Promis sind Menschen wie du und ich. Sie lachen, weinen, essen, schlafen und sterben eines Tages genauso, wie du und ich. Dazwischen können sie auch mal ganz schöne Scheiße bauen. Oder Unverzeihliches verbrechen. Wichtig ist, keiner grenzenlosen Bewunderung für sie anheimzufallen; man kann gewisse Aspekte eines Menschen wertschätzen, ihnen vielleicht sogar eine gewisse Vorbildwirking attestieren.
Ich zB habe ein Faible für Alexander - gestehe aber auch ein, dass er nicht nur "Idealist" war, sondern Egoist, Säufer und Kriegsverbrecher, der das Glück hatte, weit genug zurückzuliegen, um nicht vor dem ICC zu landen.
Ich habe Respekt für Voltaire, sein Werk und Wirken - und finde das inzestuöse Verhältnis zu seiner Nichte dennoch hochproblematisch.
Isaac Newton ist (nicht nur für mich) einer der genialsten Menschen aller Zeiten. Und gleichzeitig, von dem, was man so weiß, ein unverbesserlicher, rechthaberischer Querulant, mit dem man sich nicht allzu lang verstehen würde.
Alain Delon gehört zu meinen Lieblingsschauspielern. Ich kann aber weder mit seiner politischen Einstellung, noch den Verbindungen ins kriminelle Milieu viel anfangen.
Das ließe sich jetzt ewig so weiterspinnen...also: kritische Distanz tut immer gut. Letztlich sind wir mit niemandem dieser Herrschaften verwandt, verschwägert, befreundet, wodurch "Loyalitätszwang" sowieso wegfällt.