Bastion

Bastion – Bonetown – dunkle Gasse, am Ort des Kampfes – bewusstlose Biker, Sane, Bailee und Brianna

Der Kampf war viel schneller zu Ende als das Palaver zuvor. Für eine Echani und Jedi-Ritterin waren ganz gewöhnliche Biker ohnehin keine ernstzunehmenden Gegnerinnen und auch Sane zeigte, dass er auch ohne Blaster wunderbar zurecht kam. Länger als die Typen hielt sich Briannas Behauptung, als Mirialan die kleine Schwester ihres menschlichen Begleiters zu sein. Vielleicht war das möglich bei Hybriden – sie wusste es nicht – aber darum ging es ja gar nicht wirklich. Die Vorstellung, in einer Beziehung zu sein war für die 28jährige inzwischen nicht mehr erstrebenswert. Ob nun Meeal früher oder Janus kürzlich: solange die Sonne schien, war eitel Freude Heiterkeit, aber nicht so in stürmischen Zeiten. Sobald der Weg etwas ruppig wurde, ließen sie sie fallen wie eine heiße braune Knolle. Sobald sie wirklich gebraucht wurde, pflegte die Männerwelt ganz schnell den Abgang zu machen. Da hatte sie doch lieber einen Bruder als einen Liebhaber. Aber so direkt sagte sie das Sane natürlich nicht. Sie zuckte mit den Achseln, als sie sich, während sie sich einkleideten, zu erklären begann:

„Wäre dir große Schwester lieber gewesen? Ich glaube ich bin von Typ her eher die große Schwester von jemanden. Aber darum geht es nicht. Genauso gut hätte ich ausrufen können: ‚hinter dir, ein dreiköpfiger Ewok‘. Zieh ihre Aufmerksamkeit auf deine Worte damit sie nicht merken, was du gleich tust.“

Brianna sah jetzt vor allem Bailee an, die in Sachen Kampf noch einiges zu lernen hatte. Nicht in psychologische Kriegsführung, darauf verstand sie sich ganz gut, aber darin, beides zu verbinden.

„Für ein paar so Typen ist das ja übertrieben, aber im Kampf gegen Sith sieht das anders aus. Du hast ja solche schon erlebt, Sane, aber Bailee noch nicht. In so einem Duell ist das ein entscheidender Faktor und Sith sind wahre Meisterinnen in sowas. Vor kurzem haben mich Kira und ihre Tochter mit Informationen über eure Gefangenschaft aus dem Gleichgewicht und an den Rande einer Niederlage gebracht.“

Nachdem die Biker verräumt waren und sie auf den Speedern saßen, fragte Brianna Sane nach ihrem Ziel – das Anwesen seines Vaters in unmittelbarer Nähe das Arthious-Boulevards. Die Jedi-Ritterin verzog das Gesicht, als sie den Namen der Prachtstraße hörte. Die Sichtachse, an dessen einen Ende sich der monumentale Sith-Tempel befand und am anderen dieser andere Riesenklotz. Zum Sith-Tempel hin wollte sie so viel Abstand wie nur irgendwie möglich einhalten. Andererseits war der Boulevard eine der längsten Straßen auf ganz Bastion, vielleicht hatten sie ja Glück.

„Der Arthious-Boulevard ist jetzt nicht gerade der Ort, an dem ich momentan gern sein möchte, aber ich schätze, wir haben keine Alternative? Ich werde meine Präsenz verschleiern wegen der Nähe zum Tempel. Bailee, versuch du auch nochmal, wie wir geübt haben,“

Wies sie ihre Padawan an. Sane bedeutete ihnen zu folgen und flog los. Die Bikes beschleunigten rasant und Brianna war eher eine Autodidaktin, was diese Gefährte angeht. Gut, sie hatte ihre Echani-Reflexe, aber trotzdem war sie froh, dass Sane es ruhig angehen ließ. Außerdem wollten sie ja keinesfalls auffallen, also hieß es möglichst im Flugverkehr mitschwimmen. Von den ISB-Agenten fehlte jede Spur und es gab auch keine Anzeichen von Sith, scheinbar hatten sie Glück.

Sie folgten dem Ex-Soldaten durch die Verkehrswege von Bastion-Center, bis sie in einer Seitengasse anhielten und die Speederbikes dort abstellten. Von dahin ging es noch zwei Blocks weit zu einem Anwesen, das von hohen dunklen Mauern vor neugierigen Blicken abgeschirmt wurde. Durch eine unauffällige, ähnlichfarbige Tür brachte Sane sie hinein. Brianna sah einen unerwartet weitläufigen Garten mit einem dreistöckigen Gebäude in der Mitte. Es war im Großen und Ganzen ein wenig wie die Villa Kae auf Eshan, jenen Schauplatz von Briannas frühester Kindheit, an den sie keinerlei Erinnerungen von damals mehr hatte.

Sane ermahnte sie, leise zu sein und die Echani nahm das ernst, nickte nur und folgte ihm auf leisen Sohlen. So leise es in den Stiefeln mit den verborgenen Absätzen eben ging, das waren ja leider nicht die gewohnten Schuhe mit den weichen Sohlen. Aber es war ja nicht gerade der Sith-Tempel, wo sie sich hier einschlichen… durch einen Personaleingang betraten sie das Haus, erst durch schmale Korridore und nach den Treppen nach oben einem langen breiten Flur folgend. Portraits über Portraits, wie frau es sich bei einer alten Adelsfamilie so vorstellte. Die Echani fragte sich unwillkürlich, ob die Villa Kae von innen wohl auch so aussah.

Schließlich erreichten sie Sanes Zimmer, und das ohne dass jemand auf sie aufmerksam geworden wäre. Es war wesentlich größer als der Raum im ‚The Void‘ und hatte die Ausmaße von dem, was Brianna sich als Wohnung einer Kleinfamilie vorstellte. Die Einrichtung war in ihren Augen altmodisch, aristokratisch eben. Vermutlich würde die Familie von Kath sagen ‚standesgemäß‘.


„Das ist ziemlich weit weg von den Standards von Militärkasernen, schätze ich.“

Bezugnehmend auf das Angebot Sanes, Essen und Trinken zu organisieren, fügte sie hinzu:

„Gerne. Ich habe immer noch Durst von den Algencrackern. Seit ich auf Bastion bin gab es nur irgendwelche Snacks. Eine richtige Mahlzeit wäre was feines.“

Während ihr Gastgeber unterwegs war, machten die beiden Jedi es sich gemütlich. Den Kloakengeruch hatten sie ja bereits auf Niphiras Schiff weggeduscht. Viel auszupacken hatten sie auch nicht, also arbeitete Brianna weiter an den Verletzungen, die sie beide sich im Kampf in den Katakomben bzw. gegen Sedros zugezogen hatten. Schließlich kehrte Sane mit der Verpflegung zurück und sie setzten sich an einen großen Tisch zum Essen.

„So… ich nehme an das heißt ‚anderes Versteck, ursprünglicher Plan‘, richtig? Du ziehst ein paar Fäden bei deinen Kontakten und wir halten die Füße still und versuchen, nicht bemerkt zu werden?“

Fragte sie den Menschen.

Bastion – Anwesen der von Kath – zweier Stock, Sanes Zimmer – Sane, Bailee und Brianna
 
Zurück
Oben