Fondor

[Fondor-System | Weltraum | Werftbasis sieben | Saal] Joya No, Navara Ven, Turima Belandri, Celdarion Charákas, Aren Vayliuar, Valkorion Disra, Invidia Parso, Scytale Mentel, Colin Shendara. In der Nähe: Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, Darth Zion, Kael Reed, Horatio Kraym, Agustin Prada, Alaine Aren, Darth Zion, Hess'amin'nuruodo, Cain T. DéSkalz, Gordon Aaronson, Eredin Moorvhis, Athena Toral und weitere

»Das ist mir nicht bekannt«, antwortete Joya No wahrheitsgemäß, als die Reporterin ihn fragte, weshalb keine Jedi zu der Veranstaltung geschickt worden waren. »Ich kann nur mutmaßen, dass die infrage kommenden Jedi wohl anderweitig benötigt wurden; schließlich haben sie viele Aufgaben und sind nicht allzu viele. Man hielt ihre Teilnahme wohl nicht für so bedeutend, um sie von anderer Stelle abzuziehen.«

Diese Worte konnte man auf unterschiedliche Weise interpretieren, aber auf jeden Fall schwang die Unterstellung mit, dass der Stapellauf der Allegiance samt der Gefahr durch die hiesigen Sith einfach nicht bedeutend genug war, um Jedi dafür abzustellen. Ein kleiner Seitenhieb gegen diejenigen, die sich erhofften, die ganze Neue Republik mit dem neuen Schiff in Aufruhr zu versetzen.

Als es dann darum ging, dass er oft Systeme bereiste, ohne die Planeten zu besuchen, vermutete Colin Shendara, dass diese Lebensweise wohl traurig und unbefriedigend wäre. Joya empfand das nicht so, war aber nicht sicher, ob er ihr seinen Standpunkt begreifbar machen konnte.

»Dieser Umstand hat mich nie gestört. Ich mache mir während eines Einsatzes wenig Gedanken über solche Dinge. Wer seine Pflichten ernst nimmt, der widmet sich ihnen, ohne im Geist schon bei der Freizeitgestaltung zu sein. Sie kennen das sicherlich: Unter unseren Füßen liegt Fondor, eine Welt, die zweifellos viel zu bieten hat. Aber Sie und ich sind nunmal beruflich hier auf der Werftbasis beschäftigt, und ich habe den Eindruck, als wären auch Sie ganz bei der Sache und nicht bei Fondors Sehenswürdigkeiten. Die müssen auf eine andere Gelegenheit warten.«

Er deutete ein Nicken an, als sie meinte, im Zweifelsfall müsste wohl das Privatleben hinter den Pflichten für das Militär zurückstehen. Shendara fragte nun, ob er wollte, dass seine Kinder in seine Fußstapfen treten würden, wenn er welche hätte.


»Wenn ich ein Kind hätte... dann würde ich wollen, das es den Beruf ergreift, bei dem es seine Talente und Fähigkeiten am wirkungsvollsten einsetzen kann. Um Ihrer nächsten Frage zuvorzukommen: Ja, ich bin überzeugt davon, dass meine Fähigkeiten beim Militär am besten eingesetzt sind, und nein, ich ziehe keine anderen Karrierewege in Betracht.«

Sie ließ trotzdem nicht locker und wollte wissen, ob er möglicherweise eines Tages nach Kamino zurückkehren würde, um eine Familie zu gründen.

»Ich weiß nicht, was in einigen Jahren sein wird. Aber wie ich schon sagte: Derzeit habe ich keine Pläne und Absichten in diese Richtung, weder für die Gegenwart noch für die Zukunft, soweit ich sie abschätzen kann.«

Dass sie dann nachhakte, welche genetischen Merkmale es waren, die ihn nach Meinung seiner Artgenossen minderwertig machten, war ihm überhaupt nicht Recht und er hätte diese Frage gern übergangen, wenn er die Möglichkeit gehabt hätte. Aber abermals fiel ihm keine Ausrede ein, die ihm nicht sofort auf die Füße fallen würde, also schien Offenheit die beste Option zu sein.

»Angehörige meiner Spezies können ebenso wie die Menschen ein unterschiedliches Erscheinungsbild haben, was beispielsweise die Pigmentierung angeht«, sagte er zurückhaltend. »Die Zugehörigkeit zu einer dieser kaminoanischen Unterarten lässt sich auch an Äußerlichkeiten festmachen. In meinem Fall sind es die blauen Augen, die mich als Angehörigen einer bestimmten, als minderwertig abgestempelten Rasse kennzeichnen. In der Führungsebene unseres Volkes finden Sie ausschließlich Kaminoaner mit grauen Augen.«

Doch wie er bereits gesagt hatte, er hatte seine Fähigkeiten für sich sprechen lassen und bewiesen, dass er hinter keinem Grauäugigen zurückstand. Sein Volk würde das nie anerkennen, die Neue Republik hingegen schon.

Das Gespräch ging daraufhin in andere Richtungen, unter anderem kamen sie auf die Sith zu sprechen, doch bevor das weiter vertieft werden konnte, kam glücklicherweise Commander Mentel hinzu. Der junge menschliche Offizier erwiderte Joya Nos Gruß. Er stimmte zu, dass ein persönliches Treffen zwischen den Militärs beider Seiten eine seltene Gelegenheit war. Mehr konnte er dazu im Augenblick jedoch nicht sagen, denn Grand Vizier Bulsar Draay ergriff das Wort. Der Kaminoaner empfand es als absolut bemerkenswert, diesem mächtigen Imperialen so nahe zu sein und ihn ›live‹ sprechen zu hören, ungefiltert von den Propagandaabteilungen und den Medien zweier großer Staaten. Unwillkürlich kam ihm der Gedanke, dass es sich vielleicht doch hätte lohnen können, einen Blaster auf die Feier zu schmuggeln. Von seiner Position aus hätte er den Grand Visier abknallen können wie eine Schießbudenfigur. Ihm wurde bewusst, dass die Gesandten der Neuen Republik nicht die einzigen waren, die heute Furchtlosigkeit vor dem ehemaligen Kriegsgegner demonstrierten.

Draays Ansprache fiel sehr kurz aus, lediglich ein paar knappe Sätze, und auch inhaltlich stellten sie nicht mehr als eine kurze Durchhalteparole dar. Er beschwor die Einigkeit und Opferbereitschaft des imperialen Volkes, dem es bald gelingen würde, die Aufstände im Koornacht-Sternhaufen zu ersticken. No war sicher, dass vor kurzem die Neue Republik anstelle der Yevethaner erwähnt worden wäre, und fragte sich, ob deren Aufstand nicht eher ein Segen als ein Fluch für das Reich war. Sie schienen ein Feindbild zu brauchen; ansonsten hätte Draay noch weniger zu sagen gehabt.

Doch nun sollte die Veranstaltung wirklich interessant werden: Die Waffenübung stand bevor! Sie sollten einen Eindruck von der Feuerkraft der Allegiance bekommen. Darauf war der Captain wirklich gespannt! Es war nicht lange her, dass er selbst in einem Manöver gegen die Viscount angetreten war, das größte Schiff der republikanischen Flotte, und es hatte eine ganze Flottille binnen kürzester Zeit kurz und klein geschossen - mit simulierten Schüssen natürlich. Die Allegiance war bei weitem nicht so groß wie die Viscount und spielte in einer gänzlich anderen Liga, doch No erwartete, dass auch diese Demonstration eindrucksvoll sein würde. Aufschlussreich ebenso. Das Wissen darüber, ob die neue Sternzerstörerklasse eine echte Bedrohung für republikanische MC90 und DSDs darstellte, konnte sich noch als unheimlich wertvoll erweisen. Alle Augen und auch viele Schritte wandten sich nun zu den großen, von Sturmtrupplern bewachten Toren. Mit Sicherheit musste Scytale Mentel, der ja zur Brückencrew des Stahltitanen gehörte, sich jetzt zügig auf den Weg machen. Colin Shendara schien jedoch nicht die Absicht zu haben, ihn so davonkommen zu lassen. Sie versuchte, erneut mit dem jungen Mann ins Gespräch zu kommen, und sprach ihn darauf an, dass er ihrer Meinung nach irgendwie beunruhigt wirkte. Er beneidete Mentel nicht um diese sehr persönliche und in dieser Situation sicherlich unwillkommene Frage, aber er verspürte auch ein gewisses Maß an Schadenfreude darüber, dass die Neugier der Journalistin sich nun gegen einen ihrer Landsleute richtete. Einen kleinen Seitenhieb konnte er sich nicht verkneifen, und noch bevor Mentel sich aus dem Staub machen konnte, sagte der Kaminoaner:

»Ein wenig Lampenfieber ist in dieser Situation sicherlich gerechtfertigt. Der Commander muss sich schließlich darauf verlassen, dass Ihre Ingenieure ihm nicht zuviel versprochen haben. Sollte die Allegiance vor den Augen so vieler Würdenträger und der republikanischen Gäste die hohen Erwartungen enttäuschen, wird sich das auf seine Karriere wohl nicht sehr positiv auswirken.«

Er sagte das mit absolut neutralem Tonfall und ohne ein äußeres Anzeichen von Sarkasmus oder Häme. Kein Muskel seines Gesichtes zuckte verräterisch. Aber seine großen Augen fixierten den Commander im wahrsten Sinne von oben herab, und unter seinem Stirnkamm kreiste die Hoffnung, dass Mentel die Herausforderung verstanden hatte. Sollten sie später die Gelegenheit haben, ihr Gespräch fortzusetzen, würde das sicherlich interessant werden.

[Fondor-System | Weltraum | Werftbasis sieben | Saal] Joya No, Navara Ven, Turima Belandri, Celdarion Charákas, Aren Vayliuar, Valkorion Disra, Invidia Parso, Scytale Mentel, Colin Shendara. In der Nähe: Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, Darth Zion, Kael Reed, Horatio Kraym, Agustin Prada, Alaine Aren, Darth Zion, Hess'amin'nuruodo, Cain T. DéSkalz, Gordon Aaronson, Eredin Moorvhis, Athena Toral und weitere
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[Fondor - System - Weltraum - Werftbasis 7 - Saal] - Aren Vayliuar, Invida Parso, Valkorion Disra, Colin Shendara & bisher unbekannte Republikanische Delegation ( Joya No, Navara Ven, Turima Belandri, Celdarion Charákas ); Sicherheitspersonal [NPCs], ein Riesenhaufen anderer Gäste [sowohl Scs als auch NPCs]

Die Senatorin schien durchaus ein Anhänger der Diplomatie zu sein, so zeigte sie sich doch durchaus einer ,,Zusammenarbeit" der alten Erzfeinde Republik und Imperium nicht abgeneigt. Doch sie war ebenfalls der Meinung, dass dieser Hang zur Diplomatie nur wenig in Imperialen Reihen geteilt wurde, zu abneigend zeigten sich die übrigen Anwesenden. Arens Meinung nach war dies nicht wirklich verwunderlich, da der Hass gegen die Republik noch immer tief in den Herzen des Imperiums saß, doch gleichzeitig fand er es auch enttäuschend, das die Chance, seinen Horizont über die Grenzen des Imperiums auszudehnen, nur so wenig Anklang fand.
Danach bemängelte sie selbst die hier stattfindende Veranstaltung. Eine gewagte Geste zu sagen, dass all das hier kein Ersatz für wahre Überzeugung war. Doch hier musste der Gouverneur der Senatorin widersprechen, zumindest in seinen Gedanken, da er das gut angefangene Gespräch nicht in eine hitzige Diskussion umleiten wollte. Furcht war unglaublich mächtig, wenn man verstand sie richtig einzusetzen. Wer musste noch überzeugt werden, wenn es keiner wagte zu widersprechen oder etwas Imperiums widriges zu tun? Er selbst war nicht unbedingt ein Anhänger dieser Taktik, da Angst, die auch zu Unbeliebtheit führen würde, in seinem noch frühen Karrierestudium erstmal im Weg stehen würde und er eine Person war, die charmant und überzeugend sein konnte, ohne Angst zu verbreiten. Trotzdem verstand er auch die andere Seite.

Auf die Frage der Senatorin, auf welche anderen Krisen er anspielte, wenn er von mehreren Unruhen sprach, lächelte Aren zuerst einmal. Die Frau war gutaussehend und intelligent. Hätte sie nun auch noch die richtige Schulung genossen, wäre sie bestimmt eine Bereicherung für das Imperium gewesen. Doch trotzdem ging Aren nicht großartig genau auf diese Falle ein. Er würde bestimmt nicht von weiteren Schwächen des Imperium erzählen und schmälerte so erstmal seine Aussage von gerade eben.

,,Wissen sie, Senatorin, eine solche Macht wie das Imperium hat immer an mehreren Fronten zu kämpfen. Die Yevethaner sind da ein wohl sehr entscheidender Faktor. Und wie sie gerade eben bereits feststellten sind einige der Gäste nicht besonders ... angetan von ihrem Besuch. Durch diese Machtdemonstration zeigen wir denen, die keine Bereicherung in diesem Frieden sehen, dass das Imperium nach wie vor an seinen Werten festhält."

Auf seine Frage, wie es Hapan zur Zeit ginge antwortete sie recht knapp, wollte jedoch auch die Hintergründe seiner Frage herausfinden. Natürlich hatte er leicht übertrieben, aber ganz abgeneigt wäre er tatsächlich einem Besuch nicht.

,,Nun, ihre Heimat ist in vielerlei Hinsicht erstaunlich. Ihre Architektur und die Sauberkeit von Hapes sollen ja wirklich beeindruckend sein. In Sachen Sauberkeit können andere Planeten bestimmt noch einiges von ihnen lernen."

Er lachte charmant, bevor er fortfuhr.

,,Aber auch ihre Geschichte zeugt von wahrer Standhaftigkeit und ja ... auch von Stärke. Die Anfänge ihrer Heimat sind wirklich ein paar Legenden wert. Und zu guter Letzt wären da noch die Tagesphasen. Mein Onkel erzählte mir immer stets begeistert davon, wie grandios es gewesen war, nicht durch die Nacht von seiner Arbeit gestört worden zu sein."

Er lächelte nochmals freundlich und winkte einen Kellner heran, um sich einen Sekt zu nehmen. Selbstverständlich bot er auch seinem Kollegen Gouverneur Disra und Miss Parso und Senatorin Belandri ein Glas an. Er nippte kurz bevor er fortfuhr.

,,Aber sie sind bestimmt nicht hier, um sich das faszinierte Gerede eines zukünftigen Touristen anzuhören."

Dann ergriff sein Kollegen das Wort und schlug dabei einen Ton an, der deutlich weniger an Smalltalk erinnerte, wie es bisher der Fall gewesen war; ja, Aren konnte fast schon so etwas wie eine Anklage heraushören. Der Gouverneur zog die Republik in den Schmutz und schlug so einen recht pikantes Gesprächsthema an. Aren hätte es erst später darauf angelegt und es dann bestimmt auch netter verpackt, aber nun war es zu spät. Er wartete auf die Reaktion der Senatorin, ehr weniger um deren Meinung zu hören, da diese wohl ganz sicher pro Republikanisch war, sondern viel ehr, um zu sehen, wie sie reagierte, um sie besser einschätzen zu können.

Dann gingen die Reden auch schon weiter und Draay kam zu Worte. Er hielt eine mitreißende Rede, die Arens Meinung nach aber besser auf ein Schlachtfeld gepasst hätte, als zu einem Anlass wie diesem. Doch gleichzeitig läutete der Grand Vizier auch einen spannenden Teil des Abends ein, in dem er sie einlud, dieses Meisterwerk Imperiale Ingenieurs Kunst zu bestaunen. Das konnte interessant werden.

Nachdem die Rede geendet hatte und nun bestimmt ein Großteil der Gäste gespannt war, senkte er seinen Tonfall ein wenig und trat näher an die Senatorin heran, um nicht die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er würde nun zum ... mehr oder weniger geschäftlichen kommen, immerhin durfte er diese Chance nicht verstreichen lassen und wer wusste, wie viel Zeit ihm noch genau blieb.

,,Senatorin, darf ich fragen was sie sich von diesem Frieden erhoffen? Ich rede jetzt nicht davon, wie vorteilhaft das ganze für die Republik ... oder das Imperium ... sein könnte, sondern viel mehr, ob sie für sich selbst etwas zu erreichen hoffen?"

Damit fragte Aren erstmal relativ neutral, ob sie überhaupt an einer ... Zusammenarbeit, wenn man es überhaupt so nennen konnte, interessiert war. Aren wusste, dass es nicht ungefährlich war, Kontakte mit der Republik zu knüpfen, da niemand wusste, wie lange der Frieden wohl noch hielt, aber wer nicht wagte, der gewann auch nicht.


[Fondor - System - Weltraum - Werftbasis 7 - Saal] - Aren Vayliuar, Invida Parso, Valkorion Disra, Colin Shendara & bisher unbekannte Republikanische Delegation ( Joya No, Navara Ven, Turima Belandri, Celdarion Charákas ); Sicherheitspersonal [NPCs], ein Riesenhaufen anderer Gäste [sowohl Scs als auch NPCs]



 
[Fondor-System/Fondor/Orbit/Werftbasis 7/Gala-Saal] Kael Reed, Zion, Vice Admiral Sent (NSC), weitere Gäste (SCs und NSCs)

Die Aufmerksamkeit die die Neuankömmlinge dann auch noch erhielten, überstieg jeden Rahmen und es schmerzte Kael ein wenig auch den Gouverneur von Borosk zum Abschaum eilen zu sehen. Alleine das Vertreter Imperialer Welten sich dazu genötigt zu sehen schienen, sich Ehrlosen und Schwächlichen Rebellen hinzuwerfen und ihnen auch noch verbal die Füße zu küssen und selbst die Medien die Stimme der "Republik" einfangen wollten, zeigte noch einmal deutlich wie schlecht es tatsächlich um das Imperium stand. Schwäche, Geldgier und Machtgier wurde der Vorzug vor Intelligenz, Weitsicht und Handlungsbereitschaft gegeben, Korruption und Eigeninteresse durchzogen die Imperialen Behörden und das Militär, mergelten es aus, untergruben seine Effizienz. Admiral Ravine der nun das Rednerpult betrat und die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zog, vermochte nicht wirklich zu überschatten, dass ein großer Teil dieser Veranstaltung vor einem Verbund aus dreckigen Abkömmlingen einer maroden und überholten Gesellschaft zu Kreuze kroch. Seine Lobeshymne auf diesen Haufen von verzogenen Möchtegernsoldaten der sich Flotte schimpfte fesselte Kael auch nicht besonders, was seinen Begleitern nicht anders zu gehen schien. Dennoch schwiegen auch der Vice Admiral und Darth Zion vorerst und Kael meinte im augenwinkel zu erkennen, dass auch sie pflichtbewusst das Rednerpult fixierten.

Es war eine unbekannte Stimme die ihn ablenkte, in einer Sprache, die er zwar seit nunmehr drei Jahren nicht gesprochen hatte, die er jedoch überall wiedererkennen würde: Cheunh. Etwas worauf er keinesfalls vorbereitet war. Sy Bisti und Minnisiat waren gängigere Sprachen für Hybriden wie ihn, dennoch hatte er sich damals die Mühe gemacht und Cheunh in Wort und Schrift gelernt... zumindest soweit ihm das möglich gewesen war. Beim Sprachlichen hatte er immer ein paar Defizite gehabt, Defizite die der lange Aufenthalt fern der so ruhigen und bezaubernden Blau-Weißen Kugel im Herzen der Ascendancy noch verstärkt hatte. Zwar verstand Kael mit ein wenig zusammenreimen, was die Stimme ihm mitteilte, bei einer Antwort würde er jedoch alle Mühe haben. Mehr aus Refelx drehte er den Kopf leicht nach links um einen Blick auf die Person zu erhaschen und...

'Die Tasche über der Schulter stapfte Kael durch die belebten Gassen der Kuppelstadt Csaplar. An dem Tag war er früher in der Uni fertig und guter Dinge gewesen. Averia hatte Landurlaub bekommen und er würde mit ihr einige Schöne Abende verbringen. Es war das erste Mal seit der Verlobung und ihrer Außerplanmäßigen Abkommandantur das sie sich sahen, Chiss eben, pflichtbewusst wie die reinblütige Pilotin eben war, hatte sie sich direkt ihre Uniform wieder übergeworfen und hatte sich hastig und unter Zeitdruck verabschiedet. Seitdem hatten sie keinen Kontakt mehr gehabt, die VVF erlaubte es ihren Soldaten im Außeneinsatz nur selten, während einer Operation mit den Freunden oder Angehörigen in Kontakt zu treten. So waren eben die Regeln und Regeln waren diesem Volk heilig. Das er es damit teilweise nicht so eng sah, hatte Kael immer seinen teilweise menschlichen Genen zugeschrieben. Es hatte jedoch den Vorteil, dass hier immer alles so erledigt wurde wie angekündigt und wenn etwas organisiert werden musste klappte das meist tadellos. Mit all diesen Gedanken erreichte der Junge Mann dann die Tür zum Gästehaus seiner Großeltern öffnete sie und wurde von einer Druckwelle von den Füßen gefegt noch bevor er die Treppe in den ersten Stock erreicht hatte. Begleitet von einem unglaublichen Knall konnte er sich zunächst orientieren und als ihm klar wurde, dass ein großes Stück der Decke fehlte schleppte er sich ächzend nach oben... er fand sie ... tot und mit einigen Brandwunden übersäht, die Uniform nicht mehr intakt und von einem Glassplitter durchbohrt... später dann stellte sich heraus das seine Mutter das Ziel gewesen war... sie hatte es gewusst und Averia als Köder benutzt... es hatte ausgesehen als wäre Sie in der Wohnung gewesen...'

"Averia", hauchte er.

Innerhalb von Sekunden kam alles wieder. Ihm war klar, die Chiss (Samin) die knapp hinter ihm stand, war keinsfalls seine ehemalige Freundin und doch schien ihm sein Kopf einen Streich zu spielen. Schwarze Haare, annähernd dieselbe Größe, die Uniform des Imperialen Sternjägerkorps doch die Augen waren die eines Menschen... mit dem Unterschied das die Pupillen die Farbe seiner Augen aufwiesen. Wie auch Kael hatte sie eine leicht hellere Hautfarbe als Reinblütige Chiss, was bedeutete das auch sie nur teilweise die Gene der Chiss in sich trug. Er starrte sie an unfähig sich zu artikulieren. Als hätte er jegliche Möglichkeit zu sprechen verloren. Was sollte er auch sagen? Konnte er irgendwas sagen? Was genau hatte sie gesagt? Hatte sie überhaupt irgendwas gesagt? Hatte er bereits geantwortet? Für Kael schien die Zeit still zu stehen während all das Vergangene wieder auf ihn einprasselte, all das was er verdrängt hatte. All der Schmerz, seinen Absturz danach, der Verlust seiner Stelle bei Delware, die Enttäuschung in den Augen seines Vaters, der ihn quasi in die Akademie geschleift hatte und seitdem kein Wort mehr mit ihm gesprochen hatte.

"Ich... also, ich denke... ich... wir... könnten wir zum Basic wechseln... ich denke ich bin gerade nicht in der Lage auf Cheunh überhaupt Satz zu formulieren."

Er fühlte sich unbeholfen. Von der ganzen Situation niedergedrückt, von Schmerz und Schande übermannt. Von Gefühlen die er glaubte vergessen und überwunden zu haben. Sein Cheunh ließ die charakteristische Melodie vermissen und selbst die so ausdruckslose Fassade die er sonst warte schien seinem Gefühl nach all das nicht zurückhalten zu können. Dumpf nahm Kael war wie der Grand Vizier anfing zu sprechen und er zwang sich seinen Blick von der Frau wieder auf das Rednerpult zu richten. Selten in seinem Leben hatte er sich so unsicher gefühlt, so unwohl in seiner eigenen Haut. Der Blick der Pilotin in seinem Nacken schien zu brennen wie Feuer, ihn zu entblößen, zu durchbohren und zu verzehren.

[Fondor-System/Fondor/Orbit/Werftbasis 7/Gala-Saal] Kael, Zion, Vice Admiral Sent (NSC), Samin, weitere Gäste (SCs und NSCs)
 
[ Fondor-System| Fondor | Werftbasis 7 | Saal | Samin, Kael, Invida, Kyoshi, Scytale, Colin, Erik, uvm... ]

Der fremde Chiss (Kael) in der Galauniform der Armeeangehörigen drehte seinen blauen Kopf gerade genug herum, um einen Blick auf Samin werfen zu können. Sie begegnete seinen leuchtend roten Augen mit eisiger Selbstsicherheit. Er fixierte sie lange. Zu lange. Hatte sie ihn beleidigt? Das konnte sie sich nur schwer vorstellen. Jeder Chiss im Dienste des Imperiums hätte ihre Anmerkung doch als Kompliment auffassen müssen. Ein Nichtmensch, und stand er evolutionär noch so hoch wie die Chiss, der sich in den Ränken der imperialen Elite behaupten konnte, hatte sich seinen Platz vermutlich verdient. Auf die eine oder andere Weise.

Samin wusste das selbst nur allzu gut. Das Wolves' Squad war, zu ihrem Glück, darauf angewiesen die besten Piloten des Imperiums unter seinem Dach zu vereinen. Die Staffel konnte sich sowohl Chauvinismus als auch Rassismus nur in bedingtem Maße leisten. Seit jeher wehrte sie sich gegen die Einflüsse, die das gewünschte Bild der menschlich-männlichen Überlegenheit von außen hereinzutragen versuchte. Zwar mochte auch Major Aiden Thiuro kein Verfechter nichtmenschlicher Interessen sein, doch auch er wollte mit Sicherheit bei jedem Einsatz die Besten an seiner Seite wissen. Das bedeutete jedenfalls, dass er sowohl mit Aliens wie Drask, als auch Frauen wie Sakura in der Staffel leben musste. Oder, wie in Samins Fall, mit beidem. Und das tat er auch.

Der Chiss-Second-Lieutenant murmelte ein Wort. Averia? Was um des Imperators Willen sollte das für ein Wort ein? Samin war mit Cheunh aufgewachsen. Es war ihre Muttersprache. Ein solches Wort gab es nicht. Auch in ihrem Basic-Wortschatz war dieser Begriff nicht vorhanden. Verdutzt sah sie ihn an. Nun erst bemerkte sie, dass er in Gedanken schien. Im Gegensatz zu ihren eigenen Augen, verrieten seine nicht, dass er durch sie hindurch sah. Doch nun spürte sie, dass die Augen, die an die roten Laserblitze der Rebellenjäger erinnerten, sie genau musterten. Sehr genau. Zudem erkannte sie die Regungen in den Gesichtsmuskeln ihres Chiss-Gegenübers, die im Normalfall hätten hart und eiskalt sein müssen. Stattdessen kamen sie ihr beinahe menschlich vor.

Sein Cheunh war erbärmlich. Samin war kurz davor laut aufzulachen, konnte sich jedoch im letzten Moment zusammenreißen, sodass lediglich der leichte Hauch eines Lächelns ihre Mundwinkel umspielte. Der Lieutenant war kein Chiss. Jedenfalls war er nicht das, was sie als solchen bezeichnete. Doch das war sie ebenso wenig. Sein Zungenschlag klang eher wie ein Krächzen, nicht wie der feine, liebliche Singsang, den die perfektionierte Sprache der Chiss ausmachte. Noch etwas interessierter als zuvor weiteten sich ihre Augen, als sie es nun war, die ihn von oben bis unten einer eingehenden Betrachtung unterwarf. Seine Hautfarbe glich der ihren ebenfalls zu sehr. Dass sie ein Halbmensch war, war kaum zu übersehen. Dass er einer war, konnte sie nur annehmen. Er hatte ein attraktives Äußeres und mochte zudem etwas jünger als sie gewesen sein.

„Natürlich“, sagte sie nun in der Gemeinsprache der Galaxie. Dabei blieb sie völlig ruhig, flüsterte beinahe. Ihr selbst fiel der leicht harmonisch, klangreiche Akzent auf, in dem sie ihr Basic sprach. Alte Gewohnheiten kehrten so schnell zurück. Ein paar Worte in lieblichem Cheunh und ihre Zunge wollte diese andere kratzende, rustikale Sprache nur noch widerwillig über sich ergehen lassen. Unbewusst fuhr sie mit ihr über die leicht geöffneten Lippen, um das Gefühl des dicken Pelzbewuchses darauf loszuwerden. Manchen wären die Worte des männlichen Soldaten wie eine Abfuhr vorgekommen. Samin jedoch war viel zu selbstsicher, um überhaupt auf den Gedanken zu kommen, dass es eine solche hätte sein können. Zwar hatte er ihre Worte nicht beantwortet, sie ignoriert hatte er allerdings auch nicht. Viel mehr schien das Gegenteil der Fall zu sein. Zielstrebig ging sie ein paar Schritte nach vorn, sodass sie nun direkt an seiner Seite stand, als der Grand Vizier die ersten Sätze seiner Rede abspulte. Yevethaner! Diese Bezeichnung weckte etwas in ihrem Gedächtnis, das sie als sehr unbedeutend in den hintersten Ecken ihres Unterbewusstseins abgespeichert hatte. Yevethaner. Erst kürzlich hatte sie im Holo-Net einen Bericht über die Vorkommnisse im Kernnahen Koornacht-Cluster gesehen, wo die Yevethaner den kläglichen Versuch eines Aufstands probten und dort die – zugegeben überraschten – imperialen Kräfte aus den Systemen vertrieben hatten. Teil des Berichts waren Interviews, sowie das beeindruckende Bildmaterial eines Sith-Kriegers, der durch die Reihen dieser ekelhaften, unwürdigen Yevethaner gepflügt war. Augenblicklich beugte Samin ihren Oberkörper, um an dem Chiss vorbeischauen zu können. Da war er, der hünenhafte Sith Darth Zoink. Zoin? Zion! Eine beeindruckende Gestalt. Die Mythen und Gerüchte, die sich um die Anhänger der geheimnisvollen Sith-Religion rankten, die Gläubige der antiquierten Vorstellung einer allmächtigen Kraft im Universum sein sollten, waren grenzenlos. Je nach Cantina und Alkoholausschank pflegten die Geschichten der Raumfahrer, die angeblich Zeugen dieser omnipräsenten ‚Macht‘ geworden waren, grässlicher, düsterer und gelogener zu werden. Samin war intelligent genug zu wissen, dass der Imperator sich auch die Ergebenheit dieser religiösen Spinner sichern musste, für die die ‚Macht‘ noch über ihren geliebten Herrscher stand. Nicht umsonst gab es auch die absurden Gerüchte, nach denen er selbst ein glühend-ergebener Anhänger dieses Ordens sein sollte. Natürlich alles nützliche Propaganda der COMPNOR, um auch die simpelsten und rückständigsten der imperialen Bürger zur Ruhe zu stellen. Was jedoch nicht gleich uninteressanter war, bestand aus dem Umstand, dass in selbigen Bericht das Gesicht eines hübschen Chiss-Second-Lieutenants aufgetaucht war, der über Gefechte auf Aradia berichtete. Zu ihrem Ärgernis konnte sie sich hingegen nicht an seinen Namen erinnern.

„Sie waren auf Aradia.“ Es war keine Frage. Sie nickte in Richtung des Grand Viziers, bei dem die angebliche Kraft der Yevethaner ja auf fruchtbaren Boden zu stoßen schien. „Sind die Yevethaner wirklich eine solche Bedrohung?“ Auf ein verachtendes Schnaufen verzichtete sie. „Vielleicht sollte man das Wolves‘ Squad schicken. Den Eisernen Bund haben wir besiegt, die Yevethaner würden wir ausrotten.“

Es war ihr egal, wie arrogant das klang. Sie waren die Elite. Wenn man kurzen Prozess machen wollte, sollte man sie schicken. Stattdessen hatte man die Mitglieder der Staffel in alle Himmelsrichtungen verstreut. Samin sah sich nach Cain um, der just in diesem Moment von einem Sergeant der Sternjäger angesprochen wurde. Natürlich, der Waffentest, an dem die beiden Wolves prestigeträchtig teilnehmen sollten, stand kurz bevor. Es war an der Zeit, dass sie sich vorbereiteten.

„Wie war Ihr Name noch gleich?“, fragte sie nonchalant, aber weiterhin selbstsicher. In diesem Moment wurden die Gäste gebeten, sich auf das Aussichtsdeck zu begeben, um den Waffentest aus größter Nähe verfolgen zu können und die Macht des Imperiums persönlich zu bezeugen.

„Flight Lieutenant Samin, bitte verzeihen Sie. Die Anwesenheit der Wolves wird in Hangarbucht Acht erbeten, um Sie auf das Manöver vorzubereiten.“ Samin warf einen Blick auf den Sergeant, einem graubärtigen Mann in den Fünfzigern, dessen Oberlippenbart an beiden Enden schwungvolle Bögen zog. Er nickte dem männlichen Lieutenant an ihrer Seite respektvoll zu, um sich für die Unterbrechung zu entschuldigen. Cain DéSkalz, Samins Flügelmann, befand sich in seinem Schlepptau.

„Es hat mich gefreut, Lieutenant. Unser Gespräch sollten wir an geeigneter Stelle fortsetzen.“

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Er hoffte das die durchaus Schöne Frau (Samin) es dabei bewenden ließ... warum genau wusste er nur bedingt, er hatte nie wirklich ein Problem in der Gegenwart weiblicher Personen, egal ob Chiss oder Mensch, gehabt. Jetzt jedoch war es als versetzte ihn der Anblick in eine Art Mentale Schockstarre. Es schien als projezierte sein Kopf all die Erinnerungen mitten vor ihn ohne das er etwas dagegen tun konnte, als hätte diese Flight Lieutenant einen Riss in Kaels Mentalem Staudamm verursacht, der diese ganzen unverarbeiteten Gefühlsregungen bisher immer zurückgehalten hatte. Neben dem bahnte sich auch noch etwas ganz anderes seinen Weg in den Vordergrund... der Hass auf seine Mutter. Unverständnis darüber wie sie ihrem eigenen Sohn sowas hatte antun können und die Gleichgültigkeit mit der sie jede einzelne Tatsache ohne zu zucken bestätigt hatte. Angst und Wut, vor und auf die Frau die ihn großgezogen hatte und die er lange Zeit für ihre Stärke und Ausstrahlung bewunderte.

Dann machte die Pilotin einen Schritt nach vorne neben ihn und es kostete den Hybriden all seine Willenskraft nicht zusammenzufahren und mehrere Schritte abstand von ihr zu nehmen. Jegliche Freude darüber jemandem zu begegnen der anscheinend sein Schicksal ein Mischling zu sein teilte, wurde von diesem nervlichen Zusammenbruch überschattet. In voller Haltung und unter aller Anstrengung die er zur Verfügung hatte, wahrte er wieder diese kalte unbewegliche Fassade für die die Chiss so bekannt waren. Seine gesamte Aufmerksamkkeit lag nur noch auf den Handlungen der Frau neben ihm. Welche Bewegungen sie ausführte und was sie sagen würde... ohne einen Fixpunkt, so hatte Kael das Gefühl, würden seine Gedanken Amok laufen. Eine Art von Amok die ihn wie den letzten Deppen hinstellen würde, was ihm sonst egal gewesen wäre, was er diesmal aus einem Grund den er nicht näher definieren konnte unbedingt vermeiden wollte. Als wäre ihm die Meinung der Pilotin ungemein wichtig, als wäre er davon abhängig obwohl das ja eigentlich absoluter Schwachsinn war. Während sie sich nach vorne beugte und an Kael vorbei schielte taxierte er sie erneut und erst jetzt bemerkte er die Truppabzeichen auf den Schultern. Wolve Squad! Diese Frau war Teil der ersten Elitefliegerstaffel des Imperiums! Innerhalb des Militärs waren ihre Mitglieder trotz der relativ hohen Anzahl an Nichtmenschen ein Vorzeigebeispiel für Imperiale Pflichterfüllung und krempelten die Doktrin des Jägerschwarms gehörig um. Man munkelte dass die meisten Mitglieder selbst innerhalb eines gewöhnlichen Interceptors die Imperialen Abschusslisten anführen würden... und dann sagte sie diesen Satz, der Kael wieder ins Gesicht sagte warum er hier war und welcher wirkliche Unterschied zwischen ihnen beiden bestand.

Kael war für seinen Medienwirksamen Einsatz unter Darth Zion hier, einen Einsatz den er selbst als absolute Katastrophe wertete, der jedoch eine gute Story darstellte... deshalb hatte Pellaeon ihm eine Einladung zukommen lassen und nur deshalb befand er sich hier. Um präsentiert zu werden. Diese Hybridin jedoch, war hier weil sie Teil einer Militärischen Elite war deren Ruf allein einen dazu berechtigte auf solchen Veranstaltungen aufzutauchen wenn man es denn wollte. Er nickte leicht um ihre Bemerkung nicht wie die erste Frage im nichts vergehen zu lassen, noch nie im Leben war ein einfaches Nicken so eine Motorische Herausforderung gewesen. Nichts jedoch im Vergleich dazu, eine Frage in einem fehlerfreien Satz auf BASIC beantworten zu müssen... die paar Sekunden die vergingen bis Kael antwortete kamen dem Hybriden selbst wie Stunden vor.

"Die Yevethaner sind gefährlich und was viel interessanter ist, sie sind unberechenbar und ihr Verhalten entbehrt jeder Logik.", kurz musste er schlucken, es war als hätte er soviel Staub eingeatmet dass sein Mund sich kaum noch selbst befeuchtete. "Vielleicht sollte man sie schicken. VCielleicht ist aber auch genau diese Art der Denkweise und der Sicherheit eben jene die uns unser handeln gegen diese Kreaturen erschwert. Das und die allgemeine Lethargie in den Oberen Sitzen..."

Sich vor einem Mitglied einer hoch gelobten Imperialen Staffel so kritisch zu äußer, war definitiv keine gute Idee gewesen, Kael konnte sich jedoch nicht genug konzentrieren um valide von lethalen Sätzen unterscheiden zu können. Die gesamte Willenskraft floss in diesem Moment in die Handlung ein Gespräch mit der unbekannten Chiss zu führen.

"Second Lieutenant Reed...", die Aufforderung auf das Aussichtsdeck zu wechseln und ein graubärtiger Seargent erlösten Kael schließlich aus dieser aufreibenden Begegnung. Samin war also ihr Name... mit einem letzten Satz und dem leichten Ansatz eines lächelns war es als würde die Frau, wissend um ihren Einfluss auf ihn und seinen Gemütszustand noch einmal nachtreten bevor sie sich umdrehte.

"Es würde mich freuen Flight Lieutenant."

Brachte er noch heraus und hatte das Gefühl als würde er im Boden versinken... ein simpler Blick nach rechts verriet ihm dass sowohl Darth Zion als auch dem Vice Admiral das kurze Intermezzo nicht entgangen waren und er hoffte inständig, dass er sich kurz entschuldigen konnte, bevor sie zu ihrer ursprünglichen Konversation zurückkehren würden. Er musste hier raus! Ein kurzer Moment Ruhe... ein kurzer Moment zum sammeln...

[Fondor-System/Fondor/Orbit/Werftbasis 7/Gala-Saal] Kael, Zion, Vice Admiral Sent (NSC), Samin, weitere Gäste (SCs und NSCs)
 
[ Fondor-System| Fondor | Werftbasis 7 | Saal | Samin, Kael, Invida, Kyoshi, Scytale, Colin, Erik, uvm... ]

Was für eine merkwürdige Begegnung. Samin konnte sich dem Eindruck nicht verwehren, dass Kael Reed noch weniger auf diese Veranstaltung gehörte als sie selbst. Angesprochen auf Aradia und die krallenhändigen Yevethaner wirkte er beinahe verstört, ganz als ob die Yevethaner tatsächlich eine ernsthafte Bedrohung für das ruhmreiche galaktische Imperium darstellen würden. Ja, sie zeichneten sich durch maßlose Brutalität und unbändige Gräueltaten aus, aber sie waren doch nur ein einzelnes, kleines Volk, das hauptsächlich aus einfachen Hilfskräften und Zuarbeitern bestand. Sie hatte noch nicht von einem einzigen yevethanischen Feldherrn, geschweige denn einem legendären Piloten-Ass gehört, das jemals aus dem Koornacht-Cluster hervorgegangen war. Das Imperium hatte davon dutzende aufzubieten. Kael Reed musste einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen sein, sodass er sich einer schwarmartigen Übermacht gegenübersah, die seine Einheit zurückgetrieben hatte. Schließlich behauptete er sogar selbst, dass die Yevethaner unvorhersehbar und unkonventionell kämpften. Im Grunde konnte diese beklagenswerte Spezies aus nicht viel mehr als Bauern mit Mistgabeln bestehen, die durch bestialische Heimtücke und etwas Glück in den Besitz einiger schlagkräftiger Schiffe gelangt waren.

Während der betagte Sergeant sich, gefolgt von Samin und Cain, einen Weg durch die schnatternde Menge bahnte, kamen sie dicht an der republikanischen Delegation vorbei. Die Wölfin war hin und her gerissen zwischen dem Drang unverblümt zu glotzen und der Absicht eine eisige Souveränität auszustrahlen, um zu zeigen, dass sie die Anwesenheit des Rebellenabschaums in keiner Weise beeindruckte. Entrüstet schürzte sie jedoch die Lippen, als sie sah, wie viele Imperiale sich inzwischen schleimtriefend anbiederten. Natürlich befand sich auch die Reporterin Colin noch mitten unter ihnen. Commander Mentel hatte sich gegen die Anziehungskraft des Fremdartigen offensichtlich ebenfalls nicht erfolgreich wehren können. Sie konnte doch nur hoffen, dass sich der ISB mit jedem einzelnen von ihnen intensiv auseinandersetzen würde. Das alles war ein Schlag ins Gesicht für all jene, die die letzten Jahre damit verbracht hatten, die besetzten Gebiete dieser sogenannten Republik unter Einsatz ihres Lebens in die friedliche Ordnung des Imperiums zurückzuführen.


Als sie den Saal verlassen hatten, konnte Samin durchatmen. Die Luft schmeckte sofort besser, auch wenn die Filteranlagen des Saals sich selbstverständlich nicht im Geringsten von denen der Gänge unterschieden. Das Treiben war jedoch keineswegs geringer. Bedienstete, ausgerüstet mit Tabletts voll Nachschub aus der Küche, tänzelten leichtfüßig an ihnen und dem zahlreichen Wachpersonal vorbei, das von A nach B patrouillierte.

„Hier finden Sie die Kabinen, in denen Sie Ihre Fliegermontur anlegen können. Ich habe sie bereits persönlich in den Spinden verstaut.“

Überaus zufrieden mit sich selbst zwirbelte der Sergeant zunächst seinen Bart zwischen den Fingerspitzen, ehe er auf die erste Tür deutete.

„Officer DéSkalz. Lieutenant Samin, forderte er höflich erst den einen, dann die andere auf, durch die jeweiligen Durchgänge zu treten. Samin fand sich in einer überdurchschnittlich geräumigen Kabine wieder, bedachte man, dass sie nur zum Umziehen einer einzelnen Person herhalten sollte. Zu ihrer Rechten befand sich tatsächlich eine graue Spindreihe, in der ihr persönlicher Fliegeroverall penibel und militärisch ordentlich verstaut wurde. Nachdem sie den schweren, schwarzen Anzug, der vor dem tödlichen Vakuum des Alls schützte, Magnetstiefel, Handschuhe, Gürtel und das an der Brust getragene Lebenserhaltungssystem angelegt hatte, griff sie nach dem Pilotenhelm, an dessen Stirn die Symbole des Galaktischen Imperiums prangerten. So ausgerüstet trat sie zurück auf den Gang, wo der Unteroffizier und ein umgezogener Cain bereits auf sie warteten. Auch er trug seinen Helm unter dem Arm, die dunkle Haarpracht, die ihm in jeder anderen Staffel in dieser Form mit Sicherheit untersagt gewesen wäre, stolz präsentierend.

Es war kein kurzer Weg. Vom Saal über die Kabinen war es nochmal ein ganzes Stück bis zum Aufzug, der sie einige Ebenen hinab zum Hangar Acht tragen sollte. Dort angekommen erkannte Samin die gleiche konzentrierte Betriebsamkeit, die in jedem TIE-Hangar stattfand. Techniker und anderes Bodenpersonal kümmerte sich um die Vorbereitung der Jäger auf den bevorstehenden Einsatz, während in imperiales Schwarz gehüllte Piloten am anderen Ende des Hangars einen Kreis um einen Holo-Projektor gebildet hatten.

„Pilot Officer DéSkalz, Flight Lieutenant Hesaminuru, es ist mir eine große Ehre, Mitglieder des legendären Wolves‘ Squad bei uns begrüßen zu dürfen.“ Samin entging keinesfalls, dass der Staffelführer Cain zuerst begrüßte und ihm ohne Umschweife die Hand reichte, obwohl sie die ranghöhere und Cains Vorgesetzte war. Darüber hinaus schmerzte der Versuch, ihren vollständigen Namen auszusprechen, unglaublich in den Ohren, sodass sie dabei leicht das Gesicht verzog.

„Ich bin Captain Quyen Lepodian, Anführer der Harvorisk-Staffel, von der Sie sicherlich auch schon einmal gehört haben.“ Samin hatte noch nie von ihnen gehört, nickte aber aus Höflichkeit. Der Captain besaß ein breites, glattrasiertes Gesicht mit wulstigen Lippen. Der Umfang seines Bauches ließ sie verwundert darüber nachdenken, wie er in die Pilotenkluft und darüber hinaus noch in den Sitz eines TIE-Cockpits passte.

„Vielen Dank, Captain“, war das einzige, was sie sagen konnte. Offensichtlich hatte er mehr erwartet, denn einen Augenblick stand er reglos da, ehe er sich ein Herz fasste und erneut das Wort ergriff.

„Gern. Gern.“ Schwungvoll drehte er seinen Körper im Kreis und deutete auf die umliegenden Aufhängungen des Hangars. „Die Harvorisks fliegen mit TIE-MK II der neusten Generation. Sicher kein Vergleich zum TIE-Defender, aber dennoch ausgerüstet mit Schilden und überragender Geschwindigkeit. Ich denke, bei Ihren Fähigkeiten dürften Sie auch mit diesem Jägertyp bei uns mithalten können, gleichwohl Sie anderes gewöhnt sind.“

Samin warf Cain einen vielsagenden Blick zu. „Wir werden uns größte Mühe geben, Sir.“

Es folgte eine kurze Einführung am Holo-Projektor über die Ausgangssituation und das Manöverszenario. Die Wolves würden die vierte Rotte der Harvorisk-Staffel übernehmen, dabei jedoch zu zweit bleiben und weiterhin ihre gewohnten Rufzeichen – Wolf 10 für Samin und Wolf 11 für Cain - beibehalten, sodass Zuschauer die beiden über die taktischen Anzeigen verfolgen und erkennen könnten. Etwas, was in einem echten Gefecht natürlich undenkbar, hier jedoch wohl förderlich fürs Schauspiel war. Nachdem der Helm aufgesetzt und über Atemschläuche mit dem Lebenserhaltungssystem verbunden war, stieg sie hinab in die Kugelförmige Kanzel des Jägers, der die typischen Fassetten-Fenster besaß. Der MK II, oder TIE-Avenger, war ein guter Jäger und so gut wie jedem anderen Modell in der Galaxis (mit Ausnahme des Defenders und der beim Einsernen Bund angetroffenen, neuartigen und unbekannten n-förmigen Jäger) überlegen. Anschließend begann sie mit den Systemchecks. Bald konnte das Spiel beginnen.

[ Fondor-System| Fondor | Werftbasis 7 | Hangar Acht | Samin (Wolf 10), Cain (Wolf 11), Harvorisk-Stafel ]
 
Fondor-System, Fondor, Werftbasis 7, Saal: republik. Delegation: Kommandant Joya No, Kommandant Navara Ven, Senatorin Turima Belandri, Politiker Celdarion Charákas und die Imperialen: Colin Shendara von der Presse, Gouverneur Valkorion, Gouverneur Disra, Invida Parso-Assistentin von Graf Sturn(Sithlord), Kommandant Scytale Mentel


Nun konnte No nicht anders und musste auf die Frage zu den Jedi eingehen. Colin genoss den kleinen Triumph, spürte No`s Unbehagen und musste sich ein spöttisches Grinsen mühsam verkneifen. Sie riss ihre Lauscher groß auf und war gespannt, was er dazu sagen würde. Als er dann aber antwortete, dass er nicht wüsste, weshalb keine Jedi mitgekommen wären, hätte Colin am liebsten genervt die Augen verdreht. Doch, sie hatte sich im Griff und lächelte sanft, auch wenn es in ihr brodelte. Ob er tatsächlich unwissend war oder es verheimlichte!? Die Frage war wenn, warum?! Es herrschte ein unangenehmes kurzes Schweigen. Vermutlich war das der Anlass, das No doch noch seine Mutmaßung dazu äußerte, dass sie womöglich Wichtigeres zu tun hätten. Vielleicht war das in der Tat der Grund!? Ziemlich unspektakulär, aber womöglich die langweilige Wahrheit! Natürlich warf das die nächste Frage auf, was ein Jedi Wichtiges oder in dem Falle Wichtigeres zu tun hätte? Was machten Jedi so den ganzen Tag? Was machten Sith den ganzen Tag? Hm, das wusste sie auch nicht! Bestimmt könnte No diese Frage deshalb auch nicht beantworten! ?Sie beließ es deshalb dabei. Was meinte er damit, dass man deren Teilnahme für nicht so bedeutsam befunden hätte?! Fand man das Spektakel hier als nicht großartig genug? Lag es daran, dass die Jedi die Sith, mit deren Anwesenheit man rechnen musste, nicht treffen wollten? Wollten die Jedi nicht gezwungen sein, ein neues Schlachtschiff der polit. Gegenseite zu feiern?! Waren die Jedi innerlich immer noch zu feindlich gesonnen, um schon an so einem friedlichen Treffen teilzunehmen? War der Frieden nur vorgegaukelt? War der Frieden eine Lüge? Diese Antwort gab ein großes Interpretation Spektrum. Mal schauen, was man daraus machen würde? Edwina in der Agentur hatte immer tolle Ideen!

Zum nächsten Thema ließ sich Colin zu der Mutmaßung hinreißen, das Kommandant No darunter leiden müsste, die vielen Planeten nicht besuchen zu dürfen, sondern sie nur aus dem Orbit aus sehen zu können. Im Grunde sprach sie ihren Standpunkt dazu aus, denn sie hätte das selber wohl als traurig empfunden, wenn sie in seiner Lage gewesen wäre. Doch er behauptete, dass ihn dieser Umstand nie gestört hätte. Und dann demontierte er ihren Standpunkt. Er machte ihr begreiflich, dass bei ihm die Pflichten vor gingen und er das als richtig empfand und ihn dieser Umstand nicht störte. Sie konnte das kaum glauben. Er stellte sich hier gerade dar! Doch nun kam er mit einem Beispiel. Dem ihrigen Momentanen! Sie wurde rot! Sie hatte tatsächlich nicht eine Sekunde an Fondor, seine Natur, seine Sehenswürdigkeiten und an seine Bevölkerung gedacht! Sie begriff und nickte bedächtig. Sie fühlte sich in dem Moment überfahren! Er hatte bemerkt, dass sie ihm das nicht abgenommen hatte und hatte nicht grundlos dieses aktuelle Beispiel benutzt. Sie fühlte sich beschämt. Es war ihr sehr unangenehm.

Im nächsten Punkt waren sie sich zum Glück einig. Ihr war immer noch verdammt heiß. Hier war es auch warm drin! Das musste durch die vielen Leute kommen!? Die Klimaanlage taugte wohl nichts?!

Er meinte dann, seine zukünftigen, also noch ungeborenen Kinder, würden ihren Beruf frei wählen dürfen und sollten ihre Fähigkeiten voll entfalten, also auch im Militär, wenn gewünscht, und er würde ihnen davon nicht abraten. Und zum ersten Mal kam er ihr dann der nächsten Frage zu vor und sagte, dass er nichts anderes hätte werden wollen. Daraufhin musste sie grinsen.

Ihre nächste Frage zu einer möglichen Heimkehr nach Kamino ließ er offen.


Dann sprach Colin ein heikles Thema an. Obwohl es ihm unbehaglich war, beantwortete er auch diese Frage geduldig. Es war seine blaue Augenfarbe, die ihn minderwertig machte!? Sie musste schlucken. Was für ein Irrsinn! Sie musste ihm in seine wasserblauen Augen sehen. Was sollte daran falsch sein?

“Wie ungerecht! Aber, sie haben doch die volle Sehkraft, oder? Sonst wären sie doch nie in die Pilotenausbildung gekommen? Was soll daran ein Makel sein? Auf welcher Akademie in der Republik waren sie eigentlich?“

Obwohl es auch im Imperium Ungerechtigkeiten gab, die sie als normal betrachtete, da sie nichts anderes gewohnt war, fand sie dies hier merkwürdig und ungerecht. Wegen seiner blauen Augen!

Das mit den Sith ging etwas unter. Jetzt kam Mentel in den Fokus. Doch leider ging es genau in dem Moment mit dem Programm weiter. Die großen Flügeltüren wurden geöffnet und es ging durch eine Fluggastbrücke direkt zum Einstieg in das neue Schiff. Colin war nun tatsächlich ziemlich nervös und konnte nicht einmal sagen, wieso. Zum Anderen bedauerte sie, dass die beiden Kommandanten kein Gespräch führen konnten, was sie hätte mitschneiden können. Ein Blick auf Mentel veranlasste sie nachzuhaken, was mit ihm plötzlich los wäre. Da reagierte No sehr treffend, als er meinte, dass Mentel unter Lampenfieber leiden würde. Da musste sie heftig lachen. Sie konnte es sich nicht verkneifen.


“Sorry, es ist nur, weil Kommandant No so schlagfertig war!”,

entschuldigte sie sich rasch. Allerdings musste Mentel auf die Brücke. Sie ging mit Kommandant No die Gänge des Schiffes entlang. Es roch nagelneu! Sie kamen in der Offiziersmesse mit riesiger Panoramascheibe und etlichen Monitoren an. Überall standen kleine runde Tische mit kleinen Clubsesseln herum. Es gab auch eine Bar. Alles nagelneu und hochmodern. Man wurde aber auch bedient. Zumindest heute! Colin steuerte mit No auf einen günstig stehenden Tisch zu, an dem ein dürrer gehbehinderter Mann mit Stock (Saphenus)gerade schwerfällig Platz nahm.

“Wir zwei sind mal so frei und setzen uns dazu.”,

sagte sie ziemlich bestimmt. Der Mann wirkte kränklich und hatte auch nur ein Auge!

“Sie sind doch der Herr, der vorhin mit dem Gouverneur von Korriban gesprochen hat?! Sie müssen mich nachher dem Sith unbedingt mal vorstellen! Ich bin sicher, Kommandant No aus der Republik, ist auch interessiert daran, nicht wahr?!”

Kurz sah sie zu No. Ihr Blick schweifte weiter und ging dann suchend umher und landete auf den schillernd zurecht gemachten Herrn, den sie für den Gouverneur hielt (Großmoff). In dem Moment trat ein Kellner heran und bat um die Bestellungen. Rasch sah sie in die Karte. Natürlich war alles umsonst!

“Ich nehme einen Caf und einen Barabel-Muffin.”

Nun sah sie ihren Nachbarn (Saphenus) an und lächelte ihn an:

“Wie unhöflich von mir! Ich sollte mich erstmal vorstellen! Ich bin Colin Shendara, Journalistin von der Imperium News. Was hat Sie hierher geführt?”

Sie begann gierig den Kuchen, der ihr gleich gebracht worden war, zu essen. Sie hatte wahnsinnigen Hunger! Das Frühstück war schon sehr lange her! Doch plötzlich hielt sie inne. Was hatte sie getan? Diese Kalorien! So viel ungesunder Zucker! Sie würde noch eine Fettleber bekommen! Sie schob den Teller mit dem Rest weg. Ihr wurde schlecht! Das Zeug musste schnellstens raus! Niemand konnte ahnen, dass Colin an Magersucht litt. Man sah es ihr nicht an! Wo waren die Toiletten? Doch jetzt sollte gleich das Manöver starten! Sie konnte jetzt unmöglich Kotzen gehen! Sie begann zu schwitzen! Unruhig rutschte sie auf ihrem Sitz hin und her. Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn. Sie würde das nicht aushalten! Auch Obst hatte soviel Fruchtzucker drin! Besonders diese Barabelfrüchte! Sie fühlte sich wie aufgedunsen! Sie hatte zuviel gegessen! Plötzlich kam ihr der Gedanke, dass sie sich zusammenreißen sollte, sonst würde man noch annehmen, sie hätte eine Bombe an Bord versteckt. Sie bekam Herzrasen und ihre Übelkeit nahm noch mehr zu. Hoffentlich wirkte sie nicht verdächtig? Wieso hatte sie nur so abenteuerlich-blöde Gedanken!? Sie ergriff ihre Tasse. Sie zitterte mächtig in ihrer Hand. Sie führte sie zitternd zum Mund und bekam nur einen kleinen Schluck runter.


Über Fondor, auf der Allegiance-Offiziersmesse, am Tisch: Colin zwischen: No und Saphenus, ...
 
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[Fondor | Weftbasis 7 | Aussichtsdeck der Allegiance] Sicherheitsdienst, Republikanische Delegation, Kel Dysar

Ash und ein oder zwei andere Soldaten waren von ihrem Chef auf die Republikaner angesetzt worden. Deshalb stand er nun einige Meter entfernt, und beobachtete unauffällig die Gruppe. Er verstand einfach nicht, warum man ihre Feinde eingeladen hatte. Es würde für ihn wohl für immer ein Rätsel bleiben, wer auf diese Idee gekommen war.

Gerade kam einer der anderen Sicherheitsleute und murmelte Ash etwas zu. Ash verstand und begab sich zum Gefängnis, welches unweit der Sicherheitszentrale seinen Platz hatte. Einige Minuten später stand er dann also im Zellentrakt 2 und stand mit dem Sicherheitschef und einem weiter Soldaten vor einer Tür. Der Soldaten öffnete sie, und die drei traten ein.

In der Zelle saß ein gut 1,85 Meter großer Mann, mit hellen blonden Haaren. Ash erkannte den Mann, den er letztens selbst gefangen genommen hatte. Erst jetzt konnte er denn Mann richtig betrachten. Mit seinen vielen Narben sah er furchteinflößend aus, und er hätte gut ein sehr erfahrener Imp sein können. Da ergriff der Chef das Wort:
"Das ist Kel Dysar, er war schon an vielen Attentaten auf imperiale Offiziere beteiligt, konnte aber bis jetzt nie gefasst werden."

Ash wunderte sich darüber. Wenn der Mann doch so bekannt bei den imperialen Sicherheitsdiensten war, warum konnte er dann nie gefasst werden? Doch sein Vorgesetzter fuhr schon fort: "Wir haben ihn verhört, und konnten herausfinden, dass er von einem Republikaner angeheuert wurde. Wir wissen aber nicht wer, und er rückt nicht mit dem Namen raus." Ash antwortete darauf, dass er die Republikaner ja beobachte, falls einer von ihnen der Auftraggeber des Killers sei. Sein Chef berichtete noch, dass der Gefangene nach Bastion gebracht werde, und dort in ein Hochsicherheitsgefängnis komme. Dann verließen Ash und seine Begleiter und ließen Kel allein.

[Fondor | Weftbasis 7 | Zellentrakt 2] Sicherheitsbeamter, Sicherheitschef
 
Fondor - Werftbasis 7 - Saal - Agustin Prada und Aren Vayliuar, Saphenus,Myra Juran, Invida Parso, Scytale Mentel, Kyoshi Ichigu, Kael Reed und Collin Shendara, Darh Zion, Horatio Kraym, Alaine Aren, Volo Crescent, Gordon Aaronson. Samin usw., Soldaten (NPCs)

Der Gouverneur nickte der jungen Frau anerkennend zu, als diese eine durchaus logische Schlussfolgerung aus seinem Ratschlag zog und ein weiteres mal Lob für sein taktisches Vorgehen während des Krieges auf Dubrillion aussprach. Offensichtlich ließ sie sich von Saphenus' rüden Gangart nicht aus dem Konzept bringen, der ihr eben noch die zum Kuss hingehaltene Hand lediglich schüttelte. Stattdessen ließ sie ein vielsagendes Lächeln folgen, welches Agustin deutliche herzlicher erwiderte, als er es normalerweise pflegte.

"Ohne besagten Ehrgeiz wäre es mir niemals gelungen, aus den Bastioner Armenvierteln aufzusteigen. Allgemein bin ich sehr erfreut über das breite Spektrum an vielversprechend ambitionierten Personen, die ich in letzter Zeit kennen lernen durfte. Es erfordert eine solche Mentalität, um den Kurs des Imperiums stetig aufrechtzuerhalten...oder sogar noch weiter nach vorne zu richten, um eine noch glorreichere Zukunft zu ebnen."

Agustin warf Saphenus ein vielsagendes Schmunzeln zu, in der Tat bildete er gemeinsam mit Aren Vayliuar die Speerspitze der Imperialen, die er in Sachen Ehrgeiz und Potential auf eine ähnliche Stufe mit sich selbst stellte. Während der Zabrak bereits mehrmals bewiesen hatte, dass er einen scharfen Verstand gepaart mit der gleichen Vision, wie Agustin sie hatte, besaß, war es Vayliuar, der schon kurz nach seinem Eintritt ins Amt des Gouverneurs von Borosk nach Dubrillion reiste und im "Schlächter von Dubrillion", unter den oftmals mit vorgehaltener Hand geredet wurde, den wertvollen Verbündeten erkannte, den er neben seinem gefeierten Sieg gegen die Aufständischen tatsächlich darstellte. Zwar missfiel Agustin die Art und Weise, wie der charmante Verwalter dem republikanischen Feind gegenüber trat, doch wusste er nicht wirklich, was sein wohlhabender Partner damit für Pläne verfolgte. Doch ebenso schwang in seiner Aussage auch Anerkennung für das selbstbewusste Auftreten der jungen Pilotin mit, einer ebenfalls äußerst interessanten Persönlichkeit, die es im Gegensatz zu Miss Parso verstand, ihre Position nicht zu überschätzen sondern das Maximale aus dieser herauszuholen, wenn es darum ging, im Dialog zur administrativen Elite des Imperiums zu stehen, über der nur noch die Sektor Adjutanten, Moffs und Grandmoffs standen. Gekonnt erprobte die junge Dame, wie weit sie ihr Spiel mit dem Gouverneur treiben konnte, der sich ihrem Vorhaben in diesem Moment nicht nur aus Neugier, sondern auch aus einer gewissen Freude an ihrer erfrischend unkonventionellen Vorgehensweise bereitwillig hingab. Doch gelang es Myra den Gouverneur ein weiteres Mal mit Detailwissen im Bezug auf die Kriegsführung auf Dubrillion zu überraschen, als sie Walder Fondham erwähnte, den Befehlshaber der planetaren Streitkräfte auf Dubrillion. Sie nutzte diese Überraschung, die der Gouverneur mit einem weiteren und sogar ein wenig deutlicherem Nicken anerkannte, um sich nun wieder in einem Spagat zwischen Schmeichelei und Selbstinszenierung zu versuchen, schließlich war sie bestrebt, Agustin nicht wie die meisten anderen ihres Ranges die Stiefel zu lecken, sondern ihn auch in einem gewissen Maß von ihrem Charm und ihren Fertigkeiten zu überzeugen. Dies gelang ihr sogar in weiten Teilen, also schenkte der stattliche Gouverneur ihr ein weiteres glattes Lächeln und verfiel nach einem kurzen Nippen an seinem Getränk in eine etwas lockerere Haltung.

"Ich komme nicht umhin zuzugeben, ungemein überrascht von der Tatsache zu sein, dass Sie über General Fondham Bescheid wissen, den wohl begabtesten militärischen Befehlshaber und Taktiker, den ich kenne. Wäre er heute Abend anwesend, so bin ich mir sicher, würde er großen G
efallen an Ihrem militärischen Kenntnis und ihrer Vorliebe für Details finden. So wie ich ihn kenne, würden Sie beide miteinander blendend auskommen."

Wieder konnte man eine Brise von charmanter Süffisanz in seine Worte hineininterpretieren, zumindest wenn man tatsächlich darüber Bescheid wusste, wie sehr er Fondham wirklich schätzte und was für einen gewaltigen Faktor er während der Niederschlagung des dubrillianischen Aufstands darstellte, ja eigentlich schon den maßgeblichen zum finalen Triumph. Das Kenntnis und die Detailversessenheit der noch jungen Soldatin auch nur ansatzweise mit dem des PAD-Generals auf eine Stufe zu stellen, war eigentlich ein Lob von derartigem Ausmaß, dass man dahinter nur eine gewaltige Übertreibung vermuten konnte. Doch Myras Antwort auf die Glückwünsche der beiden Gouverneure bezüglich ihrer erhofften Position Seite an Seite mit den berühmten Wolves ließ ihn ein für alle mal erkennen, dass sie von einem derartigem Ehrgeiz getrieben wurde, dass sie sich wohl tatsächlich in Sachen Taktik und militärischer Kenntnis auf eine Stufe mit dem größten Befehlshaber gestellt hätte, der je einen Fuß auf Dubrillion gesetzt hat. Agustin musterte die junge Frau für einen Augenblick, erwiderte den Kommentar von Saphenus mit einem beiläufigem Lächeln und dachte für einen Moment darüber nach, wie sehr ihn das beinahe schon blasphemische Auftreten der attraktiven Pilotin erstaunte. Mit ebendieser Einstellung würde sie es zweifelsohne weit bringen, das stand zumindest fest.

"Nun denn. Dann freue ich ich mich schon, Ihnen aus bequemer Entfernung dabei zusehen zu können, die berühmten Wolves in den Schatten zu stellen."

Diese Aussage meinte der Gouverneur sogar tatsächlich vollkommen ernst, schließlich wusste er selber, was es bedeutete, sich aus dem Schatten anderer herauszukämpfen. Der Druck, den ein solches Unterfangen auslöste, suchte zwar einerseits seinesgleichen und ein Großteil all derjenigen, die sich daran versuchten, zerbrachen unter diesem, doch gab es kein größeres Gefühl, als die vermeintlich Besten ihres Fachs zu übertrumpfen und sie an ihrer eigenen Arroganz wahrhaftig ersticken zu lassen.

Aufmerksam hörte Agustin Myra zu, als sie die Allegiance zu beurteilen begann. Er wusste sofort nach ihren ersten Sätzen, dass sie es mit ihrem Vergleich mit dem Sith-Orden endgültig zu weit trieb, da dieser keine vernünftige Grundlage besaß. Der Pilotin gelang es zumindest in diesem Punkt nicht mehr, mit ihrem weit gefächerten Wissen über Aufstände auf Dubrillion und sogar die dunklen Geheimnisse des Sith-Ordens zu glänzen, da letzteres doch eine Kategorie zu groß für all diejenigen war, die nicht selbst ein Teil des Ordens waren. Agustin selbst hätte niemals einen Vergleich zwischen der Verwaltung und dem Orden gestellt, da er wusste, dass dieser Lord Saphenus bestenfalls ein müdes Lächeln abverlangt und keinerlei positive Wirkung gezeigt hätte. Der Gouverneur hob eine Augenbraue und nickte Saphenus bekräftigend zu, als er richtigen Worte für das fand, was sie mit ihren abschließenden Worten erklärt hatte. Natürlich konnte Agustin ein Lied davon singen, ebenjene besagte monetäre Beachtung nicht zu erhalten, vor allem zu Anfang seiner Laufbahn als Gouverneur fand er sich oftmals frustriert darüber wieder, eine Vielzahl seiner Ziele aufgrund dieses Umstandes nicht zeitig zu erreichen zu vermögen. Doch gerade die Tatsache, dass sowohl Saphenus als auch Agustin trotz all der widrigen Umstände all das erreichen konnten, was ihnen damals nicht ermöglicht wurde, verkörperte genau den Ehrgeiz und den Verstand, den es benötigte, um die imperiale Verwaltung effizienter und moderner zu machen. Diejenigen, die von Beginn an alles erhielten, was sie wollten, waren doch letzten Endes genau die Personen, unter denen das Imperium in diesen Zeiten litt. Sie unterwanderten hohe Positionen, verseuchten gesamte Institutionen mit ihrem selbstgefälligen Versagertum und taten nicht zuletzt ihr Bestes, um talentierte Individuen zu Fall zu bringen, in denen sie eine Bedrohung für die eigene Position erkannten.

"Lord Saphenus spricht mir in diesem Punkt voll und ganz aus der Seele. Einzig und allein der Wille, für das zu kämpfen, was man bewirken möchte, zählt. Schon zu lange treiben innerhalb der Imperialen Verwaltung Gestalten ihr Unwesen, die seit dem Beginn ihrer Karriere alles erhalten, nach dem sie verlangen. Keiner von ihnen versteht es, mit tatsächlichen Herausforderungen konfrontiert zu sein, diese zu meistern, sich die widrigen Umstände untertan zu machen und letztlich das zu erreichen, was man so sehr begiert und sogar noch mehr. Und einzig und allein dieser Prozess sorgt für Fortschritt innerhalb des Imperiums. Er ist tief verwurzelt in der Natur aller Lebewesen und ihrer Evolution hin zu besseren und vollkommenen Individuen."

Es war ganz und gar nicht seine Absicht, die Pilotin gemeinsam mit Saphenus vorzuführen, viel mehr war dem Gouverneur viel daran gelegen, einer Person mit einem solchen offenkundigen Potential, wie es Myra offenbar innewohnte, die richtigen Anstöße zu geben. Gerne, hätte er sich diesem Ziel weiter zugewandt, doch war es nun die Stimme des Grand Viziers am Rednerpult, die sämtliche Gespräche im Saal auf der Stelle zum Erliegen brachte. Er begann seine Rede mit einer Danksagung für all die Soldaten im Dienste des imperialen Militärs, nur um dann in einer kurzzeitigen Tirade gegen sämtliche Feinde des Imperiums auszubrechen. Emotionslos nahm Agustin den Kommentar seines nichtmenschlichen Verbündeten zur Kenntnis. Er konnte nicht beurteilen, ob es in einer brutalen und grausamen Galaxie, wie der in der sie lebten, jemals so etwas Frieden geben könnte. Doch eines stand fest: Der Frieden, in dem sie sich momentan befanden, war nichts weiter als eine Farce. Und die Tatsache, dass der Repräsentant seiner Majestät Darth Allegious genau die Soldaten mit seiner Rede ansprach, deren Fleiß und deren Leid durch diese Schande geächtet wurden, sprach von der momentanen Krise innerhalb des Imperiums. Nach seiner Rede öffneten sich die Docks zur Allegiance und mit der Präzision eines Uhrwerks traten die weiß gerüsteten Soldaten synchron zur Seite, um den Gästen den Weg ins Innere des gewaltigen Kampfschiffs zu ebnen. Als die ersten Gäste die Docks betraten, wandte sich Lord Saphenus mit einem weiteren zynischen Kommentar an die Pilotin, genauso wie Agustin konnte er es wohl kaum erwarten, die Allegiance von innen zu betrachten und das gewaltige Schiff in Aktion zu erleben. Gemeinsam schritten sie langsam nach vorn, wonach Saphenus der erste war, der an einem nahe gelegenem Tisch Platz nahm. Schnell gesellte eine junge Frau neben ihn, die ihn unmittelbar darauf ansprach. Agustin lächelte seinem Verbündeten mit dem Ansatz eines freundschaftlich-hämischen Augenzwinkerns zu und nahm einen Tisch weiter Platz. Gespannt wartete er darauf, ob sich Myra dazugesellen würde, ansonsten würde er sich nun wohl oder übel auf weiter Flur alleine wiederfinden.

Fondor - Werftbasis 7 - Offiziersmesse auf der Allegiance - Agustin Prada und Aren Vayliuar, Saphenus,Myra Juran, Invida Parso, Scytale Mentel, Kyoshi Ichigu, Kael Reed und Collin Shendara, Darh Zion, Horatio Kraym, Alaine Aren, Volo Crescent, Gordon Aaronson. Samin usw., Soldaten (NPCs)
 
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[Fondor-System | Weltraum | Werftbasis sieben | Saal] Joya No, Navara Ven, Turima Belandri, Celdarion Charákas, Aren Vayliuar, Valkorion Disra, Invidia Parso, Scytale Mentel, Colin Shendara. In der Nähe: Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, Darth Zion, Kael Reed, Horatio Kraym, Agustin Prada, Alaine Aren, Darth Zion, Hess'amin'nuruodo, Cain T. DéSkalz, Gordon Aaronson, Eredin Moorvhis, Athena Toral und weitere

Vorhin hatte Colin Shendara noch die Frage geäußert, ob Joya Nos Augen denn schlechter wären als die seiner Artgenossen. Sie schien gar nicht recht zu begreifen, dass Rassismus etwas Irrationales war. Und das, obwohl sie im Imperium aufgewachsen war, dessen gesamte "Neue Ordnung" auf staatlich verordnetem Chauvinismus basierte. Der Kaminoaner hatte dadurch einen sehr interessanten Einblick in die Seele des Reiches gewonnen. Die Menschen (und sicher auch viele andere Wesen), die mit der Indoktrinierung durch COMPNOR und andere imperiale Institutionen aufwuchsen, waren sich der brutalen Regeln ihrer Umwelt nicht einmal bewusst. Sogar Miss Shendara, die bei den Medien arbeitete, war absolut ahnungslos. Er begann zu verstehen, wieso das Imperium so viele Jahre nach Beginn der Rebellion, die später die Neue Republik begründet hatte, noch existierte. Es war die Unwissenheit und beinah kindliche Naivität seiner Bürger, die es am Laufen hielt. Der Glaube daran, dass alles gut und richtig war, und die Unfähigkeit, das zu hinterfragen. Selbst bei Menschen, die ihr Leben dem Journalismus widmeten. Kein Wunder, dass Hass und Vorurteile in diesem System weiter gediehen und dass Militär, Geheimdienst und Sith ihre Gräueltaten vollbringen konnten, ohne dass die Bevölkerung sich immer entschlossener gegen sie erhob.

»Meine Sehkraft ist ausgeeichnet«, hatte No bestätigt, was die Reporterin schon vermutet hatte. »Und auch sonst liegt bei mir kein körperlicher oder geistiger Mangel vor, der mich im Vergleich zu meinen Artgenossen herabsetzen würde. Aber rassistische Vorurteile basieren nunmal nicht auf Fakten, sondern einzig und allein auf dem Wunsch, besser zu sein als andere. Sie wissen bestimmt was ich meine.«

Es war offensichtlich geworden, dass das nicht der Fall war, dennoch hatte der Kaminoaner das Thema bewusst mit diesem Satz abgeschlossen. Einerseits damit sie nicht weiter nachfragte. Andererseits weil es ja zumindest nicht ausgeschlossen war, dass sie dadurch ins Nachdenken kam. Er glaubte aber nicht wirklich daran.

»Die militärische Grundausbildung und die ersten Abschnitte der Offiziersschule habe ich auf Sluis Van absolviert«, hatte er dann auf die zweite Hälfte ihrer Frage geantwortet. »Abgeschlossen habe ich meine Ausbildung dann auf Mon Calamari.«

Das war die vorerst letzte Frage der Journalistin gewesen, bevor Scytale Mentel zu ihnen gestoßen war und dann die Rede des Grand Vizier ihr Gespräch im Keim erstickt hatte. Nun war auch dieser Teil abgeschlossen und die Menge begann, sich zu den Luftschleusen zu bewegen, die sie auf das neue Schlachtschiff bringen sollten. Soeben hatte No seine Bemerkung über Mentels vermeintliches Lampenfieber gemacht und damit einen kurzen Lachanfall bei der Reporterin ausgelöst. Eine Reaktion, die ihn verblüffte: Er war normalerweise nicht dafür bekannt, Leute in seiner Umgebung zum Lachen zu bringen. Ganz im Gegenteil: Seine Untergebenen (und mit anderen Wesen pflegte er so gut wie keinen Umgang) fürchteten ihn mindestens so sehr wie sie ihn respektierten, und in seiner Gegenwart zu lachen wagten sie meistens gar nicht.

Colin Shendara brachte sich schnell wieder unter Kontrolle und entschuldigte sich bei dem Commander, der sich nun auf die Brücke verabschiedete. Nos blaue, in keiner Hinsicht der grauen Variante unterlegenen Augen blickten ihm hinterher und er hatte den Eindruck, dass er sich einen Feind gemacht hatte. Er hatte dafür gesorgt, dass die Reporterin den Commander an diesem Ruhmestag öffentlich ausgelacht hatte. Über eine solche Demütigung sahen nur die wenigsten Individuen großzügig hinweg. Aber No würde diese neue Feindschaft sicherlich keine schlaflosen Nächte bereiten - zumindest nicht, wenn er wieder die Deckplatten seines eigenen Schiffes unter den Füßen hatte und sich wieder im republikanischen Territorium befand.

Obwohl sich die Gemeinschaft nun verlagerte und sich dabei natürlich auch viele Grüppchen trennten und neu zusammenfügten, blieb die Journalistin an Joyas Seite, während er sich von der Menge mitspülen ließ. Unterwegs beobachtete der Kaminoaner jedes Detail, das sich ihm bot, ganz genau und mit allen Sinnen. Sich durch diese Korridore zu bewegen, war vertraut und fremdartig zugleich. Die Atmosphäre imperialer Kriegsschiffe war doch etwas ganz eigenes; das galt selbst dann, wenn Schiffe imperialer Bauart unter republikanischer Flagge fuhren. Es war einfach nicht dasselbe. Dies war das zweite Schiff der imperialen Flotte, auf das der Captain einen Fuß setzte, und sofort wurden - ohne klar ersichtlichen Auslöser - Erinnerungen an seinen ›Besuch‹ auf der Aquila wach. Aber dies war noch nicht die große Führung, viel gab es nicht zu sehen. Die Festgesellschaft erreichte nach einem kurzen Spaziergang und einer Liftfahrt eine Offiziersmesse, die dank ihrer breiten Fenster für eine Veranstaltung wie diese prädestiniert war.

Die republikanische Delegation war sich darüber einig gewesen, dass sie nach Möglichkeit beieinander bleiben wollte. Deshalb achtete Joya No, dem es dank seines überlangen Halses an Überblick nicht mangelte, immer darauf, in der Nähe seiner Kollegen und Vorgesetzten zu bleiben. Auch als Colin Shendara ihn an einen Tisch leitete (denn sie war offensichtlich gewillt, ihren privaten Republikaner zu behalten und das Interview mit ihm fortzusetzen), achtete er darauf, sich nicht weiter als ein paar Schritte von Navara Ven, Turima Belandri und Celdarion Charákas zu entfernen.

An dem Tisch, den die Journalistin anstrebte, nahm gerade eine Gestalt Platz, die in Nos kritischen Augen ziemlich armselig erschien. Der männliche Zabrak (Saphenus) bot mit seiner ausgezehrten Gestalt, dem wackligen Gang und den mühsamen Bewegungen ein jämmerliches Bild, und der Captain, der nicht nur Dinge, sondern auch Personen vor allem anhand ihrer Effizienz beurteilte, bildete sich sogleich ein ziemlich abfälliges Urteil über ihn. Der Mann war sicher kein Soldat, auch wenn es möglich war, dass er einmal einer gewesen war und seine jetztige Schwäche auf Kriegsverletzungen zurückging. Auch sein eines Auge schien zu fehlen - oder war dieses tiefe, alles Licht schluckende Schwarz sogar die Farbe des Auges selbst? Jetzt machte er jedenfalls eher den Eindruck eines obdachlosen Drogenkranken als den eines Kriegers. Der Kaminoaner fragte sich, was diese traurige Gestalt dazu qualifizierte, unter den Würdenträgern des Imperiums einen Platz einzunehmen.

Colin Shendara sprach den Mann an, der einen schwer zu deutenden, aber aus unbestimmtem Grund irgendwie beunruhigenden Blick auf die beiden Neuankömmlinge richtete. Sie meinte sich zu erinnern, dass diese Person den Gouverneur von Korriban - ihren Worten nach einen Sith - kannte und in der Lage war, sie einander vorzustellen. Auch den Kaminoaner stellte sie kurz vor, doch ohne seinen Rang und seine Funktion zu benennen, weshalb er ergänzte:

»Captain Joya No, Kommandant des republikanischen Schlachtkreuzers Bright Giant. Sehr erfreut.« Die letzten beiden Worte passten nicht recht zu seiner distanzierten Stimme und dem skeptischen Blick, den er von oben auf die Jammergestalt fallen ließ. »Der Gouverneur von Korriban ist mir nicht bekannt. Er ist ein Sith? Ist damit die Spezies gemeint oder ist er ein Mitglied des Ordens? Beiden bin ich bislang nicht begegnet.«

Die Reporterin hatte sich unterdessen eine Tasse Caf und ein Gebäckstück geben lassen; No hob die Hand zu einer ablehnenden Geste, als die Reihe an ihn kam. Weder dunkler Caf noch irgendetwas Fettiges sollten auch nur in die Nähe seiner makellosen Uniform kommen, deren Weiß noch heller war als das seiner Haut. Colin verzehrte das Gebäck recht zügig, und sobald sie fertig war, ging eine auffällige Wandlung mit ihr vor. Sie wurde blasser, stiller, ihr Blick schien ins Nichts gerichtet zu sein, und als sie dann die Tasse an den Mund hob, zitterten ihre Hände sichtbar.

»Miss Shendara, ist alles in Ordnung mit Ihnen?« fragte Joya No, dessen analytischem Blick die Veränderung nicht entging. Für einen kurzen Moment blitzte tatsächlich so etwas wie Mitgefühl für die junge Menschenfrau in ihm auf, die ihm eigentlich sehr sympathisch war, auch wenn er sich dessen in keiner Weise bewusst war. Dann gewannen aber wieder eigennützigere, mehr seinem stets kritischen Naturell entsprechende Motive die Oberhand.

›Bitte kein Gift!‹ dachte er inständig, ohne zu wissen, an wen oder was er dieses Flehen richtete. Das würde ja wirklich zum Imperium passen: Die junge Reporterin vergiften, mit der er sich seit einer Weile unterhielt, und es dann ihm in die Schuhe zu schieben. Ein unschuldiges Opfer und deshalb eine besonders grausame Tat. Das wäre eine absolut perfide und gerade deshalb durchaus denkbare Methode, die republikanische Delegation unter einem Vorwand zu inhaftieren...

[Fondor-System | Weltraum | Allegiance | Aussichtsdeck] Joya No, Navara Ven, Turima Belandri, Celdarion Charákas, Aren Vayliuar, Valkorion Disra, Invidia Parso, Scytale Mentel, Colin Shendara. In der Nähe: Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, Darth Zion, Kael Reed, Horatio Kraym, Agustin Prada, Alaine Aren, Darth Zion, Hess'amin'nuruodo, Cain T. DéSkalz, Gordon Aaronson, Eredin Moorvhis, Athena Toral und weitere
 
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[Fondor-System | Werftraum | Werftbasis 7 | Saal] Saphenus; Agustin Prada; Myra Juran; Gäste

Die geladene Gesellschaft begann sich einem zentralgesteuerten Schwarm gleichend zu bewegen und gemeinsam mit Prada ließ sich Saphenus von der Menge mitreißen und steuerte mit kleinen, humpelnden Schritten auf die soeben geöffnete Tür zu. Gespanntes Getuschel überlagerte die Geräusche klappernder Stiefel und Schuhe auf dem Boden, Spannung lag beinahe greifbar spürbar in der Luft. Trotz der Gelegenheit die Allegiance bereits durch das Panoramafenster zu bewundern warteten viele darauf sie aus einer noch besseren Perspektive sehen und bestaunen zu können. Saphenus musterte die Sturmtruppen, die mit ihren weiß glänzenden Rüstungen den Zutritt flankierten. Sie standen in perfekter Formation in Reih‘ und Glied, an ihrer kerzengeraden Haltung war nichts auszusetzen. Die Gesichter von den starren Helmen verdeckt suchte er ihren Augenkontakt, doch sie ließen keine Regung erkennen. Ein kleines Lächeln beschlich sein Gesicht, das jedoch sofort wieder verschwand als er an seine eigenen Soldaten auf Korriban dachte. Im Vergleich zu der Elite des Imperiums wirkten sie wie ein Haufen zusammengewürfelter Bauern, denen man Rüstungen und Waffen gegeben hatte. Ein Hauch von Unzufriedenheit und Wut beschlich ihn, doch das Gefühl währte nicht lange. Die Gesellschaft steuerte auf einen Lift zu und ließ sich von ihm in die Höhe tragen. Schmunzelnd wurde Saphenus bewusst, dass die eitlen Menschen um ihn herum es vermieden seinem Körper zu nahe zu kommen. Er bildete sich ein diskrete, jedoch abwertende Blicke auf sich zu spüren während er sich auf seinen Gehstock stützte. Er widerstand der Versuchung seinen Umhang gerade weit genug zur Seite rutschen zu lassen um sein Lichtschwert zu enthüllen und starrte stattdessen stur geradeaus bis der Lift sanft zum Stehen kam und die Menge in eine Aussichtsplattform entließ, deren gewaltige Scheiben einen atemberaubenden Blick hinaus in die Schwärze des Alls und auf die Allegiance boten. Geziert von runden Tischen und dazu passenden Sesseln bot die Plattform die Gelegenheit das Spektakel in gemütlicher Atmosphäre zu beobachten. Kellner liefen bereits mit Getränken und kleinen Annehmlichkeiten umher um die Menge in Empfang zu nehmen und zu bewirten. Saphenus warf sein Auge auf einen günstig stehenden Tisch und steuerte gezielt auf ihn zu in der Annahme, Prada würde ihm folgen und sich zu ihm setzen. Ungelenk ließ er sich in einen der Sessel fallen und lehnte sich zurück.

Als sich jemand zu ihm setzte wandte Saphenus sich ihm zu und sofort breitete sich ein Ausdruck großer Irritation auf seinem Gesicht aus. Statt Prada hatte sich eine Frau neben ihn gesetzt während Prada doppeldeutig lächelte, sich entfernte und woanders Platz nahm. Er warf ihm einen düsteren Blick zu und ignorierte die Frau, die noch nicht einmal fragte ob sie sich setzen dürfte und die Erlaubnis stattdessen als selbstverständlich hinnahm. Bevor er ihr etwas entgegnen konnte, das mit Sicherheit nicht charmant gewesen wäre, wurde er sich ihrer Begleitung bewusst und sofort stockte sein Atem. Der Kaminoaner aus der republikanischen Delegation wagte es ebenfalls an seinem Tisch Platz nehmen. Groß ragte er neben dem Zabrak auf, den langen Hals mit dem zierlichen Kopf in die Luft haltend, ihn abschätzig musternd. Saphenus spürte wie es in seinen Adern zu brodeln begann, langsam fuhr seine Hand seinen Oberschenkel hinauf während seine Finger danach gierten das kalte Metall an seinem Gürtel zu spüren. Sein Auge verengte sich und ein Hauch von Bernstein mischte sich in seine Iris während er an seine Flucht von Taris dachte und den Hass auf die Republik in seinem Bauch spürte. Ihm wurden die Scherze bewusst, die sie über den langen Hals des Verräters gemacht hatten. Jetzt hatte er die Gelegenheit sie in die Tat umzusetzen und ein Exempel zu statuieren. Im letzten Augenblick ergriff jedoch seine Vernunft wieder die Oberhand und erinnerte ihn erneut an die zahlreichen Truppen vor Ort, die selbst die republikanische Delegation als immerhin geladene Gäste schützen würden. Zähneknirschend faltete Saphenus seine Hände in seinem Schoß. Er überlegte kurz einfach aufzustehen und zu gehen, doch letztlich blieb er sitzen und beschloss eine Chance zu ergreifen, die sich ihm so bald nicht mehr bieten würde: den Feind kennen zu lernen um zu wissen was ihn erwartete!


Die Frau ergriff das Wort und lenkte ihn zumindest für einen kurzen Augenblick von seinen Gefühlen ab bis sie es schaffte seine Wut erneut anzufachen. Sie behauptete er habe nur mit dem Gouverneur von Korriban gesprochen statt der Gouverneur zu sein, sprachlos konnte Saphenus nicht anders als regungslos in seinem Sessel zu sitzen. Plötzlich schien das gesamte Event darauf bedacht ihn zu beleidigen und zu demütigen. Beinahe beiläufig stellte die Frau den Kaminoaner vor ohne jedoch zu enthüllen wer sie selbst eigentlich war. Der ergriff das Wort und präzisierte seinen Rang und seine Funktion als Captain eines republikanischen Kreuzers und betonte, dass der Gouverneur ihm nicht bekannt war. Er fragte sogar noch ob die Frau die Sith als Spezies oder als Mitglied des Ordens ansprach. Ein Kellner, offensichtlich ohne das geringste Gespür für den richtigen Augenblick, trat an sie heran und wollte ihre Bestellungen aufnehmen während Saphenus noch immer mit sich rang seine Sprache wiederzufinden und aus der Tiefe der Demütigung zu entfliehen. Fröhlich bestellte die Frau, Saphenus ignorierte den Kellner bis der den Wink verstand und lediglich ihr ihren Wunsch erfüllte. Erst jetzt entschied sie der richtige Augenblick sei gekommen um sich selbst als Journalistin der Imperium News vorzustellen. Saphenus‘ Körper verkrampfte sich, war er doch plötzlich in der Gesellschaft eines republikanischen Offiziers und einer imperialen Reporterin, die anscheinend fraternisierten. Während er Journalisten abwertend gegenüberstand hasste er den Kaminoaner mit jeder Faser seines Körpers. Vergnügt nahm Miss Shendara einen Bissen von ihrem Kuchen und begann plötzlich und aus dem Nichts heraus zu zittern. Saphenus beäugte sie kritisch und spürte eine wilde Mischung rasender Emotionen von ihr ausgehen. Ihre plötzliche Schwäche ließ ihn aus seiner Schockstarre entweichen, langsam lehnte er sich nach vorne.


„Bekommt Ihnen etwa Ihre Gesellschaft nicht?“, fragte er spöttisch und durchbohrte sie mit seinem einäugigen Blick. „Ich könnte verstehen wenn sie Ihnen den Appetit verdirbt. Essen Sie lieber etwas gesundes statt der Süßigkeiten.“ Er warf Captain No einen schwer zu deutenden Seitenblick zu, dann beugte er sich zu ihm herüber und reichte ihm die knochige Hand. „Natürlich nicht Ihre Gesellschaft.“, fügte er hinzu und grinste schief. „Darf ich mich vorstellen, denn anscheinend war Miss Shendara etwas nachlässig was ihre Hausaufgaben angeht. Auch wenn ich zu Selbstgesprächen neigen mag und dann tatsächlich mit dem Gouverneur von Korriban rede, so versuche ich das heute zu vermeiden. Mein Name ist Saphenus Lemur und ich BIN der Gouverneur von Korriban.“ Er drückte Captain Nos Hand etwas fester und länger als üblich und lehnte sich dann wieder zurück, wobei er wie zufällig seinen Umhang verrutschen ließ und sein Lichtschwert entblößte. Seinen einäugigen Blick nun auf Miss Shendara richtend fügte er hinzu: „und Krieger im Orden der Sith, demütiger Diener seiner Majestät, Imperator Allegious. Damit, Captain No, ist Ihre Frage wohl beantwortet, denn ganz offensichtlich bin ich ein Zabrak.“ Er lachte leise, war er doch kein typischer Vertreter seiner Spezies. „Miss Shendara, geht es Ihnen gut oder hat mein Anblick Ihren Appetit verdorben? Ich mag keine Augenweide sein, aber eine so schlimme Reaktion habe ich noch bei keiner Frau hervorgerufen. Trinken Sie einen Schluck Wassern, das hilft mehr als das Gebräu, das Sie trinken.“


Saphenus begann sich zu entspannen. Er durfte sich von dieser Situation nicht überwältigen lassen und musste es stattdessen schaffen den größtmöglichen Vorteil aus ihr zu gelangen. Zwar spürte er noch immer seine Abscheu dem republikanischen Captain gegenüber, doch langsam schaffte er es sie in den Griff zu bekommen. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen und suchte Prada um ihm einen vielsagenden Blick zu zuwerfen. Dann wandte er sich wieder dem Captain zu. „Ich muss gestehen, dass ich sehr überrascht bin eine republikanische Delegation hier zu sehen. Natürlich herrscht Friede zwischen unseren Reichen, dennoch ist viel böses Blut vergossen worden, das zu verzeihen sicher nicht leicht ist. Zumal ich gehört habe, dass es ein durchaus brüchiger Friede ist, der hier herrscht…? Die Macht behüte selbstverständlich, dass es zu einem erneuten Krieg kommt!“


[Fondor-System | Weltraum | Sternzestörer 'Allegiance' | Aussichtsplattform] Saphenus; Colin Shendara; Captain Joya No; weitere Gäste
 
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[Fondor-System | Werftbasis 7 | Saal | Flight Officer Myra Juran, Samin, Cain, Scytale Mentel, Colin, Horatio Kraym, Alaine Aren, Agustin Prada, Saphenus, republikanische Delegation, weitere Gäste

Myra musste zugeben, dass das verbale Duell mit den beiden Gouverneuren einen gewissen Reiz auf sie ausübte, neben Anspannung und Vorsicht empfand sie eine eine wohltuende, angenehme Aufregung, ein Kribbeln auf ihrer Haut jedes Mal, wenn ein Wort gewechselt wurde und eine kurze Pause eintrat. Der Vergleich mit einem Fechtkampf drängte sich auf, beide Seiten tasteten einander wachsam ab und versuchten, die Technik und Schwachstellen des anderen zu finden, ohne zu viel über sich selbst zu verraten. Finten, Ausweichmanöver, gezielte Stiche, und das alles im Gewand einer scheinbar unverfänglichen Unterhaltung. Nein, die junge Pilotin musste sich korrigieren, sie genoss dieses Gespräch, es war beinah so intensiv wie das Fliegen eines Sternjägers. Und nicht minder gefährlich, rief sich Myra gleich darauf wieder ins Gedächtnis, sie hatte es hier mit zwei mächtigen, mit allen Wassern gewaschenen Männern zu tun, die in der Schlangengrube der imperialen Verwaltung nicht nur überlebt, sondern aufgestiegen waren. Für die kühle Blondine gab es keinen Zweifel daran, dass dieser Aufstieg über mehr Leichen erfolgt war, als öffentlich bekannt war, man wurde kein Gouverneur, indem man mit Herzensgüte und Freigiebigkeit die Liebe der Lebewesen erlangte. Was für Agustin Prada, den „Schlächter des Südens“ galt, und nicht minder für Lord Saphenus. Über den Sith-Orden kursierten allerhand düstere Legenden und Gerüchte und wenn auch nur die Hälfte davon stimmte, dann hatte dieser schmächtige, verkrüppelte Zabrak mehr überstanden, als sich die meisten Lebewesen überhaupt nur vorstellen konnten. Auch wenn seine Spezies, sein Aussehen und seine schnoddrigen Manieren ihn gegenüber Myra nicht sympathisch machten, es wäre töricht, einem solchen Lebewesen den Respekt zu verweigern. Die Unterhaltung mochte einem Fechtkampf gleichen, doch während sie bei Agustin davon ausging, dass dieser sich an die Förmlichkeiten und ungeschriebenen Regeln halten würde, zumindest überwiegend, machte der Sith den Eindruck, als würde er wenn nötig ohne Zögern auf alle Konventionen pfeifen. Der Reiz der Gefahr und des Nervenkitzels konnte sich also schnell in eine echte Bedrohung verwandeln und das wollte Myra vermeiden. Sie spielte ein riskantes Spiel, das war der jungen Frau vollauf bewusst, allein schon das Ansprechen des Herrschers von Dubrillion war ein gewagtes Manöver gewesen. Bis jetzt war alles gut gegangen, doch das war kein Grund, nachzulassen. Umso zufriedener war Myra, als Agustin ihr anerkennend zunickte und ihr Lächeln erwiderte, der groß gewachsene, stattliche Verwalter gab preis, dass er aus den Bastioner Armenvierteln stammte und seinen Aufstieg nicht Verbindungen und berühmten Vorfahren verdankte, sondern allein seinem Ehrgeiz und seinen Fähigkeiten. Er war, wie ihr Vater gewiss sagen würde, ein Emporkömmling, doch bezeichnenderweise fand Myra genau das faszinierend. Allein schon die Vorstellung, wie der ältere Juran darauf reagieren würde, sie so unverfroren mit jemanden plaudern zu sehen, der nicht ihre illustre Vergangenheit besaß, jagte einen wohligen Schauer über ihren Rücken, und sie lächelte ebenfalls, als der Gouverneur ihr schmeichelte und sie zu dem Kreis der ehrgeizigen, talentierten Lebewesen zählte, die dem Imperium den Weg in die Zukunft weisen würden. Dass zu diesen Lebewesen auch Saphenus zählte, unterstrich der Mensch mit einem Schmunzeln in Richtung des Gehörnten und Myra hob leicht den Kopf und ihr Glas, während sie Prada mit einem unverkennbaren Funkeln in die Augen sah, die Andeutung eines Lächelns zupfte an ihren Mundwinkeln und in ihrer ruhigen Stimme lag ein spielerischer Unterton.


„Auf die glorreiche Zukunft des Imperiums und seine neue Führungsschicht. Ich würde mich freuen, bei Gelegenheit mehr über Ihren Aufstieg zu erfahren, Gouverneur Prada. Es ist eine Sache, davon zu lesen und die Berichte im Holonet zu sehen, und eine andere, ohne...Zwischeninstanzen informiert zu werden.“


Zufrieden nahm Myra wahr, dass sie mit ihrem Auftreten offenbar das Wohlwollen von Gouverneur Prada erlangt hatte und Lord Saphenus zumindest geneigt zu schien, ihre Anwesenheit zu tolerieren, der Zabrak hielt sich für eine Weile aus dem Wortwechsel zurück, sicher aufmerksam beobachtend, wie sein Amtskollege reagierte. Die Worte der jungen Pilotin zu dem Konflikt auf Dubrillion und der Rolle von General Fondham fanden offene Ohren und es freute Myra zu sehen, wie sich der Herrscher dieser Welt ein wenig entspannte und ihr lobend zunickte, charmant und mit einer gewissen Süffisanz antwortete er, dass er von ihrem Wissen überrascht war und pries den General anschließend in den höchsten Töne, wobei dieser Respekt genuin zu sein schien. Als der Verwalter davon sprach, dass Fondham gewiss Gefallen an ihren Kenntnissen und ihrem Auge für Details finden würde und sie sich ausgezeichnet miteinander verstehen würde, lächelte Myra vielsagend und strich sich eine verirrte Strähne ihres blonden Haars aus dem Gesicht, als sie den Kopf schief legte.


„Sie schmeicheln mir, Gouverneur. Ich möchte mich nicht erdreisten, mich auf seine Stufe zu stellen, auch wenn wir offenbar gewisse...Vorlieben teilen. Ein fähiger Offizier behält stets die Details im Blick, ohne sich in ihnen zu verlieren und die Gesamtstrategie zu vernachlässigen. Das Führen einer erfolgreichen Bodenoffensive ist eine der größten Herausforderungen für einen Soldaten, General Fondham hat seine Brillanz bewiesen, er ist ein Vorbild, an dem man sich orientieren sollte. Das steht bei mir noch aus, auch wenn ich hoffe, am heutigen Abend demonstrieren zu können, zu was ich im Cockpit eines Sternjägers fähig bin. Eine solche Gelegenheit gibt es nicht oft.“


Myra warf einen kühlen Blick in Richtung von Flight Lieutenant Samin, die Anwesenheit der „Wolves“ war in der Tat etwas, das man nicht ignorieren konnte. Sie würde diese Chiss schon noch auf die Plätze verweisen, dachte sie sich. Eine Juran bekam stets, was sie wollte. Als hätte er ihre Gedanken gehört merkte Lord Saphenus trocken und schulterzuckend an, dass der Name ihrer Familie ihm nicht bekannt war. Die Augen der Pilotin wurden eine Spur schmaler, doch der Zabrak schien nicht die Absicht zu haben, sie beleidigen zu wollen, dafür wirkte er zu desinteressiert und fiel sein anschließender Satz, dass Motivation und Zuversicht für die Karriere hilfreich waren, klang ehrlich, und so nickte die Blondine ruhig, ihre Stimme war glatt und ihre Worte höflich.


„Ein Name ist ein Name, Lord Saphenus. Nicht mehr und nicht weniger. Ich werde das als Ansporn nehmen, den Ruf der Jurans und vor allem meinen eigenen hinaus in die Galaxis zu tragen. Sich allein auf die Familie und ihre Reputation zu verlassen ist ein Zeichen von Schwäche.“


Gab sie ehrgeizig zurück. Ihre Stimmung hob sich, als Agustin erklärte, er freue sich bereits auf die Demütigung der berühmten „Wolves“ durch sie, bei seinen Worten wurde das schmale Lächeln der Pilotin zu einem raubtierhaften Grinsen, ihre weißen Zähne blitzten wie Dolche auf. Die Aussicht, die Elite der Elite zu übertrumpfen, war in der Tat reizvoll. Myra verzichtete auf eine Antwort, ihr Lächeln sprach Bände. In ihrem Hochgefühl wagte sich Myra etwas weit nach vorne, als sie auf die Fragen zur „Allegiance“ antwortete und dabei die Sith ins Spiel brachte, das Misstrauen stand Lord Saphenus ins Gesicht geschrieben und so schwieg sie anschließend vorsichtig, zeigte aber keine Angst. Zu ihrer Erleichterung verzichtete der Gehörnte auf einen Tadel und meinte nach einem Blick zu Prada, dass Budgetschwierigkeiten ihm nicht fremd waren, sie aber auch den Vorteil hatten, Härte und Wettbewerb zu fördern und die Unwürdigen auszusondern. Im Brustton der Überzeugung verkündete der Sith, dass dieser Kampf befreite und Ketten sprengte und brachte die ominöse Macht ins Spiel. Es schien sich um eine Art religiöse Überzeugung zu handeln, die Unterstützung von Agustin fand, der Verwalter betonte, dass dieser Wettkampf Teil der Natur und für den Erfolg des Imperiums unverzichtbar war. Nicht die Satten und Faulen durften das Schicksal des Reiches bestimmen, sondern die ehrgeizigen, hungrigen Kämpfer. Myra hielt einen Moment inne, dann nickte sie langsam.


„Ich verstehe.“


Meinte sie knapp, teils aus Vorsicht, teils weil sie überlegte, wie genau diese Worte zu verstehen waren. Die Ankündigung, dass der Großwesir des Imperiums gleich sprechen würde, riss sie aus ihren Gedanken und sie lauschte aufmerksam, als er von der Bedeutung der Streitkräfte und der gerechten Strafe für alle Feinde des Imperiums sprach. Lord Saphenus murmelte etwas darüber, dass es Frieden nicht gab, Myra wölbte eine Augenbraue, schwieg aber und klatschte dann höflich Beifall, als die Rede zu Ende war und sich die Tore zur „Allegiance“ öffneten, feierlich machte ein Trupp Sturmtruppen Platz, damit die Gäste das riesige Schiff betreten konnten. Fast spöttisch meinte Saphenus an sie gewandt, dass sich ihre Meinung zu dem Schiff nun vielleicht ändern würde, immerhin trug es auch den Namen des Imperators. Die junge Pilotin nickte kühl.


„Ein Name ist ein Name...“


Wiederholte sie leise. Eine gewisse Neugier auf das gewaltige Kriegsschiff empfand sie bei allem Ärger über die vergeudeten Credits dann doch und so folgte sie den beiden Verwaltern, die sich an Bord der „Allegiance“ an Tische setzten, Lord Saphenus durfte sich schon bald über charmante Unterhaltung freuen. Myra hielt sich in Agustins Nähe, da erspähte sie Commander Mentel an der Verbindungsbrücke und ihr wurde schmerzlich bewusst, dass sie noch etwas vor sich hatte, um an dem Manöver teilnehmen zu können. Angewidert verzog sie kurz das Gesicht, straffte dann aber ihre Haltung und nickte Governeur Prada kurz zu, bevor sie zu dem Flottenoffizier trat, ihre Miene war kühl, aber nicht unfreundlich. Formell nahm sie Haltung an, ihre Stimme war ruhig und nüchtern.


„Commander Mentel. Ich bitte um Erlaubnis, an dem Manöver teilzunehmen und die Ehre der Staffeln an Bord der „Tyranny“ zu verteidigen. Es wäre gewiss von Vorteil, wenn sich jemand aus Ihrem Kommando bei dieser Veranstaltung auszeichnet, und Sie kennen mich: Ich werde mich auszeichnen. Und mich selbstverständlich...erkenntlich zeigen.“


Bei dem letzten Satz trat sie ein wenig näher an den Offizier heran und lächelte dünn, als sie wie zufällig seine Hand streifte. Das war ihre Chance, gegen die Besten der Besten anzutreten und zu beweisen, was sie konnte, und diese Chance würde sie sich nicht nehmen lassen. Kurz warf sie einen Blick in Richtung Agustin und nahm sich vor, noch kurz bei dem Gouverneur vorbei zu schauen, bevor sie zu den Hangars aufbrach. Vorausgesetzt natürlich, sie bekam die Erlaubnis dafür.


[Fondor-System | Aussichtsdeck der „Allegiance“ | Flight Officer Myra Juran, Samin, Cain, Scytale Mentel, Colin, Horatio Kraym, Alaine Aren, Agustin Prada, Saphenus, republikanische Delegation, weitere Gäste
 
[Fondor-System | Weltraum | Werftbasis sieben | Saal] Gordon Aaronson, Eredin Moorvhis. In der Nähe: Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, Scytale Mentel, Darth Zion, Kael Reed, Horatio Kraym, Agustin Prada, Aren Vayliuar, Valkorion Disra, Alaine Aren, Darth Zion, Hess'amin'nuruodo, Cain T. DéSkalz, Myra Juran, Invida Parso, Turima Belandri, Navara Ven, Celdarion Charákas, Joya No, Colin Shendara und weitere

Gordon Aaronson war davon überzeugt, dass Captain Crescent seine Worte von der baldigen Kapitulation der Neuen Republik nicht wörtlich meinte. Mit Sicherheit glaubte er nicht, dass so etwas passieren würde. Die Rebellion hatte als viel zäher und widerspenstiger erwiesen, als jemals ein treuer Imperialer für möglich gehalten hätte. Der Mygeetaner erinnerte sich gut an die Zeit, als ihre endgültige Vernichtung zum greifen nah erschienen war. Doch nun saß sie nach der Besetzung von Bothawui, Denon, Corellia und zuletzt Coruscant so fest im Sattel wie seit vielen Jahren nicht. So fest, dass Imperator Allegious entschlossen hatte, einen vorübergehenden Frieden mit dem alten Widersacher zu suchen. Mit Sicherheit hatte er dafür gute Gründe, die der Commander nicht in Zweifel zu ziehen wagte, weder in Worten noch in Gedanken. Aber in Anbetracht der derzeitigen Lage war die Hoffnung, die Republikaner würden beim Anblick der Allegiance sofort ihre Fahnen einholen und sich der Gnade des Imperiums unterwerfen, selbstverständlich nichts als die Äußerung eines frommen Wunsches, der leider nicht in Erfüllung gehen würde. Mit einem melancholischen Ausdruck auf dem Gesicht nickte Aaronson. Er wusste genau wie Crescent sich fühlte. Sie alle würden sich wünschen, dass das Kapitel Rebellion ohne weiteren Krieg geschlossen werden würde. Doch am Ende würden es nicht die Politiker und Diplomaten sein, sondern Männer wie Crescent, Aaronson und ihre Besatzungen, die den Fall der Republik unter Aufbietung ihres Schweißes und Blutes herbeiführen mussten. Die Allegiance konnte dazu hoffentlich einen Beitrag leisten - auch einen psychologischen, wenngleich dieser nicht so gravierend ausfallen würde, wie Volo Crescent hier skizzierte. Wenn das der siebenmal größeren Executor-Klasse nicht gelungen war...

Auch Eredin Moorvhis äußerte seine Gedanken zu dem Thema. Er betonte die positiven Einflüsse der Rüstungspolitik auf die Wirtschaft (ein Aspekt, der Militärangehörigen normalerweise nicht viel bedeutete) und äußerte einige Bedenken, was ein Wiederaufleben des bewaffneten Konfliktes anging. Er ließ zwar keine Zweifel an einem Sieg des Imperiums erkennen, sorgte sich aber um die Opfer, die dafür erbracht werden mussten.

Nun folgte die Rede von Grand Vizier Draay - und es schien, als hätte dieser der kleinen Runde zugehört. Seine Worte hätten eine direkte Erwiderung auf Moorvhis' Bedenken sein können: Opfer mussten gebracht werden, wenn man Großes erreichen wollte. Selbstverständlich hatte er Recht damit. Es war die Aufgabe des Militärs, die Welten des Imperiums und ihre Bewohner zu schützen, doch jeder wusste, dass ein Konflikt immer Verluste bedeutete. Nicht nur unter den Soldaten, auch unter der Zivilbevölkerung. Städte wurden belagert und zerstört. Planeten wurden entvölkert oder sogar ganz vernichtet. Es war schlimm, aber notwendig, um diejenigen niederzuwerfen, die den Frieden und Wohlstand der Menschheit und ihrer Vasallen bedrohten. Aaronson hörte gerne Reden von Bulsar Draay, da dieser es immer wieder verstand, die Dinge auf den Punkt zu bringen und auch unangenehme Wahrheiten in unmissverständlicher Weise auszusprechen. Der Captain bedauerte, dass diese Ansprache so kurz ausfiel. Aber nun folgte ein sehr spannender Programmpunkt. Sie sollten die Gelegenheit erhalten, einer Waffenübung der Allegiance beizuwohnen. Noch während der Applaus abebbte, setzte sich die Festgesellschaft in Bewegung.

Volo Crescent verabschiedete sich: Er wurde natürlich auf der Brücke gebraucht. Der Rest der kleinen Gruppe blieb aber zumindest vorerst beisammen, während sie sich gemeinsam mit den anderen Besuchern auf die Schleusenportale zu bewegte, die sie auf das neue Schlachtschiff bringen sollten. Da sie nichts anderes zu tun hatten, nahm Gordon das Gespräch wieder auf:

»Um an das anzuknüpfen, was Sie eben sagten, Lieutenant Governor Moorvhis: Das Wettrüsten, von dem Sie sprachen, ist längst in vollem Gange. Die Neue Republik besitzt bereits ein Kriegsschiff in der Größe der Allegiance und hat es schon in der Schlacht von Corellia zum Einsatz gebracht. Ich weiß nicht wie viele Exemplare sie haben oder gerade bauen, aber ich bin sicher, dass das Imperium sie bald überholen wird: Schließlich haben wir die größeren Werftkapazitäten. Und ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser übergroße Mon-Cal-Kreuzer einen Zweikampf gegen ein Schiff wie die Allegiance bestehen würde. Wir werden ja in Kürze sehen, wozu sie in der Lage ist. Natürlich kann ich auch dann keine direkten Vergleiche ziehen. Doch bisher konnte man sich immer darauf verlassen, dass Calamari-Schiffe zwar viel aushalten, aber nie so schwer bewaffnet sind wie vergleichbare imperiale Entwürfe. Waffentechnologisch sind wir den Fischköpfen einfach überlegen.«

Sie betraten die Allegiance, deren Design auch im Inneren mit anderen imperialen Kriegsschiffen vergleichbar war. Gordon fühlte sich sofort wie zuhause, und gleichzeitig war er ziemlich überwältigt von den Dimensionen. Wirklich alles an diesem Schiff war riesig, das fing schon mit der Breite und Höhe der Korridore an, durch die sich bei einem Schiff mit so viel Personal natürlich viele Personen gleichzeitig bewegen und große Lasten transportiert werden mussten. Und alles war absolut neu, blitzblank und in höchstem Maß modern. Schon jetzt gefiel ihm diese Allegiance ausgesprochen gut, und er beneidete jeden, der auf ihr Dienst tun durfte.

Nicht lang, und sie erreichten eine Messe, die direkt am äußeren Rumpf des Schlachtschiffs gelegen und mit breiten Fenstern ausgestattet war. Hier wurden Erfrischungen gereicht und man hatte die Möglichkeit, dem baldigen Übungsgefecht zuzusehen. Entweder durch die Scheiben mit eigenen Augen, oder an einem bereitstehenden Hologrammtisch. Dorthin zog es Gordon, der aus Erfahrung wusste, wieviel aussagekräftiger die beschrifteten Grafiken waren. Was man mit bloßem Auge sah, war beeindruckend und sehenswert, aber immer nur ein kleiner Ausschnitt des Großen Ganzen, und darauf kam es in einem Gefecht stets an.

[Fondor-System | Weltraum | Allegiance | Messe] Gordon Aaronson, Eredin Moorvhis. In der Nähe: Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, Scytale Mentel, Darth Zion, Kael Reed, Horatio Kraym, Agustin Prada, Aren Vayliuar, Valkorion Disra, Alaine Aren, Darth Zion, Hess'amin'nuruodo, Cain T. DéSkalz, Myra Juran, Invida Parso, Turima Belandri, Navara Ven, Celdarion Charákas, Joya No, Colin Shendara und weitere
 
Fondor-System - Weltraum - Werftbasis 7 - Festsaal - Joya No, Navara Ven, Turima Belandri, Celdarion Charákas. In der Nähe: Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, Scytale Mentel, Darth Zion, Kael Reed, Horatio Kraym, Agustin Prada, Aren Vayliuar, Alaine Aren, Darth Zion, Hess'amin'nuruodo, Cain T. DéSkalz, Gordon Aaronson, Eredin Moorvhis, Invida Parso, Valkorion Disra und weitere


Während die junge Sith vorzog dem Gespräch schweigend zu folgen schilderte Gouverneur Disra ihre Frage beantwortend, dass sein Planet Mustafar vom Frieden mit der Republik profitierte. So weit die Hapanerin wusste, herrschte er über eine sehr vulkanische und damit vermutlich geplagte Welt. Kein Wunder also, dass er es begrüßte, dass durch den Frieden frei gewordene Credits nun dort in die Industrie und die Infrastruktur gesteckt werden konnten.


"Wiederaufbau ist überall von Nöten nach Jahrzehnten des Krieges. Insofern stimme ich Ihnen zu, dass derartige Anstrengungen dringend nötig geworden sind. In der Republik verfährt man ähnlich im Moment. Daher bleibt zu hoffen, dass der Frieden im Interesse der Wirtschaft und des Wohlstandes noch länger anhält",


stimmte sie Disra zu. In manchen Aspekten waren sie also gar nicht so unähnlich. Es gab nicht nur die blinden Republikhasser, sondern auch solche, welche dem Frieden definitiv etwas abgewinnen konnten. Daran könnte sich die hapanische Senatorin durchaus auch gewöhnen, auch wenn sie persönlich eher damit rechnete, dass dieser über kurz oder lang wieder zerbrechen würde. Daher war man auf Hapan ja so entschlossen möglichst viel aus der Mitgliedschaft in der Neuen Republik herauszuholen, sowohl technologisch als auch ressourcentechnisch, denn man konnte nie wissen, was die Zukunft brachte. Es galt also die Gegenwart so gut wie möglich zu nutzen. Von einem Weltenschaffer-Projekt hatte sie allerdings noch nie gehört. Daher gab sie sich interessiert, auch wenn ihr sofort Gedanken in den Kopf schossen, wozu eine derartige Technologie missbrauchen werden konnte, welche die Oberfläche von Planeten verändern konnte.


"Davon ist mir nichts bekannt. Wie genau soll es funktionieren? Ich nehme an es beeinflusst die Atmosphäre der Zielwelt?",


fragte sie daher nach, ehe der Gouverneur von Mustafar ihr etwas aggressiver klingend einige Fragen stellte.


"Nun, das Imperium wird in der Republik auch selten positiv dargestellt und doch treffe ich hier Politiker wie Sie, die trotz all unserer ideologischenDifferenzen genauso am Wiederaufbau der vom Krieg gezeichneten Galaxis interessiert sind. Sie sollten nicht alles glauben, was in Ihren Medien über die Republik berichtet wird und sich stattdessen selbst vor Ort ein Bild machen, Gouverneur Disra. Abgesehen davon hat doch gerade der republikanische Senat einen Ruf, dass von Mon Calamari immer mehr Regeln und Gesetze kommen. Natürlich gab es Effizienzeinbußen als der Senat während einer Sitzung auf Naboo vom Imperium angegriffen wurde und in der Folge von einem geheimen Ort die Republik aus regieren musste. Aber diese Zeiten liegen mittlerweile längst hinter uns. Aber wenn Sie aktuellere Beispielen zu benennen vermögen, so können wir uns gerne hierüber unterhalten",


bot sie ihm mit einem Lächeln an. Abgesehen von diesen verbalen Spielchen war die Administration in der Neuen Republik seit sie auf Mon Calamari angekommen waren wirklich effizienter und stabiler geworden. Die Anzahl der Mitgliedswelten stieg, die wirtschaftliche Entwicklung kam in Schwung und die Kriegsschäden wurden nach und nach beseitigt. Gouverneur Vayliuar gab im Gegensatz zu Disra weniger preis. So umschiffte dieser auch ihre Frage nach den weiteren Konflikten, welche das Imperium offenbar im Moment plagten. So viel wollte er der republikanischen Delegation nicht anvertrauen. Schade.


"Ich erachte es für besser zu überzeugen als durch Furcht gefügig zu machen, wofür die Allegiance allerdings sehr gut geeignet zu sein scheint. Es gibt keine Garantie dafür, dass die militärische Macht und die innere Stabilität des Imperium für alle Zeiten gegeben ist. Was passiert dann mit dem Imperium? Besteht die Gefahr des Zerfalls oder Gebietsverluste durch Provinzfürsten, welche ihr Heil darin sehen sich selbst zu Herrschern zu machen und sich große Gebiete unter den Nagel zu reißen? Republikanische Welten können die Republik wieder verlassen, wenn sie dies wünschen und andere nehmen ihren Platz ein. Austritte haben allerdings schon seit längerem nicht mehr stattgefunden, ganz im Gegenteil. Die Neue Republik wächst."


Dies war angesichts der derzeitigen Erholung der Republik auch kein Wunder. Zu groß waren die Gewinne, welche einzelne Welten durch den Planetenbund erzielen konnten und nicht nur finanziell. Was Vayliuar dann über Hapan zu erzählen wusste zeigte, dass er sich zumindest etwas mit ihren Heimatwelten beschäftigt bzw. davon gehört haben musste.


"Wenn Sie die hellen Nächte Hapans so faszinierend finden, dann sollten Sie sich einmal die Zeit nehmen diese beispielsweise während dem Maskenball der Marodeure zu genießen, einem der drei großen Bälle im Hapan Konsortium. Eine Pracht, sage ich Ihnen."


Dann wurden sie von Grand Vizier Draay unterbrochen, welcher Turima zuvor mit Blumen begrüßt und die Republikaner damit um einiges freundlicher empfangen hatte als viele andere Imperiale hier. Seine Rede war allerdings ziemlich kurz und eher dazu gedacht, sie auf die
Allegiance einzuladen und diese in Aktion zu erleben. Anschließend folgte wohl ein Dinner, welches mit Sicherheit sehr pompös sein würde, nahm die hapanische Senatorin an. Aber sie ließ sich gern überraschen.

Nachdem Draay fertig war bewegte sich die Menge der Personen in Richtung der
Allegiance und die Hapanerin folgte mit ihren Gesprächspartnern in der Menge, während Gouverneur Vayliuar ihr vorheriges Gespräch wieder aufnahm. Dabei verlor die attraktive Hapanerin allerdings den Rest ihrer republikanischen Delegation nicht aus den Augen, was bei Captain No aufgrund seiner Größe oder bei Commodore Ven wegen seiner grünen Kopftentakel in der Menschenmenge auch nicht so schwierig war.

"Was ich mir persönlich vom Frieden erhoffe? Ich habe mich in den vergangenen Monaten sehr für den Wiederaufbau vom Krieg gezeichneter Welten eingesetzt. Dazu war ich mittlerweile schon auf Denon, dann Corellia und zuletzt Coruscant. Je länger der Frieden andauert, desto erfolgreicher werde ich sein."

Dabei nickte sie kurz Disra zu, welcher ja ähnliche Anstrengungen auf seiner Welt Mustafar unternahm.


"Verfolgen Sie ähnliche Ziele, Gouverneur Vayliuar?


Fondor-System - Allegiance - auf dem Weg zum Aussichtsdeck - Joya No, Navara Ven, Turima Belandri, Celdarion Charákas. In der Nähe: Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, Scytale Mentel, Darth Zion, Kael Reed, Horatio Kraym, Agustin Prada, Aren Vayliuar, Alaine Aren, Darth Zion, Hess'amin'nuruodo, Cain T. DéSkalz, Gordon Aaronson, Eredin Moorvhis, Invida Parso, Valkorion Disra und weitere
 
[Fondor-System :||: Werftbasis Sieben :||: Saal] Athena Toral, Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, andere Gäste, Bedienstete und Sicherheitspersonal

Die Antwort war genau eben jene Antwort, wie sie Athena von einem Militär erwartet hatte, aber – ihr Blick fiel durch das Aussichtsfenster auf das dort wartende Schiff – sie war auch beeindruckt und konnte sich nicht im entferntesten vorstellen was für eine Wirkung dieses Schiff in einer Schlacht hatte. Sie selbst hatte keine großartige Meinung zu diesem Thema, hatte sie vom Raumkampf keine Ahnung, ihre militärische Bildung beschränkte sich auf den Bodenkampf und war durch den Stabsdienst auch hier nicht vergleichbar mit dem Wissen von Soldaten aus Gefechtskompanien. Sie musste allerdings der Meinung Aaronsons zustimmen, dass das Wettrüsten zwischen den beiden Großmächten schon begonnen hatte – auch wenn sie eher der Meinung war, dass es nie aufgehört hatte.

Als sich die Gäste nun daran aufmachten in Richtung Allegiance zu gehen wandte sie sich auch wieder an Moorvhis um das Gespräch von vorhin wieder aufzugreifen, dass ein wenig untergegangen schien:


„Nun, wenn sie vorhaben auf Mustafar eine Werft zu etablieren, dann bin ich mir relativ sicher, dass Toral Engineering daran Interesse hat seine Dienste anzubieten, sollte es etwas im Portfolio haben, das sie für so ein Vorhaben auch benötigen.“

Athena lächelte ungezwungen während sie die Luftschleuse durchschritten und nun in eine Messe geführt wurden die extra für das Manöver vorbereitet wurden. Sie wandte sich wieder an Moorvhis:


„Wen sie mich nun entschuldigen würden.“ Erneut lächelte sie und wandte sich ab, nun froh darüber etwas alleine zu sein und suchte sich am Buffet etwas zu essen. Aus den Augenwinkeln bekam sie mit, wie eine junge Frau (Colin Shendara) scheinbar einen Schwäche Anfall erlitt. In ihrer Nähe waren noch weitere Personen (Joya No, Agustin Prada, Saphenus Lemur), die allerdings kaum halfen oder einschritten. Einer inneren Eingebung folgend schnappte sich Athena ein weiteres Stück Kuchen – sie hatte nun insgesamt zwei Teller mit je eine Stück Kuchen in Händen – und ging zielstrebig zu dieser merkwürdigen Ansammlung an Personen bei der sicherlich der Kaminoaner am exotischsten war.


Sie stellte ein Stück Kuchen vor der Reporterin ab und sprach sie auch direkt an: „Miss, sie wirken ein wenig unterzuckert auf mich. Ich war so frei ihnen ein Stück Kuchen vom Buffet zu holen …“ Anschließend wandte sie sich den anderen Anwesenden zu und nickte ihnen höflich zu: „Gestatten, dass ich mich vorstelle: Athena Toral, Gouverneurin von Muunilinst.“


[Fondor-System :||: Allegiance :||: Messe] Athena Toral, Sephenus Lemur, Agustin Prada, Joya No, Colin Shendara, andere Gäste, Bedienstete und Sicherheitspersonal
 
[Fondor - System - Weltraum - Werftbasis 7 - Saal] Scytale Mentel, viele andere Gäste [sowohl SCs als auch NPCs]

Nach der Rede stellte sich Miss Shendara zwischen dem Kamionaner, der rassenbedingt einen langen Hals hatte, und sprach etwas aus, was offensichtlich los war. Trotz seiner miesen Laune anlässlich seines Rauswurfes aus dem militärischen Nachrichtendienst verspürte der 27-jährige eine geringe Vorfreude; aber auch Angst einen Fehler zu machen. Zwei Karrieren hingen hier und jetzt am seidenen Faden, und eine davon war seine. Trotzdem behielt er seine Fassade bei. Zu Viele neugierige Augen waren anwesend. Mehr als ihm lieb gewesen wäre, doch nicht er hatte die Gästeliste gemacht, sondern das Büro von Ravine - apropos Gäste, wo waren seine Eltern?

Auf die Frage hin, ob er zur Brücke müsste, musste Scytale ein wenig grinsen und nickte dann langsam. „Die Pflicht ruft, in der Tat. Bin ja nicht zum Spaß hier.”

Plötzlich sprach ihn die Reporterin auf seine Laune an. Der Nichtmensch kam seiner Antwort zuvor und sprach von Lampenfieber. Scytales Blick senkte sich kurz und er murmelte vor sich hin. „Das wird es wohl sein; Lampenfieber.” Seine Stimme wurde wieder entschlossener. „Nervosität ist ganz normal, insbesondere weil der High Admiral Captain Crescent und mir kritisch über die Schulter schauen wird.”

Die Entschuldigung fürs Lachen von Miss Shendara ignorierte Scytale schlichtweg, kam aber nicht umhin freundlich lächelnd trotzdem ein paar Worte zu sagen. „Ich hoffe die Allegiance lässt ihrem Lachen Staunen Platz machen. Und wenn sie beide mich nun entschuldigen würden, die Pflicht ruft.”

Während seine beiden Gesprächspartner sich den anderen Gästen anschlossen, die alle durch die Verbindungsbrücken zur umfunktionierten Messe flanierten, blickte Scytale sich noch kurz suchend um. Wie kam es, dass seine Eltern noch nicht den Kontakt zu ihm gesucht hatten? Und was hatten sie hier zu suchen? Solche Veranstaltungen galten für sie als versnobt, und früher hätte Scytale ihre Meinung geteilt, bis er die Vorteile von Snobs erkannte.Sie boten die Chance zum Aufstieg. Ein paar nette Worte, ein gezieltes Kompliment und schon wurden die meisten dieser Leute weich und bereit für Beeinflussungungen.

Plötzlich erfüllte eine für ihn bekannte, weibliche Stimme seine Ohren. Der Commander drehte sich um und blickte auf die knapp einen Kopf kleinere Myra Juran herab, die die Erlaubnis erbat, die Tyranny und ihn würdig zu vertreten und stellte dabei ihren Erfolg und ein Zeichen ihrer persönlichen Dankbarkeit in Aussicht. Dabei strich sie seicht über seine Hand und trat näher. Er wusste, sie hasste ihn und würde jeden ihr zur Verfügung stehenden Moment nutzen, um ihn zu schaden. Was für eine unfassbare Willenskraft sie besaß, war unglaublich und das konnte musste er ihr zugestehen. Denn trotz ihrer Abscheu ihm gegenüber, sprach sie mit ihm und versuchte ihre Reize einzusetzen.


Sanft packte Scytale sie am Handgelenk und blickte sie dabei durchdringend an und antwortete so leise, dass nur Myra es verstand. „Vielen Dank für das großzügige Angebot Myra, allerdings kann ich dir nur dazu raten, deine Versprechungen wahr zu machen, andernfalls muss ich etwas unternehmen. “

Er ließ sie los, woraufhin sie kühl salutierte und er den Gruß entspannt erwiderte. Nachdenklich blickte er ihr einen Moment hinterher. Sie war in seiner Hand, zumindest schien es so. Wer konnte schon wissen, ob der 27-jährige das Nötige besaß, um ihr und ihrer Familie wirklich zu schaden? Fakt, ihr Bruder wollte überlaufen und Scytale hatte ihn daraufhin ermordet und dass wusste sie.
Die Gedanken innerlich abschüttelnd, machte sich Scytale auf den Weg zur Brücke. Als er eintrat, nahmen die Flottensoldaten Haltung an. Eine der Brückenoffiziere reichte ihm sein Datapad. Mit seinem persönlichen Code entsperrte der Erste Offizier der Allegiance es und verfasste einen Befehl an den Jägerleitoffizier, der die Wolves sowie die anderen Staffeln im Moment koordinierte, in dem Scytale der Juran die offizielle Erlaubnis erteilte, am Manöver teilzunehmen.


Das Datapad in der Hand von sich aufwärts haltend, verlangte Scytale: „Rückmeldung von allen Stationen, Kurzer Lagebericht zur Einsatzfähigkeit.”

Leise wurde sein Befehl weitergegeben und aus beiden Gräben schallte es eindeutig. „Alle Stationen einsatzbereit.”

Pünktlich auf die Sekunde betrat Captain Volo mit Argusaugen die Brücke. Scytale drehte sich zur Seite, nahm eine straffe Haltung an und salutierte. Sein Vorgesetzter fackelte nicht lange und gab den finalen Befehl, den Scytale dann wie selbstverständlich mit mehr Informationen weitergab. Einzelne Bereitschaftsmeldungen trafen ein, und während sich die Dockklammer löste, traten mehrere Rotgardisten ein, gefolgt von Sturmtruppen sowie dem Grand Vizier, dem High Admiral und dem Grand Moff. Angesichts des Oberkommandierendem der Flotte sprangen alle ruckartig, ja beinahe schon fast synchron auf und erwiesen Fryestone die ihm zustehende Ehre eines Saluts . Auch Volo und Scytale schlugen die Hacken zusammen und blickten dann abwartend zu den Wichtigsten der Wichtigen.

Während man Stühle für die Gäste brachte, salutierte der High Admiral ebenfalls, nickte und meinte dann nur:
„Weitermachen”, ehe er sich setzte. Alle Mann nahmen wieder ihre Positionen ein und man fuhr fort, damit, das Manöver zu beginnen. Bevor es weiterging nickte der XO einem Offizier im Graben zu, der das Signal an die kurzerhand umfunktionierte Messe weitergab, wo dort ein dunkler Ton ertönte und eine Stimme vom Band sprach, dass man sich nun bitte an den Halterungen festhalten solle, während das Schiff abdocke.

Ein sanftes Rucken ließ das Schiff erzittern, als sich die letzte Klammer löste und das Schiff nun frei im Weltraum schwebte. Scytale drehte sich zu seinem Schiffskommandanten.
,,Das Schiff Seiner Majestät Darth Allegious, die Allegiance, erwartet Ihre Befehle, Sir." Der Captain gab den nächsten Befehl und der Erste Steuermann aktivierte die Schubdüsen, woraufhin das Schlachtschiff langsam aus dem Dock hinausglitt. Links und rechts flogen die unzähligen bunten Lichter der Werftbasis bei Fondor vorbei und zum Teil konnte man Personen entdecken, die winkend dem Schiff das erste, von vielen, Geleit gaben.

Und dann! Nichts als die Schwärze der unendlichen Weiten! Mit einem zufriedenem Lächeln und einer Gänsehaut, die ihm den Rücken explosionsartig hochbrannte, hieß Scytale Mentel das Nichts willkommen, welches nur wenige Meter von ihm entfernt auf wundersame Art und Weise sowohl Leben verdarb und als auch gebar, in jeder Stunde, Minute und Sekunde, die da zu ticken vermochte. Doch daran dachte er nicht, so etwas wie der Kreis des Lebens interessierte ihn nicht, vielmehr keimte ihn ihm ein Gedanke, ein Gedanke der alles verändern könnte und Scytale mehr als nur gefiel...

[Fondor - System - Weltraum - ASD Allegiance - Brücke] Scytale Mentel, Volo Crescent
 
Über Fondor, auf der Allegiance-Offiziersmesse, am Tisch: Colin zwischen: No und Saphenus


No ergriff rasch das Wort und stellte sich ihrem Tischnachbarn (Saphenus)selber vor, nachdem sie ihn flüchtig erwähnt hatte, ohne sich bisher selbst vorzustellen. Er hakte noch mit einer Frage wegen der Sith nach, die Colin aber nicht gleich beantwortete, da es unwichtig war. Jetzt sollte die Bestellung erstmal aufgegeben werden. Der Kellner wartete schon ungeduldig! Danach musste sie sich erstmal vorstellen. Dann wandte sie sich auch schon ihrem Kuchen zu, denn sie hatte einen Bärenhunger! Sie aß viel zu schnell und nahm viel zu große Happen, man konnte schon vom Hineinstopfen reden. Und dann kam auch schon die Übelkeit und der Drang das soeben Gegessene gleich wieder loswerden zu wollen. Doch, der Moment konnte ungünstiger nicht sein! Gleich sollte der Start losgehen! Deswegen war sie schließlich hier! No war nicht entgangen, dass sie sich unwohl fühlte. Er fragte sie danach. Sie atmete tief durch und fragte sich, was sie ihm antworten sollte? Mit der Wahrheit konnte sie unmöglich kommen! Sie könnte sagen, dass wohl zuviel Butter darin gewesen wäre und sie es nicht vertragen hätte!? Ja, das war gut und als sie ihm antworten wollte, da sprach plötzlich ihr anderer Nachbar sie an und lehnte sich auffällig weit zu ihr vor, was sie unhöflich und unangenehm empfand, noch dazu, wo sie sich gerade so schlecht fühlte und der rückte ihr so auf die Pelle! Er erdreistete sich, sie doch allen Ernstes zu fragen, ob ihr die Gesellschaft nicht bekam?! Erschrocken sah sie ihn an, ja fassungslos war sie! Sie musste sich erstmal fangen! Darauf war sie nicht vorbereitet gewesen! Und, er durchbohrte sie förmlich mit seinem einen Auge! Was war denn das für ein widerlicher Typ!? Er sprach weiter, dass er verstehen könnte, wenn seine Gesellschaft ihr den Appetit verderben würde. Dann meinte er lapidar, dass sie lieber etwas Gesundes essen sollte! Was erlaubte er sich?! Ihr stand der Mund offen! Er wechselte einen schwer deutbaren Blick mit No. Sie sammelte sich in dem Moment:

“Ich darf doch sehr bitten!”,

verbat sie sich, dass man so und in solchem Ton, wie er es tat, mit ihr sprach. Da konnte man ja fast seine Übelkeit vergessen! Doch unbeeindruckt davon, stellte der Einäugige klar, dass er natürlich nicht von No´s Gesellschaft gesprochen hatte und reichte ihm die Hand. Colin lehnte sich nach hinten, da der Handschlag genau vor ihr stattfand. Sie wollte auf keinen Fall berührt werden! Dabei stellte er die rhetorische Frage, ob er sich vorstellen dürfe, obwohl er es fest vorhatte, da sie angeblich, noch so eine Frechheit, ihre Hausaufgaben nicht gemacht hätte. Innerlich kochte sie bereits vor Wut! Doch dann blieb ihr das Herz stehen, als er von Selbstgesprächen sprach, die er mit dem Gouverneur von Korriban führte?! Selbstgespräche?! Was hatte das zu bedeuten? Etwa…?! Ihr blieb fast das Herz stehen! Sie merkte, wie sie rot anlief! Sie hatte sich weder verhört, noch falsch geschlussfolgert, er stellte sich als Saphenus Lemur und als Gouverneur von Korriban vor! Am liebsten wäre sie im Erdboden versunken! Er war der Gouverneur, dieses hässliche gebrechliche Alien sollte ein Sith sein?! Ihr Weltbild begann zu wackeln! Irritiert starrte sie ihn an. Endlich, nach einer halben Ewigkeit, ließ er No`s Hand los und lehnte sich wieder zurück. Ihr Blick fiel auf seine Waffe, es war die Waffe aller Waffen, die Waffe, von der jeder mit Ehrfurcht sprach. Warum hatte sie die nicht gleich gesehen?! Verdammt, dann wäre ihr diese Peinlichkeit erspart geblieben! Was musste jetzt No von ihr denken? Doch mit seiner Vorstellung war der Gouverneur noch nicht fertig. Er nannte es nun beim Namen, dass er Krieger der Sith war. In dem Moment musste Colin einen Blick zu No werfen. Er hatte seinen Sithkontakt schneller als gedacht! Waren etwa alle Sith so unverschämt? Und, nun beantworte der Sith die Frage selbst, die No ihr gestellt hatte, nämlich, dass er ein Sith des Ordens war, denn er war als Spezies ein elender Zabrak. Jetzt lachte er auch noch. Was für eine fiese Lache! Dieser Schreck, war zu ihrer schon bestehenden Übelkeit gar nicht gut! Da hätte jeder in ihrer Situation Bauchgrummeln bekommen!

Jetzt sprach der Sith Colin auch noch erneut direkt an. Sie hatte Angst vor ihm! Seine Art und Weise war so gemein und direkt! Und sein Blick! Es war fatal, wenn einem übel ist und man dann auch noch gefragt wird, ob einem übel ist bzw. es einem nicht gut geht! Er wollte auch noch lustig und besorgt zugleich sein! Er konnte sich sein Wasser sonstwo hinstecken! Sie winkte nur ab, denn sie wagte nichts zu sagen, da sie fürchtete, wenn sie den Mund aufmachen würde, ihren Mageninhalt nicht bei sich behalten zu können. Er sprach No wieder an. Sie war richtig froh darüber! Der Sith erwähnte ausgerechnet den brüchigen Frieden No gegenüber!? In dem Moment wurde durchgesagt, dass man sich an den Festhaltegurten festhalten sollte. Es war Scytales Stimme. Sie erinnerte sich an seine Antwort von vorhin. Es wäre ein besonderer Moment für ihn. Und viele hohe Leute würden ihm auf die Finger gucken. Das konnte sie verstehen. Ihr Lachen von vorhin tat ihr jetzt leid. Das hatte er nicht verdient. Er hatte wie ein Gentleman darauf reagiert. Er hatte gesagt, dass er hoffe, dass sich ihr Lachen in Staunen umwandeln würde. Das war schön gesagt worden! Sie merkte, dass sie los flogen. Es ging los! Aufregung wallte auch noch in ihr hoch! Nicht gut für ihren Magen! Sie atmete tief durch! Das Schiff startete zum Jungfernflug. Sie sah durch die Scheibe. Sie saßen ganz vorne. Es ruckelte leicht. Das tat ihr nicht gut!
Eine junge Dame (Athena) menschlicher Natur trat an ihren Tisch, schien besorgt und tippte auf Unterzuckerung, was Colins Zustand betraf und schob ihr auch noch ein großes Stück Kuchen hin. Entsetzt sah Colin auf die eigentlich freundliche und hilfsbereite Geste. Sie konnte nichts sagen, nickte nur aus Höflichkeit. Dieser Anblick und dieser Duft! Es war wie in einem Drama! Es spitzte sich zum Höhepunkt zu! In dem Moment erbrach sie im Schwall über den Tisch voll gegen die Panoramascheibe. Alles war braun. Im bewegendsten Augenblick! Sie war selbst total entsetzt. Aber jetzt fühlte sie sich magentechnisch wieder besser, das Unbehagen wegen dem Tischnachbarn blieb natürlich. Das Personal reagierte perfekt und flink. Alle wuselten herum! Mehrere Putzroboter flogen heran und machten sich an der Scheibe zu schaffen, damit man wieder einen klaren Durchblick hatte. Noch verschmierte sich alles. Auch der Tisch wurde sauber gewischt. Doch dann glänzte die Panoramascheibe wieder strahlend streifenfrei sauber. Sie stand irgendwie neben sich in der Zeit! Ruckzuck war die Schwärze des Alls zu sehen. Ein Doktor, der Schiffsarzt, kam zu ihr und klebte ihr ein Pflaster gegen Übelkeit hinters Ohr. Das war alles verdammt peinlich! Sie übertraf jetzt sogar Erik! Der Arzt fragte sie, ob sie sich hinlegen wolle. Sie verneinte vehement:


“Nein, das ist wirklich nicht nötig! Es geht mir jetzt schon viel besser!”

Besorgt sah sie nur zum Sith. Er hatte so ein merkwürdiges Funkeln im Auge!? Sie rutschte unwillkürlich zu No rüber und saß fast auf seinem Schoss.

“Es tut mir leid, wirklich! Das ist ja nicht absichtlich passiert!”,

versicherte sie. Sie versuchte, den üblen Gouverneur in Fragen zu verstricken. Bloß ein anderes Thema!

Lemur? Sind ihre Eltern nicht berühmte Archäologen? Aber aus der Republik! Sind die übergelaufen zu uns? Ihre Eltern auch? Sind sie deshalb ausgerechnet Gouverneur von Korriban mit seinen ganzen Pyramiden, Gruften und Gräbern geworden?”


Über Fondor, auf der Allegiance-Offiziersmesse, am Tisch: Colin zwischen: No und Saphenus
 
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[Fondor-System | Weltraum | Allegiance | Aussichtsdeck] Joya No, Navara Ven, Turima Belandri, Celdarion Charákas, Aren Vayliuar, Valkorion Disra, Invidia Parso, Scytale Mentel, Colin Shendara. In der Nähe: Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, Darth Zion, Kael Reed, Horatio Kraym, Agustin Prada, Alaine Aren, Darth Zion, Hess'amin'nuruodo, Cain T. DéSkalz, Gordon Aaronson, Eredin Moorvhis, Athena Toral und weitere

Das war sie also, die von Colin Shendara prophezeite und von Joya No gefürchtete Begegnung mit einem Sith. Nicht einmal irgendein Sith: Dieser war auch noch ein hochrangiger imperialer Würdenträger, der Gouverneur einer Welt namens Korriban. Der Kaminoaner hätte niemals vermutet, dass eine so jämmerliche Erscheinung wie dieser Zabrak gleich in zweifacher Hinsicht eine bedeutende Persönlichkeit war. Wie sehr der äußere Eindruck doch manchmal täuschen konnte! Und wie sehr doch die Berichte täuschen konnten, dass es sich bei den Sith allesamt um furchtbare Kämpfer handelte! Oder war das in diesem Fall kein Widerspruch? Was ihm an Körperkraft fehlte, machte dieser Mann möglicherweise durch die Macht wett. No wusste es nicht. Er wusste nur, dass seine üblichen Bewertungsmaßstäbe auf diese Person (und vielleicht auch auf andere im Raum) wahrscheinlich nicht anwendbar waren und er aufpassen musste, niemanden zu unterschätzen. Nicht noch einmal.

Governor Saphenus Lemurs Worte und seine harte Stimme wirkten ebenso wenig einladend wie sein Äußeres und sein Blick. Er war weder freundlich noch diplomatisch. Aber dafür war er direkt und wahrscheinlich ziemlich ehrlich, was immerhin auch in gewisser Weise Tugenden waren. Seine ersten Worte schienen eine Beleidigung gegen Joya No darzustellen: Der Governor deutete an, dass Shendaras Übelkeit auf ihre Gesellschaft zurückzuführen wäre. Dann aber riss er das Ruder herum und meinte, er habe damit nicht den Kaminoaner, sondern seine eigene unangenehme Erscheinung gemeint. Der Sith war sich der Wirkung, die er auf andere hatte, offenbar bewusst und nutzte sie auch aus. Er reichte dem Republikaner die Hand und als dieser ebenfalls die langen, schlanken Finger ausstreckte, erwies sich Lemurs Händedruck als überraschend kräftig. No erwiderte ihn und wandte dabei den Blick nicht von dem einen, stechenden Auge des Sith ab. Er hatte beschlossen, nach außen keinerlei Schwäche zu zeigen. Innerlich sah es allerdings ein wenig anders aus. Die Sith waren eine unbekannte Größe und eine nicht kalkulierbare Gefahr. Der Gedanke, dass dieses Wesen vielleicht in seine Gedanken eindringen konnte, und er vielleicht nicht einmal merken würde dass man ihn manipulierte, beunruhigte ihn ungemein. Sich das nicht anmerken zu lassen, war eine Herausforderung, aber No lebte dafür, Herausforderungen zu bewältigen. Er musste versuchen, diese Begegnung als Prüfung seiner Charakterstärke zu sehen. Bei Prüfungen verstand er keinen Spaß und erlaubte sich keine Leichtsinnsfehler.

Der Sith äußerte seine Überraschung darüber, hier eine republikanische Delegation anzutreffen, und No erwiderte:

»Mich überrascht vielmehr, dass Ihre Regierung und die Veranstalter Sie nicht darüber informiert haben. Unsere Reise war natürlich keine spontane Entscheidung, sondern wurde eine Weile geplant, vorbereitet und mit Ihren Behörden abgestimmt, sonst wären unsere Schiffe nicht ungehindert bis Fondor gelangt. Womöglich ein Fehler in der Kommunikation - oder Seine Majestät wollte seinen Untertanen die Überraschung nicht verderben.«

Diese kleine Spitze gönnte sich der Kaminoaner. Sein Gesprächspartner sollte ruhig wissen, dass er durch dessen Erscheinung, Rang und Ordenszugehörigkeit nicht zu eingeschüchtert war, um noch selbstsicher aufzutreten und die Interessen der Republik zu vertreten.

»Brüchig oder nicht, derzeit herrscht Friede und die Waffen schweigen. Ebenso wie Sie bin auch ich ein Diener meines Staates; bereit zu kämpen, aber auch bereit den Frieden zu wahren, je nachdem was von mir erwartet wird. In diesem Fall ist unser Besuch rein diplomatischer Natur. Ich hoffe, unsere Gegenwart wirkt sich nicht allzu schädlich auf die allgemeine Stimmung aus. Dort drüben sehen Sie übrigens weitere Mitglieder unserer Delegation: Senatorin Turima Belandri, Vertreterin der Hapaner im republikanischen Senat. Und Commodore Navara Ven, Befehlshaber des Sternkreuzers Prometheus

Der Kaminoaner hatte das Gefühl, die Situation wieder unter Kontrolle zu haben, nachdem der Start in das Gespräch - auch dank einer weiteren gefährlichen Wissenslücke von Colin Shendara - etwas holprig verlaufen war. Die Frau sah indes kein Stück besser aus als zuvor: Blass, schwach und nicht ganz Herrin über sich selbst. No war nicht der einzige, dem das aufgefallen war, auch Saphenus Lemur hatte ihr ein Glas Wasser (und zugleich gesündere Kost als den verzehrten Kuchen) empfohlen.

Eine weitere Frau näherte sich. Sie stellte sich als Governor Athena Toral vor und leistete der Reporterin auf ihre Weise erste Hilfe: Ihre persönliche Diagnose lautete, dass die schlanke Menschenfrau noch etwas essen sollte, weshalb sie ihr ein weiteres Stück Kuchen mitgebracht hatte. Doch nachdem ihr vom ersten Stück schlecht geworden war, half ein zweites natürlich nicht: Colin blickte auf das süße Gebäckstück, und just im selben Augenblick löste sich das Schiff mit einem deutlich spürbaren Ruck aus den Verankerungen des Docks...

Und dann kam der Moment, in dem Colin Shendara vollends die Kontrolle über ihren Magen verlor. In einem übelriechenden braunen Schwall gab sie dessen Inhalt von sich: Muffin, Caf und was sonst noch darin gewesen war. Sie hatten einen Platz direkt an einem der Sichtfenster gewählt, das den größten Teil von dem unappetitlichen Brei abbekam. No wich blitzschnell ein Stück von ihr zurück und warf einen kritischen Blick an sich hinab. Was für ein Glück: Seine weiße Uniform war nicht in Mitleidenschaft gezogen worden! Das war ihm im Moment das Wichtigste, das Wohl der Journalistin hingegen zweitrangig. Sein Mitleid hielt sich in Grenzen. Mit ihrer Unfähigkeit, sich zu beherrschen, hatte sie ihn und alle anderen Anwesenden in eine sehr unangenehme Lage gebracht. Zum Glück eilte sofort menschliches und künstliches Personal herbei, um sich mit der offensichtlich raumkranken Frau und der verunreinigten Einrichtung zu befassen, und es dauerte gar nicht lange, bis die Lage wieder unter Kontrolle war. Der widerlich saure Geruch des Erbrochenen wurde nun vom wohltuend sterilen Duft der Reinigungsmittel übertüncht. Colin versicherte, dass es ihr besser ging. Und sobald das der Fall war, kehrte sie zu ihrer Arbeit zurück.

Doch die Fragen, die sie an Governor Lemur richtete, bekam Joya No gar nicht richtig mit, denn in diesem Moment dämmerte ihm etwas. Wie hatte sich die neu hinzugekommene Frau gleich noch vorgestellt? Er hatte es zunächst nicht beachtet, die Ereignisse hatten ihn überrumpelt, aber jetzt drangen ihre Worte in sein Bewusstsein vor?

»Sagten Sie gerade, Ihr Name wäre Toral fragte er.

Dass sie auch erwähnt hatte, Governor zu sein, ging dabei unter: Der halb neugierige, halb wütende Blick, mit dem er sie von oben bis unten musterte, war einer Frau in ihrer Position gegenüber wohl auch nicht angemessen. Aber diese Begegnung zerrte doch wesentlich stärker an seiner Selbstbeherrschung als das unverhoffte Treffen mit einem Sith zuvor. Er stellte sich nicht vor: Ohnehin ging er fest davon aus, dass sie sehr genau wusste, wer er war. An einen Zufall glaubte er nicht; weder an eine zufällige Übereinstimmung des Namens noch daran, dass ihr Zusammentreffen keinem Plan folgte.

»Ihr Imperium hat wirklich Sinn für Humor! Ich habe schon mit so etwas gerechnet. In welchem Verhältnis stehen Sie zu Captain Mile Toral? Seine Ehefrau? Jüngere Schwester?«

[Fondor-System | Weltraum | Allegiance | Aussichtsdeck] Joya No, Navara Ven, Turima Belandri, Celdarion Charákas, Aren Vayliuar, Valkorion Disra, Invidia Parso, Scytale Mentel, Colin Shendara. In der Nähe: Volo Crescent, Kyoshi Ichigû, Darth Zion, Kael Reed, Horatio Kraym, Agustin Prada, Alaine Aren, Darth Zion, Hess'amin'nuruodo, Cain T. DéSkalz, Gordon Aaronson, Eredin Moorvhis, Athena Toral und weitere
 
[Fondor-System/Fondor/Orbit/Werftbasis 7/Gala-Saal] Kael, Zion, Vice Admiral Sent (NSC), weitere Gäste (SCs und NSCs)

Kael blickte den Sith und den Vice Admiral an, die sich zusammen mit ihm in Richtung Allegiance in Bewegung setzten um auf dem Aussichtsdeck platz zu nehmen. Er konnte nicht mehr warten, er brauchte eine Auszeit! JETZT!

"Wenn die Herren mich kurz entschuldigen würden? Ich müsste mich einmal kurz frisch machen."

Ohne Zweifel verfügte das Schiff über bereist fertige Waschräume... einmal kaltes Wasser ins Gesicht, ein klein wenig Luxus besaßen die größeren Kampfschiffe immerhin, mit Schallduschen würde Kael in seiner jetzigen Situation nichts anfangen können. Er war nicht Herr über seine Eigenen Gedanken, die sowohl um seine einstige Verlobte als auch um die Flight Lieutenant kreisten. Nichts was er versuchte konnte den Fokus von diesem Thema weglenken. Einerseits schien es als wäre er in der Vergangenheit gefangen, wünschte sich die Zeit auf Csilla zurück, eine Zeit in der er glücklich gewesen war, in der er sich seiner Familie verbunden gefühlt hatte und niemals daran gedacht hätte das er seine Mutter jemals hassen könnte. Doch sie hatte ihm alles genommen, alles was er immer wollte und jetzt schien es so zu sein als schenkte ihm irgendjemand eine zweite Chance... dabei kannte er die Pilotin nicht einmal die so vollkommen aus dem nichts erschienen war und gerade IHN angesprochen hatte. Natürlich waren sie nicht die gleiche Person, Kael kannte sie ja nicht einmal wirklich und dennoch wollte sein Kopf glauben dass er damit alles wieder ins Lot bringen konnte. Es war rational betrachtet absoluter Schwachsinn, zum ersten Mal in seinem ganzen Leben jedoch schaffte es das Rationale nicht das Emotionale zu bändigen und als er sich endlich erfolgreich in einen Waschraum verirrt hatte, musste sich Kael Reed eingestehen, dass er das Ganze niemals hatte hinter sich lassen können. Das er an dieser ganzen Verdrängung innerlich kaputt gegangen war und das es, so sehr er sich das auch wünschte, den Menschen der er damals war nicht mehr gab.

Er erwartete nicht mehr das vom Leben was er damals wollte, er erwartete nicht aufgrund seines Standes in einer Hohen Familie besser behandelt zu werden nein er zählte sich nicht einmal mehr vollständig dazu auch wenn er diese Verleugnung niemals öffentlich zur Schau stellen würde. Natali und vor allem Treeya würde er niemals aus seinem Leben ausschließen wollen und wenn das hieß, dass er sich mit seinen Eltern, seinem Bruder und Neetra arrangieren wollte, dann würde er das tun! Doch bewirken würde er etwas mit eigener Kraft, ohne den Ruf seiner Eltern, ohne das Geld des Konzerns! Er würde das Imperium prägen und er würde sich von seinem Alten ich gänzlich lösen... dann tauchte das Bild von Samin wieder vor seinem Inneren Auge auf und das aufgebaute Fundament bröckelte wieder. War es nicht wenigstens den Versuch wert? Herauszufinden was ihn faszinierte, beunruhigte, beängstigte, ihm Atem und Verstand nahm wie einem kleinen Kind? Eine Psychologin wie seine Mutter hätte in so einem Fall von Projektion gesprochen und auch wenn Kael es eigentlich besser wusste konnte er sich diesem Drang nicht entziehen. Gleichzeitig zur Hoffnung brandete jedoch auch der Ganze Schmerz mit herüber. Schmerz den offensichtlich nur die Zeit heilen konnte und hoffentlich auch würde... Nichts war schlimmer als warten.

Als der Hybrid in die spiegelnde Glasfläche starrte, normalisierte sich sein Gemütszustand nach und nach wieder... der erste Schock war vorrüber und das Chaos seiner eigenen Gedanken schob sich langsam wieder in den Hintergrund. Marika hatte immer davon gesprochen, dass man lernen musste seine Emotionen zu kontrollieren und zu steuern, da sie einen angreifbar für andere machten und so sehr er seine Mutter verabscheute musste er ihr in diesem Punkt recht geben. Alles und jeden in die eigenen Gedanken zu lassen, war schwach und deutete daraufhin das man Aufmerksamkeit wollte und auch brauchte...

Schließlich spritze er sich eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht und trat den Rückweg zum Aussichtsdeck an, um wenigstens noch den Rest des manöver mitansehen zu können... nicht das es diese gestellte Presseveranstaltung wirklich wert war, doch ihn interessierte noch immer was der Vice Admiral ihm und Darth Zion zu sagen hatte.


[Fondor-System/Weltraum/Allegiance/ Gänge in Richtung Aussichtsdeck] Kael, vereinzelte Techniker und Schiffspersonal (NSCs)
 
[Fondor-System | Weltraum | Sternzestörer 'Allegiance' | Aussichtsplattform] Saphenus; Colin Shendara; Captain Joya No; weitere Gäste

Saphenus Wut auf die republikanische Delegation war nicht erloschen, sie schwelte noch immer in seinem Inneren. Nur zu gern wollte er sich erheben und seine arachnoiden Finger um den schmalen und gar gebrechlich aussehenden Hals des Kaminoaners schließen bis er in seinen Händen zerbrach, doch er war gezwungen sich mit der bloßen Vorstellung dieser wunderschönen Hinrichtung zufrieden zu geben. Lässig, jedwede Körperspannung vermissend, saß er in seinem Stuhl und beobachtete Captain No taktierend. Kaminoaner waren ein merkwürdiges Volk mit einem noch merkwürdigerem Ruf. Saphenus hatte Bücher über sie gelesen, seltene und kostbare Bücher, die sie als Kloner beschrieben. Kloner, die in der Lage waren, das Erbgut jedes Lebewesens zu extrahieren und daraus künstliche und doch biologische Körper zu erschaffen. Saphenus wusste nicht wie valide diese Quellen waren, blieben die meisten Angehörigen dieser Spezies doch lieber unter sich. Er wusste nur, dass ihr Heimatplanet von gigantischen Ozeanen bedeckt und Stürme sowie Tsunamis keine Seltenheit waren. In gewisser Weise stellt Kamino das genaue Gegenteil Korribans dar.

Saphenus versuchte die Mimik des republikanischen Captains zu lesen, doch sie blieb regungslos. Vorsichtig streckte er seine Sinne aus und hoffte eine Gefühlsregung zu spüren, doch er fühlte nichts als sich widersprechende Emotionen. Captain No hatte sich gut im Griff, das musste man ihm zugestehen. Die Begegnung mit dem Sith musste überraschend für ihn sein oder hatte man sie im Vorfeld auf diese Möglichkeit hin vorbereitet und geschult? Waren mit der Delegation vielleicht sogar Jedi angereist, die nun im Verborgenen über die Abgesandten wachten und sie beschützten? Argwöhnisch sah er sich um, ein wie verfolgt wirkender Ausdruck legte sich flüchtig auf sein Gesicht.


Captain No äußerte seine Überraschung darüber, dass Saphenus nichts von der republikanischen Delegation wusste und Saphenus meinte dabei einen Hauch von Häme zu spüren. Forderte er Saphenus wirklich hinaus wo Republik und Imperium vor nicht allzu langer Zeit noch erbitterte Feinde gewesen waren und viele, einschließlich des Zabraks, diesen Krieg nur zu gerne wieder führen wollten? Captain No fuhr fort und betonte, dass Friede eben Friede bedeutete und sie beide den Befehlen ihrer jeweiligen Herren folgten. Im gleichen Atemzug stellte er Saphenus die restlichen Mitglieder der Delegation vor, Saphenus folgte dem Wink und sah kurz zu ihnen herüber. Sie standen dicht beieinander als hätten sie Angst getrennt zu werden.


„Ich habe mich selbst sehr kurzfristig dazu entschieden diesem Ereignis beizuwohnen.“, begann Saphenus langsam und wählte seine Worte vorsichtig. „Meine Pflichten haben mich im Vorfeld anderweitig festgehalten. Glücklicherweise…“, er betonte das Wort als meinte er das genaue Gegenteil, „…konnte ich es dennoch einrichten. Aber natürlich mussten Sie Ihr Kommen abstimmen. Es wäre zu schade, wenn ihre gesamte Delegation mit gemeinen Banditen verwechselt und pulverisiert worden wäre.“ Er grinste und zeigte dabei seine Zähne. „Aber ich würde Sie gerne beruhigen: Sie müssen nicht fürchten, dass Ihre Anwesenheit der Atmosphäre hier abträglich wäre. Die Allegiance, ein Prachtstück, nicht wahr, sorgt ganz von selbst für eine heitere und zukunftsvolle Stimmung. Zum Glück hat der Imperator es gewagt den Frieden mit der Republik zu schließen. Andernfalls wäre Ihr Aufeinandertreffen mit der Allegiance sicherlich nicht so friedlich und entspannt.“

Saphenus schenkte dem Kaminoaner noch einen eindringlichen Blick und wurde dann von einer menschlichen Frau abgelenkt, die sich ihnen mit Kuchen näherte. Sie stellte sich als Athena Toral vor, Gouverneurin von Muunilinst. Saphenus zog eine Braue in die Höhe als sie ein Stück Kuchen vor Miss Shendara abstellte und sie bat doch einen Bissen zu essen bevor sie vollends unterzuckerte. Bevor Saphenus jedoch antworten konnte geschahen zwei Dinge: zum einen erwachte die Allegiance zum Leben und löste sich aus den Fesseln ihres Docks um befreit in die Schwärze des Weltraums hinaus zu gleiten. Zum Anderen dekompensierte Miss Shendara völlig und erbrach sich in einem weiten Schwall in Richtung des Panoramafensters. Schnell rutschte Saphenus mit seinem Stuhl zurück und brachte sich vor den umherfliegenden Brocken frisch gegessener Nahrung in Sicherheit. „Bei der Macht, ist das widerlich.“, entfuhr es ihm, angeekelt sah er Miss Shendara an. Sein nächster Blick galt seiner eigenen Kleidung, sorgsam inspizierte er sie und stellte fest, dass sie von dem Erbrochenen verschont worden war. „Ihre Redaktion hat mit ihrer Auswahl kein glückliches Händchen gehabt. Zumindest sorgen Sie für Ihre eigenen Schlagzeilen.“, fügte er noch hinzu und verfolgte wie mechanisches Reinigungspersonal die Misere wegwischte und ein Arzt eilig herbeikam um die kranke Patientin zu untersuchen. Die winkte jedoch schnell ab und wollte sehnsüchtig zur Normalität zurückkehren. Stattdessen sprach sie ihn auf seine Eltern an, sein Auge verengte sich.


„Seien Sie nicht zu neugierig, Miss Shendara. Das scheint Ihnen nicht zu bekommen.“, antwortete er lapidar und beobachtete dann etwas viel Interessanteres: Captain No fixierte die Gouverneurin, die sich zu ihnen gesellt hatte, mit seinem Blick und fing an von Humor zu reden, gefolgt von einer stechenden Frage nach einem gewissen Mile Toral. Saphenus beugte sich nach vorne und beobachtete beide sehr genau.


„Zunächst einmal freut es MICH, Ihre Bekanntschaft zu machen, Gouverneurin Toral. Mein Name ist Saphenus Lemur, Gouverneur von Korriban.“ Er verzichtete darauf sich auch als Sith vorzustellen, mit ein wenig Erfahrung konnte sie es sich ohnehin denken. An Captain No gewandt sagte er: „Und wenn sie seine Ehefrau UND jüngere Schwester wäre, spielt es eine Rolle? Der Krieg ist vorbei, wir sind vereint in Brüderlichkeit und gegenseitiger Nächstenliebe. So wollen es die Herrscher, denen wir beide dienen, wie Sie selbst eben betont haben.“ Theatralisch breitete er seine Arme wie zu einer Umarmung aus während die Ironie in seinen Sätzen den gesamten Raum zu überfluten schien. „Möchten wir diese Worte wirklich zurücknehmen?“ Er sah wieder die Gouverneurin an. „Darf ich vorstellen: Captain Joya No, Abgesandter der Republik zu Ehren dieses Stapellaufs. Neben ihm Colin Shendara.“ Gespannt sah er mit an wie die beiden reagieren würden.


[Fondor-System | Weltraum | Sternzestörer 'Allegiance' | Aussichtsplattform] Saphenus; Colin Shendara; Captain Joya No; Athena Toral; weitere Gäste
 
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