Sci-Fi Star Trek: Starfleet Academy

Gleichzeitig gehört es zur Utopie vergangener ST-Serien, dass man in solchen Fällen eben keine Angst mehr vor den Risiken zu haben braucht.
Hier gibt es meiner Ansicht nach mehrere Dinge, die hier irgendwie gerne vergessen werden.

- Wir befinden uns in einer Zeit nach einem großen katastrophalen Ereignis, in dem sehr viel kaputt gegangen ist

- Das Betazed Sternensystem hat sich über ein Jahrhundert lang vom Rest der Galaxis isoliert, die Betazoid haben unter Umständen also nicht den selben technischen Stand wie der Rest der Galaxis

- Kulturelle/biologische Eigenheiten der Betazoiden sind schlicht nicht genügend bekannt, um mit Sicherheit sagen zu können dass es so einen Eingriff hätte geben müssen.

Der Schauspieler des Betazoid Ministers, Anthony Natale, ist übrigens selber gehörlos, weswegen die Diskussion darüber schon wieder einen komischen Beigeschmack hat in meinen Augen.
 
Hier gibt es meiner Ansicht nach mehrere Dinge, die hier irgendwie gerne vergessen werden.

- Wir befinden uns in einer Zeit nach einem großen katastrophalen Ereignis, in dem sehr viel kaputt gegangen ist

- Das Betazed Sternensystem hat sich über ein Jahrhundert lang vom Rest der Galaxis isoliert, die Betazoid haben unter Umständen also nicht den selben technischen Stand wie der Rest der Galaxis

- Kulturelle/biologische Eigenheiten der Betazoiden sind schlicht nicht genügend bekannt, um mit Sicherheit sagen zu können dass es so einen Eingriff hätte geben müssen.
Das sind alles gute Punkte, aber darum, ob die Gehörlosigkeit des Präsidenten im Setting erklärt werden kann oder nicht, ist mir sogar relativ egal. Darum geht es mir schlichtweg nicht, sondern mehr um die "utopische Idee", die bei ST halt immer eine Rolle spielt. Und ja, so, wie ich deine Punkte verstehen kann, kann ich auch verstehen, warum für manche ein gebärdender Präsident eben nicht mehr ganz zu dem passt, was uns in den vergangenen Serien mal als "utopische Idee" vorgestellt worden ist.

Der Schauspieler des Betazoid Ministers, Anthony Natale, ist übrigens selber gehörlos, weswegen die Diskussion darüber schon wieder einen komischen Beigeschmack hat in meinen Augen.
Ich denke, wir können hier alle schon deutlich zwischen dem Schauspieler sowie der Welt, in der er lebt auf der einen Seite und der von ihm gespielten Figur sowie der Welt, in der diese leben soll, auf der anderen Seite unterscheiden.
 
Das sind alles gute Punkte, aber darum, ob die Gehörlosigkeit des Präsidenten im Setting erklärt werden kann oder nicht, ist mir sogar relativ egal. Darum geht es mir schlichtweg nicht, sondern mehr um die "utopische Idee", die bei ST halt immer eine Rolle spielt. Und ja, so, wie ich deine Punkte verstehen kann, kann ich auch verstehen, warum für manche ein gebärdender Präsident eben zu dieser "utopischen Idee", wie sie einst mal in den älteren Serien vertreten wurde, nicht so passt.


Für mich hätte es eher einen Beigeschmack gehabt, wenn man die Rolle eines Gehörlosen nicht mit einem Gehörlosen besetzt hätte.
Wann sollen denn diese alten Serien gewesen sein, in denen diese Utopie konsequent verfolgt wurde? Schon Spock war nach heutigen Maßstaben nicht wirklich "normal" sondern hatte von Anfang an (vom Piloten vielleicht mal abgesehen) krass autistische Züge. Das Beispiel La Forge in der TNG brachte ich ja bereits weiter oben.

Edit: Auch ein Picard wurde von den Schäden, die die Borg Implantate anrichten, nie wirklich geheilt.
 
Wann sollen denn diese alten Serien gewesen sein, in denen diese Utopie konsequent verfolgt wurde?
Zu 100 Prozent vielleicht noch nie, aber das ändert auch nichts daran, dass 80 Prozent mehr sind als 30 - klar, das Zahlenbeispiel ist ausgedacht, aber es wirkt für mich schon länger so, als sei der Utopiegedanke in ST in den neueren Serien einfach nicht mehr so stark vertreten wie noch früher.
 
DS9 "krass dystopisch" zu nennen, ist 'ne Hyperbel, und das weißt du genau. So macht es mir keinen Spaß und ich bin raus.
Naja wenn ich mir nur mal ansehe was Sisko unternommen hat um die Romulaner in den Krieg zu beringen finde ich meine Aussage nicht unpassend. Oder dass die Föderation einen Genozid gegen die Changelings plante.
 
Ja, trete ruhig noch nach, alles gut. Ich habe da keine Lust mehr, dagegen zu argumentieren.
Äh, chill mal bitte. Wir reden hier immer noch eine Fiktion. Immer lustig wie manche reagieren wenn man ihr "Heiligtum" "attackiert". Ich finde DS9 auch toll, aber ich finde immer wieder lustig wenn Fans Dinge, die Star Trek schon immer gemacht hat, in älteren Serien einfach ignorieren oder kritiklos hinnehmen. Der ganze Punkt von DS9 war für mich, aufzuzeigen dass die Föderation eben nicht diese supertolle Utopie ist die man sich früher vielleicht mal vorstellte.
 
Äh, chill mal bitte. Wir reden hier immer noch eine Fiktion. Immer lustig wie manche reagieren wenn man ihr "Heiligtum" "attackiert". Ich finde DS9 auch toll, aber ich finde immer wieder lustig wenn Fans Dinge, die Star Trek schon immer gemacht hat, in älteren Serien einfach ignorieren oder kritiklos hinnehmen.
Schön, dass du mich "lustig" findest - da merke ich richtig, wie ernst du mich nimmst...
 
Die Darstellung von Behinderungen folgt dem Zeitgeist. Wir befinden uns in einer Welt, in der es Behinderungen gibt die als unheilbar gelten und man will diesen Menschen auch zeigen, dass sie ein Teil dieser Fiktion sind. Da spielt es keine Rolle, ob man diese Behinderung eigentlich in-fiction bereits heilen kann...Zeitgeist trumpft Kontinuität.
 
Zeitgeist trumpft Kontinuität.
Das halte ich an dieser Stelle auch für eine legitime Sichtweise - genauso, wie für andere mit genau derselben Legitimität halt die Kontinuität wichtiger ist als der Zeitgeist. Im Idealfall passt halt sogar beides zusammen, wobei - und das kann ich ja ruhig zugeben - Dr. Sol ja schon ein paar gute Hinweise dafür gegeben hat, warum es auch in die Kontinuität passen kann, dass da etwas, was vorher geheilt werden konnte, jetzt nicht mehr so ohne weiteres heilbar ist.

Mit dem "Brand" hat man halt eine alte Roddenberry-Idee, die dann auch in Form von "Andromeda" ihre erste Verfilmung fand, nach ST rübergebracht und ich kann verstehen, warum man diese zunächst einmal als Fremdkörper betrachtet, so wie auch viele den Dominion-Krieg in DS9 als Fremdkörper gesehen haben. In beiden Fällen wurde auf die Utopie, die sich die Föderation da aufgebaut hatte, von außen "eingeschlagen" und das hinterlässt Spuren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine Gesellschaft, in der einen jeder bedingungslos akzeptiert wie man ist, ist vielleicht auch die größere Utopie, als dass man alles abnormale und ungesunde durch Technik irgendwie beseitigen kann.
Da wäre man halt schnell wieder im Bereich der Eugenik, womit das Star Trek Universum ja einige Erfahrung hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine Gesellschaft, in der einen jeder bedingungslos akzeptiert wird wie er ist, ist vielleicht auch die größere Utopie, als dass man alles abnormale und ungesunde durch Technik irgendwie beseitigen kann.
Um mich an dieser Stelle dann auch mal versöhnlich zu zeigen: Ja, damit kann ich als Argument irgendwie auch gleich viel mehr anfangen als mit dieser - wie du es selbst genannt hast - "Attacke" gegen mein "Heiligtum" DS9 (immerhin meine zweitliebste Serie auf diesem Planeten, nach "Babylon 5") :-)
 
Um mich an dieser Stelle dann auch mal versöhnlich zu zeigen: Ja, damit kann ich als Argument irgendwie auch gleich viel mehr anfangen als mit dieser - wie du es selbst genannt hast - "Attacke" gegen mein "Heiligtum" DS9 (immerhin meine zweitliebste Serie auf diesem Planeten, nach "Babylon 5") :-)
Anmerkend hierzu: Die Menschheit hat in den Eugenischen Kriegen ja dermaßen einen auf die Fresse gekriegt dass man vielleicht sogar hinterfragen sollte ob es je Ziel der späteren Föderation war, alles „unnormale“ zu beseitigen.
 
Die Idee Gehörlose in Trek zu zeigen ist ja ganz löblich. Nur dann hätte man eben ähnlich "Das Melora Problem" eine Erklärung dafür finden müssen. Sprich kritisierenswert ist nicht das Was, sondern das Wie.

Wobei ich mich jetzt nicht gross an der Folge und der Darstellung des gehörlosen Präsidenten aufhänge, es ist generell ein Problem, dass die Macher von Nu Trek das Trek Universum nicht sonderlich ernst nehmen. So taucht in der Folge auch die Spezies von Bele jagt Lokai auf, obwohl die beiden die letzten ihrer Art waren und daraus die ganze Tragik der TOS Folge entstand. Oder, dass ein Hologramm auf die Akademie muss (der Holodoc hat auch nie ein Medizin Studium absolviert und wurde dank ein paar neuer Subroutinen zum KNH).
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Idee Gehörlose in Trek zu zeigen ist ja ganz löblich. Nur dann hätte man eben ähnlich "Das Melora Problem" eine Erklärung dafür finden müssen. Sprich kritisierenswert ist nicht das Was, sondern das Wie.
Finde ich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Dass jemand eine Behinderung hat und damit lebt hat doch ganz persönliche Gründe, die auch im RL niemanden etwas angehen. Es kann individuelle oder kulturelle Gründe geben, oder die Medizintechnik ist in der Zeit eben einfach nicht in der Lage, allen zu helfen. Man muss nicht immer alles genau wissen.
 
Zurück
Oben