Jake Relis
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[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Quartier] C-06 „Mira“ und Jake Relis / Dr. Ralena Anne Moore, Samin und Dany in der Sitzecke beim Cockpit / Sana, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum
Jake musste schmunzeln. Das hatte er in diesem Gespräch schon erstaunlich oft getan – nicht, um jemanden in Sicherheit zu wiegen oder eigene Unsicherheiten zu überspielen, sondern einfach, weil ihm danach gewesen war. Keiner von beiden hatte am Anfang gewusst, was dieses Gespräch bringen würde. Und nun saßen sie hier, einander gar nicht mehr so fremd, jeder um das eine oder andere Geheimnis des anderen reicher und durch das damit verbundene Vertrauen ein Stück näher zusammengerückt.
Er hatte festgestellt, dass er Mira mochte. Man konnte sich gut mit ihr unterhalten, und mit ihrer Meinung hielt sie wirklich nicht hinterm Berg. Bei ihr wusste man, woran man war – zumindest, wenn sie es wollte. Jake mochte das. Überhaupt stand ihr die Selbstsicherheit, die inzwischen wieder durchkam, deutlich besser als die Ratlosigkeit darüber, wohin mit den eigenen Gefühlen.
„Alles gut, Mira. Es ist lange her, und es tut auch ganz gut, das mal wieder rauszulassen. Die Zeiten, in denen ich versucht habe, den Verlust im Glas zu versenken, sind lange vorbei. Danke, dass du zugehört hast.“
Onkel, Dad … sie würde schon sehen. Zumindest Onkel wäre schön. Der Gedanke ließ seinen Mundwinkel noch einmal zucken. Bevor Mira ihn allein im Quartier zurückließ, gab er ihr noch seine Einschätzung mit auf den Weg.
„Du bist schon schwer in Ordnung, Kleines.“
Als die Tür hinter ihr geschlossen war, blieb Jake einen Moment sitzen. Dann streifte sich mithilfe von Zehenspitzen und Fersen die Stiefel ab, um endlich aus dem grauen Overall zu kommen. Seine üblichen Sachen trug er darunter, wenn auch nach der Zeit unter dem zusätzlichen Stoff etwas zerknittert. Er zog den Saum seines Hemdes zurecht und klappte, noch auf Socken, auf der Suche nach einem Spiegel einige der großen Schranktüren auf. Dahinter fanden sich Kleidung und die üblichen Alltagsgegenstände einer oder vielleicht auch zweier Frauen. Auf den Einlegeböden lagen zusammengelegte Shirts und schlichte Tops neben einem kleinen Stapel Hosen. Darüber hingen Jacken, eine Bluse und ein Kleid, das zwischen den praktischen Alltagssachen beinahe ein wenig fehl am Platz wirkte. Ein weicher, etwas ausgeleierter Pullover war mehr zwischen die übrigen Sachen geschoben als ordentlich gefaltet worden. Weiter unten standen ein Paar robuste Stiefel und deutlich leichtere Schuhe. In einem offenen Fach lagen ein zusammengerollter Gürtel, eine Haarbürste und mehrere Haarbänder, von denen sich eines um den Bürstengriff gewickelt hatte.
Jake ließ den Blick kurz über die unterschiedlichen Kleidungsstücke wandern. Moore und Mira konnten sich ohne Zweifel die Klamotten teilen. Ob sie es tatsächlich taten und wem hier was gehörte, ließ sich allerdings kaum erkennen. Neben sorgfältig gefalteten Handtüchern stand eine kleine Tasche mit Pflegeartikeln; davor lag ein einzelner Ohrring, dessen Gegenstück sich offenbar andernorts herumtrieb. Er musste unwillkürlich schmunzeln. Besonders an Bord eines Raumschiffs fanden die kleinen Dinge Wege, verloren zu gehen. Wie oft er schon was gesucht hatte!
Die geschlossenen Schubladen ließ er geschlossen. Er suchte schließlich einen Spiegel und wollte keine Bestandsaufnahme ihres Privatlebens machen. Als er ihn endlich auf der Innenseite einer der Türen entdeckte, hängte er den Overall ordentlich auf einen freien Bügel, schob die benachbarte Jacke ein Stück zur Seite, damit nichts eingeklemmt wurde, und betrachtete sein Spiegelbild.
Das cremefarbene - früher hätte er einfach Besch gesagt, aber das hatte Jules ihm ausgetrieben - Hemd saß locker an seinem Oberkörper. Sein leicht strukturierter Stoff hatte ein paar zusätzliche Falten abbekommen, aber bei Jakes Garderobe fiel das kaum ins Gewicht. Der Kragen stand offen; die Ärmel schob er wieder bis zu den Unterarmen hoch. Darüber trug er seine dunkelbraune, beinahe schwarze Weste mit den großen aufgesetzten Taschen. Er strich sie mit beiden Händen glatt und zupfte sie an den Schultern zurecht.
Die dunkelblaue Hose mit den roten Streifen an den Außenseiten der Beine war ebenfalls etwas verrutscht. Jake rückte den breiten, abgewetzten Ledergürtel zurecht, bis dessen kantige Metallschnalle wieder mittig saß. Anschließend prüfte er mit einem beiläufigen Griff den Sitz des tief hängenden Blasterholsters an seiner rechten Seite und richtete den Lederriemen, der es am Oberschenkel hielt. Stoff, Leder und Metall zeigten deutliche Gebrauchsspuren. Alles war eingetragen, vertraut und dort, wo seine Hände es erwarteten.
Er fuhr sich einmal durch das blonde Haar, was dessen ohnehin eigenwillige Ordnung nur bedingt verbesserte, legte den Kopf leicht schief und testete die bewährten Jake-Relis-Fingerpistolen™ an seinem Spiegelbild. Dazu das passende Grinsen. Saß noch. Altbewährt.
Sein Blick wanderte an sich hinunter zu den Socken. Na gut. Die Stiefel fehlten noch.
Er schlüpfte wieder in die hohen, dunklen Lederstiefel, zog die Hosenbeine darin zurecht und warf einen letzten Blick in den Spiegel. Schon besser. Mit einem zufriedenen Zucken des Mundwinkels schloss er die Schranktür. Dann trat er zu seinem Blaster sicherte diesen im Holster. Dass Mira die ganze Zeit in ihrem gepanzerten Anszug rumgesessen hatte, hinterließ den Eindruck, das es auf Zanbar vielleicht Probleme geben konnte, die nur eine bewaffnete Konfrontation klären würde. Seinen Werkzeugkoffer hob er noch aus dem Weg, und platzierte ihn im schrank bei dem Overall. Ungesicherte Lasten konnten in Problemfällen zu tödlichen Lasten werden. Er strich noch einmal sein Hemd glatt und trat dann wieder auf den Gang. Schaute im Vorbeigehen kurz bei den Kids durch den Schottrahmen, hob grüßend die Hand. Die Kids schienen sich nicht gegenseitig umzubringen, was er schon mal als ein gutes Zeichen auffasste.
Dann fielen ihm Sanas gerötete Augen auf. Also nicht das Rot ihrer Iris, sondern das gleiche Rot, dass er zuvor auch bei Mira gesehen hatte. Tränen. 'Grrrr. Keinen Tränen auf der Seastar!'
Behutsam trat er ein und fand den Weg zu Sana und einem ihm fremden Mädchen (Naeva).
„Hi, Sana wir kennen uns schon. Aber du und ich nicht.“ Dabei deutete er zwischen sich und der Unbekannten hin- und her, bevor er leise meinte, um nicht die Aufmerksamkeit der restlichen Kindermeute zu wecken. „Hey, ich bin Jake. Ich kam nicht umher zu bemerken, dass hier Tränen geflossen sind.“ Er deutete mit einem Zeigefinger in sein Gesicht, schaute zwischen den Beiden her und landete schließlich wieder bei Sana, um zu verdeutlichen, dass ihm das nicht entgangen war. Denn wo weinte man, wenn nicht mit dem Gesicht?
Dann meinte er mit einem aufmunternden Schmunzeln. „Keine Tränen auf Seastar. Nicht wenn ich irgendwie helfen kann.“ Er deutete mit dem Daumen den Gang runter. „Ich habe eben schon welche getrocknet. Alles okay bei euch? Braucht ihr irgendwas?“, fragte er dann besorgt.
[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Sitzecke beim Cockpit] Moore, Samin und Dany / Mira im Bad eines der Quartiere, Jake Relis im Quartier / Sana, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum
Jake musste schmunzeln. Das hatte er in diesem Gespräch schon erstaunlich oft getan – nicht, um jemanden in Sicherheit zu wiegen oder eigene Unsicherheiten zu überspielen, sondern einfach, weil ihm danach gewesen war. Keiner von beiden hatte am Anfang gewusst, was dieses Gespräch bringen würde. Und nun saßen sie hier, einander gar nicht mehr so fremd, jeder um das eine oder andere Geheimnis des anderen reicher und durch das damit verbundene Vertrauen ein Stück näher zusammengerückt.
Er hatte festgestellt, dass er Mira mochte. Man konnte sich gut mit ihr unterhalten, und mit ihrer Meinung hielt sie wirklich nicht hinterm Berg. Bei ihr wusste man, woran man war – zumindest, wenn sie es wollte. Jake mochte das. Überhaupt stand ihr die Selbstsicherheit, die inzwischen wieder durchkam, deutlich besser als die Ratlosigkeit darüber, wohin mit den eigenen Gefühlen.
„Alles gut, Mira. Es ist lange her, und es tut auch ganz gut, das mal wieder rauszulassen. Die Zeiten, in denen ich versucht habe, den Verlust im Glas zu versenken, sind lange vorbei. Danke, dass du zugehört hast.“
Onkel, Dad … sie würde schon sehen. Zumindest Onkel wäre schön. Der Gedanke ließ seinen Mundwinkel noch einmal zucken. Bevor Mira ihn allein im Quartier zurückließ, gab er ihr noch seine Einschätzung mit auf den Weg.
„Du bist schon schwer in Ordnung, Kleines.“
Als die Tür hinter ihr geschlossen war, blieb Jake einen Moment sitzen. Dann streifte sich mithilfe von Zehenspitzen und Fersen die Stiefel ab, um endlich aus dem grauen Overall zu kommen. Seine üblichen Sachen trug er darunter, wenn auch nach der Zeit unter dem zusätzlichen Stoff etwas zerknittert. Er zog den Saum seines Hemdes zurecht und klappte, noch auf Socken, auf der Suche nach einem Spiegel einige der großen Schranktüren auf. Dahinter fanden sich Kleidung und die üblichen Alltagsgegenstände einer oder vielleicht auch zweier Frauen. Auf den Einlegeböden lagen zusammengelegte Shirts und schlichte Tops neben einem kleinen Stapel Hosen. Darüber hingen Jacken, eine Bluse und ein Kleid, das zwischen den praktischen Alltagssachen beinahe ein wenig fehl am Platz wirkte. Ein weicher, etwas ausgeleierter Pullover war mehr zwischen die übrigen Sachen geschoben als ordentlich gefaltet worden. Weiter unten standen ein Paar robuste Stiefel und deutlich leichtere Schuhe. In einem offenen Fach lagen ein zusammengerollter Gürtel, eine Haarbürste und mehrere Haarbänder, von denen sich eines um den Bürstengriff gewickelt hatte.
Jake ließ den Blick kurz über die unterschiedlichen Kleidungsstücke wandern. Moore und Mira konnten sich ohne Zweifel die Klamotten teilen. Ob sie es tatsächlich taten und wem hier was gehörte, ließ sich allerdings kaum erkennen. Neben sorgfältig gefalteten Handtüchern stand eine kleine Tasche mit Pflegeartikeln; davor lag ein einzelner Ohrring, dessen Gegenstück sich offenbar andernorts herumtrieb. Er musste unwillkürlich schmunzeln. Besonders an Bord eines Raumschiffs fanden die kleinen Dinge Wege, verloren zu gehen. Wie oft er schon was gesucht hatte!
Die geschlossenen Schubladen ließ er geschlossen. Er suchte schließlich einen Spiegel und wollte keine Bestandsaufnahme ihres Privatlebens machen. Als er ihn endlich auf der Innenseite einer der Türen entdeckte, hängte er den Overall ordentlich auf einen freien Bügel, schob die benachbarte Jacke ein Stück zur Seite, damit nichts eingeklemmt wurde, und betrachtete sein Spiegelbild.
Das cremefarbene - früher hätte er einfach Besch gesagt, aber das hatte Jules ihm ausgetrieben - Hemd saß locker an seinem Oberkörper. Sein leicht strukturierter Stoff hatte ein paar zusätzliche Falten abbekommen, aber bei Jakes Garderobe fiel das kaum ins Gewicht. Der Kragen stand offen; die Ärmel schob er wieder bis zu den Unterarmen hoch. Darüber trug er seine dunkelbraune, beinahe schwarze Weste mit den großen aufgesetzten Taschen. Er strich sie mit beiden Händen glatt und zupfte sie an den Schultern zurecht.
Die dunkelblaue Hose mit den roten Streifen an den Außenseiten der Beine war ebenfalls etwas verrutscht. Jake rückte den breiten, abgewetzten Ledergürtel zurecht, bis dessen kantige Metallschnalle wieder mittig saß. Anschließend prüfte er mit einem beiläufigen Griff den Sitz des tief hängenden Blasterholsters an seiner rechten Seite und richtete den Lederriemen, der es am Oberschenkel hielt. Stoff, Leder und Metall zeigten deutliche Gebrauchsspuren. Alles war eingetragen, vertraut und dort, wo seine Hände es erwarteten.
Er fuhr sich einmal durch das blonde Haar, was dessen ohnehin eigenwillige Ordnung nur bedingt verbesserte, legte den Kopf leicht schief und testete die bewährten Jake-Relis-Fingerpistolen™ an seinem Spiegelbild. Dazu das passende Grinsen. Saß noch. Altbewährt.
Sein Blick wanderte an sich hinunter zu den Socken. Na gut. Die Stiefel fehlten noch.
Er schlüpfte wieder in die hohen, dunklen Lederstiefel, zog die Hosenbeine darin zurecht und warf einen letzten Blick in den Spiegel. Schon besser. Mit einem zufriedenen Zucken des Mundwinkels schloss er die Schranktür. Dann trat er zu seinem Blaster sicherte diesen im Holster. Dass Mira die ganze Zeit in ihrem gepanzerten Anszug rumgesessen hatte, hinterließ den Eindruck, das es auf Zanbar vielleicht Probleme geben konnte, die nur eine bewaffnete Konfrontation klären würde. Seinen Werkzeugkoffer hob er noch aus dem Weg, und platzierte ihn im schrank bei dem Overall. Ungesicherte Lasten konnten in Problemfällen zu tödlichen Lasten werden. Er strich noch einmal sein Hemd glatt und trat dann wieder auf den Gang. Schaute im Vorbeigehen kurz bei den Kids durch den Schottrahmen, hob grüßend die Hand. Die Kids schienen sich nicht gegenseitig umzubringen, was er schon mal als ein gutes Zeichen auffasste.
Dann fielen ihm Sanas gerötete Augen auf. Also nicht das Rot ihrer Iris, sondern das gleiche Rot, dass er zuvor auch bei Mira gesehen hatte. Tränen. 'Grrrr. Keinen Tränen auf der Seastar!'
Behutsam trat er ein und fand den Weg zu Sana und einem ihm fremden Mädchen (Naeva).
„Hi, Sana wir kennen uns schon. Aber du und ich nicht.“ Dabei deutete er zwischen sich und der Unbekannten hin- und her, bevor er leise meinte, um nicht die Aufmerksamkeit der restlichen Kindermeute zu wecken. „Hey, ich bin Jake. Ich kam nicht umher zu bemerken, dass hier Tränen geflossen sind.“ Er deutete mit einem Zeigefinger in sein Gesicht, schaute zwischen den Beiden her und landete schließlich wieder bei Sana, um zu verdeutlichen, dass ihm das nicht entgangen war. Denn wo weinte man, wenn nicht mit dem Gesicht?
Dann meinte er mit einem aufmunternden Schmunzeln. „Keine Tränen auf Seastar. Nicht wenn ich irgendwie helfen kann.“ Er deutete mit dem Daumen den Gang runter. „Ich habe eben schon welche getrocknet. Alles okay bei euch? Braucht ihr irgendwas?“, fragte er dann besorgt.
[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Sitzecke beim Cockpit] Moore, Samin und Dany / Mira im Bad eines der Quartiere, Jake Relis im Quartier / Sana, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum
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