Auf den ersten Blick wirkt Folge 7 sehr actionlastig. Maul kämpft, Devin flieht, Riley wird entführt, das Imperium zieht die Schlinge enger. Aber unter dieser Oberfläche arbeitet die Serie weiter an genau dem Konflikt, der sie von Anfang an interessant gemacht hat: Was will Maul eigentlich von Devin, und warum fällt es ihm so schwer, sie wirklich zu erreichen?
Maul versucht weiterhin, Devin auf seine Seite zu ziehen, aber er ist kein Palpatine. Ihm fehlt die Geduld, die Kälte, die lange Strategie. Sobald Devin nicht so reagiert, wie er es erwartet, wird aus seinem Werben wieder Zorn. Maul kann verführen, drohen, kämpfen und verletzen, aber er kann nicht dauerhaft ruhig bleiben. Er ist selbst viel zu sehr Gefangener seiner Vergangenheit.
Devin wiederum wird hier immer interessanter. Sie ist nicht einfach die reine Jedi-Schülerin, die gegen das Böse bestehen muss. In ihr wächst Wut. Sie hat Angst um Riley, sie fühlt sich verantwortlich, sie ist frustriert von den Grenzen, die ihr Meister ihr setzt. Genau dadurch wird sie für Maul gefährlich erreichbar. Die dunkle Seite erscheint hier nicht als plötzlicher Schalter, sondern als etwas, das langsam in Momenten von Überforderung entsteht.
Eeko-Dio-Daki wirkt zunehmend wie jemand, der in alten Regeln feststeckt. Seine Idee, einfach zu fliehen und den Rest irgendwie dem Schicksal zu überlassen, fühlt sich erschreckend weltfremd an. Devin ist jünger, impulsiver und gefährdeter, aber in dieser Situation auch wacher. Sie sieht, dass Weggehen hier kein moralischer Ausweg wäre.
Dass Maul gegen zwei Inquisitoren so stark in Bedrängnis gerät, muss man sich ein Stück weit zurechtlegen. Ja, er ist verletzt. Ja, er ist psychisch angeschlagen. Und ja, sein Hass auf Palpatine macht ihn zugleich stark und verwundbar. Trotzdem fühlt sich das Kräfteverhältnis manchmal etwas so an, als müsse die Handlung Maul schwächen, damit die Spannung funktioniert.
Dafür sitzen die emotionalen Momente. Der Tod von Scorn trifft Maul sichtbar, auch wenn er es nie offen zugeben würde. In diesem Augenblick denkt man unweigerlich an Savage Opress. Maul verliert wieder Familie, wieder jemanden aus seiner eigenen Welt.
Auch die Mandalorianer bekommen eine interessante Funktion. Ihre Loyalität ist nicht selbstverständlich, sondern an Nutzen und Beute gebunden. Rook Kast bleibt Maul treu, aber um sie herum bröckelt sein Gefolge. Das passt gut zu einer Figur, die immer herrschen will, aber nie wirklich Vertrauen erzeugen kann.