Bastion

Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Lernenden - Bibliothek | Seris und Cerus


Cerus hörte ihr zu, während das Schloss weiterhin in einem gleichmäßigen Rhythmus zwischen ihren Fingern klickte. Mit jedem Klick wanderte sein Blick kurz zu ihren Händen, fast automatisch, als würde er versuchen zu verstehen, was sie da eigentlich tat.

Während sie sprach, setzte sich für Cerus langsam ein klares Bild zusammen.
Sie stammte aus Bonetown – offensichtlich kein Ort, an dem man unbedingt aufwachsen wollte. Das hatte sie zäh gemacht, und wie das Schloss in ihren Händen zeigte, hatte sie sich dort Fähigkeiten angeeignet, die man nicht aus Büchern lernte.

Gleichzeitig wurde ihm aber auch klar, dass ihr genau das in anderen Bereichen fehlte. Dinge wie Lesen oder Lernen waren dort wohl nie wichtig gewesen – oder es war schlicht einfach keine Option gewesen.

Er kannte solche Geschichten. Damals, als er unter Zabraks aufgewachsen war, hatte es genug Leute gegeben, denen es ähnlich ging. Seine eigene Familie hatte nie viel gehabt, aber es hatte gereicht, um nicht auf solche Dinge angewiesen zu sein.
Sein Blick blieb noch einen Moment auf dem Schloss liegen, dann sah er wieder zu ihr.

Sie war direkt, sagte einfach wie es war. Kein großes Gerede und sie kam schnell zum Punkt.
In seinem Kopf formte sich der Gedanke fast von selbst.
Sie kann nicht lesen. Oder kaum.

Cerus dachte kurz darüber nach. Für ihn war das immer selbstverständlich gewesen. Lesen, verstehen, sich Dinge aneignen – ohne das kam man irgendwann nicht weiter, egal wo man war.

Gleichzeitig sah er aber auch, wie sicher ihre Hände arbeiteten.
Das war keine normale Spielerei, sondern Können und Routine.

Er machte einen Schritt auf sie zu, dann noch einen zweiten, blieb schließlich stehen und verschränkte locker die Arme
.
„Hm…“, machte er leise.

„Dann hast du wohl deine Stärken da, wo andere ihre Schwächen haben.“ sagte er und nickte zuerst zum Schloss.
„Und umgekehrt.“ und nickte dann wiederum kurz in Richtung der Bibliothek.

Er zuckte leicht mit den Schultern.
„Lesen… brauchst du trotzdem. Früher oder später wenn du etwas erreichen oder mehr aus dir machen willst als du bist jetzt bist.“ Sein Ton war ruhig, nicht belehrend, eher eine Feststellung.
„Aber sowas hier…“, er deutete auf das Schloss, „kann natürlich genauso nützlich sein.“

Ein kurzer Moment verging, dann entschied er sich.
„Wenn du willst, kann ich dir ein bisschen helfen. Mit dem Lesen meine ich.“ Er neigte den Kopf leicht hin und her.
„Zumindest so weit, dass du mit dem Zeug hier klarkommst.“

Sein Blick wanderte wieder zu ihren Händen.
„Und du zeigst mir dafür, wie man so ein Ding aufbekommt.“ Ein leichtes, kaum sichtbares Lächeln zog über sein Gesicht.

Er nannte ihr anschließend ruhig die Kennung seines Quartiers und die Verbindung zu seinem Terminal, ohne daraus etwas Großes zu machen. Da rief schon eine wütende Stimme aus der Bibliothek.

"Cerus verdammt, mach das du weiter kommst die Arbeit katalogisiert sich nicht von alleine"

„Meld dich einfach, wenn du Zeit hast.“
fuhr Cerus schnell fort.
Dann ließ er die Arme sinken, trat einen kleinen Schritt zurück und nickte ihr knapp zu.
„Ich muss weiter.“

Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte er sich zur Seite und ging an ihr vorbei in die Bibliothek hinein, wo ihn wieder die vertraute Arbeit, das leise Summen der Terminals und die endlosen Reihen aus Regalen erwarteten sowie einer der Bibliothekarr erwarteten.


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Bastion / Bonetown / The Void / Sane, Brianna, Bailee

Kestrel hatte ihn oft erwähnt? Der schmerzende Stachel drückte sich noch etwas tiefer in Sanes Brust. Dass die Jedi-Meisterin ihn namentlich in Nachrichten an ihre Mitstreiter im Orden erwähnte, hätte ihn in einer anderen Situation sehr geehrt. Jetzt fühlte er sich mit dieser Information nur noch etwas mieser. Er hatte sie enttäuscht und hängen gelassen. Wie viel Leid hätte er ihr wohl ersparen können, wenn er sich für ihre Freilassung eingesetzt hätte? Stattdessen hatte er sich in Selbstmitleid gesuhlt, obwohl er es im Vergleich zu den beiden Jedi deutlich besser erwischt hatte. Sane wollte sich gar nicht erst ausmalen, was die Sith noch alles mit ihnen angestellt hatten, bevor Brianna sie da rausgeholt hat. Zum Glück wechselte die Frau in der schwarzen Robe nun das Thema.

"Ich bin von zu Hause weggelaufen, da war ich gerade Mal 14 Jahre alt. Ein junger Idealist, dem das Gebaren der eigenen Eltern zuwider war. Im Outer Rim habe ich schließlich ehrliche Arbeit gefunden. Ihr wisst schon: Sich die Hände schmutzig machen. Dort draußen habe ich aber auch erlebt, zu was das Imperium fähig ist..."

Wann hatte er zuletzt an diese Zeit gedacht? An Nizzo? Das war bald 15 Jahre her. Unglaublich, wie die Zeit seitdem verflogen war. Der junge Sane Kath hätte nie geglaubt, dass er eines Tages sich als "Baron von Kath" vorstellen würde. Nie und nimmer hätte er sich vor den Karren seines Vaters spannen lassen. Aber das Schicksal hatte wohl andere Pläne für ihn gehabt.

"Mit 23 habe ich die Streitkräfte der Neuen Republik aufgesucht. Seitdem kämpfe ich gegen das Imperium, jeden Tag. Auch wenn mein Kampf mittlerweile etwas anders aussieht."

Die Zeit mit den Brückenverbrennern war hart, aber lehrreich. Damals hätten sie sich nie erträumen lassen, dass die Neue Republik eines Tages den Corellian Run eroberte. Sie waren konstant auf dem Rückzug gewesen mit dem einzigen Ziel, so viel Schaden beim Feind wie möglich anzurichten. Daher kam auch der Name: "Brückenverbrenner". Auch wenn die Schrecken des Krieges ihn immer noch regelmäßig nachts wach hielten, konnte er das wunderbare Gefühl nicht vergessen, das ihn in dieser Zeit begleitete. Er hatte etwas getan, das sein Vater mit jeder Faser seines Körpers hassen würde.

"Aber genug von mir. Stimmt es, dass Ihr am Tod des Imperators beteiligt gewesen seid? Ich habe viele Tage damit verbracht herauszufinden, was wirklich passiert ist. Aber selbst mein Vater tappt im Dunkeln. Hier auf Bastion kennt man nur die offizielle Version."

Er und Samin hatten lange über die hohen Sicherheitsmaßnahmen und die plötzlichen Tode von Funktionären auf Bastion gerätselt, bis die neue Imperatorin sich schließlich offenbarte. Was hinter den Kulissen passiert war, blieb jedoch ein Rätsel. Wenn Brianna an dem "heimtückischen Mord", wie es die Propagandakanäle nannten, wirklich beteiligt war, konnte sie eventuell Licht ins Dunkeln bringen.

Sane war erleichtert, dass die Jedi schließlich seinen Bedingungen zustimmte.


"Mehr Informationen über den Aufenthaltsort der Kinder habe ich leider nicht. Aber Ihr seid Brianna Kae. Euch wird sicher etwas einfallen."

Nachdem das erledigt war, mussten sie die nächsten Schritte planen. Sane hatte da auch schon eine Idee.

"Gebt mir bitte eure Kleidergrößen. Wir werden euch als Mitarbeiter im Logistikzentrum ausgeben. Arbeitsklamotten lassen sich dafür problemlos besorgen. Die Ausweise für die Sicherheitsterminals könnten ein Problem werden, aber ich lasse mir etwas einfallen. In der Zwischenzeit würde ich vorschlagen, dass ihr hier im Void bleibt. Das Zimmer ist bezahlt. An eurer Stelle würde ich hier allerdings nichts essen. Lasst euch besser etwas liefern."

Bastion / Bonetown / The Void / Sane, Brianna, Bailee
 
Bastion | Imperium | Bastion Center | Sith-Tempel - Domäne der Wissenden - Sedros' Quartier | Sedros

Die Geduld des reinblütigen Sith wurde von den Mysterien des Codex Xal'tharon strapaziert und das erheblich mehr als sich Sedros jemals selbst eingestehen würde. Das tat seinem aufgebauten Frust natürlich keinen Abbruch. Die Stimmung im Quartier des frisch ernannten Sithkriegers war so schwer, dass man sie beinahe mit den Händen greifen konnte. Seine angestauten negativen Emotionen hatten irgendwann in den letzten Stunden begonnen durch seine sonst so diszipliniert aufrecht erhaltene Fassade zu sickern und das hatte so seine Spuren hinterlassen.

Zwei Diener waren
Sedros wie jedem anderen vollwertigem Ordensmitglied zugeteilt worden, um sein Quartier in Ordnung zu halten. Einer der beiden hatte fluchtartig das Quartier verlassen. Der andere kauerte sich in einer Ecke des Aufenthaltsraumes hinter einem Sofa und schien mit der Wand verschmelzen zu wollen. Der reinblütige Sith hatte keinem der beiden bisher auch nur mehr als die die geringst nötige Beachtung geschenkt. Sie waren seiner Aufmerksamkeit einfach nicht würdig und würden es wohl auch nie sein. Erfolgversprechende Jünger wurden nur höchst selten für solche niederen Arbeiten herangezogen und wenn doch, dann wurden sie einflussreichen Lords zugeteilt und keinem Neuling wie Sedros.

Schließlich begnügte sich der reinblütige Sith mit einer herkömmlichen Meditationsübung. Das hatte er viel zu lange vernachlässigt. Pflichten dem Orden gegenüber und natürlich die Ausbildung seines Schülers hatten ihn davon abgehalten. Der Tag hatte leider nur so viele Stunden, es war wahrlich nicht einfach, allen Wünschen, Bedürfnissen und Pflichten gerecht zu werden. Als
Darel schließlich an der Tür läutete, hatte Sedros seine Machtpräsenz wieder vollständig unter Kontrolle gebracht. Die drückende Atmosphäre im Raum hallte zwar noch spürbar nach, als der reinblütige Sith die Tür öffnete, doch seine Fassade ließ nichts davon erahnen, dass er selbst der Ursprung dieses Unheilgefühls war. „Ah, Darel. Gerade hatte ich an dich gedacht. Komm herein.“

Der Schüler wirkte einigermaßen nervös, was auch wenig verwunderlich war. Das Quartier war bar jeder persönlichen Note. Sedros hatte bisher einfach nicht die Zeit gehabt, hier dekorieren. Außerdem verfügte der reinblütige Sith sowieso nicht über allzu viel persönlichen Besitz, den er hier hätte ausstellen können. Und dann war natürlich noch die unheilvolle Woge dunkler Machtenergien, die den Raum durchtränkten. Die aufgesetzt, diplomatisch-freundliche Art von Sedros wirkte angesichts dessen geradezu grotesk. Er könnte hier mit seinem für ihn typischen Lächeln nicht mehr fehl am Platz wirken.

Als
Darel sich an die Szenerie gewöhnt und von seinem Erfolg berichtet hatte, begutachtete Sedros das fast fertig konstruierte Lichtschwert. Dabei öffnete sich der reinblütige Sith der Macht, um die Waffe mit allen seinen Sinnen aufs genaueste zu überprüfen. „Für deinen ersten Versuch ist es gute Arbeit. Ich habe dir bewusst die simpelste Konstruktionsweise mitgegeben und du hast dich adäquat an den Bauplan gehalten. Die Waffe wird funktionieren.“ Sedros reichte den dargebotenen Lichtschwertgriff an Darel zurück und suchte seinen Blick. „Aber mache dir keine Illusionen, das wird nicht deine letzte Waffe sein. Du wirst Erfahrungen im Kampf sammeln und Modifikationen nach deinen persönlichen Bedürfnissen durchführen, wenn du mehr gelernt hast.“ Und damit wandte sich Sedros zur Tür des Quartiers. „Aber zunächst musst du dich der Macht öffnen und Kristall und Waffe zusammenführen. Folge mir.“

Wenig später fanden sich die beiden in einer Medidations- und Trainingskammer ein. „Setz Dich und lege Werkzeug und Waffe vor dir griffbereit aus, wie du es brauchst.“ Sobald Darel bereit war, reichte Sedros seinem Schüler einen simpel geschliffenen roten Kristall. „Das ist ein künstlich erzeugter Kristall. Viele bevorzugen natürliche Kristalle aus Gründen die jetzt nicht wichtig sind. Er wird für unsere Belange vollkommen genügen.“ Sedros selbst begnügte sich ebenfalls mit einem solch künstlich geschaffenen Kristall. Sicher, natürlich gewachsene Kristalle hatten so ihre Vorzüge. Aber sie hatten auch ihre Nachteile und beides davon war tendenziell eher esoterischer Natur, was den reinblütigen Sith betraf. „Öffne dich jetzt der Macht und ergründe sowohl den Kristall als auch den von dir gebauten Griff. Du wirst wissen, wann du bereit bist, beide zusammenzuführen.“ Der Tonfall verhieß von Selbstverständlichkeit. Selbst wenn er nicht wirklich streng gewesen war, so schien der reinblütige Sith ein Versagen keineswegs in Betracht zu ziehen. Sedros schob wie so typisch für ihn die Hände in die gegenüberliegenden Ärmel und verstummte. Geduld beobachtete er seinen Schüler. Er war gespannt darauf, wie lange Darel benötigen würde, um das Lichtschwert zu vervollständigen.

Bastion | Imperium | Bastion Center | Sith-Tempel - Domäne der Wissenden - Sedros' Quartier | Sedros und Darel
 
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