Weltraum (Neue Republik)


Hyperraum von Nar Shaddaa nach Coruscant - Nightmare – Kabine, allein


Als Ian erwachte, brauchte er eine Weile, um zu realisieren, wo er sich befand. Die Nightmare. Also waren die vergangen Ereignisse tatsächlich kein seltsamer Traum gewesen und irgendwo auf seinem Schiff beherbergte er eine Jedi. Eowyn. Und ausgerechnet mit ihr, flog er Coruscant an. Stunden später schien diese Entscheidung noch absurder zu sein, als sie kurz nach Ians Entscheidung gewesen war. Welche Chance sollte ihm ein Planet mit einer Ruine bieten? Vielleicht aber passte dieser Planet gerade deswegen. Dort hatte vieles begonnen und vielleicht würde dort alles enden. Der Tempel – eine Ruine. Und er selbst? Genau das Gleiche. Als er damals nach Coruscant gereist war, stand der einstige Tempel noch in seiner vollen Blüte, da mochte vielleicht der ein oder andere Riss in den Gemäuern gewesen sein, aber sonst war der Orden ganz gewesen. Wie passend war es, jetzt dorthin zurück zu kehren. Denn war nicht auch er, als er damals um die Aufnahme gebeten hatte, ein Mensch mit Rissen gewesen? Jemand, den das Leben gekennzeichnet hatte? Damals war noch nicht alles verloren gewesen, damals war nicht heute. Heute hingegen schien aber mehr, als nur verloren und doch würde er die Chance, von der Eowyn gesprochen hatte nutzen, auch wenn er noch immer nicht wusste, wie diese aussehen mochte. Veränderungen. Neue Wege. Dachte er zurück, hätte er sich niemals in der Position gesehen, in der er jetzt war. Als Kind war er lächerlichen Träumen hinterhergerannt, stets auf der Suche nach der Liebe seiner Familie. Das Erlernen von Sprachen hatte ihn am Leben gehalten, ihm Hoffnung gegeben und im Stillen hatte Ian gewusst, wie er nie werden wollte. Niemals ungerecht. Niemals brutal. Niemals böse. Niemals…



Sprachen hatten etwas ungemein tröstendes, allein durch ihre unterschiedlichen Klänge und die Tatsache, dass seine Familie ihn nicht verstehen hatte können. Ian hatte in eigenen Geschichten gelebt, die seine Tage erträglicher gemacht hatten und jedes Gefühl hatte eine andere Sprache gehabt. Inzwischen hatte er seine eigene Geschichte geschrieben, die nicht mehr seiner kindlichen Fantasie entsprang, eine Geschichte, für die es kaum ein tröstendes Wort oder eine beruhigende Sprache gab. Demnach würde er auch auf Coruscant keine neue Geschichte schreiben, aber vielleicht, ja vielleicht konnte er ihr einen neuen Aspekt geben. Oh, er sollte aufhören, so zu denken! Am Ende war da noch ein Funken Hoffnung oder ein Traum, der sich nur wieder ins Gegenteil kehren würde. Coruscant war eine Zwischenstation. Ein Gefallen für Eowyn. Nicht mehr und nicht weniger. Ian war nicht länger bereit seine Zeit, oder irgendetwas anderes mit lächerlichen Hoffnungen zu vergeuden. Das hatte er zu oft getan und zu oft hatte er mit der Konsequenz daraus leben müssen. Mit diesem Gedanken, machte er sich frisch, um schließlich zurück in das Cockpit zu kehren. Allzu lange würde es nicht mehr dauern, bis sie Coruscant erreichen würden, noch ein paar Stunden, dann würden sie landen. Wahrscheinlich befand sich Eowyn noch immer in irgendeiner Kabine, doch Ian ließ ihr, wie versprochen, ihre Ruhe, obwohl es denkbar einfach gewesen wäre, herauszufinden, wo genau sie sich aufhielt. Was ihn wieder daran erinnerte, dass mit ihr eine Jedi auf dem Schiff war. Vor Jahren hatte er ein Gespräch mit Alisah geführt, indem sie gestanden hatte, einen Bruder zu besitzen, der dem Jediorden angehörte. Voller Angst war sie davon ausgegangen, sich Ians Verachtung und Zorn ausgesetzt zu sehen, doch er hatte sie beschwichtigt. Und hier war der Beweis. Wobei es einen Jedi gab, den er tatsächlich verachtete und das aus tiefstem Herzen. Iounas Vater. Iouna. Alisah, Torryn. Ranik, Ysim, Allegious. Namen, die er hatte vergessen wollen. Namen, die er wohl nie vergessen würde. Weil er von seinem eigentlichen Plan abgerückt war, weil Eowyn auf ihn eingeredet hatte. Es war nur eine Frage der Zeit, wann er ihren Namen mit einreihen konnte. Aber darüber würde er sich nun nicht den Kopf zerbrechen, denn sein knurrender Magen erinnerte ihn daran, schon ewig nichts gegessen zu haben.

Etwas später, nachdem er sich frisches Gewürzbrot mit verschiedenen Belägen einverleibt und Eowyn eine kleine Auswahl an allem übrig gelassen hatte, beschloss Ian zu meditieren. Wie gewohnt setzte er sich dafür in den Schneidersitz, mit geschlossenen Augen, direkt auf den Boden. Auch wenn die Meditation ihm längst keine Fragen mehr beantwortete, hatte sie doch noch die leichte Kraft dazu, sich zu entspannen. Und je näher sie Coruscant kamen, umso angespannter begann Ian sich zu fühle…





Hyperraum von Nar Shaddaa nach Coruscant - Nightmare – Cockpit, allein

 

Hyperraum von Nar Shaddaa nach Coruscant - Nightmare – Kabine, allein


Als Eowyn am nächsten Morgen die Augen aufschlug war sie im ersten Moment völlig verwirrt. Nichts kam ihr hier bekannt vor, und weshalb lag sie auf dem… Ihr Blick fiel auf ihre Tasche und das Artefakt, das daneben auf dem Boden lag, und alles wurde ihr wieder klar. Die Nacht auf dem Boden hatte ihrem Körper nicht gutgetan, doch die ersten Versteifungen lösten sich bereits, als sie sich aufrichtete und sich langsam zu bewegen begann. Sie musste wirklich fertig gewesen sein, dass sie die komplette Nacht auf dem Boden durchgeschlafen hatte. Ihre Haare hingen wirr um ihr Gesicht, und alles in ihr wünschte momentan nur eines, bevor sie sich damit beschäftigte, wie es weitergehen sollte – saubere Kleidung. Ihre alten stanken nach Nar Shaddaa, und sie überlegte stirnrunzelnd, ob es sich überhaupt lohnen würde, sie zu waschen. Doch davor musste sie erst einmal eine Bestandsaufnahme dessen machen, was sie überhaupt dabei hatte.
Die Liste war sehr kurz – außer wenigen persönlichen Gegenständen hatte sie einen weiteren Satz ihrer „Schmugglerklamotten“, wie sie sie nannte, und ihre Jedi-Kleidung dabei. Selbstverständlich, sie hatte ja auch nicht damit gerechnet, dass dieser Trip zu einem Langzeitausflug werden würde. Außerdem war sie von Lianna recht überstürzt aufgebrochen. Dann also Letzteres, auch wenn ihr nicht wohl dabei war, Ian ihre Zugehörigkeit noch so unter die Nase zu reiben.

Die sanitären Einrichtungen hatte sie bald gefunden, und einige, ausgiebige Zeit später fühlte sie sich doch um einiges wohler in ihrer Haut. Die gestrige Kleidung hatte sie in das letzte Eck der Kabine geworfen – nicht, dass es einen so großen Unterschied machte, da die Kabinen an Bord eines Frachters nun wahrlich nicht sonderlich groß waren.
Die nächste Zeit verbrachte sie damit, auf der kleinen Liege zu sitzen und abwechselnd das Artefakt und ihr Kom anzustarren. Sie fühlte sich definitiv besser als gestern (das war auch nicht sonderlich schwer), doch die nächsten Schritte wollte sie dennoch nicht in Angriff nehmen. Das Kom bedeutete, eine Nachricht aufzuzeichnen, die sie dem Rat schicken würde, wenn sie auf Coruscant war. Doch was sollte sie ihnen schon sagen? „Hallo Leute, ich bin gerade mit einem Ex-Sith unterwegs, rechnet die nächsten Tage nicht mit mir – achso, meinen einen Padawan habe ich unterwegs verloren und die zweite ist jetzt eben alleine auf Achse, so lange ich meinen Selbstfindungstrip nicht abgeschlossen habe“? Nein, persönlich war besser. Irgendjemand war doch gewiss schon auf Coruscant, da konnte sie das gleich von Angesicht zu Angesicht erledigen. Und außerdem musste es dann nicht jetzt sein.

Was das Artefakt anging… sie hatte einen Blick hineingeworfen, die alten Datenkarten in die Hand genommen und betrachtet – doch das brachte sie nicht weiter. Sie hatte keinen Datenblock dabei, diese waren in den Schränken auf der
Thunderchild und sie hatte in der Eile nicht daran gedacht, dass sie einen benötigen würde. Sich die Datenkarten anzusehen würde bedeuten, dass sie mit Ian reden und um einen Datenblock bitten musste, und darauf hatte sie nach ihren Gedanken gestern noch weniger Lust als auf eine Nachricht für den Rat. Er hatte klar gemacht, dass er seine Ruhe wollte, und sie würde sich nun hüten, irgendetwas gegen seine Wünsche zu tun.
Vielleicht fand sie ja einen, wenn sie ein wenig durchs Schiff ging und sich umsah… Schließlich hatte er ja ausdrücklich betont, dass das für ihn kein Problem darstellte. Außerdem hatte sie Hunger, sie hatte keine Ahnung, wann sie zuletzt etwas gegessen hatte. Und wenn sie dabei Ian begegnete… nun gut, setzte sie die Macht eben auf die Probe.

Seufzend erhob sie sich und trat in den Flur. Gestern hatte sie nur einen Eindruck des Schiffes bekommen, heute sah sie sich alles ein wenig genauer an. Viel gab es nicht zu sehen, der Frachter war schließlich kein Großraumschiff, aber es waren die kleinen Details die ihr zeigten, dass Ian sich durchaus um das Innere kümmerte und sich bemühte, es halbwegs gemütlich zu haben.
Sie sah sich oberflächlich um, doch nirgendwo war ein Datenblock zu erkennen… sicher hatte er einen an Bord, doch vermutlich lag er nicht so offensichtlich herum. Aufräumen war auf einem Raumschiff in der Regel auch eine gute Idee.
Nichts war zu hören außer dem Brummen der Triebwerke und Eowyns Magenknurren, Ian schien sich irgendwo verkrochen zu haben. Auf dem Tisch lag allerdings etwas zu essen, so dass einige Zeit später nur noch das Brummen zu hören war.

Eowyn lehnte sich nach dem Essen zurück. Coruscant. Würde sie gleich den Tempel aufsuchen? Wie würde es sein, in ihn zurückzukehren, nachdem er nun nicht mehr so aussah wie früher? Würde es überhaupt irgendwie so sein wie früher, konnte es das? Wäre es nicht fast besser, ihn so in Erinnerung zu halten, wie er war… und sich damit abzufinden, dass er zerstört worden war?
Sie schüttelte den Kopf. Sie war wieder so negativ! Dass er anders war hieß doch nicht, dass es schlechter war… und man würde ihn sicher wieder aufbauen. Bestimmt war schon jemand dabei oder würde bald damit beginnen. Sie sollte sich freuen, bei der Macht nochmal! Ihr Zuhause war ihr Zuhause, egal, wie es nun aussah, und wenn sie selber anpacken würde, es wieder dazu zu machen.
Dennoch, das mulmige Gefühl blieb. Zu viel war seither geschehen…

Ein Ruck ging durch das Schiff, und Eowyn runzelte die Stirn. Schon? Sie hatte anscheinend über ihren Grübeleien den ganzen Tag völlig das Zeitgefühl verloren. Das musste der Austritt aus dem Hyperraum gewesen sein.
Sie stand auf und lief schnell ins Cockpit, wo sie damit rechnete, Ian anzutreffen. Und richtig, dort saß er im Pilotensessel, und bevor sie ein Wort an ihn richten konnte, sah sie es, draußen, direkt vor ihr…
Coruscant. Die vielen Schiffe, die Plattformen, die Satelliten. Das hässliche Grau des völlig überbauten Planeten sprang ihr nur so entgegen. Wie lange war sie nicht mehr hier gewesen? Andere des Ordens waren nach Coruscant zurückgekehrt, hatten beim Wiederstand geholfen, sie jedoch niemals. Da unten war er irgendwo, der Jedi-Tempel, zerstört, aber dennoch da. Sie atmete tief ein, und mit dem Atem kam das ganze Gefühl, alles, was Coruscant in der Macht ausmachte, das viele Leben, die beinahe Explosion an verschiedensten Lebensformen, Gefühlen und Eigenarten. Wie oft hatte sie davon geträumt, hier zu stehen, an Bord eines Schiffes, drauf und dran, wieder heimzukehren?
Endlich, flüsterte sie, völlig ergriffen von der auf den ersten Blick völlig alltäglichen Szenerie, die sich draußen abspielte, Ian völlig vergessend. Egal, was sich später noch ereignen würde, dieser Moment war ganz der ihre.



Coruscant - Nightmare – Cockpit, mit Ian



Weiter in Coruscant...
 
[Hyperraum | von Lianna nach Ruusan | Cethra Jaynes MC18 | Aufenthaltsraum] Nen-Axa, Tzun Suz; Cethra Jayne und Meredith Clay im Cockpit

Nen-Axa fand, dass Tzun Suz recht schwierige Übungsobjekte ausgesucht hatte. Die Tassen waren vermutlich zerbrechlich und der Inhalt konnte verschüttet werden. Wenn er die Entscheidung gefällt hätte, dann hätten die Mädchen mit etwas Einfacherem begonnen, etwas, das keinen Schaden nahm oder anrichtete, wenn es herunterfiel. Doch Meredith und Cethra bewiesen, dass der Kaminoaner keine schlechte Wahl getroffen hatte. Sie beide schafften es, die Trinkgefäße mitsamt Tee und Untertassen anzuheben und schweben zu lassen. Bei Meredith sah es zunächst sehr mühelos aus: Das Übungsobjekt hob sich vom Boden, rotierte um die eigene Achse und senkte sich dann wieder, landete mit leisem Klappern auf den Deckplatten. Die mentale Hand, mit der er sich bereit gehalten hatte, um notfalls einzugreifen, konnte er getrost zurückziehen. Bei der Miraluka jedoch lief die Sache nicht ganz so reibungslos: Sie verlor die Tasse aus dem Fokus - nur für einen Sekundenbruchteil, aber lange genug, um sie aus dem empfindlichen Gleichgewicht kippen zu lassen.

Der Arcona war bereit, einzugreifen. Doch auch hier war es nicht nötig. Cethra Jayne gewann die Kontrolle zurück und war sogar geistesgegenwärtig genug, um nicht nur nach dem Kunststoff-Keramik-Gemisch, sondern auch nach der herausschwappenden Flüssigkeit zu greifen. Die verschütteten Tropfen verharrten in der Luft, bis im nächsten Moment die Untertasse unter ihnen war, um sie aufzufangen. Nen-Axa war bereits klar gewesen, dass seine Schülerin großes Talent hatte, doch das überraschte ihn, erschütterte ihn beinahe. Sie hatte gerade ganz instinktiv etwas bewerkstelligt, das auch erfahreneren Jedi oft nicht leicht fiel. Das legte nicht nur Zeugnis davon ab, wie schnell ihre Reflexe waren, sondern auch, dass sie bereits Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewann - auch wenn sie das vielleicht selbst noch gar nicht wusste.

»Sehr beeindruckend!« lobte er in ehrlicher Anerkennung. »Eine formlose Masse so zu kontrollieren ist alles andere als leicht. Das habt ihr beide wirklich gut gemacht.

Kurze Pause!«
ordnete er zudem an. »Nicht zuviel auf einmal.«

Das schienen auch die beiden jungen Humanoiden so zu sehen, denn beide hatten bereits vons ich aus die Versenkung aufgegeben und widmeten sich wieder weltlicheren Dingen. Während die Halb-Diathim aufstand, um den Becher ihres Meisters wieder aufzufüllen, folgte Cethra einem Signal des Navigationscomputers und kehrte ins Cockpit zurück. Unaufdringlich befühlte der Jediritter ihren emotionalen Zustand und stellte fest, dass beide weder erschöpft noch verstört waren. Die Zufriedenheit über das Erreichte nahm er aber deutlich wahr. Und auch Tzun Suz schien stolz zu sein, auch wenn noch etwas anderes mitschwang... etwas, das der Arcona im Moment nicht zuordnen konnte.

»Nein, bei uns hat es lang gedauert«, antwortete er auf die Frage. »Zugegebenermaßen habe ich anfangs nicht sehr viel Talent gezeigt. Ich war einer von der zweifelnden Sorte, der lange braucht, bis er anzuerkennen bereit ist, dass ein Erfolg überhaupt möglich sein könnte. Das hat uns eine ganze Weile behindert, bis endlich irgendwann der Knoten geplatzt ist und sich die ersten echten Erkenntnisse durchgesetzt haben. Aber auch dann war meine Mitschülerin Mya immer die talentiertere von Eleonores Padawanen, was den Umgang mit der Macht anging. Und auch noch ein paar andere Disziplinen.«

Was nichts daran änderte, dass sie noch immer Padawan war. Ihre Ausbildung dauerte nun schon überdurchschnittlich lang, er hingegen hatte es in viel kürzerer Zeit zum Ritter gebracht. Doch das erwähnte er nicht - es wäre ihm hochmütig erschienen, die Gründe dafür mit Tzun zu erörtern.

»Es scheint tatsächlich, als hätten wir es mit zwei sehr begabten jungen Frauen zu tun. Aber wir sollten sie nicht überfordern.« Meredith befand sich im Raum, konnte also genau hören, was er zu dem Kaminoaner sagte. Dementsprechend vorsichtig wählte er seine Worte. Hatte Tzun Suz schon dieselben Grundsatzgespräche mit seiner Schülerin geführt wie er mit seiner? Wusste Meredith um die Gefahren der Dunklen Seite und darum, wie gefährlich es war, zu viel wissen, können und haben zu wollen? »Unserer Meinung nach sollten die ersten Schritte nicht zu schnell erfolgen - man gerät sonst zu leicht ins Straucheln, und wer weiß, in welche Richtung man dann stolpert.

Wie wollen wir nun weiter machen? Eine weitere praktische Übung oder lieber etwas Theorie? Wir würden ja vorschlagen, dass wir uns zunächst darauf konzentrieren, sie...«


Er unterbrach sich. Im Gegensatz zu den beiden Padawanen war er nicht ganz aus seiner inneren und äußerlichen Entspannung zurückgekehrt, dafür mochte er diesen Ruhezustand einfach viel zu gern. Er hatte sich seit dem Ende der Übung keinen Millimeter von der Stelle bewegt und noch immer gingen sein Puls und seine Atmung verlangsamt - gerade stark genug, um ihm das Sprechen zu ermöglichen. Doch während sein Körper quasi schlief, war sein Geist überaus wach. Wacher vielleicht als in einem aktiveren Zustand. Seine Sinne waren geschärft, und er spürte seine Umgebung mehr, als er sie sah. Und in dieser Verfassung war er besonders empfänglich für Eindrücke, die ihm die Macht vermittelte. In diesem Fall spürte er tief unten in seinem Bewusstsein einen kleinen dunklen Fleck, der rasch größer wurde. Es war eine Ahnung von Unheil, die in ihm emporstieg. Eine Befürchtung, doch nicht bezogen auf etwas so Fernes und Abstraktes wie die Folgen einer zu schnellen Ausbildung. Es war etwas Konkretes, etwas sehr, sehr Nahes. Etwas, das nicht nur ihn, sondern sie alle betraf. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Blitz und die Ruhe war wie weggefegt. Schreckerfüllt weiteten sich seine Augen, während seine Krallen nach den Bodenplatten griffen, die viel zu glatt waren, um an ihnen Halt zu finden.

»Festhalten!« rief er laut.

[Hyperraum | von Lianna nach Ruusan | Cethra Jaynes MC18 | Aufenthaltsraum] Nen-Axa, Tzun Suz; Cethra Jayne und Meredith Clay im Cockpit

[Da wir gerade schon am Spulen sind... ^^ Ist es okay, wenn wir unsere kleine Katastrophe jetzt gleich eintreten lassen? Wir sind zwar noch nicht weit von Lianna weg, aber wenn die Funkanlagen ausfallen, macht es kaum einen Unterschied. Ein Lichtjahr oder eintausend...]
 
Hyperraum- Cethras Schiff- Aufenthaltsraum- mit Tzun, Nen-Axa und Cethra

Meredith beobachtete Cethras Übung genau, um vieleicht noch etwas zu entdecken, was sie selbst besser machen könnte. Als die Miraluka dann den vergossenen Tee in der Luft "einfror", klappte ihr die Kinnlade runter. Die andere Padawan schaffte es, den Grossteil des Tees zurück in die Tasse fallen zu lassen und entschuldigte sich dann. Meredith schüttelte den Kopf.

Entschuldigung? Das war der Wahnsinn! Und irgendwie finde ich, sah es noch total schön aus, wie der Tee da in der Luft hing.

Sie lächelte ihrer Mitschülerin gutgelaunt hinterher, als sie neuen Tee holen ging. Kurz darauf piepte es aus dem Cockpit und Cethra ging, um den nächsten Sprung in den Hyperraum vorzubereiten. Meredith hingegen blickte überrascht auf ihr Chrono. Sie konnten doch unmöglich schon so lange hier sitzen!

Haben wir eine Zeitreise gemacht? Wo sind die letzten Stunden hin? Voll krass!

Man hörte immer wieder mal von verschobener Zeitwahrnehmung. Vor allem, wenn einem etwas Spass machte, verging die Zeit manchmal schneller. Aber das bereits so viel Zeit vergangen war, erstaunte sie wirklich. Als ihr Meister sie dann berichtigte , dass die Tasse nicht geflogen war, grinste Meredith. Sie beschloss, sich die Ausdrücke endlich mal zu merken, sonst würde es irgendwann bestimmt nochmal peinlich werden. Die nächste Aussage ihre Meisters lies sie jedoch stutzen. Scheinbar war er gerade auch gut gelaunt und zu Scherzen aufgelegte. Kurz glitt ihr Blick zur Teekanne. Was war eigentlich genau in dem Tee drin, dass jetzt alle so gut drauf waren? Während sie versuchte, sich an die Inhaltangabe zu erinnern, lauschte sie er Unterhaltung der beiden Jedi-Ritter. Scheinbar waren sie von den Erfolgen ihrer Schüler beeindruckt. Ja, dachte sich Meredith, hier klappts jetzt. Aber wie sieht es aus, wenn wir es vieleicht wirklich mal dringend brauchen? Weiter kam sie nicht, denn plötzlich rief der Arcona, sie sollten sich festhalten. Ha ha, sie sass auf einem glatten Boden, an einer ebenso glatten Wand. Ihr Blick fiel jedoch auf den Tisch vor ihr, dessen Bein fest mit dem Boden verschweisst war. Das Mädchen warf sich nach vorne und ergriff das Bein. Kurz wünschte sie sich, die Schiene an ihrem Flügel loszusein. Wenn sie jetzt mit dem Rücken irgendwo gegengeschleudert wurde, wäre ihr Flügel mit Sicherheit gebrochen. Dann sorg dafür, dass das nicht passieren kann- schoss es ihr durch den Kopf und sie drehte sich auf die Seite. Gerade rechtzeitig, denn kurz darauf ging ein Beben durch das Schiff. Meredith sah fragend zu ihrem Meister, als für eine Sekunde Ruhe einkehrte. Doch das Beben war nur ein kleiner Vorgeschmack gewesen. Sie konnte ein Alarmsignal aus dem Cockpit hören , ehe sich das ganze Schiff aufbäumte, wie ein scheuendes Reittier. Meredith wurde hin und her geworfen, prallte mit den Schultern von unten gegen die Tischplatte und auf der anderen Seite gegen den Boden. Irgendwo weiter weg hörte sie, wie das Geschirr zerbrach.

Na toll. Warum hab ich mir eigentlich soviel Mühe gegeben, nichts zu zerbrechen?

fragte sie in den Lärm hinein. Noch ein Vorteil der Telepathie: Laute Umgebungen hatten keinen Einfluss auf das Verstehen der Botschaft. Überall klapperte und schepperte es. Belustigt stellte Meredith fest, dass sie keine Angst hatte. Das Einzige, was ihr durch den Kopf ging war eher ironisch- Du bist ja weit gekommen, Meredith. Zwei Tage im Jedi-Orden und schon vergehst du in einem glühenden Feuerball irgendwo im Nirgendwo. Plötzlich gab einen heftigen Stoss, der das Mädchen hart gegen die Tischplatte warf, danach kehrte eine seltsame Stille ein. Die Lichter des Schiffes waren aus. Nur eine Rote Notfallbeleuchtung erlaubte einen Blick auf das Chaos um sie herum. Was war geschehen?

Hyperraum- Cethras Schiff- Aufenthaltsraum- mit Tzun und Nen-Axa
 
[Hyperraum, Pelemian Trade Route - Cethra's MC18] mit Tzun Suz, Meredith Clay und Nen Axa

Cethra grinste Meredith an, als sie bemerkte wie schön der Tee ausgesehen hatte. So ganz konnte sie es nicht nachvollziehen, da sie ja nur die Form sehen konnte. Wie die anderen den Tee wohl sahen? Neugierig dachte Cet ein wenig darüber nach, fühlte aber keinerlei Neid. Wie denn auch, es war etwas das sie nicht kannte, das sie nie gekannt hatte? Aber es machte sie neugierig und fragte sich, ob die Macht Wege verlieh, wie sie diese Neugier irgendwann einmal befriedigen könnte. Ob sie mal einen Blick durch die Augen anderer erhaschen könnte.

"Vielleicht sollte ich weiter damit üben. Es war irgendwie...komisch die Flüssigkeit zu halten. War irgendwie nur ein Reflex eben. Aber das war nicht leicht. Sobald ich gemerkt hatte, was ich tat, bemerkte ich, wie es mir entglitt."

Als der Navicomputer das Signal gab, dass sie den Hyperraum verlassen würden, waren alle recht verwirrt. Während der Übung hatte Cet keinerlei Zeitgefühl gehabt. Aber das war für sie momentan nicht weiter von Bedeutung, besser gesagt dachte sie gar nicht daran. Sie machte sich auf den Weg ins Cockpit, um nach dem rechten zu sehen. Sie war noch nicht ganz dorthin gekommen, als sie ein komisches Gefühl beschlich. Sie blieb stehen und 'sah' sich um.

»Festhalten!« rief Nen-Axa. Und mehrere Dinge passierten gleichzeitig. Die Warnsirene vom Annäherungsalarm begann zu heulen. Alle versuchten irgendwo halt zu finden. Und erst in diesem Moment bemerkte Cethra das, was ihr Meister bereits bemerkt hatte. Ein wirklich undamenhafter Fluch kam ihr über die Lippen.

Ein Beben ging durch den kleinen Frachter, dann wurde er wie von einer riesigen Faust getroffen. Gerade noch bekam sie den Rahmen der Cockpittür zu fassen, als sie spürte, wie sie den Boden unter den Füßen verlor. Hart schlug sie auf den Deckplatten auf. Sie schmeckte Blut, wahrscheinlich hatte sie sich auf die Lippe gebissen. Sie knurrte verärgert und richtete sich auf. Natürlich konnte sie nicht sehen, dass das Licht nicht funktionierte, aber sie bemerkte, wie sie leicht schwankte. Die künstliche Schwerkraft funktionierte nicht mehr richtig. Das konnte nur bedueten, dass sie auf Notenergie waren. Noch einmal fluchte sie und hastete ins Cockpit. Schnell flogen ihre Finger über die Konsole.

"Sch...ich brauch Hilfe! Wir sind getroffen worden. Minen. Die Hauptenergie ist weg."

Wa die kontrollen ihr verrieten war nicht gut. Das waren nur eine gewesen. Eine Mine und ein anderes Objekt. Erstmal egal. Das Problem waren, dass da noch mehr unterwegs waren.

"Ich brauch jemanden der sich an die Kontrollen setzt und die Sensoren im Auge behält. Die anderen kommen mit zu den Maschinen. Wird hoffentlich nur ein Wackelkontakt sein. Wenn wir Antrieb, Schilde und den Laserturm nicht in ein paar Minuten zum Laufen bringen wars das." rief sie in großer Hast. In der Hektik der Sitation verfiel sie in die alte Art zu sprechen, als wäre sie noch mit der Söldnergruppe unterwegs. in einer Ecke ihres bewusstseins dachte sie, dass es vielleicht respektlos den Rittern gegenüber war, aber andererseits war das jetzt keine Situation, in der sie sich darum sorgen machen konnte. Es war ihr Schiff und ihre Verantwortung die anderen heil aus diesem mist wieder heraus zu bringen. Was für eine Art Mist das war würde sie später heraus finden, wenn sie zeit hatte sie Sensordaten auszulesen.


[Mitten im Nichts - Cethra's MC18] mit Tzun Suz, Meredith Clay und Nen Axa
 
{Hyperraum nach Ruusan/MC18 von Cethra/Aufenthaltsraum} mit Nen-Axa und Meredith, Cethra im Cockpit

Interessant, anders als es der Kaminoaner erwartet hatte schien Nen-Axa mit seinen Fortschritten zögerlicher gewesen zu sein als ihre Padawane es aktuell waren. Er hatte seine Zeit gebraucht um warm zu laufen...so hatte es Tzun verstanden. Danach hatte er gute Fortschritte gemacht, war jedoch einer Mitpadawan unterlegen gewesen. Tzun hatte nur kurzzeitig eine Art Mitpadawan gehabt...doch das war am Ende seiner Ausbildung gewesen und von diesem Padawan hatte er seitdem auch nie wieder etwas gehört. Er selbst hatte, im Vergleich zu anderen Padawanen, auch einen etwas steinigeren Weg gehabt doch war er zufrieden mit dem Stand seiner Fertigkeiten und das war die Hauptsache.
Die beiden Ritter schienen den gleichen Gedankengang zu haben, denn Nen-Axa griff dem Thema vor welches Tzun sowieso bald ansprechen wollte. Der Kaminoaner nickte knapp zur Bestätigung.


"Ich denke auch das wir uns Zeit lassen sollten mit weitergehenden Techniken. Die Grundlegenden Mechanismen und Übungen müssen sitzen bevor wir uns weiter vorarbeiten können, ohne dies wird es unnötig schwer für sie und nicht zu vergessen - was nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist kann im Ernstfall nicht eingesetzt werden.

Ein klares Leitbild und ein angemessenes Tempo hilft mehr als zu schnell vorzustoßen, da stimme ich euch zu."


Tzun hatte eine Ahnung welches Thema Nen-Axa anklingen lassen wollte, jedoch würde er gerne noch einmal unter 4 Augen mit dem Arconier dies bereden. Er war sich noch etwas unsicher, wie er Meredith das Konzept der Dunklen Seite und der Gefahren die von dieser ausgehen erklären sollte. Während der Kaminoaner grübelnd seine Padawan beobachtete, welche stark aufgeweckt war und breit grinsend sich umblickte, brüllte der Arconier mit einem Male etwas von Festhalten. Verblüfft blickte der Kaminoaner zu seinem Standesgenossen, bevor auch er spürte wovon der Arconier sprach. Sofort umpackte er die nächstbeste Stange, die er finden konnte, unmittelbar bevor das Schiff durchgeschüttelt wurde, wie als wäre es von einem wildem Bantha gerammt worden. Unglücklicherweise stieß sich Tzun beim Versuch sich festzuhalten den Kopf einmal an, und er spürte einen stark brennenden Schmerz an seiner Schädeldecke, hörte schwach wie Cethra etwas vom Fehlen der Energie rief und sie alle aufforderte etwas zu erledigen, nachdem das Schiff aufgehört hatte zu Bocken. Tzun begann sich wackelig auf seine Beine aufzustellen und fasste sich an den Kopf, als er seine Hand wieder betrachtete war sie zum Teil mit etwas Blut verschmiert...nicht viel aber es reichte das dem Kaminoaner ungut die Galle hoch kam.

"Meredith, Nen-Axa, geht es euch gut? Meredith geh du zu Cethra, ich folge dir. Nen-Axa, mein Vorschlag wäre ihr widmet euch den Sensoren und versucht mit der Macht die Umgebung wahrzunehmen, wenn die Energie fehlt vertraue ich der Technik nicht uneingeschränkt."

waren seine Worte während er den beiden hoch half. Fieberhaft arbeitete sein Hirn weiterhin an einer Lösung wie sie hier mit heil rauskamen. Sein Technisches Verständnis bezüglich Raumschiffe war weit unter Null, wenn sich nun nicht Nen-Axa als ehemaliges Ingenieur, Techniker oder etwas ähnliches entpuppte konnten sie Cethra nur bedingt helfen. Dann würde er sich um die Sensoren kümmern und die beiden hinter Cethra hinterher schicken.

{Hyperraum nach Ruusan/MC18 von Cethra/Aufenthaltsraum} mit Nen-Axa und Meredith, Cethra im Cockpit
 
[Weltraum (Neue Republik) | Leerer Raum irgendwo zwischen Lianna und Ruusan | Cethra Jaynes Schiff] Nen-Axa, Cethra Jayne, Tzun Suz, Meredith Clay

Nen-Axa versuchte mit aller Kraft, seiner eigenen Warnung nachzukommen und sich an irgendetwas festzuhalten. Doch es gab einfach nichts in Griffweite. Nur die Bodenplatten boten seinen scharfen Krallen zumindest eine Sekunde lang Halt. Länger jedoch leider nicht: Sobald ihn eine Abwärtsbewegung des Schiffes ein Stückchen vom Boden abdrückte, rutschten seine Finger und Zehen ab. Er wurde umhergeschleudert wie ein Spielzeug und obwohl er diesen Moment sehr bewusst und bei klarem Verstand erlebte, konnte er doch nichts dagegen unternehmen. Ihm blieb nichts zu tun, als sich zusammenzukrümmen und zu versuchen, seinen Kopf mit den Händen zu schützen. Er hörte knarrende und rumpelnde Geräusche, dazwischen Rufe seiner Reisegefährten. Und in seinem Bewusstsein hörte er glasklar die mentale Stimme von Meredith, die sich über zerbrochenes Geschirr ärgerte. Der Arcona konnte den Tassen im Augenblick kein Mitgefühl entgegenbringen und hoffte nur, dass es bei ihnen bleiben würde. Zweimal schlug er hart gegen Wände und Böden, bis das Schiff wieder ruhigere Fahrt aufnahm. Tzun Suz erkundigte sich, ob die anderen verletzt wären.

»Alles in Ordnung«, antwortete Nen-Axa und schüttelte die Benommenheit ab. Als er sich jedoch mit den Händen aufstützte, um sich zu erheben, spürte er einen stechenden Schmerz in der Linken. Er blickte seine Hand an und sah unter der Haut des mittleren Fingers das Blut infrarot pulsieren. Eine Schwellung bildete sich. Er musste sich den Finger verstaucht oder vielleicht gebrochen haben. Doch in Anbetracht seiner unfreiwilligen Flugeinlage hatte er wohl Gück gehabt. Und auch die anderen schienen den Umständen entsprechend wohlauf zu sein. Ritter Suz hatte eine blutende Wunde an der Stirn, aber sie schien nicht schlimm zu sein. An Meredith konnte er auf den ersten Blick gar keine Verletzung erkennen. Cethra schien ebenfalls nicht viel passiert zu sein, denn sie war geistesgegenwärtig genug, um sofort zu handeln, wie man es von einem Schiffsführer erwartete. Sie beorderte einen Freiwilligen ins Cockpit, um die Anzeigen im Auge zu behalten, und den Rest zu den Maschinen, um die verursachten Schäden zu beheben. Der Kaminoaner schlug ihn als denjenigen vor, der die Sensoren übernehmen sollte, doch der Arcona musste erwidern:

»Wir sind so gut wie blind. Normale Displays können wir gar nicht ablesen. Übernehmt Ihr das, wir sehen nach den Maschinen - da bin ich hoffentlich nützlicher!«

Nen-Axa hatte einige Erfahrung mit technischen Geräten. In seiner Jugend auf Cona hatte er im Bergbau gearbeitet und bei der Wartung schwerer Maschinen geholfen. In der jüngeren Vergangenheit hatte er sich in den Hangars der Jedi nützlich gemacht und dazu beigetragen, die Schiffe des Ordens in Schuss zu halten. Darunter war auch die Jellyfish gewesen, ein MC30 wie dieser, also waren die Systeme ihm nicht völlig fremd. Zwar war er kein ausgewiesener Experte und hatte dabei eher Handlangertätigkeiten übernommen, aber es war vielversprechender, als mit unscharfen Facettenaugen auf einen Bildschirm zu starren.

Der Schreck und das arconische Äquivalent von Adrenalin halfen ihm, den Schmerz in seiner Hand vorläufig auszublenden und zu tun, was getan werden musste. Er eilte mit den anderen in den hinteren Bereich des Schiffes, wo sich die Triebwerke befanden. Dabei sprang er über Gegenstände hinweg, die umgestürzt und genau wie die Personen an Bord herumgeworfen worden waren, weil sie nicht befestigt gewesen waren oder sich aus ihrer Verankerung gerissen hatten.

Dank seines feinen Geruchssinns nahm er schon durch die geschlossenen Türen die scharfen Aromen von verschmortem Kunststoff und überhitztem Metall wahr. Außerdem den chemischen Geruch eines Löschmittels, das häufig in den automatischen Brandbekämpfungsanlagen von Sternenschiffen zum Einsatz kam. Als sich die Tür zu dem kleinen Maschinenraum öffnete, zogen Schwaden von übelriechendem Qualm zu ihnen heraus. Die Luftreiniger arbeiteten noch und hatten bereits damit begonnen, die giftigen Gase und Partikel herauszufiltern, so dass man den Maschinenraum ohne große Gefahr betreten konnte. Mit brennenden Schleimhäuten und dem Gestank musste man sich im Moment jedoch einfach abfinden.


»Wir fürchten, das sieht nicht sehr gut aus«, stellte er fest, als er sich umgesehen hatte. Zwar war auch hier sein schlechter Sehsinn ein Handicap, aber seine präzise Temperaturwahrnehmung half ihm dabei, zu erkennen, welche Anlagen noch in Betrieb waren und wo Teile verschmort waren. In den Generatoren, die für die Stromversorgung des Schiffes zuständig waren, lag wohl einiges im Argen. Auch um die Elektronik der Steuersysteme stand es nicht zum Besten.

»Wir hoffen, du kennst diese Systeme wirklich gut, Cethra«, sagte er. »Meine technischen Fähigkeiten übersteigen diese Schäden nämlich. Den Generator bekäme ich mit Zeit und Teilen vielleicht hin, aber die Elektronik...«

[Weltraum (Neue Republik) | Leerer Raum irgendwo zwischen Lianna und Ruusan | Cethra Jaynes Schiff] Nen-Axa, Cethra Jayne, Tzun Suz, Meredith Clay
 
Coruscant - Raumhafen, an Bord der Sandkorn, mit Ian

Eowyns Mundwinkel zuckten kurz, als Ian ihre Teamarbeit ansprach - naja, dieses Schiff konnte es kaum schlechter machen als sie, also konnte sie alles positiv sehen.
Sie selbst lernte zumindest eine ganze Menge, als Ian sie durch die wichtigsten Maschinen führte und versuchte, ihr das Nötigste zu verdeutlichen. Sie gab ihr Bestes, um aufmerksam zu sein und alles abzuspeichern, um es im Notfall wieder hervorkramen zu können, aber sie sah ein, dass sie zumindest momentan keine sonderlich gute Mechanikerin abgab. Vermutlich würde das aber auch nicht nötig sein. In zwei Tagen würde sie auf Lianna sitzen und darüber lächeln, wie viele Sorgen sie sich über die Reise gemacht hatten, zumindest hoffte sie das inständig.
Sie sah, dass Ian ihre Namenswahl verstand und lächelte zurück. Vielleicht waren sie nicht lange an Bord dieses Schiffes, aber eines war sicher, sie würde sich lange daran erinnern. Hoffentlich gab es allerdings noch ein "lange".


Sie saßen gemeinsam im Cockpit, als die Sandkorn Coruscant mit einem Satz in den Hyperraum hinter sich ließ. Viel Zeit war seit ihrer Ankunft nicht vergangen, und doch kam es Eowyn vor, als ob sich eine Menge verändert hatte. Sie verließen den Planeten mit einem anderen Schiff, sie hatte zwischenzeitlich Verletzungen erlitten, die längst wieder entschwunden waren, und außerdem... außerdem war da noch diese Kleinigkeit von wegen Todesgefahr. Ein ganz normaler Tag eben.

Sie hätte wirklich darauf verzichten können.

Sie hingen beide ihren Gedanken nach, bis Ian zu sprechen begann.

Nur zu, forderte sie ihn auf, seine Frage zu stellen, überrascht und auch neugierig, was sie ihm erklären konnte, das er nicht begriff. Wenige Sekunden später machte seine Frage Sinn, und sie lehnte sich im völlig unergonomischen und unbequemen Cockpitsessel zurück. Der Jedi-Kodex. Die wohl kompliziertesten und dennoch einfachsten Worte, die sie je gehört hatte, und die theoretisch ihr komplettes Leben ausrichten sollten. Sollten.
Wer schaffte das schon?
Und wie kam er jetzt darauf?

Gefühle gibt es nicht, Frieden gibt es... zitierte sie noch einmal leise und langsam. Ich bin kein Philosoph, und wie Ihr wisst, auch nicht sonderlich gut mit Worten... aber ich kann versuchen, es Euch so zu erklären, wie ich es sehe.
Es geht nicht darum, Gefühle in Abrede zu stellen. Ohne Gefühle... ohne Gefühle wären wir nichts anderes als Droiden, Maschinen... so macht es keinen Sinn.
Sie schüttelte den Kopf. Ohne Gefühle könnten wir nicht für die da sein, die uns am Dringendsten brauchen. Gefühle machen uns zu dem, was wir sind, und auch wegen ihnen ist jedes einzelne Leben so kostbar.
Was der Kodex meint, ist, sich von seinen Gefühlen beherrschen zu lassen. Wenn sie die Kontrolle über uns übernehmen tun wir Dinge, die wir uns sonst nicht im Traum hätten ausmalen können. In abgeschwächter Form... nun, sagen wir einfach, mit meinem inneren Frieden ist es momentan nicht sehr weit her.
Sie warf einen entschuldigenden Blick in seine Richtung.
Wenn wir uns unserer Gefühle bewusst sind und mit ihnen in Frieden leben können, dann wissen wir, dass sie uns nicht beherrschen. Wir können unsere Handlungen bewusster wählen und sind nicht ihrer Kontrolle unterworfen. Ich denke, das ist es, was der Kodex sagen will... Und wenn dieser Frieden mit unseren Gefühlen und Emotionen da ist, dann sind sie auch eins mit uns, und letztendlich... gibt es sie nicht mehr... es existiert nur noch dieser Frieden...
Ihre Stimme war immer leiser geworden, während sie weiter über ihre Worte nachdachte. Ergab es Sinn? Konnte man verstehen, was sie damit sagen wollte? Sinnierend redete sie weiter.
Ja, Gefühle gehören zum Frieden, ich glaube sogar, dass ohne sie der Frieden gar nicht möglich wäre. Aber sie gehen in ihm auf... wenn wir es denn richtig anstellen. Und darum warnen die Jedi vor Gefühlen wie dem Hass, denn dieser führt sicher nicht zu dem Frieden, den die Jedi sich erhoffen.

Eowyn erwachte ein wenig aus ihren Überlegungen, blickte wieder zu Ian und sprach in normalem Tonfall weiter. Glaubt jetzt aber bloß nicht, dass das bei jedem Jedi funktionieren würde, das Paradebeispiel habt Ihr vor Euch sitzen... Die meisten Jedi kämpfen jeden Tag darum, dem Kodex einigermaßen gerecht zu werden. Manchen gelingt dies mehr, manchen weniger... Sie seufzte und blickte aus dem Fenster hinaus in den Hyperraum. Dieser Anblick ließ einen immer so klein fühlen, kleiner noch als ohnehin schon. Ob sie es jemals schaffen würde, den Kodex durch und durch zu begreifen und nach ihm zu leben?

Hyperraum, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der Sandkorn, mit Ian
 
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Hyperraum, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der Sandkorn, mit Eowyn

Ein kurzes Zucken ihrer Mundwinkel -kein Lächeln, aber auch nicht das Gegenteil- ging über Eowyns Lippen, als Ian das Schiff in Verbindung mit ihrer bisherigen Zusammenarbeit brachte. Eigentlich war es absurd. Mit Tahiri hatte er sich nie gestritten, mit Alisah selten und Eowyn? Sie beide schienen eine seltsam explosive Mischung zu ergeben. In der einen Sekunde lächelten sie einander zu, um in der nächsten vieler eher aufeinander los zu gehen. Vielleicht war genau das Resultat davon, wenn zwei Eigenbrötler aufeinanderstießen. Möglicherweise aber war alles auch der angespannten Gesamtsituation zu schulden.

Ian stellte, als das Schiff in den Hyperraum gesprungen war außerdem fest, dass er seit dem Unterzeichnen des Vertrages eigentlich nur noch am Fliegen war. Das Treffen im Leeren Raum, der Flug auf den zwielichtigen Planeten, Coruscant und nun Lianna. Ob es jemals einen Zeitpunkt gab, an dem er sich würde ausruhen können? Wohl kaum. Der Rat würde, spätestens nachdem er ihn angehört hatte, wohl kaum auf seine Schulter klopfen und ihm ein gemütliches Bett anbieten. Wahrscheinlich würde er den Rest seines Lebens auf irgendeiner ungemütlichen Pritsche verleben und darauf warten, dass der Tod schneller über ihn kam, als er ihn auszusprechen vermochte.
Eine weitere Angst. Eingesperrt zu sein war für Ian eine Qual, die ihn zurück zu Iouna, zurück zu seiner Familie und zurück zu dem dunklen Schrank im Flur führte. Eine Erinnerung die ihm eine Gänsehaut bereitete, auch nach all den Jahren noch. Ein Grund mehr, an etwas anderes zu denken und da er den Kodex der Sith schon zwei Mal zitiert hatte, war es vielleicht an der Zeit, sich dem der Jedi zuzuwenden. Ian lauschte nicht minder gespannt, als Eowyn seien Frage zu erklären versuchte. Von ihrem Standpunkt aus betrachtet, machte der Beginn des Kodex sogar einen Sinn und ganz ähnlich hatte er ihn selbst interpretiert, dann aber wieder alles verworfen und über die Jedi und ihre vermeintliche Arroganz oder Lügen den Kopf geschüttelt. Zumindest ging seine Interpretation in so weit, dass auch er glaubte, dass ein Einklang von Gefühlen herrschen musste, um im Frieden mit sich zu sein. Aber wenn es um den Frieden im allgemeinen ging, sah die Sache wieder ganz anders aus.


„Ich weiß nicht... Wenn eine Sache da ist, kann sie unmöglich verschwinden oder zu seiner einzigen Sache werden. Selbst wenn nur noch eine Sache da ist, so ist sie doch da und nicht verschwunden.“ Schlussendlich würde das bedeuten…

Wenn zwei Personen sich lieben, wären sie nach dieser Interpretation auch eins, sie wären nicht mehr als einzelne zu sehen und schlussendlich wären sie gar nicht existent?“ Das machte keinen Sinn. Oder der Sinn lag so weit verborgen, dass Ian ihn nicht erkannte.

„Anfangs klang dieser erste Satz wie eine Lüge“,
gab der Dunkelhaarige schließlich zu, was kaum verwunderlich war, denn fast alles kam ihm wie eine Lüge vor.Wenn es aber darum geht, sich nicht von seinen Gefühlen blenden oder vollends beherrschen zu lassen, klingt das zwar utopisch, aber nicht mehr wie eine Lüge.“ Sehr utopisch sogar. Schloss es nicht außerdem aus, dass Jedi überhaupt lieben durften? Denn nicht nur Hass konnte gefährlich sein. Auf der anderen Seite schloss es sie nicht aus, wenn es einem gelang, sich nicht zu sehr blenden oder beherrschen zu lassen. Was wiederum völlig utopisch war… Schließlich geschahen manche Dinge ohne dass man sie bewusst steuerte und auch das unterschied vernunftbegabte Wesen von Maschinen.

Es ist bedauerlich, dass wir ständig zu kämpfen scheinen. Für oder gegen eine Sache, gerade so, als bestünde das ganze Leben nur aus Schlachten und Kriegen.“ Was ihn den ersten Satz in diesem Moment noch einmal anders interpretieren ließ.Vielleicht kämpfen wir zu oft gegen unsere eigenen Schatten und bemerken nicht, dass wir sie dadurch selbst immer wieder hinaufbeschwören.“ Denn war es nicht wahrscheinlich vermehrt auf das zu treffen, was man zu vermeiden suchte, schon allein deshalb, weil der Blick so geschult war, dass man hinter jeder Ecke nachsah?Und vielleicht setzen wir uns Ziele, die so hoch sind, dass wir sie nicht erreichen. Tun wir das, sind wir von unserem eigenen Frieden Lichtjahre entfernt.“ Dann bestätigte sich der Kodex umgekehrt: Es gab Gefühle, aber keinen Frieden. Wenn es so schwer war, den Frieden in sich zu finden, war es kaum verwunderlich, dass die Galaxis, oder besser ihre Sprecher, noch schlechter darin waren.

Hyperraum, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der Sandkorn, mit Eowyn


 
Hyperraum, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der "Sandkorn", mit Ian

Eowyn überlegte kurz, was Ian argumentierte. Seine Worte kamen ihr richtig vor, dennoch stimmten sie nicht. Irgendwo war ein Denkfehler, irgendwo hatte sie sich vielleicht falsch erklärt... da war es. Vermutlich zumindest. Sie schüttelte den Kopf und versuchte langsam, sich zu erklären.
Nein, so ist es nicht. So habe ich es nicht gemeint... Die Gefühle, sie verschwinden natürlich nicht wirklich. Sie sind noch immer existent, doch sie sind nicht mehr wichtig. Das heißt, natürlich sind sie an sich wichtig, aber dieser Frieden, er entsteht daraus. Er ist das Ziel, der innere Frieden. Das große Ganze. Wenn man ihn erreicht hat, dann spielen die Gefühle einem keinen Streich mehr, sie beherrschen uns nicht mehr. Aber natürlich sind sie noch da... Sie brach ab, unsicher, ob er verstand, was sie meinte. Und natürlich war dieser Frieden, von dem sie sprach, beinahe unerreichbar fern, zumindest für sie selbst. Alles, was sie tun konnte, war, jeden Tag weiter danach zu streben, in der Hoffnung, es eines Tages wirklich und echt spüren zu können.
Erstaunt blickte sie ihn an, als er von Liebe sprach. Aber gerade die Liebe... sie war doch das absolute Beispiel dafür, was sie meinte. Zumindest in der Theorie. Die Praxis hatte Eowyn bisher nur ansatzweise erforscht. Aber so ähnlich ist es doch, zumindest im Ansatz. Wenn zwei Personen sich innig lieben, dann geht die eine in der anderen auf. Die eine kann ohne die andere nicht mehr existieren. Das heißt aber nicht, dass die Personen selbst nicht mehr existent sind, natürlich sind sie es, und sie sind weiterhin wichtig als Einzelpersonen. Aber das Große, das Ganze was sie schaffen können... Sie schüttelte den Kopf. Es ist so viel mächtiger als sie selbst. Sie hatte es zumindest ein Mal gesehen, bei Tionne und War. Sie beide alleine waren schon großartige, mächtige Personen gewesen, doch ihre Liebe hatte das alles noch so viel mehr verstärkt. Nachdenklich blickte sie wieder aus dem Fenster. Sie glaubte daran, sie war sicher, dass diese Art von Liebe gut war, bereichernd. Zwar auch gefährlich, denn was, wenn sie zerbrach? Aber wenn nicht... Vermutlich würde sie es nicht erfahren. All diese Gedanken, sie entsprangen der Theorie und ihren Beobachtungen. Ging es ihm ähnlich? Versteht Ihr, was ich meine? Ward... ward Ihr schon einmal so verliebt?

Sie musste wieder einmal seufzen, als er weitersprach. Ja, irgendwo ist es eine Utopie. Aber eine, nach der es sich zu streben lohnt. Wenn wir nicht zumindest immer unser Bestes geben, unsere, wenn auch beinahe unmöglichen, Vorstellungen aufleben zu lassen, dann können wir auch gleich aufgeben. Utopien mögen unerreichbar sein, aber schon der Weg selbst lohnt sich.
Und ich sehe es nicht als kämpfen an. Nun ja, irgendwie schon, aber kämpft nicht jedes Lebewesen täglich mit sich selbst, in dem Bestreben, das Richtige zu tun? Und so ist es nun einmal leider... ein wenig bedrückt blickte sie auf den staubigen Boden der "Sandkorn". Wenn man nicht mehr darum kämpft, dann hat man schon verloren. Also... vielleicht besteht das ganze Leben ja aus Schlachten und Kriegen, wenn man es so sieht. Was erklären würde, weshalb sie sich manchmal so müde fühlte.
Sein letzter Satz enthielt mehr Wahrheit, als sie zugeben wollte. Eowyn wehrte sich dagegen - es durfte nicht so sein. Ziele waren wichtig, hohe Ziele erst Recht. Strebte niemand nach dem Frieden, dem Guten, war es dann nicht schon verloren? Auch wenn der Kampf noch so schwer und aussichtslos war, war er nicht wichtig?
Vielleicht schon. Aber vielleicht blieben die, die danach strebten, irgendwann einmal auch auf der Strecke, sie selbst eingeschlossen... Sie schloss ihre Augen, um für das quälende Gedankenkarussell, das nun eingesetzt hatte, die Kraft zu haben, ein wenig mehr Logik einzusetzen.
Nein. Es musste möglich sein. Irgendwie musste es möglich sein, seine hohen Ziele zu erreichen und dennoch die Kraft zu haben, weiterzuleben. Weiterzumachen. Sie hatte nur einfach noch nicht den richtigen Weg gefunden, so einfach war das. Sie musste einfach nur...
Sie schüttelte den Kopf, die Augen weiter zusammengepresst, als würde er die Wahrheit repräsentieren, die sie nicht sehen wollte.
Nein, flüsterte sie. Es ist möglich.
Es muss möglich sein...

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Hyperraum, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der "Sandkorn", mit Eowyn

Innerer Frieden. Wie sehr hatte Ian danach gesucht und wie viel hatte er bei dieser Suche falsch gemacht? Vielleicht hatte Rache, die er als gerecht empfunden hatte, mit Frieden gleich gesetzt doch die Wahrheit war, dass ihm keine Handlung, die er in Rache vollzogen hatte, inneren Frieden gebracht hatte. Viel mehr hatte sie ihn davon weiter weg gebracht. Als er seine Familie gerichtet hatte, war da nichts gewesen, was ihn auch nur im Ansatz erleichtert hätte, dabei war Ian felsenfest überzeugt gewesen, dass er mit ihnen, auch alle Gefühle und die komplette Vergangenheit hinter sich lassen konnte. Er hatte geglaubt, Erleichterung zu fühlen, aber auch davon war Ian weit entfernt gewesen. Was ihn nach seiner Handlung ereilte war alles, aber kein Frieden gewesen. Nichts mehr zu fühlen war beängstigend gewesen und die Leere, die sich einst in ihm ausgebreitet hatte, war so allumfassend gewesen, dass er sich kaum noch lebendig gefühlt hatte.
Telos. Alle Geschehnisse auf Telos hatten ihm keine Erleichterung gebracht, ganz im Gegenteil und jener Planet schien sein Vermächtnis zu sein. Denn die schlimmsten aller Erlebnisse, die schlimmsten, aller Qualen ob selbst oder fremdbestimmt, hatten ihn dort ereilt.

Als Ian Liebe erwähnte entging ihm nicht wie erstaunt Eowyn ihm entgegen blickte, wahrscheinlich ging sie der Annahme, dass ein Sith zu einem solchen Gefühl nicht in der Lage war. Aber wer war schon als Sith geboren? Was Eowyn dann weiter erklärte beinhaltete fast zu viel Wahrheit für den Dunkelhaarigen und er wusste, dass es nichts gab, was er ihren Worten hätte hinzufügen können. Zwei Personen, eine, die in der jeweils anderen aufging. Genau so war es bei Tahiri gewesen. Ihr war es gelungen, ihn besser zu machen. Sie hatte das beste in ihm hervorgeholt, ihm Seiten an sich gezeigt, die er nie gekannt, von denen er nicht einmal geahnt hatte, dass sie da waren. Tahiri hatten einen magischen Zauber auf ihn gehabt, sie hatte geschafft, was undenkbar war. Ja, sie hatte ihm Frieden und Sicherheit geschenkt und er hatte sich bemüht anders zu sein. Für sie, durch sie. Ihr Tot hatte alles verändert, alles zerstört und mit ihr war mehr, als sie gegangen. Alle Gefühle, alle Hoffnungen, sein ganzer Glaube waren mit einem Mal allesamt vernichtet worden. Dabei war Tahiri die weitaus bessere Heilerin gewesen. Denn sie hatte vermocht, innerlich zu heilen, nicht so wie er. Ian mochte Brüche und äußere Wunden heilen können, doch Tahiri hatte die Seele geheilt, etwas, was Ian sicher nie gelingen würde.

Vielleicht verrieten seine Gedanken ihn über seinen Gesichtsausdruck. Spätestens seine Stimme würde Aufschluss darüber geben, dass er wusste, wovon sie sprach. Besser, als ihm lieb war. Ian räusperte sich kurz und leise, um seine belegte Stimme, die er schon jetzt fühlte, zu vermeiden, doch es half nicht.
„Mehr als das. Ich habe geliebt.“ Tahiri und vielleicht auch Alisah. Ein Seufzen, das Jahrhunderte alt zu sein schien oder sich so anhören musste, drang aus Ians Kehle hervor. Es war ihm gelungen sie gehen zu lassen, was lange gedauert hatte. Aber dennoch, wenn er sich an die Zeit zurückerinnerte stimmte ihn genau das traurig. Wäre sie nicht gestorben, hätte man sie ihm nicht genommen, sicher wäre alles anders verlaufen. Wahrscheinlich wäre er niemals ein Sith geworden.
„Wenn es je so etwas wie inneren Frieden gegeben hat, dann durch sie und ich glaube, nein ich weiß, dass ich nie etwas Stärkeres gespürt habe, dass so viel Kraft zur Veränderung besaß. Was vielleicht sogar die Kraft der Veränderung war.“ Aber sie war tot und irgendwann würde der Zeitpunkt kommen, an dem er auch komplett die Erinnerung an sie verlor. Nun war es Ian, der seinen Blick aus dem Fenster richtete, um Eowyn den verräterischen Glanz, der sich in seine Augen gelegt hatte, nicht zu zeigen. Bei Alisah war es anders gewesen und gerade jetzt fragte sich Ian, ob er sie tatsächlich geliebt hatte oder, ob er nur verliebt gewesen war. Sprach die Tatsache, dass er überlegen musste, nicht für sich? Aber welche Rolle spielte das schon, zwar mochte sie leben, gleichzeitig aber war sie auch gestorben.



Was das andere betraf, was Eowyn sagte, konnte Ian nicht anders als zu sagen:
Ich weigere mich das zu glauben. Oder ich weigerte mich, dass zu glauben. Das Leben kann nicht immer Kampf sein. Es darf nicht immer Kampf sein. Denn wenn es das ist, ist es kein Leben, weil leben atmen bedeutet und Kampf…“ Nun Kampf bedeutete etwas anderes. Bedrückung, Anstregung. Das Leben bestand aus mehr oder es hatte einst aus mehr bestanden. Heute war der Mann sich nicht mehr so sicher.
„Es scheint eher, als würde das Leben verschwinden, weil wir ständig kämpfen und nie innehalten um zu erkennen, dass wir gar nicht kämpfen müssten.“ Zumindest war es so gewesen, denn vom jetzigen Standpunkt aus war das Leben tatsächlich nur ein großer, anstrengender Kampf, den auszufechten er müde geworden war.

Was Eowyn flüsternd sagte war etwas, das einst laut in ihm geschrien hatte. Der Versuch sich von etwas zu überzeugen, was es nicht gab. Die Augen schließen um nicht sehen zu können, was vielleicht längst schon klar war. Ein Wunsch, der so übermächtig war, dass er viel mehr eine Bürde war… So schwieg Ian um Eowyns willen. Denn was er zusagen gehabt hätte, wäre seine eigene Realität gewesen, die in der ihren nur Unheil und Zerstörung hinterlassen konnte. Dabei wünschte, dbaei hoffte er, dass sie recht hatte. Aber was waren Wünsche und Hoffnungen mehr als Trugbilder? Sehnsüchte die unerfüllt blieben. Die zu Alpträumen wurden und die einen nur noch weiter vom inneren Frieden entfernten...





Hyperraum, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der "Sandkorn", mit Eowyn
 
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Hyperraum, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der "Sandkorn", mit Ian

Eowyn biss sich auf die Lippen. Offensichtlich hatte sie bei Ian mit ihrer Frage einen Nerv getroffen, so war es aber nicht beabsichtigt gewesen. Sie hatte ihn nicht an unangenehme Dinge erinnern wollen. Sie betrachtete ihn gedankenvoll, sah und hörte den stillen Schmerz, den sie in ihm ausgelöst hatte. Auch sie selbst konnte ihn spüren, wenn auch nur als kleinen Stich. Es tut mir Leid, sagte sie leise, meinte damit sowohl seinen offensichtlichen Verlust als auch die Tatsache, ihn erinnert zu haben. Was war geschehen, dass sie nicht mehr an seiner Seite war? So wie er von ihr sprach vergötterte er sie, vermisste sie, sehnte sich nach ihr - noch immer, auch wenn sie dank der Vergangenheitsform offenkundig nicht mehr Teil seines Lebens war. War sie noch am Leben? Vielleicht würde sie ihm helfen können, aus seiner Lage herauszukommen.
Eowyn wagte es nicht, das Thema weiter zu vertiefen, aber sie würde es im Hinterkopf behalten. Wobei sie bedenken musste, dass er sie sicherlich schon aufgesucht hätte, hätte er noch eine Möglichkeit gesehen. Aber... vielleicht war er auch einfach stur. Es wäre nicht das erste Mal.
Ein wenig beneidete sie ihn. Er hatte ihr nicht wiedersprochen, als sie ihre Theorien zum Thema Liebe ausgebreitet hatte. Vermutlich stimmte er ihr zu, vermutlich hatte er dieses Gefühl gekannt. Schrecklich, es verlieren zu müssen - schön, es gekannt zu haben. Das brachte sie wieder zu dem Punkt, ob es besser war, etwas zu haben und es zu verlieren oder es niemals vermissen zu können... Es gab darauf vermutlich keine Antwort. Je nach Lage war mal das eine, mal das andere erstrebenswerter. Oder man glaubte es.

Ich weiß nicht... vielleicht habt Ihr Recht. Vielleicht liegt die Wahrheit auch irgendwo dazwischen. Eowyn rieb sich ihre Schläfen, dieses Thema berührte sie. Leben bedeutet aber sicher mehr als nur atmen. Atmung alleine macht noch kein Leben... Winter atmete und atmete tagtäglich. Trotzdem lebte sie nicht mehr. Nicht wirklich. Es war ein großer Unterschied. Womöglich muss das Kämpfen sein, bis der Frieden erreicht ist... Als Teil des Ganzen. Ach, ich weiß es nicht.... Sie stützte ihren Kopf in ihre Hände. Es war so verwirrend, alles drehte sich, sie hatte das Gefühl, am falschen Ort zu sein, ein ganz schlechtes Gefühl... Ein schlechtes Gefühl, das garantiert nicht von ihren Gedanken herrührte, wie sie plötzlich merkte. Alarmiert fuhr sie hoch, als ein Schlag durch das Raumschiff ging und sie selbst umhergewirbelt wurde.
Die "Sandkorn" fiel aus dem Hyperraum.

Sie hatten sie.
Irgendwie hatten sie sie aufgespürt.
Für eine halbe, sehr lange halbe Sekunde hatte sie das Gefühl, in Panik verfallen zu wollen, als aber zuverlässig wie immer ihr Kopf ihre Handlungen übernahm. Um sie aus dem Hyperraum ziehen zu können musste hier irgendwo ein Abfangkreuzer zu orten sein. Sie fing ihre taumelnde Bewegung geschickt an der Bordwand ab und stürzte zu den Sensoren. Sie musste herausfinden, wo sie waren, damit sie zumindest noch eine leise Chance hatten... nichts. Weder ein Abfangkreuzer, noch Raumjäger, noch ein anderes Raumschiff. Auch mit bloßem Auge konnte sie nichts erkennen, und als sie mit der Macht hinausgriff... keine weiteren Lebenszeichen im näheren Umkreis. Dafür etwas anderes, eine Gefahrenquelle, die viel näher lag als der befürchtete Abfangkreuzer.
Ian! Überprüft die Maschinen, ich bleibe am Steuer - Ihr seid hinten nützlicher als ich!

Weltraum - irgendwo im Nirgendwo, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der "Sandkorn", mit Ian
 
Weltraum - irgendwo im Nirgendwo, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der "Sandkorn", mit Eowyn

Als Eowyn sich entschuldigte, bedachte er diese mit einem Lächeln, dass sagen sollte, dass es in Ordnung war. Sie hatte kaum ahnen können, dass sie hier etwas ansprach, was ihn noch immer berührte, wahrscheinlich immer berühren würde. Tahiri war nicht nur immer schon teil seiner Gedanken, wenn er irgendwelche Visionen hatte, war es nicht zuletzt sie, die er darin sah und sie war es, vor der er sich oft schämte und das, obwohl sie schon so lange tot war. Was sie wohl heute von ihm denken würde? Wahrscheinlich hätte sie ihn verabscheut oder gar gehasst und das, obwohl er nicht einmal glaubte, dass sie zu einem solch negativen Gefühl in der Lage gewesen wäre. Was hatte sie damals nur an ihm gefunden? Bis heute hatte er keine Ahnung und er würde sie auch nie danach fragen können, dabei hatte er ihre Antwort förmlich im Ohr.

Natürlich bedeutet es mehr, aber es bedeutet auch mehr als Kämpfen. Und schließen sich Kampf und Frieden nicht gegenseitig aus?“
Zeit um diese Frage zu beantworten blieb allerdings nicht, denn ironischerweise war es Unfriede, der in genau diesem Moment das Schiff ereilte. Ein heftiger Schlag rüttelte es einmal durch und Ian klammerte sich an der Konsole fest, um nicht von seinem Sitz geschleudert zu werden. Waren sie entdeckt worden? So schnell? Ian spürte, wie Panik in ihm aufkeimen wollte, die er mühevoll niederrang. Ihr Blick glitt, ebenso wie der seine, zu den Sensoren, aber da war nichts zu erkennen. Kein Schiff, kein Gegner, kein Feind. Nichts. Es bedurfte keiner Diskussion und keiner zweiten Aufforderung, als Ian aufstand um zum Maschinenraum zu sprinten, was sich, durch den weiteren Schlag, der durch das Schiff ging, als schwieriges Unterfangen herausstellte.

Den Werkzeugkasten fest im Griff war Ian angekommen. Der Hyperraumantrieb war kaputt, was natürlich eine große Überraschung darstellte, wo das Schiff doch aus dem Hyperraum gesprungen war... Aber das schien das geringste Problem zu sein. Was auch immer den Schlag verursacht hatte, es hatte ganze Arbeit geleistet. Der Tank war kaputt und sie verloren Treibstoff. Was zwangsläufig dafür sorgen würde, dass sie abstürzten… Und mit ihnen die Wahrheit. Dabei hatte er Eowyn doch davon abhalten wollen mit ihm zu fliegen!
Aber jetzt war ein denkbar falscher Augenblick um sich darüber Sorgen zu machen. Eine lachhafte Erkenntnis, denn wenn, dann war der richtige Zeitpunkt genau jetzt. Ein weiter Ruck durch das Raumschiff machte deutlich, was Ian schon festgestellt hatte: Sie stürzten ab. Oder aber Eowyn hatte Spaß daran gefunden, das Schiff senkrecht nach unten rasen zu lassen.

Kreidebleich beeilte er sich dennoch zurück ins Cockpit zu gelangen.
Der Tank ist hinüber, wir müssen alles, was unnötig Energie kostet abschalten“, war seine glorreiche Information, als er igenau das tat, nachdem er im Navigationscomputer nach einem Planeten suchte, den sie ansteuern konnten. Oder anstürzen…


Weltraum - irgendwo im Nirgendwo, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der "Sandkorn", mit Eowyn


 
Weltraum - irgendwo im Nirgendwo, auf dem Weg von Coruscant nach Lianna, an Bord der "Sandkorn", mit Ian

Beim zweiten Knall saß Eowyn auch schon auf dem Pilotensessel und versuchte, die bockende "Sandkorn" in den Griff zu bekommen, während Ian schon nicht mehr zu sehen war. Darüber, nachzudenken, was da hinten vor sich ging, war keine Zeit, sie richtete ihre volle Konzentration auf den Steuerknüppel vor sich und versuchte, das Schiff halbwegs auf Kurs zu halten. Mit Hilfe der Macht versuchte sie, zu erahnen, wohin das Schiff als nächstes ausbrechen würde, aber eine sonderlich große Hilfe war es nicht. Mehr und mehr verlor sie die Kontrolle über die "Sandkorn", die sich mittlerweile mehr wie in einem Sandsturm anfühlte. Da hinten musste einiges hinüber sein, nicht nur der Hyperantrieb, wie sie gemeint hatte bei ihrem ersten flüchtigen Ertasten in der Macht zu spüren.
Ian bestätigte sie, als er schwankend zurück ins Cockpit kam. Ohne Treibstoff hatten sie ein ziemliches Problem, und sie glaubte nicht, dass das alles war, was zerstört war. Sie hatte das Schiff nicht mehr unter Kontrolle, alleine daran konnte es nicht liegen. Auch die Steuerung musste etwas abbekommen haben... Kettenreaktion oder einfach nur unglückliche Verkettung der Ereignisse? Ich erfahre es nie, wenn ich weiter darüber nachgrüble, brummte sie zwischen den Zähnen hindurch, zu konzentriert, um zu unterscheiden, was sie sagte oder dachte. Wenig Treibstoff hieß, dass sie bald unkontrolliert im All treiben würden, und irgendwann würde ihnen der Sauerstoff ausgehen. Keine gute Option... Also blieb ihnen nur übrig, irgendwo auf einem Planeten in der Nähe zu landen, was Ian wohl auch schon begriffen hatte. Er hieb ihr neue Daten in den Navcomputer, an denen sie sich fortan orientierte.
Versucht, einen Notruf abzusetzen, rief sie ihm zu. Verdeckte Mission hin oder her, sie waren im Raum der Republik und die Chancen standen gut, dass er nicht zuerst von einem feindlichen Schiff aufgeschnappt werden würde. Wenn das Komgerät noch funktionierte, selbstverständlich.
Der Planet, der hoffentlich ihre Rettung sein würde, war nicht weit entfernt. Die Macht oder einfach Glück?
Sie wusste nicht, ob es klug war, selbst am Steuer sitzen zu bleiben, doch sie hatte das Gefühl, die "Sandkorn" schon ein wenig zu verstehen. Sie kam immer besser klar mit den Ausbrüchen des kleinen Schiffes, und nachdem Ian keinen Versuch unternahm, mit ihr die Plätze zu tauschen verlor sie an solche Dinge keinen Gedanken mehr. Wichtig war es nun, auf Kurs zu bleiben, um so wenig Treibstoff wie möglich zu verbrauchen, während sie teils auf den Planeten zutrieben, teils flogen. Immer tiefer tauchte sie in die Macht, erspürte die bockenden Attacken, bevor sie aufkamen, versuchte, den bestmöglichen Kurs zu erfühlen. Der Navcomputer tat das seinige dazu.

Sie konnte nicht sagen, wie lange sie so auf den Planeten zuflog - erst sehr spät merkte sie, dass sie nicht den Planeten selbst, sondern seinen Mond ansteuerte. Wie durch einen Nebelschleier sah sie, dass es ein grüner Mond war, und keine Städte waren zu sehen... mehr konnte sie nicht erkennen. Zivilisation wäre ja auch wirklich zu viel verlangt. Jetzt würde es knifflig werden. Sie hatte gekämpft, so wenig Treibstoff wie möglich zu verlieren, um noch zu hoffen, dass genug für eine halbwegs sanfte Landung vorhanden sein würde. Ein Blick auf die Anzeige aber bestätigte ihre Befürchtung, der Tank war beinahe leer. Also blieb nur eines - kontrolliertes Abstürzen.
Jetzt wünschte sie, sie hätten die Plätze gewechselt, aber nun war es zu spät - sie hatte schon mit dem Eintritt in die Atmosphäre begonnen, und die Turbulenzen wurden immer heftiger. Der Hitzeschild funktionierte offensichtlich noch, zumindest teilweise. Festhalten... knirschte sie, und beherzigte ihren eigenen Rat, indem sie dem Steuerknüppel so wenig Spielraum wie möglich und nur so viel wie nötig gab. Irgendetwas rechts vor ihr explodierte, sie konnte spüren, wie Ian sie kurz wegstieß, um das Feuer zu löschen. Explosionen waren nicht gut, aber die "Sandkorn" ließ sich zumindest nicht noch schwerer steuern. Und Ian würde sich schon darum kümmern, da war sie sich sicher.
Eowyn versuchte, die Nase des Schiffes weiter nach oben zu ziehen - ein flacher Eintritt in die Atmosphäre war ihr halbwegs geglückt, aber sie hatte immer mehr Schwierigkeiten, das Schiff flach zu halten, je näher sie dem Erdboden kam. Erdboden war vielleicht das falsche Wort, stellte irgendetwas in ihr fest, denn der Boden selbst war kaum zu sehen, vielleicht sollte sie es lieber Oberfläche...

Ein dumpfes Aufschlagen war zu hören, dann ein großes Kreischen und irgendwo im Cockpit auch noch eine kleine Explosion. Das Schiff schlug noch ein paar mal auf, schlitterte weiter, bis es irgendwann schräg zum Stillstand kam. Draußen vor der Sichtluke erblickte Eowyn braun und blau und etwas grün und konnte nicht ausmachen, worin sie nun wirklich gelandet waren. War das ein Sumpf? Meer? Der Himmel und sie flogen noch? Interessant... war das Letzte, das sie noch hervorbrachte, bevor sie in Ohnmacht fiel, nichtsahnend, dass der Aufprall und das Kippen sie unangeschnallt aus dem Sessel geworfen hatten und sie die Welt daher etwas aus den Fugen sah.

Dschungelmond von Va'art, an Bord der etwas lädierten "Sandkorn" im Sumpf, mit Ian


Weiter auf Va'art...
 
[op: Sry, für den späten Post. Ich kämpfe zur Zeit mit massiven Computer-Problemen:-( Hoffe , ich bekomm das bald wieder hin ]

Leerer Raum- irgendwo zwischen Lianna und Ruusan- Cethra´s Schiff- Aufenthaltsraume- mit Tzun Suz und Nen-Axa- im Cockpit- Cethra


Meredith lies sich von ihrem Meister aufhelfen und lächelte ihm dann dankbar zu. Sie hatte tatsächlich- wie durch ein Wunder- kaum etwas abbekommen.
Ganz im Gegensatz zu den beiden Jedi-Rittern. Der Kaminoaner betrachtete grad Blut an seiner Hand und der Arcona betrachtete seinen Finger mit gerunzelter Stirn.
Das Mädchen wollte sich gerade nach einem Erste-Hilfe- Kasten umsehen, als Cethra aus dem Cockpit die Erklärung für die Erschütterungen lieferte. Minen.

Ich denke nicht, dass die Minen nur zur Zierde im All rumhängen. Es könnten Piraten dahinter stecken.

gab sie zu bedenken. Ihr Meister schickte sie sofort ins Cockpit und kam ihr nach. Als sie dort ankamen, wandte sie sich zu allererst an Cethra.

Gehts dir gut, Cethra?

fragte sie und erblickte dabei hinter dem Pilotensitz den Verbands-Koffer. Sie riss ihn aus seiner Halterung und wollte hinein sehen, als ihr Meister sie schon wieder
weiter schickte. Also ging sie mit Cethra schnell nach hinten in den Maschienenraum. Dicke Rauchwolken kamen ihnen auf dem halben Weg bereits entgegen und es roch furchtbar nach Kabelbrand.Das Mädchen betrat hustend und mit tränenden Augen den Raum und blickte recht verloren auf die Berge von Kabeln und Platinen. Hier konnte sie nicht wirklich helfen. Es gab zwar einen Technik-Kurs in ihrer Schule, aber sie hatte sich statt dessen lieber den Schüler-Sanis angeschlossen. Technik war Männer-Sache, so ihre Auffassung.Lustigerweise stellte sie jetzt fest, dass Cethra wohl die einzige hier war, die sich mit den Maschienen und den Problemen auskannte. Da sie aber auch nicht untätig sein wollte,warf sie nun endlich mal einen Blick in den Koffer, den sie aus dem Cockpit mitgenommen hatte. Sie fand das übliche Inventar: Eine Schere, Pflaster, Binden, Wundauflagen, ein kleiner Rest Bacta-Salbe. Meredith runzelte die Stirn, erinnerte sich dann jedoch an den Proviant, den sie beim Orden für die Reise bestellt hatte. In einer der Kisten sollte nochmal Verbandsmaterial sein. Also musste sie hier nicht allzu sparsam sein. Sie zupfte ein Päckchen der sterilen Wundauflagen und etwas Pflaster aus dem Kasten. Damit trat sie auf den Arcona zu.

Wenn ihr erlaubt, würde ich mich gern rasch um euren Finger kümmern. Es dauert höchstens eine Minute.

fragte sie höflich und hoffte, dass es jetzt nicht grad ganz unpassend war. Natürlich hatte sie auch ihren Meister nicht vergessen. Wenn sie hier nicht dringend gebraucht wurde, würde sie bei der nächsten Gelegenheit sofort zu ihm gehen. Blutende Kopfverletzungen waren nie lustig.

Leerer Raum-irgendwo zwischen Lianna und Ruusan-Cetha´s Raumschiff- Maschienenraum- mit Nen-Axa und Cethra- Tzun Suz im Cockpit
 
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[Mitten im Nichts - Cethra's MC18] mit Tzun Suz, Meredith Clay und Nen Axa

"Ja, alles okay, danke." sagte Cet, obwohl sie spürte, wie ihr Blut am Kinn herunter lief. Ja, ihre Lippe war definitiv aufgeplatzt. Als sie den Boden unter den Füßen verloren hatte, war sie danach flach auf dem Bauch wieder aufs Deck geknallt. Ihr tat der Brustkorb weh und die Knie. Die Arme auch. Eigentlich alles. Aber sie konnte sich bewegen, also war es okay, für den Moment. Sie lächelte Meredith an, um ihr zu zeigen, dass sie sich nicht zu sorgen brauchte. Das Blut, das aus ihrer Lippe sickerte, strafte sie wohl lügen.
"Ja, Piraten könnten sein. Umso mehr ein Grund hier schnell wieder zu verschwinden." sagte sie noch, da kam Tzun Suz herein und verkündete, dass er die Kontrollen im Auge behalten würde. Also machten sich die beiden jungen Frauen auf den Weg in den Maschinenraum. Nen-Axa schloss sich ihnen auf dem Weg dorthin an.

Schon vor der Tür nahm Cethra, wie alle anderen, den ätzenden Geruch von verschmorten Kabelisolierungen wahr. Aber zusätzlich sah sie noch durch die Wand, dass einige Teile nicht dort waren, wo sie hingehörten. Nicht gut, garnicht gut. Und es wurde auch nicht besser. Als die Tür sich öffnete und den Maschinenraum freigab, wallte ihnen ein Schwall warmer, stinkender Luft entgegen. Das warme war normal, es kam von den Maschinen, aber der Gestank stach in Nase und Hals. Und Cethra tat zunehmend die Brust weh. Vielleicht war sie doch schwerer gestürzt, als sie dachte.

Der Maschinenraum war im Grunde nicht mehr als eine Nische, durch eine Tür abgeschlossen. Rechts und links beengten zwei große, gerundete Maschineneinheiten, an den viele Kabel entlang liefen, die breite auf etwa eineinhalb Meter, in der Länge schloss nach zwei Metern eine große Wartungsklappe ab, hinter der sich der Hyperantrieb befand. Am Boden vor dem Hyperraumzugang war der Hauptgenerator für die Bordenergie. Im Boden war der Zugang zu einem Wartungsschacht.
Cethra merkte sofort, dass von ihr aus gesehen an der rechten Maschine etwas nicht stimmte. Die großen Gehäuse verbargen vor allem die Energieleitungen für den Sublichtantrieb und die Schilde. Dort war eine Verkleidung abgefallen und hatte dabei einige Kabel mitgerissen. Zusätzlich hatte dort irgend etwas geschmort. Und auch der Generator summte nicht mehr.

"Meister, wenn ihr euch den Generator ansehen würdet...es muss nicht lange halten. Keine Sorge, das Schiff hält Provisorien eine Weile aus, das hatten wir schon oft. Wir müssen nur erst einmal hier weg."

Mit großer Weile wandte die Miraluka sich selbst der Stelle zu, an der die Leitungen durchgeschmort waren. So schnell sie konnte trennte sie die Kabel voneinander und entfernte beschädigte Isolierungen. Sie holte einen Werkzeugkoffer aus einem Container gerade außerhalb des Maschinenraums und entnahm ihm einen kleinen Diagnosecomputer. Das Gerät ließ sich per Kabel mit verschiedensten Teilen des Schiffes verbinden und man konnte so sehr leicht herausfinden, ob etwas funktionierte, oder nicht. Tiefergehende Tests waren nicht drin, aber immer noch das beste, wenn man keinen Astromech hatte. Sehr schnell atmete Cet auf. Es waren vor allem Kontrollleitungen. So wie sie es im Moment beurteilen konnte waren die Energieleitungen selbst noch intakt. Soweit so gut. Sie wäre auch sehr enttäuscht gewesen, wenn ihr Schiff nach einem einzigen Treffer schon Geschichte gewesen wäre.

Sie nahm währenddessen wahr, wie sich Meredith um Nen-Axas hand kümmerte. Anscheinend hatte sie Ahnung von erster Hilfe. Sie spürte, wie bereits jeder ihrer eigenen Atemzüge zu schmerzen begann, und es brauchte bereits etwas Willensanstrengung, um nicht das Gesicht zu verziehen.
"Wenn wir hier raus sind, solltest du dir vielleicht mal meinen Brustkorb ansehen, Merry."

Dann wandte sie sich wieder den Kabeln zu. Sie war selbst keine Ausgebildete Mechanikerin, so würde sie nicht in der Lage sein, eine perfekte Reparatur innerhalb weniger Minuten durchzuführen. Aber sie kannte dieses Schiff und sie hatte fast ihr ganzes Leben auf Raumschiffen verbracht. Und sie hatte so oft schon irgend etwas geflickt, dass sie jetzt ohne Zögern in den Werkzeugkasten griff und einige Werkzeuge heraus holte. Ihre Finger flogen, als sie einige beschädigte Kabel abtrennte und danach mit Klemmen notdürftig wieder zusammen flickte. Immer wieder checkte sie den Signalfluss mit dem Diagnosegerät. Ihr war klar, sie konnte nur das nötigste tun, also beschränkte sie sich nur darauf eine Überbrückung der beschädigten Kontrollleitungen her zu stellen. Mehrere Minuten arbeitete Cet wie eine besessene. Schweiß lief ihr über den ganzen Körper, alles, vor allem ihr Brustkorb tat höllisch weh, und sie hatte sich mehrere Male in die Finger geschnitten. Aber schließlich piepte der Computer mehrere Male, und sie wusste, dass es funktioniert hatte. Sie richtete sich auf und lauschte ein paar Sekunden nach den Maschinen.

"Ich glaub das geht." sagte sie zu Nen-Axa. "Ich habe eine Überbrückung geschaffen. Antrieb, Waffen...und zu ein paar Prozent Schilde...denke ich. Aber wir laufen auf Notstrom...also Batterie. Ich musste etwas überbrücken...Lebenserhaltung zum Beispiel. Meister...bitte versucht weiter den Generator irgendwie zum laufen zu bringen. Selbst wenn die Minen uns nicht erwischen wird das hier nicht lange halten."

Sie stand auf, schwankte kurz und musste sich festhalten.

"Ich versuch uns hier raus zu bringen."

Damit ging sie los in Richtung Cockpit.

[Mitten im Nichts - Cethra's MC18] mit Tzun Suz, Meredith Clay und Nen Axa
 
{Irgendwo/MC18 von Cethra/Aufenthaltsraum} mit Nen-Axa und Meredith, Cethra im Cockpit

Nen-Axa lehnte Tzuns Vorschlag ab, mit dem Verweis auf seine schlechte Sicht und dem Argument, dass er wohl bei den Maschinen nützlicher war. Gut möglich das der andere Jedi gewisse Vorerfahrungen hatte als Mechaniker oder sich einfach mit Maschinen besser auskannte. Während nun Nen-Axa sich in Richtung Maschinenraum begab lief Meredith in Richtung Cockpit, woraufhin ihr Tzun folgte. Er hielt seinen Kopf gesenkt, darauf bedacht nicht zufällig doch noch einmal gegen irgendetwas zu stoßen um weitere Verletzungen zu vermeiden. Im Cockpit angekommen schnappte sich Meredith einen Erste Hilfe Koffer und kramte in diesem herum.

"Ich werde mich um die Sensoren und die Steuerung kümmern."

Erklärte er kurz Angebunden der Mirakula, während diese bereits zusammen mit Meredith in Richtung Maschinenraum hechtete. Der zu groß geratene Kaminoaner setzte sich in den Pilotensessel, wobei er ziemlich unbequem dasaß, und rief sich den Unterricht in Erinnerung, den er von seiner ehemaligen Meisterin erhalten hatte. Beim Versuch brauchbare Daten von den Sensoren zu erhalten, fiel ihm die Ironie des Schicksals auf, dass die erste Mission seiner Padawan genauso Katastrophal begann wie seine erste. Blieb nur zu hoffen, dass sie wirklich kein Opfer von Piraten geworden waren.

Während er mit seinen langen Händen die Kontrollen umschlossen hatte, begann er seinen Geist zu öffnen, nicht auf solch tiefe und spirituelle Art wie während der Übung mit den anderen Jedi, jedoch soweit das er nicht nur mit seinen Augen sondern auch mithilfe der Macht "sehen" und "Spüren" konnte was um das Schiff herum geschah. Er spürte Asteroiden, Metallische Gegenstände, welche entweder Wrackteile oder aber weitere Minen sein konnten, und etwas weiter entfernt, am Rande seiner Wahrnehmung wie eine Fliege, welche aus dem Blickwinkel wegflog. Vorsichtig steuerte er das Schiff an einem Asteroiden vorbei, an dem sie vielleicht zerschellt wären. Dahinter war das Asteroidenfeld etwas freier, so dass Tzun das Risiko eingehen konnte und begann seine Atmung zu verlangsamen und sich genauer zu konzentrieren. Er spürte…könnte es wirklich sein? Das wäre in ihrer aktuellen Situation ein Lichtblick, womöglich sogar Ihre Rettung. Er untersuchte noch Ihre nähere Umgebung und entdeckte bis auf einige Wrackteile und Gesteinsbrocken keine weiteren Minen, ihre aktuelle Position war halbwegs sicher.


Kurz blinzelte er, bevor er bemerkte das Cethra neben ihm stand und ihm eine Hand auf die Schulter gelegt hatte, sie war aus dem Maschinenraum zurück ins Cockpit gekommen. Mit dem Zeigefinger seiner rechten Hand wies er auf einen Sensorbildschirm und zwar auf einen Bereich, der von den Sensoren nicht entdeckt werden konnte aufgrund der Entfernung und des Strommangels. Allgemein waren die Sensoren, obwohl Cethra wohl irgendwie die Energieversorgung verbessert hatte, fast nutzlos, sie flogen so gut wie blind.


"Ich habe es gespürt, hier befindet sich ein Himmelskörper. Ein Mond oder ein Planet sogar, denn dort sind Lebewesen, mein Vorschlag ist es dort eine Notlandung zu probieren und nach Ersatzteilen zu suchen. Hier im Asteroidenfeld sind wir über kurz oder lang zum Tode verurteilt."

Er hatte es direkt ausgesprochen was keiner von ihnen denken wollte, aber es war wahr. Nur mit geringer Energie, angetrieben durch den Schub des Ausspringens aus dem Hyperantrieb in einem auseinanderbrechendem Raumschiff ließ sich ihre voraussichtliche Lebenserwartung an einer Hand abzählen. Tzun erhob sich vom Pilotensessel um Cethra Platz zu machen, während er sich hinter sie stellte und mit seinen Händen sich irgendwo festhielt.

"Versucht uns in diese Richtung zu navigieren, ich warne euch wenn wir zu nahe an einen Asteroiden oder an eine Mine geraten."

{Irgendwo/MC18 von Cethra/Cockpit} mit Cethra, Nen-Axa und Meredith im Maschinenraum
 
[Weltraum (Neue Republik) | Leerer Raum irgendwo zwischen Lianna und Ruusan | Cethra Jaynes Schiff | Maschinenraum] Nen-Axa, Cethra Jayne, Tzun Suz, Meredith Clay

Zuerst wollte Nen-Axa Merediths Angebot ausschlagen. Er hatte nicht das Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt war, um seine Hand behandeln zu lassen. Immerhin befanden sie alle sich in einer unbekannten Gefahr - es war von äußerster Wichtigkeit, das Schiff möglichst schnell wieder in Gang zu bringen. Er glaubte, dass nach der Reparatur noch genug Zeit wäre, sich um seine Blessur zu kümmern. Doch schon beim Öffnen einer Abdeckung des beschädigten Generators spürte er überdeutlich, dass diese Entscheidung unvernünftig wäre. Sein angeknackster Finger schmerzte sehr und würde bei der Reparatur ein großes Handicap darstellen. Also hielt er inne und reichte der Padawan die verletzte linke Hand.

»Der mittlere Finger«, sagte er. »Verstaucht oder vielleicht gebrochen. Versuche, ihn so einzuwickeln, dass er nicht bewegt werden kann. Wir brauchen die Hand dringend, wenn ich das hier reparieren soll.«

Schon nach kurzer Zeit hatte er allen Grund, sich bei der Halb-Diathim für die Hilfe und die gute Arbeit zu bedanken. Sie hatte seinen Finger natürlich nicht kurieren können, doch war er nun dick verbunden. Er konnte ihn nicht regen und leichte Berührungen schmerzten nicht so sehr. Auch das war eine Behinderung bei der Arbeit, aber wenigstens würde der Schmerz ihn nicht so sehr ablenken und die Gefahr, dass er den angerichteten Schaden durch einen Fehlgriff verschlimmerte, war ebenfalls geringer. Also frisch ans Werk. Cethra hatte bereits damit begonnen, die Elektronik des Schiffes auszumessen und nach den Fehlern zu suchen. Sie ging dabei recht routiniert vor - wie jemand, für den ein Sternenschiff eine vertraute Umgebung darstellte und für den Wartung und Reparatur zum normalen Leben dazu gehörten. Das galt für Nen-Axa nicht, seine technische Erfahrung war anderer, geringerer Natur. Aber natürlich würde er trotzdem sein Bestes geben.

Er öffnete weitere Abdeckungen und schraubte ein großes Gehäuseteil des Generators los, um an das Innenleben heranzukommen. Arbeitshandschuhe für seine dreifingrigen, krallenbewehrten Hände gab es nicht, aber seine Haut war so dick und zäh, dass er kleine Schnitte und Verbrennungen nicht fürchten musste. Schon die Fehlersuche dauerte ein Weilchen, doch dann machte er einen Defekt aus. Ein Schlauch war der Länge nach aufgeplatzt und hatte auf diese Weise zwei Probleme verursacht. Erstens war dadurch kein Schmiermittel mehr in bewegliche Maschinenteile gelangt, was zu einem Ausfall geführt hatte. Eine mechanische Beschädigung konnte er nicht feststellen - offenbar hatten Schutzmechanismen eine Notabschaltung herbeigeführt, bevor es zu Schlimmerem gekommen war. Ein Hoch auf die calamarischen Ingenieure, die an eine solche Maßnahme gedacht hatten. Zweitens war die ölige Substanz beim Kontakt mit heißen Oberflächen in Brand geraten. Das Feuer war gelöscht, doch er musste auch untersuchen, ob andere Bauteile des Generators dadurch Schaden erlitten hatten. Der Arcona wischte eine dicke Schicht aus Ruß und Löschmittel beiseite und fand darunter Kabel mit verschmorten Isolierungen. Das war zum Glück nicht weiter schlimm, denn Isoliermittel waren vorhanden. Er fand Klebeband und eine Sprühdose, die einen schnell härtenden, nichtleitenden Schaum beinhaltete; damit hatte er die Kabel schnell wieder abgesichert. Nun war der Schlauch dran, und das war problematischer, denn der ließ sich nicht einfach abdichten. Da es kein Original-Ersatzteil gab, musste Nen-Axa etwas suchen, das einen ähnlichen Zweck erfüllen würde. Er wurde schließlich in einer Kiste fündig, in der Cethra Jayne offenbar übriggebliebene oder sonstwie nützlich erscheinende Teile sammelte: Kabel, Schellen, Stecker, Lämpchen, elektronische Kleinteile und zum Glück auch ein paar Schläuche. Einer davon hatte einen passenden Durchmesser; zwar war fraglich, ob er auch stabil genug war, um dem Druck und den möglicherweise aggressiven Chemikalien standzuhalten, aber da die Auswahl nicht groß war, musste es damit gehen.


Er begann gerade mit dem Einbau des Ersatzteils, als seine Padawan ihren Teil der Arbeit verrichtet hatte und Erfolg vermelden konnte. Zumindest ein paar der wichtigsten Systeme hatte sie wieder in Betrieb nehmen können. Sie wollte nun ins Cockpit zurückkehren, um sich um die Steuerung des Schiffes zu kümmern, während Nen-Axa sich weiter um den Generator kümmern sollte.

»Wir werden uns bemühen«, rief er, ohne seinen ambossförmigen Kopf und die ölverschmeirten Hände aus dem Maschinengehäuse herauszuziehen. »Möge die Macht mit dir sein. Mit uns allen.«

Der letzte Satz klang vielleicht etwas düsterer, als er es beabsichtigt hatte.

Auch Meredith hatte den Maschinenraum verlassen, um sich um die Verletzung ihres Meisters zu kümmern, also blieb der Arcona allein zurück. Er schnitt den Schlauch auf eine passende Länge zurecht und versuchte, ihn mit Schellen und Spangen an der passenden Stelle zu fixieren. Für die nötige Dichtheit sollte dann abermals der Isolierschaum sorgen. Ihm war klar, dass er keine professionelle Arbeit ablieferte, aber als Provisorium mochte es fürs Erste taugen, hoffte er.

Während des Arbeitens rückte eine Frage stärker in sein Bewusstsein: Was war eigentlich genau passiert? Zuerst hatte er sich diese Frage gar nicht gestellt sondern nur getan, was getan werden musste, um den Schaden zu begrenzen. Nun erst machte er sich Gedanken darüber, was eigentlich geschehen war. Sie waren entweder von einem künstlichen oder natürlichen Schwerkraftfeld aus dem Hyperraum gerissen worden oder sie hatten das Ziel ihres Sprungs erreicht und Cethra hatte das Schiff in den Normalraum zurückkehren lassen. Dort waren sie dann scheinbar auf eine Mine aufgelaufen, hatte die Miraluka gesagt. Sie mussten wirklich von Glück reden, dass sie dabei so glimpflich weggekommen waren: Manche Minen waren zerstörerisch genug, um einen Kreuzer in Stücke zu reißen. Das der Frachter keine Hüllenschäden davongetragen hatte, war eigentlich eine sehr gute Nachricht. Aber er machte sich keine Illusionen darüber, dass die Gefahr noch nicht ausgestanden war. Mitten im All zu stranden war eine schreckliche Angelegenheit, aber darüber, wie sie ihre Reise fortsetzen konnten, mussten sie sich später Gedanken machen. Im Moment war das größte Problem, dass da draußen weitere Sprengfallen lauern konnten. Oder diejenigen, die sie gelegt hatten. Piraten, Sklavenfänger, feindliches Militär, vielleicht sogar befreundete Einheiten, die diese Falle für jemand ganz anderen gelegt hatten... es gab mehrere denkbare Parteien, die dafür verantwortlich sein könnten. Und noch mehr Motive für eine solche Tat. Allerdings waren die meisten davon sehr gute Gründe, so schnell wie möglich von hier zu verschwinden und sich entweder in der Nähe zu verstecken oder möglichst viel Raum zwischen sich und das Minenfeld zu bringen. Dass sie sich den Weg freikämpfen mussten, war leider nicht unrealistisch. Und Nen-Axa hatte nur eine Möglichkeit, etwas dazu beizutragen, dass sie hier wegkamen: Er musste diesen Generator richten.

Während er sich mit den widerspenstigen Schlauchschellen und nicht für seine Anatomie geschaffenen Werkzeugen abmühte, beneidete er diejenigen Jedi, zu deren Machtfähigkeiten ein instinktiver Zugang zu allen Arten von Technologie gehörte. Doch schließlich hatte er es auch ohne ein solches Talent geschafft. Der Schlauch hielt und konnte wieder Schmiermittel transportieren. Obwohl einiges ausgelaufen war (und jetzt an seiner Haut und Kleidung haftete), schien noch genug vorhanden zu sein, um die Maschine wieder in Betrieb zu nehmen. Er kroch aus dem Gehäuse heraus, schloss die Abdeckungen und drehte den Schalter, der den Generator aktivieren sollte. Doch nichts geschah - nur ein oranges Lämpchen leuchtete auf. Das Zeichen darauf konnte er mit seinen schlechten Augen nicht erkennen, aber die Farbe sowie die Tatsache, dass das Gerät keinen Mucks von sich gab, legten nahe, dass es eine Störung anzeigte. Seufzend kniete Nen-Axa nieder und öffnete das Gehäuse erneut.

Mehrere Minuten benötigte er, um einen weiteren - und nun hoffentlich den letzten - Fehler zu finden. Durch die schweren Erschütterungen hatten sich auf der schwer zugänglichen Rückseite des Generators mehrere Steckverbindungen gelöst. Er wischte sie mit einem Lappen sauber (wobei er sich einen leichten, glücklicherweise ungefährlichen Stromschlag zuzog), drückte sie in ihre ursprüngliche Position zurück und hoffte dann das Beste. Wieder drehte er den Schalter... und der Generator sprang an. Er klang zwar unruhiger und lauter, als es für diese Mon-Calamari-Apparaturen üblich war, aber immerhin lieferte er wieder Energie.

»So weit, so gut...«

Einigermaßen zufrieden mit seiner Arbeit kehrte der Jediritter dem Maschinenraum den Rücken und ging in Bugrichtung. Er hatte eine ganze Weile für die Reparatur gebraucht - die anderen befanden sich schon ein paar Minuten im Cockpit und hatten wohl schon ohne ihn die nächsten Schritte beschlossen. Dass das Schiff sich wieder in Bewegung gesetzt hatte, konnte er spüren. Wohin, das würde er sicherlich gleich erfahren.

»Der Generator läuft wieder, zumindest im Moment«, meldete er, als er ankam. Er blieb in der Tür des Cockpits stehen, da dieses mit drei Personen schon ziemlich voll war. »Wie steht es hier vorne? Wohin fliegen wir?«

[Weltraum (Neue Republik) | Leerer Raum irgendwo zwischen Lianna und Ruusan | Cethra Jaynes Schiff | Cockpit] Nen-Axa, Cethra Jayne, Tzun Suz, Meredith Clay
 
Leerer Raum- irgendwo zwischen Lianna und Ruusan- Cethra´s Schiff- Cockpit- mit Tzun Suz und Cethra

Meredith war froh, dass der Arcona sich helfen lies. Wie er schon anmerkte, wurde seine Fingerfertigkeit hier gebraucht. Natürlich war ein Verband auch ein Hindernis, aber das kleinere. Anschliessend sah sie dem Jedi-Ritter und seiner Padawan einen Moment beim basteln zu. Sie kam sich dabei reichlich Fehl am Platze vor und verstand auch nicht wirklich, was die beiden da gerade machten. Als Cethra sie plötzlich bat, ihren Brustkorb zu untersuchen,wenn sich in Sicherheit waren, lächelte das Mädchen sie an.

Klar, kann ich das machen. Ich hoffe nur, dass ich auch helfen kann. Ich war die letzten 2 Jahre bei den Schüler-Sanis. Das ist nicht besonders viel Erfahrung. Vor allem, weil für grössere Verletzungen die richtigen Sanitäter da waren. Aber ich gebe natürlich mein Bestes.

Nachdem Cethra ihre Arbeit beendet hatte, bat sie ihren Meister, irgendwie den Generator zu reparieren. Die Stimme des Jedi lies jedoch nicht viel Raum für Hoffnung.
Zurück im Cockpit war die Stimmung nicht viel besser. Gut, ihr Meister hatte irgendwo einen Mond oder Planeten ausgemacht und bat nun Cethra, dorthin zu fliegen. Er selbst brachte sich hinter der jungen Pilotin in Stellung, um weiterhin auf die Asteroiden und Trümmer aufzupassen. Also war für den Moment nicht dran zu denken, sich um seine Kopfverletzung zu kümmern. Sie würde warten müssen.
Meredith versuchte, zwischen den herumwirbelden Wrackteilen und Asteroiden irgendwo ihr Ziel auszumachen. Vergebens.

Ich denke inzwischen nicht mehr, dass es Piraten waren, die die Minen hier verteilt haben. Denn wenn es welche wären, wären sie wahrscheinlich schon längst hier. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie erst lang genug warten, damit ihre Opfer sich vorbereiten oder sogar etwas reparieren und weiterfliegen können. Oder sie sind nicht sehr aufmerksam.

Sie lächelte ihren Meister an und hielt sich ebenfalls fest- wenn auch nur am Türrahmen. In dem Moment kam Cethras Meister aus dem Maschinenraum zurück und verkündete, dass der Generator wieder lief. Das Mädchen sah ihn bewundernd an und begann dann, ihn aufzuklären.

Meister Suz hat einen Planeten oder Mond hier in der Nähe gefunden, auf dem es Leben gibt. Sie wollen eine Notlandung probieren um das Schiff dort zu reparieren. Wollen wir hoffen, dass das Leben auch Intelligent ist und wir nicht nur in einem Haufen Fleischfresser stranden, die von Ersatzteilen noch nie was gehört haben.


Meredith grinste vor sich hin. Bei dem Glück, dass sie bis hierhin hatten, würde sie sich darüber nicht mal wundern. Naja, ok. Immerhin lebten sie noch und die Maschinen liefen auch wieder. Es hätte durchaus auch schlimmer kommen können.

Leerer Raum- irgendwo zwischen LIanna und Ruusan- Cethra´s Schiff- Cockpit- mit Tzun Suz, Cethra und Nen- Axa
 
[Mitten im Nichts - Cethra's MC18] mit Tzun Suz, Meredith Clay und Nen Axa

Sie setzte sich wieder in den Pilotensessel und übernahm die Steuerung von Tzun Suz, ohne dass die Kontrollen auch nur einen Moment ohne einen Finger darauf gewesen wären. Sie wandte sich ihrem Meister zu, der ebenfalls zu ihnen stieß. Sie konnte nicht anders, als ihn breit anzugrinsen. Mit ihrer Notreparatur an den Leitungen und seiner am Generator erwachten wieder die Systeme. Nicht alle. Sie hatte ihre Überbrückung so angelegt, dass nur die wichtigsten Systeme voll funktionieren konnten. Für die restlichen müsste sie einige Kupplungen austauschen, was vermutlich mehrere Stunden dauern würde. Jetzt mussten sie auf einige Annehmlichkeiten verzichten, wie zum beispiel frische Luft. Sie wurde bereits schlechter.

Als Tzun Suz sie auf den Planeten hinwies lenkte sie ihre Aufmerksamkeit -und mit einer schnellen Schaltung die der Sensoren- auf die entsprechende Raumregion. Tatsächlich, dort würden sie landen können. Es gab Atmosphäre und einen Boden. Mehr brauchte es nicht. Sie würden dort sehr schnell hin kommen. Aber auch das mussten sie erst einmal schaffen.

Rasch prüfte sie noch einmal, ob die Schiffssysteme im Moment einigermaßen stabil flogen. Antrieb war klar, Schilde und Waffen so lala und die Sensoren funktionieren zwar besser, als noch vor wenigen Augenblicken, aber sie konnten über den Planeten, den Tzun Suz entdeckt hatte, nur sagen, dass er da war, eine Atmosphäre hatte und kein Gasriese war. Eventuelle Identifikationen waren unmöglich. jedoch konnte sie dank ihrer eigenen Machtsicht auch das vage Schimmern von Leben sehen, das Tzun Suz wahrscheinlich auch wahr genommen hatte.
Langsam und vorsichtig fuhr sie die Triebwerke hoch. Das Schiff gab Schub, sie beschleunigten. Und die Verbindungen hielten. Wunderbar.

"Meister, was auch immer ihr getan habt, danke. Wir haben genug Energie, um uns locker zu dem Planeten zu retten. Danke. Die Batterien hätten vielleicht auch gereicht, aber da bin ich nicht so sicher. So schaffen wirs sicher."

Cethra schlich geradezu auf Zehenspitzen durchs All und an einigen Asteroiden vorbei.

"Kann sein, dass du Recht hast, Merry." meinte Cethra derweil. "Wenns Piraten wären hätten die bestimmt schon nachgeschaut, was ihnen ins Netz gegangen ist. Aber ich weiß nicht...warum sollten sonst hier Minen rumfliegen? Ich hab mal gehört, das ein paar Gruppen sich andere reviere gesucht haben oder vertrieben wurden und ihre Minen einfach im All gelassen haben. Ich meine, mit der Zeit treiben sie ab, aber mit Pech kann man schon hinein geraten, wenn sie alle paar Jahre wieder in die Nähe von..."

Sie wurde immer langsamer und verstummte schließlich. Da war etwas am Rande ihrer Wahrnehmung. Sie flogen gerade an einem großen Brocken vorbei und mehrere lagen ihnen vorraus. Da war etwas, aber sie konnte gerade ihre Aufmerksamkeit nicht zu sehr teilen. Ein leises Geräusch verriet ihr, dass Tzun Suz Finger sich leicht ins Sitzpolster vergruben und sie spürte wie er sich anspannte. Ihre Nackenhaare stellten sich auf. Sie bekam ein ziemlich schlechtes Gefühl. Er holte Luft um sie zu warnen und obwohl in ihre eigene bewusste Wahrnehmung noch nichts eingedrungen war, rammte sie mit einer schnellen Bewegung den Schubhebel nach vorne. Mit einem Satz sprang der kleine Frachter voran. Keine Sekunde zu früh. Noch ehe sie ganz an dem Asteroiden vorbei waren sah Cet durch ihn hindurch mehrere künstliche Objekte. Dann sprangen sie an dem Felsen vorbei. Die Sensoren schrillten auf, als sie die Minen erfassten. Und die Minen erfassten die magnetische Signatur des Schiffes. Und hielten darauf zu.

Sie zog das Schiff in eine enge Kurve zur Seite, weg von den Minen. Das war gar nicht gut, sie hatte leider doch nicht die volle Energie. Sie raste zu einem Knäuel von mittleren Felsbrocken heran, die relativ dicht aneinander. Mit einer kühnen Rolle tauchte sie hinab, zwischen zwei Felsen, nur um sofort wieder steil nach oben und zur Seite weg zu rasen. Kreischend beschwerten sich Hülle und Andruckabsorber. Mit einem kleinen Haken wich sie einem letzten Asteroiden aus, dann richtete sie das Schiff wieder zum Planeten aus und gab Schub.

Dann explodierten die Asteroiden hinter ihnen. Die ersten Minen hatten sie kurz nach dem Schiff erreicht und waren detoniert. Erste Staubpartikel prasselten auf das Schiff ein, dann krachte es gewaltig. Die Trümmer waren enorm beschleunigt worden, zuviel für die schwachen Schilde. Cet hörte das Krachen, sie spürte die Vibrationen. Die Energie begann zu fluktuieren. Cet fluchte. Der Planet vor ihnen wurde immer größer.

"Das wird nicht schön..." presste sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Ihr entglitten die Kontrollen. Der Antrieb verlor Energie. Dann änderte sich das Rütteln. Die äußersten Schichten der Atmosphäre. Verzweifelt versuchte sie, das Schiff zu stabilisieren, aber mit einem Mal waren die Haupttriebwerke tot. Nur noch Korrekturdüsen. Die Sensoren starben auch ab. Sie waren wieder auf Batteriebetrieb. Ihre Verbindungen hatten nicht gehalten. Die Luft rauschte laut und schnell am Schiff vorbei, als sie im Sinkflug nach einer ebenen Fläche suchte.
Sie fand eine, direkt vorraus. Doch sie konnte nichts tun, um das Schiff zu bremsen.

"Haltet euch fest!" schrie sie, dann wurde sie von einem furchtbaren Aufprall aus dem Sitz gerissen. Sie hatte das Gefühl zu fliegen und für einen Moment nahm sie ausserhalb des Schiffes ein Wirbeln wie von Wasser wahr. Dann wurde alles dunkel.

[Unbekannter Planet - Cethra's MC18, unter Wasser] mit Tzun Suz, Meredith Clay und Nen Axa
 
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