,doch wie wäre es ausgegangen, wenn nicht plötzlich diese drei Kreuzer aus dem Nichts aufgetaucht wären ?
Dann zuckte er mit den Schultern. Was wäre, wenn…eigentlich war es doch egal. Dennoch würde er sich später mit seinem Rottenführer über die Fakten austauschen und Kal zu seiner Sicht der Dinge befragen.

Nachdem er sich fertig gemacht und die Uniform angelegt hatte, machte er sich auf den Weg zur Nachbesprechung.


Stimmen, Schritte, vereinzeltes Lachen füllten den Besprechungsraum, als Vex eintrat. Nach ein paar Minuten waren dann auch schon die letzten Piloten eingetroffen und Reyan nahm Platz, setzte sich aufrecht, die Hände locker vor sich. Er hörte zu, aufmerksam und interessiert. Vor allem hoffte er auf neue Informationen – über den Raumkampf, über die nächsten Schritte.

Nachdem der Einsatz analysiert und durchgesprochen war, hatte er ernst und ruhig gelauscht.
Nachdem aber Captain Sunstrider auf seine Leistungen aufmerksam machte, konnte er sich ein Grinsen kaum noch verkneifen. Vor allem nach dem Applaus und den Glückwünschen war es um die ernste Fassade geschehen und er musste einfach ehrlich lächeln.
Er versuchte, sich lässig zu bedanken, aber jeder würde erkennen, dass er sich wirklich und ehrlich über das Lob und die Anerkennung seiner Kameraden und Kameradinnen freute und sich nun endlich zugehörig fühlte.

Als er dann in Richtung seines Rottenführers blickte, erwiderte er respektvoll das Nicken von Kal.
Das sie knapp einer Katastrophe entkommen waren, wie Captain Sunstrider sagte, wollte Vex in diesem Moment einfach nicht hören, dafür war er viel zu gut drauf. Vor allem nachdem ihm der eine oder andere anerkennende Blick einer Pilotin aufgefallen war, was sein Grinsen natürlich verstärkte.

Als die Besprechung aufgelöst wurde und sich der Raum langsam leerte, klopfte ihm hier und da noch jemand auf die Schulter. Vex nahm das alles mit, ohne es groß zu kommentieren. Er wusste genau, wie schnell sich sowas auch wieder drehen konnte.

Das Kal Andrim, ihm auch persönlich beglückwünschte freute freute Vex natürlich, denn ein Lob seines Rottenfrührers war ein rares Gut.

“Danke Sir, ich weiß das zu schätzen. Das heißt, der Abend nach dem nächsten Gefecht wird ein Spaß was?” Vex kneifte leicht die Augen zusammen Und jedes mal, wenn ein neues Ass gekürt wird, muss ein bereits bestehendes Ass ein Getränk dem neuen Ass spendieren, ich finde das wäre gute Zusatzregel finden Sie nicht?” sagte Vex und grinste leicht.

Nachdem plötzlich mehrere Piloten begannen wiederholt seinen Namen zu rufen und die Stimmung vom Vex auf dem Höhepunkt war, wartete er noch ein paar Sekunden dann wandte er sich den Piloten zu und hob leicht den Zeigefinger der rechten Hand.
“Nun gut, dann ist es beschlossen, zur Feier des Tages lade ich nachher auf eine Runde in der Offiziersmesse, aber nur eine”.
Zustimmender Jubel wog über die Menge der Piloten als Antwort auf Vex´s Worte.
Dann drehte Vex den Kopf zu Kal, grinste kurz und nickte in Richtung der Offiziersmesse, bevor er sich dann mit der Traube aus Piloten in Bewegung setzte.



Prefsbelt IV | niedriger Orbit, Besprechungsraum der Betastaffel an Bord des Trägerschiffes | Reyan Vexler, Kal Andrim, Captain Sunstrider und der Rest der Betastaffel
 
Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV System | Gouverneurspalast | Besprechungsraum | Captain Thade Skywalker, Theranos Zesh und Veran Koss (NSC)

Gouverneur Theranos Zesh wollte Thade direkt nach der Besprechung zur Akademie begleiten. Das brachte den Chiss dazu, skeptisch eine Augenbraue zu heben. Doch er vertiefte das Thema zunächst nicht, es gab in seinen Augen einfach wichtigeres zu diskutieren.

Kaum hatten
Theranos Zesh zusammen mit Legat Veran Koss und Thade selbst im Besprechungsraum an einem mit leichten Speisen und Getränken versehenen Tisch samt Holoprojektor Platz genommen, wollte der Gouverneur direkt wissen, warum Eingreifgruppe Huntress ohne Vorankündigung im Prefsbelt IV System aufgetaucht war. Ein...überraschend aggressiver Zug gemessen daran, dass der Mann eben noch einen Rundflug zur Akademie nach der Besprechung angeboten hatte. Also beschloss Thade, seinen Gegenspieler etwas auflaufen zu lassen.

„Sie gehen recht in der Annahme, dass ich nicht auf bitten des Moffs hier bin.“

Der Ton des Chiss war ruhig und Thade betonte ganz subtil das Wort 'bitten'. Die Admiralität der Gefechtsflotten unterstand im Gegensatz zur jeweiligen Sektorverteidigungsflotte keinem der Moffs und war diesen damit grundsätzlich keine Rechenschaft schuldig. Und diesen Punkt wollte er für den Fortlauf dieses Gesprächs klar machen.

Natürlich gab es anderweitige Verflechtungen auf höherer Ebene und gerade da auf ziviler wie militärischer Seite ständig wechselnde Allianzen und Fronten, die in ihrer chaotischen Natur zwar allem widersprachen, für die die Neue Ordnung eigentlich stand und gleichzeitig doch so sehr notwendig waren, um eben genau diese Neue Ordnung zum Wohle aller Bürger des Imperiums aufrecht zu erhalten. Dieses Intrigengeflecht war ein äußerst komplexes wie gefährliches Gebilde, das erfolgreich zu navigieren alles andere als leicht war. Aber die Galaxie war eben ein ebenso komplexer Ort.

Statt weiter auszuführen, warum er nun tatsächlich hier war, griff
Thade zu einer Kafkanne und goss sich langsam eine Tasse ein. Das Schlürfen des aus der Kanne in die Tasse fließenden Getränks war einen vielleicht unangenehm langen Moment lang das einzige Geräusch im Raum. Anschließend bot Thade sowohl Theranos Zesh als auch Veran Koss mit einem fragenden Blick und einer hoch gehaltenen Kanne etwas vom Kaf an und erst als alle ihren Wünschen gemäß versorgt waren, ergriff der Chiss wieder das Wort.

„Um Sie auf den neuesten Stand zu bringen. Nach einer ersten Sichtung halten sich die Schäden an der Zollstation in Grenzen. Noch bevor wir die Zollstation wieder in Besitz genommen haben, hat es einen kleinen Aufstand unter den feindlichen Kräften gegeben. Allen Anschein nach hatten die örtlichen Rädelsführer versucht, den Hauptreaktor der Raumstation zur Explosion zu bringen. Das ist allerdings durch ihre angeheuerten Söldner vereitelt worden. Sie waren offensichtlich nicht bereit, für die Pläne Robert Kerns zu sterben.“

Während Thade sprach, holte er einen Datenchip mit einem vorläufigen Bericht über die Festnahmen und Bestandsaufnahme der Schäden aus einer Tasche hervor und schob ihn in Richtung des Legaten über den Tisch.

„Ein Großteil der Zollbeamten hat die Aktion zum Glück überlebt. Ich möchte Ihnen aber ans Herz legen, alle einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen. Dass niemand die Übernahme der Station gemeldet hat, lässt auf ein massives Sicherheitsproblem schließen. Ohne interne Hilfe hätte das nicht passieren können. - Die Schäden an den Korvetten sind leider beträchtlich. Es gab erheblichen Widerstand bei ihrer Sicherstellung. Sie werden einige Reparaturen bedürfen, bevor sie wieder eingesetzt werden können. Ihre Erstürmung hat auch die Leben einiger tüchtiger Soldaten ihrer Majestät zur Folge gehabt. Ich bin mir sicher, dass die lokalen Gerichte angemessene Urteile für die Täter sprechen werden.“

Damit war dieser Tagesordnungspunkt für Thade abgearbeitet. Er hatte nicht wirklich vor, sich weiter in das Schicksal der gefangen genommenen Rebellen einzumischen. Bis der Chiss anderweitige Befehle von der Admiralität erhielt, hatte er weitaus besseres mit seiner Zeit anzustellen.

„Kommen wir also zu meinem Hiersein. Wie Sie wissen, befindet sich das Imperium seit kurzer Zeit im Krieg. Wir können noch nicht abschätzen, wie groß der aufziehende Konflikt werden wird. Das Attentat auf seine Majestät und der daraufhin ausgeführte militärische Erstschlag der republikanischen Flotte lassen jedoch darauf schließen, dass wir es mit einer groß angelegten Kampagne zu tun haben, die so schnell nicht ihr Ende finden wird.“

Das ließ Thade für vier Herzschläge lang sacken.

„Entsprechend möchte die Admiralität Ihnen versichern, dass Industrieprojekte wie Ihre Werft hier auf Prefsbelt IV aktuell höchste Priorität sowie Aufmerksamkeit genießen. Es wird eine planmäßige Inbetriebnahme erwartet und ich bin hier, um Ihnen jegliche Unterstützung zu geben, damit dies sichergestellt ist.“

Der Chiss war sich ziemlich sicher, dass weder Gouverneur noch Legat das gerne hörten, also versuchte Thade direkt, das Gespräch in konstruktive Bahnen zu zwingen.

„Ihre Lage hier kommt für mich gelinde gesagt überraschend. Ich nehme mir an dieser Stelle einmal heraus, zu sagen, dass das Imperiale Sicherheitsbüro auf ganzer Linie versagt hat und ich gehe davon aus, dass rigoros nach den Verantwortlichen für dieses Fiasko gesucht und mit ihnen entsprechend verfahren werden wird. - Das hilft uns jedoch nicht dabei, hier kurzfristig wieder für Recht und Ordnung zu sorgen. Meine Frage an Sie beide lautet also, wie genau sieht die Lage aus und wie können wir Robert Kern am schnellsten das Handwerk legen?“

Damit lagen Thades Karten auf dem Tisch. Er war gespannt darauf, wie Gouverneur Zesh darauf reagieren würde und wandte ganz bewusst den Blick von den beiden Politikern ab und widmete sich erst einmal ganz seiner Tasse Kaf, als säßen sie hier bei einem familiären Kaffeekränzchen. Die örtliche Variation des Getränks schmeckte gar nicht mal so schlecht.

Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV System | Gouverneurspalast | Besprechungsraum | Captain Thade Skywalker, Theranos Zesh und Veran Koss (NSC)

Huntress: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Hawke: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Pursuer: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
 
[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Gouverneurspalast / Besprechungsraum ] Theranos Zesh, Veran Koss, Thade Skywalker.


Die hochgezogene Augenbraue von Captain Thade Skywalker war klein, fast beiläufig, und doch deutlich genug gewesen, dass Theranos sie nicht übersehen hatte. Er hatte Thade nicht ohne Grund angeboten, ihn nach der Besprechung zur Akademie zu begleiten, nicht nur als Ausflug, sondern auch um zu wissen, was Thade vor hatte. Theranos schlicht war nicht bereit, einen neuen Faktor auf Prefsbelt IV frei laufen zu lassen, nur weil er ein Kommandant eines Verbandes war, vor allem wenn er vielleicht ein wichtiger Abgänger der Akademie war oder gar den Direktor kannte.

Als Thade dann antwortete, dass er nicht auf Bitten des Moffs hier sei, war es an Theranos, eine Augenbraue hochzuziehen. Das Thade extra ausführen musste nicht auf “bitten” des Moffs hier war, empfand Theranos als äußerst unnötig. Denn nicht nur, dass er seine Frage nicht beantwortete, sondern es kam Theranos so vor, als würde der Captain das Militär als etwas besser und seinen Moff als Bittsteller darstellen, was der Gouverneur gar nicht schätzte.

Theranos war durchaus bewusst, dass im Imperium das Militär eine sehr wichtige und auch notwendige Rolle spielte und das würde Theranos niemals herunterspielen oder gar leugnen und gerade jetzt, wo der Krieg begonnen hatte, wollte er sich mit niemanden in den Reihen des Militärs verscherzen. Vielleicht, so dachte Theranos, nahm er das ganze einfach auch zu ernst aufgrund der aktuellen Situation. Somit würde er die Aussage vorerst als unpraktisch gewählte Wortwahl verbuchen und nickte nur. Ein knappes, kontrolliertes Nicken, nicht zustimmend, eher registrierend, und ließ Thade weiter fortfahren.

Dann nahm sich der Chiss und kam die Kanne. Das langsame Eingießen, das viel zu lange dauernde Geräusch, dieses bewusst erzeugte Schweigen. Entweder ließ sich der Chiss einfach gerne Zeit oder er wollte Theranos auf die Probe stellen. Denn aus Theranos Sicht ging es hier nicht in erster Linie um den Kaff, sondern er nahm an, dass der Chiss ihm einfach zeigen wollte, dass er aktuell die Geschwindigkeit bestimmt. Theranos merkte, wie sich sein Mundwinkel fast reflexhaft leicht anspannen wollte. Doch dann ging er zu einem ganz leichten diplomatischen Lächeln über, das aber seine Augen nicht erreichte, denn dieses Spiel konnte man auch zu mehrt spielen.


„Ja, bitte, Captain“, sagte Theranos und schob die Tasse, so das der Chiss, Theranos, eingießen konnte. Auch wenn er eigentlich gerade gar keine lust auf Kaff hatte, dachte er das Ihn der Kaff vielleicht etwas beruhigen würde. Neben ihm hob Veran Koss die Hand, umd zu signalisieren das er nichts wollte.

Thade redete weiter, und diesmal war es nicht mehr der Ton, sondern der Inhalt, der Theranos’ Aufmerksamkeit festnagelte. Dass die Schäden gering waren, die Station intakt, war äußerst erfreulich. Genauso wie der Umstand, dass der Versuch der feindlichen Kräfte, der Versuch, den Reaktor nachzujagen, gescheitert war.

Veran Koss nahm sich den Datenchip, den Theade auf den Tisch gelegt hatte.
“Vielen Dank, Captain Skywalker, ich werde mich darum kümmern, dass nach den Reparaturen der Werft und der Korvetten die Station ein Sinnbild der Disziplin und Ordnung wird, sowie das diese Verbrecher ihre gerechte Strafe erhalten…dafür garantiere ich.” Die letzten Worte sagte der Legat mit solch einer Inbrunst, dass es keiner weiteren Worte bedarf.

Dann wechselte Thade zur Thematik des Krieges.
Theranos’ Hand schloss sich um die Tasse Kaff und er nahm nun seinerseits eine Schluck des Kaff´s und hörte Thade aufmerksam zu.
Als Thade den erstschlag der Republik also Kashyyyk – oder vielmehr die Tragödie, die mit diesem Namen inzwischen verbunden war, setzte Theranos die Tasse sie fester ab, als nötig gewesen wäre, und das Geräusch war deutlich, ein kurzer, klarer Akzent im Raum.


„Fürwahr“, sagte Theranos, und jetzt war etwas Schärfe in seiner Stimme sowie ein gewisses Maß an ärger in seinem Gesicht zu erkennen. „Diese Republikaner sprechen immer von Frieden, Hoffnung, Diplomatie – und liefern dann einen Schlag, der nur eines beweist.” Theranos ließ eine kurze Pause. Dass all ihre Worte jederzeit abgelegt werden, wenn es ihnen nützt und Sie als das entlarvt, was Sie wirklich sind. Es sind Kriegstreiber, Heuchler sowie ehrenlose und unmoralische Lügner, denen man nicht über den Weg trauen darf. Aber die Republik wird schon sehen, was sie davon hat."

Er atmete einmal durch, kontrollierte den Impuls, weiter zu sprechen, denn das hier war kein Propaganda-Vortrag, sondern ein Gespräch mit einem Mann, der vermutlich schon genug Parolen gehört hatte, aber Theranos konnte bei dem Thema einfach nicht anders.

Dann kam die eigentliche Botschaft. Es war also Admiralität, die Captain Thade Skywalker geschickt hatte. Immerhin wusste Theranos nun, woran er war. Auch wenn Theranos einerseits gar keine Lust hatte, das ihm Nachspionierte, so war Ihm bewusst, dass man die Ressourcen von Captain Skywalker sicher sinnvoll nutzen konnte. Aber am Ende und da war Theranos sich sicher, wollten sie alle nur, dass die Rebellen gefasst werden und wieder Ruhe und Ordnung herrschen.


„Ich verstehe“, begann Theranos ruhig. „Dann werden wir dafür sorgen, dass die Admiralität um unseren Wunsch der Zusammenarbeit erfährt.“ beendete Theranos seinen Satz und nickte.

Im weiteren Gespräch kritisierte Thade den ISB und dass er davon ausging, dass die Schuldigen bald ausfindig gemacht und bestraft werden würden. Gegen Ende stellte der Captain dann die Frage bezüglich Kern, den aktuellen Stand der Dinge und wie man diesem so schnell wie möglich das Handwerk legen könnte.

Theranos verschränkte die Finger ineinander, legte die Hände auf den Tisch, beugte sich minimal nach vorn, gerade so viel, dass es Interesse bedeutete und nicht Angriff.


„Nun gut, dann lassen Sie uns zusammenarbeiten, Captain, Transparenz. Fakten. Keine Überraschungen. Wo soll ich anfangen…“ Sagte Theranos und nahm noch einen Schluck von seinem Kaff, bevor er dem Captain einen genauen Lagebericht über jedes mögliche Detail gab.

Theranos erzählte kurz über den Anschlag auf Blue One, das darauf folgende Gefecht und dass seit diesem Tag die Suche nach Kern oberste Priorität der planetaren Regierung sei. Zahlreiche Verstecke, Immobilien, Lagerstätten seien identifiziert und überprüft worden, viele davon bereits leer, geplündert oder hastig aufgegeben. Immer wieder sei man zu spät gekommen – ein weiteres Indiz dafür, dass Kern über Informanten verfügte oder zumindest über ein Netzwerk, das schneller war als die noch im Aufbau befindlichen Sicherheitsstrukturen, die vor Theranos eintreffen, wenig bis nicht vorhanden waren.

Auch erzählte Theranos, dass Kern zu Beginn über erhebliche finanzielle Mittel verfügt hatte. Doch auch das habe sich augenscheinlich verändert.

Er berichtete von der Reise in den Norden, vom angeheirateten Cousin Kerns, dem Fabrikbesitzer im forstwirtschaftlichen Sektor, der sich geweigert hatte, weitere Credits bereitzustellen. Von dem Versuch, diese Weigerung mit Gewalt zu „korrigieren“. Von dem Einsatz der Blauen Legion, von dem er erst zurückgekommen war und davon, dass sich dabei erneut Muster gezeigt hatten, die man bereits vom Attentat auf dem Hauptplatz von Blue One kannte, aber nicht offensichtlich war. Ausrüstung, Bewaffnung und Fahrzeuge, die nicht zur urbanen oder bewaldeten Umgebung passten, sondern für trockene, staubige Regionen ausgelegt waren.

Die jüngsten Festnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit den Ereignissen im Norden, hätten erstmals belastbare Aussagen geliefert. Und diese wiesen nun um einiges deutlich in den Osten des Planeten – in die steppen- und wüsten artigen Regionen rund um Red One. Dort befinden sich zahlreiche alte Minen, offiziell stillgelegt, viele davon jedoch weiterhin in Besitzstrukturen, die auf Kern zurückzuführen sind. Nach bisherigen Erkenntnissen seien diese Anlagen ideal, um sich zu verstecken, Personal unterzubringen, Material zu lagern – und Geldflüsse zu verschleiern.

Er erklärte abschließend, dass er – wäre die Lage im Orbit nicht eskaliert und wäre Thade Skywalker nicht hier – er bereits dabei gewesen wäre, gemeinsam mit Legat Koss eine Operation vorzubereiten, um sich der Sache im Osten anzunehmen. Aber er hoffe, dass sich der Captain nun mit ihnen gemeinsam darum kümmern werde.



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Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV System | Gouverneurspalast | Besprechungsraum | Captain Thade Skywalker, Theranos Zesh und Veran Koss (NSC)

Das Gelöbnis von Legat Veran Koss verblich angesichts der Rede von Gouverneur Theranos Zesh, die mit Inbrunst den Entsheidungsträgern der Republik ihre Legitimität absprach. Thade kommentierte keinen der beiden, machte jedoch innerlich eine Gedankennotiz, dass die beiden Männer überaus motiviert schienen, sich von illoyalen Elementen zu distanzieren und ihre konsequente Verfolgung versprachen. An sich hatte der Chiss genau darauf gehofft. Das Maß des zur Schau gestellte Fervor warf jedoch gleichzeitig die Frage auf, ob die beiden damit irgend etwas anderes zu verbergen versuchten. Also nahm Thade sich vor, wachsam zu bleiben.

Dieser...bewusst dargebrachte gesteigerte Motivationswille sorgte jedenfalls dafür, dass
Theranos Zesh einer Kooperation direkt zustimmte und Thade auf den neuesten Stand brachte. Der Gouverneur hatte also den wahrscheinlichsten Unterschlupf von Robert Kern oder zumindest einem bedeutenden Teil seiner Söldner auf den Subkontinent Red One eingeschränkt. Das war gut, auch wenn diese fundierte Schätzung noch auf die Probe gestellt werden musste.

„Das klingt vielversprechend. Ich nehme an, Sie haben genaue Daten darüber, welche Minen im Betrieb und welche eigentlich still gelegt sein sollten?“

Die nächste halbe Stunde verbrachten die drei damit, Red One auf dem Holoprojektor des Tisches genauer unter die Lupe zu nehmen. Recht schnell hatte Thade schon eine klare Vorstellung davon, wie er die Sache am liebsten bewerkstelligen wollte.

„Das sieht vielversprechend aus, Eure Exzellenz. Ich schlage vor, dass wir entschlossen vorgehen und Stärke zeigen. Meine Schiffe verfügen über die modernsten Sensoren, die die Raumflotte aufbieten kann. Wir werden das Gebiet aus dem Orbit auf Energiesignaturen hin überprüfen können. Innerhalb von 24 Stunden werde ich Ihnen sagen können, wo Aktivität herrscht, aber keine sein sollte. In der Zwischenzeit empfehle ich Ihnen, dass Ihre Sicherheitskräfte und die blaue Legion diese drei kleinen Minenstädte besetzen, um sie als Operationsbasen zu nutzen. Im Idealfall evakuieren Sie alle Zivilisten aus der Region. Das wird den Minenbetreibern nicht gefallen, allerdings gibt uns das bestehende Kriegsrecht gewisse Sonderrechte, die wir geltend machen können.“

Unterdessen programmierte Thade einige Befehle in den Holoprojektor ein, die daraufhin ein Suchmuster über Red One legten und darauf hinwiesen, dass das gesamte Gebiet durchsucht werden würde, während TIEs die ganze Zeit über die Lufthoheit sicherten.

Colonel Rorsam hat mir die volle Kooperation seines Geschwaders zugesagt, die er Ihnen auch schon versprochen hatte. Der Kommandant des Trägerschiffs, das beinahe vernichtet wurde, hat mir angetragen, über ein ganzes Bataillon an hoch motivierten Bodentruppen zu verfügen, die sich Robert Kern vorknöpfen möchten. Natürlich werden wir dafür sorgen, dass Ihre blaue Legion die Hauptrolle spielen wird, aber dieses zusätzliche Personal ermöglicht uns, das Gebiet schneller zu durchsuchen und gleichzeitig die vollständige Lufthoheit zu garantieren.“

Weitere Kommandos folgten, die für Minendurchsuchungen erstaunlich schnelle Truppenbewegungen auf dem Holoprojektor zeigten.

„Wir werden nicht direkt in die verdächtigen Minen vordringen. Das Terrain ist uns unbekannt und wir sollten Robert Kern keine Möglichkeit bieten, Bildmaterial zu sammeln, wie er tapfere Soldaten ihrer Majestät umbringt, das er später zu Propagandazwecken nutzen kann. - Stattdessen werden wir die Lüftungsschächte der Minen und alle in sie führenden Energieleitungen sprengen. So werden die Söldner auf ihre eigenen Energiequellen angewiesen sein und dann ist es nur noch eine Frage, ob ihnen zuerst die Energie oder die Atemluft ausgeht.“

Die letzten Computereingaben veränderten die Symbole auf dem Holoprojektor erneut und zeigten, wie sich die imperialen Truppen sammelten und bereit hielten, zuzuschlagen, sobald sich der Feind zeigte.

„Sofern sie sich dazu entscheiden, aufzugeben, werden wir über ihre Kapitulation verhandeln. Sollten sie sich für den Kampf entscheiden, werden wir sie im Feld vernichten. Sollten sie sich dazu entscheiden trotz allem tot zu spielen und darauf hoffen, dass wir aufgeben, werden wir sie mit einem Orbitalbombardement motivieren. Sagen wir nach einer Woche Wartezeit? - In jedem Fall wird Imperiale Gerechtigkeit Robert Kern finden.“

Damit lehnte sich Thade in seinem Stuhl zurück und studierte bei einem Schluck Kaf seine beiden Gesprächspartner, während die beiden ihre Antwort formulierten.

Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV System | Gouverneurspalast | Besprechungsraum | Captain Thade Skywalker, Theranos Zesh und Veran Koss (NSC)

Huntress: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Hawke: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Pursuer: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
 
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Theranos hörte Thade aufmerksam zu und beobachtete. Die kontrollierte Art, wie er sprach, wie er plante. Gemeinsam gingen sie Pläne und Daten des Gebietes durch und analysierten die Lage in und rund um Red One. Nach etwa einer halben Stunde meldete sich der Chiss zu Wort und hatte zu Theranos auch schon einen Plan gemacht.

Thade ging ohne Umschweife ins Detail. Seine Kreuzer würden Red One aus dem Orbit scannen lassen und jede Energiesignatur, jede Abweichung würde binnen 24 Stunden erfasst werden. Bis dahin sollten die drei kleineren Minenstädte besetzt und als Stützpunkte der Blauen Legion und der planetaren Sicherheitskräfte genutzt werden.

Danach würde man die Luftzufuhr zu den Minen sowie die Energiezufuhr kappen, um den Feind somit nach draußen zu zwingen.
Zu guter Letzt würde der Feind gefasst oder bei zu großer Gegenwehr durch ein Bombardement vernichtet werden.
Aus dem Mund des Chiss klang das komplett einfach und als wäre es eine einfache Routine Mission, die er schon das hundertste Mal durchführen würde.

Als der Captain geendet hatte, ließ Theranos den Blick einen Moment auf der Projektion von Red One ruhen. Ein kurzes Schmunzeln zuckte über sein Gesicht, als ihm eine Idee kam.
Er würde einfach dem Captain als Anhänger des Militärs den Befehl über die Operation übertragen. Sollte der Captain siegreich hervorgehen, würde er dem Militär und dem Imperium selbst den Sieg zuzuschreiben und würde es als großen Sieg auf Prefsbelt IV gegen die Rebellen und gegen die Korruption der Öffentlichkeit präsentieren und alle wären glücklich.
Sollte der Captain jedoch scheitern, wäre sein bisheriges nicht vorankommen als eigentlicher „Zivilst“ vergleichsweise zur Niederlage des Captains einem abgesandten der Admiralität nichts.Obwohl er sich sicher war das der Schuss ganz Red One zu Asche verwandeln würde ehe er eine sich eine Niederlage eingestehen müsste.

Ein paar Sekunden vergingen, erst dann sah er auf und blickte zu Captain Skywalker.

“Das klingt alles äußerst einleuchtend Captain, ich habe zwar auf Corulag studiert, analysiert, geplant und vielerlei Kurse im Bereich des Militärs besucht, verfüge aber bis auf zwei kleine Scharmützel leider über keine wirkliche praktische Erfahrung. Legat Koss als ausgezeichneter Veteran des Bruderkrieges und Sie hingegen schon.“

Ein kurzer Seitenblick zu Koss, der nur knapp nickte, der anscheinend bereits wusste, was Theranos nun sagen würde. In Wirklichkeit hatte Theranos einfach nur Veran angewiesen bei einem bestimmten blick immer zu nicken und Ihm zu vertrauen.
„Ich würde daher folgendes vorschlagen. Legat Koss führt die planetaren Bodentruppen. Meine Aufgabe wird die logistische Sicherstellung der Operation sein und Ihnen wird die operative Gesamtführung dieser Mission zuteil. "

Er machte eine kleine Pause und verschränkte die Hände hinter dem Rücken.
“So wird die militärische Aktion auch vom Militär geführt werden. Ich denke so ist es auch von Ihnen sowie von der” nun war es an Theranos ein Wort zu betonenAdmiralität gewünscht. Dennoch, würde ich ein vollständiges Bombardement der Umgebung, wenn möglich, vermeiden wollen.“

Dann beugte er sich etwas vor und stützte die Hände auf den Tisch, bevor er weitersprach.
„Eine demonstrative Machtdemonstration hingegen – gezielte Schläge auf unbewohnte Nebenstollen, sichtbare Zeichen imperialer Entschlossenheit, sollten diese Rebellen erinnern, unter welcher Regierung dieser Planet steht."

Er nickte langsam und kniff minimal die Augen zusammen, als würde er es sich bildlich vorstellen.
„Was das Abdichten der Lüftungsschächte betrifft – ich stimme zu. Alternativ könnten wir vor der Versiegelung gezielt Rauch- oder Reizgas in den Schächten einsetzen, um sie aus ihren Verstecken zu treiben. Lebende Gefangene sind politisch wertvoller als tote Märtyrer.“

Bei der Erwähnung von Colonel Rorsam huschte ein kurzes Lächeln über sein Gesicht.
„Colonel Rorsam und insbesondere die Beta-Staffel haben bereits mehrfach bewiesen, dass sie schnell und effizient handeln. Piloten dieser Staffel haben damals in Blue One das Ruder herumgerissen und waren laut meinen Informationen auch heute die selben, die bis zu Ihrem Eintreffen an der Zollstation gekämpft hat, wenn ich mich nicht Irre.“

Theranos blickte kurz zu Veran, um sich diese Behauptung bestätigen zu lassen, was der Legat mit einem zustimmenden Nicken bejahte.
„Die Zusammenarbeit mit Ihren Bodentruppen begrüße ich. Je schneller wir handeln, desto weniger Zeit hat Kern, auf die heutigen Ereignisse zu reagieren.“

Theranos stellte sich wieder aufrecht hin, fasste sich kurz nachdenklich für ein paar Sekunden an sein Kinn und fuhr dann fort.
„Auch würde ich empfehlen, ausgewählte Abschnitte dieser Operation filmisch dokumentieren zu lassen. Landungen der Truppen. Sicherstellungen der Minenstädte. Aufnahmen von Jägern und zum Schluss die Festnahmen oder die Liquidierungen der Rebellen als Abschreckung.“

Sein Blick wurde etwas fester und kälter.

„Wer sieht, wie das Imperium reagiert, überlegt sich zweimal, ob er sich auf die falsche Seite stellt.“

Theranos nahm einen kurzen Schluck Kaff, den er vor ein paar Minuten nachgeschenkt hatte, bevor er nickt und fortfuhr.
„Im Großen und Ganzen, Captain Skywalker, halte ich Ihren Ansatz für passend. Entschlossen, klar und effizient.“

Der Gouverneur machte einen kleinen Atemzug und blickte dann zu Legat Koss.
“Legat Koss, wie sieht der aktuelle Stand der Blauen Legion und der allgemeinen Planetaren Sicherheitskräfte aus?”

Legat Veran Koss, der bis jetzt nicht viel gesprochen hatte, trat einen halben Schritt näher an den Tisch und veränderte die Ansicht des Holograms. Seine Stimme blieb ruhig und nüchtern wie immer, wenn er sprach.
„In Blue One verfügen wir über zwei vollständige Regimenter der planetaren Sicherheitskräfte.”
Dann deutete er mit einem Finger auf Green One.
„Ein weiteres Regiment steht dort und sollte einsatzbereit sein, zusätzlich hätte die Akademie auch einige Reserven, auf die ich aber nicht zurückgreifen würde. Alternativ könnten vereinzelte Kompanien aus dem Umland zusammengezogen werden, ohne die Grundsicherheit ernsthaft zu gefährden.“
Er warf einen kurzen Blick zu Theranos und Thade, bevor er weitersprach.
„Zweites und drittes Bataillon der Blauen Legion sind einsatzbereit. Außerdem ein Bataillon der Central City Miliz deren Kampftauglichkeit aber nicht beurteilen kann.“

Er machte eine kleine Pause.
„Wenn wir sämtliche Reserven aktivieren, sprechen wir von ungefähr" er wiegte kaum merklich den Kopf hin und her " 7.500 Mann inklusive Ausrüstung, und genügend Transporter die innerhalb der nächsten Stunden einsatzbereit gemacht werden könnten."

Sein Blick blieb sachlich, während er leicht mit der Schulter zuckte..

„Ob diese Stärke angemessen ist oder überdimensioniert, kann ich nicht beurteilen, Eure Exzellenz. Das hängt von der tatsächlichen Präsenz der Truppen unter Kerns Kommando in Red One ab über die wir leider keine wirklichen Informationen haben. Wenn man den Gefangen und Verhörten glauben schenken darf, sollten es knapp um die achthundert Mann unter Waffen sein.“

Theranos blickte nachdenklich auf das Hologramm, das nun wieder Red One und seine Umgebung zeigte.
“Was halten die Herren davon“ Theranos lies das Hologramm näher über Red One und die Umgebung heran zoomen “wenn wir Red One umzingeln, beziehungsweise ein Drittel der Einheiten soll die Minenstädte übernehmen, ein Drittel soll die Umgebung beziehungsweise die Rückseite damit Kern ja nicht fliehen kann und ein Drittel halten wir in Reserve, als grobe Aufstellung“

Sein Blick ging zu Thade.
„Wir sichern die Umgebung, räuchern sie aus und je nachdem wie Sie reagieren, werden wir eine Antwort parat haben. Sollte das für Sie so passend sein Captain, lass ich Legat Koss unverzüglich den Befehl zum Sammeln geben und…“
Theranos begann ganz leicht zu grinsen
„…Operation small Hunt kann beginnen“

Der Gouverneur nahm noch einen Schluck Kaff. Während er und Veran Koss auf seine Antwort warteten.


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Prefsbelt IV | niedriger Orbit, Besprechungsraum der Betastaffel an Bord des Trägerschiffes | Kal Andrim, Reyan Vexler, Captain Sunstrider und der Rest der Betastaffel

Vex wusste, gut zu kontern und das gefiel Kal gar nicht mal so schlecht.

„Das klingt gar nicht so schlecht. Habt ihr das gehört Leute? Wann immer ein neues Ass gekürt wird, gibt jedes bestehende Ass der Staffel ein Getränk seiner Wahl aus und das neue Ass muss dann alles auf Ex trinken!“

Das hörten die die Piloten gerne. Den Jüngsten unter den Tisch zu trinken, gehörte ja irgendwie zum guten Ton beim Militär. Eine mittelprächtige Alkoholvergiftung gehörte ja gerne einmal zu den beliebteren Initiationsritualen und warum diese alt ehrwürdige Tradition nicht mit einem positiven Ereignis kombinieren?

„Also gut Leute, lasst uns losgehen! Zur Feier des Tages werde ich nach der ersten Runde auch eine ausgeben. Aber dabei belassen wir es auch, wir wissen nicht, wann wir wieder in den Einsatz gerufen werden.“

Trotz der vergleichsweise winzigen Alkoholmenge blieb die Stimmung der Piloten ausgelassen. Sie hatten ein schweres Gefecht überstanden und dabei keinen einzigen Piloten verloren, wie konnte da die Staffel anders, als ausgelassen zu feiern? Und so machten sie bis zum Zapfenstreich eines der Offizierskasinos an Bord unsicher. Hier gab es zum Glück mehr als nur streng rationierten Alkohol, mit dem sie sich beschäftigen konnten, sei es nun Dejarik, Billard, Darts oder exotischere Spiele, hier fand jeder seine Beschäftigung.

Kal selbst bevorzugte Geschicklichkeitsspiele wie Darts und Billard, halfen sie doch dabei, seine Handaugenkoordination geschärft zu halten. Jetzt gerade war ohnehin nicht der rechte Moment für Denkspiele wie Dejarik. So eine ausgelassene Feier wirkte wahrlich Wunder, um die Anspannung der Piloten zu lösen und sie zu erfrischen. Der Kuati war sich sicher, dass die Betastaffel nun mehr als bereit für den nächsten Einsatz war.

Einzig
Captain Sunstrider vermisste Kal bei der Feier. Er konnte zwar verstehen, warum sie sich fernhielt. Als aufstrebende, junge Frau und Offizierin konnte sie es sich einfach nicht leisten, irgend etwas zu tun, das ihre Karriere torpedierte. Und unter den gerne mal frauenfeindlich eingestellten Offizieren des Imperialen Militärs, reichte da schon das schiere Gerücht, sie hätte sich irgendwie unsittlich und entgegen den Fraternisierungsvorschriften verhalten, um ihre Karriere zu zerstören. Kal verstand ihre Beweggründe nur zu gut, aber das hieß trotzdem nicht, dass ihm ihre Abwesenheit gefiel.

Gerade als
Kal überlegte, ihr eine kurze Nachricht zu schicken, machte Colonel Rorsam mit einem Räuspern auf sich aufmerksam und machte mit seinen Worten zugleich die ausgelassene Stimmung der Betastaffel zunichte.

„Was ist denn hier los? Man könnte fast glauben, wir befinden uns hier in einem Rotlichtviertel, statt in einer Gefechtszone unter erhöhter Alarmbereitschaft.“

Kal rollte innerlich mit den Augen angesichts des zur Schau gestellten geringschätzigen Sarkasmus. Bevor die Situation weiter eskalieren konnte, stand der Kuati auf und wandte sich mit seinem von Kindesbeinen an wohl einstudierten Diplomatenlächeln an den älteren Offizier. Colonel Rorsam wurde von seinem Adjutanten und den Staffelführern der Gamma- und Deltastaffeln begleitet, die alle ähnlich hochnäsig und geringschätzig dreinblickten, wie der Geschwaderkommandant selbst.

„Ah, Colonel Rorsam. Wie schön Sie zu sehen. Wir hatten Sie und die Staffeln Gamma und Delta heute Nachmittag wirklich schmerzlich vermisst. Da freut es mich umso mehr, dass es Ihnen so gut zu gehen scheint.“

Für einen Moment sah Colonel Rorsam so aus, als hätte Kal ihm mit seinen Worten einen Nierenhieb verpasst. Mit diesem Konter hatte der Mann eindeutig nicht gerechnet. Der Kuati nutzte den Moment, um ihm restlos den Wind aus den Segeln zu nehmen. Während er weitersprach, gab er der Bestaffel einen Wink, das Offizierskasino zu verlassen, dem die Piloten still und zügig folgten.

„Machen Sie sich bitte keine Sorgen, Sir. Betastaffel steht weiterhin in voller Kampfstärke bereit, um dem Feind zu begegnen und Ihnen ganze Ehre zu machen. Sie können sich beruhigt weiterhin ganz auf uns und Captain Sunstrider verlassen. Wenn Sie uns aber jetzt bitte entschuldigen würden? Unsere Wache steht in wenigen Stunden an und die Piloten sollten bis dahin noch ein wenig Schlaf bekommen.“

Und damit hatte sich die Betastaffel auch schon rar gemacht, bevor Colonel Rorsam und sein Hofstaat sie weiter schikanieren konnten. Kal schüttelte den Kopf. Das war seiner Meinung nach eine vollkommen unnötige Aktion des Geschwaderkommandanten gewesen. Er konnte so langsam immer besser verstehen, warum der Mann so wenig von Captain Sunstrider hielt.

Prefsbelt IV | niedriger Orbit, an Bord des Trägerschiffes, Gang vor dem Offizierskasino | Kal Andrim
, Reyan Vexler und der Rest der Betastaffel
 
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