[Film] Pulp Fiction

S-3PO

zum Superhelden umformatierter Protokolldroide
Pulp Fiction (USA 1994)
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Inhalt:
Die Wege eines guten Dutzend krimineller Subjekte kreuzen sich in Los Angeles im Laufe eines Tages gleich mehrfach - erzählt wird das ganze in drei kunstvoll verwobenen Episoden. Da ist der abtrünnige Boxer Butch (Bruce Willis), seine französische Freundin Fabienne (María de Medeiros); Honey Bunny (Amanda Plummer) und Pumpkin (Tim Roth), die einen Diner überfallen wollen; Gangsterboss Marsellus Wallace (Ving Rhames) und seine attraktive, drogenversessene Frau Mia (Uma Thurman). Und natürlich die Auftragskiller Vincent (John Travolta) und Jules (Samuel L. Jackson), die sich auf dem Weg zur Arbeit über Hamburger, Jules' Gottesbild und gefährliche Fußmassagen unterhalten...

Cast:
Vincent Vega:............................John Travolta
Jules Winnfield:..........................Samuel L. Jackson
Mia Wallace:..............................Uma Thurman
Butch Coolidge:..........................Bruce Willis
Wolf:........................................Harvey Keitel
Pumpkin:...................................Tim Roth
Honey Bunny:.............................Amanda Plummer
Fabienne:..................................Maria de Medeiros
Marsellus Wallace:......................Ving Rhames
Lance:......................................Eric Stoltz

Meine Meinung:
Hab mich gewundert warum noch kein Thread existiert. "Pulp Fiction" ist eine grandiose Hommage an Ganovenfilme und Thriller und gleichzeitig eine Satire auf das Genre. Die philosophischen Unterhaltungen der "blutrünstigen" Killer, die situationskomischen Probleme des coolen Boxers, die folgenschwere Verwechslung von Heroin und Kokain der Gangsterbraut, all das sind absurde Alltagssituationen, mit denen der Zuschauer so noch nie konfrontiert wurde. Gerade das macht wie ich finde "Pulp Fiction" aus. Die drei sich durch den Film ziehenden Episoden von Killer Vincent Vega, der ein Date mit der Frau seines Bosses hat, von Boxer Butch, der - von Killern verfolgt - nach seiner geerbten Uhr sucht und von Killer Jules Winnfield, der zwischen Philosophie und Religion schwebt und ans Aufhören denkt sind einfach super in Szene gesetzt. Der ganze Film ist einfach ein Kunstwerk von einem mutigen Regisseur namens Tarantino und einer klasse Riege an Schauspielern angeführt von John Travolta und Samuel L. Jackson, die in diesem Film erneut beweisen, dass sie zu den Größten Hollywoods gehören!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hat keiner den Film gesehen? ^^ Oder ging der Thread hier einfach unter?

ich glaube er ging einfach unter^^

imho ein sehr geiler Film. Und ich finde auch es ist mit der kultigste von Tarantino (zumindest im Gegensatz zu Kill Bill und Death Proof).

Ich könnte aber nicht erklären, warum ich den Film so mag.
Eine Frage hab ich imner noch *g* Was ist in dem Koffer?
 
Ich finde den Film auch absolute klasse. Die verschiedenen Handlungsstränge die sich immer wieder kreuzen, die Darsteller... einfach alles super. ;)

Auf der DVD ist ein Special über den Inhalt des Koffers, darin wird auch keine klare Antwort gegeben aber eine recht interessante Theorie entwickelt.

 

Wow, geil! Wusst ich gar nicht. Naja hab die Special Edition auch erst seit letzter Woche und bin noch nicht ganz durch mit dem Durchforsten. ^^ (Unter welchem Feauture ist das zu sehen?) Finde aber gut, dass es nichts Materialistisches ist!
 
Der film is herrlich.

Und interessant über was sich 2 Auftragskiller so alles unterhalten :D

Tausend mal gesehen und werd mir den sicher noch nen paar tausende male in meinem leben anschauen!
 
Das mit der Seele usw. ist nur ein Gerücht. Meines Wissens hatte Ving Rhames am Hinterkopf eine Narbe -> deshalb das Pflaster.

Finde die Theorie aber ehrlich gesagt auch am Besten von allen, die ich gelesen habe :D


Film ist genial, habe mir auch die Two-Disc Edition zu gelegt, vor ein paar Monaten - einfach herrlich. Auch wenn man den Film, wie fast jeden, nur auf Englisch gucken kann. :konfus:
 
Eine der besten Filme überhaupt. Es gibt kaum etwas, das so genial und durchgängig schräg, aber lustig ist.
Im Grunde fast alles Szenen, die bei anderen Filmen geschnitten worden wären, aus denen man hier etwas weit besseres gemacht hat als die anderen Filme sind. :D
Ich liebe ihn, sehr erfrischend anders.
 
Wow, geil! Wusst ich gar nicht. Naja hab die Special Edition auch erst seit letzter Woche und bin noch nicht ganz durch mit dem Durchforsten. ^^ (Unter welchem Feauture ist das zu sehen?) Finde aber gut, dass es nichts Materialistisches ist!

Ich hab nur die normale Version und da wars glaub ich im Featurette drin.

Ohja das Gerücht war auch super. :)
Muss die DVD wohl mal wieder einlegen.
 
Ach, ich mach's einfach mal hier:

Nachdem @Arcturus neulich das erste Mal "Pulp Fiction" geschaut hat und in einer Profilnachricht knapp verkünden wollte, wie ihm der Film gefiel, haben sich im Kommentarbereich ebendieser Profilnachricht ein paar User gefunden, die sich - so knapp, wie es bei Kommentarsektionen unter Profilnachrichten halt Usus ist - ein wenig über den Film ausgetauscht haben. Dabei hat insbesondere @Nussknacker etwas für mich recht interessantes geschrieben, nämlich, dass der Film "die Filmgeschichte auf jeden Fall verändert [habe] wie nur wenige Filme es taten".

Dieser These möchte ich zunächst einmal keineswegs widersprechen, ich tue mir aber manchmal schwer damit, so etwas wirklich "greifen" zu können. Daher wäre meine Frage: Woran zeigt sich das? Gibt es z. B. eurer Ansicht nach bestimmte Filme, die es so ohne "Pulp Fiction" nie hätte geben können? Wie würdet ihr den Einfluss des Films auf den Stil, den Schnitt, die Dialoge in anderen Filmen beschreiben und woran könnte er gezeigt werden?

Vielleicht ergibt sich ja eine kleine, interessante Diskussionsrunde daraus.
 
Da ich den Film erst viele Jahre später gesehen habe kann ich das mit dem "Filmgeschichte verändern" nicht so ganz nachvollziehen. Klar, der Film genießt verdient Kultstatus und wurde auch oft referenziert, aber wenn mich jemand fragt, welcher Film aus dem Jahrzehnt das Kino am meisten geprägt hat, wäre das vermutlich eher so was wie "Jurassic Park" oder "The Matrix". Da konnte man zumindest die Auswirkung im Kino klarer sehen.

Bei "Pulp Fiction" wird es schon schwieriger, den Einfluss auf das Kino zu sehen. So irre viele Filme im Genre "Gauner Komödie mit coolen Sprüchen" gibt es halt auch wieder nicht.
 
Pulp Fiction hat zumindest Quentin Tarantinos Karriere einzementiert und seinen Stil perfektioniert. Auch gab es schon einige Nachahmer wie z.B ziemlich jeden Guy Ritchie Film, Baby Driver, Go, In Brugges, Bad Times at the El Royale oder Bullet Train. Vermutlich hätte es all die Filme ohne den Erfolg von Pulp Fiction nicht gegeben.
 
Pulp Fiction hat zumindest Quentin Tarantinos Karriere einzementiert und seinen Stil perfektioniert. Auch gab es schon einige Nachahmer wie z.B ziemlich jeden Guy Ritchie Film, Baby Driver, Go, In Brugges, Bad Times at the El Royale oder Bullet Train. Vermutlich hätte es all die Filme ohne den Erfolg von Pulp Fiction nicht gegeben.
Nun ja, um ehrlich zu sein sind die von dir genannten aber größtenteils Nischenfilme.
 
Pulp Fiction kam zu einem Zeitpunkt, an dem vieles im Mainstream sehr glatt und vorhersehbar war, und zeigte plötzlich, dass man auch anders erzählen kann, ohne das Publikum zu verlieren.

Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt. Figuren sterben und tauchen später wieder auf, Handlungsstränge greifen lose ineinander. Das wirkt nicht wie ein intellektuelles Experiment, sondern fast beiläufig. Genau das war entscheidend. Der Film vertraut darauf, dass die Zuschauer selbst Zusammenhänge herstellen. Dieses Vertrauen war damals im großen Kino alles andere als selbstverständlich.

Auffällig sind vor allem die Dialoge. Die Figuren reden viel und oft über scheinbar nebensächliche Dinge. Es geht um Fast Food, Fernsehshows oder belanglose Alltagsbeobachtungen. Gerade dadurch wirken sie real. Wenn dann Gewalt passiert, trifft sie härter, weil sie aus ganz normalen Situationen heraus entsteht. Diese Mischung aus Alltag und Eskalation war prägend und wurde später unzählige Male nachgeahmt, meist ohne die gleiche Wirkung zu erzielen.

Auch die Gewalt selbst ist anders inszeniert. Sie ist plötzlich, oft unangenehm, manchmal schwarzhumorig, aber selten stilisiert oder bewundernd. Der Film lässt einen dabei allein. Man lacht vielleicht, fühlt sich dabei aber nicht wirklich wohl. Diese Unsicherheit gehört zum Konzept und war für ein großes Publikum damals ungewöhnlich.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss auf die Filmbranche. Pulp Fiction war kein kleiner Arthouse-Erfolg, sondern ein Film, der viel Geld eingespielt hat. Damit hat er gezeigt, dass ein eigenwilliger Stil, lange Dialoge und ein ungewöhnlicher Aufbau kein wirtschaftliches Risiko sein müssen. Das hat Studios mutiger gemacht und den Weg für viele ähnliche Projekte geebnet.
 
Nun ja, zwei der Filme ("Go" "Bad Times...") musste ich tatsächlich googeln, also wenn die mal einen gewissen Hype hatten ist der komplett an mir vorbeigegangen.
Ja, geht mir ähnlich. Auch dass von @Darth_Seebi sogar ein Film von 2022 in die Liste aufgenommen wurde, um sie "vollzukriegen", sagt für mich durchaus etwas aus.

Aber selbst wenn es einen Hype um dieses Genre gab: Das allein würde für mich noch nicht ausreichen, um von einem Film zu sprechen, der - Zitat von @Nussknacker - "die Filmgeschichte [...] wie nur wenige" beeinflusst habe. Interessant finde ich hierzu indes den Ansatz von Sam:

Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss auf die Filmbranche. Pulp Fiction war kein kleiner Arthouse-Erfolg, sondern ein Film, der viel Geld eingespielt hat. Damit hat er gezeigt, dass ein eigenwilliger Stil, lange Dialoge und ein ungewöhnlicher Aufbau kein wirtschaftliches Risiko sein müssen. Das hat Studios mutiger gemacht und den Weg für viele ähnliche Projekte geebnet.
Das überzeugt mich von der Richtung her schon einmal. Könntest du da vielleicht ein paar Beispiele von Filmen nennen, von denen du glaubst: "So, für den hat Pulp Fiction recht offensichtlich den Weg geebnet"? Dann könnte ich mir das ganze noch einmal konkreter vorstellen. :-)
 
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Das überzeugt mich von der Richtung her schon einmal. Könntest du da vielleicht ein paar Beispiele von Filmen nennen, von denen du glaubst: "So, für den hat Pulp Fiction recht offensichtlich den Weg geebnet"? Dann könnte ich mir das ganze noch einmal konkreter vorstellen.

Ich möchte mal vier Filme nennen, die relativ kurz nach "Pulp Fiction" erschienen sind, und bei denen ich mir relativ sicher bin, dass diese vor dem Erfolg von Pulp Fiction nicht, oder nicht so prominent besetzt von großen Mainstream Studios produziert und vermarktet worden wären: Die Üblichen Verdächtigen, Sieben, 12 Monkees, Fight Club.
Pulp Fiction hat gezeigt, dass man auch mit eher ungewöhnlichen Filmen, die noch nicht mal chronologisch geschnitten sein müssen, an der Kinokasse Geld machen kann. Zudem waren nach Pulp Fiction auch große Stars bereit - eventuell sogar für weniger Gage - Rollen in kleineren Filmen anzunehmen, da das Beispiel Pulp Fiction gezeigt hatte, dass man mit solchen Rollen die eigene Karriere pushen, oder sogar versandete Karrieren (John Travolta) wieder in Gang bringen kann.

C.
 
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