[Worldbuilding] Emmergens

Gestern konnten wir das erste Prolog-Abenteuer für Der Große Krieg spielen und ich habe dann auch gleich dazu auch ein Kapitelbild gezeichnet...

01b - Texalotl.png


Texalotl... die Geschichte des verlorenen Waldchikchiks...
 
Weiteres, kleines Projekt: ich zeichne die Fotos mit Fineliner und weißer Tusche, welche @Spaceballs "Quer durch Timat" Charakter Rodrigo Pancha Villa mit seinem neu erworbenen Fotoapperat im letzten Abenteuer aufgenommen hat...

Werden einige "Fotos" werden, hier mal der erste Versuch:

WhatsApp Bild 2025-03-02 um 11.20.58_1e12ad8d.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe es endlich soweit geschafft, dass lediglich ein Buch editiert werden muss und wir haben alle derzweit fertigen Bücher im Regal stehen. Hat lange gedauert, da aufzuholen. Jetzt muss ich neue Bücher fertig spielen und schreiben, damit da was Neues dazukommt. Schönes Gefühl!
Das letzte Buch, woran ich jetzt gerade rumeditiere, ist Augenblicke III, ein Sammelband für Kurzgeschichten und kleine, lose Abenteuer, welche meine Mitspieler und ich angefertigt haben. Augenblicke IV füllt sich derzeit schon ^__^

Und so schaut das gerade in meinem Bücherzimmer aus:

WhatsApp Bild 2025-04-02 um 13.00.17_09ef3abe.jpg
 
Ich bereite gerade unser letztes "Umläut" Spiel in Emmergens vor: Der Kampf der Spielleute - Krieger der Musik. Nach eineinhalb tausend Jahren gibt es wieder einen Wettstreit zwischen Bardengruppen, doch diesmal wird er überall in den Megaplex hin übertragen und die eh schon strapazierte Welt steht Kopf. Wer wird den ersten Preis ergattern? Wer wird so schnell von der Bühne verschwinden, wie er aus den Schatten der mit Neonlichtern durchfluteten Plexgassen aufgetaucht ist?
Ich beschäftige mich schon länger damit, welche Gruppe ich in die Schlacht ziehen lasse (und gewonnen habe ich da auch noch nie), jetzt habe ich mal eine Zeichnung von meinen Bardenkonstrukten angefertigt :kaw:

Fürsten des Metalls.png

Mit Rygar an der E-Laute und beim Gesang... Iggi-AchtAcht am E-Bass... X-3Pi0 an der E-Laute... und Vier-Eloem am Schlagzeug...
 
Krank zuhause rumhängen ist gerade super depremmierend und scheiße fad, insofern versucht der funktionierende Rest meines Gehirns, eine Vernetzung zwischen all unseren Emmergens-Kampagnen hochzuziehen... und weil ich nicht ruhig sitzen geschweige denn liegen bleiben kann, bis ich da was mit bastle (doch ADHS? ist das ein Ding?), hab ich damit mal angefangen:

Zusammenhänge in Emmergens.jpg


Zudem bin ich zur Zeit dran, das letzte (!) vollendete Buch zu korrigieren/editieren/formatieren, sammle ein paar alte Einzelabenteuer und Kampagnenkapitel, die sich um ein bestimmtes Charakterduo drehen (Sam und Cure), versuche den EscapeRoom-Adventskalender vom letzten Jahr in eine Kurzgeschichte umzuwandeln und bereite einen Haufen Kurzabenteuer vor, welche sich mit den individuellen Geschicken einzelner Flüchtlingsgruppen nach dem Sonnenfeuer befassen... äh ja (vlt doch ADHS, der Test liegt bei meiner Psychiaterin)...

Ich werde diese Kampagnenkarte nachher mal ausdrucken und anfangen, Verbindungen zu ziehen 0_o
 
Und es ist fertig... hab sicher ne Tonne an Überlappungen und Co vergessen, aber es soll ja nur mal andeuten, wie vernetzt das mittlerweile alles ist ^^

Zusammenhänge in Emmergens.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe mir mal die Mühe gemacht und alle Zitate von den Buchumschlägen zusammengesammelt. Die kommen so alle (bis auf einen Ausnahmefall) in den Büchern gar nicht vor und sollen einfach zeigen, wie die Protagonisten oder Außenstehende das "Erlebte" sehen. Enjoy:

Schattenseide
"Habt Ihr auch manchmal das Gefühl, als würdet Ihr ständig träumen?" - Kimberley McMuffin

Wüstenblumen
"Nur weil Kim es sagt, ist es noch lange nicht so!" - Mantra von Kreiia Arvid

Heldenerbe
"Ich trinke nur so viel Met wie mit aller Gewalt reingeht... und dann noch zwei mehr." - Leitfaden von Ulfgar Thorson

Weltennebel
"Es muss irgendeinen Weg hier heraus geben..." - Kimberley McMuffin zu Lady Elissa

Eiswind
"Wo, in Irmores Namen, ist Ulfgar jetzt schon wieder hinverschwunden?" - Elenar Aranaar

Traumspiele
"Warum habe ich einen Lord geheiratet, wenn hier jede Frau als 'Lady' bezeichnet wird?" - Lady Elissa

Regenzeit
"Ach was... Totenbeschwörung, Nekromantie, dunkle Künste. Ich will doch nur spielen..." - Lady Elissa

Narrenlieder
"Irgendwie war es von Anfang an klar, dass meine Mutter sogar in dieser Sache ihren ganz speziellen Auftritt haben musste." - Yvaine 'Ladybird' McMuffin

Interessante Geschichten - Ein Zwischenspiel
"Helden? Das waren keine Helden... das war ein Haufen Verrückter. Und leider die einzigen brauchbaren Leute, die wir zu dieser Zeit hatten." - Shern Connor, Kardinal der Kirche von St. Piad

Die Frühlingskriege
"Ein Mädchen muss halt auch sein Geld verdienen. Ein Krieg kommt da wie gelegen." - Blanca

Splitter der Zeit
"Ihr wirkt genauso verloren, wie wahnsinnig. Und das macht Euch irgendwie sympathisch." - Jaice

Land der Inseln
"Wenigstens schmeckt hier der Schnaps." - Zhīzhū

Geschichten von Staub und Schatten
"Warum konnten sie uns auf der Schule nicht solche Dinge beibringen?" - Garýn Zell

Geschichten von Tod und Wiedergeburt
"Und zu unserem Glück waren meine alten Freunde noch im Westen aktiv." - Aria

Geschichten von Schwert und Feuer
"Wer hätte gedacht, dass Geschwister derart lästig sein können…" - Lady Elissa

Abenteuer aus Cromshell
"Es war besser, ihnen den Wagen zu verkaufen, als auch nur noch eine Stunde länger mit ihnen zu reisen." - Frim Pechog

Augenblicke
"Ist die Geschichte an sich nicht nur eine einzige Aneinanderreihung von Augenblicken?" - Frydwien Neunklee

Augenblicke II
"...ich wart und wart und alles, was Sie hier machen, ist meine Zeit verschwenden…" - Herr Strudel

Augenblicke III
"Nur weil Elfen im echten Leben auch solche Pfeifen sind, muss ich meinen hier doch nicht wie einen Helden spielen...!" - Hanybal Ducarn

Die Schatten Emeralds
"Das ist ein ganz ein Netter." - Agathe Federhut

Die Schatten Emeralds – Verdeckte Ermittlungen
"Ihr schafft das schon." - Garýn Chakal

Die Schatten Emeralds – Die Neonlichter des Plexes
"Und die haben immer behauptet, sie wären meine Freunde…" - Won Bin

Der Kerkermeister und andere Geschichten aus den Schatten Emeralds
"Wenn wir jetzt nicht gleich weiterspielen, töte ich zuerst mich und dann Euch." - Lina Joaki-Maibrunn

Sonnenfeuer
"Sicherheitsdienst hat große Fragen. Große Fragen. Essen, essen. Nudeln schön heiß." - Hoa

Thuêban
...einfach mit Thuêban gelaufen für einige Zeit... - Guikut

Die Reisenden
"Die alten Völker vergessen nicht." - Azog'tar'sho

Tûp
...Tûp unser Freund... Tûp großer Held... - Tufo

S&L Ermittlungsschreibstube
Finden, beschaffen und mehr - Werbeschriftzug

Abenddämmerung
"Und aus der Asche der alten Welt wird eine neue entstehen. Und wir werden die Wächter Seines Königreiches sein..." - Loreno Kenia

Die Traumkriege
"Ein letztes Mal noch will ich die Sonne der Welt aufgehen sehen... und die Söhne und Töchter des Menschenvolkes sollen ihr mit mir entgegen blicken und wissen, dass sie frei sein werden." - Hanna

Der Kampf der Spielleute
"Alleine schon der Gedanke, dies alles nun jedes Jahr ertragen zu müssen..." - Bodolan von Grautreu

Der Kampf der Spielleute 764
"...und die Laugenknoten in der Arena werden von Spektakel zu Spektakel auch immer teurer…" - Ertel Hopfinger

Der Kampf der Spielleute 765
"Wegen diesem ganzen Kladderadatsch kann man ja nicht einmal mehr sein Hundi in den Emeralder Gärten spazieren führen...!" - Melari Rosh

Entscheidungen
"Das Siegel wird halten. Du wirst ewig hier gefangen bleiben, das verspreche ich Dir..." - Jorsh Åmpersøndt

Unterschiede
"Wenn ich nicht wenigstens alle paar Zeiten im 'Schwein' meinen Frust in Bier ertrinken könnte, hätte ich den ganzen Saustall hier schon lange hingeschmissen." - Tscharwan Musiç

Wirklichkeiten
"Sollen sie nur kommen! Niemand wird mich heute aufhalten!" - Sherdu von Dybuk

Gael
"Warum sind Zwerge immer so wehleidig?" - Lona

Emeralder Herbst
"Lesen. Jetzt." - Josef Backlisch

Hallen, Stollen und Tavernen
"Wenn wir nicht bald Hilfe erhalten, möge Khaz'dor unseren Seelen beistehen..." - Steinvogt Ulla Tammodottir

Die Grabkammer des Ervgar Eichen
"Unt so mancher Zwyrge is gar sklåvenhafte der verfyreriscen Illusiøn der Logig als Opfer gewyhet..." - Ervgar Eichen

Grastänzer
"Du befindest Dich auf einem ähnlichen Weg wie ich... keiner von uns beiden ist verloren." - Jacob Mceoin

Der Corossus-Jeroch-Express
"Wenn ich gewusst hätte, was da alles so los sein wird, hätte ich mir vielleicht doch noch meinen Fahrschein gelöst..." - Franzig Niederstuhl

Enchiridion
"Hätten wir doch nur damals schon so viel Einblick in die Geschicke unserer Welt gehabt..." - Loddrich Wohlkraut

Das historische Manuskript - Eine Sammlung
"Noch eine Tasse Westblütler, Herr Kollege?" - Frydwien Neunklee

Quer durch Timat
"Ich bin die Nacht." - Opa Vlad

Haarit Aaradym
"Nur weitere ewig schlafende Seelen. Nicht interessant für uns." - Xynx

Die Balade von Sam und Cure
"Eine von denen ist schon schwer erträglich... aber die beiden Mädls im Doppenpack...?" - Gonzo Nadelholz

Vom Hauer und vom Mond
"Ich will Pudding!" - Dame Willa vom Berg

Vom Hauer und vom Fürsten
"Ich will Pudding!" - Herr Doriand von Bernstein

Vom Hauer und vom Ziegenbock
"Ich will Pudding!" - Herr zu Riffendhal

Die Kunst, aus Scheiße Gold zu machen
"So 'ne Scheiße hier!" - unbekannter Kanalarbeiter
 
Zuletzt bearbeitet:
Das vorletzte Kapitel aus unserer Die Kunst, aus Scheiße Gold zu machen ist gespielt und ich habe heute das letzte Abenteuer fertig geschrieben. 20 Pocherspieler treten in der semigesetzlosen Stadt Canyon gegeneinander an, um 500 Platinmünzen abzuräumen. Doch mischt sich auf Mord, Verrat und das Gesetz des Kaisers in das Turnier mit ein und im großen Finale unserer wirklich tollen Geschichte wird sich zeigen, ob die Spielercharaktere allen ihren Träumen nachkommen werden können :)
 
Ich pflege seit längerem eine Lesereihenfolge aller Chroniken, egal ob direkte Kampagnen, Sammlungen oder Kurzgeschichten, welche von vielen der Spielern geschrieben wurden. Ist schon eine wunderschöne Aneinanderreihung von genialen Stories, die sich hier anhäufen und einen großen Epos ergeben, den wir seit nun fast schon 30 Jahren zusammen auf die Beine stellen :kaw:
Einige sind noch nicht fertig, andere noch nicht gedruckt... aber sie sind ein Teil unserer riesigen Geschichte, die wir erzählen wollen :D

  1. Die Traumkriege
  2. Gael
  3. Die Grabkammer des Ervgar Eichen
  4. Hallen, Stollen und Tavernen
  5. Die Kunst, aus Scheiße Gold zu machen
  6. Piraten des Großen Meeres
  7. Abenddämmerung
  8. Vom Hauer und vom Mond
  9. Vom Hauer und vom Fürsten
  10. An den Wassern der Gauca
  11. Vom Hauer und vom Ziegenbock
  12. Abenteuer aus Cromshell
  13. Emeralder Herbst
  14. Schattenseide
  15. Wüstenblumen
  16. Heldenerbe
  17. Weltennebel
  18. Eiswind
  19. Interessante Geschichten (Von Schurken)
  20. Interessante Geschichten (Sucht die Prinzessin)
  21. Interessante Geschichten (Rote Schatten)
  22. Traumspiele
  23. Regenzeit
  24. Interessante Geschichten (Von Helden)
  25. Interessante Geschichten (Kinderlieder)
  26. Narrenlieder
  27. Interessante Geschichten (Kapitel: Am Lagerfeuer)
  28. Die Schatten Emeralds
  29. Die Schatten Emeralds II - Verdeckte Ermittlung
  30. Thuêban
  31. S&L - Ermittlungsschreibstube
  32. In den Schatten von Cruhn
  33. Der Kampf der Spielleute
  34. Der Kampf der Spielleute 764
  35. Der Kampf der Spielleute 765
  36. Ferne Länder
  37. Die Frühlingskriege
  38. Der Große Krieg I
  39. Tûp
  40. Land der Inseln - Das Jahr der Schildkröte
  41. Der Große Krieg II
  42. Grastänzer
  43. Der Große Krieg III
  44. Entscheidungen
  45. Grenzland
  46. Geschichten von Staub und Schatten
  47. Splitter der Zeit
  48. Geschichten von Tod und Wiedergeburt
  49. Geschichten von Schwert und Feuer
  50. Unterschiede
  51. Der Corossus-Jeroch-Express
  52. Quer durch Timat²
  53. Wirklichkeiten²
  54. Haarit Aaradym
  55. Die Schatten Emeralds III - Die Neonlichter des Plexes
  56. Der Kampf der Spielleute - Krieger der Musik
  57. Die Reisenden
  58. Sonnenfeuer
  59. Was danach geschah...
  60. Augenblicke I
  61. Augenblicke II
  62. Augenblicke III
  63. Augenblicke IV
  64. Das Historische Manuskript
  65. Die Ballade von Sam und Cure
  66. Der Kerkermeister und andere Geschichten aus den Schatten Emeralds
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin grad wegen Migräne zuhause und konnte mich nur ein wenig durch Zeichnen entspannen... da ich letzte Woche mit den Kids einer sehr guten Freundin ihre Piraten Kampagne weitergespielt habe, hab ich ein paar klare Momente genutzt, um ein paar neue Bilder für die Chronik zu zeichnen: der Erzähler der Geschichte, der nach jedem Kapitel auftaucht bzw den man nach jedem Kapitel sieht, wie er das ganze Gespielte dem Leser aka "Zuhörer" "erzählt"...
...uuund die beiden armen Matrosen, die am Ende der Story fragend zurückbleiben und sich wundern, ob der Erzähler wirklich die ganze Zeit mit ihnen geredet hat :braue

R'l Jones 01.png
R'l Jones 02.png

R'l Jones 00.png
R'l Jones 03.png


Hat der die ganze Zeit mit uns gesprochen...png
 
Und das 41. Buch (!) unseres kleinen Projektes ist fertig: Die Kunst, aus Scheiße Gold zu machen wurde gerade von mir zuende gestellt und ich bin doch recht überrascht, dass das ganze Worldbuilding nach all den Jahrzehnten immer noch so läuft.
Nun bereite ich für die selbe Gruppe Die Verse der Haye vor, welches ich als großes Liebesbekenntnis an Bohemian Rhpasody aufziehen will und welches das Geschick dreier Haye ist, ein wanderendes Volk, welches seine eigene kleine kulturelle Niesche im Königreich Gothog bildet. Ich bin schon sehr gespannt, wie das ganze funktionieren wird ^___^°

Zudem habe ich eine neue Kapitelart für Taliahs Kapitel in Der Große Krieg gezeichnet, welches ich euch hier auch zeigen möchte:

01d - Taliah.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab für DeviantArt mal ein neues Banner erstellt, dass ich hier gerne mit euch teilen würde. Nicht das Beste zum Thema Bildbearbeitung, aber ein schöner Überblick über einige unserer Gruppen und Kampagnen :)

DeviantArt Hintergrund.jpg
 
Und hier mein neues Gruppenbild für die Haye-Kampagne:

Die Verse der Haye.jpg


Drei Jugendliche des fahrenden Volkes zusammen mit einem körperlosen Dämonen, der sich an die Seele eines der Jungen gebunden hat...
 
Das fünfte Abenteuer von Quer durch Timat ist gespielt, dadurch die Kampagne sogar noch um mindestens ein Abenteuer erweitert und die Chronik dazu (eine Mischung aus Dialogen und der Beschreibung einer nachträglich erstellten Doku über diese Kriegsereignisse) geschrieben.
Ich wollte wissen, wie oft die einzelnen Hauptcharaktere zu Wort kommen bzw etwas zu sagen haben und habe mal gezählt, wie viele ihrer Dialoge in der Abschrift vorkommen:

Stand Hinter feindlichen Linien.png

Unser Anführer hat natürlich die meisten Zeilen, gefolgt von unseren beiden Chaoten in der Einheit...

Quer durch Timat.jpg
 

Lina Menschenkind und Ro.png

Lina Menschenkind​


Eine Kurzgeschichte zum Buch
"Die Schatten Emeralds"

von Minza​


DIE SCHMERZEN WURDEN stärker, während die Medikonstrukte mehr Substanzen in den alten, verbrauchten Körper leiteten. Die Medizin, welche Lina Joaki-Maibrunn im letzten Jahrzehnt immer wieder Erleichterung verschafft hatte, brannte seit einigen Tagen. Oder erst seit einigen Stunden?​
Die Stunden verschwammen mittlerweile. Waren nicht mehr auseinander zu halten oder wirklich einzuordnen. Lina empfand diesen Umstand als einiges frustrierender, als alles andere, was das hohe Alter mit sich gebracht hatte. So viel hatte sie gesehen. So viel selbst erlebt. So viele Freunde kommen und gehen sehen. So viele.
Und dennoch... sie war zufrieden mit ihrem Leben. Zufrieden mit allem, was sie geschafft hatte. Was sie erschaffen hatte. Sie lehnte sich in ihren weichen Kissen zurück und sofort begann das Formbett damit, sich an ihre mürben Knochen anzupassen. Ihr eine möglichst angenehme Lage zu ermöglichen. Sie seufzte und zuckte sofort zusammen, als das Entspannen der sauren Muskeln und verbrauchten Gelenke zu einem Gewitter aus neuen Schmerzen führte. Ein dumpfes Pochen blieb zurück, als die Stiche nachließen... sich ihr Rücken und ihre Gliedmaßen sich endlich in die Matratze sinken lassen konnten.

Lina Joaki-Maibrunn. Erfinderin der Joaki-Maibrunn-Konverter, mit denen die Evakuierungsportale stabil gehalten wurden und Milliarden Bewohnern dieser Welt erlauben sollten, Schutz in anderen Realitäten zu finden. Schutz vor der Dritten Hölleninvasion. Schutz vor dem Sonnenfeuer. Lange hatte sie an den Spezifikationen dieser kristallintechnischen Wunderapparatur gearbeitet, hatte direkt mit den Technikern der Portalzentren Pläne geschmiedet.​
So lange her... so viele Erinnerungen. Und doch... hatte sich dies alles gelohnt? Konnten diese armen Seelen wirklich alle gerettet werden? Vermutlich nicht, entschied Lina, während sie die Decke ihres Krankenzimmers studierte. Karten. Diagramme. Alte Zeichnungen. Dies alles war dort oben projiziert, verschwamm ineinander wie ein Lichtspiel aus Ideen und Impulsen. Erinnerungen. Alte Geschichten.
Sie hatte lange Zeit gehabt, all diese Geschichten zu sammeln, all diese Karten zu erkunden. Als Spielerin. Als Erzählerin. Als Erschafferin ganzer Sagen, die nun nur noch in alten Notizen und ihrem Geist existierten. Selia von den Grauswassern. Gunchi, die kleine Wex. Ko, welche den Zwergen von Umbra auf der Suche nach einer sicheren Unterkunft hilft. Leyta Kleinzeh und Vee "Öläffchen" Karistan. Die Dame Hannafred Tyringa Elthbit, die im Sternenlicht der Zweiten Sonne auf den Feldern von Nimroth tanzte.
So viele Geschichten. So viele Abenteuer.

"Es ist Zeit für Ihre täglichen Übungen."

Lina schrak aus ihren Gedanken auf, blinzelte das Konstrukt an, welches sich ihrem Bett genähert hatte. Sie hatte nicht einmal mitbekommen, wie die Türe geöffnet worden war.

"Danke, Loro," kam die heisere, brechende Stimme aus ihrer viel zu trockenen Kehle. "Können wir das heute nicht einfach ausfallen lassen?"

"Ich fürchte nicht, Lina."

"Warum liebst Du es so, mich zu quälen?"

"Dich zu quälen ist nicht in meinem Sinne, Lina. Ich bin hier, um Dich bei Deinen täglichen Aufgaben zu unterstützen und nach Deiner Gesundheit zu sähen."

"Lüg halt..."

"Du weißt, dass ich Dich nie anlügen würde. Selbst wenn ich darauf programmiert worden wäre."

"Ich habe Dich programmiert, Süßi. Ich weiß, wovon ich spreche."

"Ich habe Dich auch lieb, Lina."

Wieder stellte Lina ihre Entscheidung in Frage, sich für eines der neuesten MediHelf-Einheiten entschieden zu haben. Definitiv zu viel Emotionssimulation. Sie würde mit den Konstrukteuren sprechen müssen. Wobei... was würde das bringen? Die Welt war im Arsch. Aber so richtig. Erst gestern hatte es wieder eine Meldung über einen dämonischen Ausbruch im Hochbezirk gegeben. Eine alte Ruine, Teil einer Schutzzone, hatte sich in ein Höllenportal verwandelt und die umliegenden Plexe hatten mit Blut bezahlt.​
Und wenn sie aus dem Fenster blickte, erkannte sie die Sonne ihrer Kindheit nicht mehr. Nicht mehr die Silhouette ihrer Stadt. Ihr Plex. Natürlich... sie war nie wirklich hier willkommen gewesen. Als Tiefling. Als Sonderling, die ihre Zeit am liebsten mit ihren Freunden, Abenteuerspielen und Nordbrot verbracht hatte. Als Agentin eines kleinen Verbrechersyndikats, das sich über die Jahre in eine Gruppe Ökoterroristen verwandelt hatte.

Ein Lächeln schlich sich auf ihr faltiges Gesicht. "Sind die Berechnungen durchgelaufen, welche Du in das System eingespeist hast?"

"Das sind sie, Lina. Kannst Du Deinen linken Arm leicht anheben? Dann würde ich mit der Behandlung beginnen."

"Mein oder Dein Links?"

"Dein..." Das Konstrukt hielt inne. "Ha ha."

"Du wirst mich schon noch vermissen, Loro. Wirst schon sehen."

"Davon bin ich überzeugt, Lina. Aber das ist noch lange hin."

Lina rollte ihre schwachen Augen, legte ihren Kopf umständlich neu so auf das Kissen, dass ihre Hörner nicht mehr ihren Nacken in einen falschen Winkel drückten. Dann hob sie leicht ächzend einen Arm.

"Den linken, Lina."

"Achso. Ja. Da war ja 'was."

"Lina?"

"Ja?"

"Warum machst Du all das?"

"Weiß ich nicht. Vermutlich ein Hirnschaden oder zu viel Aufputschmittel während meines Studiums oder..."

Nein, sie hatte schon vor ihrem Studium Spaß daran gehabt, ihre Freunde in den Wahnsinn zu treiben.

"...nein, einfach nur ein Hirnschaden. Hat 'was mit dem Dämonenblut in meinen Adern zu tun. Mein rechter Arm besonders, der ist direkt von Caleas und..."

"Ich meine die Simulation, Lina."

"...oh." Sie starrte an die Decke. Sah die Karte vom nördlichen Kerchar. "Ich will nicht mehr, Loro."

"Ich verstehe." Das Konstrukt streichelte ihr über die wenigen, dünnen Haare, welche um ihre Hörner zu einer halbwegs herzeigbaren Frisur gebunden worden waren. "Was kann ich für Dich tun?"

Eine Träne sammelte sich überraschend in Linas Augenwinkel und erbost über diese vermeintliche Schwäche versuchte die alte Tiefling, sie wegzublinzeln. Sie sah das Konstrukt vorwurfsvoll und zum Großteil mit dem Gefühl, von sich selbst verraten worden zu sein, an.

"Ist die Berechnungsmatrix fertig justiert? Eben war sie noch bei dreiundachtzig Prozent."

"Das war vor einer Woche, Lina. Sie ist fertig."

"Oh."

Die Berechnungsmatrix der Portal-Betriebssysteme hatte ungeheure Berechnungsleistung. Viel mehr, als die Portale brauchten, um sich auf die magischen Strukturen anderer Realitäten auszurichten. Sie konnten rein theoretisch ganze Welten erschaffen. Künstliche Welten, deren Eckpfeiler Lina selbst bestimmen konnte.​
Denn was brachte ihr die eigene Erfindung? Was brachte ihr ein Portal in eine fremde Zufluchtswelt, in der sie weiter in ihrem Bett lag und Schmerzen hatte. In der Loro alle paar Stunden vorbei kam, um zu sehen, ob sie doch noch endlich ihre Windeln gefüllt hatte.
Nein. Sie wollte keinen Neustart in einer neuen Heimat, die vielleicht noch mehr Probleme mit sich brachte. Keinen Neustart, der sie alleine in einem Bett zurückließ, während sie alten Zeiten hinterher trauerte. Sie wollte die alten Zeiten zurück haben. Mit Ro und Io und sogar mit Sigwin und Hanybal und vielleicht auch Cesare und all den anderen Idioten, die sie ihre Freunde genannt hatte. Die wirklich ihre Freunde waren. Aber wo waren sie jetzt?

Sie vergaß die Schmerzen, als Loro langsam ihren linken Arm anhob, um die tägliche Gymnastik zu beginnen...​

***​

Eine Stunde. Eine Stunde in der Realität. Lina betrachtete die übergroßen Symbole, welche auf ihren Bildschirm projiziert wurden, um ihre Augen zu entlasten. Eine Stunde, welche in der Simulation ein ganzes Jahr abdecken würde.

"Berechne die erlebte Zeit im Betriebssystem für die Aktivierungsdauer von zwei Wochen..."

"Die Zeit innerhalb der Simulation beträgt bei der vorgebenen Aktivierungsdauer von zwei Wochen exakt dreihundersechsunddreißig Jahre."

"Perfekt..." Lina ließ sich zurücksinken, drehte die Zahl, welche ihr das Modul genannt hatte, in ihrem Kopf umher.

Über dreihundert Jahre... ja, das sollte ausreichen.

Genügend Zeit, um das Leben zu führen, das sie schon seit ihrer Kindheit erträumt hatte. Ungehindert von ihrem Tieflingsblut. Unabhängig von Schule, Studium und den Grauen einer Epoche, die vermutlich die letzte werden sollte, welche diese Welt je erleben würde.

"Setze Parameter für die Hintergrundinformationen der Simulation."

"Wird berechnet."

"Baue alle Algorithmen aus den Ordnern K2, K2.2 und K2.9 ein. Verbinde sie über die Logikmatrix mit den vorgegebenen Prozessen."

"Wird berechnet."

"Dauer der Berechnung?"

"Etwa zweiundsiebzig Stunden."

"Oh..."

Schneller, als gedacht. Sollte ihr Ziel wirklich so nahe sein? Wobei... drei Tage in diesem zerfallenden Körper waren schon eine Zumutung, welche sie nicht einmal ihren schlimmsten Feinden gewünscht hätte. Kurz dachte sie an die verdammte Tiefling, welche ihr vor so vielen Jahren mitunter das Leben schwer gemacht hatte. Ihr und ihren Freunden. Wie hatte sie sich genannt? Schlimmi? Nein. Aber irgendetwas in dieser Richtung. Und nein: nicht einmal der hätte sie so etwas antun wollen.​
Die Erinnerung an diese chaotische, garstige Person verwandelte sich in ein Bild von Ro, wie er neben Schlimmi stand und seinen runden, gefleckten Kopf schüttelte. Ihr Hals schnürte sich zusammen und sie unterdrückte ein leichtes Zittern, das sich auf ihre dünnen Lippen schleichen wollte. Ro. Oh, wie sie Ro vermisste. Schon so lange war er aus ihrem Leben verschwunden. Aus dieser Daseinsebene. Und ja: sie wusste, dass seine Essenz irgendwo an einen Gegenstand oder Ort gebunden war, ganz in der Tradition der vielen Geister, mit denen er zu Lebzeiten gutes Geld gemacht hatte.
Aber sie konnte ihn nicht einfach anrufen. Nicht mit ihm sprechen. Nicht seine Nähe genießen und ihn mit soviel Nordbrot füttern, bis sie seine Ohren über der Toilettenschüssel halten musste, damit er sie nicht mit seinem Erbrochenen überzog. Oh, sie vermisste ihn so sehr...!

Sie lehnte sich zurück und sah dem Bildschirm des Moduls dabei zu, wie es Kodexzeile um Kodexzeile mit dem Speichersystems ihres Konverters verknüpfte. Der Konverter, der an Portal 3347/1003AC verbunden werden sollte. Zu welcher Zufluchtswelt dieses Portal führte? Lina wusste es nicht. Sie wusste nur, dass das Sonnenfeuer, Nigal Hagurath oder wer ihr auch immer wieder in die Suppe spucken wollte, lange genug mit ihrem letzten Schritt warten mussten, damit sie genügend Zeit hatte, die eigens für sie erstellte Simulation in vollen Zügen zu genießen.​

***​

Die Sonne ging gerade hinter den Bergen auf, als Lina Menschenkind blinzelte, dann vollends ihre Augen öffnete. Vor ihr lag das weite Land, welches auf Erkundung wartete. Seltsam geformte Hügelkuppen, steil und mit Pilzen überwachsen, als wären es Bäume in einem stilisierten Gemälde aus Shushima. Kristallstrukturen, im noch neuen Sonnenlicht glitzernd und so gar nicht bedrohlich. So gar nicht wie die Kristallisierung in der Wirklichkeit wirkend. Sie summten leise im heller werdenden Licht des Tages, bildeten beinahe schon ein unterschwelliges Lied. Eine Grundmelodie für diese so junge und doch in ihren berechneten Geschichte so alten Realität.​
Sie blickte zur Seite und sah in die lächelnden Augen eines kleinen Schweinekriegers, der neben ihr auf der Landstraße stand. Die Augen von Ro und doch leicht anders. So gut, wie die Simulation ihn aus alten Fotos und Aufzeichnungen rekonstruieren konnte. Kleiner, als im echten Leben und dennoch mit der selben Energie gehaftet, welche ihn und sie vor so vielen Jahren zu Freunden gemacht hatte. Sie tastete kurz an ihrem Körper entlang, spürte die Ledergewandung, den schweren Rucksack und das Schwert an ihrer Seite. Die dicken Stiefel und die schulterlangen, dichten Haare. Sie waren rot und waren nicht durch Tieflinghörner durchbrochen.
Lina Menschenkind. Glücksjägerin. Abenteurerin. Und vielleicht irgendwann sogar Heldin. Sie hielt Ro ihre Hand hin und der nahm sie in seinen Huf. Drückte sie sanft und schenkte ihr eines seiner unbeholfenen und doch so charmanten Lächeln. Würde sie je vergessen, dass dies alles nur eine Simulation war? Dass diese Welt irgendwann einfach herunterfahren und vergessen werden würde? Sie glaubte es nicht. Aber vielleicht... vielleicht war es ihr irgendwann egal und wenn sie hier alt und von unzähligen Heldentaten gezeichnet auf ihrer Holzbank vor einer kleinen Hütte im Wald für immer einschlief oder von einem der gefürchteten Umbardrachen im Kampf bezwungen wurde, hatte sie dennoch zuvor ein erfüllendes Leben gehabt.
Sie griff Ros Huf fester und machte ihren ersten Schritt hinein in eine Welt, die nur für sie geschaffen worden war...
 
Zurück
Oben