Alfred Hitchcock

garakvsneelix

junger Botschafter
Hallo in die Runde!

Ich wollte einfach mal fragen: Wie findet ihr eigentlich die Filme von Alfred Hitchcock? Welche sind eure Lieblinge? Welche mögt ihr gar nicht? Was haltet ihr insgesamt von seinem Stil und seinen Themen? Vielleicht ergibt sich ja ein nettes Sammelsurium an unterschiedlichen Perspektiven und Ansichten.

Grüße,
gvn
 
Ich mag Hitchcock prinzipiell sehr gerne. In vielerei Hinsicht haben seine Filme das heutige Hollywood massiv geprägt (gelten oft als Prototypen moderner Blockbuster) und ich finde viele davon auch heute noch sehr unterhaltsam.

"Psycho" gehört zu meinen absluten Lieblingsfilmen: Wegen dem Film habe ich mit 16 zum letzten mal im Bett meiner Mutter geschlafen ;). Einfach nur Suspense-Kino pur mit tollen Darstellern und einem genialen Soundtrack.

Auch mag ich viele seine charmanten Gaunerfilme, die oft "very british" und optisch einfach nur bunt bzw sehr verspielt sind. "Der unsichtbare Dritte" gilt zu Recht als das Vorbild der späteren Bond-Filme und hat das Blockbuster-Kino massgeblich geprägt.

Allerdings gefällt mir nicht jeder seiner Filme. So kenne ich "Vertigo" seine filmhistorische Bedeutung durchaus an, finde den Film aber auch etwas langatmig. Auch bin ich kein grosser Fan der beiden "The Man who knew too much"-Filme.
 
"Psycho" gehört zu meinen absluten Lieblingsfilmen: Wegen dem Film habe ich mit 16 zum letzten mal im Bett meiner Mutter geschlafen ;). Einfach nur Suspense-Kino pur mit tollen Darstellern und einem genialen Soundtrack.
Sorry , aber der war gut.
Mit 16 hat Dich dieser Film noch erschreckt ?
Sei mir nicht böse , aber eben musste ich schmunzeln.
 
Hallo in die Runde!

Ich wollte einfach mal fragen: Wie findet ihr eigentlich die Filme von Alfred Hitchcock? Welche sind eure Lieblinge? Welche mögt ihr gar nicht? Was haltet ihr insgesamt von seinem Stil und seinen Themen? Vielleicht ergibt sich ja ein nettes Sammelsurium an unterschiedlichen Perspektiven und Ansichten.

Grüße,
gvn
Ich liebe viele seiner Filme. Meine Favoriten aus dem Oeuvre Hitchcocks sind "Rebecca", "Zwei Fremde im Zug", "Das Fenster zum Hof", "Vertigo", "Der unsichtbare Dritte","Psycho", "Die Vögel", "Marnie" und "Im Schatten des Zweifels".
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe natürlich auch als Kind und Jugendlicher seine Filme gesehen.
Im Gedächtnis sind mir natürlich die Filme "Die Vögel " , "Spycho" , " Das Fenster zum Hof" , "Der Mann der zuviel wußte " , " Der unsichtbare Dritt" und "Vertigo".

Aber ich muss gestehen dass mir Edgar Wallace immer lieber war.
 
Ich würde mich jetzt nicht ausdrücklich als Fan bezeichnen, oder als jemand, der Hitchcock-Filme ausdrücklich als solche gut findet.
Will sagen, ich mag einzelne Filme, nicht direkt Hitchcock als ‚Marke‘

Z.B. Psycho ist sicher einer der besten (nicht nur Horror-)Filme.

Die Vögel ist sicher auch sehr gut gemacht.
Mein Favorit, Marnie, kommt heutzutage in meiner Wahrnehmung etwas kurz.

Mit anderen Filmen kann ich nichts anfangen und hatte bis heute auch kein großes Bedürfnis, sie zu sehen
 
Eigentlich kenne ich nur die Filme „Das Fenster zum Hof“, „Die Vögel“ und „Psycho“, die ich als Kind und Jugendlicher in den 70ern und 80ern gesehen habe. Da gab es aber auch andere wie etwa „Vertigo“ oder „Der Mann, der zu viel wusste“. Es ist möglich, dass ich den einen oder anderen mir Unbekannten mal gesehen habe. Das ist mittlerweile aber schon zu lange her. Jedenfalls kommen mir diese drei Filme sofort in den Sinn, wenn es um Alfred Hitchcock geht.

Mein liebster Film von ihm ist „Das Fenster zum Hof“, den ich vor einiger Zeit – nach sehr, sehr langer Zeit – mal wieder gesehen habe. Eins kann ich aber sagen: Er gefällt mir immer noch sehr gut.
 
"Das Fenster zum Hof" ist in meiner Alltime Top 5. Einfach nur perfektes und reinstes Kino.

Hitchcock hat, wie kaum ein anderer wie ich finde, die Sprache des Films beherrscht. Ich mag besonders, dass er immer versucht hat, in Bilder zu erzählen und nicht mit billigen Dialog zu erklären.

Mit Scorsese, Tarantino, De Palma und Chaplin mein Lieblingsregisseur.
 
Ich habe einige Filme von (und mit ;-) ) Alfred Hitchcock gesehen. Es gab einige Filme die mich wirklich fesselten, andere fand ich jetzt eher langweilig und wieder andere ziemlich komisch und wirr.

Gefallen haben mir auf jeden Fall "Psycho" , "Die Vögel" und "Rebecca" weil die mir damals jeweils einige schaurige Momente beschert haben und die Spannung zum greifen nah war. "Cocktail für eine Leiche" fand ich von der Kameraeinstellung und von der Story her sehr gut. Auch "Im Schatten des Zweifels" hat mir sehr gut gefallen.

Weniger gefallen haben mir aber "Das Fenster zum Hof", ich fand diesen Film ehrlich gesagt eher langweilig. "Vertigo" fand ich zu verwirrend und anstrengend.

Weitere Filme fand ich ganz passabel: "Der Fremde im Zug" und "Der unsichtbare Dritte". Weitere Filme habe ich meines Wissens nicht gesehen. Auch wenn mir einige Filme nicht gefallen haben, ist mir es aber durchaus bewusst, dass Hitchcock einen ziemlichen Einfluss auf das Filmemachen hatte.

Mal schauen, ich habe noch eine Hitchcock-DVD-Box zu Hause, da gibt es noch einige Filme, die ich noch nicht gesehen habe.
 
Ich habe als Kind eine Reihe von Hitchcockfilme gesehen und die meisten ausgesprochen gerne. In den 1980ern liefen im Fernsehen immer wieder Hitchcockreihen, bei denen ich oft hängen geblieben bin. Damals wollte ich vor allem wissen, wie die Geschichten ausgehen. Heute gefallen mir auch der trockene Humor und die kleinen Gemeinheiten, mit denen Hitchcock seine Figuren und sein Publikum behandelt. Seine Filme lassen sich deshalb gut wiedersehen. Die Auflösung zu kennen, nimmt ihnen erstaunlich wenig.

Meine Nummer eins ist Das Fenster zum Hof, einer meiner Lieblingsfilme überhaupt. Dieser Hinterhof mit seinen Wohnungen und den unterschiedlichen Bewohnern hat für mich einen solchen Reiz, dass ich dem Geschehen auch ohne Mordverdacht lange zuschauen könnte. Überall bekommt man gerade genug mit, um neugierig zu werden, aber zu wenig, um die Menschen wirklich zu kennen. Trotzdem hat man schnell eine Meinung über sie. Genau damit spielt Hitchcock. Wir schauen James Stewart beim Beobachten zu und fangen selbst an, aus ein paar Blicken und Bewegungen eine Geschichte zusammenzubauen. Irgendwann will man unbedingt, dass sein Verdacht stimmt, obwohl das schließlich bedeuten würde, dass ein Mensch ermordet wurde. Das finde ich schon ziemlich raffiniert. Dazu kommen Grace Kelly, die schönen Dialoge und der Humor, der auch aus Stewarts wenig begeisterter Haltung gegenüber einer gemeinsamen Zukunft entsteht.

Der unsichtbare Dritte steht bei mir auf Platz zwei. Da macht mir schon Cary Grant als zunehmend entnervter Mann, der überhaupt nicht versteht, was man von ihm will, großen Spaß. Der Film verbindet Spannung, Abenteuer und Liebesgeschichte mit einer Leichtigkeit, die ich sehr mag. Natürlich ist manches unwahrscheinlich. Aber wenn Grant mitten im Nirgendwo steht und auf jemanden wartet, bin ich so bei ihm, dass mir mögliche Ungereimtheiten ziemlich egal sind. Hitchcock nimmt sich dort Zeit und macht gerade aus der menschenleeren Landschaft etwas Bedrohliches. Es braucht eben keine dunkle Gasse, damit einem unwohl wird.

Auf Platz drei folgt Cocktail für eine Leiche. Hier gefällt mir besonders, wie die beiden Täter ihre vermeintliche Überlegenheit vorführen wollen und sich dabei immer weiter in Schwierigkeiten bringen. Die Leiche liegt in der Truhe, die Gäste bedienen sich am Essen, und jede harmlose Bemerkung kann plötzlich gefährlich werden. Durch die langen Einstellungen sitzt man gewissermaßen mit in dieser Wohnung fest. James Stewart passt wunderbar in die Rolle des ehemaligen Lehrers, der allmählich begreift, was geschehen ist. Sein Entsetzen gilt schließlich auch der Erkenntnis, was die beiden aus seinen eigenen Äußerungen gemacht haben. Das gibt dem Film eine Bitterkeit, die über das spannende Versteckspiel hinausgeht.

Überhaupt mag ich an Hitchcock, dass seine Figuren häufig an durchaus vertrauten Schwächen scheitern. Neugier, Eitelkeit, Eifersucht oder der Wunsch, alles im Griff zu haben, reichen aus, um eine Katastrophe in Gang zu setzen. Und er erzählt das so anschaulich, dass man selten lange Erklärungen braucht. Ein Blick auf einen Gegenstand kann genügen, und schon wartet man nervös darauf, ob jemand anderes ihn ebenfalls bemerkt. Für mich liegt darin viel von seinem Können: Er weiß genau, wohin wir schauen und welche Schlüsse wir daraus ziehen.

Sehr empfehlenswert ist übrigens François Truffauts Gesprächsbuch Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?. Truffaut fragt genau nach, wie bestimmte Szenen entstanden sind und weshalb Hitchcock sie so aufgebaut hat.
 
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