Dany Valthor
Mandalorianische Kopfgeldjägerin
// The Wheel // Hangarbay // Dawn Chaser // Dany, Samin, Gongboy und seine Gang; Sana, Naeva und die anderen Kinder an Bord //
Die Dawn Chaser hatte wirklich noch nie so voll gewirkt. Dany war kaum einige Schritte weit ins Schiff gekommen, als sich zwölf zusätzliche Personen bereits bemerkbar machten. Taschen wurden abgestellt, Kinder wichen einander im Korridor aus und aus dem Frachtraum kamen die ersten Stimmen. Einer wollte wissen, wo sie hinflogen. Ein anderer hatte offenbar schon eine Sitzgelegenheit entdeckt, die jemand anderes ebenfalls für sich beanspruchte. Sie war ihr gesamtes Erwachsenenleben mehr oder weniger alleine gereist, doch seltsamerweise störte sie der Trubel nicht einmal besonders. Dieser Tag fühlte sich wie ein Aufbruch ins Ungewisse an. Und wenn sie an ihre letzten Monate dachte, konnte es kaum schlimmer werden.
Und zum ersten Mal war wirklich Leben an Bord. Dany schob eine Tasche mit dem Fuß aus dem Durchgang und bedeutete zwei der Jüngeren, weiter in Richtung Frachtraum zu gehen. Samin würde gleich nachkommen und ihnen erklären, wie es weiterging. Nur kam Samin nicht. Dany hielt inne. Zunächst war es kaum mehr als ein Gefühl, doch sie spürte, dass sich etwas verändert hatte.
Die Geräusche aus der Hangarbucht waren leiser geworden. Nicht vollkommen still, aber anders. Die Stimmen waren verstummt und stattdessen hörte sie schwere Schritte - mehrere. Die Mandalorianerin drehte den Kopf zur offenen Rampe. Von ihrer Position aus konnte sie Samin gerade noch erkennen. Die Chiss stand noch draußen. Und sie bewegte sich nicht. Danys Gesicht verlor das kleine Lächeln, das die fremden Kinder ihr zuvor entlockt hatten. Ihr Blick fiel für einen Sekundenbruchteil auf eine der Seitenkonsolen neben dem Zugang. Die Tasche. Zweihundertdreiunddreißigtausend Credits, offen durch das Rad getragen. Shab, sie hatte es ihr gesagt.
"Haran..."
Dany atmete einmal langsam durch die Nase aus. Kein Grund, die Kinder nervös zu machen.
"Macht schon mal weiter"
Sie sagte es beiläufig zu denjenigen, die noch im Korridor standen. Ihr Blick fiel zu Sana. Sie wirkte wie die reifste unter ihnen. Und irgendwas verriet Dany, dass das Mädchen wusste, was zu tun war. Ruhe bewahren und die Angelegenheit ihnen überlassen.
"Samin und ich sind gleich da"
Dann wandte sie sich scheinbar vollkommen unbeeindruckt einer schmalen Verriegelung in der Wand zu. Das kleine Waffenfach öffnete sich. Dany griff hinein und zog ihre S-195 heraus. Das vertraute Gewicht lag sofort richtig in ihrer Hand. Sie überprüfte die Energieanzeige mit einem kurzen Blick, schloss das Fach wieder und hielt den Blaster verdeckt und eng hinter ihrem Körper, während sie zurück zum Zugang ging.
Erst jetzt konnte sie sehen, was draußen tatsächlich wartete. Ein Mensch bei den Ersatzteilkisten. Ein Weequay auf der anderen Seite. Dann der verdammte Gongboy und der hatte Gesellschaft mitgebracht - einen Nikto und einen Rodianer. Letzterer hatte sich zumindest die Mühe gespart, seine Waffe zu verdecken.
Dany verzog kaum merklich den Mund. So viel dazu, dass er es auch umsonst getan hätte. Sie trat auf die Rampe. Ihre Schritte waren langsam und völlig unaufgeregt. Die rechte Hand blieb hinter ihrem Körper verborgen, den S-195 nach unten gerichtet, sodass er von vorne erst einmal kaum zu sehen war. Der linke Arm hing locker an ihrer Seite. Keine hektischen Bewegungen. Keine unnötige Eskalation.
Noch nicht. Stufe für Stufe ging sie hinunter. Dann trat sie neben Samin. Dany sah zuerst zu der Chiss, nur einen Moment lang. Anschließend wanderte ihr Blick demonstrativ zu der schwarzen Tasche an ihrer Schulter. Wieder zurück zu Samin. Es brauchte keine Worte dafür. Erst dann wandte Dany ihre Aufmerksamkeit Gongboy und den anderen zu. Ihr Gesicht blieb ruhig. Die Pistole noch immer hinter ihrem Körper verborgen.
"Tut mir leid"
Eine kurze Pause. Dann deutete sie mit einem kaum merklichen Kopfnicken zurück zur Dawn Chaser.
"Die Plätze sind alle belegt"
Während sie sprach, hatte Dany die Situation längst ein zweites Mal durchgerechnet. Die Truppe vor ihnen sah auf den ersten Blick nicht überdurchschnittlich gefährlich aus. Ein offen getragener Blaster, ein paar Gestalten, die eher nach Hafengesindel als nach professionellen Killern aussahen und Gongboy selbst. Nichts davon ließ sie glauben, dass sie hier gerade einem Killerkommando gegenüberstand. Das bedeutete allerdings nicht besonders viel. Sie wusste nicht, was Gongboy tatsächlich auf dem Kasten hatte. Vielleicht war der bleiche Kerl mit dem Irokesenschnitt tatsächlich nur ein dahergelaufener Pilot mit zweifelhaften Freunden. Doch Äußerlichkeiten waren eine miserable Grundlage dafür, jemanden zu unterschätzen.
Dany ließ ihren Blick scheinbar beiläufig von einem zum nächsten wandern. Die Rampe war hinter ihnen und die Kinder im Schiff. Falls es hässlich wurde, würde sie vermutlich schnell genug an ihre S-195 kommen, um den ersten Schuss nicht Gongboy zu überlassen. Aber genau darauf wollte sie es nicht ankommen lassen. Ein Feuergefecht wenige Meter vor einem Schiff voller Kinder war selbst dann eine beschissene Idee, wenn man glaubte, es gewinnen zu können.
Also blieb der Blaster vorerst hinter ihrem Rücken. Vielleicht ließen sich die Probleme auch anders lösen.
"Du hast deine Credits. Also klären wir das doch auf die langweilige Art, bevor sich noch jemand verletzt."
// The Wheel // Hangarbay // Rampe der Dawn Chaser // Dany, Samin, Gongboy und seine Gang; Sana, Naeva und die anderen Kinder an Bord //
Die Dawn Chaser hatte wirklich noch nie so voll gewirkt. Dany war kaum einige Schritte weit ins Schiff gekommen, als sich zwölf zusätzliche Personen bereits bemerkbar machten. Taschen wurden abgestellt, Kinder wichen einander im Korridor aus und aus dem Frachtraum kamen die ersten Stimmen. Einer wollte wissen, wo sie hinflogen. Ein anderer hatte offenbar schon eine Sitzgelegenheit entdeckt, die jemand anderes ebenfalls für sich beanspruchte. Sie war ihr gesamtes Erwachsenenleben mehr oder weniger alleine gereist, doch seltsamerweise störte sie der Trubel nicht einmal besonders. Dieser Tag fühlte sich wie ein Aufbruch ins Ungewisse an. Und wenn sie an ihre letzten Monate dachte, konnte es kaum schlimmer werden.
Und zum ersten Mal war wirklich Leben an Bord. Dany schob eine Tasche mit dem Fuß aus dem Durchgang und bedeutete zwei der Jüngeren, weiter in Richtung Frachtraum zu gehen. Samin würde gleich nachkommen und ihnen erklären, wie es weiterging. Nur kam Samin nicht. Dany hielt inne. Zunächst war es kaum mehr als ein Gefühl, doch sie spürte, dass sich etwas verändert hatte.
Die Geräusche aus der Hangarbucht waren leiser geworden. Nicht vollkommen still, aber anders. Die Stimmen waren verstummt und stattdessen hörte sie schwere Schritte - mehrere. Die Mandalorianerin drehte den Kopf zur offenen Rampe. Von ihrer Position aus konnte sie Samin gerade noch erkennen. Die Chiss stand noch draußen. Und sie bewegte sich nicht. Danys Gesicht verlor das kleine Lächeln, das die fremden Kinder ihr zuvor entlockt hatten. Ihr Blick fiel für einen Sekundenbruchteil auf eine der Seitenkonsolen neben dem Zugang. Die Tasche. Zweihundertdreiunddreißigtausend Credits, offen durch das Rad getragen. Shab, sie hatte es ihr gesagt.
"Haran..."
Dany atmete einmal langsam durch die Nase aus. Kein Grund, die Kinder nervös zu machen.
"Macht schon mal weiter"
Sie sagte es beiläufig zu denjenigen, die noch im Korridor standen. Ihr Blick fiel zu Sana. Sie wirkte wie die reifste unter ihnen. Und irgendwas verriet Dany, dass das Mädchen wusste, was zu tun war. Ruhe bewahren und die Angelegenheit ihnen überlassen.
"Samin und ich sind gleich da"
Dann wandte sie sich scheinbar vollkommen unbeeindruckt einer schmalen Verriegelung in der Wand zu. Das kleine Waffenfach öffnete sich. Dany griff hinein und zog ihre S-195 heraus. Das vertraute Gewicht lag sofort richtig in ihrer Hand. Sie überprüfte die Energieanzeige mit einem kurzen Blick, schloss das Fach wieder und hielt den Blaster verdeckt und eng hinter ihrem Körper, während sie zurück zum Zugang ging.
Erst jetzt konnte sie sehen, was draußen tatsächlich wartete. Ein Mensch bei den Ersatzteilkisten. Ein Weequay auf der anderen Seite. Dann der verdammte Gongboy und der hatte Gesellschaft mitgebracht - einen Nikto und einen Rodianer. Letzterer hatte sich zumindest die Mühe gespart, seine Waffe zu verdecken.
Dany verzog kaum merklich den Mund. So viel dazu, dass er es auch umsonst getan hätte. Sie trat auf die Rampe. Ihre Schritte waren langsam und völlig unaufgeregt. Die rechte Hand blieb hinter ihrem Körper verborgen, den S-195 nach unten gerichtet, sodass er von vorne erst einmal kaum zu sehen war. Der linke Arm hing locker an ihrer Seite. Keine hektischen Bewegungen. Keine unnötige Eskalation.
Noch nicht. Stufe für Stufe ging sie hinunter. Dann trat sie neben Samin. Dany sah zuerst zu der Chiss, nur einen Moment lang. Anschließend wanderte ihr Blick demonstrativ zu der schwarzen Tasche an ihrer Schulter. Wieder zurück zu Samin. Es brauchte keine Worte dafür. Erst dann wandte Dany ihre Aufmerksamkeit Gongboy und den anderen zu. Ihr Gesicht blieb ruhig. Die Pistole noch immer hinter ihrem Körper verborgen.
"Tut mir leid"
Eine kurze Pause. Dann deutete sie mit einem kaum merklichen Kopfnicken zurück zur Dawn Chaser.
"Die Plätze sind alle belegt"
Während sie sprach, hatte Dany die Situation längst ein zweites Mal durchgerechnet. Die Truppe vor ihnen sah auf den ersten Blick nicht überdurchschnittlich gefährlich aus. Ein offen getragener Blaster, ein paar Gestalten, die eher nach Hafengesindel als nach professionellen Killern aussahen und Gongboy selbst. Nichts davon ließ sie glauben, dass sie hier gerade einem Killerkommando gegenüberstand. Das bedeutete allerdings nicht besonders viel. Sie wusste nicht, was Gongboy tatsächlich auf dem Kasten hatte. Vielleicht war der bleiche Kerl mit dem Irokesenschnitt tatsächlich nur ein dahergelaufener Pilot mit zweifelhaften Freunden. Doch Äußerlichkeiten waren eine miserable Grundlage dafür, jemanden zu unterschätzen.
Dany ließ ihren Blick scheinbar beiläufig von einem zum nächsten wandern. Die Rampe war hinter ihnen und die Kinder im Schiff. Falls es hässlich wurde, würde sie vermutlich schnell genug an ihre S-195 kommen, um den ersten Schuss nicht Gongboy zu überlassen. Aber genau darauf wollte sie es nicht ankommen lassen. Ein Feuergefecht wenige Meter vor einem Schiff voller Kinder war selbst dann eine beschissene Idee, wenn man glaubte, es gewinnen zu können.
Also blieb der Blaster vorerst hinter ihrem Rücken. Vielleicht ließen sich die Probleme auch anders lösen.
"Du hast deine Credits. Also klären wir das doch auf die langweilige Art, bevor sich noch jemand verletzt."
// The Wheel // Hangarbay // Rampe der Dawn Chaser // Dany, Samin, Gongboy und seine Gang; Sana, Naeva und die anderen Kinder an Bord //



