Coruscant

Coruscant | Jeditempel | Zimmer – Eriu, Wes



Eriu nickte bei den Ausführungen von Wes, ging aber nicht weiter darauf ein.. Auf die Frage des Rates nach der Herkunft des Tees nickte der Padawan.


„Er wächst auf den Hängen der Berge nahe der Hauptstadt.“

Über die die Frage wer er denn jetzt sei, dachte er kurz nach, eher er langsam und überlgt antwortete.

„Die Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn das, was ich war, oder konkreter, wie mein Leben verlief, mit allen Höhen und Tiefen, macht mich zu dem was ich bin, oder? Kann man das also trennen? Sollte man es?
Wenn ich es in kurz zusammenfassen soll:
Ein übervorsichtiger älterer Padawan.“


Er lächelte.

„Rätin Horn zeigte mit bereits, wie man die Macht spüren kann und Levitation. Beides habe ich geübt. Ich habe aber, das musste ich bei einem Ausflug ins Lazarett lernen, Probleme damit mich beim Spüren von Macht abzugrenzen, selbst zu schützen. Mich haben die Schmerzen des Patienten fast übermannt.
Vielleicht wäre das ein guter Anfang. Aber von der Ausbildung habt Ihr sicher mehr Ahnung als ich.“


Er lächelte sanft, auch wenn die Erinnerung an den Ausflug ins Lazarett nicht gerade positiv in seinen Erinnerungen war. Immerhin hatte er bei dem Versuch zu heilen, das genaue Gegenteil bewirkt, aus Angst, etwas falsches zu tun, statt der Macht zu vertrauen. Mit etwas Abstand hatte er die Situation rekapitulieren können.

„Grundsätzlich fände ich auch die Eisplaneten interessant, ich bin neugierig, muss aber ehrlich gestehen, ich denke nicht, dass ich dort aktuell heimisch werden würde.“



Coruscant | Jeditempel | Zimmer – Eriu, Wes
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian

Eowyn konnte Ians Gesicht nicht sehen, doch seine Stimme klang ruhig, aber bestimmt - mit seiner Tat habe er sie gefoltert. Das... war – ... Sie schlug die Augen nieder. Ja, was war das... Dieser Besuch von Ian, oder Keebo, war furchtbar gewesen. Ein Bruchpunkt in ihrer Zeit auf Bastion, ein Moment, in dem eine Entscheidung so viel verändern und beeinflussen konnte. Ian hatte sie dazu gebracht, sich auf gewisse Art zu entscheiden, und sie hatte... sie hatte es schrecklich gefunden. Er hatte ihr das letzte genommen, was sie gehabt hatte, ihren Stolz, aber das Bild Mellahs war dabei kein großer Faktor gewesen. Nein, sie hatte schon vorher losgelassen gehabt. Dieses Bild hatte sie allerdings weiter verunsichert, und bis heute begriff sie nicht wirklich, was Ian ihr damit hatte sagen wollen. Eine Warnung? Vielleicht. War Rhovan wirklich in Gefahr gewesen? Sie hatte nie gefragt, und jetzt wagte sie es erst recht nicht.
Denn wenn Ian davon überzeugt war, sie gefoltert zu haben, dann konnte das für sie beide nur noch mehr Probleme bedeuten. Es spielte keine Rolle, wie sie es sah, und auch nicht, dass es am Ende nicht mehr viel geändert hätte, denn Ian empfand, wie er empfand. Bloß... was sollten sie anderes tun als es zu vergessen und irgendwie weiterzumachen? Darüber sprechen? Er würde sich doch nur noch mehr Vorwürfe machen, wenn er erfuhr, was in dieser Zeit in ihr losgewesen war und was nach seinem Besuch alles geschehen war. Was sollte reden schon ändern? Es konnte nichts ändern. Er war überzeugt gewesen, das richtige zu tun, und hatte danach gehandelt. Vielleicht war es falsch gewesen, vielleicht aber auch richtig. Vielleicht war es notwendig gewesen, damit Ian weitermachen konnte. Sie wussten es nicht und würden es niemals erfahren. Also mussten sie weitermachen.

Würde sie weitermachen können, wenn sie glaubte, sie hätte Ian gefoltert?

Eowyn wusste es nicht, aber sie ahnte, dass die Antwort gut möglich "nein" lauten konnte. Zu groß würde ihre Schuld für sie wiegen. Ian aber... war anders, oder? Vielleicht hatte er mehr Stärke. Sie musste in ihn vertrauen... und darauf, dass seine Schuld ihn nicht auffressen würde.
Wieso nur, wieso war Ian damals mitgekommen? Warum war er überhaupt mit West zusammengewesen? Da war so vieles, was sie von Ians Seite einfach noch nicht wusste. Nicht einmal, wieso sie eigentlich in Sturns Bereich gelandet war. Aber auch das... sie wagte nicht zu fragen. Es war immer möglich, dass sie eine falsche Frage stellte und ihn an Dinge erinnerte, die er nicht im Kopf haben wollte. Nein. Allgemeine Fragen, ja. Spezifische... erst einmal nicht.

Und wie es nun weitergehen sollte, mit dieser Aussage?
Sie hatte keinen blassen Schimmer...

Sie kamen dann auf ihre Verletzung zu sprechen und es geschah, was Eowyn vermutet hatte. Ian dachte gar nicht daran, die Hoffnungen klein zu halten, das war offensichtlich. Nein, er wurde richtiggehend aufgeregt, mehr als sie selbst. Und wie sie weiter vorgehen sollte? Wenn sie das nur wüsste. Am liebsten hätte sie es niemandem erzählt, nicht einmal Ian. Wenn andere hofften, begann auch sie zu hoffen, und enttäuschte Hoffnung... Nein. Außerdem war der Tag bisher so anstrengend gewesen... Aber Ian hatte vermutlich recht. Rein logisch, rational, vernünftig, war es wohl sinnvoll, jemanden herzubitten, der sich damit auskannte, also nickte sie ergeben und griff neben sich ans Bett, um auf den Rufknopf zu drücken.

***

Wenige Tage später lag Eowyn vormittags wieder einmal umgeben von Ian und zwei Heilerinnen auf ihrem Bett, die Bettdecke entfernt, die Beine ab den Knien entblößt. Sie hatte aufgehört, sich dafür zu schämen.
"Tut es", forderte Heilerin Cracken sie freundlich, aber bestimmt auf. "Die OP ist gut verlaufen, und wir haben Euren Rücken ordentlich aufgeräumt. Ich habe es eben noch einmal überprüft. Es ist kein Vergleich zum Zustand zu Beginn. Ihr könnt es. Ihr müsst es nur wollen." Nur wollen. Eowyn hatte nichts gegen Cracken, im Gegenteil, aber als ob es so einfach wäre. Was, wenn es nicht funktionierte? Was, wenn die letzte stabilisiernde OP, die vielen Heilungssitzungen und die andauernden Übungen umsonst gewesen waren? Wenn es jetzt nicht funktionierte, dann war es das. Dann würde es sich nicht mehr bessern, wie auch? Dann war alles getan worden. Dann waren die Schmerzen nach der Konferenz doch Einbildung gewesen... Cracken hatte, nachdem sie sie an jenem Tag dazugezogen hatte, einen Schlachtplan erstellt. Sie war der Meinung gewesen, dass jetzt der richtige Moment war, um die OP anzugehen, die schon davor im Raum gestanden hatte. Zusätzlich hatte sie den Behandlungsplan überarbeitet, nachdem Eowyn ihr von ihrem Erspürten mit der Macht berichtet hatte, und sie mehr eingebunden. Sie hatte kaum Zeit zum Luft holen gehabt in den letzten Tagen zwischen Training mit Malek, dem Erholen von der OP, diesen zig Sitzungen zur Heilung, ihrer ersten Therapiestunde und dazu die ganzen Reaktion der Presse und der Galaxis. Sie hatte zwar versucht, alles zu ignorieren und sich abzugrenzen, aber hin und wieder war es unmöglich gewesen. Immerhin war Ian die ganze Zeit an ihrer Seite gewesen, wie er es gesagt hatte. Es ging aufwärts mit ihnen – und das gab Eowyn Kraft. Natürlich waren sie noch immer unsicher, und Eowyn wagte es bei vielem nicht, es anzusprechen, doch sie konnten immerhin immer normaler miteinander umgehen. Sie würden noch mehr besprechen müssen, das war außer Frage. Doch es war gut, dass sie es offenbar beide unausgesprochen nach hinten geschoben hatten, bis ihre Heilung an einem Punkt war, der es ihr erlaubte, etwas Energie dafür abzuzweigen. Energie, die ihr auch dadurch fehlte, dass sie noch immer nicht gut schlief. Sie beide nicht. Und Eowyn fragte sich manchmal, ob sich das je wieder ändern würde...

Cracken sah sie noch immer abwartend an, die Augenbrauen nach oben gezogen. Dann seufzte die Menschenfrau.
"Rätin – auch, wenn ich aktuell die meiste Zeit bei Euch bin, ob Ihr es glaubt oder nicht, ich habe noch andere Patienten und nicht den ganzen Tag Zeit. Und Ihr auch nicht, so weit ich weiß." Schuldbewusst nickte Eowyn. Sie hatte ja recht. Da war nur diese enorme Angst, dass alle Hoffnung in wenigen Sekunden zerstört sein würde. Hoffnung, dieses Biest. Hatte sich irgendwie eingeschlichen in den letzten Tagen, in denen alles so beinahe bilderbuchmäßig funktioniert hatte. Eowyn wusste nicht, wann es geschehen war, aber es war geschehen. Was schlecht war. Denn Hoffnung war ein großes Problem...
Aber je länger sie zögerte, desto schlimmer würde es auch werden.
Und eigentlich... dieses Kribbeln, das war jetzt dauerhaft da. Es war keine Einbildung. Eigentlich konnte nichts schiefgehen. Es durfte nicht...

Sie schloss ihre Augen und fuhr mit der Macht die Linien in ihrem Körper entlang, wie sie es in den letzten Tagen immer und immer wieder getan hatte. Die Linien, die... immer mehr
da waren. Immer mehr leuchteten. Sie konnte es nicht erklären, und sie wusste auch nicht wirklich, was das alles darstellte, aber es funktionierte, und das war alles, was zählte. Mittlerweile konnte sie diese Linien eigentlich schon sehen, ohne sich zu konzentrieren. Sie waren dicker geworden, hatten sich immer mehr verästelt. Beinahe so, wie die Narben, die sie am ganzen Körper trug, aber diese hier waren gute Linien. Und als sie wusste, wo all diese Linien verliefen; als sie spürte, dass sie ihren ganzen Unterkörper verbanden, da wagte sie es das erste Mal, sie zu bewegen.
Ein leises Aufkeuchen durchbrach ihre Konzentration – Heilerin Danakar.
Sie bewegte die Linien noch einmal, auf der anderen Seite. Und noch einmal. Und noch einmal... sie öffnete ihre Augen. Starrte auf ihre Beine. Und bewegte die Linien
erneut.

Sie sah, wie die Zehen an ihrem rechten Fuß sich in Richtung ihres Oberkörpers neigten. Eowyn stieß die Linien in die andere Richtung, der Fuß machte die Bewegung mit. Die andere Seite. Das gleiche Spiel.
Blind tastete Eowyn nach Ians Hand, ergriff sie, drückte sie – ließ alle Anspannung darin fließen.
Danke, flüsterte sie, wusste gar nicht, was sie fühlen sollte. Erleichterung? Freude? Dankbarkeit? Hoffnung? Da war alles – und gleichzeitig nichts. Danke, wiederholte sie und sah Cracken an, die sie anstrahlte - eine seltene Regung in der eigentlich immer so konzentriert arbeitenden Frau. Ihr habt ein Wunder vollbracht. Ich stehe auf ewig in Eurer Schuld. Sie würde wieder laufen. Sie würde. Sie musste. Und sie würde keinen einzigen Schritt jemals wieder für selbstverständlich halten.
Cracken zuckte mit den Schultern.
"Gern geschehen. Und Ihr habt Euren Teil dazu beigetragen, vergesst das nicht. Denkt jetzt aber bloß nicht, das war es – nein, jetzt folgt der wirklich harte Teil. Üben, üben, üben. Ihr werdet irgendwann nicht wissen, ob es Muskelkater ist, warum Ihr nicht laufen könnt, oder Eure Lähmung zurückkehrt. Aber haltet durch, ich garantiere Euch, es sind die Muskeln. Darf ich?"
Eowyn nickte, und Cracken machte sich daran, die Beine zu untersuchen, fragte, kommentierte, während Danakar Notizen machte. Bald darauf verabschiedeten sich die beiden, und Eowyn war mit Ian alleine, ihre Hand immer noch in seiner. Ich werde wieder laufen, Ian, war das erste was sie ihm sagte, nachdem die Tür sich geschlossen hatte. Und dann können wir heiraten. Ob es absurd war, von Heirat zu sprechen, nachdem sie beide sich oft noch so fern waren? Definitiv. Eowyn hatte keinen blassen Schimmer, wie sie sich als Paar entwickeln würden, aber das war ihr egal. Das Leben war zu kurz, um zu warten. Falls Ian wollte, dann würde sie Ja sagen.

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian
 
Coruscant – Jedi Tempel – Krankenstation – mit Riuen und Q'Tahem

Elise hörte das "Aha" sehr genau. Es war einer dieser kleinen Laute, bei denen der Inhalt fast keine Rolle spielte, weil alles Wesentliche darunter lag. Riuen war an dem Punkt angekommen, an dem er das Thema nicht weiter zerlegen wollte. Gut so. Das war mehr Entgegenkommen, als sein Gesicht in diesem Moment zeigte.

Ihre Finger lagen still auf der Decke, die Tasse stand inzwischen neben dem Frühstückstablett und der Tee darin war längst verloren. Einen Moment lang betrachtete sie die mechanische Hand, die er demonstrativ gehoben hatte. Sie tat es kürzer als zuvor. Ohne an ihr hängenzubleiben. Der Punkt war angekommen, und sie war müde genug, um endlich aufzuhören, denselben Gedanken in andere Kleider zu stecken.

"Einverstanden", sagte sie schließlich, wobei ihre Stimme weniger weich klang als zuvor. "Du behältst deine Meinung. Ich behalte meine. Alle bekommen die Wahrheit, vollständig, und dann entscheiden sie selbst."

Sie sah ihn dabei an.

"Und du hältst den Mund nicht, nur weil ich deine Meisterin bin."

Sie ließ diesen Satz einen Atemzug stehen.

"Wenn du etwas für falsch hältst, sagst du es. Du hast gerade sehr deutlich gesagt, was du von meiner Entscheidung hältst, und das ist in Ordnung. Ich werde deswegen meine Entscheidung nicht ändern, aber ich will auch keinen Schüler neben mir stehen haben, der innerlich kocht und äußerlich Gehorsam spielt."

Als Riuen fragte, ob ihr Zustand sich in so kurzer Zeit wirklich verändern würde, hätte sie ihm fast sofort geantwortet. Stattdessen nahm sie sich einen Moment, weil die Antwort nicht nur trotzig klingen durfte. Er hatte recht, diese Frage zu stellen. Jeder vernünftige Mensch in diesem Raum hätte sie stellen müssen.

"Ja", sagte sie dann. "Das glaube ich."

Sie hob eine Hand, langsam, weil jede schnelle Bewegung ihren Körper noch immer daran erinnerte, dass er eigene Vorstellungen von Tempo hatte.

"Seit ich wach bin, hat sich etwas verändert. Es ist nicht weg, und ich werde auch keinem Heiler erzählen, dass ich plötzlich gesund bin. Aber dieses Ding in mir ist leiser."

Ihre Finger legten sich auf ihre eigene Brust, nicht pathetisch, eher suchend, als könne sie die Stelle von außen genauer bestimmen.

"Bis zur Abreise wird es besser sein."

Die Nachricht auf Riuens Comlink hatte kaum Zeit gehabt, in der Welt zu sein, als Bewegung von draußen an die Tür trat. Ein vorsichtiges Klopfen, kein Hämmern, kein Alarm, eher die Art von Klopfen, mit der jemand eintritt, der befürchtet, bereits zu stören. Elise wandte den Kopf zur Seite. Selbst diese kleine Drehung zog leicht im Nacken, aber sie hatte den Körper inzwischen wieder so weit unter Kontrolle, dass sie den Schmerz einordnen konnte.

"Herein."

Als Q'Tahem eintrat, brauchte sie einen Augenblick, um das Bild vor sich mit der Erinnerung von Thearterra zusammenzubringen. Sie kannte ihn. Natürlich kannte sie ihn. Die Expedition hatte Spuren hinterlassen, und Gesichter aus dieser Zeit blieben nicht einfach blass im Hintergrund. Trotzdem traf sie sein Anblick härter, als sie erwartet hatte. Die Robe hing an ihm, als wäre sie für jemanden gemacht, der erst wieder in diesen Körper hineinwachsen musste. Seine Wangen waren eingefallen, seine Haltung vorsichtig, die Schritte wackeliger, als er sie vermutlich wirken lassen wollte.

Elise sagte zuerst nichts. Nicht aus Unsicherheit. Weil sie sich einen Moment nahm, ihn wirklich anzusehen.

"Q'Tahem?"

Ihre Stimme war kratzig und viel zu hoch, so als hätte sie einen Geist gesehen. In ihr steckte Überraschung, Freude, Verwunderung.

Sie hatte auf eine Antwort gehofft. Mit seinem Eintreten hatte sie nicht gerechnet, schon gar nicht so schnell und schon gar nicht in diesem Zustand. Ihr Blick glitt kurz zu Riuen, dann wieder zu dem Nautolaner. Sie atmete einmal langsam ein. Q'Tahem fragte, wie schlimm es war, und die Frage ließ keine elegante Antwort zu. Elise mochte Umschreibungen, wenn sie Zeit hatte. Gerade wollte sie keine.

"Ach was, alles bestens." sie winkte überschwänglich ab. "Aber mal ein Ghoul gewesen zu sein, war nicht meine beste Idee, wie sich jetzt etwas verzögert herausstellt." Wobei sie etwas mit ihren Fingern in Anführungszeichen setzte.

Sie hielt seinen Blick, soweit er ihn zuließ. Die umfangreichen Details sparte sie ihm.

"Sie nennen es Ghul Virus, je nachdem, wer gerade versucht, Ordnung in das Chaos zu bringen. Für mich fühlt es sich an wie etwas, das an Körper und Macht zugleich hängt."

Sie wusste auch, dass Q'Tahem vermutlich mehr verstand, als ihm lieb war. Thearterra war kein Ort, den man vollständig erklärte. Wer dort gewesen war, wusste zumindest, wie unzureichend jeder Bericht blieb.

"Seit ich wach bin, ist es zurückgedrängt. Ich spüre es noch, aber es arbeitet im Moment nicht offen gegen mich. Das verschafft uns Zeit."

Ihr Blick ging kurz zu Riuen, dann zu dem Comlink.

"Wir suchen einen Weg, herauszufinden, was auf Thearterra zurückgeblieben ist, was mich erwischt hat und ob es dort etwas gibt, das uns bei der Behandlung hilft." sie machte eine kleine Pause. "Mein persönlicher kleiner Egotrip."

Sie deutete mit einer kleinen Bewegung auf einen Stuhl, falls Q'Tahem stehenbleiben wollte, obwohl sein Körper sichtbar andere Pläne hatte.

"Setz dich, wenn du kannst."
Als der Nautolaner näher kam, winkte sie ihn dann irgendwie doch heran und vergab eine freundschaftliche Umarmung. "Es tut gut, dich zu sehen." Beide sahen sie fürchterlich aus. "Was ist dir nur zugestoßen?"
Dann schaute sie zu Riuen, der bereits daran arbeitete, ein Team zusammenzustellen.

Coruscant – Jedi Tempel – Krankenstation – mit Riuen und Q'Tahem
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine / Nikis, Sarina plus einige andere

Nikis fing echt an sich zu entspannen. Auch während sie aß, konnte die Frau, die ihm schräg gegenüber saß, Sarina Thorne, eloquent auf seine Gesprächsthemen eingehen. Sie empfand seine Idee, seinen früheren Clan zu kontaktieren, als gut und merke an, dass man sich als Jedi viel zu selten sah, hmm, nach diesem Kommentar wirke sie einen Moment in Gedanken. Er überlegte kurz, ob er dort nachhaken sollte, entschloss sich aber dagegen und ließ nur einen wortlosen Ton der Zustimmung aus.

Als nächstes lobte sie seine Einstellung bezüglich der Krankenstation, hielt ihn dennoch an, bei Beschwerden vorbeizukommen.
Sarina sprach recht sorgenfrei von dem C-Virus, sie sagte auch, dass sie während der Virus-Krise keine große Hilfe gewesen wäre, heißt das, dass sie erst vor kurzem auf dem Planeten angekommen war? Er lächelte etwas: "Ich glaube ihr verkauft euch selbst etwas kurz, ich glaube, zu Hochzeiten des Virus war jedes extra Paar an Händen, Krallen oder sonst was eine gute Hilfe.”

Nikis gelockerte Haltung erstarrte etwas, als die Frau erwähnte, eine Ritterin zu sein, kurz nachdem sie ihm das du angeboten hatte. Eigentlich sollte man erwarten das solche Interaktion inzwischen normal für Nikis sind, immerhin läuft man in Temple jeden Tag Rittern, Meistern, wenn nicht sogar Ratsmitgliedern über den Weg, aber irgendetwas daran direkt zu interagieren versetzte Nikis in seine Kindheit zurück wo er mit Fieber jede Geschichte über die Heldentaten der Jedi verschlang. Mit gefühlt strahlenden Augen hörte er zu, was Meisterin Thorne als nächstes sagte.

Um ehrlich zu sein, überraschte vieles, was die Meisterin in der kurzen Zusammenfassung gesagt hat, nicht. Das Virus war die Entwicklung des Imperators, in Nikis Augen war dies bereits genug Begründung, für den Orden das getan zu tun, was getan werden musste. Eine Info die ihm neu war ist die Kriegserklärung der Republik und der Angriff auf Kashyyyk, Nikis empfand dies als die einzige natürliche Reaktion, das Virus zeigt dass ein Angriff vom Imperium früher oder später gekommen wäre, ein Präventivschlag scheint wie die einzige Lösung.

Es war tatsächlich etwas sorgen erweckend die Meisterin welche bisher so gelassen schien so beunruhigt zu sehen aber wie als ob ein Schalter umgelegt wurde wechselte sie das Thema zu der Frage was er noch so vorhatte:
”Ich muss sagen ich hatte eigentlich geplant nachher in den Archiven zu lesen, allerdings hat mir dieses Gespräch etwas zu denken gegeben, Ich werde wohl auch eine Aufnahme der Pressekonferenz kucken” Es gibt keine Unwissenheit, nur Wissen zitierte er im Kopf “Tatsächlich, wenn es keine Umstände macht Meis- Sarina, dann würde ich gerne die Konferenz zusammen gucken. Dein Wissen scheint das meine in dieser Situation zu übersteigen und außerdem kann es nicht schaden, eine zweite Meinung zu haben.” Er lächelte nervös.

Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine / Nikis, Sarina plus einige andere
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine, Sarina und Nikis plus einige andere

"Ach naja"
, Sarina schluckte herunter, "klar, jede Hand war zu den Hochzeiten natürlich hilfreich. Wenn ich hier war, hab ich durchaus auch mal ne Schicht geschoben, so ists nicht, aber dann halt nur, um Bettzeug zu wechseln oder so was unwichtiges. Ich war eher unterwegs, um die Sachen zu erledigen, die Leute mit mehr Heiltalent nicht mehr erledigen konnten, ich aber schon, da war ich besser aufgehoben. Am Ende ist es immer gut, wenn man seine Fähigkeiten gut einschätzen kann."

Es brachte ja niemandem etwas, wenn sie versuchte, irgendwas zu heilen, während jemand anderes da bessere Chancen hatte. Jetzt aber, wo die ganzen Heilerinnen und Heiler ein wenig Urlaub bekommen hatten, kam sie damit klar. Wunden versorgen und heilen, mal einen Bruch versorgen, das bekam sie auch hin.

Oh. Nikis erstarrte, als Sarina ihren Rang erwähnte, und antwortete nicht einmal auf ihre offene Frage hin nach dem seinen, aber es war nun ziemlich offensichtlich – er war entweder Padawan oder noch Anwärter. Wobei sie eher auf Padawan tippte, wenn er schon eine Weile hier war, aber das musste auch nicht immer etwas heißen. Wusste sie ja von sich selbst und ihren Freunden. Aber gut, sie würde nicht noch einmal fragen, so wichtig war es nun auch nicht.
Viel eher fragte sie nach seinen Plänen, einfach, um das Gespräch am Laufen zu halten. Die Archive also... Gähn. Klar, musste sein, ab und an. Der Gedanke löste trotzdem keine Begeisterungsstürme bei Sarina aus. Vielleicht auch nicht bei Nikis, der seine Pläne jetzt wohl spontan änderte. Und sie dazu einlud, die Konferenz gemeinsam zu sehen. Sie überlegte einen Moment... Dann zuckte sie mit den Achseln.


"Klar, wieso nicht?"

Sie lächelte den Anwärterpadawan an und schob sich die letzte Gabel in den Mund, bevor sie dann mit ihrem restlichen Getränk hinterherspülte.

"Was hältst du davon, wenn wir uns einen leeren Trainingsraum dafür suchen? Der Gemeinschaftsraum ist mir für so was etwas zu überfüllt, da fällt das Konzentrieren schwerer."

Sie wartete noch Nikis Antwort ab, bevor sie dann ihr Tablett schnappte und zur Rückgabestelle brachte. Anschließend machte sie sich zielstrebig auf den Weg zum Trainingsbereich. Einige Räume waren belegt, das konnte sie problemlos spüren, und Sarina wollte auch nicht unbedingt den größten in Beschlag nehmen dafür. Immerhin trainierten sie ja nicht wirklich. Aber wo sollten sie sonst hin, wo man Ruhe hatte, aber gleichzeitig niemanden störte? Die Meditationsräume fand Sarina nicht angemessen, und im Garten war es immer so die Frage, wie ungestört man blieb.
Schließlich aber meinte sie, den passenden Raum gefunden zu haben und steckte vorsichtig den Kopf durch die Tür. Konnte ja sein, dass sich jemand abschirmte und der Raum trotzdem belegt war... aber nein, er war leer. Sarina schob die Tür ganz auf, trat ein, machte es sich auf dem Boden "gemütlich" und zückte ihr Multikommunikationsgerät, welches sie an ihr Datapad koppelte. So konnte sie schließlich eine Miniversion der
Pressekonferenz in den Raum strahlen.
Als Nikis so weit war, startete sie die Aufnahme und hörte interessiert zu...


Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum, Sarina und Nikis
 
Coruscant – Jedi Tempel – Krankenstation – mit Elise

Natürlich hielt Riuen nicht den Mund, nur weil Elise seine Meisterin war. Noch nie war der Chiss Obrigkeitshörig gewesen und er würde jetzt sicher nicht damit anfangen. Das Einzige, was ihn davon abhielt, so manches zu sagen, war ihr aktueller Zustand. Sie mussten nicht einer Meinung sein, würden bei dieser ganzen Sache nicht einer Meinung sein und das war okay. Allerdings konnte Elise nicht erwarten, dass er ihr Zusprach gab. Stehen lassen ja, Zuspruch nein und es schien, als käme sie damit klar, was, wenn nicht, tatsächlich ihr Problem gewesen wäre.

„So einen wirst du hoffentlich auch nie bekommen.“
Wenn Riuen eins auf den Tod nicht ausstehen konnte, dann Wesen, die sich lieber die Zunge abbissen, als einfach frei heraus zu sagen, was sie dachten. Entweder man hatte genug Mumm zu sagen, was auch immer man dachte, oder man hatte es nicht besser verdient, als unter dem zu leiden, was da gerade in einem schlummerte. In den meisten Fällen war ex absolut unsinnig Dinge hinunter zu schlucken, vor allem, wenn sie eine Größe hatten, die auch einen Hutten an die Grenzen der Erstickungsgefahr bringen würden. ‚Friss oder stirb‘ war das Gegenteil von dem, was Riuen lebte. Sag was du denkst, kämpf für das, was dir wichtig ist und wenn du es nicht tust, heul am Ende nicht rum. Einfacher Grundsatz.

Was Elises Zustand betraf, hätte der Chiss seiner Meisterin gerne geglaubt. Doch sie konnte sagen, was sie wollt. Nichts davon war auch nur im Ansatz überzeugend.
Ich hätte gerne deine Überzeugung, Elise. Wärst du nicht vor mir zusammengebrochen, aus dem Nichts und hätten mir die überaus fähigen Heiler nicht gesagt, dass sie nicht den Hauch einer Ahnung haben, würde mir das alles sehr viel einfacher fallen. Ich vertraue dir. Aber nicht dem, was da in dir schlummert. Also bleibt mir nur zu hoffen und für den Fall, der hoffentlich nie eintritt: Sollte sich dein Zustand verschlimmern, werden wir diese Diskussion wieder aufnehmen.“ Ganz sicher würde er Elise nicht mit nach Thearterra nehmen, wenn sie sich kaum aufrecht halten konnte. Wie auch immer, es klopfte und sein Gegenüber gab das Zeichen, dass die Person eintreten durfte.
Ein Nautolaner trat ein, den Elise mehr fragend als Q‘Tahem titulierte und sie hätten einander nicht kennen zu müssen, auch so war deutlich, dass Elise schockiert vom Aussehen des Mannes war.
Riuen gab sich nicht die Mühe, den anderen unauffällig zu mustern. Auch wenn er sonst ein Mindestmaß an Höflichkeit an den Tag legte, war ihm das unmöglich. Erst, als der Chiss kapierte, dass er den anderen anstarrte, zwang er sich, den Blick abzuwenden. Das Gefühl blieb. Hätte ein erster Blick vermuten lassen, dass der Nautolaner eine schwere Krankheit überstanden hatte, ließ ein zweiter Blick vermuten, dass er gefoltert worden war. Ein fehlender Tentakel, die Art, wie er sich bewegte, wie er sprach. War er eine der Geislen, die gegen Janus eingetauscht worden waren? Oh, jetzt zwang sich der Chiss, seine mentale Barriere in einer Millisekunde hinauf zu ziehen, denn da war es schon wieder, überdeutlich zu spüren. Das Gefühl nagenden Hasses, das durch seine Adern floss. Das waren Sith gewesen, selbst wenn Q‘Tahem kein Austausch Kandidat gewesen war, das hatten Sith ihm angetan, er wusste es genau.
Er spürte es. Selbst von Imperialen gefoltert war das, was ihm widerfahren war, nichts im Vergleich zu dem, was dieser Mann erlebt haben musste. Auch das spürte der Chiss überdeutlich. Elise schließlich antwortete auf die Frage, als Riuen längst wusste, dass er Q auf keinen Fall mit nach Thearterra nehmen würde. Ein Überlebender, der aussah, wie ein Schatten seiner selbst, musste sich erholen. Riuen wusste nicht mehr, was er nun spüren sollte. Neben dem Hass, den er vor den anderen verbarg, waren da Mitgefühl und Frustration und Riuen spürte, wie er die Arme vor der Brust verschränkte, um sich vor sich selbst zu schützen.
Das ohnehin schon winzige Team wurde kleiner und das fachte natürlich eine ganz andere Angst in der Blauhaut an. Wenn niemand helfen konnte, hatten sie ein Problem. Ein riesiges.

„Das waren Sith, oder?“
Beinahe klang das Wort vollkommen neutral. Sith. Als spräche er nicht von Monstern, als spräche er nicht von Mördern, die sich allein ihrer Zugehörigkeit wegen schon die Hände mit Blut wuschen.

Coruscant – Jedi Tempel – Krankenstation – mit Elise und Q'Tahem
 
Kom-Nachricht von Eowyn an Brianna

Hallo Brianna,

ich bin unglaublich erleichtert, von dir zu hören! Du warst erfolgreich und du lebst, das ist mehr als ich zu hoffen gewagt habe. Nein, ich habe noch nichts von den anderen gehört, aber das überrascht mich nicht. Die letzten Tage waren sehr turbulent. Kriegserklärung, Pressekonferenz, Heilung, all das.
Die Räte wissen mittlerweile Bescheid, aber dich trifft keine Schuld, keine Sorge. Es war ja auch quasi nicht zu verheimlichen, spätestens mit eurer Rückkehr hätten sie es ohnehin erfahren. So konnten sie sich schon beruhigen und du bekommst nichts ab. Es ist alles geklärt.

Damit du Bescheid weißt: ich habe
Ian versprechen müssen, mich auf jeden Fall nicht mehr zu stellen, und ich denke auch, er hat recht. Es würde nicht viel nutzen. Der Krieg ist ohnehin im Gange, wir können nichts mehr ändern.
Wenn du etwas brauchst, komm einfach vorbei. Ich freue mich, dich zu sehen.
Meine Genesung macht Fortschritte. Cracken hat das Szepter in die Hand genommen und meint, sie sei guter Dinge, dass ich bald laufen könnte. Ich kann meine Beine bereits wieder spüren, wenn auch noch nicht bewegen. Aber es sieht besser aus...

Eowyn

Kom-Nachricht Ende


~~~~~


Kom-Nachricht von Eowyn an Wes
Verschlüsselung: hoch

Hallo Wes,

ich muss mein Angebot, mich auf Wunsch des Rates dem Imperium zu stellen, zurücknehmen. Ich bringe es nicht über mich, Ian noch einmal zu enttäuschen und allein zu lassen. Außerdem denke ich, er hat recht und es würde keinen Unterschied mehr machen. Hätte es vermutlich auch damals schon nicht gemacht.
Es tut mir Leid.

Positiv kann ich dir melden, dass meine Genesung vielleicht Fortschritte macht.

Eowyn

Kom-Nachricht Ende
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Eowyn

Sie riefen einer Heiler, der Eowyn untersuchte und bestätigte, was sie längst gespürt hatte, danach sorgten sie dafür, dass ein weiteres Bett in Eowyns Zimmer geschoben wurde und sie fortan nicht mehr alleine dort sein musste.
Von da an bekam Ian mit, dass Eowyn täglich besuch bekam. Die Heilenden gaben sich größte Mühe und es war berührend zu sehen, dass sie alle ihr Bestes gaben, dass niemand Eowyn spürten ließ, dass sie nicht willkommen oder was auch immer war. Ian hatte nur am Rande mitbekommen, was im HoloNet los war – hatte sich bewusst ferngehalten. Denn die Nächte waren furchtbar, eigentlich unerträglich, auch wenn sich der Mann dazu zwang Eowyn so wenig wie möglich davon mitbekommen zu lassen. Was, in Anbetracht der Tatsache, dass sie wieder in einem Raum waren, alles andere als einfach war.
Es waren Tabletten, die er in enger Absprache mit seinem eigenen Arzt nahm, die ihm halfen, zumindest etwas zur Ruhe zu kommen. Ein Übergang, bis er sie nicht mehr benötigte und Ian war dankbar dafür, auch wenn er sich zeitgleich davor fürchtete, etwas einzunehmen, das seinen Körper beruhigte, Einfluss auf sein Nervensystem nahm. Aber sein Schlaf war zu wichtig, hatte man ihm eingebläut. Sein Herz musste heilen und das funktionierte nun einmal vor allem im Schlaf, in Ruhe, in Entspannung …

Zwei Heilerinnen untersuchten schließlich Eowyn und forderten sie auf, die Beine zu bewegen. Es dauerte, Eowyn wurde erneut freundlich, aber mit mehr Nachdruck aufgefordert und dann – dann bewegten sich erst ihre Zehen und schließlich sogar ihr ganzer Fuß. Erst der eine, dann der andere und Ian spürte, wie ihm Tränen in die Augen schossen, als er überflutet wurde, von Gefühlen, die nicht allein die seinen waren. Da war Erleichterung, das war Hoffnung, ja, da war Freude, so sicht- und spürbar, dass Ian schon davon angesteckt worden wäre. Wenn da nicht die eigenen Gefühle gewesen wären, die den sichtbaren entsprachen. Das war das Beste, das Allerbeste, das Eowyn passieren konnte. Nachdem sie sich selbst so nieder gemacht hatte, auch, weil sie sich gar nicht mehr der Hüfte abwärts hatte bewegen können. Er erwiderte ihren Händedruck und wischte sich mit der anderen Hand schnell über die Augen, wagte nicht, sich bei den beiden Frauen zu bedanken, auch wenn sein Blick Bände sprach.
Als Cracken und Danakar den Raum verließen zog Ian Eowyn in eine enge Umarmung und gab ihr einen Kuss auf den Kopf.

„Ja, ja, das wirst du.“ Sie würde laufen! „Und wir werden auf der Hochzeit tanzen. Sobald ich meinen Arm wieder etwas höher heben darf.“ Wieder umarmte er sie und erneut gab er ihr einen Kuss, diesmal einen richtigen.
„Außerdem … Wyn, falls dich die Narben wirklich so stören, wir könnten, ich könnte mein Schiff verkaufen, und wir könnten sie mit dem Erlös entfernen lassen.“ Das sie sich selbst als hässlich, oder gar abstoßend bezeichnet hatte, hatte Ian tief getroffen und so war ihm dieser Gedanke gekommen.
Für mich macht es keinen Unterschied, ich würde dich auch mit doppelt so vielen Narben heiraten. Ich will nur, dass du weißt, dass ich dich unterstützte, entweder darin, dich daran zu gewöhnen oder na ja, was ich eben sagte, okay?“


Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Eowyn
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian

Eowyn ließ die Umarmung Ians über sich fließen. Sie tat sich weiterhin manchmal schwer mit Berührungen, aber gleichzeitig genoss sie sie – schwierig... Tanzen?! Tanzen... bei der Macht, daran hatte sie nicht eine Sekunde gedacht, aber wenn es dazu beitrug, dass Ian glücklich war, dann würde sie auch mit ihm tanzen, wenn sie konnte. Und wie würde können, sie musste. Sie wollte nicht nur wieder gehen, sie wollte alles. Gehen, rennen, springen, kämpfen. Und eben... tanzen. Eine Hochzeit ohne Tanz, das hätte sie sich schon denken können – für Ian undenkbar. Aber nachdem sie ohnehin klein heiraten würden, vielleicht sogar ganz ohne Gäste (wen sollten sie schon groß einladen?), würde ja auch niemand da sein, der sie dabei beobachten konnte. Außerdem würde das ihr kleinstes Problem sein.
Ich bin mir sicher, das wird nicht mehr lange dauern, gab sie leise zurück und erwiderte vorsichtig und leicht unbeholfen seinen Kuss. Ians Genesung würde sicher genauso verlaufen wie die ihre, mindestens. Eowyn wusste, dass er stark aufpassen musste, und dass aktuell jedes Risiko ein Risiko zu viel war, aber er war über den Berg, und bis sie selbst würde laufen können, würde bei ihm alles sicher schon viel besser aussehen.

Bei Ians nächsten Worten aber löste sie sich mit einem Ruck aus seiner Umarmung, schob ihn ein wenig weg, damit sie ihn ansehen konnte. Was? Ihre Narben mit dem Erlös aus dem Verkauf der
Nightmare entfernen lassen? Das... Das... Ja, in sich wusste Eowyn, dass Ian sie auch mit den Narben heiraten würde. Sie wusste selbst, dass es ihr ja ähnlich ging – immerhin war Ians Rücken ebenfalls gezeichnet und für sie spielte das absolut keine Rolle. Aber sie hatte ihn so kennengelernt... und er sie nicht. Außerdem ging es um den ganzen Körper, auch das Gesicht, nicht nur den Rücken. Es war... anders. Und trotzdem... konnte sie es rational verstehen.
Nicht aber wirklich begreifen. Und dennoch war es... ein unglaublich großzügiges Angebot. Eines, das nichtsdestotrotz niemals in Frage kommen würde. Nein. Nein und noch mal nein.
Nein. Entschieden schüttelte sie den Kopf. Sein Schiff verkaufen? Wegen ihrer Eitelkeit? Niemals. Und wenn Ian ihr das so anbot... dann musste er sich ernsthafte Sorgen machen. Kein Wunder. Sie war zu ehrlich gewesen, zu emotional. Und gleichzeitig war Ehrlichkeit so wichtig... Gleichzeitig wusste sie, dass sie ehrlich sein musste. Aber es fühlte sich falsch an, völlig falsch. Wie konnte sie nach alldem ehrlich sein? Wie konnte sie ihn nach Bastion noch belasten? Wie konnte sie ihre Meinung hoch bewerten? Wie konnte sie die Konsequenzen aus ihrer Ehrlichkeit tragen?
Gar nicht...
Sie würde das ansprechen müssen bei dieser Therapeutin. Vielleicht war das wichtiger, als zu verarbeiten, was geschehen war? Aber erst mal brauchte Ian eine Antwort.


Nein, Ian. Du wirst dein Schiff niemals für mich verkaufen. Verstehst du? Es ist viel zu wichtig. Die Nightmare war alles, was Ian noch besaß, sie war sein Zuhause, seine Zuflucht. Seine Möglichkeit, alles hinter sich zu lassen. Sie war so viel mehr als nur ein Schiff, sie war seine Freiheit. Schon als sie das Schiff das erste mal betreten hatte, hatte sie spüren können, welche Liebe und welche Leidenschaft in diesem Schiff steckte, und das, obwohl sie Ian noch überhaupt nicht gekannt hatte. Schon damals hatte sie gewusst, was die Nightmare für ihn war. Wie konnte sie dann heute zulassen, dass er dieses Schiff verkaufte? Ich... komme schon klar. Ich werde mich daran gewöhnen. Müssen. Es gab keine andere Möglichkeit. Der Orden würde sicher nicht für unnötige kosmetische Behandlungen aufkommen... und die Nightmare zu verkaufen war eben ausgeschlossen. Ihr Elternhaus? Ebenfalls kaum eine Option, aber wenn, dann noch die wahrscheinlichste. So sie irgendwann wieder einen Fuß auf Tirahnn setzen konnte. Die Lage dazu hatte sich jetzt akut verschlechtert, vermutlich würde sie Tirahnn niemals wiedersehen. Sicher nicht in den nächsten Jahren...

Aber ich danke dir für dein Angebot. Das ist... furchtbar lieb und großzügig von dir. Sie drückte seine Hand, dann spürte sie erneut nach ihren Zehen, gab ihnen einen Stoß. Sie bewegten sich. Schon wieder. Es war real, keine Einbildung, ihre Zehen, ihre Füße, sie... waren da. Es war ein Segen, dass die Reparatur ihres Rückens keine Ewigkeit gedauert hatte, so waren ihre Muskeln nicht zu sehr abgebaut. Das Problem würde eher sein, alles zu reaktivieren und das Gefühl wiederzuerlangen, so hatte Cracken es gesagt, aber das schlimmste war geschafft – auch dank der Macht. Eowyn wusste nicht, ob sie ohne sie in der Lage gewesen wäre, ihre Beine so schnell zu finden und zu spüren.

Wenigstens das war heute gut. Auch wenn in kurzer Zeit unter anderem tatsächlich die Verleihung eines
Ordens auf der Tagesordnung stand, und an das andere wollte Eowyn gerade nicht einmal denken. Sie wusste nicht, wer auf die Idee mit dem Orden gekommen war, aber sie erinnerte sich noch allzu gut daran, wie Riuen direkt nach der Flucht von Kast, noch auf dem Schiff, davon geredet hatte, dass es eine Feier mit Reden geben würde - und sie beim Militär einen Orden kriegen würden. Offensichtlich nicht nur beim Militär, und der Chiss hatte wohl recht behalten. Damals hatte sie kein Fünkchen daran geglaubt, während er davon überzeugt gewesen war, dass sie "Helden" waren. Und sie... hatte gefürchtet, erneut verhört zu werden. Weggesperrt. Zum Glück war es dazu nicht gekommen – noch nicht.
Und natürlich war der Orden auch nicht für Kast – er war für Bastion. Das war ein Unterschied, denn die Untersuchungen zum Attentat liefen noch immer und würden noch eine ganze Weile nicht abgeschlossen sein. Aber sie
hatten die Ausbreitung des Virus verhindert, das konnte ihnen niemand nehmen...

Bist du bereit für später?, fragte sie Ian leise.

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian
 
[Coruscant – Jedi Tempel – Speisesaal] Calen, Krina

Calen hatte den Worten der Heilerin zugehört, während seine Gedanken wieder um Elise gekreist hatten. Warum hatte diese Fremde Frau ihm so vertraut, dass sie ihm ihr Innerstes gezeigt hatte? Bis zu Krinas Anmerkung mit dem Vertrauensbeweis hatte der junge Anwärter gar nicht weiter über diesen Aspekt nachgedacht. Alles hier im Tempel war noch so neu und teilweise wirklich merkwürdig. Das Geräusch des Comlinks riss ihn wieder aus seinen Grübeleien und er blickte mit seinen blauen Augen zu seiner Gesprächspartnerin. Was er von ihr wahrnehmen konnte, verwirrte ihn etwas. Zum einen wirkte sie voller Energie und Tatendrang, zum anderen gab sie sich so, als wäre ihre Aufgabe nur eine lästige Pflicht. Calen war sich jedoch sicher, dass sie mochte, was sie tat.

„Ähm… natürlich. Ich bin ja hier, um zu lernen. Heilung ist immer etwas Gutes.“

Er nickte dabei. Die Aussicht darauf, einer echten Machtheilung beizuwohnen, war jedenfalls deutlich interessanter als noch länger allein über seinen Büchern zu sitzen. Außerdem hatte er gerade erst begonnen zu verstehen, dass die Macht weit mehr war als das, was er bisher darüber gelesen hatte. Vielleicht konnte er bei einer solchen Behandlung etwas davon sehen, oder aber Spüren, was die Macht noch so alles ausmachte.

„Und wenn Ihr wirklich so gut seid, wie Ihr sagt, ist es eine Ehre Euch zusehen zu dürfen.“

Ein kleines, unsicheres Grinsen erschien auf seinem Gesicht. Es war offensichtlich, dass er nicht ganz wusste, ob er sich diese Bemerkung einem Mitglied des Ordens gegenüber überhaupt erlauben durfte. Trotzdem hatte ihre Art es ihm leichter gemacht, nicht jedes Wort vorher dreimal zu überlegen. Er griff nach seinem Datapad und schob es in seine Tasche. Dabei fiel sein Blick noch einmal auf die Notizen, die er sich gemacht hatte. Empathie. Wahrnehmung. Kontrolle. Begriffe, die vor wenigen Tagen noch einfach irgendwelche Einträge in einem Lehrbuch gewesen wären und inzwischen eine ganz andere Bedeutung bekommen hatten.

„Ich denke, von dem Datapad bekomme ich ohnehin nicht mehr heraus als reine Theorie.“

Calen erhob sich nun ebenfalls und nahm seine Sachen an sich. Für einen Moment blieb er noch neben dem Tisch stehen und sah Krina an.

„Aber… ich habe doch noch eine Frage.“

Die Frage kam etwas zögerlicher als seine Zustimmung zuvor.

„Wenn ich mitkomme… soll ich einfach nur zuschauen? Oder kann ich bei irgendetwas helfen?“

Er hob leicht die Schultern.


„Also nichts mit Heilen. Das kann ich ja noch nicht.“ Ein kurzer Blick auf seine eigenen Hände folgte. „Aber vielleicht gibt es etwas, das ein Anwärter machen kann, ohne dabei im Weg zu stehen.“

Er wollte nicht wieder nur danebenstehen und versuchen, irgendwie zu verstehen, was um ihn herum geschah. Gleichzeitig war ihm nur zu bewusst, dass er noch keinerlei Erfahrung hatte und vermutlich eher eine zusätzliche Belastung als eine Hilfe darstellen würde. Der junge Anwärter wartete die Antwort der Heilerin ab, schulterte dann seine Tasche und wartete darauf, dass sie sich in Bewegung setzte. Die Neugier war ihm inzwischen deutlich anzusehen. Trotz allem, was er gestern erlebt hatte, oder vielleicht gerade deswegen, wollte er mehr verstehen.

„Ähm... vielleicht hätte ich das zuerst Fragen sollen… was genau ist eigentlich eine Machtheilung? Ersetzt man da kranke Körperteile durch neue oder lässt Gliedmaßen nachwachsen?“

Die Frage kam beinahe beiläufig, verriet aber, dass er tatsächlich keine rechte Vorstellung davon hatte, was ihn erwartete.

[Coruscant – Jedi Tempel – Speisesaal] Calen, Krina
 
Coruscant – Jedi-Tempel – Erius Padawanquartier – Eriu und Wes

Wes nippte an seinem Tee. Ab und zu tat es mal ganz gut, zwischen zwei Kaf einen Tee zu trinken und wenn es so ein exklusives Gebräu war, galt das um so mehr. Die vielfältigen Geruchsnuancen regten die Phantasie an und erzeugte Bilder im Kopf, wie man sich Thustra wohl so vorzustellen hatte. Ein heimeliges Plätzchen auf jeden Fall, und ganz ganz anders als Coruscant, aber das hatte Eriu ja auch gesagt. Stadtwelten waren nichts für ihn.

Der Jedi-Rat hatte nicht wirklich gedacht, dass sein neuer Padawan jetzt überlegen und eine direkte Antwort präsentieren würde, wer er jetzt war, aber er tat es. Er kam zum Schluss, ein ‚übervorsichtiger älterer Padawan‘ zu sein, interessant. Wes vermutete, dass nicht viele Padawane diese Antwort genannt hätten.


»Und ein Philosoph,«

Lachte Wes.

»Ich bin gespannt, ob ich dich einmal auch so sehen werde. ›Vorsicht‹ liegt ja durchaus im Auge des Betrachters und du klingst so, als hättest du das Gefühl, mehr riskieren zu müssen. Nun, du hast jetzt einen vermutlich manchmal etwas zu leichtsinnigen alten Jedi als Meister, mal sehen wie das dann so läuft mit uns.«

Was seinen Ausbildungsstand anging berichtete Eriu, mit Sarid bereits Levitation und Machtsinne geübt zu haben, aber ein Problem damit hatte, sich zu konzentrieren, wenn es viele äußere Reize gab.

»Falls du Machtheilung lernen oder Telekinese vertiefen wolltest, müsste ich dich für die Zeit an einen anderen Jedi verleihen. Wenn ich dich so ansehe und reden höre habe ich auch nicht das Gefühl, dass du übermäßig kampfaffin wärst. Für alles andere bist du bei mir goldrichtig. Mein Vorschlag wäre, dass wir für unsere erste Trainingssitzung raus in die Stadt fliegen. An irgendeinen belebten Ort mit viel Ablenkung. Ich weiß, diese Riesenstadt ist nicht dein Lieblingsort, aber eben drum. Es sollte ein Ort sein, an dem du dich nicht zu wohl fühlst und nicht zu sicher fühlst – ohne objektiv gefährlich zu sein. Nach und nach steigern wir uns dann bis du in der Lage bist, dich auch in schwierigen Situationen mit starken Emotionen um dich herum ruhig und konzentriert zu bleiben. Dann könntest du es gegebenenfalls nochmals mit der Machtheilung versuchen,«

Erläuterte der Taanaber seinen Plan. Als potentielle Reiseziele schlug Eriu Eisplaneten vor, die eigneten sich jetzt aber nicht unbedingt dazu, ihm seine selbst erkannte Schwäche auszutreiben. Eine ruhige Welt mit wenig Leben und viel Ruhe würde ihm gerade nicht helfen, sich besser zu konzentrieren. Aber vielleicht wäre es eine Option, wenn es beim Üben in der Innenstadt schlecht lief.

»Ich sollte mal wieder nach Ilum fliegen und Kristalle suchen, das wäre auch für dich eine gute Übung, deine Machtsinne zu schärfen – aber eben nicht deine Konzentrationsfähigkeit. Ich denke, Felucia oder Haruun Kal wären eine gute Wahl. Einmal wilder Dschungel, einmal weite Wälder mit Jedi-Kinderhort. Vielleicht wäre das sogar die ultimative Herausforderung für dich… wie hast du's mit Kindern?«

Coruscant – Jedi-Tempel – Erius Padawanquartier – Eriu und Wes
 
Coruscant – Jedi-Tempel – Briannas Quartier – Brianna (alleine)

Brianna las den Bericht der Rim Worlds Tribune. Der gute Mann hatte ja einen Punkt. Dieselbe Frage hatten sie sich doch auch gestellt, vor nicht allzu langer Zeit, an Bord der ‚Nightmare‘. Konnten sie eine Entscheidung von solcher Tragweite alleine treffen? Sie hatten geglaubt, das richtige zu tun angesichts der Konsequenzen die drohten. Sicher gewusst hatten sie es nicht, nur die Vision in Briannas Kopf hatten sie gehabt. Dass sich im Nachhinein alles als richtig herausgestellt hatte, gut für sie, aber. Wann waren die Umstände außergewöhnlich genug, um solche Alleingänge zu erlauben? Wie viele Tote waren erforderlich? Allein wie makaber das alles klang! Die Lösung des Autors klang da so viel einfacher und sauberer. Regeln mussten eben eingehalten werden. Dass außergewöhnliche Umstände außergewöhnliche Maßnahmen erforderten, das war die Argumentation, die Diktaturen und Imperien entstehen ließ. Genau das was sie zum bekämpfen suchten.

Im Großen und Ganzen klang das alles richtig und schlüssig. Nur eine Sache musste der Tribune, diesem Kreel Vos ankreiden: dass sie nicht ein einziges Mal erwähnt wurde! Sie hatte genauso viel zu der Sache beigetragen wie Ian und Eowyn. Hätte Ahna ihr nicht geglaubt, wären sie nie nach Kast geflogen. Allegious wäre noch am Leben. Auf Kashyyyk würden keine Bäume brennen. Dafür wären andere schreckliche Dinge passiert, zumindest glaubten sie das. Mit letzter Sicherheit wussten sie es nicht. Sie musste mit Alvaba reden, ob sie dachte, dass das Zerstören der Proben gereicht hätte. Vermutlich nicht, denn das klang irgendwie zu einfach? Außerdem hätten sie jetzt das neue Virus am Hals, und nicht nur sie sondern auch das Imperium und alle anderen. Auf jeden Fall hatten sie mit den besten Absichten gehandelt, sollte frau das nicht stärker herausstellen? Niemand, absolut niemand hätte Allegious noch vor kurzem vermisst. Brianna wusste ganz genau, dass die Sith selbst nach Kast gekommen waren, um ihn zu beseitigen. Erst sein Tod hatte ihn zu einer Art Heldenfigur gemacht, die ihm nicht zustand.

Die Tribune hatte ihre Kommentarefunktion über Spacebook. Die Sorgen des Autoren waren absolut legitim, ja, aber ein paar Dinge, die zu kurz kamen, wollte sie doch gerne klarstellen. Sie hatte die Reichweite, die Leute lasen, was sie im HoloNet postete. Wer also sonst wenn nicht sie?

Es gab ja bereits mehr als genug Kommentare, die Brianna mehr oder weniger in's Gesicht sprangen. Nicht alle teilten die Meinung des Journalisten. Ihr war auch bewusst, dass die Randwelten kaum vom C-Virus betroffen waren und dieses Flimsi und seine Leserinnen die Dringlichkeit nicht so sehr verstanden wie sie. Aber was sie da zu hören bekam traf die Echani doch hart. Die Leute in den Kommentaren drückten sich meist nicht so gewählt aus wie der Autor des Artikels. Mehrfach sah sie ein Holo, das angebliche Volksmassen auf einer Welt zeigten, die wie Bastion aussah. Nur dass Brianna gerade von dort kam und ihr nicht gerade massenhafte Solidarität mit dem verstorbenen Imperator Allegious aufgefallen wäre. Irgendwie sah es auch gar nicht richtig echt aus. Aber es gab auch andere Holos, sie suchte und fand auch welche, die ihre Sicht der Dinge stützten. Doch im Großen und Ganzen war die Stimmung in den Kommentaren alles andere als sachlich. Je länger sie diese durchging, desto weniger hatte sie das Gefühl, irgendwas mit einem Post erreichen zu können.

Warum wollte denn niemand sehen, dass sie es sich selbst am Allerschwersten mit der Entscheidung gemacht hatten? Wieso redete niemand mehr von Allegious' Virus, sondern alle nur von seinem Tod? Das war nicht fair! Sie hatten doch die Galaxis gerettet! Auch dass Eowyn nun die ganzen Prügel einsteckte war ungerecht. Oder dass sie, Brianna, im großen und ganzen kaum erwähnt wurde. Sie fühlte sich deswegen nur nicht weniger angesprochen und getroffen. Das war doch alles Mist! Sie warf ihr iKom in die Ecke. Sie wollte nichts mehr davon hören! Folgerichtig vergrub die Echani ihren Kopf in ihrem Kissen und hielt sich die Ohren mit ihren Armen zu. Sie versuchte, an nichts mehr zu denken, doch die Holos des Tages gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Eine schwer gezeichnete Eowyn auf ihrem Podium, das wie eine Anklagebank angrifflustiger Journalistinnen wirkte. Krieg auf Kashyyyk. Wütende geifernde Leute, die ihnen vorwarfen, die Demokratie auszuhebeln. Gerechtigkeit für Allegious… was für ein Witz. Und über allem Sith, die höhnten, dass dieser auch ohne ihr Zutun nicht mehr lange zu Leben gehabt hätte. Und die ihnen erfolgreich den schwarzen Peter zugeschoben hatten. Sie spürte, dass ihr Tränen in den Augen standen. Warum weinte sie? Sie wollte das nicht! Nur war ihr das langsam alles zu viel. Sie wollte zurück in ihr altes Leben, wieder die bewunderte Heilerin sein und nicht die Schatten mit so viel Blut an ihren Händen.

Eine gefühlte Ewigkeit verging, ohne dass Brianna Ruhe fand. Sie fühlte sich auch gar nicht mehr richtig müde, so dass ihr jeder weitere Versuch, Schlaf zu finden, aussichtslos schien. Sie schlüpfte in ihre Trainingsklamotten und begann mit leichten, meditativen Atemübungen, speziellen Katas, die ihr helfen sollten, wieder runter- und ihren Kopf freizubekommen. Es gelang ihr nicht richtig, aber zumindest verging so die Zeit. Irgendwann hatte die Echani genug von den ewig gleichen Abläufen. Sie fühlte sich ja doch nicht ruhig und entspannt. Aber sie wusste, dass sie viel zu lange nichts gegessen hatte. Wirklich Hunger hatte sie ja nicht, aber sie musste Kalorien zu sich nehmen und wenn Atemübungen sie nicht beruhigten, dann vielleicht das leibliche Wohl?

In ihre Heilerinnenrobe (viele andere vorzeigbare hatte sie ja nicht mehr) gekleidet suchte sie ihre Lieblingscantina auf. Sie ließ sich ein Frühstück geben, nicht so üppig wie sonst, eine große Schale Müsli mit exotischen Körnern und Früchten. Dieses schaufelte lustlos in sich rein. Viel los war gerade nicht um diese Zeit, aber es waren andere Jedi anwesend und als Brianna sich eine Tasse Früchtetee mit viel Mujasaft holte, schnappte sie eine Konversation an einem der Tische auf:


„Hast du die Nachricht vom Rat gelesen?“

„Die über den Kriegsbeginn? Dass sich die Jedi in Sicherheit bringen sollen?“

„Genau die. Du kennst doch Ozy, meinen früheren Padawan. Er hat seine erste eigene Mission, ausgerechnet auf Dorin. Ich habe Angst, dass er noch nicht bereit für sowas ist. Ich mache mir solche Sorgen auf ihn.“

„Er ist ein Kel'Dor, sicherlich wird es ihm gelingen unterzutauchen.“

„Sicher, ja. Ich hab da nur ein ganz mieses Gefühl. Er hat sich seit Tagen nicht gemeldet, das macht er sonst nie…“

„Momentan wäre es auch unklug, sich zu melden.“


Brianna tat so, als überlegte sie, sich noch etwas zu Essen zu holen und studierte von dort, wo sie stand, und dem Gespräch folgen konnte, sehr gründlich die Speisekarte auf den Holoanzeigen.

„Ja, du hast recht. Aber mit dieser ganzen Sache haben sie uns kalt erwischt. Da sind Jedi nichtsahnend in ihr Verderben geflogen, ich will gar nicht wissen, wie viele davon wir als Rache wegen Allegious verlieren, egal ob tot oder gefangen. Die hätten das nicht einfach so machen dürfen. Irgendeine Vorwarnung, dass da Gefahr im Verzug ist, wäre das mindeste gewesen.“

Länger hielt es die Echani nicht mehr aus. Sie verschwand aus der Cantina, mitsamt ihrem Tee und zog sich wieder in ihr Quartier zurück. Sie fischte ihr iKom aus der Ecke, welches zum Glück heil geblieben war. Es war eben das neueste Modell, das erste mit nachweislich bruchsicherem Glas. Damit las sie sich die Nachricht selbst durch und – oh, sie hatte eine Nachricht von Eowyn.

Für die Jedi-Ritterin fühlte es sich wie die erste positive Neuigkeit seit Tagen an. Die Rätin freute sich über ihre erfolgreiche Mission und hatte auch bereits ihren Ratskollegen die Giftzähne gezogen. Sie würde also keinen Ärger wegen Kestrels und Q'Tahems gewagter Rettung bekommen. Auch Eowyn würde der Weisung der Rates Folge leisten und sich nicht stellen. Wie gut, dass Bailee sie davon abgehalten hatte… Das beste aber war, dass die Menschenfrau auf dem Weg war, wieder ganz gesund zu werden.

Die Einladung, vorbei zu kommen, ließ sie sich nicht zweimal sagen. Natürlich würde sie Eowyn besuchen und höchstselbst ihren Heilungsprozess begutachten. Außerdem war es ihr wichtig, ihre Meinung zu dem ganzen Medienrummel zu hören. Ging es ihr auch so, dass sie das Gefühl hatte, dass alle möglichen Leute sie plötzlich für alles mögliche verantwortlich machten? Dass sie es niemand recht machen konnten? Den hätten sie vor Kast anders entschieden, wären sie doch sicher auch die Dummen. Eowyns Nachricht… die Gelegenheit, sich mit der Frau auszutauschen, die in genau derselben Situation steckte, das war ein Lichtblick.

Also machte sie sich erneut auf dem Weg. Vor Eowyns Zimmer hielt sie allerdings Heilerin Cracken auf. Ihre Patientin hätte Besuch. Brianna beschied der anderen Frau, dass sie dann eben hier warten würde. Tatsächlich saß sie nicht lange, als Brena sie entdeckte. Ihre whiphidische Freundin schien einen sechsten Sinn dafür zu haben, zu wissen wenn Brianna in der Krankenstation auftauchte.


„Brianna? Du hast bestimmt von den Neuigkeiten in Bezug auf Rätin El'mireth gehört.“

„Ja, sie hat mir geschrieben.“

„Weißt du, dass du furchtbar aussiehst?“


Brianna sah ihre Freundin entrüstet an.

„Schau' dich doch mal im Spiegel an. Hast du die Nacht überhaupt geschlafen? Wart…“

Brena stampfte davon und kam wenig später mit drei Kaftassen und Deife im Schlepptau wieder zurück. Allerdings war in Briannas Tasse Tee, aber kein Früchte, sondern etwas mit Koffein, und ziemlich stark, mit Milch und viel viel Zucker. Die Silberhaarige nippte einen Schluck von dem noch verdammt heißen Getränk. Das tat gut…

Coruscant – Jedi-Tempel – vor Eowyns Krankenzimmer – Brena, Deife (NPCs) und Brianna
 
Coruscant – Jedi Tempel – Speisesaal - mit Calen

Krina hob bei seiner Bemerkung über die Ehre kurz eine Augenbraue und schob den letzten Bissen ihres Frühstücks in den Mund.

"Mal sehen, ob du das hinterher immer noch als Ehre empfindest."

Damit war die Sache für sie erledigt. Interessanter fand sie ohnehin seine Frage, ob er helfen konnte. Der Junge wusste offensichtlich, dass seine Fähigkeiten noch überschaubar waren, wollte aber trotzdem etwas tun. Krina stellte das Besteck auf ihr Tablett und erhob sich.

"Du kannst helfen. Sogar mehr, als dir vermutlich gerade lieb ist."

Seine Frage nach nachwachsenden Gliedmaßen brachte sie kurz aus dem Takt.

"Das glaubst du machen wir heir?" lachte sie etwas auf.

Sie nahm ihr Tablett und deutete zum Ausgang.

"Komm. Wir fangen ein paar Stufen darunter an."

Nachdem sie ihr Geschirr weggebracht hatte, brachen sie direkt auf. Der morgendliche Betrieb des Tempels war inzwischen voll angelaufen und Krina schlängelte sich mit der Selbstverständlichkeit jahrelanger Gewohnheit zwischen Padawanen, Droiden und einigen Rittern hindurch.

"Machtheilung bedeutet, dass wir über die Macht Vorgänge im Körper wahrnehmen und beeinflussen können. Gewebe, Kreislauf, Entzündungen, Nervensystem, Schmerzreaktionen. Mit Erfahrung entwickeln diese Dinge eine eigene Sprache."

Sie zog ihr Com hervor und rief während des Gehens die Patientendaten auf.

"Unser Patient ist zweiundvierzig, menschlich und hatte vor fünf Monaten eine schwere C Virus Infektion. Die akute Erkrankung ist überstanden. Geblieben sind Entzündungsreaktionen, Kreislaufprobleme, Erschöpfung und Schmerzen. Seit drei Tagen verschlechtern sich seine Werte."

Krina steckte das Gerät wieder weg.

"Wir arbeiten mit mehreren Heilern. Und du wirst selbst mit der Macht arbeiten."

Sie sah kurz zu ihm hinüber.

"Was weißt du schon über die Macht? Welche Erfahrungen hast du gemacht?" fragte sie ihn dann, während sie ihn etwas durch eine Traube von Tempelbewohnern durchschob, die keinen richtigen Platz zum Durchgehen freigehalten hatten. "Du stellst unter meiner Anleitung Kontakt zum Patienten her und beschreibst mir, was bei dir ankommt. Ich ordne es mit dir ein und entscheide, wie weit wir gehen."

Dabei streifte ihre Wahrnehmung erneut seine Präsenz. Schon am Tisch hatte sie dort etwas bemerkt, jetzt, wo sie bewusst hinsah, wurde es deutlicher. Da lag erstaunlich viel Kraft. Roh, kaum geformt und irgendwie größer, als seine zurückhaltende Art vermuten ließ.

Und dann war da Elise.

Benett ließ einen Fremden ganz sicher nicht aus einer spontanen Laune heraus so tief an sich heran. Wenn sie ihm tatsächlich Bilder und Gefühle übertragen hatte, musste sie bei ihm irgendetwas wahrgenommen haben. Krina kannte Elise gut genug, um zumindest das zu vermuten. Was genau dahintersteckte, würde sich zeigen.

Für einen Moment zeigte sich ein zartes Lächeln auf ihren Lippen.

Interessant.

"Bei der Heilung kommt es zuerst darauf an, den Patienten wahrzunehmen", erklärte sie weiter. "Du wirst merken, dass ein Körper in der Macht erstaunlich viel erzählt. Ich will wissen, was davon bei dir ankommt und wie du es beschreibst."

Die Türen der Krankenstation kamen bereits in Sicht.

"Und falls die Eindrücke zu stark werden, sagst du es mir. Nach deiner Begegnung mit Elise hast du zumindest schon eine Vorstellung davon, wie intensiv ein Kontakt werden kann."

Krina verlangsamte ihren Schritt kurz.

"Ich gehöre übrigens tatsächlich zu den begnadetsten Heilern hier. Meine Talente mit dem Lichtschwert sind erheblich übersichtlicher. Gebt mir einen Patienten und ich bin in meinem Element. Gebt mir einen Sith und ich entdecke meine Begeisterung für taktische Rückzüge."

Die Türen glitten auseinander. Eine Jedi wartete bereits auf sie.

"Endlich."

"Du klingst begeistert."

"Wir warten seit zehn Minuten."

"Jetzt musst du nicht mehr warten."


Krina ging an ihr vorbei und winkte Calen hinter sich her.

"Ich bringe Unterstützung mit."

Die Jedi betrachtete den Anwärter skeptisch.

"Er ist Anwärter."

"Deshalb bringe ich ihn ja mit."


Vor dem Behandlungsraum blieb Krina schließlich stehen und sah zu Calen.

"Drei Heiler führen die Behandlung. Du bleibst bei mir und folgst meinen Anweisungen."

Sie betätigte den Türöffner.

"Dann finden wir mal heraus, wie viel von deinem Enthusiasmus nach der Praxis noch übrig ist."

Damit trat sie ein. "Status?"

Die andere Jedi schloss zu ihnen auf.

"Temperatur bei neununddreißig Komma zwei. Entzündungsmarker seit der letzten Kontrolle weiter gestiegen. Sauerstoffsättigung stabil, Kreislauf schwach. Puls hundertachtzehn. Er ist ansprechbar, aber sehr erschöpft."

"Medikation?"

"Unverändert. Die letzte Gabe hat die Schmerzen reduziert. Auf die Entzündungsreaktion bisher kaum Effekt."


Krina nickte knapp.

"Wie lange ist die letzte Machtheilung her?"

"Sechs Stunden."

"Gut."


Damit war für sie offenbar alles Wesentliche gesagt.

Der Behandlungsraum lag wenige Türen weiter. Zwei Jedi warteten bereits darin, während ein medizinischer Droide die Werte des Mannes überwachte. Der Patient wirkte tatsächlich erschöpft. Feuchtigkeit stand auf seiner Stirn, sein Brustkorb hob und senkte sich schneller, als es für jemanden angemessen war, der lediglich in einem Bett lag.

Krina trat an seine Seite und stellte sich kurz vor, obwohl sie ihn bereits kannte. Ein paar Worte zum Ablauf folgten, dann wandte sie sich Calen zu.

"Du bleibst hier."

Sie deutete auf den Platz unmittelbar neben sich.

"Wir beginnen mit einer gemeinsamen Wahrnehmung. Du suchst nichts Bestimmtes. Nimm zuerst den Menschen als Ganzes wahr und sag mir anschließend, was dir auffällt."

Die drei Heiler verteilten sich um die Liege. Krina legte ihre rechte Hand einige Zentimeter über den Brustkorb des Patienten. Ihre linke blieb zunächst frei.

"Ruhig werden, dann öffnest du dich."

Sie wartete einen Moment und legte schließlich ihre linke Hand flach neben seine auf die Kante der Liege, so dicht, dass ihre Finger beinahe seine berührten.

In der Macht suchte sie ihn gleichzeitig auf.

Die Berührung war fein und kontrolliert. Krina legte keinen eigenen Eindruck über seine Wahrnehmung, während sich ihre Aufmerksamkeit gleichzeitig zum Patienten ausbreitete. Sie wollte wissen, wohin Calen folgte, wo seine Wahrnehmung hängen blieb und wie stark ihn die Eindrücke erreichten.

"Ich bin direkt bei dir", sagte sie ruhig. "Lass es kommen und beschreib mir, was du findest."

Dann setzte die Heilung ein. Die beiden anderen Jedi öffneten sich beinahe gleichzeitig der Macht und Krina folgte ihnen einen Atemzug später. Ihre Präsenz veränderte sich schlagartig. Die flapsige Heilerin aus dem Speisesaal war noch dieselbe Frau, doch ihre Aufmerksamkeit lag jetzt mit beeindruckender Präzision auf dem Körper vor ihr.

Unter ihren Sinnen entstand langsam ein Bild.

Der schnelle Herzschlag. Die Hitze. Die Erschöpfung, die sich durch den Organismus zog. Bereiche entzündeter Aktivität zeichneten sich wie Störungen in einem ansonsten vertrauten Muster ab.

Krina ließ Calen zunächst seinen eigenen Zugang finden.

Ihre Hand blieb neben seiner liegen und ein Teil ihrer Wahrnehmung blieb fest bei ihm.

Jetzt würde sich zeigen, was der Junge tatsächlich spürte.

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation - mit Calen
 
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Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine, Nikis, Sarina plus einige andere

Nikis nickte, als Sarina ihre Rolle als Aushilfskraft erklärte: "Ich stimme eu- dir zu, es ist gut, wenn man seine eigenen Fähigkeiten kennt, allerdings glaube ich nicht, dass irgendeine Aufgabe unwichtig ist. Wie du schon gesagt hattest, ist jede Aufgabe, die du erledigt hast, nicht auf einen anderen Heiler zurückgefallen. Auf jeden Fall, auch wenn du deine Beteiligung als minimal eingeschätzt hast, danke ich und hoffentlich die gesamte Galaxis für deine Mühen.”

Nikis strahlte als die Meisterin seinem Vorschlag zustimmte und Vorschieg einen Trainingsraum aufzusuchen da diese leerer waren als die Gemeinschaftsräume: „Natürlich, was immer du für richtig hältst“ er beugte den Kopf leicht, die informelle Sprachform saß ihm immer noch schwer auf der Zunge.

Er folgte der Meisterin mit leisen Schritten, erst zur Tablettrückgabe, dann bei der Suche nach einem leeren Raum. Als sie durch die Gänge gingen fiel Nikis auf das er nie seinen eigenen Rang erläutert hat, er war zwar nur Anwärter, aber der Form wesend sagen es trotzdem:
„Ich hätte es wahrscheinlich sagen sollen als ich mich Vorgestellt hatte, aber ich selber bin Padawan Anwärter" er überlegte kurz und fügte halb ernst, halb aus Witz „Ihr sucht nicht zufällig gerade nach einem Padawan“ mit einem Grinsen hinzu.

Nach einer kurzen Weile fand Sarina scheinbar einen passenden Raum, sie öffnete die Tür erst teils, dann komplett, bevor sie beide in den Raum eintraten. Sarina Verband ihr Kommunikationsgerät mit einem Datapad und als Nikis sich saß, fing das Gerät an zu leuchten und eine Stimme erklang.

Die Stimme schien eine Art Moderator zu sein. Die Stimme erklärte dass es eine Stellungnahme des Jedi Rates sein würde, soweit wusste Nikis schon bescheid, allerdings als erwähnt wurde das auch ein Überläufer sprechen würde zog er eine Augenbraue hoch, um bei einer solchen Mission Informationen zu liefern musste dies ein ziemlich hohes Tier sein, eventuell ein regionaler Imperialer Gouverneur mit Sympathien zur Republik, aber Warum würde einen solche Person erst zum Orden kommen, wusste der Senat mehr als er zugeben will?

Als Nikis in Gedanken war fingen an Personen auf dem Holo zu erscheinen, zuerst ein Wesen mit Humanoider Gestalt, die Ausnahme schien der lange Hals mit einem kahlen Kopf zu sein, wenn sich Nikis recht erinnerte, hieß die Spezies Quermianer, die Person wird als Pressechef des Ordens Rornan Elliundi vorgestellt. Als nächstes folgten drei Menschen, als erstes ein Mann im geschätzten Mittleren Alter, viele Besonderheiten nahm Nikis nicht war, die Person, die als Jedi Rat Wes Janson vorgestellt wurde, wäre für viele außenstehende wahrscheinlich das Paradebeispiel dafür wie ein Jedi aussieht. Als nächstes folgte eine Frau im Schwebestuhl, bevor sich Nikis überlegen konnte, was mit ihr passiert ist, beantwortete sich die Frage fast von selbst, als sie als Jedi Rätin Eowyn El’mireth vorgestellt wurde. Wenn Nikis sich recht an Sarina’s Erklärung erinnerte, dann war Meisterin El’mireth eine der Helden die der Imperator ein Ende Gemacht haben. Als letztes kam ein Mann, den der Moderator scheinbar nicht kannte, Nikis stimmte der Theorie zu, dass dies wohl der Überläufer war. Das Bild wechselte kurz und zeigte alle vier nebeneinander, der vermeintliche Überläufer war bei keinem Kleinen Abstand der Größte der Menschen, auch wenn dies nicht fair zu der Sitzenden Meisterin El’mireth war, und generell Körperlich imposant, er war am ganzen Körper gekleidet, von dem Blauton des Holo zu schätzen eher dunkel. Nikis neue Vermutung war, dass er ein Teil des Imperialen Geheimdienstes war, eventuell direkt mit der Verbreitung des Virus verbunden.

Das Holo fokussierte sich zurück auf Meister Elliundi als er anfing zu sprechen, der Meister erklärte in kurzen aber gezielten Worten die Regeln der Konferenz fest, stellte seine Begleiter vor, der unbekannte hieß Ian Dice, keinerlei Titel, interessant, und gab das Wort weiter an Meister Janson.

Der Anfang von Meister Janson’s Rede fing an mit Informationen, die Nikis erst kurz von Sarina gelernt hatte, das C-Virus war eine vom Imperator entwickelte Biowaffe, die Informationen danach waren ihm allerdings neu. Die Imperialen hatten auf Coruscant ein Front Unternehmen, eine Tierarztpraxis, erstellt, worüber sie das Virus verteilten, durch eine Razzia der Jedi, mit Unterstützung der Republik, konnten Proben gesichter werden, allerdings waren diese nicht genug und daher war man gezwungen weitere Proben, von der Imperialen Thronwelt Bastion zu besorgen.

Meister Janson übergab das Rednerpult an Ian Dice. Seine Sprache war recht ernst, er sagte, dass er die volle Geschichte erzählen würde und dass sie nicht einfach zu hören sei, er fing an mit der Erklärung ein Sith zu sein………ein Sith………EIN SITH
“WAS?!?” Nikis schreckte auf, er erinnerte ich schnell an Meisterin Thorne’s Gegenwart, er versucht sich wieder ruhig hinzusetzen, aber seine Händ zitterten, er setzte ein halbherziges Lächeln auf “Ich bitte um Entschuldigung dafür, ich wollte nicht unterbrechen.” Nikis versuchte nach außen hin ruhig zu wirken, doch innerlich war sein Kopf durcheinander, er schaute erneut auf den Mann, nein den Sith, in holografischer Form. Der Sith sprach weiter, doch Nikis vernahm kein Wort. Eine Frage nach der andern schoss ihm durch den Kopf. Wieso wird dem Wort eines Sith vertraut? Warum darf er ohne irgendwelche Sicherheitsmaßnahmen in einem Raum mit wichtigen Reportern stehen? Weshalb hilft er den Jedi und der Republik? Wie kann der Jedi Rat so etwas zulassen? Der Rat, genau der Rat wird schon wissen was sie tun, sie denken viel weiter als er jemals könnte. Er fing an sich zu beruhigen und der Ton kehrte zu seinen Ohren zurück als die schmalzige Rede des Sith kurz vor ihrem Ende steht, er sagte etwas darüber wie er sich wünschte das er die Bosheit der Sith früher erkannt hätte tsk Gift von einer Falschen Schlange.

Nikis Aufmerksamkeit ist vollkommen zurück als Meisterin El’mireth, soweit es ihr Stuhl zulässt, an Rednerpult kommte, Nikis Augen strahlten gefühlt fast als Meisterin reden hört, das Ultimative Beispiel für alles was ein Jedi in seinen Augen sein soll, jemand der alles für die Galaxis auf spiel legt und die Dunkelheit eliminiert, Million, Billion, Trillion an Lebewesen verdanken ihr das Leben, sie verdiente es durch die Straßen Coruscant’s getragen zu werden, nicht in einem Schwebestuhl diesen Schlagzeilfanatikern rede und Antwort zu stehen.

Nikis seufzte, beugte sich nach vorne und drückte einen Schalter an dem Kommunikationsgerät, wodurch die Aufnahme vorübergehend stoppte:
“Tut mir leid für die Unterbrechung, aber diese Konferenz gibt ganz schön viel zu verarbeiten.” Er lehnt sich etwas zurück, er weiß nicht warum, aber er fühlt sich nun entspannter um Sarina, vielleicht weil er gerade, auch wenn nur per Holo, drei Ratsmitglieder gesehen hatte, “Also was ist deine bisherige Einschätzung?”

Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum, Nikis und Sarina
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Flure, Sarina und Nikis

Sie führte Nikis gerade durch die Flure, als ihm einfiel, dass er seinen Rang nicht erwähnt hatte.

"Ach, was man sagen soll ist immer so ne Sache", zuckte sie mit den Schultern und grinste schief. "Aber dann weiß ich Bescheid."

Und ob sie selber jemanden suchte? (Während er wieder ins "Ihr" rutschte... ach herrje, so viel älter als er konnte sie doch echt nicht sein?)

"Naja... Also nicht wirklich, tut mir echt Leid. Ich bin selber noch nicht sooo lange Ritterin. Und um ehrlich zu sein, finde ich es gerade ganz cool, mal nicht immer jemanden um mich zu haben. Mal ein bisschen auf eigene Faust durch die Galaxis zu ziehen. Ich hab echt gern Gesellschaft, so ists nicht, aber so ne Meister-Schüler-Bindung ist dann doch was anderes. Ich mein, klar, ich weiß schon, ewig kann ich das nicht durchziehen, aber so ein bisschen noch. Und mit dem Krieg und allem, was jetzt ansteht, will ich eh erst mal schauen, wie sich das entwickelt..."

Kurze Zeit später hatte sie einen Trainingsraum erreicht und machte es sich auf dem Boden halbwegs gemütlich, so gut es eben in einem Trainingsraum ging. Konzentriert sah sie zu, wie Rornan Elliundi die Konferenz eröffnete. Und als Rat Janson dann die ersten Schritte zur Virusentdeckung erläuterte, ergab sich langsam ein Bild in ihrem Kopf, das mehr Sinn ergab als die Gerüchte und Kleinigkeiten, die seit der Ansprache Vendars durch den Tempel und die Presse geisterten. In ihren Augen hatte es durchaus Sinn ergeben, das alles geheimzuhalten. Wenn das Imperium gemerkt hätte, dass man ihnen auf der Schliche war, wäre schließlich alles viel schwieriger geworden. Klar fühlte es sich blöd und ein bisschen dumm an, jetzt hinterher Dinge zu erfahren, die andere längst gewusst hatten, aber sie hatten nicht wirklich eine andere Wahl gehabt, oder? Musste sich auch richtig bescheiden angefühlt haben, als die Erkenntnis kam, dass die Proben nicht helfen würden. Sarina wollte echt nicht in der Haut derer stecken, die die Entscheidung für eine Mission nach Bastion treffen mussten. War schon gut, dass sie Ritterin war und nicht mehr.

Rat Janson gab dann das Wort an Ian Dice weiter. Sarina hatte schon genug von ihm gehört, gerüchteweise, dass sie wusste, wer hinter dieser Person steckte. Begegnet war sie ihm bewusst noch nie, sie arbeitete erst auf der Krankenstation, seit das Virus besiegt war, aber spätestens hier hatte sie von seinen legendären Fähigkeiten genug gehört. Nikis hingegen... offensichtlich nicht.


"Ein Sith", erklärte sie trocken noch einmal, als hätte es sich wirklich um ein Hörproblem gehandelt und schmunzelte, bevor sie schließlich mit den Augen rollte und kurz pausierte, weil Nikis sich überschwänglich entschuldigte.

"Keine Panik, ich reiß dir doch nicht den Kopf ab für so einen Schock. Aber er ist schon ne ganze Weile hier bei uns, ich wusste auch davon. Setz dich, komm, wir machen weiter."

Sarina setzte die Aufnahme fort. Was Dice sagte war, zugegeben, schon harter Tobak. Aber die Worte ihrer Heilerkolleginnen hatten durchaus schon dafür gesorgt, dass Sarina dem Mann positiv gegenüber gestellt war. Er berichtete ausführlich, was er mit dem Virus zu tun hatte. War es nicht auch irgendwie ein wahnsinniges Glück, dass ausgerechnet der, den der Imperator mit so einer wichtigen Aufgabe betraut hatte, Gewissensbisse bekommen hatte? Doch auch irgendwie Zeichen dafür, dass so ein Imperator, so allmächtig er wirken mochte, am Ende Fehler machen konnte, große Fehler. Sarina beschloss, sich das für die Zukunft hinter die Ohren zu schreiben.
Und dann die Story mit der Rätin. Auch da waren die Gerüchte erst auf Lianna und dann im Tempel ja heiß gelaufen, es jetzt aber das erste Mal bestätigt zu bekommen, hatte schon was. Klar, dieser Dice war wirklich attraktiv, das musste man ihm lassen. Sarina würde ihn wohl rein vom Aussehen auch nicht von der Bettkante stoßen. Aber wie El'mireth über seine Vergangenheit hinwegsehen konnte, sie hatte keinen Plan. Eine Bettgeschichte – klar, wieso nicht. Eine Beziehung? Hmpf. Aber das war wohl aktuell auch nicht relevant.

Dieser Plan, sich in den Sith-Tempel zu schleichen... Heftige Sache. Es hatte diese Gerüchte gegeben, dass El'mireth verschwunden war, aber Sarina hatte das nur mit halbem Ohr mitbekommen. Dann war das alles also ein groß angelegtes Täuschungsmanöver gewesen. Und wie riskant... Hui, wenn das schiefgegangen wäre, dann würde das Virus immer noch wüten. Wie knapp sie all dem entkommen waren, ohne es zu wissen. Da wurde es sogar
ihr kurz ganz anders. Und das alles basierte auf dem Vertrauen zu einem ehemaligen Sith. Unfassbar eigentlich... aber er hatte so viel getan für die Opfer, und Räte sollten in der Lage sein, solche Aussagen überprüfen zu können. Sie konnte das nicht, aber sie war schließlich auch keine Rätin, zum Glück.
Allegious hatte also, wie der Kanzler gesagt hatte, dieses Ding wissentlich und voller Absicht auf die Galaxis losgelassen. Klar, Mord war falsch, und Sarina war echt froh, diese Entscheidung nicht hatte treffen zu müssen, aber in dem Fall... Vielleicht gab es Ausnahmen?

Dann El'mireth. Die gezeichnet war, das wusste Sarina, schließlich arbeitete sie auf der Krankenstation - ihre Narben sah man auf dem Holo nicht wirklich, aber sie sollten wohl in der Realität gut erkennbar sein. Und was sie sagte...
NOCH ein Virus? Ein schlimmeres? Ach du schande. Schockiert starrte Sarina auf das Holo. Okay, das war neu. Damit... war eigentlich alles gesagt, oder? Niemand konnte mehr etwas dagegen haben, dass die Jedi diesen Schritt gegangen waren. Der Typ hätte damit womöglich die halbe Galaxis ausgelöscht, wer wusste das schon? Und klar, zurückfliegen wäre reichlich dumm gewesen. Als ob das alles geheimgehalten hätte werden können. Und mal ehrlich, bis die Truppe wieder aufgebrochen wäre... Wochen wären vergangen. Da hätte man schon eine ganze Gefechtsflotte nach Kast schaffen müssen, um da noch was zu erreichen.
Sie bekam eine Gänsehaut, als die Rätin davon berichtete, was da im Thronsaal passiert war. Das hörte sich an wie... eines dieser Actionholos, die sie so gerne sah. Aber das hier war die Realität. Und Sarina glaubte El'mireth jedes Wort. Warum auch nicht? Sie stand zu dem, was sie getan hatte, warum sollte sie noch lügen? Immerhin hätte sie auch alles abstreiten können, ob die Imperatorin irgendeinen Beweis für ihre Behauptung hatte? Bezweifelte Sarina, sonst hätte sie den längst allen unter die Nase gerieben.

Nikis durchbrach ihre gebannte Konzentration, als er die Aufnahme stoppte.


"Das ist noch untertrieben...",

brummte Sarina und lehnte sich auf ihre beiden Handflächen zurück, weg von dieser mittlerweile kauernden Haltung vor dem Holo. Und für Nikis musste es noch heftiger sein, immerhin hatte er nichts von Dice gewusst.


"Meine Einschätzung?"

Sarina überlegte. Schwer zu sagen... andererseits auch wiederum nicht.

"Ich denke, wer jetzt noch in Frage stellt, dass diese Truppe den Imperator aus dem Weg geräumt hat, der hat sie nicht mehr alle",

haute sie schließlich raus, bevor sie kurz innerlich stockte. Vielleicht sollte sie Nikis nicht so beeinflussen? Aber egal, er hatte nach ihrer Meinung gefragt.


"Ich hab mich auch gefragt, wie Jedi so was tun können, ich mein, komm schon, wir sind Hüter des Friedens und dann ein Attentat? Das ist... so absurd. Ich hab gehofft, dass sie eine gute Begründung hätten, einfach, weil ich keinem Orden angehören will, der so eine Sache macht und dann mit den Achseln zuckt, aber das hier... Ich bin mir sicher, dass sie die Wahrheit sagen. Und so ein Virus hätte in der Tat die halbe Galaxis auslöschen können. Wenn Allegious das auf mehreren Welten freigesetzt hätte..."

Sarina schauderte bei der Vorstellung. Verflixt, ja, da verlor sogar sie ihre gute Laune!

"Ich denke, sie hatten wirklich keine andere Wahl. Wie El'mireth sagte... der richtige Weg ist ja nicht immer der... richtige. Es war verdammt mutig von ihnen allen, denke ich. Womöglich bekommen alle jetzt noch richtig heftige Probleme, und vielleicht ist die Zukunft von El'mireth und Kae im Eimer... Aber als Alternative wären wir womöglich morgen schon tot. Alle."

Sarina schwieg kurz, dann sah sie Nikis an.

"Was denkst du? Und ich reiß dir nicht den Kopf ab, wenn du was anderes denkst. Ich weiß, du hast von Dice nichts gewusst... muss komisch sein, diese Vorstellung."

Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum, Sarina und Nikis
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian

Ian hatte ohnehin schon gedacht, sein Schiff zu verkaufen?! Mit großen Augen sah Eowyn ihren Verlobten an. Bitte was? Vor allem... weil der Orden genug Schiffe hatte? Als ob das eine Rolle spielte. Erstens war die Nightmare eben nicht irgendein Schiff, sie war ein Zuhause. Und zweitens, was interessierten Ian die Schiffe des Ordens? Er war nicht Teil von ihm, er hatte das Angebot des Rates bisher nicht angenommen. Zwar auch nicht abgelehnt, aber so lange er kein Jedi war, würde er nicht über die Schiffe verfügen können. Und selbst, falls er sich dafür entschied, was, wenn er doch irgendwann aussteigen wollte? Nein. Einfach nur Nein.
Noch einmal schüttelte sie den Kopf, sanfter diesmal.
Nein, Ian. Überstürze das nicht. Du bist kein Jedi, und die Nightmare ist so viel mehr als nur ein Schiff. Ich... ich weiß das wirklich unglaublich zu schätzen. Ich bin wahnsinnig gerührt. Aber wann immer ich mich im Spiegel ansehen würde, würde ich wissen, wo das alles herkommt. Ich kann das nicht. Wieder drückte sie sanft seine Hand. Aber ich danke dir. Und vielleicht gibt es noch andere Lösungen. Da war noch nicht so viel Zeit, um darüber nachzudenken. Wann auch. So zwischen Krieg anzetteln und dafür beschuldigt werden.

Sie wandte sich dann gedanklich wieder ihrem Tag zu. Ab jetzt würde es schwieriger werden. Wes hatte sie und Ian in den Ratssaal einbestellt, zu irgendeiner kurzen Besprechung, dann das, wovor es ihr graute, aber Eowyn musste es beim Namen nennen und sich ihm stellen – Ahnas Gedenkfeier. Abschließend dann noch die Ordensverleihung. Damit war der Tag dann noch nicht beendet, aber Eowyn wusste, sie würde völlig erschöpft sein. Sie machte auch Fortschritte, was ihre Ausdauer und ihre Kraft anging, aber so eine Abfolge von Terminen war schon im Normalzustand nicht gerade ohne. Sie war nicht bereit dafür, aber wann würde sie das schon jemals sein? Nie, denn Ahna hätte nicht sterben sollen. Noch immer fiel es Eowyn unglaublich schwer, zu akzeptieren, dass die Pau'anerin die war, die tot war, und nicht sie selbst. Natürlich, mit mehr Abstand war sie gleichzeitig auch nicht ganz unglücklich, noch am Leben zu sein, doch könnte sie die Situation wiederholen... Es war vielleicht gut, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit war.
Nach ein paar Minuten mit Ian machte Eowyn sich fertig. Es erinnerte sie an den Tag der Pressekonferenz, wo sie sich ähnliche Mühe gegeben hatte. Bei all den Terminen heute lohnte es sich wenigstens ebenfalls. Sie duschte, was sie langsam immer besser auf die Reihe bekam, wusch sich die Haare, frisierte sich sorgfältig mit einer unauffälligen Hochsteckfrisur, zog ihre klassische Jedi-Kleidung an. Ian war ebenfalls bald bereit, was ganz gut war, denn mit ihrem Schwebestuhl konnte sie nicht so schnell im Tempel unterwegs sein wie zu Fuß und sie waren langsam knapp dran. Es graute Eowyn davor, heute so viel in der Öffentlichkeit des Tempels unterwegs zu sein, aber da musste sie wohl oder übel durch. Sie würde sich nicht ewig hier verstecken können, insbesondere deshalb nicht, weil ihre Heilung nun ja Fortschritte machte. Ihre Blässe, die dunklen Augenringe, der rauhe Hals, die Doppelsicht, die Nervenprobleme und ihre schmalere Körperstatur würden wohl noch eine Weile brauchen, um sich zu erholen, genau wie ihre Beine natürlich, aber ihr geschwollenes Auge war verheilt, ihre ganzen Schnitte, Prellungen, Knochenbrüche, Quetschungen, inneren Wunden und ihre Gehirnerschütterung waren wieder so gut wie in Ordnung und selbst ihr rechtes Handgelenk benötigte nun keine Schiene mehr; sie trug nur noch einen stützenden, elastischen Verband. Den jedoch, laut den Heilern, wohl noch eine ganze Weile... Doch das bedeutete, sie musste zurück in die Realität; heraus aus der schützenden Blase, in der sie sich befand. Die Heiler bemühten sich, sie nicht auf das Geschehene anzusprechen und sie neutral zu behandeln, doch außerhalb würde das ganz anders aussehen. Keine große Rücksicht mehr in Zukunft.

Mit einem tiefen Atemzug öffnete sie die Tür nach draußen und verließ ihr Zimmer. Wenige Meter später dann stoppte sie überrascht den Schwebestuhl - Brianna bog um die Ecke. Brianna! Was für eine Erleichterung, die Echani fit und munter vor sich zu sehen. Eowyn hatte befürchtet, sie womöglich nie wieder zu sehen, und obwohl sie bereits eine Nachricht von ihr bekommen hatte, dass sie zurück war und lebte, atmete sie erleichtert aus. Sie war da. Brianna, die einzige andere Überlebende aus dem Thronsaal; neben Ian die einzige andere Unterstützerin aus dem Sith-Tempel, war da.
Eowyn legte die letzten Meter zur Brianna zurück. Am liebsten hätte sie die Echani umarmt, auch, wenn sie eigentlich gar nicht so eng befreundet waren, aber die Beruhigung, sie zu sehen, war enorm. Ihre Position jedoch verhinderte es erfolgreich.
Brianna! Du glaubst gar nicht, wie froh ich bin, dich zu sehen! Vielleicht kannst du mir nachher oder morgen alles erzählen? Ich wünschte ich hätte Zeit, aber Wes will mich jetzt gleich sehen... Briannas kurz darauf schnell vorgetragene Bitte, sich im Auftrag der Schatten beim Rat gegen die Freilassung, oder besser gesagt, den Austausch von Sturn einzusetzen, konnte Eowyn dann allerdings nicht Folge leisten. Bedauernd schüttelte sie den Kopf. Tut mir Leid, ich habe da keine Befugnis. Ritter Retheim hat noch immer die vorübergehende Leitung... sicher nicht auf Dauer, aber bis ein bleibender... Nachfolger gefunden ist. Wer auch immer das sein würde. Es gab genug Leute, die dazu fähig waren, es war nur die Frage, wen der Rat dafür als geeignet betrachten würde. Zu lange sollten sie sich allerdings keine Zeit lassen, war Eowyns Überzeugung, denn Retheim war, so weit sie wusste, ein außerordentlich guter Assistent, aber als Leiter der Schatten so ungeeignet wie ein Sith in einer Wohltätigkeitsstation. Sogar sich selbst würde Eowyn da als kompetenter einschätzen.

Kurze Zeit später rauschte Brianna davon, nicht, ohne sich vorher gehörig Luft gemacht zu haben, und Eowyn warf einen Blick auf ihr Chrono. Der zeitliche Puffer war nun völlig dahin, sie mussten sich beeilen... Die meiste Zeit auf dem Weg schwiegen Ian und sie. Es fühlte sich zwar besser an zwischen ihnen beiden, aber definitiv noch nicht wie früher. Es würde noch mehr Zeit brauchen, vielleicht mehr, als die ihrer beiden körperlichen Wunden. Aber immerhin konnten sie nun nebeneinander schweigen, ohne, dass es sich völlig
falsch anfühlte, und ohne, dass Eowyn sich fragte, wohin das alles führen sollte, und das war doch schon ein großer Fortschritt.

Exakt auf die Minute pünktlich kamen Ian und sie vor dem Ratssaal an. Die Tür war einen Spalt offen, dennoch zögerte Eowyn. Eigentlich, das wusste sie, war es nur natürlich, dass sie diesen nach ihrer Pseudo-Ernennung zur Rätin nun betreten konnte, wie es ihr passte, außer natürlich, er war belegt. Sie brauchte keine Erlaubnis mehr, das war eines der Privilegien, die sie gemeinsam mit dieser Farce erhalten hatte. Was auch immer man von diesem Privileg hielt. Trotzdem fühlte es sich... falsch an. Und das, obwohl sie wusste, dass Wes und vielleicht noch andere da drinnen auf sie warteten. Aber sie war seit der Rückkehr der Jedi nach Coruscant noch nicht in diesem Raum gewesen; dieser Raum, den sie mit Erinnerungen an alte, ganz andere Zeiten verband. Selbst früher hatte sie diesen Ort, natürlich, nur sehr selten aufgesucht. Sie war so jung gewesen... und ein anderer Mensch. Und der Ratssaal eine Art Heiligtum.
Jetzt, so lange Zeit nach der Rückkehr, diesen Raum nun das erste Mal völlig selbstverständlich und unaufgefordert zu betreten, ja, nicht einmal zu klopfen, erschien ihr wie ein Sakrileg. Andererseits aber würde sie sich lächerlich machen, wenn sie noch länger hier draußen schwebte und zögerte.

Nun gut. Sie hatte keine Wahl, oder? Sie atmete einmal tief durch, öffnete dann mit einem kleinen Machtschubser die ungewöhnlich hohe Tür und bewegte ihren Stuhl vorwärts.


Coruscant - Jedi-Tempel - Ratssaal, mit Ian und ?
 
Coruscant | Jeditempel | Zimmer – Eriu, Wes



Eriu musste bei den Worten von Wes schmunzeln. Philosoph… ja, wahrscheinlich. Als der Rat dann noch erwähnte, dass er vermutlich zu leichtsinnig war, neigte er den Kopf etwas zu Seite und betrachtete den Menschen neugierig.

„Dann können wir wohl beide etwas voneinander lernen. Ich bin vorsichtig, weil ich vermute, dass ich bereits Kontakt zur dunklen Seite hatte, als Jugendlicher, aus Angst, Verzweiflung und Wut. Ich möchte nicht, dass mir so etwas noch einmal passiert.“


erklärte er Wes sachlich, doch der erfahrene Jedi bemerkte sehr wohl, dass der Sephi genau daran sehr zu knabbern hatte.

„Ich bin offen, was die Reiseziele angeht. Ich glaube aber, dass der von Euch vorgeschlagene Weg der weiteren Ausbildung gut ist. Ich muss lernen Ablenkungen auszublenden oder zu ertragen, akzeptieren.
Ich habe etwas in den Archiven von den Cyberkristallen auf Ilum gelesen. Das klingt spannend und was Kinder angeht, ich mag Kinder, auch wenn Sie sicherlich anstrengend sein können.
Vielen Dank, dass Ihr mich ausbilden wollt, ihr habt sicher viel zu tun und ich möchte Eure Zeit nicht länger beanspruchen. Wir werden viel Zeit haben, um uns auszutauschen und, zumindest von meiner Seite, zu lernen. Ich muss gestehen, dass ich allerdings Hunger habe und gerne in die Kantine aufbrechen würde. Ihr könnt mich natürlich begleiten, doch sieht man Räte dort eher selten.“


Er lächelte und Wes konnte tatsächlich ein kurzes Magenknurren aus Richtung des Padawan hören.



Coruscant | Jeditempel | Zimmer – Eriu, Wes
 
Coruscant – Jedi-Tempel – Erius Padawanquartier – Eriu und Wes

Wes hatte im Laufe der Jahre schon viele, viele Padawane gehabt, aber so einer wie Eriu war ihm noch nicht untergekommen. Sephi wurden recht alt, lag es daran? In ihm lag eine Ruhe und Bedächtigkeit, als sein Schüler ihn mit fast wissenschaftlicher Neugier musterte war ihm, als wäre dieser ein Insektenforscher und er ein besonders schöner Schmetterling. So leicht zu verschrecken war der Taanaber aber nicht, auch dass sein Schützling bereits Kontakt zur Dunklen Seite gehabt hatte, schockierte ihn nicht. Es war zwar schwierig, sich das beim Eriu von heute vorzustellen, vielleicht war aber diese tiefe innere Ruhe, die ihm eigen war, eine Folge davon. Entweder war er es selbst gewesen oder Sarid hatte ihre Aufgabe sehr, sehr gut gemacht.

»Dann sind wir ja schon zwei,«

Entgegnete Wes auf lustig, obwohl es ihm damit durchaus ernst war. So reif wie Eriu wirkte, brauchte man damit auch nicht groß hinter dem Berg halten. Radan. Dass er damals die durchaus vorhandenen Anzeichen übersehen hatte, wurmte ihn noch heute. Manchmal machte auch Freundschaft blind, das war nicht allein den Liebenden vorbehalten.

»Ein früherer Padawan von mir verfiel nach seiner Ernennung zum Ritter der dunklen Seite und wurde ein Sith. Er hat den Weg zurück zum Licht gefunden, aber ich möchte das nicht nochmal erleben.«

MIt der Liste der Reiseziele war Eriu einverstanden. Er fand Kinder anstrengend, gut. Das hatte er mit Wes gemeinsam, aber gerade deshalb war Haruun Kal das beste Training für sein Konzentrationsproblem. Meisterin Ebelin hatte den Laden zwar super im Griff, aber es gab kaum etwas unruhigeres als ein Hort voller machtsensitiver Kinder auf einem Dschungelplaneten.

»Alles klar, dann schlage ich vor: Haruun Kal – Ilum – Felucia. Immer schön vom einen Ende der Galaxis zum anderen. Wenn es uns irgendwo dazwischen gefällt, dann landen wir und sehen uns den Planeten an,«

Meinte Wes, der noch von seinem Kurzurlaub auf Alderaan zehrte, der ihm so gut getan hatte, dass er den Nachholbedarf an Reisen jetzt unbedingt beseitigen wollte. Danach beendeten sie das Gespräch. Eriu hatte Hunger und schlug vor, gemeinsam zu gehen. Er hatte aber auch ganz richtig vermutet, dass der Rat viel um die Ohren hatte.

»Da hast du recht, es gibt eine Reihe von Dingen, um die ich mich kümmern müsste. Vielleicht komme ich nach.«

Als Wes Erius Magen knurren hörte, schob er nach:

»Aber warte mit dem Essen lieber nicht auf mich. Wir sehen uns.«

Als der Taanaber Erius Zimmer verlassen hatte, prüfte er zunächst einmal seine Kom-Nachrichten. Er hatte registriert, dass während ihrer Unterhaltung einige aufgelaufen waren. Am wichtigsten war die von Eowyn, die ihr Angebot, sich dem Imperium zu stellen, nunmehr zurückzog. Gut so, Ian hatte da wohl ganze Arbeit geleistet und vielleicht auch bei ihrer Genesung, die Fortschritte machte. Dann war die gute Frau bald keine Schatten im Schwebestuhl mehr, dann fiel auch dieses Problem weg. Sicherlich, wenn sie erst wieder laufen und mit dem Lichtschwert kämpfen konnte, würde sie auch über viele andere Dinge viel positiver denken.

Es war an der Zeit, dass sie Nägel mit Köpfen machten. Den Widerstand dagegen, Rätin zu bleiben hatte Eowyn ja bereits nach der Pressekonferenz aufgegeben und es war an der Zeit, diesen unguten Schwebezustand zu beenden. Alle Medien der Galaxis berichteten von Eowyn El'mireth, der Jedi-Rätin und intern taten sie so, als wäre sie keine…? Wes trommelte alle kurzfristig verfügbaren Räte zusammen, brachte sie auf den neuesten Stand in ihrer Angelegenheit und sprach das Vorgehen kurz durch. Anschließend schickte er der Tirahnerin eine dringliche Nachricht, in den Ratssaal zu kommen. So schnell wie der Schwebestuhl sie trug würde das ein wenig dauern. Nach einer Weile konnte Wes tatsächlich ihre Präsenz draußen im Vorraum spüren, doch es dauerte, bis sie tatsächlich von Ian durch die Tür geschoben wurde.

Es steckte eine gewisse Nervosität in ihr, was vielleicht zwangsläufig war. Immerhin hatte sich der halbe Rat versammelt und das passierte nicht wegen Kleinigkeiten.


»Kommt herein,«

Ermutigte Wes sie und wartete, bis ihr Schwebstuhl in der Mitte des kreisförmigen Saales stand. Auf den Stühlen außenrum verteilt saßen Murrar, Rornan und Joseline, per Holo eingeblendet wurden Satrek und Eleonore. Dieses Mal oblag es dem Taanaber, die Sitzung zu leiten und dementsprechend saß er Eowyn genau gegenüber.

»Eowyn, ich möchte dir nochmals für unser Gespräch danken, das wir nach unserer Pressekonferenz geführt haben. Ich habe dich hierher gebeten, um die Frage deines Statusses als Rätin offiziell zu klären. Du hast dich ja bereit erklärt, das Amt tatsächlich zu übernehmen.«

Begann der Endvierziger-Mensch. Unter anderen Umständen wäre er vielleicht nicht direkt mit der Tür in's Haus gefallen, doch in diesem Fall war es angebracht, die gute Frau nicht lange auf die Folter zu spannen, was denn dieses Mal wäre.

»Der Zustand, in dem wir uns befanden, war gelinde gesagt unglücklich. Wir hatten eine Beförderung, die sich – und ich denke, hier kann ich für alle Beteiligten sprechen – einfach nicht echt anfühlte. Wir hatten eine Rätin, die für die ganze Galaxis eine war, nur für uns nicht so wirklich. Ich entschuldige mich hiermit im Namen des Rates in aller Form bei dir, dich bei den Beratungen um das weitere Vorgehen in der Folge von Allegious' Tod außen vor gelassen zu haben.«

Damit stieg er Rornan ein bisschen auf die Füße, das war Wes bewusst, aber er hielt es für ein Unding und das hatte er damals auch gesagt.

»Dass du die Fähigkeiten einer Rätin hast, stand nie in Zweifel. Auf der Pressekonferenz hast du gezeigt, dass du das Format hast, als Ratsmitglied deine Frau auch dann zu stehen, wenn es ungemütlich wird. Du bist keine Schönwetterrätin für die Holonet News, du bist eine Jedi, die wir brauchen, um den Jedi-Orden durch die schwierigen Zeiten zu steuern, die vor uns liegen. Du gehörst schon zu uns, aber es ist an der Zeit, dir auch das Gefühl zu geben, hier in diesen Kreis zu gehören. An der Zeit, deine richtige Beförderung zur Rätin nachzuholen,«

Schloss Wes seine Rede mit feierlichem Ton ab. Damals, vor der Bastion-Mission, hatte es Sinn gemacht, Eowyn von den Geheimnissen des Rates und der Jedi noch fernzuhalten. Das Risiko wäre in imperialer Gefangenschaft einfach zu groß gewesen. Sie wussten jetzt, dass Eowyn es durchgehalten hätte, aber sie wussten auch, wie knapp es gewesen war. Ganz knapp hatte diese Rätin im Schwebestuhl etwas durchgehalten, wovon sie gedacht hatten, dass es eigentlich nicht durchstehbar war.

Coruscant – Jedi-Tempel, Ratssaal – per Holo: Eleonore: (NPC), Satrek (inaktiver SC) – Rornan, Murrar (NPCs), Joseline (inaktive SC), Ian, Eowyn und Wes
 
Coruscant – Jedi-Tempel – vor Eowyns Krankenzimmer – Brena, Deife (NPCs) und Brianna

Brena und Deife brachten Brianna, die sich an ihrer Teetasse festhielt, in einen nahegelegenen Pausenraum. Eigentlich wollte sie nicht mitgehen, sie wollte schön hierbleiben bis Eowyns Besuch gegangen war, damit sie mit ihr reden konnte. Andererseits, es war ja nicht so als ob die blonde Rätin groß weglaufen konnte. Sie würde nach einer Tasse Tee immer noch in ihrem Bett liegen oder in ihrem Schwebestuhl sitzen oder was so furchtbar zerbrechliche Menschenfrauen eben so machten. Brena schob die Echani direkt zu einem der Stühlen, während Deife sofort die Tür hinter sich schloss. Brianna sah die Devaronianerin misstrauisch an, denn dieses Verhalten war verdächtig. Die Türen der Pausenräume waren in der Regel offen, denn die Heilerinnen wollten nicht, dass ihnen etwas entging, was auf ihrer Station vor sich ging. Ausnahmen wurden da höchtens für die Herzinfarkte von ehemaligen Sith gemacht, aber dafür hatte sie Ruam ja bereits den Kopf gewaschen. Wenn Deife die Tür sofort verschloss… argwöhnisch schnuppterte die Silberhaarige an ihrem Tee. War das etwa eine Tasse ‚wir müssen reden‘? Das wollte sie jetzt sofort klären:

„Du hast aber nicht etwa Rum in meinen Tee getan?“

„Würde ich denn so etwas hinterhältiges tun?“


Fragte Deife unschuldig zurück.

„Ja. Würde ich sonst fragen?“

„Ehrlich, in deiner Tasse befindet sich im Wesentlichen Teepulver und Zucker. Ganz ehrlich, du siehst so aus als würde dich ein halbes Glas agamarianischen Dünnales umhauen. Hast du überhaupt geschlafen?“

„Nicht wirklich,“


Gab Brianna zu, was Brena zu einer besorgten Frage brachte:

„Was ist los?“

„Nichts… ich konnte nur einfach nicht schlafen.“


Das war offensichtlich nicht sehr glaubwürdig. Der normale Brianna-Modus war Trainieren bis zum Umfallen und dann Schlafen wie ein Stein.

„Deife – hol' den Rum!“

Die Echani hob abwehrend die Hände.

„Okay okay, ich war im Holonet unterwegs. Weißt du, was da im Moment los ist?“

„Sex, Hass und Gewalt wie sonst auch?“

„Du solltest wirklich weniger Zeit im Holonet verbringen, Brianna.“

„Sie geben uns die Schuld. An allem. Dem Krieg auf Kashyyyk. Dem drohenden Untergang der Republik. Der Auflösung einer Band namens Disaster Area. Sie sagen, dass wir eine Gefahr für die Demokratie sind…“

„Moment, Disaster Area haben sich getrennt?“

„Nein, das ist nur wieder so ein Gerücht. Sorry, Brianna.“


Entschuldigte sich Brena für die Unterbrechung. Brianna nippte an ihrem Tee, der zugegebenermaßen wirklich nicht nach Rum, aber nach extrem viel Zucker schmeckte.

„Sogar andere Jedi geben uns die Schuld am Krieg, oder dass ihre Freunde unseretwegen auf feindlichen Planeten verloren gehen, weil sie vom Rat nicht gewarnt wurden…“

„Es gab eine frühzeitige Warnung. Warum glaubst du bin ich hier und mach' dich betrunken wo ich doch auf meinem ersten Heimaturlaub seit über einer Dekade sein sollte?“

„Deife!“


Brianna sah die beiden misstrauisch an.

„Schau' was du jetzt wieder angerichtet hast!

In deinem Tee ist nix, Brianna. Alles ist in Ordnung. Außer dass du dringend aufhören solltest, dir so Zeug einreden zu lassen. Nur Dummköpfe glauben den Stuss auf Spacebook, oder der Galaxy Sun, Holo, wie sie alle heißen. Ich schicke dir nachher ein paar gute Artikel zum Lesen. Die Jedi stehen nicht so schlecht da, jedenfalls nicht innerhalb der Neuen Republik.“

„Die Resonanz auf die vom Rat abgehaltene Pressekonferenz ist ziemlich gut!“


Da traf Deife einen wunden Punkt. Brianna verkraftete es nicht sonderlich gut, dass frau sie dabei außen vor gelassen hatte.

„Wir hätten alle eine Chance bekommen müssen, unsere Sicht der Dinge darzulegen, nicht nur die höheren Ränge. Elise und JK haben sie auch einfach außen vor gelassen.“

„Ich denke, du wirst deine Sicht der Dinge bestätigt finden. Lass' dir nichts einreden und lass das HoloNet HoloNet sein. Erzähl' lieber, wie lief es auf Bastion? Ihr wart ja überaus erfolgreich, zwei Jedi gerettet und so.“


Die Echani berichtete ausführlich von der Rettungsmission und anschließend redeten sie noch über private, normale, belanglose Dinge. Aus einer Tasse Tee wurden zwei, doch plötzlich meinte Deife:

„Wenn du mit Eowyn reden willst, solltest du dich besser beeilen.“

Eilig stand Brianna auf und machte sich auf dem Weg. Als sie um eine Ecke bog, wäre sie fast mit Eowyns Schwebestuhl kollidiert. Die Menschenfrau wirkte ehrlich froh, sie zu sehen, hatte nur leider gerade überhaupt keine Zeit für sie. Morgen könne sie ihr alles erzählen, Sie hätte ihr aber lieber gleich alles erzählt. So viel war passiert. Wichtige Dinge! Zum Beispiel, dass mit Sedros nun noch ein zweiter Sith-Schüler behauptete, sie wären auf Kast gewesen, um Allegious zu töten. Die Silberhaarige musste sich auf die Dinge beschränken, die am eiligsten waren:

„Hast du davon gehört, dass sie einen Gefangenenaustausch ausgehandelt haben? Janus Sturn gegen was weiß ich wen? Eowyn, das darf nicht passieren! Du weißt, wie gefährlich er ist! Du musst deine Autorität als Rätin und oberste Schatten nutzen, um das zu verhindern! Die Sith… sie haben Wege, um ihn zu den Lebenden zurückzuholen. Das darf nicht passieren!“

Eowyn erklärte ihr aber, dass sie nichts für sie tun konnte, weil ein Ritter Retheim vorübergehend die Leitung der Schatten innehatte.

Retheim wer?! Wie können sie nur? Ahna hat sehr deutlich gemacht, wen sie als ihre Nachfolgerin haben möchte. Du musst einfordern, was dir zusteht Eowyn! Wenn ein bloßer Ritter die Schatten leitet, kein Wunder dass die mit solch gefährlichem Unfug durchkommen! Der hat ja gar nicht die nötige Autorität, um solche Auswüchse zu verhindern! Sprich das bitte bei Janson an und erklär ihm, wie gefährlich Janus immer noch ist!“

Zeterte Brianna und stampfte eilig davon, auf dem Weg, diesen Retheim zu finden, wohingegen Eowyn in ihrem gemächlichen Tempo weiter in Richtung Ratssaal schwebte.

Coruscant – Jedi-Tempel – Krankenstation – Brianna
 
[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Saal der Tausend Quellen - unterhalb eines Wasserfalls] Ganner

Unter einem Wasserfall zu meditieren war wahrscheinlich nicht unbedingt das gewesen, was Siva gemeint hatte, als sie ihm vor Jahren erklärt hatte, dass Wasser sich nicht wirklich kontrollieren ließ, dennoch saß Ganner nun im flachen Becken unterhalb einer der künstlich angelegten Felsstufen des Saals der Tausend Quellen, die Beine gekreuzt, die Hände locker auf den Oberschenkeln und den Oberkörper so weit aufgerichtet, wie es ihm unter dem beständig auf Nacken, Schultern und Rücken treffenden Strom möglich war. Von Ruhe konnte zumindest körperlich keine Rede sein, denn jeder Muskel schien damit beschäftigt, die Haltung gegen das Gewicht des Wassers zu bewahren, während die Kälte langsam durch das längst vollständig durchnässte Trainingsshirt kroch und ihn dazu zwang, die Atmung bewusst gleichmäßig zu halten, anstatt sich gegen das unangenehme Gefühl zu verspannen. Für einen Mann, der Meditation noch immer viel zu häufig mit Stillsitzen, geschlossenen Augen und dem vergeblichen Versuch verband, an möglichst wenig zu denken, war das gar nicht die schlechteste Grundlage, denn das Wasser ließ ihm kaum Gelegenheit sich selbst vorzumachen, er hätte die notwendige Ruhe gefunden, wenn sich seine Schultern bei jedem abdriftenden Gedanken verhärteten und der veränderte Aufschlag des Stroms ihn beinahe unmittelbar darauf hinwies.

Vielleicht lag ihm diese Form der Übung deshalb sehr viel eher als die stillen Räume, in denen er über Wochen hinweg versucht hatte, Sivas erste Lektionen zu wiederholen, denn Wasser besaß ein Gewicht, eine Richtung und eine Bewegung, die sich nicht nur vorstellen, sondern unmittelbar fühlen ließ, ohne dass Ganner zuvor eine Erklärung dafür finden musste, was genau er eigentlich wahrzunehmen versuchte. Bei der Glaskugel, mit der seine Ausbildung begonnen hatte, war ihm lange nichts anderes geblieben, als den Worten seiner ersten Lehrerin zu vertrauen und die Augen zu schließen, obwohl alles in ihm danach verlangt hatte, das verdammte Ding einfach anzusehen, während das Wasser ganz von allein über seinen Körper strömte, sich an ihm teilte und unterhalb seiner Hände wieder mit dem übrigen Becken verband. Er musste nicht nach ihm greifen oder sich vorstellen, wo es sich befand, sondern lediglich versuchen, den vertrauten Eindruck seiner Haut ein wenig weiter auszudehnen und herauszufinden, ob dort hinter Druck, Kälte und dem gleichmäßigen Rauschen noch etwas anderes lag, jenes eigenartige Gefühl, das sich manchmal wie eine zusätzliche Wahrnehmung und in anderen Momenten lediglich wie eine besonders lebhafte Einbildung anfühlte.

Siva hatte damals erklärt, man könne Wasser zwar lenken, ihm ein Hindernis oder ein Gefäß geben, es jedoch nicht dauerhaft mit den Händen festhalten, ohne dass es zwischen den Fingern hindurchrann und seinen Weg fortsetzte, und so ähnlich sollte es sich auch mit der Macht verhalten, deren Kontrolle weniger darin bestand, sie dem eigenen Willen zu unterwerfen, als darin, das Bedürfnis danach aufzugeben und zunächst sich selbst unter Kontrolle zu bringen. Ganner hatte dem Vergleich schon damals eine gewisse innere Logik zugestehen müssen, obwohl er wahrscheinlich mehr Zeit damit verbracht hatte nach den Grenzen dieser Logik zu suchen, als die eigentliche Lektion anzunehmen. Dass etwas ausgerechnet besser funktionieren sollte, wenn er weniger davon verlangte, widersprach beinahe allem, was ihm während seiner Dienstzeit beigebracht worden war, hatte sich bei den ersten Übungen jedoch immer wieder bestätigt, wenn die Kugel erst dann in seiner Hand leichter geworden war, nachdem er aufgehört hatte sie mit aller Gewalt schweben lassen zu wollen.

Ein tiefer Atemzug füllte seine Lungen, während Ganner die Hände von den Oberschenkeln nahm und neben sich ins Wasser legte, die Finger auf den glatten Stein des Beckens spreizte und versuchte, den Strom nicht mehr nur dort zu verfolgen, wo er seinen Körper berührte. Für einen kurzen Moment glaubte er tatsächlich die Bewegung um seine Hände herum zu erfühlen zu, keine klaren Linien und auch nicht jenes beinahe schwarz-weiße Bild, in dem sich die Kugel bei seinen ersten Versuchen vor seinem inneren Auge abgezeichnet hatte, sondern lediglich eine undeutliche Ausdehnung, die sich langsam an den Fingern vorbei schob, breiter wurde und sich irgendwo vor ihm verlor.

Wenn seine Gedankenwelt abdriften dann folgte dieser Drift meist einem Schema: Ossus lag am Anfang, allerdings nicht die Ruinenwelt der Jedi und auch nicht jener geschichtsträchtige Ort, als den viele Bewohner des Tempels seine Heimat betrachteten, sondern eine Folge wechselnder Zimmer, fremder Esstische und Pflegefamilien, bei denen er nie lange genug geblieben war, um sie wirklich als die eigenen zu begreifen. Seine Eltern kannte er nicht, hatte sich eingeredet dass man niemanden vermissen konnte, an den man sich nicht erinnerte, bis Adrien Victus ihn aufgenommen und ihm damit gezeigt hatte, wie sich die Anwesenheit eines Menschen anfühlte, der nicht schon im Voraus davon ausging, ihn irgendwann wieder fortgeben zu müssen. Im Haus des Industriellen war er schließlich auch Joreen begegnet, zunächst nur dessen Tochter, ein steter Quell von Wettstreit und Rechthaberei, dann irgendwann Vertrautheit, aus Vertrautheit dann Beziehung und die Aussicht auf ein gemeinsames Leben, dann Adriens Tod, der Verlust der Existenz, die Aufopferung dafür seine eigene aufkeimende Familie nicht in dem selben Grab enden zu lassen in dem er aufgewachsen war.

Seine Verpflichtung bei den Marines war damals weniger eine Entscheidung für den Soldatenberuf als für ein regelmäßiges Einkommen, eine Unterkunft und die Möglichkeit gewesen, seiner mittlerweile schwangeren Verlobten etwas mehr zu bieten als die Hoffnung, dass sie sich schon irgendwie durchschlagen würden. Nach der Grundausbildung, der Geburt von Jagged und Tyrron und der Hochzeit hatte Ganner sich für weitere Jahre verpflichtet, war vom Soldaten zum Korporal, Truppführer und schließlich zum Feldwebel aufgestiegen, hatte sich zum Feldtechniker weiterbilden lassen und immer mehr Verantwortung für Männer und Frauen übernommen, deren Ausrüstung er Einsatzbereit halten, deren Fehler er auffangen und die er nach Möglichkeit wieder nach Hause bringen sollte. Die Klarheit dieses Lebens hatte ihm gelegen, selbst in jenen Einsätzen, in denen zwischen Auftrag und Rückkehr kaum mehr als die Gewissheit bestand, dass irgend jemand einen kühlen Kopf behalten musste, und auf Denon hatte er mit Del Navarr und Kirana zwei Menschen kennengelernt, die ihn über einen Großteil seiner Zeit als Unteroffizier begleiteten und später zu den wenigen Freunden gehörten, mit denen er auch nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst Kontakt gehalten hatte. Del war aus Rache zu den Marines gegangen, obwohl er eigentlich Koch hatte werden wollen, hatte den Krieg überlebt, Kirana geheiratet und auf Coruscant schließlich genau jenes Restaurant eröffnet, von dem er früher gesprochen hatte, während Ganner selbst sehr viel länger gebraucht hatte um zu erkennen, dass ein anderes Leben nicht einfach nach dem Krieg begann, sondern irgendwann auch gewählt werden musste und wenn er dieser Entscheidung aus der Not heraus nicht selbst entsagt sich niemals etwas ändern würde. Eine Entscheidung die er nun getroffen hatte... und die seine Frau niemals mehr würde sehen können. Immer wieder spielte sich die Schuld gegenüber seinen Kindern in seinen Verstand die er verlassen hatte, die auf Haruun Kal nun selbst dem Orden anvertraut waren wie Waisen. Er konnte ihnen nicht unter die Augen treten, was absolut peinlich war und wofür er sich selbst beinahe geißelte. All die Jahre als Söldner und Ermittler... Jetzt hier unter dem Wasserfall war er Siva unendlich dankbar das sie ihm eine Tür geöffnet hatte durch die er selbst wahrscheinlich nicht gegangen wäre, eine Möglichkeit sich langsam aus dieser Spirale zu befreien. Dabei war die schwebende Kugel weniger wichtig gewesen als die Gespräche, die sich zwischen den Übungen entwickelten und in denen Ganner erstmals aussprach, dass Joreens Verschwinden nicht das Einzige war, was sein Leben zerstört hatte, sondern auch seine Weigerung, sich mit dem eigenen Anteil daran auseinander zu setzen.

Ganner atmete tief ein und versuchte erneut die Bewegung des Wassers um seine Hände aufzunehmen. Das Rauschen blieb ebenso präsent wie der Druck auf seinem Rücken, aller Konzentration zum Trotz verschwanden die Bilder in seinem Kopf jedoch nicht. Adrien, Joreen, die Kindern, seine Zeit bei den Marines und der Ausbildung im Tempel, diese so verschiedenen Leben bekam er noch immer nicht in einem ganzen überein. Vielleicht war er innerlich noch immer ein wenig zerbrochen.

Langsam hob er eine Hand aus dem Becken und führte sie an den Rand des herabfallenden Stroms entlang. Es kostete ihn viel Zeit und noch mehr Atemübungen, die Bewegung mehr mental wahrzunehmen als zu fühlen, den Punkt zu finden, an dem der geschlossene Strom in einzelne Tropfen zerfiel, sich vorzustellen, wie diese einen geringfügig anderen Weg nahmen, ohne dass er sie dorthin zwang. Die ersten Versuche veränderten nichts, außer dass er das Gefühl hatte mehr und mehr in diesem Strom des Lebens einzutauchen und vielleicht war das ja auch ein Ergebnis.

[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Saal der Tausend Quellen - unterhalb eines Wasserfalls] Ganner
 
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