Truuine

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael Reed, T'rsop, Lilivienne Évarielle d'Oridin, Alizée Marre, Theranos Zesh, Aren Vayliuar, Kal Andrim und weitere Gäste

T'rsops Antwort bestätigte ziemlich genau jene Vermutung, die Kael mit seiner Frage überhaupt erst verfolgt hatte, brachte allerdings einen Aspekt hinein, den er selbst zunächst weniger bedacht hatte. Wer Übergänge und Unsauberkeiten deutlicher wahrnahm als die meisten anderen Spezies, bekam schließlich nicht nur mehr von einer gelungenen Darbietung mit, sondern ebenso zuverlässig jeden Fehler und die ohnehin anspruchsvolle Akustik einer Gletscherhöhle würde in diesem Fall entweder einiges belohnen oder ebenso gnadenlos offenlegen. Die Aussicht auf eine beinahe transzendente Erfahrung hätte aus dem Mund manch anderer Menschen vermutlich etwas groß geklungen, nach den letzten Minuten traute Kael dem Pau'aner allerdings durchaus zu, den Begriff genauso zu meinen wie er ihn verwendete. Dann sollten wir uns nach der Aufführung noch einmal unterhalten.Kael hob den Rum ein wenig in dessen Richtung.Mich würde interessieren, ob die Aufführung diesem Anspruch tatsächlich standhält oder dein Gehör dir am Ende vor allem eine krude Darbietung voller Misstöne zeigt.Auch T'rsops anschließende Einschätzung seiner Haltung als Soldat nahm Kael mit einem kleinen Nicken entgegen, dieses ganze Socialising war wirklich nicht sein Fall aber er war bedacht darauf jeden Satz definitiv so klingen zu lassen als sei er keine Floskel. Jahrelangem Drill sei Dank. Das nehme ich tatsächlich als Kompliment.

Dass der Pau'aner selbst erheblich lieber auf Prefsbelt IV wäre und sich dort jener Arbeit widmen würde, für die man ihn zum Gouverneur gemacht hatte, konnte Kael dann tatsächlich nachvollziehen. Gesellschaftliche Verpflichtungen machten die eigentliche Aufgabe schließlich nicht automatisch interessanter und T'rsop schien wenig Bedürfnis zu besitzen so zu tun, als wäre es bei ihm anders. Liliviennes Antwort führte das Gespräch anschließend noch einmal auf Kaels eigene Haltung zur Gala zurück und gerade ihre Zustimmung dazu, dass die Streitkräfte auch außerhalb von Gefechten sichtbar bleiben sollten, konnte er durchaus nachvollziehen. Weniger begeistert war er von dem Vergleich, mit dem sie endete.

Sein Blick wanderte beinahe automatisch zu Kal Andrim.

Kael verstand ohne größere Schwierigkeiten, worauf sie hinauswollte und nach allem, was er inzwischen über den Captain gehört hatte, zweifelte er auch nicht daran, dass Andrim lieber in einem Cockpit als bei gesellschaftlichen Veranstaltungen stand. Dass ausgerechnet der Mann, der bei einer offiziellen imperialen Gala auf die Galauniform seines Dienstzweiges verzichtete, als Vergleich für Kaels eigenes Verhältnis zum Militär herhalten sollte, musste ihm deshalb trotzdem nicht gefallen. Tat es auch nicht. Es war eine Frechheit... aber gut was verstand eine Propagandistin schon von der wirklichen Schwere der Uniform. Er ließ den Gedanken liegen, nicht auf den letzten Metern noch den Abend versauen lassen. Als Lilivienne kurz darauf erklärte, dass sie und Alizée sich für den Abend zurückziehen würden, stellte Kael das Glas etwas tiefer und wandte sich den beiden Frauen wieder vollständig zu.


Es hat mich ebenfalls gefreut. Schlafen Sie gut und so es die Galaxis möchte vielleicht bis morgen.

Alizée verabschiedete er mit einem ebenso freundlichen Nicken, dann ließ Kael die beiden ziehen. Mit ihrem Aufbruch begann sich die zwischenzeitlich erstaunlich große Runde ohnehin wieder aufzulösen, Aren stand erneut bei Prada und dessen Begleitung, Andrim blieb anderweitig beschäftigt und die Combo hatte längst zu ihrem regulären Programm zurückgefunden. T'rsops zuvor gestellte Frage, ob daraus auch für Kael ein Abschied werden sollte, ließ ihn kurz auf das Glas in seiner Hand blicken. Von dem Rum war kaum noch etwas übrig und bevor er antworten konnte, löste sich Theranos aus seinem Gespräch und trat ein letztes Mal zu ihnen, bedankte sich für die musikalische Darbietung und erinnerte Kael daran, dass dessen angekündigtes Urteil über Imperialis Sensus weiterhin ausstand. Kael nahm die angebotene Hand an.

Das Versprechen steht. Wenn Sie eine ehrliche Meinung wollen, bekommen Sie sie auch.

Ein leichtes Lächeln blieb auf seinen Zügen.

Eine angenehme Nachtruhe wünsche ich, Theranos. Wir sehen uns morgen.

Nachdem sich der Sector Adjutant verabschiedet hatte, trank Kael den Rest des Rums aus und stellte das leere Glas auf dem Tresen ab.

Ich werde mich ebenfalls auf den Weg machen. Morgen dürfte lang genug werden und ich bin heute ohnehin deutlich länger geblieben als vorgesehen.Er reichte T'rsop die Hand. Es hat mich gefreut, Gouverneur. Spätestens nach Zhirios Aufführung setzen wir das Gespräch fort.

Auf dem Weg zum Ausgang nahm Kael noch die notwendigen Abschiede mit, ohne daraus eine weitere Gesprächsrunde entstehen zu lassen, verabschiedete sich von Aren mit einem kurzen persönlichen Gruß und auch von den übrigen Anwesenden mit der gebotenen Höflichkeit. Andrim bekam beim Vorbeigehen ein knappes, korrektes Nicken. Die kalte Luft vor der Bar traf ihn nach der Wärme des Lokals deutlich genug, dass Kael für einen Moment unter dem Vordach stehen blieb und den Kragen seiner Galauniform etwas höher schloss. Danach bestellte er einen Gleiter zum Hotel und zog während der kurzen Wartezeit sein Datapad hervor. Die von Imperial Spirits zusammengestellte Übersicht lag noch immer dort, wo er sie während des Anfluges mit begrenzter Begeisterung geschlossen hatte. Diesmal öffnete er sie und ließ den Blick über einige der Namen wandern, hinter denen am Nachmittag nicht viel mehr als Ämter, Titel und mögliche geschäftliche Interessen gestanden hatten. Mehrere davon besaßen inzwischen Gesichter und Stimmen, bei einigen wusste er mittlerweile deutlich mehr, als ihm irgendeine vorbereitete Notiz hätte verraten können.

Kaels Mundwinkel hoben sich leicht, ehe er die Datei wieder schloss. Der Gleiter traf wenig später ein und die Rückfahrt zum Hotel war kurz genug, dass Kael Moraband diesmal weitgehend an sich vorbeiziehen ließ. Wenig später schloss sich die Tür seiner Suite hinter ihm und zum ersten Mal seit der Landung gab es nichts mehr, das noch am selben Abend seine Aufmerksamkeit verlangte. Kael zog die Handschuhe aus, legte sie auf der Kommode ab und hing anschließend die Jacke seiner Galauniform sorgfältig in den Schrank. Nachdem er ein Glas Wasser geleert hatte, warf er noch einmal einen Blick auf das Datapad, fand keine dienstliche Nachricht, die eine unmittelbare Reaktion verlangte und legte es wieder auf den Tisch.


[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Luxushotel nahe dem Regierungsviertel / Suite] Kael Reed
 
[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / eine Bar unweit des Praxeums] - mit Gouverneur Dr. T'rsop, Moff Aren Vayliuar, Sektor-Adjutant Theranos Zesh, Gouverneurin Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Moff Agustin Prada, Cpt. Kal Andrim und andere

T'rsops innere Wut köchelte hoch. Nicht primär Wut über die doch sehr spezizistische Gouverneurin Bastions. Sondern Wut über sich selbst. Während diese Lili ihm erklärte, was der eigentliche Sinn und Zweck der Gesellschaft zur Förderung schöner Künste sei, wurde ihm bewusst, wie leicht angreifbar er sich mit seiner Ignoranz gemacht hatte.
Wäre dieser Fehler einem seiner Mitarbeiter oder Untergebenen passiert, hätte er sie verbal auf die Größe eines Jawas zurechtgestutzt. Dummheit war nervtötend und zeitverschwendend - aber sie war besser als Ignoranz. Denn Dummheit konnte recht wenig für sich selbst, während Ignoranz leicht zu bewältigen war. Dieses Sieg musste er der Gouverneurin überlassen - er hatte es schlicht nicht für nötig gehalten, sich über alle hintergründigen Vereine und Gesellschaften des Galaktischen Imperiums zu informieren.

Nach außen hin sah man ihm seine punktuelle Selbstverachtung nicht an.
T'rsop stand weiterhin locker und offen da, lächelte aufmerksam und antwortete der Menschenfrau, als diese fertig mit ihren Ausführungen war. Sehr wohl in dem Wissen, dass sie definitiv darum wusste, ihm hier überlegen gewesen zu sein, versuchte der Gelehrte, das Beste daraus zu machen, ohne ganz lächerlich zu wirken:

"Werte Gouverneurin, natürlich haben Sie Recht. Jedes vernunftbegabte Wesen sollte zur Förderung der Kultur und Kunst beitragen. Beide sind Beweise dafür, dass wir einen Geist in uns tragen und nicht komplett bestimmt sind von rein körperlich-chemischen Abläufen. Mit der Begründung alleine wegen meines Gehörs Teil der Gesellschaft werden zu sollen, kam ich auf die Irrbahn, Ihre Begleiterin spräche von den internen Gremien der Kritiker und Auswähler der geförderten Kunst. Mein Fehler - gut, dass Sie ihn korrigiert haben.
Es freut mich, dass Kultur und Verstand Ihnen gleichermaßen am Herzen liegen. Für das Imperium."


So, genug mit dieser Schleimerei, die fast schon Heuchelei gewesen war, dachte sich der Gouverneur von Prefsbelt IV und ging nun auf das Lob seiner von Lili ein, welches wieder durch spezizistische Betonungen durchzogen war. Seine mit einem höflichen Seitenhieb diesbezüglich verpackte Antwort erkannte die Gouverneurin, wie er an ihrem Blick und ihrer sich minimal verhärtenden Haltung absah.
"Ihr Angebot werde ich im Gedächtnis behalten", war ihre Antwort auf sein darauffolgendes Friedensangebot einer Zusammenarbeit zwischen Prefsbelt IV und Bastion. "Sie ist wirklich gut in diesem Spiel", zollte T'rsop seiner Kollegin innerlich Respekt. Ihre Körpersprache, ihr Lächeln und selbst das Glänzen in ihren Augen stellten zurückhaltende aber freundliche Zugewandtheit dar. Doch die leichte Betonungsänderung des ersten Wortes sowie die Millisekunde, die die Gouverneurin brauchte, um ihre Augen in dieses Schauspiel miteinzubeziehen, verrieten dem gelehrten Pau'aner, dass sie im Inneren vor Abscheu brodelte und kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit ihm hatte.
"Nicht nur verklemmt, sondern auch noch engstirnig", stellte er für sich fest. Für ihn wäre es kein Problem gewesen, etwas Fruchtbares für beide Planeten anzustreben, auch wenn er Bastions Hauptverwalterin mehr und mehr unsympathisch fand.
Er hätte jetzt gerne etwas weiteres Angreifendes erwidert, aber das wäre ihrem bisherigem intellektuell-darstellerischen Tanz nicht gerecht geworden. Stattdessen verbeugte er sich leicht und so überzeugend wie möglich.

"Vielen Dank. Kontaktieren Sie mich oder mein Büro, wenn unsere beiden Planeten zusammen dem Imperium helfen können."
Fast wäre er versucht gewesen, Lili beim Aufrichten zuzuzwinkern, beließ es dann aber bei einem dezenten und dennoch bestimmten Nicken, das ihr zeigte, dass er ihre Antwort hinter den Worten durchaus verstanden hatte.

Das Gespräch wandte sich wieder leichteren und unbedenklicheren Themen zu und ging noch ein wenig hin und her und landete schließlich bei seinen Wünschen für die Gala. Seine Ausführungen endeten bei der Schwärmerei über das Kunstwerk im Prxeum nahe seines Gästezimmers. Die menschliche Gouverneurin fragte ihn nun hier wieder direkt, wo sie das Bild finden könne.
Diesmal gab sich
T'rsop Mühe, nicht philosophisch abzuschweifen - er hatte den Eindruck, dass Lili davon genervt gewesen wäre und sie beiden hatten heute schon nahe genug an den Grenzen der Beleidigung herumgetänzelt - und beschrieb ihr kurz und kompakt den Weg zu dem Bild. Beteuerte zum Schluss noch einmal, dass es sich wirklich lohnen würde.

Kurz darauf verabschiedete sich die Gouverneurin und ihre Majordumus mit Verweis auf ihre Imperiale Pflicht.
T'rsop seufzte unmerklich. Sie könnten hier viel besser Politik machen und Verwaltungsentscheidungen treffen als bei diesem offiziellen Anlass morgen. Aber nein, der Etikette und der Erwartung der meisten Bürger wegen wurde die morgige Präsenz und die dortigen Reden als wichtiger angesehen.
"Es hat mich gefreut, Sie kennenzulernen", leitete die Gouverneurin den Abschied ein - und log damit zumindest ihrem Kollegen ins Gesicht. Und er verwebte in seiner Antwort Wahrheit und Interpretationsspielraum miteinander:
"Majordomus Alizee. Gouverneurin d'Oridin. Es wäre eine Lüge, wenn ich sagen würde, Sie hätten unseren Abend nicht bereichert. Eine angenehme Nachtruhe. Und vielleicht läuft man sich bei der Gala nochmal über den Weg."

Kurz nachdem die beiden Damen aufgebrochen waren und sich der Gelehrte wieder dem Soldaten zuwenden wollte, trat Theranos herzu und verabschiedete sich dankend ebenfalls von dem Abend.
Als er
T'rsop die Hand schüttelte, breitete sich ein ehrliches Lächeln auf dessen Gesicht aus. Er erwiderte den Händedruck und verabschiedete seinen Amtsvorgänger mit den Worten:
"Ich hoffe, du hattest insgesamt einen guten Abend - und dass wir im Laufe der Gala auch nochmal ins Gespräch kommen. Vielleicht ja wie in alten Zeiten. Wenn du nicht 'zufällig' diesmal den Rat der Moffs anziehst."
Er ließ die Hand des Sektor-Adjutanten los: "Und auch ernsthaft: Wir haben lange nicht mehr über Kunst geredet."

Als Theranos gegangen war, wandte sich der Pau'aner Kael zu und konnte sich eines ehrlichen Schmunzeln nicht erwehren, während seine Hand sein Kinn umschloss.
"Natürlich. Nicht nur Soldat, nicht nur Musiker, sondern auch noch Weinkenner. Ab einem gewissen Punkt des Engagements, gepaart mit Gaben und Bedeutung, wird man wohl zu einem Tausendsasser."
Eine kurze angenehme Pause entstand zwischen den beiden, in denen jeder seinen Gedanken noch einen Moment nachhing. Dann trank auch Kael aus und verabschiedete sich: "Es hat mich gefreut, Gouverneur. Spätestens nach Zhirios Aufführung setzen wir das Gespräch fort."

Einem Impuls folgend schnippte
T'rsop und zog so noch einmal die Aufmerksamkeit seines Gegenübers auf sich.
"Kael. Wir sind heute ja immer wieder mal oberflächlich in die Gewässer von Kunst, Kultur und Förderung eingetaucht und...", begann er und griff dabei in eine seiner Taschen. Von dort holte er eine Kontaktkarte heraus, flippte sie einmal in die Luft, fing sie auf und drückte sie dem Chiss in die Hand, "leider nur oberflächlich. Ich freue mich, wenn wir das nach dem großen Konzert vertiefen können. Und falls du mal einen verwalterischen Gefallen und Förderung brauchst: Hier ist meine dienstliche Direktverbindung."
T'rsop verfolgte ein Doppeltes: Zum Einen fand er Kael geistreich und sah die Chance zur Bedeutsamkeit für ihn - und zum Anderen hatte er noch keine wirklichen Kontakte in der Imperialen Armee. Es schadete sicher auch nicht, dies direkt am heutigen Abend zu ändern.

Nachdem auch dieser Gesprächspartner gegangen war, fiel
T'rsop wieder ein, dass er noch immer nichts Neues auf seinem Teller hatte. Er ging zu seinem Tablett, goss den inzwischen kaltgewordenen Tee-Rest in sein Wasserglas und trank es in einem Zug aus. Danach ging er nochmal zu der Bedienung und orderte sich einen weiteren Tee sowie ein Abendessen.
Mit diesem Tablett schlenderte er dann, sich nebenbei von
Kal verabschiedend und ihm einen Chip des Essens anbietend, zu den beiden Moffs und ihren Herzensdamen.
Je einmal den Kopf höflich neigend wandte er sich noch einmal an sie:
"Moff Vayliuar. Moff Prada. Die Damen. Entschuldigen Sie, dass ich mich in Ihr Gespräch reindränge."
Auch die hiesigen Anwesenden bot er etwas von seinem Essen an, nahm dann einen kleinen Schluck Tee und einen Bissen des Fleischs.
"Moff Vayliuar, gehe ich recht in der Annahme, dass es nun zu spät und zu unangemessen ist, noch etwas Dienstliches anzusprechen? Die Tage jedenfalls wäre es mir wichtig, wenn wir nochmal ein-zwei Themen Prefsbelt IV betreffend besprechen könnten."
Sein Blick wanderte zu den markanten Gesichtszügen von Moff Prada: "Moff Prada, wir konnten uns ja heute nicht wirklich kennenlernen. Vielleicht findet sich ja ein andern Mal eine Gelegenheit dazu - in jedem Fall wünsche ich Ihnen und Ihrer Begleitung aber eine beeindruckende Gala."

Dann blickte er die Vier noch einmal an, dann schaute er zu Kal, und sprach so, dass alle fünf mit einbezogen waren: "Ich werde hier noch in Ruhe mein Abendbrot essen - wenn jemand noch Gesellschaft pflegen will, sei herzlich willkommen. Und ansonsten allen eine gute Nacht."
er nickte noch einmal in die Runde - für einen Handschlag war er mit den restlichen Anwesenden zu wenig bekannt und war sich außerdem bewusst, dass da mit einem Tablet auf der anderen Hand für viele die Grenze des Ertragbaren an Konventionsbrüchen überschreiten würde - und setzte sich dann in eine etwas dunklere Ecke der Bar.
Noch bevor er saß, hatte er sein dienstliches Datapad hervorgeholt.

Und ein kleines Lachen platzte aus dem Pau'aner heraus. Sie hatten so viel über Gesellschaften und Mitgliedschaft heute geredet und war dabei voll in ein Fettnäppchen getreten. Und nun war eine seiner ersten Nachrichten, dass er nun offiziell in die Imperiale Gesellschaft aufgenommen worden war.
Vor zweieinhalb Jahren hatte er dort einmal als Gastredner vorbeigeschaut... über das Thema 'Gesellschaftsanalyse als Vorsorgeuntersuchung für das Staatssystem'. Vor einigen Monaten hatte er sich dann für sie offiziell beworben - er brauchte Fördergelder für seine privaten Projekte und Forschungen - und nun war er offiziell aufgenommen.
Vorweg war eine tiefe Prüfung seiner Schriftwerke und Veröffentlichungen gegangen, sowie mehrere Anhörungen (bei denen er nicht immer ganz ruhig geblieben war). Ob seine Aufnahme zum jetzigen Zeitpunkt seinem neuen Amt zu verdanken war.
Er war zwar brilliant in der Philosophie, Gesellschaftsanalyse und Propaganda - aber die Geisteswissenschaften standen traditionell bei der Imperialen Gesellschaft im Ansehen hinter den Naturwissenschaften; und er selbst war ja auch Anhänger von Grenzwissenschaften, was seine Aufnahme noch einmal etwas erschwert haben dürfte.
Aber ob es nun zurecht an seinem Intellekt oder zu unrecht an seinem Amt als Gouverneur lag, war ihm egal. Er dankte in Gedanken noch einmal
Theranos und gönnte sich einen großen Schluck Tee.

Dann weiteten sich seine Augen und während er auf seinem Datapad eine Nachricht an seine Sekretärin
Liena auf Prefsbelt IV schrieb, aß er genüsslich sein Abendbrot weiter. Er gab die Anweisung weiter, dass das neu gefundene Gestein in Red One von nun an unter erhöhter Geheimhaltung abgebaut und erforscht werden sollte.
Das Ergebnis war noch offen, aber falls dieses Gestein tatsächlich besonders wertvoll war, sah
T'rsop nun noch weitere Möglichkeiten, wie er es noch besser nutzen könnte.

Er arbeitete und aß weiter, bis er irgendwann der Sperrstunde wegen aufgefordert wurde, die Bar zu verlassen.
Dem kam er nach dem Bezahlen bereitwillig nach - eilte jedoch noch einmal zurück, um sich die Kontaktdaten der Band geben zu lassen. Dann fluchte er erneut wegen der Kälte im Außenbereich und schlenderte zurück zum Praxeum.
Doch schlafen zu gehen, nutzte er die Nachtstunden noch einmal, um möglichst privat und ohne Verpflichtungen die Kunstwerke und Architektur dieses Gebäudes zu bewundern. Und in die Tiefen seiner Gedanken und Überlegungen zu gehen.

Zweimal wurde er von Wachpersonal angesprochen und ermahnt, nach Hause zu gehen. Bis er ihnen seine Gouverneursplakette zeigte und sie ihn gewähren ließen.
Die erste Wache gab ihm jedoch den Rat mit:
"Passen Sie auf sich auf, Gouverneur. Es ist dunkel und man kann nie wissen.
T'rsop nickte dankbar: "Danke, ich passe auf - Sie haben hier aber einfach ein zu fabelhaftes Arrangement aus Architektur und Kunst, als dass ich es unbedacht sein lassen will."
Und außerdem, so dachte er weiter, war er zu kurz im Amt, alsdass sein Tod das System zum Zusammensturz bringen würde... es sei denn natürlich, dass das gesamte Universum nur aus seinem Unterbewusstsein entsprang. Das glaubte er zwar nicht, würde er aber wahrscheinlich auch nie erfahren können.

So verbrachte er die Nacht staunend, bewundernd, kopfschüttelnd und sich Gedanken machend, bevor er dann fast schon im Morgengrauen in sein Bett fiel.

"Ich bin noch jung und verkrafte das", dachte der Pau'aner zufrieden und erhaben. Bis ihn sein Wecker rief, es sei Zeit, aufzustehen.
Wenigstens fallen Augenringe bei Pau'anern nicht so auf. Und wozu gab es kalte Duschen? Und das hiesige verdammt kalte Wetter?


[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Praxeum / Gästezimmer für T'rsop] - mit Gouverneur Dr. T'rsop
 
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