Weltraum (Neutral)

[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Aufenthaltsraum] Sana, Naeva, Jake, Samin und die anderen Kinder

Dass Samin Angst davor haben sollte, wieder etwas falsch zu machen, konnte Sana sich nach ihrem Gespräch auf der Couch schon vorstellen. Sie hatte schon bemerkt, dass ihre Mutter manchmal nicht wusste, was sie sagen sollte. Vielleicht wollte Samin es wirklich besonders gut machen und fing deshalb gar nicht erst an, was ja umso lächerlicher war, denn mit Sana konnte man reden, machte ja Naeva auch. Die Hybridin hoffte, dass Jake damit recht hatte. Aber warum sollte sie sich jetzt auch noch ausdenken, wie sie Samin helfen konnte? Sie wusste doch selbst nicht, wie sie mit ihr reden sollte. Sie sollte ihrer Mutter helfen, ohne dass Samin es merkte. Das klang alles furchtbar kompliziert.

„Wenn sie die Beste sein will, muss sie doch auch gut mit mir reden können. Sonst ist sie ja nicht perfekt. Eher weit weg davon. Mrs Durant aus dem Heim hat immer gesagt perfekt ist nur die Imperatorin, wir alle können ihr nur nacheifern."

So etwas musste auch Mal gesagt werden. Bei dem Virus blieb Sana hängen. Sie hatte doch gerade erst gedacht, dass die Macht vielleicht ansteckend war. Nun erzählte Jake von einer Krankheit, gegen die Jedi helfen konnten. Vielleicht war das mit der Macht ja wirklich so etwas wie ein Virus. Wie merkte man überhaupt, ob man so etwas hatte? Bis auf dieses Bauchziehen hatte sie nichts gemerkt. Nur von den Jedi heilbar stützte definitiv ihre These das da etwas gehörig faul war mit denen.
Vielleicht war längst etwas mit ihr passiert und sie hatte überhaupt nichts davon mitbekommen. Die Vorstellung machte ihr Angst. Sie hätte wenigstens gern gewusst wie man dieses Machtdingsitives wieder los wurde. Auch Naevas Interesse an den fremden Sendern gefiel ihr immer weniger. Ihre Freundin hörte interessiert zu, während Jake erklärte, weshalb er gerade die gesperrten Sachen wissen wollte. Aber die waren doch nicht ohne Grund gesperrt! Man musste doch nicht alles ausprobieren! Naeva konnte sich da sonst was erzählen lassen und hinterher vielleicht auch noch glauben, dass es im Outerrim wie im Stuhlkreis in der Kinderstunde zuging. Sana musste sie wenigstens warnen und vielleicht konnte sie ja jetzt wo sie sich auch mit der Macht angesteckt hatte Jakes Verwirrungen im Kopf wieder heil machen.


„Naeva, wir sollten uns das lieber nicht angucken“, sagte sie. „Nachher glaubst du auch noch, was die erzählen und die Gehirnwäschen dich! Guck weil Jake haben sie ja schon erwischt!“

„Ich will doch nur mal hören, was da kommt“, erwiderte ihre Freundin. „Ich glaub denen ja nicht gleich alles.“

Das beruhigte Sana nicht besonders. Jake hatte auch geglaubt, dass ihm bei dem Jedi nichts passiert war, aber woher sollte er das denn wissen? Vielleicht hätte er diese Sender vorher gar nicht einstellen wollen. Jetzt fand er es eine gute Idee und merkte nicht einmal, dass daran etwas nicht stimmte. Dabei wollte er ihnen doch helfen.

„Bitte lass das lieber“, bat sie Jake. „Du musst dir das wirklich nicht anhören. Wir können doch was anderes machen.“

Sie hätte ihn lieber noch etwas über das Fliegen gefragt. Oder sie konnten sich irgendetwas ansehen, bei dem keine Jedi vorkamen und niemand einem Quatsch erzählen wollte. Er hatte doch bestimmt genug andere Sachen, die er ihnen zeigen konnte.

„Das mit der Polizei fänd ich auch gut“, sagte Naeva. „Die Sector Ranger und CompForce machen doch auch so was, oder? Da muss man ja genauso trainieren.“

Für Sana klang das ebenfalls ziemlich ähnlich. Sie sollten dafür sorgen, dass niemand Ärger machte, notfalls auch mit Waffen. Dass man für einen Jäger so fit sein musste, hätte Sana allerdings nicht gedacht. Das Drücken beim Start hatte sie noch in Erinnerung. Wenn das beim Fliegen noch stärker werden konnte, würde sie das wohl auch erst üben müssen.

„Den Sport würd ich jedenfalls hinkriegen“, meinte Naeva.

Samin stand im Türrahmen. Sana hatte nicht damit gerechnet, dass ihre Mutter schon jetzt zu ihnen kam. Ob sie etwas von ihrem Gespräch mit Jake gehört hatte? Vorhin hätte Sana sie noch gern hier bei sich gehabt, aber nun wusste sie nicht, was sie mit ihr reden sollte. Sie hätte gern noch eine Weile mit Naeva geredet, ohne dass ihre Mutter dabei war. Auf die Frage nach dem Platz nickte Sana schneller als sie es sich anders überlegen könnte und rückte etwas näher zu Naeva, sodass neben ihr Platz frei wurde. Sie wollte schließlich auch nicht, dass ihre Mutter wieder ging.

Dann gab Jake ihre Frage an Samin weiter und zwinkerte ihr auch noch zu. Musste er das jetzt machen? Er hätte ihr einfach selbst antworten können. Das fand sie gerade richtig doof von ihm. Sanas Ohrenspitzen färbten sich leicht rot, aber sie sagte nichts dazu.


[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Aufenthaltsraum] Sana, Naeva, Jake, Samin und die anderen Kinder
 
// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Sitzecke beim Cockpit // Dany und Moore //

Dany hatte inzwischen damit begonnen, die vorbeiziehenden Linien des Hyperraums zu betrachten. Moore schien für einen Augenblick in Gedanken versunken zu sein. Die Mandalorianerin wollte sie gerade fragen, ob noch irgendetwas anstand, als die Silberhaarige ihr zuvorkam. Nervös? Dany hob leicht die Augenbrauen und musste anschließend etwas grinsen.

"Kommt drauf an. Wegen Zanbar oder wegen Bakura?"

Sie überlegte einen Moment.

"Auf Zanbar bin ich vor allem gespannt. Meine Eltern haben den mandalorianischen Raum verlassen, bevor ich geboren wurde. Und jetzt fliege ich zum ersten Mal selbst dorthin. Schon irgendwie verrückt, wenn man darüber nachdenkt."

Ein leichtes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Sie war schließlich mit den Geschichten ihrer Eltern aufgewachsen, hatte einen alten mandalorianischen Helm mitsamt Dolch geerbt und sich immer als Mandalorianerin verstanden. Trotzdem würde sie dort vermutlich mehr oder weniger als Fremde ankommen.

Und dann waren da natürlich noch die Schmieden. Allein bei dem Gedanken daran begann Dany beinahe vor Vorfreude zu kribbeln. Zwei Jahre lang hatte sie jeden Credit zweimal umgedreht, Preise verglichen, gefeilscht und sich mit ihrer notdürftig zusammengestellten Ausrüstung zufriedengegeben. Normalerweise war sie ausgesprochen sparsam und ließ sich auch von geschickten Verkäufern kaum etwas andrehen. Aber jetzt? Mit einer halben Million Credits in Aussicht und mandalorianischen Waffenschmieden direkt vor der Nase?

Shab. Das konnte gefährlich werden. Dany sah Moore mit einem beinahe verschwörerischen Grinsen an.


"Ach, und wenn wir schon bei Zanbar sind: Du und Samin müsst mir einen Gefallen tun. Falls ich in diesen Schmieden plötzlich anfange, meine ganzen Credits auf den Kopf zu hauen, haltet Ihr mich bitte davon ab?"

Sie lachte leise.

"Ich bin normalerweise wirklich sparsam. Und im Feilschen ziemlich gut. Aber nach zwei Jahren auf Sparflamme könnte es sein, dass ich da ein bisschen die Beherrschung verliere."

Dany konnte sich bereits vorstellen, wie sie mit einer neuen Rüstung, drei Blastern, Jetpack, Dolchen und irgendwelchem anderen Kram aus der nächsten Schmiede spazierte und hinterher feststellen musste, dass sie eigentlich noch ein Schiff kaufen wollte. Bei Bakura sah die Sache allerdings etwas anders aus.

"Und was Bakura angeht ... naja. Ich habe in den letzten zwei Jahren ein paar ziemlich bescheuerte Sachen gemacht. Aber in eine imperiale Forschungseinrichtung einzubrechen, gehört bisher nicht dazu."

Dany schnaubte leise und zuckte mit den Schultern.

"Wäre wohl ziemlich dämlich, da überhaupt nicht nervös zu sein. Besonders, wenn ich im Ernstfall auch noch dafür sorgen soll, dass ihr alle wieder heil herauskommt."

Sie sah Moore an. Die Frau hatte bislang ziemlich genau gewusst, was sie tat. Zumindest meistens. Und offenbar traute sie Dany einiges zu, sonst hätte sie ihr diese Aufgabe wohl kaum übertragen. Ein Teil von ihr fand das durchaus schmeichelhaft. Der andere fragte sich, ob die Wissenschaftlerin ihre Fähigkeiten nicht doch ein wenig überschätzte. Dany verzog die Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen.

"Ich nehme an, Du bist nahezu gar nicht nervös? Bei Deiner beeindruckenden Lebensgeschichte..."

// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Sitzecke beim Cockpit // Dany und Moore //
 
| Hyperraum in Richtung Mando-Raum | Seastar | Aufenthaltsraum |
Samin, Sana, Naeva, Jake und die anderen Kinder; Dany und Moore in der Sitzecke beim Cockpit, Mira in den Quartieren


Samins Herz machte einen kleinen Sprung, als ihre Tochter tatsächlich ein Stück zur Seite rückte. Zwar hatte sich die Chiss nun vorgenommen, mehr wertvolle Zeit mit Sana zu verbringen, allerdings wusste sie immer noch nicht so recht, wie sie das anstellen sollte. Weder wollte sie sich aufdrängen und die Jugendliche vergraulen, noch wollte sie so viel Abstand halten, dass sie desinteressiert wirkte. Sie nahm sich jedoch vor, Moores Rat umzusetzen: Sie machte einfach mal, und wenn sie dabei Fehler begann, dann gehörte das wohl zum Prozess dazu.

Also lächelte sie Sana dankbar zu und setzte sich auf den freiwerdenden Platz. Natürlich war es Jake, der als erstes die Gelegenheit ergreifen musste, um irgendeine Frage loszuwerden. Für die Antwort überlegte sie einen Moment. Sie versuchte sich in seinen zuweilen etwas wirren Verstand zu versetzen und herauszufinden, welche Antwort er von ihr erwartete. Tatsächlich war sie noch nie in der Situation gewesen, sich einfach ein beliebiges Reiseziel aussuchen zu können. Ihre Flugrouten waren eigentlich immer durch Befehle, Aufträge oder irgendwelche Notwendigkeiten vorgegeben worden.


„Ich würde gerne mal hinfliegen können, wohin ich will.“

Sie hatte in ihrem bisherigen Leben unzählige Sternensysteme besucht und dabei erstaunlich wenig von ihnen gesehen. Raumhäfen, Militärbasen, Hangars. Meist sogar nur den Orbit. Und nicht selten waren die entsprechenden Bewohner der Welt auch nicht besonders froh darüber, dass sie auftauchte.

Tiefer in Gedanken verloren, als sie beabsichtigt hatte, umfasste Samin ihre angezogenen Beine und legte das Kinn auf die Knie. Selbst auf Bastion, wo sie sich mit Abstand am häufigsten aufgehalten hatte, war sie kaum aus Center herausgekommen.


„Vielleicht einfach mal irgendwohin, wo es schön ist. Ich war noch nie an einem Strand. Oder irgendeine Welt mit einem bunten Wald.“

Sie schmunzelte sanft und sah zu Sana hinüber. Eigentlich wäre das doch eine schöne Sache. Gemeinsam irgendwohin reisen, vielleicht schwimmen gehen oder einfach mal einen Tag lang nichts tun. Hatte sie je einen Tag lang mal nichts getan? Sie konnte sich gar nicht vorstellen, wie das gehen sollte. Spätestens nach zwei Stunden würde sie vermutlich anfangen, sich irgendeine Beschäftigung zu suchen. Aber vielleicht war das ja etwas, das man lernen musste. Die Vorstellung, solche Dinge gemeinsam mit ihrer Tochter herauszufinden, gefiel ihr jedenfalls.

„Wie ist es mit dir, Sana?“

Die Chiss überlegte kurz, ob sie gleich an dieser Stelle einen gemeinsamen Ausflug vorschlagen sollte. Allerdings wusste sie nicht einmal, ob Sana das Reisen gefiel. Oder Strände. Vielleicht war sie eher der Stadt-Typ. Vielleicht waren auch technische Sehenswürdigkeiten, wie irgendwelche Raumstationen oder ein Weltraumlift mehr ihr Ding. Auf der Scrapwing wirkte sie ziemlich interessiert, wenn Samin ihr gezeigt hatte, wie man Dinge reparierte. Aber das musste ja nicht unbedingt etwas bedeuten. Außerdem musste Sana ja nicht dieselben Interessen wie ihre Mutter haben. Ihre eigene Kindheit hatten ihr deutlich genug gezeigt, wie unangenehm es werden konnte, wenn die eigene Mutter entschied, was für eine Person aus einem werden sollte.

„Was würdest du gerne mal sehen?“

Sie wandte sich auch Naeva neben ihnen zu. Die beiden Mädchen waren seit Jahren miteinander befreundet, und Samin konnte sich gut vorstellen, dass sie vieles gemeinsam unternehmen wollten. Die beiden hatten eine offenkundige Vertrautheit, die Samin sich erst noch verdienen musste.

„Oder gibt es irgendwas, das ihr beide schon immer mal machen wolltet?“

Sie grinste etwas schief.

„Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was Jugendliche in eurem Alter normalerweise in ihrer Freizeit machen.“

Die Chiss sah zwischen Sana, Naeva und Jake hin und her, ehe das schiefe Grinsen etwas Schelmisches annahm.

„Außer Sabacc spielen und mich dabei ausnehmen, natürlich. Das habe ich inzwischen gelernt.“

Samin wandte ihren Blick Jake zu.

„Und was wäre die richtige Antwort auf deine Frage gewesen? Darf ich sitzen bleiben?“

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Samin, Sana, Naeva, Jake und die anderen Kinder; Dany und Moore in der Sitzecke beim Cockpit, Mira in den Quartieren
 
[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Aufenthaltsraum] Sana, Naeva, Jake, die anderen Kinder und Samin

„Na ja, sie will die Beste sein, aber noch ist sie es nicht. Und auf dem Weg dahin kann man ihr vielleicht helfen“, beantwortete Jake zunächst ruhig Sanas noch offene Frage. Er neigte den Kopf ein wenig und zuckte mit einer Schulter, während ein mildes Lächeln um seine Mundwinkel spielte. Man konnte sich natürlich auch zurücklehnen und zuschauen, wie sie in jeden Fettnapf tappte, aber das wäre gemein.

Dann hob er die Augenbrauen. Was war das denn? Gehirnwäsche? Ausgerechnet Jake fucking Relis? Nimmer! Das musste er klarstellen. „Ich bin überhaupt nicht gehirngewaschen, eher das Gegenteil“, protestierte der Alderaaner und hob zur Bekräftigung den Zeigefinger. Seine entrüstete Miene wirkte dabei eine Spur zu ausgeprägt, um völlig ernst gemeint zu sein. „Ich glaube einfach nicht alles, was man mir erzählen will, und ich behaupte auch nicht, alles zu wissen. Ich hinterfrage einfach viel und versuche, mir Informationen aus unterschiedlichen Quellen zu holen …“ Das war’s. Das war die perfekte Argumentationskette! Zufrieden mit sich selbst nickte er einmal, ehe ihm ein weiterer Gedanke kam. Sein erhobener Zeigefinger beschrieb einen kleinen Bogen in der Luft. „… und mir ist auch gerade eingefallen, dass Moore sich bestimmt ebenfalls nicht sagen lässt, welchen Nachrichten sie zu glauben hat. Bestimmt ist der Holonetzempfänger auf der Condor so eingestellt, dass er neutrale und imperiale, aber auch republikanische Nachrichten und Sendungen empfangen und abspielen kann.“ Jake ließ die Hand sinken. „Damit kann man sich dann einen Überblick verschaffen und auch mal analysieren, wer einen was glauben lassen will!“
Die Frage Naevas wollte er aber auch nicht unter den Tisch fallen lassen und griff diese nochmal auf.
"Sector Rangers sind so ähnlich, nur eben nicht auf einem Planeten, sondern in einem ganzen Sektor. Die gehen gegen Piraten und Sklavenjäger vor. Das kann schon deutlich kämpferischer sein."
, gab er Naeva zu bedenken.

Als er sich wieder Samin zuwandte, wich die gespielte Entrüstung einem aufmerksameren Ausdruck „Ich weiß es nicht, Samin. Das war deine ganz eigene Meinung und Antwort. Die kann bei so einer Frage gar nicht falsch sein. Meine ist lediglich anders.“ Jake zuckte leicht mit den Schultern und schenkte ihr ein kleines, aufmunterndes Lächeln.

„Ich würde meinem Herzen folgen. Denn manchmal ist das, wo wir hinwollen, gar kein Ort, sondern eine Person oder sogar ein Gefühl.“
Für einen Moment schweifte sein Blick ab, und sein Lächeln wurde nachdenklicher. „Unsere Galaxie ist voller Wunder, aber die kleinen und großen Probleme des Alltags können einen das schneller vergessen lassen, als einem lieb ist.“

Er ließ die Worte einen Augenblick stehen, bevor er sich räusperte und mit einem schiefen Grinsen wieder in die Runde blickte.
„Aber wenn das zu philosophisch ist …“ Nachdenklich fuhr er sich über die Bartstoppeln am Kinn. „Tatooine. Ein Wüstenplanet mit zwei Sonnen. Und so ein doppelter Sonnenuntergang hat einfach was. Wenn der Himmel in zwei Farbenmeere aus Rot, Orange und Gelb getaucht wird …“ Er hob eine Hand und beschrieb damit einen weiten Bogen, als könnte er ihnen den Anblick zeigen. „Das ist einfach beeindruckend. Da kann ein normaler Sonnenuntergang nicht mithalten.“ Bei der Erinnerung schlich sich ein warmes Lächeln auf sein Gesicht.

„Der Sand kann lästig sein“, räumte Jake mit einem kurzen Verziehen des Mundes ein. „Aber nach dem Untergang der Sonnen kann man es sich oben auf einem Schiff bequem machen und wunderbar den Nachthimmel betrachten. Da draußen ist kaum etwas bebaut, und mitten in der Wüste stört kein künstliches Licht den Blick auf die Sterne.“ Seine Hand sank wieder auf seinen Oberschenkel, während er für einen Moment gedankenverloren vor sich hin sah. Schließlich wandte er den Kopf wieder Samin zu. „Aber wenn es Meer und Strand sein soll: Naboo, Chandrila, Cantonica. Dreena soll auch sehr schön sein, da war ich aber noch nicht, will ich aber unbedingt mal hin.

Seine Miene hellte sich auf, und der vertraute Schalk kehrte in seine Augen zurück. „Meine Stimme hattest du längst. Aber wie schon gesagt: Das ist eine Gruppenentscheidung.“ Er blickte erst Naeva, dann Sana an und hob fragend die Augenbrauen. „Naeva, Sana, was meint ihr? Darf Samin bleiben?“


[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Aufenthaltsraum] Sana, Naeva, Jake, die anderen Kinder und Samin
 
[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Sitzecke beim Cockpit] Moore und Dany / Mira im Bad eines der Quartiere / Samin, Sana, Naeva, Jake Relis und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum

Moore zog die Hand von der Lehne und setzte sich wieder zu Dany. „Eigentlich auf beides. Was haben deine Eltern dir von ihrer alten Heimat erzählt?“

Bei der Bitte, sie vom Geldausgeben abzuhalten, lachte sie leise. „Also ... ich helfe dir gern dabei, dein Geld bei dir zu behalten. Aber an deiner Stelle würde ich eher hoffen, dass es überhaupt für alles reicht, was du gern hättest. Ich schätze die Feinarbeit der Schmiede dort sehr. Sie wissen allerdings auch, dass sie für ihre Qualität ordentlich Geld verlangen können. Du bekommst als eine von ihnen wahrscheinlich ganz anderes Material zu sehen als jemand wie ich. Das soll nicht heißen, dass man mich übers Ohr haut.... Es ist eben etwas anderes, ob man dazu gehört oder nicht. So viel habe ich mittlerweile verstanden.“ Die Auswahl würde sie ganz den Schmieden überlassen, deren Rüstungssysteme selbst für sie noch immer ausgesprochen undurchsichtig waren.

„Wir sind alle dafür verantwortlich, dass jeder Einzelne von uns da heil wieder herauskommt. Ich halte viel von den Mandalorianern, die ich kenne. Und bei dir habe ich ein gutes Gefühl, Dany. Du bist die Richtige für den Job auch wenn du daran selbst Zweifeln solltest. Das passt schon.“ Die herbe Note aus Miras gedachter Mischung lag ihr noch auf der Zunge. Es wäre schön, Dany irgendwann in Miras Bar einzuladen, Samin ebenso, um sich erzählen zu lassen, wo die beiden auf dem Rad untergekommen waren... Eine Erinnerung die nicht die Ihre war... offensichtlich wirkte die Öffnung der Verbindung noch nach. Moore erwischte sich dabei, Danys Sorge am liebsten mit einer weiteren Versicherung ausräumen zu wollen. Dabei hatte die Frau allen Grund, sich Gedanken zu machen. Sie würde in diese Anlage gehen und sich darauf verlassen, dass die Sephi wusste, was sie von ihr verlangte. Moore wollte sich später nicht vorhalten müssen, dass sie bei einer anderen Söldnerin genauer hingesehen hätte. Schon die Möglichkeit, sich aus Zuneigung über etwas hinwegzusetzen, das ihr sonst aufgefallen wäre, machte ihr mehr Sorgen als Bakura selbst.

„Nein, nervös bin ich nicht. Aber ich frage mich schon, ob ich ein wenig altersmilde geworden bin. Ob ich meinen Schneid verloren habe, weil ich so lange das Rad nicht mehr verlassen habe.“ Sie lehnte sich zurück. Zu Hause konnte sie einen Versuchsaufbau abschalten, sich ein Glas Wein holen und weitergrübeln, bis ihr etwas Besseres einfiel. „Mein letzter ... Auftrag war ... sagen wir, nichts, was diese Anlage uns entgegenwerfen könnte, kommt an den Terror heran, den ich damals verspürt habe. Im Vergleich dazu kommt mir Bakura fast überschaubar vor. Eine gesunde Menge Angst und Respekt habe ich trotzdem.“ Damals hatte sie zeitweise nicht einmal gewusst, welche ihrer Gedanken noch ihr gehörten. Sie schenkte Dany ein sanftes Lächeln.

[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Sitzecke beim Cockpit] Moore und Dany / Mira im Bad eines der Quartiere / Samin, Sana, Naeva, Jake Relis und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum
 
[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Aufenthaltsraum] Sana, Naeva, Jake, Samin und die anderen Kinder

Also sollte sie ihrer Mutter doch helfen. Samin hatte sie zurückgelassen und nun sollte Sana sich auch noch besonders anstrengen, damit die beiden miteinander zurechtkamen. Das fand sie ziemlich ungerecht, aber sie sagte nichts mehr dazu. Dass Jake so entschieden widersprach, machte seine Sache nur verdächtiger. Wenn die Jedi ihm schon im Kopf herumgemacht hatten, konnte er doch gar nicht merken, dass etwas nicht stimmte, sie drehte sich hier wirklich im Kreis. Sana würde herausfinden müssen, was dieser Jedi mit ihm angestellt hatte und wie man das wieder wegbekam. Jake sollte davon vorerst lieber nichts erfahren. Vielleicht war er ja sowas wie eine lebende Jedi-Abhördings.

Vielleicht hatte Moore diese Sender wirklich eingestellt. Sie kannte sich doch mit Computern aus. Bisher hatte Sana geglaubt, dass sie gefährliche Sachen dann auch erkennen würde. Aber vielleicht verstand sie davon gar nicht so viel. Ihr fiel wieder ein, wie ihrer Mutter beim Kartenspiel die Karten heruntergefallen waren. Danach hatte sie ganz anders mit Moore geredet. Die schlimmsten Kriminellen waren das, hatte Samin über die Black Sun gesagt. Vielleicht interessierten Moore die Verbote deshalb einfach nicht. Sie hatte ihnen geholfen und war so nett zu ihnen gewesen. Konnte sie trotzdem gefährlich sein?

Naeva schien vor allem an der Erklärung über die Sector Rangers hängen geblieben zu sein.


„Gegen Piraten und Sklavenjäger? Das klingt schon richtig cool“, meinte sie zu Jake. „Dann kommt man dabei ja auch ziemlich viel herum. Kann man bei den Mandalorianern auch so was lernen? Also kämpfen und Leute beschützen? Wir fliegen ja sowieso dorthin.“

Samin saß inzwischen neben ihr und hatte die Beine angezogen. Nun wollte sie tatsächlich wissen, was Sana gern sehen würde. Sana sah zu ihr hinüber, brachte aber erst einmal nichts heraus. Sie hätte ihrer Mutter gern etwas erzählt. Es war leichter gewesen, Jake nach einem schönen Ort zu fragen. Jetzt sollte sie selbst einen nennen, und ihr fiel keiner ein. Ob Samin darauf wartete, dass sie sich für einen der vorgeschlagenen Planeten entschied? Dass ihre Mutter noch nie an einem Strand gewesen war, fand Sana allerdings komisch. Samin war erwachsen und hatte gearbeitet. Dann hatte sie doch auch Urlaub gehabt. Dabei konnte man irgendwohin fahren, wo es schön war. Sana hatte sich vorgestellt, dass ihre Mutter solche Dinge längst kannte.

Jakes Erklärung mit dem Herzen half ihr jedenfalls nicht. Was hatte das denn mit Reisen zu tun? Dafür brauchte man ein Schiff und musste wissen, wohin man fliegen wollte, man konnte ja schlecht auf einem Herzen fliegen. Als er von den zwei Sonnen erzählte, hörte sie genauer zu und versuchte sich vorzustellen, wie die zusammen am Himmel aussahen... das es sowas überhaupt gab, zwei Sonnen, wie wusste man denn dann wann man schlafen gehen musste?

Dann fragte er, ob Samin bleiben durfte.


„Du musst sitzen bleiben.“

Das kam schneller heraus, als Sana beabsichtigt hatte. Sie sah ihre Mutter an.

„Ich hab dir doch Platz gemacht.“

„Ja, klar“, stimmte Naeva zu.

Sana war ihrer Mutter immer noch böse. Aber ihre Mutter sollte jetzt nicht wieder gehen, bloß weil Sana nicht gleich wusste, was sie sagen sollte. Sie versuchte, auf Samins Frage nach den Reiseorten eine Antwort zu finden, schüttelte dann aber den Kopf.


„Ich weiß noch nicht. Ich weiß ja gar nicht, was es da alles gibt.“

Mit Naeva hatte sie auch nie wirklich darüber gesprochen, wohin sie zusammen reisen könnten. In den Holoromanen kamen zwar dauernd fremde Orte vor, aber sie hatte sich nicht überlegt, ob sie dort selbst einmal hinfahren könnte. Was sie sonst gern machte, konnte sie ihrer Mutter wenigstens sagen.

„Ich lese gern Holoromane.“ Sie zögerte kurz. „Und ich lerne gern neue Sachen. Das mit dem Reparieren auf der Scrapwing fand ich gut.“

„Ich bleib beim Laufen und allem was einen anstrengt“, sagte Naeva. „und tanzen. Aber wohin ich mal reisen will, weiß ich auch noch nicht.“

Sana sah wieder zu ihrer Mutter. Das mit dem Strand beschäftigte sie noch immer.

„Warst du denn schon mal im Urlaub?“

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Hyperraum Richtung Mandalore | Naran Baatar, Shopa, Baxter

Naran schlief nicht lange, vielleicht vier Stunden. Aber das war gar nicht ungewöhnlich für den Mandalorianer. Diese kurzen Schlafphasen kamen ihm ganz natürlich. Oder sie waren ganz unnatürlich von den Arkanianischen Genetikern in ihn einprogrammiert worden. Je nachdem, aus welchem Standpunkt man die Sache betrachten wollte. Anschließend hatte der Mandalorianer Zeit. Zwei oder drei Tage würden sie unterwegs sein, Tage in denen Naran mehr oder weniger zum Nichtstun verdammt war und daher seinen Gedanken freien Lauf lassen konnte. Erfahrungsgemäß war das nie eine gute Sache. Zugegeben, auf einen sonderlich großen Schatz an Erinnerungen konnte er nicht zurückgreifen, da er bis zum Pubertätsalter seine Zeit ohne Bewusstsein in einer Reifungskammer verbracht hatte.

Aber das, was an Erinnerungen da war, bot allerlei Schauermärchen, die
Naran lieber ganz tief in sein Unterbewusstsein verbannte. Entsprechend bemühte der Mandalorianer sich auch jetzt, seinen Geist irgendwie beschäftigt zu halten. Zum Glück bot ihm da die Wartung seiner Mandalorianischen Rüstung und seiner vielen Waffen dazu ausgiebig Gelegenheit. Die Kämpfe auf Nar Shaddaa waren wirklich heftig gewesen und hatten so ihren Verschleiß mit sich gebracht. Mehr als einmal war Naran rückblickend betrachtet dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Paradoxerweise hatte er sich aber genau in diesen Momenten so lebendig wie noch nie geführt. Dieser Widerspruch gab dem Mandalorianer tatsächlich einiges zu denken. Wenigstens verging so die Zeit erstaunlich schnell.

Als
Naran schließlich in seiner frisch polierten Rüstung wieder den CROC Gozanti betrat, war etwa die halbe Reisezeit vergangen. Shopa und Baxter hatten unterdessen ihre Jagd nach versteckten Ortungsgeräten abgeschlossen und waren dabei, ihre Inventur abzuschließen. Also gesellte er sich zu den beiden ins Cockpit, um sich auf den neuesten Stand zu bringen: “Ich sehe, ihr zwei wart sehr geschäftig. Habt ihr irgend etwas interessantes gefunden?” Tatsächlich war Narans Wissen über die Aktivitäten von sehr oberflächlicher Natur und das wenige, das er wusste, stammte aus dem induzierten flash-pumping. Dieses ihm eigene und gleichzeitig fremde Wissen beschäftigte sich aber hauptsächlich damit, wie man mit den Hutten als Söldner Geld verdienen konnte. Details über die Huttengeschäfte selbst waren also entsprechend übersichtlich.

Der Mandalorianer hörte den wirren Erklärungen der beiden Still zu. Sie redeten schnell und fielen sich entweder ständig ins Wort, um sich zu widersprechen oder beendeten den Satz des jeweils anderen.
Naran hatte also so seine Mühen, Shopa und Baxter zu folgen. Die Quintessenz war wohl irgendwas von ausreichend bis gut, also nickte der Mandalorianier das Ergebnis der beiden ab. “Das klingt doch gar nicht so schlecht, dann hat sich unsere Spontanaktion auch gelohnt.” Der Huttenraum war jetzt allerdings erstmal ein ziemlich heißes Pflaster für die drei. Sicher, sie wussten nicht, ob man ihren kleinen Diebstahl bemerkt hatte oder ob man sie dabei identifiziert hatte oder ob überhaupt noch jemand am Leben war, der sich dafür interessierte. Es war aber zweifelsohne besser, das Glück erst einmal nicht herauszufordern.

Naran selbst war einigermaßen ratlos, wo er nun also sonst am besten als nächstes nach Arbeit suchen sollte. In den meisten Sternensystemen waren die Dienste, die ein Mandalorianer anbieten konnte, nicht unbedingt legal, solange nicht ein politisch einflussreicher Industrieller oder ein führender Politiker selbst seine schützende Hand über die Anstellung hielt. Allerdings kannte er keine einzige Person, die man so beschreiben könnte, also fragte er so beiläufig, wie er nur konnte. “Was habt ihr zwei eigentlich vor, nachdem wir alles auf Mandalore erledigt haben?” Vermutlich war er erheblich weniger subtil als er sich das in seinem Kopf ausgemalt hatte.

Hyperraum Richtung Mandalore | Naran Baatar, Shopa, Baxter
 
| Hyperraum in Richtung Mando-Raum | Seastar | Aufenthaltsraum |
Samin, Sana, Naeva, Jake und die anderen Kinder; Dany und Moore in der Sitzecke beim Cockpit, Mira in den Quartieren


Samin schmunzelte, als Jake – natürlich – mit einer philosophischen Antwort daherkam. Seinem Herzen folgen. Das klang nach einer dieser Weisheiten, die der Alderaaner auf Knopfdrück abrufen konnte. Allerdings war die Aussage weder falsch noch dumm. Wenn sie darüber nachdachte, hatte sie schließlich gerade erst eine Entscheidung getroffen, die dem durchaus entsprach. Sie hatte das Cockpit verlassen und saß nun neben ihrer Tochter. Ihr Herz sagte ihr ziemlich klar, wo es sein wollte.

„Erstaunlich tiefgründig für jemanden, der vor ein paar Stunden noch eine Luxusyacht stehlen wollte“, kommentierte sie mit breitem Grinsen.

Seine anschließende Beschreibung von Tattooine hörte sie sich interessiert an. Zwei Sonnen waren eine beeindruckende Systemkonstellation. Ein Wüstenplanet war für jemanden, der von einer Eiswüste stammte, dafür nicht ganz so reizvoll. Schnee durch Sand einzutauschen klang dann doch nicht so erstrebenswert. Und ein ungestörter Blick auf den Sternenhimmel war für jemanden, der sich hauptberuflich im dunklen All mit eben jener störungsfreien Aussicht aufhielt, nun auch nicht das größte Verkaufsargument.


„Hat das Mon Cala-System nicht auch zwei Sonnen?“, fragte sie und spulte tief im Hinterkopf verborgenes Akademie-Wissen aus dem Astrographie-Unterricht ab. „Und Wasser. Da gibt es doch bestimmt auch Strände?“

Einziges Manko war, dass es sich bei eben jenem System um das Zentrum der sogenannten Neuen Republik handelte.

„Auch, wenn wir da natürlich nicht hinkönnen.“

Selbes galt für Naboo und Chandrila. Die Welten, die zumindest theoretisch im Einflussbereich von Sith oder Jedi standen, fielen natürlich raus. Cantonica und Dreena konnte sie nicht aus dem Kopf zuordnen.

„Die Jedi könnten uns finden.“

Sanas Antwort war eindeutiger, als sie sich vorher ausgemalt hatte. Samin musste sitzen bleiben. Schließlich hatte ihre Tochter ihr Platz gemacht. Etwas überrascht wandte sie den Kopf herum und sah das Mädchen an. Die klare Bestimmtheit, mit der Sana das gesagt hatte, traf sie irgendwie unerwartet. Vielleicht war es für ihre Tochter eine Selbstverständlichkeit gewesen. Für Samin war es das jedenfalls nicht. Noch immer fragte sie sich ständig, ob Sana überhaupt Lust hatte, mit ihr zu sprechen. Nun bestand sie ausdrücklich darauf, dass ihre Mutter bei ihr blieb.

„Dann bleibe ich natürlich“, sagte die Chiss mit einem Lächeln, das sie nicht zurückhalten konnte.

Während die Jugendliche ihre Interessen aufzählte, rückte Samin sich noch etwas bequemer zurecht und hörte aufmerksam zu. Holoromane. Neue Dinge lernen. Und das Reparieren auf der Scrapwing hatte ihr gefallen. Samin konnte nicht verhindern, dass ihr Lächeln noch etwas breiter wurde. Gerade der letzte Punkt gefiel ihr. Zu jener Zeit hatte sie gar nicht gewusst, ob Sana sich tatsächlich dafür interessierte, lediglich höflich oder gar gelangweilt gewesen war.


„Das Reparieren hat mir auch Spaß gemacht.“

Holoromane gehörten hingegen nicht wirklich zu ihrer Expertise. Zwar hatte die Pilotin mal versucht, welche zu lesen, die Sakura ihr vorgeschlagen hatte, aber die schmalzigen Liebesgeschichten fand sie dann doch eher öde. Vielleicht waren es aber auch nur die falschen Romane für sie. Jedenfalls nahm sie sich vor, ihrer Tochter bei nächster Gelegenheit ein paar Romane aufzutreiben.

„Welche Holoromane gefallen dir denn?“

Sie sah kurz zu Naeva, die lieber Sport trieb und tanzte. Tanzen? Samin versuchte sich vorzustellen, wie sie selbst dabei aussehen würde. Seit dem Desaster des Abschlussballs von Anaxes war sie nie wieder auf die Idee gekommen, zu tanzen. Zwar würde sie ihre eigene Körperbeherrschung als exzellent bezeichnen, das bedeutete aber noch lange nicht, dass sie sich auf einer Tanzfläche auch nur in irgendeiner Weise geschickt angestellt hätte.

„Tanzen hätte ich bei dir nicht erwartet. Du wirktest bist jetzt immer so tough.“

Sie lachte der älteren Jugendlichen etwas überrascht entgegen.

„Du könntest uns ja was beibringen?“

Sanas anschließende Frage ließ sie dann jedoch gleich wieder nachdenklich werden. Ob sie schon einmal Urlaub gemacht hatte? Eigentlich war die Antwort darauf einfach. Trotzdem musste sie einen Moment überlegen. Da waren natürlich mal ein paar freie Tage gewesen. Aber nichts, was man hätte als Urlaub bezeichnen können.

„Nein“, antwortete sie schließlich kopfschüttelnd. „Nicht so richtig. Ich bin noch nie irgendwo hingereist, weil ich einfach Lust darauf hatte.“

Sie warf Sana ein etwas verlegenes Lächeln zu.

„Holen wir das zusammen nach?“

Ein lautes Knurren aus ihrer Magengegend unterbrach derweil die Unterredung. Samins Blick legte sich auf den Küchenblock im Aufenhaltsraum. Sie hatten nun eine Weile nichts mehr gegessen. Die anderen Kinder mussten auch langsam hungrig werden. Warum eigentlich warten, um gemeinsam etwas zu unternehmen? Die Chiss deutete mit einem Kopfnicken in Richtung der Zeile.

„Ich koche zwar nicht ansatzweise so gut wie Moore, aber hättet ihr Lust, mir zu helfen, was zum Mittagessen zuzubereiten?“

| Hyperraum in Richtung Mando-Raum | Seastar | Aufenthaltsraum |
Samin, Sana, Naeva, Jake und die anderen Kinder; Dany und Moore in der Sitzecke beim Cockpit, Mira in den Quartieren
 
// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Sitzecke beim Cockpit // Dany und Moore //

Dany musste bei Moores Bemerkung über die Preise der mandalorianischen Schmieden etwas schlucken. Na wunderbar... Wahrscheinlich würde sie bereits beim Betreten der ersten Werkstatt feststellen, dass ihre gewaltige Bezahlung vielleicht doch nicht so gewaltig war. Vor allem, wenn sie hinterher noch ein neues Schiff kaufen wollte.

"Shab, vielleicht sollte ich vorher ein festes Budget aufstellen. Sonst komme ich am Ende mit der schönsten Rüstung der Galaxis nach Hause und habe keinen Credit mehr übrig."

Sie grinste, ehe sie auf Moores Frage nach den Erzählungen ihrer Eltern zurückkam. Was hatten sie ihr eigentlich alles über ihre alte Heimat erzählt? Eine ganze Menge, wenn sie genauer darüber nachdachte. Allerdings war Dany nie besonders tief in die Geschichte ihres Volkes eingestiegen.

"Ach, das Übliche eben. Unsere Vorfahren, die Clans, irgendwelche Kriege und natürlich jede Menge Geschichten über mandalorianische Krieger. Meine Mutter wusste da ziemlich viel drüber. Aber ehrlich gesagt habe ich mir davon längst nicht alles gemerkt. Als Kind ist das alles sehr spannend, aber irgendwann habe ich dann aufgehört mich, so sehr dafür zu interessieren"

Sie zuckte unbekümmert mit den Schultern.

"Weißt du, ich bin Mandalorianerin, weil meine Eltern Mandalorianer sind. Das liegt mir eben in den Genen. Ich bin damit aufgewachsen und hab nie groß darüber nachgedacht. Aber ich hab jetzt auch nicht mein ganzes Leben nach irgendwelchen alten Traditionen ausgerichtet."

Dany grinste etwas breiter.

"Dass ich ausgerechnet Kopfgeldjägerin geworden bin, ist da eigentlich ein ziemlich blöder Zufall. Klingt jedenfalls mandalorianischer, als es gemeint war. Ich wollte einfach mein eigenes Ding machen und dabei ordentlich Credits verdienen."

Auf Shinbone hatte es schließlich ganz andere Dinge gegeben, mit denen sie sich beschäftigen musste. Schule, Freunde, ihre Eltern und irgendwann die Frage, wie es nach dem Erwachsenwerden weitergehen sollte. Dass ihre Familie ursprünglich aus dem mandalorianischen Raum stammte, war dabei nie das bestimmende Thema gewesen.

"Aber ich bin schon neugierig, wie die Leute dort tatsächlich leben. Vielleicht lerne ich ja noch ein bisschen was über meine eigenen Wurzeln."

Als Moore ihr anschließend erklärte, dass sie die Richtige für den Einsatz auf Bakura sei, wusste Dany zunächst nicht recht, was sie darauf erwidern sollte. Sie hatte durchaus Selbstvertrauen. Ziemlich viel sogar, wenn man sie fragte. Aber so eine ausdrückliche Anerkennung von jemandem mit Moores Erfahrung bekam sie nun wirklich nicht jeden Tag. Ein kleines, beinahe verlegenes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.

"Danke. Ich hoffe jedenfalls, dass ich dein Vertrauen rechtfertigen kann."

Sie wollte den Satz eigentlich mit irgendeinem lockeren Spruch ergänzen, ließ es dann aber bleiben. Moore schien inzwischen selbst ziemlich nachdenklich geworden zu sein. Und was sie anschließend über ihren letzten Auftrag erzählte, klang alles andere als angenehm. Dany betrachtete die Silberhaarige aufmerksam. Dass eine Frau, die offenbar schon mehrere Jahrzehnte damit verbracht hatte, sich mit Geheimdiensten, Kriminellen und anderen gefährlichen Gestalten herumzuschlagen, von regelrechtem Terror sprach, gab ihr zu denken.

"Shab, das klingt, als hättest du damals einiges durchmachen müssen."

Sie legte leicht den Kopf schief.

"Was ist denn passiert? Also, wenn du darüber reden möchtest."

Dany lächelte etwas zurückhaltender.

"Und wegen der Altersmilde ... keine Ahnung. Vielleicht ist das auch einfach nur Erfahrung. Ich meine, nach siebzig Jahren muss man doch nicht mehr jede Schwierigkeit mit dem Kopf durch die Wand lösen, oder?"

// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Sitzecke beim Cockpit // Dany und Moore //
 
[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Aufenthaltsraum] Sana, Naeva, Jake, die anderen Kinder und Samin

Eigentlich hatte Naeva auch voll Recht. So ein Leben als Sector Ranger hörte sich wirklich spannend an, das konnte selbst Jake nicht langweilig reden. „Das schon, aber wie viele bewohnte Planeten gibt es in einem Sektor? Meist so was um die fünfzig bis hundert. Im Kern wird’s dichter, am Rand eher weniger. Da kann man schon ein bisschen was sehen, aber es ist halt nicht die ganze Galaxie. Und es sind auch dann immer noch andere, die dir sagen, wo du hinmusst und was du tun sollst.“ Bei den letzten Worten zuckte er leicht mit den Schultern. Genau da lag für ihn der Haken.

„Fliegen solltest du trotzdem lernen, Naeva, denn als Pilotin findest du überall ’nen Job. Oder es zählt zumindest schon mal als Zusatzqualifikation. Und du kannst hier von zwei der Besten lernen.“ Mit einem selbstverständlichen Grinsen deutete er zwischen Samin und sich hin und her, ehe er seinen Blick auch Sana zuwandte. „Also, ihr beide könnt das.“

Als Samins Tochter ihre Mutter fragte, ob sie schon einmal Urlaub gemacht hatte, musste Jake sein Lachen mit einem Husten überspielen. Er hielt sich rasch die Faust vor den Mund und bemühte sich um einen möglichst unbeteiligten Gesichtsausdruck. Wenn die Halbchiss jemals Urlaub eingereicht hatte, dann doch nur, um noch mehr Zeit im Simulator zu verbringen. Den Gedanken behielt Jake ausnahmsweise mal für sich. Lediglich ein verdächtiges Zucken um seine Mundwinkel blieb.


„Ich kann mehr als nur eine Sache gleichzeitig tun.“, erwiderte Jake Samins Kommentar mit einem ebenso breiten Grinsen. Er lehnte sich entspannt zurück und zählte mit gespielter Gewissenhaftigkeit an den Fingern ab. „Ich kann Weisheiten teilen, eine Luxusyacht klauen wollen, dabei unverschämt gut aussehen und auch noch der beste Pilot im Sektor sein.“ Beim letzten Punkt legte er sich eine Hand auf die Brust und hob das Kinn ein wenig. Dass er damit Samin herausforderte zu widersprechen, schien ihn ausgesprochen wenig zu beunruhigen, ganz im Gegenteil er zwinkerte ihr sogar neckisch zu.

„Mon Calamari? Weiß nicht. Wenn ich’s vermeiden kann, halte ich mich von Zentren politischer Macht fern.“ Er verzog leicht den Mund, bevor sich wieder ein schiefes Grinsen darauf ausbreitete. „Du weißt schon, man sagt, dass Politik die zweitälteste Profession der Galaxie ist und eine verblüffende Ähnlichkeit mit der ältesten hat.“

„Hä? Warum sollten euch die Jedi suchen?“
Jake zog die Brauen zusammen, die Verwunderung in seiner Stimme war echt. Finden setzte für ihn erst einmal voraus, dass jemand suchte. Klar, Samin war ein imperiales Fliegerass, aber sie war halt Soldatin. Bestimmt würde der Nachrichtendienst der Republik gerne erfahren, was sie so wusste. Doch am Ende des Tages war sie einfach eine Kombattantin gewesen und hatte, soweit Jake wusste, keine Kriegsverbrechen begangen. Sie würde vermutlich sogar politisches Asyl beantragen können. Nachdenklich strich er sich über das Kinn. „Den Geheimdienst könnte ich mir ja noch vorstellen, aber warum die Jedi?“
Jake grübelte noch mit einem nachdenklichen Blick zur Decke darüber nach, als Samin ihn zum Urlaub einlud. Er senkte den Kopf wieder und sah sie an. Die kleine Falte zwischen seinen Brauen glättete sich, und ein ungezwungenes Lächeln trat an ihre Stelle.
„Klar, ich komme gerne mit.“ Diesmal ließ er die Antwort ohne den Willen, einen weiteren Spruch aufzufahren, stehen. Mit so einer großzügigen EInladung hatte er gar nicht gerechnet. Der Wille war zwar da, aber das Mundwerk war schneller. "Irgendwer muss euch ja zeigen, wie man Urlaub macht." Bei diesen Worten wippte er freudig mit den Augenbrauen. Im nicht arbeiten, war er quasi Fachmann. Das beherrschte er auf beeindruckende Art und Weise.

„Ich komme auch gerne mit in die Küche. Und ich weiß, ich darf nicht mithelfen. Das ist okay.“ Noch bevor Samin etwas einwenden konnte, und sich auf seine Kochversuche in der gemeinsamen Zeit bei den Wolves beziehen konnte, hob er beschwichtigend beide Hände. Sein Grinsen kehrte zurück. „Ich mache nur Caf und schaue dann mal nach den anderen.“


[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Aufenthaltsraum] Sana, Naeva, Jake, die anderen Kinder und Samin
 
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