Core Worlds Broadcast
Wo die Galaxis zuhört
"Wir senden heute aus dem Jedi-Tempel, wo der Orden kurzfristig zu einer Pressekonferenz eingeladen hat. Gerüchten zu Folge sollen dort sowohl der Rat der Jedi, als auch ein Überläufer des Imperiums zu den Ereignissen der letzten Tage und Wochen Stellung nehmen. Wir senden wie immer live und unkommentiert, so dass Sie sich eine eigene Meinung bilden können. Anschließend werden wir das Gehörte im Studio gemeinsam mit unserer Jedi-Expertin Lia Sunrider einordnen.
Ah, da betreten bereits die ersten Personen das Podium - Rornan Elliundi, der Pressechef des Ordens, gefolgt von Wes Janson, einem langjährigen Ratsmitglied, und Eowyn El'mireth... sie scheint in einem Schwebestuhl zu sitzen. Ihre Beförderung zur Rätin fand erst vor ein paar Monaten statt. Bisher sehe ich keine weitere... oh, ein weiterer Mann betritt das Podium. Er ist mir unbekannt, es ist also möglich, dass es sich um besagten Überläufer handelt. Er setzt sich zwischen Rätin El'mireth und Rat Janson. Und es scheint mir... ja. Ich überlasse Sie nun dem Saal und den Stimmen vor Ort."
Rornan Elliundi:
Ich bitte um Ruhe im Saal... Ich begrüße Sie alle zu dieser heutigen Pressekonferenz des Jedi-Ordens. Mir ist bewusst, dass Sie alle Unmengen an Fragen haben, insbesondere nach den Ereignissen der letzten Stunden, doch ich bitte Sie, diese zunächst bei sich zu halten und später darauf zurückzukommen, sofern sie nicht in unseren Ansprachen geklärt wurden. Die meisten von Ihnen kennen mich, ich bin Jedi-Rat Rornan Elliundi, Pressesprecher des Ordens und werde heute durch diese Konferenz führen. Das Thema ist hauptsächlich das C-Virus, die Herkunft dessen, unsere Erkenntnisse sowie die Folgen daraus. Bitte halten Sie sich an dieses Thema. Unser Ziel ist es, so viele Fragen wie möglich zu klären, doch auch Ihnen wird bewusst sein, dass bei der Masse an Gästen heute schwierig werden wird, wirklich
alle zu besprechen. Bitte senden Sie die Fragen, die heute nicht beantwortet werden konnten, im Anschluss an unsere Pressestelle und wir werden sie, so weit möglich, zügig beantworten.
Sie alle kennen die Regeln, dennoch weise ich noch mal auf das wichtigste hin. Bitte bleiben Sie sachlich und rufen nicht hinein, sondern nutzen den Meldeknopf an Ihrem Pad, ich werde das Wort möglichst fair an möglichst viele Anwesende erteilen.
Ich begrüße heute neben mir Rat Wes Janson, Ian Dice und Rätin Eowyn El'mireth. Alle drei waren Augenzeugen und Beteiligte bestimmter Phasen unseres Kampfes gegen das C-Virus in den letzten Monaten, welcher unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt werden musste, um den Erfolg nicht zu gefährden. Sie werden nach unseren Erklärungen erkennen, weshalb und welch tragende Rolle alle drei gespielt haben. Ich erteile nun, um in der Chronologie halbwegs einheitlich zu bleiben, als erstes Rat Janson das Wort. Bitte.
Wes Janson:
Guten Tag, geschätzte Anwesende. Zuallererst möchte ich ein Eingeständnis machen. Wir haben der Öffentlichkeit für eine lange Zeit die Wahrheit über die Urheberschaft des Coruscant-Virus vorenthalten. Dass es sich bei dem Virus um eine Biowaffe handelte, von einem Team unter der Leitung des verschiedenen Imperators Allegious höchstpersönlich entwickelt, war uns seit geraumer Zeit bekannt – wobei das ›uns‹ in diesem Fall für die Führungen von Jedi-Orden, Militär, Geheimdienst und Regierung steht. Die Geheimniskrämerei war notwendig, um die Mission zur Beschaffung des Heilmittels nicht zu gefährden, und um den Ausbruch von noch größerem Chaos und Gewalt zu verhindern.
Doch die Geheimhaltung endet jetzt. Der Jedi-Orden legt seine Karten nunmehr auf den Tisch. Ich war dabei, als die Republik die Beweise für die imperiale Urheberschaft des C-Viruses erlangte. Hinweise darauf hatten wir bereits, doch wir brauchten mehr als das. Es war auf dem Höhepunkt der Pandemie und wie so viele Male in dieser Krise arbeiteten Militär, NRGD und Jedi-Orden Hand in Hand zu deren Bewältigung zusammen. Die ursprüngliche Information kam von den Marines, die hier auf Coruscant einen imperialen Kollaborateur aufgriffen, der dabei gewesen war, die Bevölkerung gegen Republik und Jedi aufzuhetzen. Dessen Befragung ergab, dass in einer vorgeblichen ›Tierarztpraxis‹ im Vergnügungsviertel Freiwillige durch Zahlung einer großen Summe Credits für das Testen eines angeblichen Aufputschmittels in Form eines Energy Drinks gewonnen wurden. Als ob die Konstellation für sich nicht schon verdächtig genug gewesen wäre, waren zwischenzeitlich sämtliche Freiwillige an Allegious' Virus erkrankt.
In Windeseile wurde daher ein Team aus allen verfügbaren Kräften, Marines, reguläre Armee, Geheimdienst, Jedi-Wächtern und -Ermittlern zusammengestellt, um eine Razzia der angeblichen ›Tierarztpraxis‹ durchzuführen. Es wurden zwei Teams gebildet, um das Objekt in die Zange zu nehmen und die Flucht von Verdächtigen auszuschließen. Diese wurden in einem Blitzschlagsmanövern von Angriffstransportern in's Ziel gebracht und stießen sofort auf heftigen Widerstand durch gefährliche Wildtiere, Sprengfallen und IGD-Agenten. Auch chemische oder möglicherweise biologische Waffen wurden gegen uns zum Einsatz gebracht, mit dem Zweck, uns aufzuhalten, bis die Beweise der imperialen Täterschaft beseitigt werden konnten. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch. Es wurden Gefangene gemacht, denen die Information zu entlocken war, dass die Beweise der Imperialen in einer Müllpresse entsorgt worden waren, woraus sie unter höchster Lebensgefahr geborgen werden konnten. Desweiteren wurden Flüchtende aufgehalten, die sich im Besitz von Ampullen mit zu dem Zeitpunkt bereits ausgestorbenen früheren Varianten von Allegious' Virus befanden.
Die Beweise wurden aufgeteilt. Der NRGD erhielt die Daten zur Erforschung, die Jedi untersuchten die Virusproben. Die Untersuchungen ergaben, dass es damit allein nicht getan sein würde, dass es nicht möglich wäre, allein daraus ein Heilmittel zu entwickeln. Der Plan entstand, die dafür nötigen Proben und Informationen direkt an der vermeintlichen Quelle zu beschaffen, auf der Thronwelt Bastion selbst. Dieser wurde vom Rat beschlossen und dem Kanzler aufgrund der Brisanz zur Entscheidung vorgelegt. Nach dessen Einverständnis startete die Mission und damit übergebe ich das Wort an Ian Dice, der Ihnen mehr dazu sagen kann.
Ian Dice:
Guten Tag. Zuerst möchte ich dem Rat danken, dass ich auf dieser Konferenz sprechen darf und ich danke allen Anwesenden für ihr Erscheinen. Ich möchte vorwarnen, dass das, was ich zu sagen habe, nicht einfach zu hören sein wird. Ich habe keine Rede geübt und alles, was ich zu sagen habe, ist, was ich über das Virus, über seine Vorgeschichte und über das Verschwinden davon sagen kann. Mein Name ist Ian Dice und bis vor wenigen Monaten bin ich Mitglied des Sith-Ordens gewesen. Ich hatte den Rang eines Vollstreckers. Darth Keebo war mein selbst gewählter Name. Ich - war damit kein frischer Sith mehr, nicht mehr ganz unten. Über Jahre bin ich ein Sith gewesen und vermutlich hätte nicht mehr viel Zeit gefehlt, um ein Lord zu werden. Die letzte Stufe bis ganz oben. Das bedeutet, dass ich in
vielen Punkten ein Schuldiger bin.
Ich war mit meiner Schülerin Cyna, einer Twi’lek, gerade am Raumhafen von Bastion angelangt, als uns eine Fremde eine Depesche mit dem Siegel Allegious überreichte. Er würde mich im Thronsaal erwarten. Ich werde Namen nennen, viele, die vielleicht bedeutungslos erscheinen, aber sie beweisen, dass ich nicht lüge. Zeigen Details, die nur jemand kennt, der das erlebt, der dabei war. Was ich sage, gilt, um allen die Wahrheit über das Virus zu berichten und ich weiß, dass Wahrheit durch die aktuellen Umstände ein … wie ein hohler Begriff klingen mag. Vor allem, wenn jemand 'die' Wahrheit sagt. Aber Wahrheit ist nicht hohl und mnchmal gibt es nur eine Tatsache die wahr ist. Vor dem Thronsaal erschienen und waren weitere Sith. Darth Sting, ein Lamproid, der ebenfalls Krieger war, Kossekos, ein Trandoshaner, im Rang eines Schülers. Am Ende, im Thronsaal selbst, nur noch Allegious, Darth Nergal, ebenfalls Exekutor und ich. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, warum ich persönlich bei Allegious erscheinen sollte. In der Depesche stand nichts. Er begann zu uns zu sprechen.
Vor Monaten schon habe er sich in seine Labore zurückgezogen und ein Virus entwickelt. Ein Virus, das durch einen … Impuls der dunklen Seite von ihm ausgelöst werden könnte. Ein Virus aus Symbiose der dunklen Seite und genetischen Strängen, mit absoluter Wirkung. Ein Virus, das er durch einen Träger auf Coruscant aktivieren wollte. Aber davor, davor sollte ich gemeinsam mit anderen Abgesandten in den republikanischen Raum reisen, um Möglichkeiten für Friedensverhandlungen auszuloten. Das Lockmittel war Coruscant. Ein Beweis: Allegious überlässt, schenkt quasi der Republik Coruscant. Er war überzeugt, dass sich das Imperium die Hände in Unschuld waschen würde, weil, wie formulierte er es? Unwichtige, nein ... belanglose imperiale Planeten rundherum ebenfalls betroffen sein würden. Die Republik würde untergehen, damit Frieden für das Imperium,
nur das Imperium, möglich wäre.
Er zog eine kleine Phiole aus seinem Gewand. In ihr eine schlafende Version des Virus. ‚Wenn vom Feind nur noch Staub und Knochen übrig sind, werden wir die Reichtümer ihrer Planeten uns einverleiben und die Mär von Demokratie und Gleichheit beenden.‘
Im leeren Raum zwischen Rendili und Corellia fanden die Vorverhandlungen statt. Ich gab vor, ein Botschafter zu sein, nutzte ein Anagramm meines Namens. Wie dumm und unüberlegt. Acini Ed. Ich war auf dem Schiff Valkyre von Commander Avalosh’ari’nuruodo, kurz Sharin, ein Chiss. Wir, Sharin und Offizierin Lieutenant Zora Oriana, setzten über an Bord der Reliant, wo uns Commander Jhassa, ein Kel’Dor, und Commander No, ein Kaminoaner, außerdem Shame Lynch, ein Humanoid und Angestellter des Außenministeriums des Senats erwartetn. Wir ließen uns kontrollieren, zeigten unsere zum Teil gefälschten Dokumente und behaupteten, dass unsere Majestät Allegious um einen Waffenstillstand bäte. Ein Beweis unserer Ernsthaftigkeit sei, dass alle damals bestehenden Offensivmaßnahmen, wie die gegen das Hapan-Cluster, eingestellt worden waren. Wir würden sofort Frieden wollen. Nicht irgendwann.
Jetzt. Bei einem Friedensschluss soll der Corellian Run bis Coruscant der Republik gehören. Das haben wir gesagt. Unser Lockmittel.
Bedingungen wurden ausgehandelt und wie allen Anwesenden bekannt sein wird, waren die Vorverhandlungen ebenso positiv wie das, was kurzfristig folgte. All unsere Unterschriften befanden sich auf dem Dokument. Nach meiner Unterschrift wollte ich nur noch eins. Vergessen. Vergessen, dass ich eine Lüge unterzeichnet hatte. Vergessen, dass ich damit Mitschuld am Tod von Millionen Unschuldigen haben würde. Ich wollte nur vergessen. Ich reiste nach Nar Shaddaa, dort traf ich erstmals auf Eowyn. Wir kamen ins Gespräch, diskutierten heftig, wir flogen schließlich gemeinsam nach Coruscant. Dort offenbarte ich mich ihr und wir wollten nach Lianna, damit ich vor den Rat treten kann, um auch ihm die Wahrheit über den Ursprung des Virus zu sagen. Aber wir stürzten ab auf Va’art, einem Mond, und waren über Wochen dort gefangen.
Auf Va’art verliebte ich mich in sie und es war mein Glück, dass das nicht einseitig blieb. Nach einem Hilferuf wurden wir gerettet, auf Lianna trat ich vor den Rat und wurde vorläufig im Orden festgenommen. Ich wurde gut behandelt, weder gefoltert noch irgendwie gequält – obwohl der Rat wusste, wer ich war und was ich getan hatte. Auf Coruscant versuchte ich, so viele Wesen wie möglich zu heilen. Es mag absurd klingen, aber Heilen war schon bei den Sith meine Stärke. Aber es gelang nicht, genug zu heilen. Es war absolut unmöglich, allen zu helfen, und so schlug ich dem Rat vor, dass ich nach Bastion reisen wollte. Um dort den Ursprung zu finden. Damit wir endlich, endlich ein Gegenmittel entwickeln können, damit das Sterben aufhört.
Um keinen Verdacht bei den Sith zu erwecken, schlug ich vor, Eowyn als Geisel nach Bastion mitzunehmen. Eowyn, die ich um den Finger gewickelt habe, um ein kostbares Geschenk an den Imperator zu übergeben und mir den Rang des Lords zu ermöglichen. Wir reisten nach Bastion. Ich gab meine Trophäe dort ab. Ich erlaube mir nicht, über die Folter zu sprechen, die Eowyn widerfuhr. Meine Aufgabe war die: Finde das Labor von Allegious in den Katakomben. Finde den Ursprung des Virus. Über Wochen suchte ich, erstellte Karten und gemeinsam mit Brianna Kae, Ritterin, vermeintliche Überläuferin und Schülerin Janus Sturns, eine Echani, genau wie Brianna selbst, fanden wir das Labor. Und im Labor die Proben.
Friede ist Lüge, es gibt nur Leidenschaft.
Durch Leidenschaft erlange ich Stärke.
Durch Stärke erlange ich Macht.
Durch Macht werde ich zum Sieg geführt.
Durch den Sieg zerbrechen meine Ketten.
Die Macht wird mich befreien.
Diese Worte waren
keine Lüge. Allegious und dem Imperium lag
nie etwas am Frieden. Der Krieg war von langer Hand vorbereitet. Ich bin kein Jedi und auch kein Mitglied der Neuen Republik. Ich war ein Sith, ein Imperialer, aufgewachsen auf Telos und ein Mörder und vielleicht haben meine Worte kein Gewicht. Aber dieser Krieg ging
niemals, zu keiner Sekunde von der Neuen Republik aus. Das Imperium hat ihn begonnen. Allegious hat ihn begonnen und schon immer im Sinn gehabt. Briannas und Eowyns Auslieferung zu fordern ist eine zutiefst berechnende und zu verachtende Taktik, um abzulenken. Bauernopfer, um der Galaxis weiszumachen, sie hätten den Krieg angezettelt.
Ich kann und werde niemanden zwingen, das zu glauben. Wahrheiten lassen sich nicht erzwingen. Aber ich bitte alle Anwesenden und alle, die das hier hören, für einen Moment in sich zu gehen und zu prüfen. Die Republik und die Jedi haben verzweifelt versucht zu heilen. Ich habe Jedi gesehen, die alles gegeben, die sich verausgabt haben. Die Sith und das Imperium, ich,
wir haben von Anfang an gelogen. Nicht geholfen.
Kein Sith hat sich gekümmert und im angeblichen Frieden Zusammenarbeit angeboten. Es ging Allegious um Reichtum und Macht. Den Rest scherte es nicht. Denn wie ich es zitierte, wie es der Kodex vorgibt:
Frieden ist eine Lüge. Und für das Imperium gäbe es maximal Frieden für Angehörige. So lange es dem eigenen Status hilft. Die Macht nicht schmälert.
Ich wünschte, ich hätte vorher erkannt, was das Imperium ist. Was der Orden der Sith ist. Ich wünschte, ich hätte als junger Mann auf meine erste Liebe gehört. Tahiri Nolaee, die mich immer wieder warnte. Aber ich habe Jahrzehnte die Augen verschlossen und dieses System unterstützt, ihm geglaubt, vor allem, als die Jedi mir eine Ausbildung bei ihnen verboten, weil mein Hass übermächtig war. Wenn es Schuldige gibt,
und die gibt es, dann Personen wie
ich. Dann
alle Sith und alle, die das Imperium unterstützen. Allegious als Initiator.
Die Augen zu verschließen ist das Gleiche, wie aktiv beteiligt zu sein. Es ist genau das Gleiche. Nicht zu helfen macht ebenso schuldig. Allegious hat das Virus erschaffen. Ein paar eingeweiht. Den Krieg herbeigeführt und im Stillen begonnen.
Eowyn El'mireth:
Mein Name ist Eowyn El'mireth... auch, wenn wohl mittlerweile die meisten wissen, wer ich bin.
Wie Sie gehört haben, traf ich auf Nar Shaddaa auf Ian Dice. Recht bald berichtete er mir von den furchtbaren Plänen Allegious', und es war ein Glück, dass wir davon erfuhren. Ohne diese Information hätten wir noch lange an den falschen Orten nach einem Heilmittel gesucht. Die Pandemie wäre noch im Gange, täglich würden weitere tausende sterben.
Aber wir
bekamen diesen Wissensvorsprung. Wir gingen den Hinweisen nach. Wir entdeckten die Tierarztpraxis, wir forschten und heilten, bis wir nicht mehr konnten und darüber hinaus, aber nur unsere fähigsten Heiler, wie Ian Dice oder Brianna Kae, waren in der Lage, gegen das C-Virus anzukommen. Wir hatten keine Chance.
Und wir hätten beinahe alles, inklusive Coruscant, verloren.
Aus diesem Grund wählten wir den ungewöhnlichen und gefährlichen Weg, das Virus im Sith-Tempel zu suchen. Und weil wir ahnten, dass wir nur dort fündig werden würden. Die Sith interessierte es nicht, dass angeblich Frieden herrschte, sie behielten mich trotzdem bei sich. Nach unserer gelungenen Flucht von Bastion machten wir Halt im leeren Raum, und ich erfuhr, was in der Zwischenzeit alles geschehen war, während man begann, mich notdürftig zusammenzuflicken. Nicht nur hatte Ian Dice mit Brianna Kaes Hilfe das Virus gefunden, sondern Brianna hatte glaubhafte Hinweise von internen Stellen der Sith erhalten, dass das C-Virus nicht das Ende gewesen war. Es war nur die
Vorstufe für ein weiteres,
noch tödlicheres Virus.
*Raunen im Publikum.* Mir wurde klar, dass das alles nie ein Ende nehmen würde. Jedes Virus, das wir vernichteten, würde ein weiteres zur Folge haben. Millionen würden sterben, weil eine
einzige machthungrige Person nie aufhören würde - und es würde ihm auch egal sein, ob es republikanische oder imperiale Welten treffen würde.
Also... traf ich eine Entscheidung.
Brianna hatte den Aufenthaltsort Allegious' erfahren. Wir ahnten, dass unsere Flucht noch nicht bekannt sein würde.
Wir hatten die Wahl, zurück nach Coruscant zu fliegen, den offiziellen Weg zu gehen, abzuwarten, wie der Rat entscheiden würde oder der Senat. Wir würden alles dem Kanzler vorlegen können - und bis dahin würde das neue Virus womöglich, wahrscheinlich, schon freigesetzt sein. Wir würden noch schwächer werden. Wir würden dem Virus nichts entgegensetzen können.
Doch das wäre der richtige Weg. Wir würden uns nicht schuldig machen.
Die andere Möglichkeit war, sofort zu handeln. Den Vorteil zu nutzen, den wir hatten, und den wir verlieren würden, selbst, wenn wir nur für eine
Stunde auf Coruscant Halt machen würden. Wir würden ohne den Segen des Rates handeln, ohne den des Senats. Aber wir hätten die Chance, das Virus zu vernichten. Die Chance, Millionen Leben zu retten.
Seit ich ein Kind war, war mir klar, dass ich einmal eine Jedi werden würde. Ich wusste, auch, wenn meine Eltern es ausschlossen, dass ich der Republik dienen würde. Ich wusste, wo mein Leben mich hinführen würde, ich wusste, dass mein Ziel sein würde, so viele Leben zu verteidigen, wie ich konnte.
Ich wusste damals nicht, wie diese Verteidigung aussehen würde, und wie viel sie mich kosten würde.
Ich entschied mich aber schlussfolgernd für den zweiten Weg.
Ian flog mit den Virusproben nach Coruscant, um so schnell wie möglich ein Heilmittel herzustellen. Wie Forscher später herausfanden, war kein Heilmittel notwendig - sondern die absolute
Vernichtung des ursprünglichen Virus' wodurch alle Mutationen, alle mit diesem Virus verbundenen Partikel ebenfalls zerstört wurden. Heilung innerhalb von wenigen Augenblicken - etwas, für das ich
unendlich dankbar bin, denn ich weiß nicht, wie viele Opfer es noch gefordert hätte, hätten wir erst einen Impfstoff entwickeln müssen.
Das restliche Team, Brianna und ich flogen nach Kast. Mein Team folgte meinen Befehlen, weshalb weder sie, noch Brianna irgendwelche Schuld tragen. Auch im Jedi-Orden haben wir feste Rangstrukturen, und sie werden genauso hoch gehalten wie beim Militär.
Brianna und ich nahmen den Weg, der schon im Sith-Tempel erfolgreich gewesen war. Sie führte mich als ihre Geisel vor, um mich endlich dem Imperator zu übergeben, was die Sith auf Bastion die ganzen Wochen lang nicht geschafft hatten. Das restliche Team schlich sich in die Festung ein, untersuchte die Labore, konnte Beweise und viele Daten sichern und setzte Sprengladungen, um zu verhindern, dass ein solches Virus erneut erschaffen wird.
Allegious führte derweil Brianna und mir im Thronsaal seine neueste Kreation vor. Briannas Informationen waren absolut korrekt gewesen. Dieses... Ding... Es war
dunkel. Eine Phiole voller absoluter
Dunkelheit. Ich weiß, dass kaum jemand etwas damit anfangen wird können, aber ein paar von ihnen werden vielleicht wissen, wie Machtnutzer die Galaxis wahrnehmen. Wir können vieles erspüren. Wir können durch die Macht Dinge sehen, die ohne sie verwehrt bleiben. Und diese Phiole war das dunkelste, schrecklichste Ding, was ich je gespürt habe.
Und Allegious...
lachte.
Er lachte.
Und redete von einer Galaxis ohne Licht, von einem Reich der dunklen Seite auf einem Berg aus Leichen. Er... wollte die Galaxis töten.
Alles. Er sprach davon, einer gebrochenen Galaxis Frieden zu bringen, den Frieden des Grabes, die Stille des Todes. Damit etwas Neues entstehen könnte - durch und mit ihm. Ein neues Reich - mit wenigen Personen. Denn das bedeutete ihm
wahre Macht, nicht, über Milliarden zu herrschen, die er ohnehin nie zu Gesicht bekam. Meiner absolut persönlichen Ansicht und meinem dortigen Empfinden nach war er schlicht wahnsinnig.
Ich weiß, dass Sie alle nur mein Wort haben für das, was dort im Thronsaal geschehen ist. Alle, die sich dort aufgehalten haben, sind heute tot - alle, außer Brianna und mir. Ich weiß, dass viele von Ihnen mir nicht glauben werden. Ich weiß, dass ich keine Beweise habe für das, was
dort geschehen ist. Aber es gibt Indizien. Es gibt die Daten, die das Team im Labor sichern konnte. Es gibt Berichte darüber, wie Allegious sich immer mehr zurückgezogen hat, wie er kaum noch Besuch empfing. Und es gibt das C-Virus, dessen Herkunft lückenlos bewiesen ist. Es ist an Ihnen zu entscheiden, ob Sie mir Glauben schenken.
Schließlich explodierten die Sprengsätze, und der Imperator begann zu ahnen, dass etwas nicht stimmte. Er griff uns als erstes an. Brianna und mir war es möglich, die Garde auszuschalten, da das Team draußen uns den Rücken freihielt. An seinem Ende entfesselte Allegious eine Machtwelle der dunklen Seite, welche den Thronsaal halb zerstörte. Und nur wenige Sekunden später betraten Janus Sturn, Kira Guldur, Adria Guldur, Zoey Liviana und ihre Schülerinnen und Schüler das Geschehen. Ich weiß bis heute nicht, was sie dort machten und was ihr Plan war, doch sie stellten sich uns natürlich in den Weg. Sturn forderte mich zum Duell auf, welches ich am Ende für mich entscheiden konnte, doch im Moment seines vermeintlichen Endes entfesselte auch er eine Welle der dunklen Seite, der ich mich nicht mehr entgegensetzen konnte und welche den Thronsaal komplett in Schutt und Asche legte und die Kämpfe beendete. Wir konnten kurz darauf ohne tödliche Verluste auf unserer Seite fliehen, bevor die Festung endgültig aus den Fugen gebracht zusammenstürzte.
Die Daten von Kast werden aktuell noch gesichtet und sind noch nicht komplett sortiert, und ich muss dazu sagen, dass wir diese Daten
nicht komplett veröffentlichen können. Sie werden verstehen, weshalb - sie enthalten unter anderem die Anweisungen zum Erstellen einer Biowaffe. Aber wir werden herausgeben, was auch immer sicher ist, um die Wahrheit zu untermauern.
Ich ahne, was sicher ein paar von Ihnen denken. Niemals hätte ich diese Mission autorisieren dürfen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Und wenn wir einmal eine solche Ausnahme machen, wer hält uns davon ab, es erneut zu tun? Die Antwort ist leider
niemand. In unserer Demokratie beruht vieles auf Vertrauen. Wir vertrauen darauf, dass die Jedi die Republik beschützen. Wir vertrauen darauf, dass das Militär hinter uns steht und unsere Planeten sichert. Wir vertrauen darauf, dass der Senat die richtigen Entscheidungen zum Wohle aller trifft. Wir verlassen uns darauf, dass all diese Personen ihre Macht nicht missbrauchen.
Ich habe dieses Vertrauen nun auf eine harte Probe gestellt. Das ist mir bewusst. Und deshalb werde ich mich dieser Verantwortung stellen, mit allem, was dazu gehört, damit dieses Vertrauen wieder hergestellt werden kann. Der Kanzler sprach von einer Anhörung, und selbstverständlich werde ich mich dem zur Verfügung stellen. Und ich bitte Sie - Sie alle hier, Sie alle da draußen. Lasten Sie
meine Entscheidung nicht der Republik an. Nicht dem Kanzler, nicht dem Senat, nicht dem Rat, nicht dem Orden. Ich war es, die diese Mission autorisiert hat. Mein Schwert war es, das am Ende Allegious durchbohrte.
Aber trotz allem - es war nicht
ich, die den Krieg begann. Es war nicht Kanzler Qúun, der den Krieg begann, nicht der Senat und nicht die Neue Republik. Es war
Allegious in seinem Wahn, die halbe Galaxis auszulöschen und so viel Leben zu beenden, wie er nur konnte.
Die Fragen.
Kreel Vos:
Sie sprechen von moralischer Notwendigkeit. Von Rettung und Alternativlosigkeit. Das Ergebnis ist Krieg. Offene Offensive auf Kashyyyk. Flotten in Bewegung. Handelsschiffe bleiben in den Häfen. Grenzsysteme geraten in Alarmbereitschaft. Und Sie erwarten ernsthaft, dass die Randwelten glauben, dieser Krieg sei unvermeidlich gewesen? Vielleicht wäre es ohne Ihre eigenmächtige Entscheidung nicht zu dieser Eskalation gekommen. Vielleicht hätte eine vollständige Offenlegung der Beweise, eine Untersuchung, ein politischer Druckaufbau das Imperium isoliert, statt ihm einen gefallenen Imperator zu liefern, den es nun propagandistisch ausschlachten kann. Sie töten den Imperator ohne Verfahren, umgehen Ihr Mandat und nun sagen Sie, das alles sei notwendig gewesen. Und Sie. Ein ehemaliger Exekutor. Wie viele Operationen haben Sie im Namen dieses Systems durchgeführt? Wie viele Welten litten unter Ihrer Loyalität? Wie soll die Republik IHNEN glauben?
Sha'nel Aris:
Sie sprechen von Verantwortung und von Vertrauen. Aber Vertrauen entsteht durch überprüfbare Strukturen, nicht durch Beteuerungen. Der Jedi Orden entschied, Informationen zurückzuhalten. Der Jedi Orden tolerierte eine nicht mandatierte Mission. Der Jedi Orden präsentiert heute Daten, die noch nicht vollständig ausgewertet sind und deren Veröffentlichung Sie selbst begrenzen. Gibt es innerhalb des Ordens eine unabhängige Kontrollinstanz, die Entscheidungen einzelner Räte prüfen kann? Oder ist der Jedi Rat faktisch Richter über sein eigenes Handeln? Sie sagen, es sei eine Ausnahme gewesen. Nach welchen klar definierten Kriterien wird künftig entschieden, wann eine solche Ausnahme zulässig ist? Wer legt diese Kriterien fest? Der Rat selbst? Und wenn der Orden in der Lage ist, demokratische Verfahren auszusetzen, Informationen zurückzuhalten und militärische Operationen faktisch mitzuprägen, warum sollte die Öffentlichkeit ihn nicht als politische Macht begreifen, die sich selbst legitimiert? Eine Republik wird nicht nur durch äußere Feinde gefährdet. Sie wird auch gefährdet, wenn ihre Verteidiger keiner externen Kontrolle unterliegen.
Taris Venn:
Rat Janson. Rätin El’mireth. Ich möchte auf das C Virus selbst zurückkommen. Sie sagten, dass das ursprüngliche Virus vernichtet wurde und dadurch sämtliche Mutationen kollabierten. War dieser Effekt im Vorfeld vollständig wissenschaftlich abgesichert oder handelte es sich um eine theoretische Annahme, die unter Zeitdruck umgesetzt wurde? Wie viele Welten waren nachweislich betroffen? Und können Sie bestätigen, dass sämtliche bekannten Infektionsketten vollständig beendet sind? Sie erwähnten ältere Virusvarianten in Ampullen. Gibt es eine gesicherte Übersicht darüber, ob alle Proben sichergestellt wurden? Oder besteht die Möglichkeit, dass isolierte Restbestände weiterhin existieren, sei es in imperialen oder kriminellen Netzwerken? Und abschließend. Welche langfristigen medizinischen oder genetischen Folgen sind für Überlebende des Virus dokumentiert? Gibt es Spätfolgen, die der Öffentlichkeit bislang nicht bekannt sind?
Lira Denova:
Meine Frage richtet sich an Rätin El’mireth. Sie haben offen bestätigt, dass Sie und Ian Dice eine persönliche Beziehung führen. Ian Dice war nicht nur ein Zeuge, sondern ein ehemaliger Exekutor des Imperiums und eine zentrale Quelle für strategische Informationen. Können Sie ausschließen, dass Ihre persönliche Bindung Ihre Entscheidungsfindung beeinflusst hat? Insbesondere bei der Entscheidung, ihn in operative Abläufe einzubinden oder seine Einschätzungen höher zu gewichten als andere? Gab es innerhalb des Rates eine formale Prüfung möglicher Interessenkonflikte? Oder lag die Einschätzung Ihrer Unabhängigkeit allein in Ihrer eigenen Verantwortung? Und noch eine Frage. Sollte sich künftig herausstellen, dass Ian Dice in einem Punkt geirrt oder unvollständig informiert war. Würden Sie rückblickend einräumen, dass persönliche Nähe in sicherheitspolitischen Entscheidungen ein Risiko darstellt?
H-7:
Die republikanischen Streitkräfte haben eine Offensive auf Kashyyyk begonnen. Können Sie den aktuellen operativen Status bestätigen? Handelt es sich um eine begrenzte Sicherungsoperation, um eine vollständige Rückeroberung oder um eine Demonstration strategischer Präsenz? Welche Rolle spielt der Jedi-Orden im aktuellen Geschehen und welche im gesamten Krieg? Existieren klare Einsatzregeln für Jedi in diesem nun aktiven Krieg. Insbesondere im Hinblick auf Zielauswahl, Gefangennahme und den Schutz ziviler Infrastruktur? Wurden wirtschaftspolitische Konsequenzen dieser Offensive im Vorfeld modelliert? Beispielsweise Auswirkungen auf den Corellian Run, Rohstoffflüsse aus Randsektoren oder Produktionskapazitäten in Kernwelten? Ist ein langfristiger Stabilitätsplan vorhanden, um mögliche Handelsblockaden, Versorgungskrisen oder Kapitalflucht abzufedern?
Janson:
Frau Aris, was Sie ansprechen ist ein altes Dilemma der Demokratie. Eines, das nicht nur die Jedi, sondern alle Sicherheitsbehörden, Geheimdienste und Miitär gleichermaßen betrifft. Transparenz gehört zum Wesen der Demokratie, aber sie kann auch der Tod der Sicherheit sein. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: sicherlich waren Sie schon einmal in einem Limmie-Match. Beeindruckend, nicht wahr? Alleine die riesigen Stadien, die zehn- und in den Kernwelten teilweise hunderttausende von Zuschauern fassen. Unglaublich. Aber leider ist die Galaxis kein friedlicher Ort. Jemand platziert eine Baradiumladung in den Katakomben des Stadions und Sie sind verantwortliche Sicherheitsoffizierin, die von der Bedrohung erfährt. Was tun Sie? Maximale Transparenz? Die Medien informieren, Durchsagen laufen lassen, dass das Stadion wegen der tödlichen Bombe unverzüglich geräumt werden muss? Die Folgen können Sie sich ausmalen. Eine Massenpanik, unzählige Tode und Verletzte, auch ohne dass die Baradiumladung überhaupt hochgeht. Aber das machen Sie natürlich nicht. Sie sehen sich den Sprengsatz an, holen Experten, die die Gefahr beurteilen können. Dann fällen Sie eine Entscheidung im Geheimen. Die Bombe explodiert nicht vor Spielende, dann machen Sie nach außen gar nichts. Oder Sie wissen, sie explodiert, dann erfinden Sie einen Vorwand, um das Stadion leerzubekommen, ohne dass jemand verletzt wird.
Auf Coruscant, während der Virus-Krise, war es im Grunde genauso. Das Imperium hat eine Biowaffe platziert mit dem Ziel, möglichst viele Wesen zu töten und den Planeten im Chaos versinken zu lassen. Was passiert auf Coruscant, wenn man derartige Informationen herausgibt? Was hätte das für die Mission von Ian Dice, Eowyn El'mireth und Brianna Kae auf Bastion bedeutet? Nichts gutes, in beiden Fällen. In einer Demokratie wünschen Sie sich das eigentlich anders. Die Republik und seine Organe sollten Informationen, die von so großer Wichtigkeit sind, der Öffentlichkeit nicht vorenthalten müssen. Entscheidungen diesen Maßstabes sollten nicht in Hinterzimmern getroffen werden müssen. Doch manchmal geht es nicht anders, weil der potentielle Schaden, der aus einer Veröffentlichung entsteht, ungleich größer wäre als der Nutzen. In dem Punkt bleibt Ihnen leider nichts anderes übrig als uns, bzw. den zuständigen Behörden zu vertrauen, dass diese die richtige Entscheidung treffen.
Vertrauen muss man sich verdienen. Es entsteht durch Kontrolle, überprüfbare Strukturen, wie Sie es nennen. Deshalb sind wir hier, teilen die Informationen die wir können, stehen Rede und Antwort. Die Strukturen gibt es, auch wenn die Entscheidungen nicht immer transparent sind, aus denselben Gründen wie gehabt. Wir gefährden unsere Leute nicht, indem wir operative Details an die Öffentlichkeit und damit auch an das Imperium herausgeben. Wir veröffentlichen keine Anleitung zum Erstellen einer Biowaffe ungeprüft. Ein Ratsmitglied untersteht der Kontrolle durch den Rat als Ganzes. Das Handeln des Rates wird durch den Jediausschuss des Senates überprüft. Dieser tagt im Geheimen, genau wie es bei der Kontrolle des Geheimdienstes auch üblich ist. Ultimativ untersteht der Ausschuss der Kontrolle des Gesamtsenats und dieser wird vom Volk bestimmt, damit schließt sich der Kreis. Das ist die Lösung, die man für das eingangs erwähnte Dilemma gefunden hat, ein Kompromiss natürlich, aber das gehört zum Wesen einer Demokratie.
Sie fragen nach einem konkreten Katalog von Kriterien. Den kann ich Ihnen leider so nicht geben, es kommt auf den Einzelfall an. Außergewöhnliche Bedrohungen lassen sich nicht in ein vorab festgelegtes Schema pressen. Aber es gibt Faktoren: ist Eile geboten? Gefahr in Verzug, wie es bei den Sicherheitsbehörden heißt? Gefährdet eine Veröffentlichung die Republik oder die in ihrer Verfassung festgelegten Rechtsgüter? Der Jedi-Orden und seine Angehörigen richten ihr Handeln nach dem größtmöglichen Wohl aus. Wir versuchen das Gute zu tun und Schaden abzuwenden – von der Republik, von der ganze Galaxis und den Wesen, die sie bevölkern. Eine sehr kluge Person hat einmal gesagt: ›aus großer Macht erwächst große Verantwortung‹. Dazu stehen wir und daran lassen wir uns messen. Der Verantwortung, und der Kontrolle, stellen wir uns gerne.
Herr Venn. Die Entscheidung wurde unter Zeitdruck getroffen, ja. Die Theorie vollständig zu überprüfen hätte lange gedauert, die Untersuchenden gefährdet und in der Folge viele Leben gekostet. Zudem gab es Hinweise. Bereits zum Zeitpunkt von Allegious' Tod gab es eine plötzliche massive Steigerung der Aggressivität des Viruses, welche sich anschließend wieder auf einem niedrigeren Niveau einpendelte. Derselbe Effekt ließ sich nach der Vernichtung der ersten auf Bastion erlangten Probe beobachten, aber schwächer als zuvor. Bei der Vernichtung der letzten Virusprobe – dem eigentlichen irreversiblen Akt – lag somit bereits eine experimentell erprobte wissenschaftliche Evidenz vor.
Es waren insgesamt mehrere Dutzend Welten betroffen, hauptsächlich Coruscant und seine umliegenden Agriwelten, aber auch einige imperiale Planeten. Wir haben allerdings Gründe zu der Annahme, dass diese vom Imperium bewusst angelegt waren, um den Zusammenhang mit dem Friedensvertrag und der Übergabe Coruscants zu verschleiern. Was die Infektionsketten angeht: die Anzahl der C-Virus-Patienten im Jedi-Tempel beträgt inzwischen null, genauso sieht es in den übrigen Krankenhäusern Coruscants aus. Seit Tagen wurden keine neuen Infektionen mehr gemeldet und die in unseren Laboren befindlichen Virusproben geringerer Güte sind allesamt inaktiv geworden.