(Tagebuch-Eintrag, Teil 2)
Suche nach dem C-Virus
Aber es gelang mir, Besuchszeit bei Eowyn zu bekommen. Als ich sie sah, war ich zutiefst erschrocken. Meine Befürchtungen hatten sich bestätigt; der Gedanke, sie bei Janus zu halten, goldrichtig gewesen. Die Extinktorinnen hatten sie übelst zugerichtet und zum ersten Mal hatte ich den Gedanken, diese so nette Menschenfrau würde ihre Mission vielleicht nicht überleben. Ihr Mut imponiert mir. Es ist eine Sache, sich als Schülerin in den Sith-Tempel zu schleichen, aber eine ganz andere, sich aus freien Stücken als Gefangene hin bringen zu lassen. Sie zu sehen, in all ihrer Hoffnungslosigkeit, fest überzeugt davon, nie wieder frei zu sein, war nur schwer zu ertragen. Lange konnte ich leider nicht bei ihr bleiben, ich sollte ja in Janus' Namen nicht eher ruhen, bis ich das C-Virus gefunden hätte. Auf eigene Faust gefunden hätte ich es sicherlich nie, dafür Ian mich und dafür kann ich wirklich froh sein, denn diese Katakomben sind unglaublich verwirrend gebaut. Sich dort zu orientieren, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Aber ich hatte dort mein wahrscheinlich offenstes und ehrlichstes Gespräch mit Ian. Ich würde ihn trotzdem nicht supersympathisch nennen, aber gut, solange Eowyn ihn mag ist das ja okay so oder, liebes Tagebuch?
Die Aussichten, das Virus zu finden, schienen nicht gut. Schließlich hatte Ian schon eine ganze Weile erfolglos nach dem Labor gesucht. Zwar hatte ich die Hinweise auf Darth Noxia und auf die Imperiale Garde, davon abgesehen konnte ich leider keine große Hilfe anbieten. So trennten sich unsere Wege wieder, während ich auf eigene Faust den Hinweisen nachging und mich mit dem Außenteam traf. Dieses Mal war es nicht Oyim, sondern Elise, Ritterin wie ich und eine recht umgängliche Person. Sie hat ihre eigenen traumatischen Erlebnisse mit Janus gehabt, so dass wir uns schnell auf einer Wellenlänge befanden. Riuen, ihr Chiss-Padawan ist dagegen eher schwierig. Ich wüsste gerne einmal, wieso jeder zweite Mann in der Galaxis ein Problem mit starken Frauen zu haben scheint! Die beiden hatten bereits Teile der Kanalisation von Bastion Center erkundet, was wir gemeinsam weiterführten. Schließlich standen wir vor der Aufgabe, das Coruscant-Virus und Eowyn ungesehen von hier wegzuschmuggeln und suchten nach Möglichkeiten, das zu bewerkstelligen. Die Kanalisation schien uns ein guter Ansatz zu sein.
Währenddessen hatte Ian mehr über Noxia herausgefunden. Die Frau war Schriftstellerin und gab ihre Werke ausgerechnet in den Katakomben zum Besten. Also stieg ich ein weiteres Mal hinab, wirklich ungern, das kann ich dir sagen, liebes Tagebuch. Mithilfe einer Wegebschreibung fand ich sie aber und mit der Losung, die Ian mir gab, bekam ich Einlass. Ich kann dir sagen, diese Noxia war die seltsamste Sith, der ich bisher begegnet bin. Janus hatte mir gesagt, sie hätte ein Gesicht wie ein Totenschädel, aber ich hätte an eine Maske gedacht, nicht dass die wirklich so aussieht, als wäre sie gefühlte 200. So wirklich ganz im Hier und Jetzt schien mir die Dame nicht zu sein. Ohne langes Federlesen gab sie mir alle Informationen, die ich brauchte und noch weit mehr. Ich vermute, Noxia beherrscht ebenfalls die Bruchpunkttechnik oder etwas ähnliches. Auf mentale Weise gab sie mir das Wissen über den Standort des Labors und gewährte mir eine erschreckende Vision über Allegious' weitere Pläne. Von da an wusste ich, mit dem Finden des Ur-Viruses wäre es nicht getan. Allegious musste sterben, um die Galaxis zu retten, eine unmögliche Aufgabe, schien es mir.
Darth Noxias Visionen und das Auffinden des Heilmittels
Doch die Aufgabe, die vor uns lag, war schwer genug. Eowyn aus der Zelle holen uns aus dem Tempel schmuggeln, unbemerkt in ein von Imperialen Gardistinnen bewachtes Labor eindringen und dort eine kleine Probe finden. In den Wochen davor hatte ich mich oft gefragt, ob dieses Ding überhaupt existiert, das Ur-Virus. Als es schließlich ernst wurde, ging alles so schnell, dass keine Zeit mehr zum Nachdenken blieb. Alle arbeiteten Hand in Hand. Das Außenteam fand den Weg der Übergabe aus den Katakomben hinaus in die Kanalisation. Ian würde Eowyn holen und das Virus suchen. Meine Aufgabe bestand darin, die Wachen ruhigzustellen. Dazu bekam ich von Ian einen Crashkurs in Morichro. Die Technik war mir nicht neu, ich hatte sie mir aber als pervertierte Form der Heilung selbst zusammengereimt. Aber an Morichro ist tatsächlich noch mehr dran als ich selbst herausgefunden habe und meine bisherigen Fähigkeiten darin hätten wohl auch nicht ausgereicht. Zum Glück übernahm Ian das Grobe und meine Aufgabe bestand lediglich darin, die Rotgardistin bewusstlos zu halten, während er das Labor durchsuchte. Zum Glück fand er das Virus und brachte auch die Daten auf einem Computerinterface mit, die uns hoffentlich helfen werden, es besser zu verstehen. Zum Treffpunkt schafften wir es ohne Zwischenfälle, obwohl ich kurzzeitig geglaubt hätte, dass es dort zu einem käme, denn wie sich herausstellte, hatten JK und Ian wohl eine eher unangenehme Begegnung aus seiner Sith-Zeit. Ich dachte schon, ich müsste dazwischen gehen, aber die beiden verhielten sich dann doch professionell. Ab und zu schaffen Männer es offenbar doch, nicht rein testosterongesteuert zu handeln.
Wir hatten es wirklich geschafft! Aber ehrlich gesagt, zum Jubeln war mir da noch nicht zumute. Eine der wertvollen Proben einem Jedi-Ritter in die Hand zu drücken, den ich nicht einmal kannte, mit der anderen mussten wir erst einmal selbst von Bastion verschwinden. Was wenn Janus zurückkäme, oder Kira im völlig falschen Moment aufkreuzte, fragte ich mich. Dafür hatte sie ja Talent. Nicht nur das. Aus dem Ur-C-Virus musste auch erst einmal wirklich ein Heilmittel werden – wenn das Alvaba und den anderen Forscherinnen nicht gelang, wäre alles umsonst gewesen. Vor allem aber ging mir die Vision nicht aus dem Kopf, die mir Darth Noxia eingegeben hatte, die von Allegious auf der Basis auf diesem Mond und dem verbesserten Virus. Auf dem Flug in Ians Schiff träumte ich sogar davon, oder, wahrscheinlicher ist, dass ich eine zweite Vision erlebte. Bei der nächste Gelegenheit erzählte ich Ahna davon und diese entschied, mir zu vertrauen und auf der Basis meines Traums ihren Angriffsplan zu schmieden. Also überhaupt kein Druck! Naja, zu dem Zeitpunkt ahnte ich ja noch gar nichts… Ich sollte noch ein letztes mal die Überläuferin mimen und mein Publikum hätte nicht illustrer sein können. Versuchen, den Imperator persönlich zu täuschen?!? Aber in dem Augenblick hab ich es nicht so empfunden. Ich wusste, dass wir keine andere Wahl hatten, und das Vertrauen, das Ahna in mich setzte, wie zufrieden sie mit meinen Fortschritten war, machte mich stolz. Ich glaube ich erinnere mich an jedes einzelne Wort, das sie gesagt hat – leider war es zugleich das letzte Mal, dass wir unter vier Augen gesprochen haben. An dem Tag hab ich verstanden, dass Ränge und Ruhm nicht das wichtigste in meinem Leben sind.
Kast: den Imperator stellen
Leider waren nicht alle von der Dringlichkeit überzeugt, die sich aus meiner Vision ergab. Die wichtigsten Personen vertrauten mir, also Ahna, sowie Eowyn und Ian, mit denen zusammen ich den Imperator hinter's Licht führen sollte. Sollte. Menschinnen sind einfach zu zerbrechlich!! Ian und ich bekamen Eowyn zusammen einigermaßen kampftauglich geheilt, doch scheinbar war das zu viel für ihn gewesen. Er erlitt einen Herzinfarkt und musste zur Behandlung in den Tempel geschickt werden. Es würde also buchstäblich alles an mir hängen. Ahna und Eowyn redeten mir gut zu, dass Allegious keineswegs das Überwesen war, zu dem ihm die Propaganda machte, sondern ein Machtnutzer wie andere auch. So richtig vollends überzeugt war ich aber nicht. Ich dachte, wir sind sowas von erledigt, aber ich wusste ja besser als alle anderen, dass wir buchstäblich keine andere Wahl hatten, also zogen wir den Plan durch. Dass ich auch auf Bastion jede Menge Staub aufgewirbelt hatte, kam uns in dem Fall gelegen, so dass die Rolle als eingebildete, überhebliche Echani, die eine Dummheit begeht, noch glaubwürdiger wäre. Pff, Frechheit… So kam es, dass ich bald buchstäblich das Steuer in der Hand hatte und Ians Schiff an seiner statt zum geheimen Palast des Imperators steuern musste. Mir war klar, dass ich absolut glaubwürdig als gefallene Jedi sein musste und dass das auch für meine Geschichte galt. Praktisch war, dass all das Hauen um Stechen, dass es Sith-Ordens-Intern um Eowyn gegeben haben musste, verhindert hatte, dass sie die Behandlung bekam, die frau von einer gefangenen Rätin eigentlich erwarten musste. Zumindest muss ich annehmen, dass es dieses Hauen und Stechen gegeben haben musste, alles andere ergibt für mich keinen Sinn. Ich musste mich zurückversetzen, wie ich mich anfangs gefühlt hatte, als ich Janus noch an den Lippen hing und ihm seine Lügen glaubte. Diese Brianna würde denken, sie könnte die gefangene Rätin dem Imperatur auf dem Silbertablett servieren und dann Karriere machen.
Zum Glück war uns ja letztlich egal, ob der Imperator die Geschichte schluckt, nur seine Lakaien mussten wir täuschen können und das gelang auch. Zwar waren es weitere Rotgardistinnen und diese waren auch gedrillt, aber vielleicht verließen sie sich zu sehr auf die Abgeschiedenheit dieses obskuren Mondes. Das, oder ich bin eben wirklich so gut, liebes Tagebuch. Die Präsenz des Imperators war beeindruckend… furchterregend… beeindruckend furchterregend. Zum Glück hatten Ahna und Eowyn mich darauf vorbereitet, anderenfalls hätte ich unter dem Eindruck womöglich noch kalte Füße bekommen. Aber es lief gut, anfangs, dachte ich, aber wie bereits bei Darth Noxia dann anders als ich mir das in meiner Phantasie ausgemalt hatte. Ganz ehrlich? Allegious war mindestens so galaxisentrückt wie die Sith-Dame in den Katakomben! Ich hätte mich auch als Essensbotin tarnen können, mit demselben Ergebnis! Er offenbarte uns ohne Umschweife seinen Plan mit dem zweiten Virus alle seine Widersacherinnen in der ganzen Galaxis auszulöschen, und zeigte es uns sogar! Dumm nur, dass die ganze Audienz dadurch viel schneller ging als gedacht. Es gibt schöneres, als vor dem Imperator zu stehen, das Ende der Galaxis in Aussicht, und dann irgendwie noch Zeit schinden müssen, bis Ahna endlich eintreffen würde. Vor allem wenn dieser total durchgeknallt davon fabuliert, von einer quicklebendigen Galaxis nur ihn und einige Anhängerinnen übrig zu lassen und unsereins damit rechnen muss, dass er jeden Moment damit anfangen könnte. Bevor das geschah, ließ er uns beide noch zu seinem Amüsement um ein Lichtschwert balgen. Zum Glück schafften es meine Mit-Jedi alsbald, das Labor in die Luft zu jagen und die Scharade zu beenden. Ich hätte nicht wirklich Lust gehabt, mit Eowyn auf Leben und Tod kämpfen zu müssen. Sicher, es wäre spaßig gewesen, selbst in ihrem Zustand zu der Zeit, aber wir hatten einen Auftrag und überhaupt, mit dem Imperator höchstselbst die Klingen zu kreuzen war noch interessanter, sorry Eo.
Der Königsmord – Allegious' Ende
Natürlich war es damit auch Essig mit unserem Plan eines Überraschungsangriffs. Wir mussten uns den Rotgardistinnen erwehren, und obwohl die Anderen den Thronsaal von Verstärkung abschnitten, stand immer noch ein ganzes Dutzend zwischen uns und der Rettung von allem, was uns lieb und teuer war. Außerdem blieb Allegious natürlich nicht untätig. Ich hatte große Schwierigkeiten, mich gegen seine Machtkräfte zu behaupten, aber Eowyn gelang es, ihn abzulenken und mit einer geworfenen Energiepike zu verletzen. Ja, es war nur ein Kratzer, aber allein das, durch so ein einfaches Mittel, gab mir Auftrieb. Mir war, als wollte sie mir beweisen, ‚sieh' her, er ist nur ein Noghri, er kann getötet werden‘. Ehrfurchtgebietend waren seine Kräfte trotzdem und ich muss offen zugeben, dass ich mich als Ritterin zwischen Rätinnen und einem Imperator etwas fehl am Platze gefühlt habe. Wenigstens war ich nicht allein. Zu dritt nahmen wir Allegious in die Zange, aber ich machte den Fehler, die dunkle Seite in seiner Gegenwart zu Hilfe zu nehmen. Er gab mir eine Vision, seine Vision von der Zukunft, von zerstörten Welten, von Tod, Folter und Versklavung. Ich brauchte eine Weile, seinen Einfluss abzuschütteln, glaube ich, und ich weiß icht ganz genau, was ich in der Zeit gemacht habe, aber vorübergehend gelang es Eowyn tatsächlich, ihn alleine in Schach zu halten. Deshalb hatte ich etwas wieder gutzumachen. Die Rolle der Schwächsten im Trio behagte mir gar nicht und im falschesten Moment Allegious' Dunklem Einfluss verfallen zu sein ärgerte mich. Von da hin hielt ich mich genau an den Plan, den ich mir vorab zurechtgelegt hatte.
Schließlich fand ich meinen Platz in der Mitte, die beiden Rätinnen neben mir, und ich unterstützte, wie ich konnte. Ohne Übertreibung möchte ich behaupten, ich konnte das gut. Sowas wie diesen Kampf hatte ich aber auch noch noch nie zuvor gesehen. Allegious begann, seine Lichtschwerter mithilfe der Macht schwebend zu führen, anstatt sie in Händen zu halten! Das gab ihm obendrein die Möglichkeit, drei gleichzeitig gegen uns drei Jedi einzusetzen. Es gelang mir, die Selbstbeherrschung aufzubringen und mich zurückzunehmen, die beiden Rätinnen machen zu lassen anstatt selbst unbedingt im Mittelpunkt stehen zu wollen. Ich glaube, das ist es was Ahna mich hatte lehren wollen. Das Gegenteil von Janus' Verführungen. Es hatte mich viel Zeit gekostet, es zu begreifen. Seit Talerys Beförderung bin ich diesem Rang nachgelaufen, dem Bedürfnis eine Jedi-Meisterin zu sein. Aber es spielt keine Rolle, welchen Rang ich bekleide, welche Titel ich führe, wenn ich Teil von etwas Größerem sein kann und das war ich in diesem Moment. Eigentlich bin ich es nach wie vor. Wir hatten eine Aufgabe zu erfüllen und wir funktionierten als Team, das zählte. Auch ohne mich in den Vordergrund zu drängen bekam ich meinen großen Moment: ich konnte eines der drei Lichtschwerter zerstören, was alsbald zu Allegious' Ende führte. Es war Eowyn, die den tödlichen Schlag führte und ich gönne es ihr. Sie hatte die ganze Mission lang die undankbarste Rolle gehabt und so viel leiden müssen. Es fühlt sich richtig an. Sicher, der Tod des Imperators, war wäre das für eine Feder, die frau sich an's Revers heften könnte! Aber ich glaube, ich bin über solche Dinge hinaus. Viele Jedi hatten ihren Anteil dabei, aber eine wohl mehr als alle anderen, und das war Ahna Rigby.
Ahnas Tod
Ich vermisse sie so sehr. Ich meine, sie war nie die freundliche, nahbare Pau'anerin. Ich habe keine Ahnung, ob irgendwer überhaupt viel persönliches über sie weiß. Viele sagen, sie wäre eine kalte und herzlose Pragmatikerin gewesen, wahlweise halten sie ihr vor, nicht wie eine Jedi gelebt zu haben oder den Kodex auf die Spitze getrieben zu haben. Ich denke nicht, dass eins von beiden zutrifft. Ich habe sie erlebt in ihrem letzten Moment. Ich hätte keine Chance gehabt, war fixiert darauf, die Virusphiole zu zerstören, die den erschlafften Fingern Allegious' entglitt. Selbst wenn, hätte ich keine Chance gehabt. Ahna dagegen schon. Sie hätte sich selbst retten können, das weiß ich genau. Aber stattdessen entschied sie sich, Eowyn und mir ein Weiterleben zu schenken. Ich denke mir, viele hätten an ihrer Stelle nur an sich selbst gedacht und da nehme ich mich nicht aus. Wäre es nicht auch logisch, dass die Rätin, die so wichtig war und so viel wusste, die Anführerin der Schatten, sich selbst rettete? Wäre es aus Sicht des Ordens nicht sogar geboten gewesen? Doch Ahna hat anders entschieden. Sie hat andere über sich selbst gestellt, im Grunde hat sie das immer getan. So werde ich sie in Erinnerung behalten. Nicht herzlos, ganz im Gegenteil. Nicht gefühllos. Ich vergesse niemals wie sie mich angelächelt hat in diesem letzten Moment, als sie sich in eine Art… Geist? verwandelt hat. Da war Stolz, auf uns, und ich bin überzeugt, sie hatte feuchte Augen. Das bilde ich mir nicht nur ein, das war kein Schweiß oder sowas. Am Ende hat sie alles gegeben, für Eowyn und mich und wir werden ihr Andenken in Ehren halten (und jeden verprügeln, der schlecht über sie redet).
Angriff der Sith
Ihr Doppellichtschwert hab ich an mich genommen und auch eines von Allegious' Schwertern, zu welchem Zweck das weiß ich nicht. Ich konnte an nichts denken in dem Moment, mein Kopf war leer. Genau in diesem allerunpassendsten Moment kamen sie hereingestürmt, die Sith, Janus, Kira und all die anderen. Keine Minute Zeit um um Ahna zu trauern, nein! Ich meine, besser als wenn sie während des Kampfes eingetroffen wären, oder davor, aber die hätten sich wirklich etwas mehr Zeit lassen können. Außerdem war ich SOOO wütend auf Janus, dass dieses eine Mal Kira nicht die Person war, die ich am allerwenigsten sehen wollte. Das schlimmste war ja noch, dass er mich glatt stehen gelassen hat, um stattdessen mit Eowyn zu kämpfen. Hätte bloß noch gefehlt, dass er auch noch mit ihr flirtet! In etwa: ‚War alles nicht so gemeint mit dem Gefangennehmen und dem Foltern, ich wusste nur nicht, wie ich dir meine Liebe gestehen soll. Gemeinsam werden wir zwei über die Galaxis herrschen!‘ – oder so ähnlich. Aber auch sonst hatte er ganze Arbeit geleistet: da war Zoey, eine von Kestrels Bekannten, sowie Ribanna, ihre Padawan, als Sith?! Die beiden hatten ihr den Verstand derart verdreht, dass mein ganzes gutes Zureden zwecklos war. Letztendlich verdichteten die Zeichen sich zu dem Zeitpunkt schon, trotzdem wollte ich es nicht glauben, als Kira und Adria ihre Göre von Tochter, mir es während dem sich entspinnenden Kampf immer wieder unter die Nase rieben. Erst als sie mir ein Holo der armen Kestrel zeigte, wie sie geschlagen und gedemütigt auf Ziost in Gefangenschaft saß, begann ich ihr zu glauben. Wobei das auch nur beweist, wie dämlich Kira ist. Bei vertauschten Rollen hätte ich eine derartige Gelegenheit ohne zu zögern genutzt, um sie ein für alle Mal zu erledigen. So ist das wohl mit den Sith? Ihr übergroßes Bedürfnis, andere leiden zu sehen, steht oft ihren größeren Zielen im Weg. Siehe auch Allegious – hätte er sein Supervirus einfach freigesetzt, anstatt uns in den grässlichsten Farben mit seiner Vision der Zukunft zu peinigen, wären wir tot und er noch am Leben.
Hiobsbotschaft von Kestrel
Adria war schlauer, aber nur ein bisschen. Sie nutzte die Gelegenheit, mich mit einer Giftklinge zu verletzen, ein wirklich fieses Zeug von Dathomir, das ich immer noch nicht abgeschüttelt habe. Das hätte der entscheidende Schlag im Kampf gewesen sein können, der Anfang meiner Niederlage, wenn Eowyn nicht zeitgleich Janus niedergerungen hätte. Trotzdem versuchte ich noch, aus Kira Details über Kestrel herauszubekommen, aber die Zeichen standen einfach zu sehr gegen mich. Janus entfesselte etwas ungeheuerliches, ein bisschen wie der Imperator zuvor, so dass an Kampf nicht mehr zu denken war. Von dem Moment an kämpfte jede von uns nur noch um ihr eigenes Überleben. Eowyn hätte es fast nicht geschafft, aber zum Glück war ich zur Stelle. Ich weiß nicht was anderenfalls mit ihr geschehen wäre. Außerdem lagen da noch Janus und zwei Sith-Schüler – Gefangene, die frau foltern konnte, das erschien mir wie der einzige Weg, um Kestrel noch zu retten. Von JK erfuhr ich, dass Ribanna ihm gesagt hatte, dass sie auf Bastion gefangen gehalten wird, das ist der einzige Hoffnungsschimmer, an den ich im Moment klammere. Nur mit knapper Not konnten wir an Bord unserer Schiffe die Mondoberfläche verlassen, bevor unsere Sprengsätze auslöschten, was vom Kast-Tempel noch stand. Ich denke nicht, dass die Zeit gereicht hat, dass die Guldurs sich in Sicherheit hätten bringen können. Das wünsche ich mir jedenfalls von ganzen Herzen.
Die Heimkehr
Ich hab mich komisch gefühlt, den schwerverletzten, bewusstlosen Janus an Bord der Nightmare so zu sehen, als Ruine eines Sith, als Häuflein Elend. Irgendwie war es auch die Ruine von allem, was ich mir ausgemalt habe zusammen mit ihm, die Trümmer meiner Träume. Ich hätte mir gewünscht so zu sein wie meine Mitstreiterinnen, ihn einfach nur hassen zu können. Es wäre so viel einfacher gewesen als die Trauer um Dinge, die nie passieren würden. Ich versuchte mich auf das zu konzentrieren was vor mir liegt, nämlich Kestrel zu retten. JK half mir dabei, er war die Stimme der Vernunft, die mir klar machte, dass ich erst genesen müsse. Er war also gewissermaßen der Grund, warum ich jetzt hier im Krankenbett liege und dir diese Zeilen schreibe, liebes Tagebuch. Ich weiß nicht, warum ich (wir?) einer deftigen Standpauke von Rat Elliundi entkommen sind, vielleicht ist er noch zu geschockt von den Nachrichten, die wir mitbrachten. Als direkt Beteiligte war ich über den Punkt hinaus. Meine unmittelbare Sorge galt der schwerverletzten Eowyn. Ich hoffe so sehr, dass sie wieder gesund wird! Nach allem was wir zusammen durchgemacht haben würde es sich wie ein Dolchstoß mitten in's Herz anfühlen, wie eine verspätete Niederlage. Wir haben doch schon Ahna verloren und ich habe keine Ahnung, wie es Ian geht. Ich will nicht irgendwann das letzte Überbleibel dieser Mission sein! Ich weiß, das klingt blöd und egoistisch in Anbetracht der Billionen Leben, die wir gerettet haben.
Am liebsten würde ich die Sache selbst in die Hand nehmen, aber ich muss Kestrel retten. Gestern habe ich mir die letzte Komnachricht von ihr angehört, bevor ich in Funkstille gehen musste für die Undercover-Mission. Sie wirkte besorgt und verwirrt und gestresst und jetzt muss ich immerzu daran denken, dass sie in Sith-Gefangenschaft geraten ist und dort – bitte nicht – sogar sterben könnte, ohne zu erfahren, dass ich nie wirklich übergelaufen bin. Eingesperrt, verletzt und den Lügen von Janus und Kira völlig ausgeliefert, kann sie ja gar nicht anders als zu denken, dass ich eine Sith geworden bin. So darf es nicht enden! Aber so einfach ist das nicht. In der Nacht kam es zu einem großen Aufruhr unter den C-Virus-Patienten. Was mich beunruhigt, es war nicht einmal der erste dieser Art. Aber wir haben doch gewonnen?! Wieso nun so plötzlich, wo Allegious, der Urheber doch tot ist? Im Moment lassen mich die Heilerinnen auch deswegen nicht gehen. Wenigstens muss ich nicht die ganze Zeit nur untätig im Bett liegen. Bailee ist hier im Tempel! Ich freue mich schon darauf, sie wiederzusehen. Hoffentlich kann sie mir verzeihen, dass es wieder bloß ein kurzes Treffen sein wird. Ich brauche Informationen von meinen Gefangenen, ich kennen dieses Ziost ja gar nicht, aber sobald es irgendwie geht, mache ich mich auf den Weg. Ich werde Kestrel und die anderen retten!