Serie A Knight of the Seven Kingdoms

Darth_Seebi

ganz böser Sith
Folge 1 der neuen GoT-Serie ist mittlerweile gestartet. Mit gerade mal 40 Minuten war sie überraschend kurz, andererseits hat jetzt eine solche Kurzgeschichte auch nicht unbedingt DEN Stoff.

Mal hielt sich insgesamt recht nahe an das Buch. Minuspunkte gibt es für die zu lange Feier (hat sich gezogen) und die Kak-Szene (fand ich grauslich). Ansonsten wurden Dunk und Egg sehr gut getroffen und wirkten auch sympathisch. Der Humor stimmt ebenfalls. Sex und Gore gab es weniger als von GoT gewohnt und ich rechne damit, dass die Serie eher FSK12 werden wird (obwohl Titten bei der gestellten Leiche natürlich nicht fehlen durften
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).

Vom Produktionswert ist man dort, was man von GoT gewohnt ist. Sprich kinoreie Bilder der einzelnen irischen Landschaften und ich war wieder sofort drinnen. Große epische Szenen gab es natürlich (noch) nicht, aber soll ja auch ne kleinere - und damit vermutlich billigere - Serie werden. Interessant, dass es zwar etwas Multikulti bei den Huren etc. gab aber die Ritter großteils weiß dargestellt wurden. Hatte hier nach HotD mit mehr gerechnet, aber trägt dazu bei, dass sich Westeros wieder mehr wie das eurpäische Mittelalter anfühlt. Magie gibt es vorlagenbedingt natürlich keine.

Insgesamt jetzt keine große Überraschung. Hat mir gefallen und ich bleibe natürlich weiter am Ball, auch wenn ich jetzt nicht den großen Wurf wie bei GoT erwarte:

7 von 10 Heckenrittern!
 
Folge 1 fand ich erfrischend leichtfüssig. Etwas Herz gibt es bei den Figuren auch schon … Gründe für neue Bekanntschaften, Enttäuschungen.

Um die grosse Geschichte zu sein, ist das natürlich zu viel Standard. Aber die Umsetzung gefällt mir auf den ersten Blick auf jeden Fall. Kann sich sicher zu was Interessantem aufbauen.
 
Mir hat die erste Folge sehr gut gefallen. Der Hauptdarsteller ist mMn perfekt gewählt und macht seine Sache super.
Gerne mehr davon.....ich habe das Buch nicht gelesen und bin daher gespannt wie es mit Duncan weitergeht =)
 
Ich bedaure sehr, dass A Knight of the Seven Kingdoms ausschließlich auf HBO Max zu sehen sein wird. Nach Amazon Prime, Disney+ und Netflix mache ich kein weiteres Fass mehr auf. So interessant die Serie auch ist, diese zunehmende Zersplitterung der Streaming-Landschaft sorgt bei mir eher für Frust als für Vorfreude.
Gut, es gäbe ja noch die Möglichkeit des Streaming-Dienst-Hoppens (und darauf wird es zumindest bei mir auch hinauslaufen - vielleicht ist das ja für dich auch eine Option), aber grundsätzlich kann ich dich verstehen. Weil jetzt parallel "A Knight of the Seven Kingdoms" auf HBOmax und "Star Trek: Starfleet Academy" auf Paramount+ gestartet sind, ich aber nicht beide Dienste gleichzeitig abonnieren möchte, musste ich mich entscheiden, welche von beiden Serien ich "live" verfolge. Der Zuschlag ist auf die ST-Serie gefallen, die Serie hier schaue ich irgendwann nach, wenn es passt - aber den "Hype" verpasse ich damit halt...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe die Novelle zu A Knight of The Seven Kingdoms nicht gelesen. Ich weiß daher nicht, wohin die Reise von Dunk führen wird, welche Prüfungen auf ihn warten oder wie groß das Ganze noch werden soll. Stattdessen nehme ich diese erste Episode als Momentaufnahme. Nach dem, was der Trailer andeutet, wirkt sie wie die Ruhe vor dem Sturm. Alles ist noch vergleichsweise geordnet, fast behaglich, aber man spürt, dass dieser Zustand nicht von Dauer sein kann.

Die Figuren sind unterhaltsam. Selbst Nebenrollen haben Charakter. Der Turniermeister bleibt hängen, weil er mehr ist als bloße Funktion, und der exzentrische Lord Lyonel Baratheon bringt eine Energie in die Szenen, die sofort Spannung erzeugt. Das sind Figuren, die nicht nur auftreten, sondern den Raum verändern, sobald sie da sind.

Dunk selbst ist kein Held im klassischen Sinn. Er ist kein glänzender Ritter, kein geborener Anführer und erst recht kein Stratege. Er ist gutmütig, etwas unbeholfen und zu ehrlich für die Welt, in der er sich bewegt. Gerade darin liegt seine Stärke als Figur. Er versucht, das Richtige zu tun, auch wenn er dafür eigentlich viel zu groß, zu naiv und zu wenig abgeklärt ist. Peter Claffey spielt ihn mit sicherem Timing. Kleine Pausen, verzögerte Reaktionen und seine körperliche Präsenz sagen oft mehr als lange Dialoge. Man glaubt ihm die Unsicherheit ebenso wie den guten Willen.

Auffällig ist die ruhige Tonalität der Folge. Nichts drängt, nichts will sofort beeindrucken. Der Humor ist trocken und beiläufig, nicht auf Pointen gebaut, sondern aus den Situationen heraus geboren. Gleichzeitig liegt über vielen Szenen ein feiner Schleier von Melancholie. Westeros befindet sich in einer vergleichsweise friedlichen Phase, doch dieser Frieden wirkt fragil.

Besonders angenehm finde ich, dass die Dialoge Raum haben. Sie dürfen atmen. Blicke erzählen oft mehr als Worte, und Schweigen wird nicht sofort mit Erklärungen zugedeckt. Die Serie traut sich, ruhig zu sein und darauf zu vertrauen, dass man aufmerksam bleibt. Für mich ist das ein unterhaltsamer Auftakt, der nicht laut sein muss, um Wirkung zu entfalten. Ich bin gespannt wie sich die Heldenreise gestalten wird.
 
Die zweite Folge fühlt sich an, als hätte die Serie nun endgültig ihren Ton gefunden. Sie erzählt ruhig, ohne Eile, und vertraut darauf, dass Figuren und Situationen für sich sprechen.

Dunk muss sich in Ashford weiterhin in einer Welt behaupten, in der Ansehen nicht durch Haltung entsteht, sondern durch Namen, Erinnerungen und Zugehörigkeit. Die Folge macht daraus kein großes Thema, sondern lässt es in vielen kleinen Momenten sichtbar werden. Ein abgewandter Blick, ein zögerlicher Gruß, eine kurze Nachfrage reichen aus, um zu zeigen, wo Dunk steht und wo nicht.

Dunk wirkt dabei verletzlicher als zuvor. Er ist jemand, der versucht, seinem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Die Erinnerung an Ser Arlan ist für ihn Halt und Verpflichtung zugleich.

Man merkt, wie sehr ihn der Gedanke umtreibt, diesem Erbe gerecht zu werden, auch wenn kaum jemand den Namen seines Mentors noch kennt.

Egg steht Dunk als kluger, aufmerksamer Begleiter zur Seite. Er beobachtet mehr, als er sagt, und versteht die Welt, in der sie sich bewegen, oft besser als sein Herr. In seinen Blicken und knappen Kommentaren steckt viel Wissen, aber auch Vorsicht.

Die Gespräche zwischen Dunk und Egg wirken natürlich und ungezwungen. Man hat nie das Gefühl, dass hier Informationen für das Publikum untergebracht werden sollen. Stattdessen entstehen echte Dialoge zwischen zwei Menschen, die aufeinander angewiesen sind und sich langsam besser kennenlernen. Ihre Beziehung wirkt stabiler, vertrauter.

Besonders prägend für die Folge sind die Nebenfiguren. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund, geben der Episode aber Tiefe. Die Ritter und Turnierbesucher, denen Dunk begegnet, sind knapp, manchmal reserviert, manchmal höflich, aber immer standesbewusst. In wenigen Sätzen wird klar, wie sehr Ruf und Herkunft hier zählen. Das Umfeld wirkt lebendig und glaubwürdig, nicht wie Kulisse, sondern wie eine gewachsene Welt.

Eine Schlüsselfigur ist Prinz Baelor Targaryen. Sein Auftritt ist ruhig und von großer Selbstverständlichkeit geprägt. Er hört Dunk zu, ohne Eile, und begegnet ihm mit offenem Interesse. Dass er sich an Ser Arlan erinnert, fühlt sich nicht wie ein dramaturgischer Kniff an, sondern wie ein ehrlicher Moment zwischen zwei Menschen. Baelor steht für eine Form von Adel, die nicht aus Distanz besteht, sondern aus Haltung. Seine Anerkennung verleiht Dunk etwas, das ihm bis dahin gefehlt hat.

Auch Tanselle gewinnt in dieser Folge an Gewicht. Sie ist offen, direkt und aufmerksam. In ihren Gesprächen mit Dunk entsteht eine leichte, unaufdringliche Nähe, die nichts verspricht und doch viel sagt. Sie sieht ihn nicht als Ritterfigur, sondern als Mann, der sich bemüht. Diese Begegnungen geben der Folge Wärme und lassen Dunk greifbarer werden.

Optisch bleibt alles bodenständig. Gasthöfe, Wege und Turnierplätze wirken benutzt, nicht inszeniert. Die Kamera bleibt nah bei den Figuren.

Der Humor ist leise und entsteht aus Situationen und Dialogen. Man schmunzelt öfter, als dass man laut lacht, und genau das passt zum Ton der Serie. Nichts wirkt bemüht, nichts überzeichnet.

Am Ende hinterlässt die zweite Folge den Eindruck einer Erzählung, die sich Zeit nimmt und genau weiß, was sie will.
 
Weiterhin sehr buchnah ist auch Folge 2. Wobei es etwas Kürzungspotential gäbe. Könnte mich jetzt z.B. nicht an das Tauziehen im Buch erinnern und erscheint mir als Szene eher sinnlos, hat sie nichts weitergebracht. Auch hätte es die Szene mit Hellerbaums Riesenpenis beim Pissen zu Beginn der Folge nicht gebraucht (vergleichbar mit der Kak-Szene in Folge 1, hoffentlich gibt es so etwas jetzt nicht jede Episode zu "bewundern").

Ansonsten ist Baelor wie im Buch sehr sympathisch und das erste Treffen mit ihm und Maekar gefällt.

Insgesamt wie schon Folge 1 ganz gut, aber mit Luft nach oben:

7 von 10 Krabbenfischern!
 
Für Dunk ist die Tauzieh-Szene wichtig, weil er hier zum ersten Mal in dieser Folge nicht bittstellend oder defensiv handelt. Er organisiert kein Wappen, er verhandelt nicht, er erklärt nichts. Er zieht, ganz wörtlich. Seine Körperlichkeit wird rein funktional eingesetzt. Er gewinnt nichts Großes, aber er ist sichtbar nützlich. Das passt perfekt zu seiner zukünftigen Rolle, wie ich annehme. Er ist ein Mann, der überlebt, weil er etwas kann, nicht weil er etwas darstellt.

Gleichzeitig stabilisiert die Szene die soziale Dynamik im Lager. Lyonel wirkt hier nicht wie ein ferner Adliger, sondern wie jemand, der andere einfach einsammelt und mitzieht. Egg ist dabei, steht aber vorne am Tau, klein, leicht und fast schon als visueller Witz. Das Ganze erzählt Beziehung, ohne viele Worte zu brauchen. Man versteht, wie diese Figuren zueinander stehen, weil man sieht, wie sie gemeinsam an etwas ziehen und wer am Ende die Last trägt.

Entscheidend ist für mich aber der Platz der Szene innerhalb der Folge. Sie steht kurz vor dem Moment, in dem der Ton kippt. Pferdeverkauf, existenzielle Entscheidungen und das Turnier als reale Gefahr. Das Tauziehen funktioniert wie ein kurzer Atemzug davor. Es ist laut, lebendig und ausgelassen. Genau dadurch macht es den späteren Ernst umso spürbarer. Die Folge zeigt hier sehr klar, dass dies keine Abenteuergeschichte ist, in der der Spaß einfach weiterläuft. Der Spaß hat seinen Platz, aber er ist fragil.
 
Die vierte Folge von A Knight of the Seven Kingdoms ist bereits am Freitag, dem 6. Februar 2026, ab 9:01 Uhr morgens auf HBO Max verfügbar.

Der vorgezogene Veröffentlichungstermin hat einen Grund: Am Sonntagabend, dem 8. Februar, wird in den USA der Super Bowl ausgetragen. Aufgrund der Zeitverschiebung findet das Sportereignis hierzulande in der Nacht von Sonntag auf Montag statt.
 
Folge 3 gesehen.
Als Buchkundiger freute ich mich schon auf die Offenbarung
von Eggs Identität als Tagaryion.
War ein toller GRRMmäßiger WTF-Twist.

Ansonsten hatte die Episode viele schöne Momente zwischen Dunk und Egg. Das Turnier mit dem Pferd-töten war spektakulär. Und es gibt ein Wiedersehen mit dem coolen Baratheon-Lord, der mich etwas an Tyrion von GoT erinnert.

Von dem her trotz extrem kurzer Laufzeit (ohne Abspann unter 30 Minuten) das erste Highlight der Serie:

8 von 10 Punkten!
 
Die dritte Folge von A Knight of the Seven Kingdoms empfinde ich als schwächer als die ersten beiden, obwohl sie inhaltlich eigentlich sehr viel bietet. Gerade darin liegt für mich das Problem. Während die Serie am Anfang angenehm konzentriert erzählt, zwei Figuren, ein Weg, ein vorsichtig wachsendes Vertrauen, öffnet sich diese Folge in zu viele Richtungen auf einmal.

Der Beginn gefällt mir noch gut. Dass Egg ein Pferd trainiert und Dunk ihm das Flickennähen beibringt, passt genau zu dem Ton, den ich an der Serie mag. Es sind kleine, unspektakuläre Szenen, in denen Nähe entsteht. Auch Eggs Bitte, Dunks Knappe bleiben zu dürfen, selbst nach dem Turnier, wirkt ehrlich und wichtig. Zum ersten Mal wird klar, dass Egg mehr will als nur mitzulaufen. Gleichzeitig hängt über allem Dunks Angst, seinen Ritterstatus zu verlieren, falls er scheitert. Das ist ein echter innerer Konflikt, der für mich trägt.

Danach verzettelt sich die Folge zunehmend. Der Versuch des Turniermeisters, Dunk zu einem arrangierten Sieg zu bewegen, ist eigentlich ein starkes Motiv. Es geht um Macht, Stand und darum, wie wenig Ritterlichkeit mit Gerechtigkeit zu tun hat. Aber Dunk lehnt ab, und damit ist die Sache praktisch erledigt. Es entstehen keine spürbaren Folgen, kein Druck, kein Risiko. Ich habe das Gefühl, dass hier ein Konflikt angerissen und sofort wieder fallengelassen wird.

Ähnlich empfinde ich das Turnier selbst. Aerions unehrenhaftes Verhalten, das Verletzen des Pferdes und die Eskalation im Publikum sind heftig, aber sie stehen für mich isoliert im Raum. Aerion ist eindeutig grausam, aber auch sehr eindimensional. Es gibt keinen Moment, in dem ich über ihn nachdenken muss. Er ist einfach der Unsympath, und dabei bleibt es.

Auch die Szene mit der Wahrsagerin verstärkt dieses Gefühl. Die Prophezeiungen sind groß und bedeutungsschwer, vor allem in Bezug auf Egg. Aber sie werden nur ausgesprochen und nicht weiter verankert. Für mich wirken sie wie ein Vorausverweis für später, nicht wie etwas, das die Figuren im Hier und Jetzt wirklich berührt oder verändert.

Das Gespräch zwischen Dunk und Raymun Fossowey beim Trinken gefällt mir deutlich besser. Zum ersten Mal höre ich die Targaryens nicht aus der Perspektive von Macht und Glanz, sondern aus der eines Mannes, der sie ablehnt. Maekar erscheint als harter Vater, seine Söhne als Problemfälle.

Am stärksten ist für mich die Szene mit Tanselle. Ihr Puppenspiel, in dem ein Drache getötet wird, ist eine klare Provokation, und dass Aerion sich davon angegriffen fühlt, passt vollkommen zu seinem Charakter. Der Übergriff auf Tanselle ist der erste Moment der Folge, in dem wirklich etwas auf dem Spiel steht. Als Dunk eingreift und Aerion zu Boden schlägt, tut er das nicht heroisch oder überlegt, sondern instinktiv. Genau das macht die Szene glaubwürdig.

Und dann endet die Folge mit Eggs Enthüllung. Inhaltlich ist das ein starker Punkt, vielleicht sogar der entscheidende der bisherigen Serie. Aber genau hier bricht die Folge ab. Ich weiß nicht, wie Dunk darauf reagiert, ob er sich betrogen fühlt, verletzt, wütend oder erleichtert. Der Moment steht im Raum, bekommt aber kein Gewicht. Statt gespannter Neugier bleibt bei mir vor allem das Gefühl, dass etwas abgeschnitten wurde.

Am Ende bleibt für mich der Eindruck, dass diese Folge zu viel auf einmal erzählen will. Turnierpolitik, Klassenunterschiede, Gewalt, Prophezeiung, Machtmissbrauch und Identität sind alle vorhanden, aber nichts bekommt die Ruhe, die es braucht. Die ersten beiden Folgen waren langsamer, intimer und klarer fokussiert. Und genau deshalb wirkt Folge 3 auf mich trotz ihrer starken Einzelmomente insgesamt schwächer.
 
Nach 3 Folgen bin ich ziemlich beeindruckt von dem Pacing. Weder Handlung noch Figuren kommen zu kurz.

Klar, ewig Zeit ist nicht da in einer halben Stunde, damit die einzelnen Szenen ausreichend atmen können. Aber bislang kriegt man den Spagat für mich sehr gut hin.
 
Die vierte Folge von ist für mich eine der stärksten der bisherigen Episoden der Staffel.

Schon der Einstieg zeigt, wie bewusst hier gearbeitet wird. Der vermeintliche Sternenhimmel entpuppt sich als nackte Mauer. Freiheit wird zu Gefangenschaft, Hoffnung zu Ironie. Dunk liegt nicht mehr unter seiner Ulme, sondern unter einem Dach, das er nie wollte.

Das Gespräch zwischen Dunk und Egg im Kerker gehört zu den besten Szenen der Folge. Hier geht es um verletztes Vertrauen. Dunk ist wütend, und das vollkommen zu Recht. Gleichzeitig zeigt die Szene sehr schön, wie Egg langsam begreift, was er angerichtet hat. Nicht in einem großen Moment, sondern schrittweise. Man sieht ihm an, wie ihm klar wird, dass das Spiel mit falschen Identitäten für ihn harmlos war, für Dunk aber existenziell. Das wirkt ehrlich und ungezwungen, auch wegen des starken Spiels der beiden Darsteller.

Mit Baelor kommt dann eine Figur ins Zentrum, die der Folge ihr moralisches Gewicht gibt. Seine Frage, wie gut Dunk wirklich als Ritter ist, funktioniert auf mehreren Ebenen. Es geht um Kampfkunst, aber genauso um Haltung. Um die Frage, ob Ritterlichkeit etwas ist, das man trägt, oder etwas, das man lebt. Baelor wirkt dabei nie wie ein idealisierter Held. Er ist ein Mann in einem Amt, gefangen zwischen Familie, Macht und Überzeugung. Gerade deshalb ist es so stark, dass er später selbst Position bezieht.

Besonders gelungen ist der Umgang mit Recht und Gerechtigkeit. Das Urteil der Sieben wird nicht als ehrwürdige Tradition gefeiert, sondern als etwas zutiefst Ungerechtes entlarvt. Wenn Duncan keine sieben Mitstreiter findet, gilt er automatisch als schuldig. Nicht wegen seiner Tat, sondern wegen seines Standes. Die Götter dienen hier nur als Vorwand, um bestehende Machtverhältnisse zu zementieren. Das fühlt sich erschreckend logisch an und sehr zeitlos.

Auch der Humor sitzt. Der Furz nach Dunks großer Rede ist kein billiger Gag, sondern eine bittere Pointe. Die Menge will Unterhaltung, kein moralisches Ringen. Dunks Worte verhallen, weil sie unbequem sind. Das ist ernüchternd, aber genau deshalb so wirkungsvoll. Die Serie macht sich hier keine Illusionen über Ritterromantik oder Volksnähe.

Die Szenen mit dem Schmied und dem neuen Schild gehören zu den leisen Höhepunkten. Hoffnung entsteht hier nicht durch große Reden, sondern durch kleine Gesten. Ein besserer Schild. Ein niedriger Preis. Ein ehrlicher Zuspruch. Man spürt, dass Dunks Verhalten Wirkung hat, vor allem bei denen, die selbst wenig Macht besitzen. Ritterlichkeit zeigt sich hier nicht im Glanz, sondern im Alltag.

Das Ende mit Baelors Auftritt in der Arena ist schließlich stark, ohne sich aufzudrängen. Die Musik greift bewusst auf bekannte Motive zurück, aber nicht, um Nostalgie billig auszuschlachten. Sie markiert den Moment, in dem aus einer persönlichen Geschichte wieder eine politische wird. Haltung bekommt Konsequenzen.

Diese Folge ist im Kern ein großes Vorbereitungskapitel. Aber eines, das viel über Westeros, über Macht und über Moral erzählt. Sie zeigt, wofür diese Serie steht. Nicht für Spektakel um jeden Preis, sondern für Figuren, die in schwierigen Situationen Entscheidungen treffen müssen. Und genau deshalb bleibt sie hängen.
 
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