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Laut DTVA News hat Natasha Kline kürzlich einen Entwicklungsvertrag mit Lucasfilm Animation unterzeichnet, um neue Star Wars-Animationsprojekte zu entwickeln.

 
Merke im Moment warum die kommenden Projekte mit dem Mando-Film und der Maul-Serie (ausserhalb der Autoren) vom Konzept her beide mich nur semi reizen. Beide haben jeweils das, was der Andere für mich vermisst.

Zeitliches Setting:
Die Zeit nach Episode 6 mit den Hinterbliebenen wurde im Mandoverse kaum wirklich angekratzt vom Worldbuilding her. Da kann man bis TFA noch sehr viel mit machen.

Die Zeit zwischen 3 & 4 mit Aufstieg, Festigung und Aufzeigen der ersten Risse im imperialen Regime sind durch TBB, Andor & Rebels völlig abgegrast.

=> Beim zeitlichen Setting hat Mando entsprechend mehr Reiz für mich.

Hauptfiguren:
Ich finde gerade die Art von fiktiven Figuren mit am Interessantesten, die widersprüchliche Emotionen mit sich tragen und ständig mit sich selber ringen. (Bestes Beispiel überhaupt ist da für mich Zuko in Avatar - The last Airbender, aber auch deswegen ist auch Luke meine Lieblingsfigur in SW.)

Serien Maul geht für mich in diese Richtung: Einerseits getrieben von Hass, Ehrgeiz und Verlangen nach Dominanz … Sehnt sich aber auch nach Bezugspersonen, Familie und einem Vermächtnis.

Und bei Din Djarin gehe ich zumindest so weit, dass man versucht da diese emotionale Tiefe hinzukriegen. Ich finde die Umsetzung nur halt extrem plump.

Alle schlechten Eigenschaften von Mando werden ihm (gerade in S1) nur von seinem Umfeld nachgesagt, während er in der Serie sich eigentlich immer sehr ehrbar verhält. (Ja, er tötet auch. Aber das macht er mit so einer Lässigkeit, dass ich da auch nicht von einem inneren Konflikt sprechen kann.)

=> Beim Interesse an den Hauptfiguren hat Maul für mich deutlich die Nase vorne. (Und das obwohl der Kerl völlig auserzählt ist bereits.)
 
Wagner Moura sagt, dass er Brander Lawson in einem zukünftigen Live-Action Projekt spielen möchte:

„Ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird, aber wenn doch, wäre ich begeistert. Ich denke, er wäre eine großartige Figur für einen Live-Action-Film.“


Edit: Entschuldigung für Doppel-Post!
 
Vielleicht sollten die sich im Serienbereich mehr auf Animation konzentrieren. Was ich irgendwie auch begrüßen würde.
Finanziell vermutlich echt besser.

Bedenkt man, dass Ahsoka mit seinen ersten beiden Folgen in derselben Zeitspanne 10 Millionen mehr Zuschauer hatte als Maul … und erst nach Monate langem zögern erst ein Quartal nach Staffel-Finale die zweite angekündigt hat:

Die Realserien mit ihrem aktuellem Budget können sich wirklich nicht gross lohnen. (Und mit Ahsoka habe ich noch ein Beispiel genommen, was im Vergleich zu den anderen live action-Serien ziemlich durchschnittlich lief.)

Entsprechend wäre ich auch nicht überrascht, wenn sich nach Andor jetzt wieder lange keine Experimente in live action mehr erlaubt werden.
 
Für mich sind die Star-Wars-Live-Action-Serien spannender als die animierten Sachen. Das liegt gar nicht daran, dass Animation grundsätzlich schlechter wäre, sondern daran, wie sich diese Welt anfühlt. In Live Action wirkt die Galaxis greifbarer. Figuren haben Körper, und alles scheint näher an einer echten, erfahrbaren Wirklichkeit zu sein.

Wenn ich zum Beispiel Andor sehe, dann habe ich nicht das Gefühl, einer stilisierten Geschichte zu folgen, sondern eher einer Art politischem Drama, das zufällig im Star-Wars-Universum spielt. Diese Serie lebt davon, dass sie sich Zeit nimmt und dass sie Dinge zeigt, die man sonst eher aus historischen oder realistischen Stoffen kennt. Misstrauen, Angst, Opportunismus. Das funktioniert gerade deshalb so gut, weil echte Menschen vor der Kamera stehen.

Und damit bin ich bei meinem wichtigsten Punkt: dem Schauspiel. Jemand wie Diego Luna spielt Cassian nicht laut. Viel passiert in kleinen Momenten. Ein Blick zur Seite, ein kurzes Innehalten, ein Zögern, das man fast übersieht. Genau das macht die Figur interessant. Man merkt, dass da ständig etwas im Kopf arbeitet.

Noch eindrücklicher finde ich Stellan Skarsgård. Seine Szenen haben eine Wucht, die nicht nur vom Text kommt. Da ist die Stimme, die sich verändert, wenn er zwischen Rollen wechselt. Da ist die Körperspannung. Und da ist diese Müdigkeit, die immer mitschwingt, als würde jede Entscheidung ein Stück von ihm kosten. Das lässt sich meiner Meinung nach so in Animation kaum nachbilden, selbst wenn die Sprecher noch so gut sind.

Klar, animierte Serien haben ihre eigenen Stärken. Sie können größere Geschichten erzählen, freier mit Action umgehen und sind oft näher an der klassischen Space Opera. Aber sie bleiben auf eine gewisse Weise für mich distanziert. Ich sehe Figuren, ich höre Stimmen, aber ich spüre sie nicht im selben Maß.

In Live Action kommt noch etwas dazu, das man schwer greifen kann. Es sind die kleinen Details. Kleidung, die benutzt aussieht. Räume, die eng wirken. Licht, das nicht perfekt ist. Gesichter, die müde sind. All das sorgt dafür, dass man eher glaubt, dass diese Welt wirklich existieren könnte.

Deshalb fesseln mich die Live-Action-Serien mehr. Sie holen Star Wars ein Stück runter von der reinen Fantasieebene und machen es menschlicher.
 
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