Brianna Kae

Brianna Kae

Silbermähne
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Brianna Kae
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Jedi-Ritterin
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Echani (reinblütig)
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keine/unbekannt (als Geburtsort stellt sich später Kogetsu, Eshan heraus)
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knapp 20 Standardjahre (als sie eine Jedi wurde) / 28 (jetzt)
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1,72 m groß (oder klein, ihrer Ansicht nach, weil unter Durchschnitt der Echanifrauen)
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über 85 kg (nach Bastion), die man/frau ihr vom Anblick her nicht im entferntesten glauben würde
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weiß bzw. silber, bis über den ganzen Rücken (offen, im Kampf meistens als Pferdeschwanz)
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hellblau, Hautfarbe: beinahe weiß (alabaster)
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sehr schlank, sehr muskulös; definierte Schultern, Wespentaille; lange, extrem kräftige Beine; ist sehr viel schwerer als sie aussieht
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unbewaffneter Nahkampf, Lichtschwertkampf, sehr stark, schnell, gelenkig und geschickt, angeborene Vorausahnung im Kampf, schnelles Erlernen von Kampftechniken, mutig, charismatisch, redselig
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lernt nicht-körperliche Machtfertigkeiten nur schwer und hat Probleme, diese spontan unter Druck einzusetzen; in der Gesamtsicht höchstens durchschnittliche Machtanwenderin; Männerhasserin; auch sonst teilweise schwieriger Charakter mit starken Stimmungsschwankungen (launisch/zickig); stur, eitel, empfindlich, eigensinnig und bisweilen aggressiv; möchte immer die Beste sein, nach außen gut dastehen und kann schlecht verlieren; eher geringes Allgemeinwissen, hat keine Schulbildung genossen; entspanntes Verhältnis zum Eigentum "böser" Leute; stark sonnenbrandgefährdet wegen pigmentloser Haut
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notorische Pessimistin, zu perfekter Beidhändigkeit umgelernte Linkshänderin, Obstfan, Vielfraß (hat jederzeit und überall Energieriegel bei sich), extreme Frühaufsteherin, die wenig Schlaf benötigt und jeden Tag mit sportlichem Training beginnt und beendet, zeigt niemals nackte Haut in der Öffentlichkeit (vom Hals abwärts nur Hände und u.U. Knöchel), hat ein Problem mit Twi'lek, benutzt aus Überzeugung die feministische Linguistik ihrer Muttersprache auch in Basic

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Hinweis: das ist die originale Charaktervorstellungs-Vorgeschichte von 2006, die aus historischen Gründen für immer unverändert so stehen bleibt. Sie passt weitestgehend, aber nicht 1000%ig zur realen/heutigen IP-Brianna, die schließlich 100e Posts gebraucht hat, sich zu dem zu entwickeln, was sie jetzt ist.

Nein, ich weiß wirklich nicht, von welchem Planeten ich stamme. Meine Eltern waren Händler, und ich habe meine Kindheit buchstäblich in einem Raumschiff verbracht, wenn wir nicht gerade auf irgendeinem Planeten waren, doch diese Abschnitte dauerten nie länger als einige Wochen. Für mich war das auch völlig normal, ein Leben in der Form, eine Wohnung auf einem Planeten zu haben, kannte ich gar nicht. Als ich älter wurde und diese Lebensweise zu hinterfragen begann, bekam ich keine rechte Antwort von meinen Vater und Mutter. Sie schienen das Thema nicht zu mögen, vielleicht wurden sie ja aus ihrer Heimat vertrieben und gezwungen, dieses Leben zu führen, ich weiß es nicht.

Jedenfalls, der Moment, der mein Leben völlig veränderte und mich aus der relativen Geborgenheit des Frachters meiner Eltern riss, ereignete sich, als ich zwölf war. Wir befanden uns gerade auf Nar Shaddaa, nicht gerade der sicherste und beste Ort zum Leben, das stimmt, als meine Eltern das Opfer einer tödlichen Verwechslung wurden. Es waren anscheinend Waffenschieber gewesen, die ausgerechnet genau dasselbe Schiff erwarteten wie unseren Frachter. Ich kenne mich mit Raumschiffen nicht besonders aus, aber anscheinend ist der YT-1500 verglichen mit den YT-1300 und YT-2000 Modellen ziemlich selten, und so dachten sie wohl, mein Vater wäre ihr Mann. Sie glaubten, er versuchte sie zu betrügen, weil er selbstverständlich beteuerte, keine Waffen zu haben, und nicht zu wissen, wovon sie sprachen. Die Reaktion der Waffenschieber bestand allerdings darin, plötzlich und unerwartet ihre Blaster zu ziehen, und Mutter und Vater aus nächster Nähe zu erschießen. Und ich musste alles mitansehen, ich befand mich, von ihnen unbemerkt, im Nebenraum. Ich habe nicht einmal ihre Gesichter gesehen, da sie Rüstungen mit Helm anhatten, wie Schmuggler das gerne haben. Ich kenne nur ihre Stimmen, gedämpft durch den Helm. Sie nahmen das Schiff an sich, ich glaube, weil sie die Waffen in einem versteckten Laderaum vermuteten. Und so kam es, dass ich auf Nar Shaddaa festsaß und alles verloren hatte, was ich kannte und liebte.

Bis zum heutigen Tage mache ich mir noch Vorwürfe, ich hätte es ahnen können, sie überraschen und überrumpeln und mit den Echani-Kampfsporttechniken, die mich meine Eltern gelernt hatten, außer Gefecht zu setzen, obwohl mir längst klar ist, dass das wahrscheinlich nur dazu geführt hätte, dass sie mich ebenfalls erschossen hätten. Obwohl ich sogar damals schon geschickter darin war als Vater oder Mutter es jemals hätten werden können, besaß ich einfach noch nicht die Stärke und die Fähigkeiten, über die ich heute verfüge. Trotzdem belastet es mich, dass ich es mitansehen musste und nichts tun konnte. Es ist wie eine offene Wunde, die vielleicht niemals ganz verheilt, auch wenn mir die Lehren der Jedi schon viel geholfen haben. Dieser Hass und Selbsthass waren es auch die mich allmählich auf den Weg der dunklen Seite führten.

Wie schon gesagt, Nar Shaddaa ist nicht der ideale Ort, sein Dasein zu fristen, aber erst recht ist es das nicht für ein so junges Mädchen wie ich es war. Jung, hübsch und hilflos auszusehen löst zwar ein paar Probleme, schafft aber mehr neue. Da ich nichts besaß und die Sozialsysteme der herrschenden Hutts nicht besonders ausgeprägt sind, war ich darauf angewiesen, zu betteln und von denen zu stehlen, die genug hatten, nur um zu überleben. Und ich musste lernen, die Echani-Techniken zur Verteidigung gegen wirkliche Gegner einzusetzen, wie es die Meister und Meisterinnen in alten Zeiten einst taten, und schließlich lernte ich auch, Leute zu töten.

Drei Jahre verbrachte ich so auf dem Schmugglermond, bis der verrückte ehemalige Jedi-Meister Dar Nimthir mich aufgrund meines Machtpotentials auf einem seiner Rekrutierungsflüge fand und mich zu seiner Söldnertruppe nach Gamorr brachte. Obwohl ich schon auf Nar Shaddaa nicht zimperlich sein konnte, um zu überleben, war er es, der meinen Hass auf die Mörder meiner Eltern und meine Schuldgefühle benutzte, um mich endgültig auf die dunkle Seite zu ziehen. Dennoch war sein Machttraining bei mir nicht von großem Erfolg geprägt, obwohl ich seinen übrigen missratenen Schülern allemal weit überlegen war. Allerdings weihte er mich trotzdem nie in alle seine Geheimnisse ein, insbesondere nicht in fortgeschrittene Schwertkampftechniken. Vermutlich wusste auch er, dass ich, längst der Dunkelheit verfallen, ihn dann aus dem Weg geräumt hätte, fast so, wie es die Sith tun.

So fristete ich mein Dasein die nächsten Jahre auf Gamorr, zwischen einem verrückten Ex-Jedi und seinen tumben Gehilfen, bis mich die Jedi, die ausgezogen waren, Dar Nimthir zu finden, mich zurück in das Licht führten. Ich hatte immer Angst vor dieser Niederlage, doch hätte mich diese eine Jedi nicht besiegt, würde ich wohl immer noch auf diesem öden Planeten festsitzen, um Gehilfin bei den Eroberungsplänen eines alten Narren zu sein. Es war das beste, das mir passieren konnte, es ist fast, wie wenn die Macht selbst mir eine zweite Chance geben wollte.
 
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Briannas kleine FAQ

Hier entsteht eine Sammlung von Informationen, die mal irgendwo festgehalten gehören, die aber eigentlich schon längst wieder von Grund auf überholt gehört.

Aussehen und körperliche Eigenschaften:
Briannas Gesichtszüge entsprechen in etwa dem PP. Ein Echani-Gesicht ist nicht ganz menschlich, abgesehen von der ungewöhnlichen reinweißen Haarfarbe und den bis auf eine Andeutung von blau recht farblosen silbernen Augen fällt den meisten noch ein schwer greifbarer, leicht fremdartiger "Touch" auf. Für Echani ist der Unterschied zwischen einem Menschen- und einem Echani-Gesicht gewohnheitsbedingt wesentlich offensichtlicher. Den meisten Wesen fällt die Unterscheidung verschiedener Echani recht schwer, so dass sie Brianna vom Gesicht her leicht mit anderen weiblichen Angehörigen ihrer Spezies verwechseln können. Echani erkennen sich gegenseitig vor allem an ihrer Körpersprache, da die feinen Nouancen der Gesichtzüge oft nur schwer zu unterscheiden sind. Die Haut dieser schwach pigmentierten Spezies ist sehr hell, fast alabasterfarben, und bräunt sich kaum. Entsprechend meidet Brianna Hitze und starke Sonneneinstrahlung, wo sie kann.

Die Echani formte ihren Körper durch den seit frühester Kindheit betriebenen Leistungssport. Selbst nach Echani-Maßstäben verfügt sie über exzellente Gene, sie bewegt sich katzenhaft grazil, ist geradezu übermenschlich schnell und beweglich und baut zudem sehr leicht Muskeln auf. In den durch die Kampfkunst am stärksten geforderten Regionen, vor allem in den Beinen, verfügt sie daher über wahrhaft erstaunliche Körperkraft. Sie ist somit sowohl stärker als auch schwerer als sie aussieht, verfügt aber über eine vergleichsweise feminine Figur mit ihren langen Beinen und schmalen Taille, obwohl man je nach Vorlieben dennoch der Meinung sein kann, dass sie zu muskulös ist. Besonders deutlich tritt dies zu Tage, wenn sie wieder einmal mit ihrem Gewicht zu kämpfen hat (in dem Sinne, zu stark abzunehmen). Je nach körperlicher und seelischer Tagesform ist sie selbst mal mehr, mal weniger zufrieden mit ihrem Äußeren, zudem wäre sie gerne größer.

Kleidung und Mode:
Brianna geht, obwohl sie sehr auf ihr Äußeres bedacht ist, nicht gerade nach der neuesten Mode, stattdessen wählt sie ihr Kleidung pragmatischerweise so, dass sie möglichst wenig im Kampf behindert, eine unter Echani weit verbreitete Eigenart. Sie trägt für gewöhnlich entweder einen weißen Kampfanzug, der dem in der Signatur ähnelt, oder, zu repräsentativeren Anlässen, eine Jedi-Robe, beides hat sie sich auf den Leib schneidern lassen. Letztere besteht aus einer silbergrauen Tunika, unter deren V-förmigen Kragen die anthrazitfarbene Untertunika zum Vorschein kommt. Die zugehörige Hose ist in einem etwas dunkleren und unauffälligeren Grau gehalten, der Clou besteht ihrer Meinung nach allerdings in der wendbaren eigentlichen Robe (dem Kapuzenumhang). Dieser besitzt, je nach Anlass, eine silbern schimmernde und eine antrazitfarbene Seite. Über ein innenliegendes Band kann sie selbige figurbetont enger ziehen. Die Kapuze benutzt sie normalerweise nicht, stattdessen trägt sie ihr Haar offen. Dieses reicht sehr lang, bis etwa eine Handbreit über der Taille. An Schuhen bevorzugt sie leichte, flexible Modelle.

Waffen/Ausrüstung:
Die Echani verfügt über einen alten YT-1300 Frachter, der ihr zwar eigentlich nicht gehört, aber durch das Ableben ihres alten Meisters gewissermaßen "vakant" ist. Sie hat ihn auf den Namen "Tardis" getauft, ein Akronym mit wechselnder Bedeutung, das jedoch meistens für "TAusendfach Ramponierte DIvenhafte Schnecke" steht. In Briannas gegenwärtig nicht allzu umfangreichem Inventar befinden sich einige alte Echani-Gegenstände. Sie besitzt ein cortosisbeschichtetes Doppelklingenschwert, dass sie allerdings aus praktischen Gründen selten bei sich hat und wegen ihrer Gefangennahme durch die Sith auf dem Schiff auf Loronar verblieb. Immer bei sich hat sie zwei kleine Vibromesser, die sie unauffällig an ihren Oberschenkeln befestigt hat. Ihre Jedi-Waffe ist ein einfaches blaues Lichtschwert, das sie „Eiskristall“ nennt, und als Trophäe behält sie das Sith-Doppelklingenlichtschwert, welches sie Darth Malace auf Taris nach ihrem Tod abgenommen hat. Außerdem besitzt sie ein Holocron einer alten Echani-Meisterin, das sie regelmäßig konsultiert und, natürlich, ihr Tagebuch, in Form einer Datenkarte mit eingravierten Initialen.

Machtkräfte:
Brianna tut sich schwer damit, die Macht zu benutzen. Lange Zeit beherrschte sie daher nur wenige Machtkräfte und wenn, war es eine langwierige und anstrengende Angelegenheit. Sie konnte die Macht nur schwer und selten spontan bewusst im Kampf einsetzen und ermüdete dabei schnell. Im Verlauf ihrer Ausbildung und durch die Aufarbeitung seelischen Ballasts verbesserte sich die Situation zunehmend, sie tendiert aber dennoch eher zu über die Zeit durch Konzentration aufrechtzuerhaltende Techniken wie Macht-Geschwindigkeit oder langwierige wie Heilung als zu spontanen, schnellen wie ein Machtstoß. Für gewöhnlich bedient sie sich inzwischen kleinen Meditationen, um einen Machteinsatz vorzubereiten.
Grundsätzlich, wenn sie sich konzentriert, in der Lage, die Auren und körperliche Verfassung von Personen zu erkennen und Individuen sehr genau voneinander zu unterscheiden, tote Materie zu erkennen fällt ihr allerdings schwerer. Sie beherrscht die grundlegenden Anwendungen der Telekinese und kann einzelne, durchaus auch größere Objekte mit etwas Vorlauf und Anstrengung auch schon kompliziertere Manöver vollführen lassen und kann Wurfmesser mithilfe der Macht kontrollieren, auch wenn es ihr bei Lichtschwertern noch nicht recht gelingen will. Machtgriff liegt ihr sehr und ab und zu benutzt sie versehentlich diesen anstelle einer Levitation.
Eine Spezialität von Fritz hat sie in Grundzügen erlernt, den Machtschrei, außerdem kann sie einfache Bilder, Gedanken oder Gefühle mit Hilfe der Macht versenden, besonders gut mit ihrer Meisterin Kestrel.
Bereits als Padawan hat sich als talentiert auf Gebiet der Heilung erwiesen; sie kann Verletzungen bei sich und anderen heilen, was sie vorher nur unbewusst bei sich im Schlaf getan hat, und jemand anders eine Zeitlang am Leben erhalten, wenngleich es sie sehr anstrengt. Auf dieser Basis entwickelt sie ihre ganz persönliche Version von Malacia.
Am besten beherrscht sie, von der Heilung abgesehen, kampfbezogene Techniken wie Machtsprung oder Macht-Geschwindigkeit. Dabei erlernt sie die Grundlagen durch die Macht perfektionierter Körperbeherrschung. Immer häufiger gelingt ihr neuerdings der taktischer Einsatz von Schutzblasen bzw. Macht-Barrieren.

Kampfstil:
Der traditionelle Echani-Kampfstil ist ebenso elegant wie wirkungsvoll (und OP eine Mischung aus traditionellem Karate, Aikido und Erkenntnissen fernöstlicher Medizin). Üblicherweise wird waffenlos gekämpft, wenn überhaupt, setzt man nur doppelseitige Kampfstäbe oder Energiepiken ein, da die Echani Waffen, die allzu schnell oder auf Distanz töten, verabscheuen. In der Regel versuchen Echani, ihrem Gegner im Kampf zuvorzukommen, bevor sie ihnen Schaden zufügen können, was meistens entweder schnell töten, kampfunfähig machen, entwaffnen oder zu Boden werfen bedeutet. Um den Effekt ihrer Techniken zu maximieren, setzen sie für gewöhnlich in erster Linie auf Schnelligkeit, da das Produkt aus Kraft und Schnelligkeit hierbei entscheidend ist. Allerdings maximieren wirklich gute Kämpferinnen wie Brianna natürlich beide Faktoren gleichzeitig. Die Kraft kommt in diesem Kampfstil nur zu einem geringen Teil aus den Armen, sondern vor allem aus den unteren Körperregionen und ganz besonders den Beinen, was den feminin geprägten Echani zupass kommt, auch wenn die Frauen ihren männlichen Pendants kräftemäßig vergleichsweise wenig nachstehen. (Aus menschlicher Sicht wirken Echani-Frauen eher kräftig und Echani-Männer eher drahtig, wobei der tatsächliche Unterschied wie gesagt nicht sehr groß ist. Die Männer sind durchaus auch muskulös, allerdings eher im Sinne von Bruce Lee und praktisch nie im Sinne von Arnold Schwarzenegger und Konsorten.) Durch den intensiven Einsatz von Sprüngen und Drehungen, welche auch dazu dienen, die kinetische Energie zu maximieren, und der Eleganz seiner Bewegungsabläufe wirkt traditionelles Echani fast wie ein Tanz. Rituale sind dabei mindestens ebenso wichtig wie die korrekte Technik, die sie jeden Tag stundenlang mit schon fast übertriebenem, geradezu religiösem Eifer trainiert. Wie praktisch alle Angehörigen ihrer Spezies ist sie in der Lage, Aktionen ihrer Gegner im Kampf vorauszuahnen. Alles in allem ist die junge Echani eine ausgezeichnete, elegante Kämpferin, die danach strebt, sich mit den Meistern ihres Volkes messen zu können.
 
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Briannas Zeitleiste, Chronik und prägende Ereignisse

...ist in Arbeit.

  • Ereignisse vor Briannas Geburt (ihr größtenteils lange Zeit unbekannt)
    • Jahr 32 vor Brianna (V.B.): Geburt von Usaris, Briannas Vater, auf Bengali
    • Jahr 22 V.B.: Geburt von Yaeron, Briannas Mutter, auf Eshan
    • Jahr 20 V.B.: Geburt von Onkel Ylsaen auf Eshan
    • Jahr 17 V.B.: Geburt von Tante Yuulon auf Eshan
    • Jahr 16 bis 4 V.B.: Yaerons Schulzeit und Echani-Kampfkunstkarriere als Kind bzw. Jugendlichen, gekrönt durch den Gewinn diverser planetarer und interplanetarer Meisterschaften
    • Jahr 4 bis 1½ V.B.: Yaerons Leistungssport-Zeit bei den Erwachsenen und ihr Kampfkunst-Zenit
    • Jahr 1½ V.B.: Usaris und Yaeron lernen sich kennen und bereisen die Galaxis, Brianna wird irgendwo unterwegs gezeugt
  • Kindheit mit den Eltern (0 bis 12 Jahre)
    • 0 bis 1½ Jahre: unbekannt bis zur Reise nach Eshan: Briannas Kleinkindzeit in der Villa Kae in Kogetsu
    • 1½ Jahre: ebenfalls unbekannt: Piratenüberfall auf Eshan, Eltern wegen Waffenschmuggels verurteilt, Verlust des Vermögens, müssen Eshan verlassen, das nicht länger eine Heimat für sie ist
    • 1½ bis 12 Jahre: Reisen durch die Galaxis an Bord des Frachters ihrer Eltern. Reguläre Schulbildung genießt sie nicht, dafür extrem hartes Kampfkunsttraining durch ihre Mutter.
  • Jugend auf Nar Shaddaa (12 bis 15 Jahre)
    • 12 Jahre: Brianna muss die die Ermordung ihrer Eltern auf Nar Shaddaa miterleben (Vorgeschichte, weitere Links folgen)
    • 12 bis 15¾ Jahre: Leben als Diebin und Straßenkind
    • 15¾ Jahre: Briannas Machtbegabung wird durch den gefallenen Jedi Dar Nimthir entdeckt (Vorgeschichte)
  • Dunkle Adeptin auf Gamorr (15 bis 19 Jahre)
    • 15¾ bis 17½ Jahre: Unterweisung in der Dunklen Seite der Macht. Brianna erlebt während des Trainings Visionen vom Tod ihrer Eltern und beginnt sich aus Angst vor ihnen vor der Macht zu verschließen (Links folgen)
    • 17½ Jahre: Vergewaltigung durch ihren Meister mithilfe der Macht. Ein weiteres schlimmes Erlebnis, welches fortan mit der Macht assoziiert und jahrelang verdrängt. Der Vorfall beendet effektiv ihre erste Machtausbildung.
    • 17½ bis 19¾ Jahre: Brianna dient ihrem Meister als Kriegerin und Assistentin, verliebt sich während den regelmäßigen Handelsreisen in einen Sakiyan-Fitnesstrainer auf Nar Shaddaa und muss sich den Intrigen eines Twi'lek-Schülers Dar Nimthirs erwehren. (Achtung Retcon, Kurzgeschichte folgt… irgendwann)
  • Ausbildung zur Padawan (19 bis 24 Jahre)
    • 19¾ Jahre: Brianna wird von der Jedi Dhemya gefunden und überwältigt. Sie wechselt die Seiten und ist am Tode ihres alten Meisters beteiligt (Links folgen)
    • 20 bis 21 Jahre: Verstecken auf Nar Shaddaa vor der Jedi-Verfolgung. Mühsam lernt sie, wieder Verbindung zur Macht herzustellen (Links folgen)
    • 21 bis 22 Jahre: Mission nach Loronar mit ihrem Meister Maedhros (Tagebucheintrag)
    • 22 bis 23 Jahre: Gefangennahme auf Loronar zusammen mit Kestrel durch die Sith Ranik, Kira und Janus. Sie werden nach Korriban verschleppt und können erst nach langer Zeit auf abenteuerliche Weise fliehen (Tagebucheintrag)
    • 23 Jahre: Erholung am Endpunkt ihrer Flucht, Naboo, zudem Mission nach Ando. Unter ihrer neuen Meisterin Kestrel macht Brianna endlich Fortschritte in Bezug auf die Macht (Tagebucheintrag)
    • 24 Jahre: Mission nach Alzoc III. Brianna lernt viel über sich selbst und ihre Vergangenheit und lernt allmählich, ihre Selbstzweifel zu besiegen (Tagebucheinträge: 1 2)
  • Leben als Jedi-Ritterin (ab 24 Jahre)
    • 24¾ Jahre: Briannas Beförderung zur Jedi. (Tagebucheintrag)
    • 24¾ bis 25 Jahre: Mission nach Denon. Um ihre neue Freundin Talery nicht aus den Augen zu verlieren, nimmt sie sie kurzerhand entgegen ihrer ursprünglichen Absichten zur Padawan.
    • 25 Jahre: Mission nach Taris mit Padawan Talery, Wiedersehen mit Janus. (Tagebucheintrag)
    • 26 Jahre: Mission nach Eriadu mit Talery
    • 26½ Jahre: Auf der Suche nach ihrer eigenen Herkunft mit Kestrel und Talery; Brianna lernt ihren Onkel kennen und erfährt von der Vorgeschichte ihrer Eltern (Tagebucheintrag)
    • 26½ bis 27½ Jahre: als Heilerin im Kampf gegen das Coruscant-Virus im Tempel
    • 27½ Jahre: Kennenlernen der obersten Schatten Ahna Rigby und Schein-Mission nach Alderaan
    • 27¾ bis 28¼ Jahre: Mission auf Bastion und Kast, Wiedersehen mit Janus und Kira, Tod von Ahna und Imperator Allegious
 
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Aus Briannas Tagebuch

Ich hätte nicht geglaubt, dass ich jemals wieder anfangen würde, Tagebuch zu schreiben, doch die Langeweile hier auf Loronar hat mich dazu gebracht. Ich hatte mir das Jedi-Dasein sicherlich sehr viel aufregender vorgestellt. Es ist bereits später Nachmittag, und heute ist noch nicht das geringste passiert. Ich habe den ganzen Tag trainiert, aber inzwischen bin ich rechtschaffen müde, und auf der Suche nach einer Beschäftigung habe ich mich plötzlich deiner erinnert. Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, liebes Tagebuch. Wenn ich "trainieren" sage, meine ich natürlich meine Kampfkunst, wie ich es immer getan habe. Fritz ist bei Uriel, Phelia versuche ich zu meiden, wenn ich kann, und Maedhros ist zu beschäftigt. Teilweise sehe ich ihn tagelang kaum, und es ist ziemlich frustrierend, hier untätig rumzusitzen, wo ich doch so gerne die Jedi-Kräfte erlernen würde. Da sich das Holocron immer noch beharrlich weigert, mir irgendetwas über die Macht beizubringen, obwohl es mir bei der Echani-Kampfkunst gute Dienste leistet, bleibt mir nur das Selbststudium. Mir ist auch klar, dass das seine Argumentation, das Erlernen der Macht ohne echten Lehrmeister wäre zu gefährlich, ad absurdum führt, doch was bleibt mir anderes übrig? Letztendlich ist sie eben keine Echani aus Fleisch und Blut, kein wirklicher Geist, sondern nur ein Apparat Ein erstaunlicher Apparat zwar, den ich nicht annähernd verstehe, aber eben doch nur ein Apparat. Leider komme ich ohne Anleitung kein bisschen voran. Diese Techniken fallen mir alle so schwer, aber sie sind es nicht für die anderen. Ich glaube langsam, dass es an mir liegt, aber wissen werde ich das wohl erst, wenn ich endlich die von Maedhros versprochene richtige Ausbildung bekomme.

Maedhros. Ich sollte dir wirklich von ihm erzählen, aber das ist eine lange Geschichte. Es begann mit der Belagerung von Corellia, die just nach Dar Nimthirs Tod begann. Wir waren uns uneinig, wohin wir gehen sollten. Wes und Dhemya wollten nicht nach Nar Shaddaa und verließen uns, während wir dort die gröbsten Verfolgungen überstanden und ich von Fritz alle Machttechniken beigebrachte bekam, die ich jetzt kann. Leider brachten wir trotz unserer Bemühungen nichts über den Verbleib der übrigen Jedi in Erfahrung, und zu allem Überfluss stellte sich heraus, dass mein alter Meister beträchtliche Schulden bei einem Hutten zurückgelassen hatte. Seine Leute erkannten mich wieder, und es gelang mir nicht, sich ihnen auf Dauer zu entziehen. Ich geriet in Gefangenschaft, und es war eben dieser Maedhros, der mich von dort rettete. Ich erkannte ihn als Jedi und fragte, ob er mich zur Padawan nehmen würde. Er bejahte, unter der Bedingung, dass ich ihm bei der Gewinnung der Loronarwerften für die Republik hülfe, und ich ließ mich darauf ein, da Nar Shaddaa ohnehin nicht länger sicher für uns war.

Seitdem bin ich hier. Die Geschichte stellte sich als überaus persönliche und auch nicht leicht zu lösende Sache heraus, bei der wir in der langen Zeit, die wir nur schon hier sind, noch nichts bahnbrechendes passiert ist. Zu meinem großen Verdruss will mein Meister erst nach einem Durchbruch in der Werftsache mit der Ausbildung beginnen. Wir warten täglich auf Verstärkung, doch alles, was wir zu Gesicht bekommen haben, war ein Sternzerstörer des Imperiums, der unsere Lage noch verkompliziert hat. Deswegen sitze ich leider nur hier in unserem Versteck herum. Ich wünschte wirklich, es würde endlich irgendetwas passieren.
 
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Aus Briannas Tagebuch

Liebes Tagebuch!

Es ist schon wieder sehr lange her, seit ich dich zuletzt in der Hand hatte, aber glaub mir, dieses Mal ist es absolut nicht meine Schuld. Im Gegenteil - du kannst dir nicht im entferntesten vorstellen, was ich für dich riskiert habe, doch erzähle ich es dir besser alles der Reihe nach. Mein Wunsch ist jedenfalls in Erfüllung gegangen, aber nicht, wie ich es gerne gehabt hätte.

Nur ein paar Tage nach meinem letzten Eintrag habe ich eine wirklich reizende Jedi-Ritterin namens Kestrel und ihren Padawan Cal kennengelernt. Der Rat hatte sie geschickt, um auf Loronar nach dem Rechten zu sehen. Ich glaube, wir mochten uns von Anfang an, und nachdem ich ihr meine Situation geschildert hatte, erklärte sie sich bereit, ein wenig mit mir zu trainieren. Wir beschlossen, dazu ein wenig in die Berge zu fahren, was im Nachhinein leider ein großer Fehler war. Das Training gestaltete sich schwierig, besonders am Anfang. Zu meinem Leidwesen habe ich mehr verlernt als gedacht, doch Kestrel stellte sich als geduldige und einfühlsame Lehrerin heraus, so dass ich im Endeffekt tatsächlich neue Dinge gelernt habe, vor allem die Heilung. Lange freuen konnte ich mich leider nicht, es stellte sich heraus, dass Sith auf dem Planeten waren. Sie fanden uns aufgrund meiner unverdeckten Aura.

Vielleicht sollte ich dir das ein wenig erklären. Jedi können heutzutage gar nicht vorsichtig genug sein, und ihre Auren sind wie Leuchtfeuer in der Macht, sofern man nicht spezielle Techniken benutzt, um den "Fußabdruck" zu minimieren. Du weißt ja, dass Dar Nimthir mich unter all den Wesen auf Nar Shaddaa gefunden hat - das war genau dasselbe. Seine Aura zu verbergen ist in Zeiten wie diesen eine der elementarsten Techniken für einen Jedi, und Kestrel konnte nicht unbedingt damit rechnen, dass ich nicht einmal das beherrsche. Jedenfalls fanden sie uns, es kam zum Kampf, und meine Gegnerin sollte eine Frau namens Kira sein. Das Duell wäre um ein Haar zuende gewesen, noch bevor es richtig begonnen hatte, und auch danach hatte ich keine echte Chance, selbst nachdem Kestrel sie entwaffnet hatte. Ich hatte nur kurz die Gelegenheit, stärker aufzukommen, bevor Kira den Kampf mit einem machtunterstützten Fußtritt beendete, der mich gegen eine Felswand steuerte und schwer verletzte. Nie zuvor habe ich einen solchen Kampf erlebt oder bin auf solche Weise geschlagen worden. Ich war völlig am Boden zerstört, hielt meine Echani-Ehre für vernichtet und wollte eigentlich nur noch sterben. Ich weiß, im Nachhinein klingt das ziemlich dumm, aber ich dachte, wir würden sowieso sterben und unter diesen Umständen wollte ich, dass es dann wenigstens so schnell wie möglich geschieht.

Zum Glück wollten uns die Sith lebend, und ich hätte mir nicht so viel dabei denken brauchen. Abgesehen davon, dass meine Gegnerin ranghöher war, hatte sie eine gefährliche Sithtechnik namens Rage gebraucht, um mich loszuwerden. Die Sith nahmen uns gefangen, um von uns den Standort der Jedi-Basis zu erfahren, den ich gar nicht kenne, und brachten uns nach Korriban. Noch während des Flugs konnte ich mich mit meiner neuen Machttechnik weitgehend heilen, was Kestrel als große Leistung für eine Padawan betrachtete, und danach in der Gefängniszelle eines alten Sithtempels angekettet bemühte sie sich sehr um mich, mein angeschlagenes Selbstbewusstsein wieder aufzurichten. In dieser Zeit wurde sie endgültig meine allerbeste Freundin, und oft haben wir uns in unserem einsamen und langweiligen Gefängnis gegenseitig getröstet. Anscheinend denkt sie, dass ich immer noch nicht wiederhergestellt bin, doch in Wahrheit habe ich mich einfach damit abgefunden, dass ich manche Dinge nicht so gut kann und wohl nie eine besonders gute Jedi werde. Ich kann es ja durch meine überlegenen körperlichen Fähigkeiten ausgleichen.

Das zeigte sich, als Kira mich einmal unvorsichtigerweise "zur Belohnung" frei herumlaufen ließ. Sie hasst mich so sehr wie ich sie, und es kam zu einem längeren Kampf, den ich gewann. Ich schlug sie k.o., und hätte sie töten sollen, nur - ich konnte nicht. Ich weiß, das sie schwanger ist und brachte es nicht fertig, dem ungeborenen Leben in ihr etwas zuleide zu tun. Vermutlich wäre es besser für uns gewesen, wenn ich es in Kauf genommen hätte. Ich flüchtete, auf der Suche nach Hilfe, doch sie holte mich nach geraumer Zeit mit einem Speeder ein, stoppte mich mit Machthilfe und brachte mich in die Zelle zurück. Ironischerweise erging es Kestrel in Zwischenzeit mit Ranik ganz ähnlich.

Ranik. Er beschäftigte sich vor allem mit Kestrel, versuchte aus ihr den Standort der Basis mit grausamen Methoden herauszupressen, und ich habe ihn fürchten gelernt, wann immer er sein Ziel wechselte. Der dritte im Bunde heißt Janus, ein außerordentlich attraktiver Halbechani, der nicht aufhört, eine anziehende Wirkung auf mich auszuüben. Leider ist bei ihm nicht alles so, wie es scheint, und ich werde ihn wohl nie verstehen. Und dabei nennen sie uns rätselhaft! Ich glaube, ich habe einfach kein Glück mit Männern.

Inzwischen, mit einigem Abstand, vermisse ich ihn sogar manchmal. Er bringt einige Eigenschaften mit, so wie sie auch der Mann meiner Träume hätte. Manchmal beginne ich sogar, wenn ich jetzt an ihn denke, ihn zu verklären. Ich muss mir dann in Erinnerung rufen, wie sein Charakter wirklich ist, böse, gemein und größenwahnsinnig. Es scheint, als wäre bei ihm eine Schraube locker. Vielleicht hätte er derjenige welche sein können, der Mann, mit dem ich gerne den Rest meines Lebens verbracht hätte, doch leider ist er es nicht. Wahrscheinlich wird es das beste sein, wenn ich ihn niemals wiedersehe.

Er hätte tatsächlich eine der letzten Personen sein können, die während des kurzen Restes meines Lebens gesehen hätte. Unsere Flucht war wirklich Rettung in letzter Sekunde, Ranik war bereits auf der Suche nach einem geeigneten Werkzeug, um mein Ende so schmerzhaft wie nur möglich zu gestalten. Ich hatte Kira schon zuvor ihr Lichtschwert gestohlen. Sie hatte mich fast bis zum Hitzekollaps in der Sonne schmoren lassen, um mich zur Zusammenarbeit mit ihr zu bewegen. Ich ging schließlich zum Schein darauf ein, und sie versorgte mich gezwungenermaßen in der Zelle, da es ihr nicht erlaubt war, mir ernsthaften Schaden zuzufügen. Bei dieser Gelegenheit nahm ich es ihr ab, doch wieder richtig angekettet kam ich leider nicht mehr dran, so sehr ich mich auch drehte und wand. In Panik stemmte ich mich mit all meiner Kraft gegen meine Fesseln, und brachte es so tatsächlich fertig, sie aus der Wand zu reißen. Die Halterung muss sich auf die eine oder andere Weise gelockert haben, und trotzdem war es bestimmt das schwerste und anstrengendste, was ich je in meinem Leben gemacht habe. Vielleicht war es sogar schwerer und anstrengender als all diese Übungen mit der Macht, obwohl das natürlich schwer zu vergleichen ist.

Nicht länger angekettet konnten wir uns mit dem Lichtschwert den Weg freischneiden, brauchten jedoch leider zu lange, so dass wir geradewegs den Sith in die Arme liefen. Kestrel kümmerte sich um Ranik, ihre Nemesis, so kann man ihn nennen, während ich gegen Kira und Janus zugleich kämpfen musste. Zum Glück behindert ihre Schwangerschaft sie mit jeden Tag mehr. Ranik muss entweder blind sein oder sie für ihn Luft, dass er überhaupt nicht wahrnimmt, und es ihn überhaupt nicht kümmert, wie es ihr geht und was mit ihr los ist. Doch viel länger wird das nicht mehr möglich sein - und vielleicht ist sie jetzt schon tot. Ich hoffe nicht, wenn auch nur wegen den unschuldigen Kindern in ihrem Leib, die nichts dafür können, in eine solche Welt geboren zu werden, von so einer Mutter. Ich hasse sie, so sehr wie nur wenige Leute sonst in meinem Leben!

Jedenfalls konnte ich tatsächlich beide Sith besiegen, und erreichte Kestrel gerade rechtzeitig, um sie aufzulesen. Sie hatte Ranik gerade hinter einer einstürzenden Steinwand eingeschlossen und lag völlig entkräftet am Boden, was bedeutete, dass ich zwei Personen gleichzeitig nach draußen tragen musste, sie und ihren Padawan Cal. Ich konnte sie und mich als blinde Passagiere an Bord eines Frachters schmuggeln und erreichten gerade rechtzeitig den Hyperraum, bevor Ranik uns eingeholt hatte.

Auf Bothawui wechselten wir das Schiff, und die Flucht vor den uns verfolgenden imperialen Truppen trieb uns in die Hände von skrupellosen Leuten, die Cal unterwegs aussetzten und planten, uns als Sklavinnen zu verkaufen. Sie haben allerdings schnell gelernt, dass man das bei einer Echani besser nicht versucht... Ich übernahm das Schiff und brachte es nach Naboo, doch unglücklicherweise verschlechterte sich Kestrel Zustands immer weiter, und ich versuchte, sie zu heilen, bis ich am Ende meiner Kräfte war. Kurz vor unserer Landung spürte meine Freundin die Präsenz eines Jedi, und wir versuchten, sie zu finden. Leider erwies sich das als gar nicht so einfach, ich irrte stundenlang durch die Gegend mit Kestrel auf dem Rücken und glaubte schon gar nicht mehr, es noch zu schaffen, bevor es für sie zu spät war, als der Jedi, Wes, uns schließlich fand.

Jetzt liege ich meinem Bett in einer Gaststätte irgendwo auf Naboo und erhole mich von den Strapazen. Auch Kestrel ist auf dem Wege der Besserung, der kompetenten Behandlung einer ehemaligen Ärztin namens Tara sei dank. Wir werden beide wieder gesund - und sind frei! In den vergangenen Monaten habe ich oft nicht mehr daran geglaubt und war oft kurz vor der Verzweiflung, auch die letzten Tage wegen der Sorge um Kestrel, und nun ist es tatsächlich wahr: wir haben es überstanden!

Da ich viel Zeit habe, denke ich oft über die Frage nach, wie es jetzt weitergehen soll. Das Jedi-Dasein ist soweit nicht annähernd das, was ich mir erhofft hatte. Ich fühle mich auch gar nicht zur Jedi geeignet. Andererseits habe ich gesehen, dass ich mithilfe der Macht Gutes bewirken kann. Ich weiß nicht, was ich sonst tun sollte und möchte meine Freundin, nach allem, was wir zusammen durchgemacht haben, auch gar nicht verlassen. Ich bin noch auf der Suche nach der Antwort.

Deine Brianna
 
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Liebes Tagebuch,

Naboo ist toll und wird jeden Tag besser! Es gibt viel Natur und Freizeitmöglichkeiten en masse. Ich bin sehr viel draußen, treibe eine Menge Sport und fühle mich jeden Tag besser. Es scheint, als hätte ich die Gefangenschaft in körperlicher Hinsicht bald völlig überwunden!

Ich habe sogar schon einen neue Freundin gefunden. Ihr Name ist Kadajj Riyoss und sie ist eine Rattataki, eine Spezies von irgendeiner weithin unbekannten Welt irgendwo im äußeren Rand, aufgewachsen ist sie jedoch in einem Waisenhaus auf Theed, hier auf Naboo. Sie ist nicht nur eine äußerst fähige Kriegerin, die in ihrem jungen Leben schon eine Menge mitgemacht hat, sondern auch eine intelligente Frau und kluge Gesprächspartnerin. Wir sind uns in vielerlei Hinsicht recht ähnlich, wir sind beide recht impulsiv, kämpfen gerne und gut und haben eine entsprechende Vergangenheit hinter uns. Ganz abgesehen davon, dass wir beide Vollwaisen sind, oder zumindest kennt sie ihre Eltern nicht. Wir kriegen uns oft in die Haare (obwohl sie gar keine hat), vertragen uns jedoch genauso oft wieder. Wahrscheinlich sind wir uns zu ähnlich, um dauerhaft in Harmonie zusammenzuleben. In dieser Hinsicht ist auch nicht förderlich, dass sie sehr stark mandalorianisch geprägt ist, obwohl ich mich langsam an die Vorstellung gewöhne. Außerdem ist sie machtbegabt und bekommt ein Baby, doch alles der Reihe nach.

Ich traf sie auf dem Rückweg von einer Fahrt nach Theed, und aufgrund ihres martialischen Aussehens und Auftretens hielt ich sie zunächst für eine Schurkin. Es hatte zuvor einige Kindesentführungen in der vom Krieg gezeichneten Stadt gegeben, und ich dachte, sie hätte damit zu tun. Es kam zum Kampf, jede von uns mit einem ihrer Schwerter bewaffnet, und es brauchte einige Zeit und meine Fähigkeit, in den Bewegungen Anderer zu lesen, bis ich die Wahrheit erkannte. Sie war durchaus wegen den Kindern hier, allerdings um sie zu befreien.

Gemeinsam machten wir den wahren Entführern den Garaus und verbrachten den Rest des Abends in ihrem ehemaligen Waisenhaus, wo ich den Heimleiter und eine Freundin aus Kindertagen kennenlernte. Während ich sie von einer von mir zugefügten Verletzung kurierte, entdeckte ich ihre Machtsensitivität, konnte ihr den Weg der Jedi als potentiellen Lebensweg schmackhaft machen und tatsächlich wurde sie nach unserer Rückkehr von ihnen aufgenommen.

Es dauerte auch nicht lange, bis wir unseren ersten gemeinsamen Auftrag erhielten. Wes, dieser blöde und übervorsichtige alte Mann, wird vom Rat irgendwohin geschickt, er möchte Kestrel in ihrer momentanen Verfassung nicht unbeaufsichtigt lassen. Anscheinend gab es dazu einen akuten Vorfall, und ausnahmsweise muss ich ihm recht geben. Wir flogen also los, um Kestrels ehemalige Mentorin, eine Jedi namens Sarid Horn zu suchen, deren letzter Aufenthaltsort Ando war.

Auf der Wasserwelt angekommen änderten sich jedoch schlagartig die Prioritäten, weil Kadajj einen überaus gut aussehenden und manchmal (oder zu manchen) charmanten... Mandalorianer... namens Josea kennenlernte. Da sieht man mal einen interessanten, und muss gleich feststellen, dass doch alles nur aus der Dose kommt. Er ist jedoch der erste Mando, den ich näher kennenlerne, und ich muss sagen, er ist nicht so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Nicht aggressiv - eher mit einem bisweilen groben Sinn für Humor ausgestattet. Ich könnte eine gewisse Rücksichtslosigkeit unterstellen, aber das ist eher auf die Tatsache, dass es sich um ein frisch verliebtes Pärchen handelte zurückzuführen. Ich fühlte mich allerdings seit seiner Anwesenheit so nützlich wie ein Reserverad in einem Luftgleiter.

Mehr durch Zufall als durch organisierte Suche fanden wir dann Sarid, die sich unter einem falschen Namen hier in Quantill City niedergelassen hatte, doch die Kontaktaufnahme scheiterte aufgrund der Anwesenheit des Mandalorianers. Darum und wegen unserer im Laufe des Tages aufgebauten Differenzen trennten sich unsere Wege vorübergehend, und ich traf mich hinter Kadajjs Rücken noch einmal mit der Jedi, um ihr die Situation zu erläutern. Tatsächlich erklärte sie sich bereit, ihrer ehemaligen Padawan, meiner Mentorin, zu Hilfe zu kommen, wollte aber, dass ihre Freundin, eine unglaubliche Falleen-Quasselstrippe namens Rilanja, ebenfalls mitkommen durfte.

Einen weiteren Zwischenstopp legten wir auf Tatooine ein, wo wir einen gestrandeten Jedi auflasen und prompt in eine - allerdings nicht allzu gefährliche sondern lediglich unterhaltsame - Schießerei verwickelt wurden. Außerdem besichtigten wir noch einen Sarlacc und trafen einen alten Bekannten. Rate einmal wer... Markus Finn, der sich hierher in die Wüste zurückgezogen und augenscheinlich die letzten zwei Jahre auch nicht rasiert hatte. Frag mich, was schlimmer aussieht...

Schon hatten wir einen weiteren Passagier. Auf dem Rückflug gab es dann einen weiteren Knatsch mit Kadajj. Ich wusste, dass irgendwas mit ihr nicht stimmte, ohne dass sie herausrückte, was los war. Es bedurfte viel Überzeugungsarbeit, bis sie mir eingestand, dass sie eine Schwangerschaft - von Josea - vermutete. Vor dem Abflug von Ando hatte sie ihm einen mandalorianischen Eheschwur geleistet. Ich bestätigte ihr mit einer kurzen Untersuchung ihre Schwangerschaft (die Entstehung neuen Lebens in der Macht zu beobachten ist übrigens eine geradezu berauschende Erfahrung), und versprach ihr, ihr Geheimnis für mich zu behalten und diskret herauszufinden, wie die Jedi zum Thema Liebe und Schwangerschaft stehen. Ich weiß, dass es ein Zeichen großen Vertrauens ist, dass sie es mir anvertraut hat.

Auf Naboo versetzte uns ein mentaler Hilferuf eines Wesens namens Aketos in Aufregung, den nebenbei bemerkt offenbar jeder Jedi außer mir wahrgenommen hat (Kadajj ist unsicher). Am besten von allen war anscheinend Flynn, Wes' Padawan, aber anscheinend ist er begabt darin. Prompt bekommen wir ihn mitgeschickt, als wir der Sache auf den Grund gehen sollten. Und weißt du was? Er versucht doch glatt, mich anzugraben! Er ist zwar eigentlich ein netter Junge, aber er ist ängstlich, schüchtern, klein und unsportlich, außerdem verstand er keine freundlichen Hinweise von mir, dass ich das nicht möchte. Dabei ist er so ganz und gar nicht mein Typ.

Am Ausgangspunkt des Hilferufs angekommen - der Raumhafen einer Kleinstadt namens Keren - erfahren wir, dass das Alienwesen von einem Sith gequält und dann in ein Raumschiff mit abgeschaltetem Lebenserhaltungssystem eingesperrt hat. Obendrein war besagtes System und alle Türen mit einer Bombe verbunden. Ich hätte nicht gedacht, ausgerechnet im friedlichen Naboo auf das Werk von Sith zu stoßen, und ich rege mich ziemlich darüber auf, obwohl er anscheinend längst verschwunden ist. Kadajj gelang es, mit ihrem technischen Sachverstand zwar nicht die Vorrichtung außer Kraft zu setzen, aber der Gefangenen doch genügend Zeit zur Flucht zu verschaffen. Leider flog mit dem Schiff gleich der halbe Raumhafen in die Luft. Ich, die gerade einmal zum zweiten Mal ein Lichtschwert in der Hand hatte, konnte bei der Gelegenheit diverse Trümmerteile mit der Waffe abwehren, ohne die Macht zu benutzen, versteht sich. Nicht nur bin ich sehr stolz darauf, es brachte mir auch eine gewisse kurzzeitige Berühmtheit in den Lokalmedien von Naboo ein. Am besten, wir jägen nächstes Mal ein viel größeres Schiff in die Luft, vielleicht schaffe ich es dann in die HoloNet News... nur ein Scherz.

Die Fremde namens Aketos stellte sich als Kamino heraus, ein Wesen, das an die drei Köpfe größer ist als ich. Sie ist nicht unsympathisch und hat sich gleich bereit erklärt, uns zu begleiten, da sie offensichtlich machtbegabt ist. Außerdem interessiert sie sich für Kampfsport. Mit Flynn hat sie sich nicht so vertragen, doch den lieferten wir gleich bei seinem Meister ab, der den Planeten inzwischen mit seinen Padawanen verlassen hat.

Ich wurde von allen viel gelobt, was eine angenehme Abwechslung ist und einmal sehr gut tut. Außerdem scheint auch Sarid für eine Jedi eine sehr sympathische Frau zu sein, ich habe mich lange mit ihr unterhalten, viele Dinge gelernt und mich entschieden, bei den Jedi zu bleiben, auf absehbare Zeit jedenfalls. Von Kestrel habe ich zur Belohnung mein erstes Lichtschwertteil bekommen. Sie ist damit zwar ein wenig früh dran, will mir aber ab jetzt jedes Mal eines geben, wenn ich etwas gut mache, bis meine Ausbildung abgeschlossen ist. Ich hoffe, sie hat so viele Teile, aber ich freue mich aufs Sammeln. Außerdem haben wir begonnen, es uns auf Naboo so richtig gemütlich zu machen und die gemeinsame Zeit zu genießen, das haben wir uns mehr als verdient. Das wäre es erst einmal so ziemlich. Ich verspreche, dich weiter auf dem Laufenden zu halten.

Deine Brianna
 
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Aus Briannas Tagebuch

Liebes Tagebuch,

na, bist du auch schon eingefroren? Vielleicht könnte ich dich aufwärmen... zumindest hab' ich das gerade geübt, an sich eine nützliche Fähigkeit hier auf Alzoc III. Kestrel hat mir einen kleinen Würfel mit einer seltsamen Flüssigkeit darin gegeben, die sich verfärbt, sobald sie erhitzt wird. Ich soll es mithilfe der Macht schaffen, und zwar so, dass sie rot wird, was aber nur gelingt, wenn man es absolut gleichmäßig macht, ansonsten wird es gelb. Natürlich war gelb die Farbe des Tages, was mich total wahnsinnig macht, obwohl das eigentlich bereits ein Erfolg ist, denn am Anfang ist einfach gar nichts passiert. Naja, wahrscheinlich mache ich jetzt dann ein wenig Kampftraining außer der Reihe, um mich abzureagieren.

Es würde mir jedenfalls gut tun, zumal mir meine Mitpadawane auch immer wieder auf den Geist gehen. Rilanja ist eigentlich gar nicht dumm und hätte zumindest meiner unkundigen Meinung nach wirklich das Zeug zu einer guten Padawan, aber ihre holofilmschundgeprägte Naivität ist oft schwer zu ertragen, besonders wenn sie meint, ihre einfältigen Ansichten darüber, wie die Jedi sein sollten, der Galaxis kund tun zu müssen. Manchmal frage ich mich was eigentlich ihre Motivation ist, außer so zu werden wie eine halbnackt herumhüpfende Twi'lek-Jedi, die in diesen billigen Kitschfilmchen offenbar regelmäßig vorkommt. Ich frage mich, ob sie später einmal so rumlaufen wird, will es aber eigentlich nicht sehen. Die Figur dazu hätte sie zwar, doch ich fände so etwas sowas von peinlich... ja, ich weiß, dass Echani sowas tatsächlich machen, ich auch schon, aber das ist was völlig anderes, und ich würde es auch nicht gerade auf offener Straße tun. Ich erinnere mich daran, als ich ein kleines Mädchen war und Mama mir die Sanchin-Atemübung beigebracht hat. Sie tat es in Unterwäsche, damit ich ihre Körperhaltung besser sehen konnte, wie sie atmet und wann sie die Muskeln an- und entspannt. Das ist immerhin ein guter Grund für sowas, und es war ja eben nicht öffentlich. Wenn sie es in der Öffentlichkeit getan hätte, hätte sie sicher die Blicke auf sich gezogen, sie war ja wunderschön. Das war es, was mich als Kind motiviert hat, so hart zu trainieren, gerade in der Phase, als es aufgehört hatte, so etwas wie ein Spiel zu sein: ich wollte so werden wie sie. Ich vermisse sie so sehr.

Entschuldige, dass ich erst jetzt weiter schreibe, doch diese Situationen sind niemals einfach, weißt du? Ich muss mir die Zeit für meine Gefühle nehmen, ich kann und darf sie nicht einfach zur Seite schieben und verdrängen, ich muss sie durchleben, dafür fühle ich mich jetzt wieder besser. Da ich gerade davon spreche, ich glaube, wir haben herausgefunden, warum mir der Zugang zur Macht so schwer fällt, und ich habe dabei eine große Überraschung erlebt und etwas über mich selbst herausgefunden, doch davon erzähle ich dir ein andermal. Momentan fühle ich mich noch nicht danach. Ich wollte dir ja von den anderen erzählen, wir sind ja ein reines Mädels-Unternehmen, von den beiden Bettvorlegern Fritz und Shortakawoo einmal abgesehen. Ich habe dir ja geschrieben, Aketos wäre ganz sympathisch und so, aber eigentlich... ist sie eine ziemliche Diva. Sie hält sich für etwas besseres und braucht auch absolut überall eine Extrawurst. Zum Beispiel weigert sie sich, ein Jedi-Kom zu benutzen. Ich habe mit Levon gesprochen, das ist Kadajjs Droide, und der hat mir erklärt, statt per Hardwarechiffrierung unserer Koms fallen unsere Gespräche nun auf so etwas wie eine weniger sichere Softwareemulation zurück. Ich habe kein Wort verstanden, aber wenn morgen die Sith kommen, weißt du ja, wer daran Schuld ist. Sie gibt sich auch nicht viel mit uns ab, und wie sich ihr materialistisches Gehabe mit den Tugenden einer Jedi vertragen soll, weiß ich auch nicht. Zum Glück hat sie noch keine Meisterin, die würde ihr das schon austreiben. Ich in der Situation bekäme bestimmt so einen Hals und würde sie als Bo-Stab benutzen, was bei ihrer Figur eigentlich gar nicht so abwegig ist, zumindest ich wäre dazu in der Lage. Naja, und sowas hält sich auch noch für schön!

Womit wir zu Kadajj kämen. Sie ist die einzige der Drei, die ich als meine Freundin bezeichnen würde, doch perfekt ist sie auch nicht, sogar teilweise sehr mit Vorsicht zu genießen. Der Vorteil bei ihr ist eben, wir sagen uns die Meinung, haben dann vielleicht auch mal ordentlich Krach und liegen uns in den Haaren (oder sie mir zumindest, bei ihr klappt das ja nicht), und irgendwann ist es auch wieder gut, Differenzen beigelegt und alles wieder im Lot. Mir ist es jedenfalls allemal lieber, so etwas einmal auszufechten als sich ewig nur zu denken, was einen stört. Nur muss man aufpassen, was man ihr sagt, blind alles anvertrauen, war in mir vorgeht und mich vielleicht belastet, kann ich nicht. Vermutlich ist es genetisch - zeige keine Schwäche vor einer Rattataki, sonst kann es sein, dass sie dir die Zähne in den Hals schlägt. Sie hat mir ab und an von ihrer Kusine Ashû erzählt, und ich komme nicht umhin zu denken, die beiden müssen einfach verwandt sein! Hey, ich meine, sie hat sich ihre Eckzähne anspitzen lassen, wie bescheuert ist das denn? Hier auf Alzoc III trägt sie teilweise ein Durastahlgebiss, damit hat sie jemandem in den Hals gebissen und sein Blut getrunken! Noch auf Naboo hatten wir ja einen Riesenkrach wegen nichts, drei Tage haben wir uns nicht angesehen und es dachten bestimmt schon alle, mit unserer Freundschaft wäre es aus, aber letztendlich haben wir uns doch wieder zusammengerauft. Wir mögen uns eben doch sehr und ich müsste lügen, dass es mir nicht Spaß gemacht hätte, mir ihr zu zoffen.

Über unsere Meisterinnen gibt es nicht so viel zu sagen, von dem ich dir heute schon berichten wollte. Sarid kann manchmal sehr herrisch sein und gibt wenig auf meine Meinung, und Kestrel versteckt sich, seit sie zurück ist, zunehmend hinter ihr, finde ich zumindest. Vielleicht eben darum, jedenfalls hat sie von Rat der Jedi diese Anfrage bekommen, den Talz hier zu helfen, und sie hat sofort zugesagt, ohne uns überhaupt zu informieren. Sie ist auch gar nicht bereit über derartiges mit mir zu diskutieren, und das finde ich einfach nicht richtig. Im Nachhinein gesehen war es zwar richtig, aber trotzdem: so sollte es einfach nicht ablaufen, ich bin vielleicht nur eine Padawan, doch deswegen habe ich trotzdem eine Stimme und bin ja nicht blöd oder irgendwas!

Dafür haben die beiden mir geholfen, mein Schiff zurückzubekommen, wir benutzen es für die Mission, und weißt du was? Kadajj hat mir sogar ein paar Flugstunden im Orbit von Naboo und in einem Asteroidenfeld auf dem Weg geben, und es lief wirklich gut. Ich denke sogar, dass ich das Zeug zu einer begnadeten Pilotin habe, was ja auch kein Wunder wäre bei meiner Reaktionsschnelle, Umsicht im Kampf und über Jahrzehnte erlernten Motorischen Fähigkeiten, doch darüber hatten wir uns auch wieder in der Wolle. Die liegt vieles auch an der TARDIS, was wie ich momentan denke, wohl Trägheit Am Rande Der IonoSphäre heißen muss. Ich meine, den Hyperraumflug hat sie ziemlich schnell bewältigt, aber im Sublichtbereich ist sie so schnell und wendig wie ein Sarlacc - auf Tatooine habe ich ja gelernt, was das ist - oder auch eine Weltraumschnecke, Kadajj behauptet steif und fest, die Viecher gäbe es wirklich.

Seitdem sind wir hier und helfen den Talz. Manchmal habe ich Mühe, mir vor Augen zu halten, dass sie nicht dämlich sind, weil sie sich eben genau so benehmen. Technisch sind sie noch unbedarfter als ich, und sie lassen sich von Piraten versklaven, die sie eigentlich mühelos in Stücke reißen könnten. Sie sind stark wie Wookiees, ganz ehrlich, aber einfach nicht für den Kampf geschaffen, vom Kopf her, wenn du verstehst. Die Piraten, die Bad Wolves, beuten sie in ihren Minen aus, wo sie reihenweise zugrunde gehen, was wirklich traurig ist, weil sie doch so ein friedliches Völkchen sind und niemandem (nicht einmal Rilanja) etwas zuleide tun könnten. Eine Mine haben wir bereits hochgenommen und ich sage dir, es war wirklich gut, dass wir keine Zeit verloren haben hierher gekommen zu sein, die Talz tun mir so leid. Meine anfänglichen Bedenken, zu wenig Jedi-Training zu haben, haben sich ja zerstreut, ich glaube, es geht wirklich vorwärts nach den Erkenntnissen, die wir hier gewonnen haben. Dafür hat es sich sogar gelohnt, Naboo verlassen zu haben, doch davon erzähle ich dir ein andermal.

Deine Brianna
 
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Aus Briannas Tagebuch

Liebes Tagebuch,

langsam bin ich es leid, ständig das Eis von dir und von fast allen anderen Gegenständen abzukratzen und es hat den Anschein, als ob es fast allen anderen genauso ginge. Wir sind schon viel zu lange in dieser Eishölle, und wenn es nicht wegen der Talz wäre mit ihrer sympathisch-hilflosen Art, wäre ich wohl schon lange weg von hier. Natürlich sind sie nicht so hilflos, denn immerhin verstehen sie es, ihr Leben auf diesem trostlosen Planeten zu meistern und könnten eine Menge bewegen, so sie denn nur wollten. Vielleicht sind wir aber tatsächlich bald weg von hier. Nachdem wir eine Mine und zuletzt eine von zwei Verladestationen außer Gefecht gesetzt haben, scheinen die Piraten es endlich kapiert zu haben und verhandeln zu wollen. Allerdings glaubt niemand wirklich an ein ehrliches Angebot, doch egal wie, Verhandlungen oder Showdown, es wird bald vorbei sein, und die Talz haben ihre Welt wieder für sich alleine.

Ich habe eine weitere sehr gute Nachricht für dich: Sarid traut mir zunehmend anspruchsvollere Aufgaben zu. In der Mine war ich ja noch irgendwo das Reserverad an einem Landspeeder mit Kestrel als Anführerin und Kadajj, ihrer neuen Intimfreundin, wie es scheint, als ihrer allzu willigen Soldatin. Kestrel und ich lagen uns ohnehin in den Haaren deswegen, doch ich will jetzt nicht darüber schreiben. Viel wichtiger ist dagegen, dass Sarid mir beim Angriff der Verladestation (einer Nacht-und-Nebel-Aktion) ihre Padawan Rilanja anvertraut hat, und dafür lief es auch ziemlich gut. Sie hat zum ersten Mal getötet, und das macht ihr zu schaffen. Über die Aktionen der beiden Ks sollte man dagegen besser nicht zu viele Worte verlieren. Jetzt für die Verhandlungen werde ich eigenverantwortlich die Absicherung für unsere Verhandlerinnen Sarid und Rilanja übernehmen, nach einem Plan, den ich mir überlegt habe, und das macht mich sehr stolz. Inzwischen erfahre ich tatsächlich so etwas wie Wertschätzung bei den Jedi, ein beinahe ungewohntes Gefühl für mich.

Ich weiß, es gab noch etwas sehr wichtiges, worüber ich dir berichten wollte, und ich komme gerade dazu. Ich mache große Fortschritte im Bezug auf die Macht, bereits in der Mine (wo es Kestrel allerdings noch nicht so recht wahrhaben wollte), aber auch seither. Inzwischen sprechen die Meisterinnen bereits von meiner Beförderung zur Ritterin, obwohl mir das reichlich unwirklich vorkommt und ich noch längst nicht da bin, wo ich als Ritterin sein sollte, aber es geht voran, und der Grund für diesen Schub ist eben diese wichtige Sache. Zu dritt, Sarid, Kestrel und ich, bemühten wir uns, die Ursache meiner Träume, Visionen und seltsamen Angstvorstellungen zu ergründen, und die gemeinsame Meditation führte zu einer fürchterlichen Vision, die realistischste von allen bisherigen. Ich habe keinen Grund, ihren Inhalt anzuzweifeln, im Gegenteil: ich weiß nun, dass mein Meister, Dar Nimthir, mich seinerzeit auf Gamorr brutal vergewaltigt und auch die Macht dazu benutzt hat. Die Erkenntnis war ein ziemlicher Schock für mich, und es fällt mir auch heute alles andere als leicht, darüber zu reden und zu schreiben, aber es war einer der heilsamen Sorte. Weißt du, es klingt verrückt, man sollte meinen, dass man derartige Dinge unmöglich vergessen kann, oder? Anscheinend kommt es tatsächlich vor, dass Frauen, denen dergleichen wiederfährt, dies verdrängen, und ich bin mir sicher, dass der alte Mann dabei eine aktive Rolle gespielt hat. Ich erinnerte mich ganz anders an die Szene: dass ich freiwillig mit ihm geschlafen hätte, um ihn nach den Misserfolgen im Training zu besänftigen, doch das ist nicht die Wahrheit, das weiß ich jetzt. Den Rest der Geschichte kennst du ja ohnehin: ich blieb seine Schülerin, wurde aber nicht mehr ausgebildet. Ich habe ihn betrogen, er hat mich manipuliert. Der Weg der Sith, könnte man sagen.

Seitdem wurde mir einiges ziemlich klar: zu Beginn meiner Machtausbildung, damals im Alter von knapp 16 Jahren, hatte ich diese Schreckensvisionen vom Tod meiner Eltern und anderen schlimmen Dingen, die mir die Macht gezeigt hatte. Ich schaffte es, ihnen Herrin zu werden, doch nur um den Preis, mich selbst unbewusst von der Macht abzuschotten, ich bin mir nicht sicher, ob ich den Sachverhalt richtig ausdrücke. Wenn ich versuchte, sie zu benutzen, wollte ich es tun und mich ihr gleichzeitig aber nicht so weit öffnen, eine Vision zuzulassen, was natürlich sehr schlecht funktionierte. Diese Herangehensweise war natürlich völlig falsch: ich hätte mich ihnen stellen müssen und lernen, mit dem zu leben, was ich bin, und was ich erlebt habe. Mein damaliger Meister hatte das natürlich genauso wenig verstanden: er wollte von mir, dass ich meine Angst und meine Aggressionen für die dunkle Seite nutze, und ich denke, dass das völlig falsch war. Zu versuchen, diese Gefühle zu verstärken, verschlimmerte die Visionen und verstärkte den Drang, diese zu unterbinden, so erkläre ich es mir jedenfalls.

Doch nun weiß ich es besser. Der völlige Vertrauensverlust in meinen Meister und meine vermutliche unbewusste Assoziation der Macht mit der Vergewaltigung erschwerten mir den Zugang zu meinen Fähigkeiten noch weiter, selbst über Dar Nimthirs Tod hinaus, doch jetzt, da ich mir darüber im Klaren bin, kann ich wenigstens daran arbeiten. Ich stelle mich meiner Vergangenheit und habe keine Angst mehr davor, Bilder aus ihr zu erleben. Ich muss die Berührung der Macht nicht länger scheuen, immerhin habe ich das Schlimmste bereits erlebt und hinter mir gelassen, und diese diese Abwesenheit von Furcht macht sich bemerkbar, es fällt mir immer leichter, mein Talent zu nutzen und mit der Macht zu leben. Zwar habe ich nun das Problem, mich ihr teilweise sogar zu sehr zu öffnen, was ich nicht ganz verstehe, doch ich bin optimistisch, auch das noch in den Griff zu kriegen, ein Optimismus, den ich in den zurückliegenden Jahren meiner Ausbildung überhaupt nicht kannte. Ich frage mich, liebes Tagebuch, was die Macht noch alles für mich bereit hält. Ich bin gerade dabei, mich stark zu verändern, doch es gibt immer noch Dinge, die ich nicht über mich und meine Herkunft weiß, ich verstehe immer noch nicht wirklich, wer ich eigentlich bin.

Deine völlig in Gedanken versunkene Brianna
 
Aus Briannas Tagebuch

Liebes Tagebuch!

Gerade, als ich diese Zeilen schreibe, befinde ich mich auf dem Weg von Alzoc III nach Lianna. Ich bin am Bein verletzt und kann es nicht belasten, weshalb ich keinen Sport treiben darf. Du kannst dir nicht vorstellen, wie langweilig so ein Hyperraumflug werden kann! Am liebsten würde ich mich in Trance versetzen bis wir ankommen – diese Verletzung macht mich wahnsinnig.

Wie es dazu kam? Wir hatten der Logistik der Bad-Wolf-Piraten ja einen ordentlichen Schlag versetzt, so dass diese uns eine Art Friedensverhandlung anboten. Ein Narr wer darin keine Falle vermutet hätte, doch wir entschieden uns, sie hochgehen zu lassen. Zusammen mit Aketos durfte ich einen Teil des potentiellen Verhandlungsorts absuchen. Wir fanden tatsächlich eine Falle vor, und was für eine! Mandalorianer, ausgerechnet! Das scheint das einzige zu sein, was den Bad Wolves als Maßnahme gegen Jedi einfiel, aber sie stellten sich als härtere und einfallsreichere Gegner heraus, als ich erwartet hätte. Daher rührt auch die Verletzung, von einer Flechette-Waffe. Von diesen höllischen Geräten hatte ich noch nie zuvor gehört; vergessen werde ich sie nun sicher nicht mehr. Kadajj hat die Begegnung übrigens gar nicht gut verkraftet: so wie Kestrel es erzählte, drehte sie plötzlich durch, ritt einmal quer durch die Schießerei und ward nicht mehr gesehen. Seltsam benommen hatte sie sich zuvor schon, aber das… ich weiß nicht, was ich
sagen soll.

Die Piratenanführer stellten sich als Shistavane heraus. Shistavane – Bad Wolves, was für ein Scherz. Du hörst mich lachen. Jedenfalls wurden die übrigen Piraten ganz nach persönlichen Wunsch der Talz- oder Neue-Republik-Justiz übergeben, was nicht nur die Freiheit für die Talz dieser Region bedeutet. Wie es aussieht, hat unser Einsatz gegen die wohl stärkste Piratengruppe einen großen Eindruck bei den Übrigen oder ihren Geldgebern hinterlassen, so dass die Sklaverei wohl bald ein Ende haben wird, spätestens, wenn Alzoc III tatsächlich der Republik beitritt. Obwohl wir die Eiswüste alle ziemlich satt hatten, fiel uns der Abschied von den urigen, freundlichen Talz trotzdem allen schwer. Allerdings konnte ich die Zeit des Sieges und der Trennung nicht so unbeschwert ausleben, wegen meiner – verdammten – Verletzung…

* * *​

Es tut mir leid, dass ich nicht dazu kam, diesen letzten Eintrag zu Ende zu schreiben. Ich hatte keine Lust mehr, auf gar nichts und habe dich weggelegt, um den Rest des Fluges fast gar nichts mehr zu machen. Ich habe mir sagen lassen, ich wäre auf der Reise ziemlich unausstehlich gewesen… ich habe mich auch nicht gut gefühlt. Jetzt bin ich schon wieder auf der Reise, und zwar als Jedi-Ritterin Kae! Eine Ritterin! Ich!!! Unglaublich, nicht wahr? Ich hatte nicht wirklich geglaubt, dass es einmal dazu kommt und kann es selbst noch kaum fassen!

Als ich auf Lianna wieder erholt und trainingsbereit war, hatte Kestrel einen aufwendig gestalteten und sehr schwierigen Hindernisparcours für mich aufgebaut. Zusammen haben wir einen ganzen Tag daran gearbeitet und ich bin echt erstaunt, wie gut ich in der Macht-Anwendung geworden bin. Es ist mir gelungen, meine körperlichen Fähigkeiten noch ganz erheblich zu steigern und ich denke schon daran, was für eine Echani-Kämpferin ich werden kann, wenn ich noch zusätzlich die Macht zu Hilfe nehme! Natürlich sind Jedi-Kräfte kein Ersatz für körperliche Leistungsfähigkeit, so dass ich sehr genau aufpassen werde, das Training dessen, wozu ich auf „natürlichem“ Wege imstande bin, nicht zu vernachlässigen. Jedenfalls muss ich unglaublich gut gewesen sein, besser sogar als Kestrel, glaube ich, und stell' dir vor, am anderen Tag morgens werde ich in den Ratssaal gerufen und zur Ritterin ernannt!

Einen Haken gibt es allerdings: ich hätte ein selbst gebautes Lichtschwert vorzeigen müssen, und das habe ich nicht, was wohl zeigt, dass die endgültige Entscheidung, mich zu befördern, wohl recht spontan fiel. Das ist die nächste Aufgabe, die mir bevorsteht. Die Beförderung wurde mir aber zum Glück trotzdem gewährt, weil meine Fähigkeiten als Heilerin dringend auf der kriegsverwüsteten Welt Denon benötigt werden. Kestrel ist leider nicht mit von der Partie, sie bleibt auf Lianna und unterrichtet Jünglinge und Anwärter. Die Leiterin ist aber eine, wie mir scheint, sehr nette Großmeisterin namens Eowyn El'mireth, und ich habe sogar schon eine eigene Schülerin gefunden, eine Caamasi namens Talery It'kles. Von Caamasi hast du wahrscheinlich auch noch nichts gehört, ihnen muss aber etwas Schlimmes zugestoßen sein, weshalb es nur noch wenige von ihnen gibt. Ich habe Informationen über die Rasse und ihre Heimat mitgenommen, das bin ich meiner Padawan schuldig, finde ich. Ich betrachte sie schon als neue Freundin, wir verstehen uns nämlich ziemlich gut, obwohl sie noch nicht viel mit Sport anfangen kann. Aber ich schreibe dir von beiden mehr, wenn es mehr zu erzählen gibt.

Deine Brianna
 
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Aus Briannas Tagebuch

Liebes Tagebuch,

ich weiß, ich habe versprochen, dir von Talery zu erzählen, aber würdest du es mir nachsehen, wenn ich dieses Thema einstweilen zurückstelle? Der Grund ist, dass ich derzeit beileibe genug habe von ihr und ich am liebsten gar nicht an sie denken möchte. Der Punkt ist, abgesehen davon, dass ich mich in keiner Weise dafür qualifiziert fühle, jemand zur Jedi auszubilden, dass Talery schlicht und einfach eine furchtbar komplizierte Padawan ist. Mal will sie nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen, so auf Denon, wo im Laufe der Mission nicht nur das Helfen, sondern das „beim Helfen gesehen werden“ immer wichtiger wurde. Wir mussten der Galaxis die Not und das Elend auf dieser kriegsverwüsteten Welt zeigen, denn nur solange die öffentliche Aufmerksamkeit gewährleistet ist, fließen auch Spendengelder. Der Preis dafür war, so etwas wie kleine Medienstars zu werden, eine Rolle, an die ich mich ganz gut gewöhnt habe und meiner Ansicht nach bin ich auch auf einem guten Weg, mit den Gefahren und Fallstricken dieser Holopräsenz umgehen zu lernen. Anders Talery: von der Presse ohnehin kaum wahrgenommen, beklagte sie sich darüber, sozusagen von ihnen verfolgt zu werden. Was hätte ich da sagen sollen? Andererseits drängte sie sich auf meiner nächsten Mission nach Taris unentwegt in den Mittelpunkt, ob sie mir vor offiziellen Stellen in die Parade fährt oder mir vor den Sith offen widerspricht, mich also schlecht aussehen lässt oder gar auf der gefährlichen Gratwanderung, die sich bei dieser Begegnung ergab, in Bedrängnis bringt. Sie weiß nicht, wann man sich besser zurückhält und wann man sich öffnet und macht für gewöhnlich das, was mir im Nachgang mehr Probleme bereit.

Ja, ich habe Sith gesagt. Ich bin Janus begegnet, ausgerechnet ihm, und ich muss sagen, es ist schwer, ihm gegenüber einen kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht von dieser seltsamen Mischung aus Verlangen, Bedauern und Abneigung, die er in mir erzeugt, beeinflussen zu lassen. Ich meine, was hätte aus uns werden können, hätte ich ihn eher getroffen, bevor er so tief der dunklen Seite verfallen war? Man trifft nicht viele Männer wie ihn im Leben. Ich war sicher nicht ganz unvoreingenommen, als wir entschieden, für die Suche unseres gemeinsamen Zieles, des sogenannten „Würgers von Taris“ zusammenzuarbeiten. Es würde mir wohl das Herz brechen, wenn ich gezwungen wäre, ihn wirklich zu töten. Ein Teil von mir mag die Hoffnung, so verloren sie auch wirken mag, nicht aufgeben und hört nicht auf zu glauben, dass es eine gemeinsame Zukunft geben könnte.

Der Rest von mir akzeptiert mit Bedauern, dass dieser Gedanke absurd ist und vielleicht auch irgendwo dazu führte, zu scheitern, und die Sith den Preis, Leto Fel, überlassen zu müssen. Zumindest war ich in der Lage, eine andere Sith, die ihm gefolgt war, zu töten, aber am Ende wären Talery und ich fast in den Rakghoulhorden umgekommen. Wenn ich entschiedener gehandelt hätte, wäre es vielleicht anders ausgegangen. Meine Padawan war im Kampf leider keine große Hilfe, so wie sie auch auf Denon eher der Klotz am Bein war, als wir dort in der Unterstadt einen entführten Arzt befreiten und das Komplott einer pro-menschlichen Gruppierung vereilten konnten, und sie will nicht einmal etwas an dieser Situation ändern! Sie mag es nicht, zu kämpfen, sie will nicht akzeptieren, dass es manchmal nicht anders geht und hält mir stattdessen lieber Vorträge ums Grundsätzliche. Sicherlich nicht zuletzt wegen ihrer Lustlosigkeit, die sich augenblicklich einstellt, sobald ich Kampftraining auch nur erwähne, macht sie auch nur sehr, sehr langsam Fortschritte auf diesem Gebiet, obwohl sie normalerweise recht schnell lernt. Die einzige Hoffnung die ich habe und die sich auf Taris kurzzeitig zeigte ist, dass sie womöglich eine brauchbare Unterstützerin im Kampf sein könnte, falls sie sich moralisch dazu herablassen kann. Unter anderem deswegen habe ich sie zu Janson geschickt. Er ist ein Idiot, also kommen sie bestimmt prima miteinander zurecht. Oder es zeigt sich, dass sie anderen Meistern gegenüber genauso schwierig ist wie bei mir.

Es war wirklich ein Fehler, sie zur Schülerin zu nehmen. Ich kann sie mir kaum mehr als Freundin vorstellen und sie auch nicht, ich spüre es. In meinem Frust habe ich so manche Dinge ihr gegenüber gesagt, über die ich vielleicht nochmals hätte nachdenken sollen. Inzwischen ist die Situation so verfahren, dass ich keinen Sinn mehr sehe, diese Ausbildung überhaupt noch fortzuführen. Hauptsächlich wegen Kestrel, die momentan leider auf einer sehr gefährlichen Mission unterwegs ist, mache ich weiter. Ich könnte ihre Hilfe hier zweifellos gebrauchen, doch zunächst einmal muss sie erst einmal heil wieder zurückkehren. Diese Situation, Kestrel ganz alleine ohne meine Hilfe großer Gefahr ausgesetzt zu wissen, macht mir zusätzlich zu schaffen. Aber ich kann nichts tun und weil sie mich daran erinnert hat, wie lange und wie schwer es mit mir als Padawan war, mache ich weiter und ich bemühe mich, meine Beziehung mit Talery wieder zu kitten. Bisher leider ohne Erfolg, da sie nicht wirklich an einer Besserung interessiert zu sein scheint. Letztendlich war sie ja auch vorher schon so. Dieser Egoismus und diese Hochnäsigkeit, mit der sie mich ihre (für sie zumindest) schweren Koffer schleppen lässt und sich nicht einmal dafür bedankt. Oder wenn ich hinnehme, dass sie stundenlang die Nasszelle blockiert. Genauso ist es mit hundert anderen Kleinigkeiten, die ihr wahrscheinlich nicht einmal auffallen. Das ist eigentlich das Schlimmste.

Jetzt habe ich ja doch die ganze Zeit von ihr geredet – aber jetzt mache ich wirklich mit etwas Erfreulicherem weiter. Ich habe mein Lichtschwert auf der Rückreise von Denon her aus Kestrels Lichtschwertteilen fertiggestellt - ich nenne es Mondlicht, wegen der blauen Farbe der Klinge. Ich werde mir aber noch ein zweites, besseres mit dem Kristall, den mit die Talz auf Alzoc III geschenkt haben, bauen und es als Erinnerung daran Eiskristall nennen.

Gerade jetzt klopft jemand an die Tür, ich muss wohl ein andermal weiter schreiben. Halt die Ohren steif!

Deine Brianna
 
Aus Briannas Tagebuch

Liebes Tagebuch,

es tut mir sehr leid, dass ich mir nicht schon eher Zeit für dich nehmen konnte. Zeit ist im Leben einer Jedi-Ritterin leider Mangelware, das ist nicht mehr so wie zu den seligen Padawanzeiten, wo man außer ein paar Stunden Jedi-Training am Tag nicht viel zu tun hatte. Mehr ginge auch gar nicht – mein Kopf würde wahrscheinlich explodieren, wenn ich den ganzen Tag Levitation üben müsste, oder etwas vergleichbares. Nun muss ich selbst eine Padawan unterrichten, was genauso lange dauert plus die Vorbereitungszeit – den Leitfaden für junge Ritter kenne ich inzwischen in- und auswendig und ich habe mehr Zeit als mir lieb ist mit den Studieren von Lehrbüchern verbracht, als mir lieb ist. Ich muss die Übungen, die ich Talery vorsetze, auch selbst ausprobieren und ich fürchte, meine Machtfähigkeiten haben sich seit meiner Beförderung kaum verbessert. Viele davon sind gar nicht so einfach. Abgesehen davon muss ich natürlich meine eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln, was vor allem Lichtschwerttraining bedeutet, denn die Begegnung mit Janus auf Taris hat mir gezeigt, dass meine Technik von Perfektion weit entfernt ist. Hauptsächlich mache ich zur Zeit Juyo, was ziemlich viel Spaß machen würde, wären nicht meine Trainingskameraden. Zudem hatte ich ein wenig Gelegenheit, in Shien hineinzuschnuppern. Den einen Stil, der genau das richtige für mich ist, habe ich aber immer noch nicht gefunden, was Teil des Problems ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass Jedi kein Gehalt bekommen, nur ein bisschen Taschengeld. Das reicht vielleicht für ein paar alltägliche Dinge, aber sich neu einzukleiden oder das neueste dPad zu kaufen ist nicht drin. Deshalb nehme ich nebenher von Zeit zu Zeit Modelingaufträge an, meistens im Sportbereich, manchmal auch als Jedi. Modeln ist leider zeitaufwendiger, als ich mir anfangs erhofft hatte, aber die Credits sind in Ordnung und ich kann die meisten Sachen behalten, die ich trage. Ich brauche das Geld ja auch, vor allem die TARDIS verschlingt Unsummen. Kannst du dir vorstellen, dass der Orden versucht hat, sie mir wegzunehmen? Nur aufgrund der Intervention von Rätin Sarid konnte ich sie behalten, und ihre Padawan Salina hat mir geholfen, sie wieder in Schuss zu bringen. Ich hoffe, dass die Unterhaltskosten dadurch sinken, denn wenn ich mir die so ansehe, wünsche ich mir teilweise, sie hätten sie wirklich an sich genommen. Dummerweise wäre mein armes Schiff in dem Fall verschrottet worden, und das hätte ich nicht übers Herz bekommen.

Dann habe ich noch kein Kampfkunsttraining gemacht. Ich brauche sechs Stunden am Tag, allein um in Form zu bleiben, je mehr, desto besser. Das Jedi-Training ist mir dafür nicht intensiv genug. Du kannst dir sicherlich vorstellen, dass ich so leicht auf einen sechzehn bis achtzehn-Stunden-Tag komme und ich muss schließlich auch was essen, mich waschen und mich um meine Spacebook-Fans kümmern. Der Grund, warum ich überhaupt zum Schreiben komme, ist, dass ich mich gerade an Bord der TARDIS im Hyperraum zu finden – im Hyperraum gibts nicht viel zu tun. Ich verrate dir aber noch nicht wohin es geht – das wird eine Überraschung! Schon für den Fall, dass sich alles als große Enttäuschung herausstellt.

Der Padawantausch war dagegen keineswegs enttäuschend. Nicht nur waren Jansons Padawane Tara und Keeda sehr angetan vom vermutlich ersten anständigen Kampftraining in ihrer Zeit bei den Jedi, auch Talery konnte bei ihm viel in Machtdingen lernen, was ich ihr niemals hätte vermitteln können und das hat eine Menge bewirkt. Sie ist jetzt offener für beide Teile der Ausbildung einer Jedi: Machtkräfte und Kampftechnik. Während einer kleinen Mission nach Eriadu hatte ich zudem das erste Mal gespürt, dass wir uns im Grunde wirklich gut ergänzen. Wir haben ein paar reichen, verzogenen Jugendlichen ein gefährliches Sith-Holocron abgenommen und konnten dabei die Fähigkeiten von uns beiden gut in Szene setzen. Talery hat einen wirklich guten Job gemacht, mich als Menschin zu schminken, so gut, dass die Gören uns völlig abgekauft haben, ich wäre eine Vision der Zukunft einer der ihren. Hier, das bin ich, kaum wiederzuerkennen:


Unglaublich, nicht wahr? Wenn wir noch Schminke finden, die nicht juckt, könnte ich mir vorstellen, das öfter zu tun, zum Beispiel für Undercovermissionen. Anderenfalls habe ich vielleicht ein Problem, wenn die Modelkarriere endlich durchstartet…

Apropos Durchstarten: Kestrel ist endlich von ihrer Mission auf Theraterra zurück und ich bin etwas sauer auf sie: einerseits weil sie wieder einmal über ihre Belastungsgrenze gegangen ist, wodurch sie sich nur unnötiger Gefahr aussetzt, und andererseits, weil sie anscheinend Jedi-Rat Anakin Solo so sehr angeschwärzt hat, dass dieser vorübergehend vom Rat suspendiert worden war. Dabei waren die Vorwürfe noch nicht einmal wahr! Ich habe mit ihm darüber gesprochen und ich weiß, dass er die Wahrheit sagt. Er ist nämlich auch derjenige, der mir die Shien-Grundlagen beigebracht hat und du weißt ja, man kann eine Echani vielleicht mit Worten täuschen, aber niemals in einem Duell. Ich habe genug mit ihm gekämpft, um ihn einschätzen zu können. Er ist ein wirklich netter Mann und wesentlich vernünftiger als manche andere Räte. Und so jemand wird dann vorübergehend seines Amtes enthoben… verstehe das wer will.

Keine Vorschritte bei Eiskristall übrigens, leider. Sarid hat mir den Alzoc-III-Kristall geschliffen und ich habe mir die Baupläne eines Mehrphasenlichtschwerts herausgesucht, aber mehr auch nicht. Der Bau ist leider ungleich komplizierter als bei einem einfachen Lichtschwert und dafür fehlt mir schlichtweg die Zeit. Aber ich bleibe dran!

Deine Brianna
 
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Aus Briannas Tagebuch

Liebes Tagebuch,

was habe ich den Leuten (oder dem Universum im Allgemeinen) denn bitteschön getan? Wie du weißt, sind wir auf Coruscant. Ich verbringe den lieben langen Tag mit dem nahezu aussichtslosen Kampf gegen das C-Virus in der, durch die Umstände bedingt, riesigen medizinischen Abteilung des Jedi-Tempels. Längst spüre ich den Tribut, den die ständige Machtheilung meinem Körper abverlangt. Seit ich hier bin, habe ich zahlreiche neue Strategien und sonstige Verbesserungen im Kampf gegen das Virus eingeführt, welche die Heilungsraten über mein Team hinaus erheblich verbessert haben. Ich bin eine der erfolgreichsten Jedi-Heilerinnen, abgesehen von ChesaraSyonette und vielleicht diesem Sith, Ian Dice, vorausgesetzt es stimmt, was man sich über ihn so erzählt. Ich habe mich auch für HoloNet-Interviews zur Verfügung gestellt und diverse andere Dinge getan, die über bloße Pflichterfüllung hinausgehen. Meine Fähigkeiten und meine täglichen Aufgaben gehen weit über die der anderen Heilerinnen im Ritterrang hinaus, aber du solltest nicht denken, dass man mir dafür die entsprechende Anerkennung gewährt. Im Gegenteil!

Schon seit Eriadu zeichnete sich ab, dass Talery zu einer gestandenen Jedi heranreift und auf Coruscant haben wir beide viele Abende damit verbracht, bis zur völligen Erschöpfung am Lichtschwert zu bauen. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch Eiskristall fertiggestellt, wenngleich in einer abgespeckten Version – ich erzähle dir ein Andermal mehr davon, sobald ich dazu komme, es ein wenig auszuprobieren. Schon am nächsten Tag brachte ich Talery vor den Rat, und es war eine klare Sache. Sie stellten nicht allzu viele Frage und beförderten sie ohne großes Federlesen (im übertragenen Sinne!) zur Ritterin, völlig verdient, gar keine Frage. Meine eigene Beförderung wurde dagegen abgelehnt!! Mehr als das, es war eine regelrechte verbale Ohrfeige. Um Elliundi zu zitieren, ich sei ‚impulsiv und ungestüm‘. ICH!?! Ich bin eine heißblütige Echani, das weiß ich selbst, aber ich lasse nicht über mich reden, als wäre ich ein Gamorreaner zur Brunftzeit! Er wäre ‚positiv überrascht‘ gewesen, dass ich Talery zu einer Ritterin gemacht hätte. Im Umkehrschluss heißt dies, dass der Rat mir die erfolgreiche Ausbildung einer Padawan gar nicht zugetraut hatte.

Fein! Das können sie meinetwegen gerne haben! Da gibt es diesen jungen meisterlosen Padawan Okin und ich weiß nicht recht, was ich von ihm halten soll. Er hat gewisse Probleme, die wir sicherlich schnell zusammen in den Griff bekommen würden, wäre er mein Schüler. Aber warum sollte ich? Ich würde viel lieber jemand ausbilden, die ähnliche Stärken hat, wie ich, eine Kämpferin, kein Weichei. Da man mich, höchstinstanzlich bestätigt, eh nicht als geeignete Meisterin ansieht, handle ich nur verantwortungsvoll, wenn ich die Padawanausbildung jenen überlasse, die höher in der Gunst des Rates stehen. Sollen halt die die Padawane ausbilden, denen man das auch zutraut.

Klar freue ich mich für Talery, aber es ist gerade ein wenig schwierig, uneingeschränkt glücklich zu sein. Nicht befördert worden zu sein, obwohl dies bei anderen Leuten in meiner Situation durchaus üblich war (siehe Kestrel), ist nämlich längst nicht das schlimmste. Bei weitem nicht…

Ich habe mir einen langgehegten Traum erfüllt, obwohl dieser im Laufe der Zeit Züge eines Alptraums annahm.
 
Reise nach Eshan

Als heimatlose Echani wollte ich schon immer eines Tages Eshan besuchen, Zentrum des Echani-Tums in der Galaxis, und vielleicht mehr darüber herausfinden, wer ich bin und woher ich stamme. Zumindest wollte ich mehr Angehörige meines Volkes kennenlernen und einmal an einem Ort sein, wo ich dazugehöre, anstatt immer nur eine seltsame Außenseiterin zu sein.

Allerdings stellte sich heraus, dass ich auf Eshan eine Außenseiterin bin. Am Anfang nur körperlich – ich kann dir sagen, dass man sich sehr unwohl fühlt im dichten Gedränge einer Metropole wie Eshans Hauptstadt Kogetsu, wenn praktisch jede Erwachsene mindestens zehn Zentimeter größer ist als man selbst. Eigentlich wusste ich es vorher, aber es tatsächlich zu erleben ist doch etwas ganz anderes. Es wurde aber besser als ich nach und nach mitbekam, dass die meisten Echani mich um meine Figur beneideten. Wenn nahezu das ganze Volk groß, schlank und drahtig ist, ist jemand, der aus ihrer Sicht klein, kurvig und muskulös ist begehrenswert. Ich hätte mich ja nicht unbedingt als ‚kurvig‘ beschrieben. Die Tentakelschlampen in irgendeinem Tanzschuppen auf Nar Shaddaa sind kurvig – aber nach Echani-Maßstäben bin ich das wohl auch. Es zeigt sich jedoch immer wieder, am interessantesten ist, was man selbst nicht hat. Ich wäre lieber 1,85 Meter groß und würde den Rest in Kauf nehmen.

Die Unterschiede in der Geisteshaltung machten mir aber mehr zu schaffen. Ich kann dir sagen, dass die meisten Echani gute Imperiale abgeben. Es gibt Ausnahmen, aber ihre Denkweise ist mir im Großen und Ganzen sehr fremd. Sie sind konservativ, verbohrt und kaltherzig. Ich habe mich nie mehr wie eine Jedi gefühlt als während meines Besuchs auf Eshan, wo ich plastisch erlebt habe, wie wenig ich wie eine Echani denke. Am Anfang war alles wunderschön, die Stadt, das Meer, die Berge. Der weitläufige Park, wo unzählige Echani miteinander trainierten und duellierten, das riesige Sportmodehaus, in der es sogar Hosen in meiner Größe gibt, die Cafés und Imbisse in den Einkaufsmeilen und das historische Kogetsu. Doch sobald man mehr wird als eine Touristin, verblasst der schöne Schein.

Für mich begann dieser Prozess ziemlich bald. Ich habe Verwandte von mir gefunden und schnell festgestellt, dass wir in sehr vielen Dingen sehr unterschiedlich denken. Am ehesten ist mir noch Onkel Ylsaen sympathisch, der zwar dieselbe verkorkste, propagandageschädigte Denke an den Tag liegt wie viele andere Echani. Meine Tante Mhemonia ist sehr unsympathisch und ihre Tochter Leanna liegt irgendwo dazwischen. Durch sie konnte ich aber eine ganze Menge über meine Familie in Erfahrung bringen.

Ich wurde keineswegs auf einem Raumschiff oder sonstwo in der Echani-Diaspora geboren, sondern auf Eshan, am südlichen Stadtrand von Kogetsu. Meine ersten Lebensjahre verbrachte ich in der Villa Kae, einem großen, altehrwürdigen Anwesen, welches nahelegt, dass die Kaes einmal sehr wohlhabend gewesen waren. Dies ist die Seite meiner Mutter, versteht sich. Vater war ein Händler von Bengali, viel mehr konnte ich über ihn nicht in Erfahrung bringen. Mutter und Generationen von Kaes vor ihr wuchsen dagegen just an diesem Ort auf Eshan auf und zumindest in jungen Jahren muss sie ein traumhaftes Leben geführt haben. Mutter sah genauso aus und war genauso sportlich wie ich, das weißt du ja, liebes Tagebuch, was sie schon zu Schulzeiten zum Schwarm aller Jungs machte. Nie im Leben hätte ich aber gedacht, wie erfolgreich sie als Wettkämpferin in der Echani-Kampfkunst war. Sie war regelrecht berühmt. Ihre gesamte Jugend- und jungen Erwachsenenjahre gewinnt sie alles, was es zu gewinnen gibt, bis sie – und das ist der Teil, den ich nicht verstehe – Vater trifft.

Sie lässt nämlich alles liegen und stehen und beginnt mit ihm durch die Galaxis zu reisen. Liebe ist eine Sache, aber eine solche Karriere für ein Händlerleben aufzugeben klingt reichlich merkwürdig. Ich kenne meine Eltern. An Mutters Stelle hätte ich all das, was sie erreicht hat, um nichts in der Galaxis aufgegeben und sie wäre genauso gewesen. Vater liebte sie von ganzem Herzen und hätte sie niemals zu etwas gebracht, was sie im Grunde nicht wollte. Im Gegenteil, er hätte sie voll und ganz in ihrer Kampfkunst unterstützt und alles dafür geopfert, wenn es hätte sein müssen. Warum meine Eltern es wirklich getan haben, wussten sie wohl nur selbst. Jedenfalls kehrt Mutter schwanger nach Eshan zurück. Ich werde geboren, aber Mutter nimmt ihr Karriere nicht wieder auf. Sie wird häuslicher, reist immer noch ab und zu mit Vaters Schiff, kümmert sich aber hauptsächlich – so scheint es – um mich.

Das geht solange, bis eines Tages alles auf den Kopf gestellt wird. Ich muss etwa anderthalb Jahre alt gewesen sein, als sich ein verheerender Piratenangriff auf Kogetsu ereignet. Die Piratenjäger sind mit Echani-Schilden ausgestattet und wissen offenbar von einem Fehler im planetaren Abwehrschirm von Eshan. Es kommt zu einem Luftkampf über der Stadt und hohen zivilen Opferzahlen. Wenig später wird bekannt, dass meine Eltern kurz vor dem Angriff beim Schmuggel exakt solcher Echani-Schildgeneratoren erwischt worden waren, wie die Piraten sie verwendet hatten. Sie beteuerten zwar ihre Unschuld, doch angesichts der allgemeinen Aufregung nützte dies wenig. Nur meinetwegen entgingen sie einer Gefängnisstrafe, aber die Familie Kae verlor dabei nahezu ihr gesamtes Vermögen durch Geldstrafen und Schadensersatz und meine Eltern ihre Kastenzugehörigkeit. Dies macht sie zu gesellschaftlichen Aussätzigen und genau so werden sie auch behandelt. Als der Druck zu groß ist, verlassen sie Eshan, für immer, und brechen nahezu jeden Kontakt ab. Deshalb erzählten sie mir Jahre später, keine Heimat zu haben – Eshan war nicht länger ihr Zuhause und konnte dies auch nie mehr sein. Auch für meine Tante Yuulon, die naturgemäß das Ebenbild meiner Mutter, ihrer Schwester Yaeron, wird der Druck zu groß und sie verlässt ebenfalls den Planeten. Selbst ich bekam die Anfeindungen ein Vierteljahrhundert später noch zu spüren. Ich habe versucht, Yuulon zu kontaktieren, die inzwischen – ausgerechnet! – für Incom auf Lianna arbeitet, doch sie ignoriert alle meine Kontaktversuche.

Anstatt ehrbarer Händler und Sportstars sollen meine Eltern also Schildschmuggler sein! Jede andere sagt ‚Waffenschmuggler‘, aber Schilde sind für mich keine Waffen. Sie gelten als Verräter und ehrlos, stehen als Kastenlose am Rande der Gesellschaft und für mich gilt dasselbe. Ich habe ihre angebliche Schuld geerbt, nach Echani-Recht dürfte ich meine Kampfkunst nicht einmal mehr ausüben und schon gar nicht mich mit einer anderen Echani duellieren! Ich weiß nicht, was ich denken soll. Meine Eltern hätten niemals einer Piratenbande geholfen noch verbotenes militärisches Material geschmuggelt. Erst nach dem Angriff zaubert man sie plötzlich als Schuldige aus dem Hut. Drittens: selbst wenn Vater als Schmuggler tätig gewesen wäre, wieso hätte Mutter, ein kleines Kind zuhause und einen Ruf als Kampfkunststar zu verlieren habend, das Risiko eingegangen, ihn zu begleiten, obwohl sie für eine solche Tour nicht erforderlich gewesen wäre? Andererseits könnte dies erklären, warum meine Eltern ermordet wurden. Einige Satzteile, an die ich mich von damals zu erinnern glaube, machen vor dem Hintergrund einer Schmugglerlaufbahn plötzlich Sinn. Meine Verwandtschaft auf Eshan geht fest davon aus dass ihre ‚Waffenschmuggler‘-Aktivitäten dazu geführt hätten und mehrheitlich geben sie Vater die Schuld an allem, was ich für absolut unfair halte. Zudem passen die Worte der Mörder meiner Eltern genauso, wenn sie nur vermeintlich Schuldige gewesen wäre, Opfer einer Verschwörung, ich weiß es nicht und werde es vielleicht auch nie herausfinden. Für mich werden sie aber auch weiterhin bleiben, was sie immer waren: gute Echani, keine Kriminellen und keine Verräter.

Du kannst dir aber vorstellen, dass ich meine restliche Zeit auf Eshan nicht sehr genossen habe. Zum Glück wurde ich ein paar Tage später vom Jedi-Rat gezwungen, nach Coruscant zu gehen. Ja, ich war tatsächlich froh um einen Grund, den Ort meiner Geburt (ich bin mir nicht sicher, ob ich Eshan meine Heimat nennen kann und will) wieder verlassen zu können. Außerdem werde ich die Treibstoffkosten für den Flug zurückverlangen. Schließlich liegt Eshan auf halbem Weg zwischen Lianna und Coruscant und ich brauche die Credits. So wie der Rat mich behandelt hat, werde ich hier definitiv auf das bestehen, was mir zusteht!

Deine Brianna
 
Aus Briannas Tagebuch

Liebes Tagebuch!

Eine kleine Ewigkeit ist vergangen, seit ich dich das letzte Mal in der Hand hatte, ich weiß, und es tut mir leid. So viel ist seitdem passiert! Als der Rat mich nach Coruscant beorderte hatte ich ja keine, aber wirklich gar keine Ahnung von dem, was mich erwarten würde. Die Größe des Jedi-Tempels allein kann man nur als erschlagend bezeichnen. Er fühlt sich eher wie ein Stadtteil mit vielen Ebenen an als wie ein Gebäude. Zum Glück teilten Talery und ich uns ein Zimmer (obwohl wir das nicht gemusst hätten), was sehr bei der Eingewöhnung half. Auch Markus wiederzusehen machte mir die Sache leichter. Viel Zeit um mit dem Tempel zu fremdeln blieb uns ohnehin nicht, da wir direkt in die Arbeit geworfen wurden. Sie teilten Talery und mich der Tagschicht im medizinischen Saal 23 zu, unter der Leitung von Meisterin Alvaba Thropp. Sie ist eine gute Seele, aber völlig überarbeitet und mit viel zu wenig Personal ausgestattet. Eine von ihnen war Brena, die Whiphidin, die ich bereits von der Denon-Hilfsmission her kannte und die im Laufe der Zeit meine beste Freundin bei den Heilerinnen wurde.

Einsatz als Heilerin, das ‚Team Alvaba‘

Doch am Anfang hatten wir nicht die geringste Ahnung, was das C-Virus anging, was es im Körper machte und wie frau es am besten behandelte. Ein konvertierter Sith namens Ian Dice hatte wohl jemanden erfolgreich geheilt, was damals als ein kleines Wunder galt und uns ständig wie ein kleines Mantra um die Ohren gehauen wurde. Dir kann ich es auch anvertrauen, liebes Tagebuch, ich war eine Zeitlang wirklich sauer auf ihn deswegen. Inzwischen kenne ich Ian aber persönlich und muss sagen, für einen Mann ist er ganz okay. Zumindest will er nichts von mir; der ganze Orden weiß, dass er mit Eowyn zusammen ist. Gut, dass ich es geschafft habe, das ‚Wunder‘ zu reproduzieren und C-Virus-Kranke zu heilen, trug dazu bei. Der Trick ist nämlich, die Patientinnen durch die Hände mehrerer Heilerinnen gehen zu lassen. Einer einzelnen gelingt es normalerweise nicht, alle Vorkommen des Viruses im Körper zu beseitigen. Das C-Virus war heikel; damals bereits gab man uns die streng geheime Information, dass es durch die Dunkle Seite erschaffen worden war. Wir hatten ja keine Ahnung! Im Regelfall arbeitete ich mit Talery zusammen, die selbst Talent in der Machtheilung und vor allem einen unglaublich feinen Geruchssinn besitzt, und nach und nach gelang es uns, immer mehr C-Virus-Kranke zu heilen.

In den Nachtstunden nach unseren Schichten schlossen Talery und ich ihre Ausbildung ab. Sie baute ihr Lichtschwert aus einem teuren lila Hurrikaine-Kristall und ich mein zweites aus dem Permafrostkristall, den ich von den Talz geschenkt bekommen habe. Dummerweise verstärkte alsbald ein Mensch namens Okin Ail unser Team, ein begabter Machtnutzer, aber ein Idiot. Leider war er nicht der einzige aus dieser Kategorie bei uns, auch Ruam, ein Mon Calamari, fällt in diese Kategorie. Er war von Anfang an gegen mich und nach meinem ersten Triumph, der Heilung seines Kollegen Kuka-Rouz, schlug die Ablehnung immer mehr in Neid um. Findest du dieser Verhalten nicht auch total kindisch, liebes Tagebuch? Wir ziehen doch alle an einem Strang, wieso sollten wir da einander wegen unserer Erfolge neiden? Dass mich irgendwann die Holomedien zum Jedi-Aushängeschild im Kampf gegen das Virus erkoren, machte die Sache für ihn sogar noch schlimmer.

Talerys Beförderung und Begegnung mit Bailee

Schließlich war es soweit, Talerys Beförderung, und meine auch, oder das dachte ich wenigstens. Ersteres war kein Problem – Rat Elliundi hatte keine Bedenken, sie zur Jedi-Ritterin zu ernennen. Der zweite Teil gestaltete sich schwieriger… ehrlich, bis zu dem Zeitpunkt dachte ich, frau würde automatisch zur Meisterin befördert sobald sie eine Padawan fertig ausgebildet hätte, aber denkste! Bei allen Fällen die ich kenne war es so, nur bei mir nicht!!! Ja ich weiß, dass ich dir schon ausführlich darüber geschrieben habe, aber ich bin immer noch wütend deswegen. Befördert bin ich ja auch nach wie vor nicht. Zu meinem Leidwesen nahm Talery obendrein ausgerechnet Okin als Padawan, von dem ich gehofft hätte, ihn loszuwerden. Zu allem Überfluss wurde dann auch noch Tara als in der Coruscanter Unterstadt vermisst gemeldet. Arme Tara, und arme Nevis, das waren wahrhaft schlimme Zeiten, dass ich nicht einmal losziehen konnte, um sie zu suchen. Aber es gab so viel Leid, so viele Leben, die wir nicht retten konnten, furchtbar! Ich bekomme Gänsehaut, allein wenn ich daran zurückdenke und das sage ich trotz allem, was seitdem noch passiert ist.

Es gab jedoch auch positive Dinge in der Zeit. Eines davon war, Bailee Troisi zu begegnen. Ich mochte sie vom ersten Augenblick an. Sie ist Nautolanerin, inzwischen meine Padawan. Damals nur die zweite Wahl, obwohl die Vorstellung im Nachhinein verrückt klingt und genau genommen habe ich sie nie hochoffiziell zu meiner Padawan genommen, das ist irgendwie per Kom-Nachricht oder so ähnlich gelaufen (oder ich erinnere mich nicht daran, der Stress während der Zeit auf Coruscant war enorm). Es passt aber, sie ist nämlich die treueste Seele, die man sich nur vorstellen kann. Sie war im Tempel und hat auf mich gewartet, als ich von Bastion zurückkam. Von der Mission nach Bastion erzähle ich dir gleich, streng geheim, aber immer der Reihe nach! Eines Tages gab es eine geheimnistuerische Besprechung um eine neuartige Virusprobe, um die ziemlich viel Gewese gemacht wurde. Damals wusste ich es noch nicht, aber Janson und sein Team hatten diese wohl in einer imperialen Basis erbeutet. Alvaba widmete sich fortan voll und ganz der Erforschung dieser Probe. Ihre Nachfolgerin als Schichtleitung wurde ich, was meine Nichtbeförderung erst recht zu einem schlechten Witz machte. Ich, die einzige Ritterin in Leitungsfunktion! Elliundi!!!

Eine Art Schatten-Aufnahmeprüfung

Übermäßig lange war ich nicht Schichtleitung und Bailee hatte außerdem ein Bazillometer mitgebracht und in Betrieb genommen, welches uns die Arbeit sehr erleichterte. Trotzdem arbeitete ich am Ende 16-Stunden-Schichten, bis die Schatten mich durch Rätin Ahna Rigby höchstpersönlich zu einer Mission abberiefen. Auch Talery wurde abgelöst und leider auf eine andere Mission geschickt. Ahna jedoch ist… war eine beeindruckende Persönlichkeit. Davor hatte ich nur in schriftlicher Form Aufträge bekommen, dieses Mal persönlich unter vier Augen und nicht nur das, sondern auch noch Privattraining. Mir war mondklar, dass es nicht irgendeine Mission sein würde, aber wo ich da hineingeraten würde, hätte ich dennoch nicht einmal im Entferntesten vorstellen können. Die Mission ist auch der Grund, warum ich Tante Yuulon immer noch nicht getroffen hatte, die erst Monate gebraucht hatte, um sich zu melden, um mir genau dann zu schreiben, als ich alle Kontakte zu allen abbrechen musste. So geheim war diese Mission, ja wirklich!

Aber erst verstand ich die Galaxis nicht mehr. Die ganze Sache war so geheim, dass Ahna mich gar nicht erst einweihte. Stattdessen bekam ich eine Diplomatiemission nach Alderaan zugewiesen und ich fühlte mich etwas vera…t. Die Diplomatischste bin ich ja nun nicht gerade, das weiß ich ja selber! Zur Seite gestellt bekam ich einen aufgeblasenen Senator namens Rupert Fensa, einen Geheimagenten namens Leland Fontaine sowie die Jedi-Ritterin Tenia Lumiran samt Chiss-Padawan Akani (seinen vollen Namen konnte ich mir leider nicht merken). Ich bin froh, dass ich Bailee bei dem Flug dabei hatte, sonst wäre ich wohl durchgedreht, nach dem Stress im Kampf gegen das Virus unterwegs zu dieser sonderbaren Mission. Wobei, gewissermaßen bin ich das trotzdem, mehr dazu gleich.

Romanze auf Alderaanisch

Meine Hoffnung, mehr mit dem Widerstand auf Alderaan als mit Diplomatinnen zu tun zu bekommen, bewahrheitete sich leider nicht. Ein Lichtblick war aber, einen Abgesandten der aleraanischen Exil-Caamasi kennenzulernen. Durch die Freundschaft mit Talery fühle ich sehr mit dem Los dieser armen Leute; ihnen vielleicht helfen zu können motivierte mich ein wenig, das diplomatische Blabla durchzustehen. Meine Aufgabe bestand dabei hauptsächlich darin, gut auszusehen und nichts dummes zu sagen, was mir halbwegs gelungen ist (glaube ich zumindest), und vom Moment an, an dem wir der imperialen Delegation zum ersten Mal begegneten, war ohnehin nichts mehr wie zuvor. Niemand hatte damit gerechnet, dass von allen Sith ausgerechnet Janus die imperiale Delegation leiten würde (naja, niemand außer Ahna, aber das ist eine andere Sache). Allein dass Janus inzwischen zum Sith-Lord aufgestiegen war, war wie ein Schock für mich. Wir waren doch immer auf gleicher Höhe. Er Adept, ich Padawan. Er Krieger, ich Ritterin. Und jetzt plötzlich Lord?!? Wo ich immer noch Ritterin bin!! Von da an standen die Verhandlungen unter keinen guten Stern mehr, oder wenn, dann habe ich nichts davon mitbekommen. Ok, ich erinnere mich daran, nicht gewusst zu haben, wer Led Manice ist. Von einem Sith erklärt bekommen, dass er der legendäre Gründer des heutigen „neuen“ Jediordens ist, war etwas peinlich, diese Sache hätte ich lieber vergessen.

Soweit es mich betrifft, war es von da an vorbei mit Diplomatie, es gab nur noch Janus. Ich war so wahnsinnig wütend auf ihn, nicht nur wegen der Schmach von Taris und weil er mich so leicht zu ersetzen gewusst hatte mit der Manice-Schlampe und der anderen Tussi. Aber gleichzeitig kamen die alten romantischen Gefühle von Korriban zurück, der Traum von einem zweisamen Leben mit einem anderen Echani. In all dem Gefühlschaos von damals war ich bestimmt die allerallerletzte Jedi, die in einer Verhandlungsrunde um die Zukunft Alderaans hätte sitzen sollen. Ich muss eine Menge diplomatischen Flurschaden angerichtet haben an dem Tag… wenn frau es als wohltuender empfindet, sich mit einem Sith-Lord unter vier Augen zu treffen, sagt das doch eigentlich alles.

Es fühlte sich gut an, mit Janus zusammen zu sein. Viel zu gut. Geschickt verstand er es, Kapital aus meinem angestauten Frust und meinen Gefühlen für ihn zu schlagen. Auf einmal fühlte sich ein Wechsel zur Dunklen Seite wie eine völlig akzeptable Alternative an. Als Janus mir das anbot, spürte ich zum ersten Mal bewusst einen Bruchpunkt, obwohl ich damals nicht verstand, was ich fühlte. Ich war hin- und hergerissen. Einerseits die Jedi, die dabei war, endlich Kontakt zum alderaanischen Widerstand zu knüpfen und damit zu dem Teil des Auftrags, der nicht nur aus Frust und Fettnäpfchen bestand und andererseits die Frau, die mehr wollte als nur im Namen mächtiger Männer irgendwelche Aufträge überall in der Galaxis auszuführen.

Ahnas Geheimmission

Dann erfuhr ich, dass dieser Zwiespalt gar nicht existierte. Ahna kontaktierte mich unter strengster Geheimhaltung und weihte mich in ihren Plan ein. Sie hatte alles vorausgesehen. Wie ich reagieren würde und zu was das zwischen Janus und mir führen würde. Es handelt sich um die Bruchpunkttechnik und ich besitze diese Gabe offenbar auch. Vermutlich bin ich die einzige Jedi, die jemals den Auftrag bekommen hat, der Dunklen Seite zu verfallen. Sie erklärte mir die Hintergründe, dass Eowyn sich als Gefangene dieses Super-Sith-Heilers Ian-Dice nach Bastion bringen ließe. Dieser würde dort nach dem C-Virus suchen, während ich das Bindeglied zu allen wäre, einschließlich Janus, dessen Rolle im Ganzen uns damals noch nicht klar war. Mit der Ermahnung Ahnas im Hinterkopf, niemals mein Jedisein zu vergessen, verabschiedete ich mich per Kom von allen Jedi, die mir nahestanden und ließ mich auf das Abenteuer Janus ein. Auf dem Weg dorthin half ich dem Widerstand, die Oppositionsführerin Oswana Alde zu befreien. Das gelang, dabei geriet ich aber in die Wirren eines von den Sith verübten Bombenanschlages auf die alderaanischen Exil-Vahla und wäre beinahe von den hiesigen Sicherheitskräften festgenommen worden. Nicht beinahe, weil sie es nicht versucht hätten… ich glaube, die Aufnahmen meines gefühlten Privatkriegs gegen das Imperiums liefen überall im HoloNet, davon brauche ich dir nichts zu erzählen, aber wäre Janus nicht eingetroffen und hätte ich mich nicht ihm angeschlossen, wäre ich bestimmt in einem imperialen Hochsicherheitsgefängnis gelandet. Stattdessen hatte ich den vielleicht besten Kuss meines Lebens.

An Bord seines Schiffes ließ ich Alderaan un diesen ganzen unseligen Auftrag zurück. Allerdings hatte ich meine Probleme damit, mein Jedi-sein zu bewahren und nicht wirklich überzulaufen. Ich war ehrlich verärgert, dass Janus mich nur zu seiner Schülerin machte und nicht etwa zu einer Sith-Kriegerin. Einer Undercover-Jedi hätte das egal sein müssen, mir war es das nicht. Dafür erreichten wir Bastion genau im rechten Moment, dass Janus und ich buchstäblich Ian, der den Namen Darth Keebo angenommen hatte, und Eowyn in Empfang nehmen konnte. Dass ich neidisch auf Ian war, half meiner Rolle vermutlich. Mit Eowyn hatte ich auf Denon zu tun und wie du weißt, mochte ich sie sehr, deshalb habe ich dafür gesorgt, dass sie in Janus' Obhut kommt anstatt sonstwohin im Sith-Tempel. Ich dachte, bei ihm würde es ihr besser ergehen. Dabei geriet ich so heftig in Streit mit Keebo, dass ich nicht mehr wusste, ob dieser nun seine Mission für den Jedi-Rat ausführte oder diesen betrog. So ging es weiter, denn die erste andere Sith, der ich begegnete, war ausgerechnet Kira. Eigentlich müsste ich ihr ja dafür dankbar sein, weil ich durch sie erst gemerkt habe, dass Keebo gar kein schlechter Kerl ist, aber ehrlich, ihr wegen etwas dankbar sein? Nein, niemals, das geht nicht. Außerdem hat sie meine Lieblings-Jedirobe ruiniert, die silbern-schwarze mit dem zweifarbigen Wende-Umhang, allein das ist schon unverzeihlich. Meine Lieblings-Sith-Robe ist inzwischen auch hinüber, und alles andere musste ich auf Bastion zurücklassen. Haben diese Leute denn gar keine Ahnung wie schwer es ist, gut sitzende Hosen zu bekommen?

Sith-Schülerin und Zions Party

Überrascht hat mich, in welchem Luxus die Sith leben. Mein Quartier innerhalb von Janus' Domizil vermisse ich heute noch. Ich hatte mehrere Räume für mich allein und eine ganze Garderobe voller maßgeschneiderter Roben (deshalb verzeihe ich Kira aber trotzdem nicht!). Schon am nächsten Tag hätte ich den Imperator persönlich treffen sollen und jemanden Namens Zion, dessen Ehrentag es war und der ein interessanter Mann zu sein scheint; stattdessen begegnete ich Kiras missratener und durch Alchemie vorschnell erwachsen gewordene Tochter Adria sowie den nicht weniger eingebildeten Sith Darth Angelus. Ich weiß nicht sicher, ob die beiden ein Paar sind, aber es kam mir zumindest so vor. Die beiden sind wie geschaffen füreinander – zum Davonlaufen, sag ich dir! Natürlich bekam ich mit Adria auch sofort in die Wolle, bei ihr fällt die Muja echt nicht weit vom Stamm. Die einzige angenehme Person auf der ganzen Party war eine Musikerin namens Odile Lemaire, schade dass Musik so überhaupt nicht mein Ding ist. Alle anderen Leute, die ich interessant gefunden hätte, wollten sich mit mir irgendwie nicht abgeben. Das war der erste Augenblick, der mich wieder ein wenig zurück in die Jedi-Spur gebracht hatte. Wäre nur Janus gewesen, ich wäre ihm bestimmt ganz verfallen und seine Schülerin geblieben. Aber aus nächster Nähe als Sith-Schülerin andere Sith zu erleben und wie abstoßend sich diese verhalten hat mir sehr geholfen, mir selbst treu zu bleiben und meine Mission nicht zu vergessen. Aber so wirklich hat das erst Ian für mich getan. Ian, nicht Keebo, das wurde mir in diesem Moment klar, als wir uns unter vier Augen trafen und er mir geholfen hat, meinen Weg wieder zu finden. Wir werden zwar nie beste Freundinnen werden, aber seitdem weiß ich doch, dass er das Herz am rechten Fleck hat und dass das passt mit Eowyn und ihm.

Außerdem begegnete ich Meisterin Oyim vom Außenteam, der einzigen netten Twi'lek, die ich je kennengelernt hatte. Von da an konnte ich meine Aufgabe erfüllen, den Kontakt zwischen Ian im Tempel und unserem Team außerhalb von dessen Mauern zu halten. Dafür konnte ich mich nicht mehr um Eowyn kümmern, die hinter Janus' und meinem Rücken in die Pyramide der Extinktorinnen verlegt worden war. Stattdessen begegnete ich dort – leider schon wieder – Kira und irgendwas muss sie mit Janus besprochen haben, denn von da an war es vorbei mit Romantik. Er zitierte mich zu ihm, um mir den Kopf zu waschen, benahm sich seltsam kühl und abweisend und erteilte mir völlig überraschend den Auftrag, das C-Virus in den Katakomben für ihn zu suchen. Offenbar hatte er von dessen wahren Urheberschaft gewusst, dieses Schwein!! Ja, diesen Namen hat er sich wohl verdient. Ich konnte es spüren an diesem Tag: er liebte mich nicht, hatte es vielleicht nie und konnte es, so tief der dunklen Seite verfallen, wohl gar nicht mehr. Für ihn war ich nur eine x-beliebige Gespielin, austauschbar wie die vielen anderen Frauen an seiner Seite. Es war so enttäuschend und demütigend. Im Grunde hat er mir zweimal das Herz gebrochen, einmal auf Alderaan und dann auf Bastion. Von daher blieb mir gar nichts anderes mehr, als mich in meine ursprüngliche Mission zu stürzen und Ian zu helfen. Im Sith-Orden war ich fortan isolierter denn je. Es hieß für mich von dem Zeitpunkt, den Machtlosen klarzumachen, dass sie sich nicht mit mir anlegen sollten ohne in's Radar der Mächtigen zu geraten.

(Fortsetzung folgt im nächsten Post...)
 
(Tagebuch-Eintrag, Teil 2)

Suche nach dem C-Virus

Aber es gelang mir, Besuchszeit bei Eowyn zu bekommen. Als ich sie sah, war ich zutiefst erschrocken. Meine Befürchtungen hatten sich bestätigt; der Gedanke, sie bei Janus zu halten, goldrichtig gewesen. Die Extinktorinnen hatten sie übelst zugerichtet und zum ersten Mal hatte ich den Gedanken, diese so nette Menschenfrau würde ihre Mission vielleicht nicht überleben. Ihr Mut imponiert mir. Es ist eine Sache, sich als Schülerin in den Sith-Tempel zu schleichen, aber eine ganz andere, sich aus freien Stücken als Gefangene hin bringen zu lassen. Sie zu sehen, in all ihrer Hoffnungslosigkeit, fest überzeugt davon, nie wieder frei zu sein, war nur schwer zu ertragen. Lange konnte ich leider nicht bei ihr bleiben, ich sollte ja in Janus' Namen nicht eher ruhen, bis ich das C-Virus gefunden hätte. Auf eigene Faust gefunden hätte ich es sicherlich nie, dafür Ian mich und dafür kann ich wirklich froh sein, denn diese Katakomben sind unglaublich verwirrend gebaut. Sich dort zu orientieren, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Aber ich hatte dort mein wahrscheinlich offenstes und ehrlichstes Gespräch mit Ian. Ich würde ihn trotzdem nicht supersympathisch nennen, aber gut, solange Eowyn ihn mag ist das ja okay so oder, liebes Tagebuch?

Die Aussichten, das Virus zu finden, schienen nicht gut. Schließlich hatte Ian schon eine ganze Weile erfolglos nach dem Labor gesucht. Zwar hatte ich die Hinweise auf Darth Noxia und auf die Imperiale Garde, davon abgesehen konnte ich leider keine große Hilfe anbieten. So trennten sich unsere Wege wieder, während ich auf eigene Faust den Hinweisen nachging und mich mit dem Außenteam traf. Dieses Mal war es nicht Oyim, sondern Elise, Ritterin wie ich und eine recht umgängliche Person. Sie hat ihre eigenen traumatischen Erlebnisse mit Janus gehabt, so dass wir uns schnell auf einer Wellenlänge befanden. Riuen, ihr Chiss-Padawan ist dagegen eher schwierig. Ich wüsste gerne einmal, wieso jeder zweite Mann in der Galaxis ein Problem mit starken Frauen zu haben scheint! Die beiden hatten bereits Teile der Kanalisation von Bastion Center erkundet, was wir gemeinsam weiterführten. Schließlich standen wir vor der Aufgabe, das Coruscant-Virus und Eowyn ungesehen von hier wegzuschmuggeln und suchten nach Möglichkeiten, das zu bewerkstelligen. Die Kanalisation schien uns ein guter Ansatz zu sein.

Währenddessen hatte Ian mehr über Noxia herausgefunden. Die Frau war Schriftstellerin und gab ihre Werke ausgerechnet in den Katakomben zum Besten. Also stieg ich ein weiteres Mal hinab, wirklich ungern, das kann ich dir sagen, liebes Tagebuch. Mithilfe einer Wegebschreibung fand ich sie aber und mit der Losung, die Ian mir gab, bekam ich Einlass. Ich kann dir sagen, diese Noxia war die seltsamste Sith, der ich bisher begegnet bin. Janus hatte mir gesagt, sie hätte ein Gesicht wie ein Totenschädel, aber ich hätte an eine Maske gedacht, nicht dass die wirklich so aussieht, als wäre sie gefühlte 200. So wirklich ganz im Hier und Jetzt schien mir die Dame nicht zu sein. Ohne langes Federlesen gab sie mir alle Informationen, die ich brauchte und noch weit mehr. Ich vermute, Noxia beherrscht ebenfalls die Bruchpunkttechnik oder etwas ähnliches. Auf mentale Weise gab sie mir das Wissen über den Standort des Labors und gewährte mir eine erschreckende Vision über Allegious' weitere Pläne. Von da an wusste ich, mit dem Finden des Ur-Viruses wäre es nicht getan. Allegious musste sterben, um die Galaxis zu retten, eine unmögliche Aufgabe, schien es mir.

Darth Noxias Visionen und das Auffinden des Heilmittels

Doch die Aufgabe, die vor uns lag, war schwer genug. Eowyn aus der Zelle holen uns aus dem Tempel schmuggeln, unbemerkt in ein von Imperialen Gardistinnen bewachtes Labor eindringen und dort eine kleine Probe finden. In den Wochen davor hatte ich mich oft gefragt, ob dieses Ding überhaupt existiert, das Ur-Virus. Als es schließlich ernst wurde, ging alles so schnell, dass keine Zeit mehr zum Nachdenken blieb. Alle arbeiteten Hand in Hand. Das Außenteam fand den Weg der Übergabe aus den Katakomben hinaus in die Kanalisation. Ian würde Eowyn holen und das Virus suchen. Meine Aufgabe bestand darin, die Wachen ruhigzustellen. Dazu bekam ich von Ian einen Crashkurs in Morichro. Die Technik war mir nicht neu, ich hatte sie mir aber als pervertierte Form der Heilung selbst zusammengereimt. Aber an Morichro ist tatsächlich noch mehr dran als ich selbst herausgefunden habe und meine bisherigen Fähigkeiten darin hätten wohl auch nicht ausgereicht. Zum Glück übernahm Ian das Grobe und meine Aufgabe bestand lediglich darin, die Rotgardistin bewusstlos zu halten, während er das Labor durchsuchte. Zum Glück fand er das Virus und brachte auch die Daten auf einem Computerinterface mit, die uns hoffentlich helfen werden, es besser zu verstehen. Zum Treffpunkt schafften wir es ohne Zwischenfälle, obwohl ich kurzzeitig geglaubt hätte, dass es dort zu einem käme, denn wie sich herausstellte, hatten JK und Ian wohl eine eher unangenehme Begegnung aus seiner Sith-Zeit. Ich dachte schon, ich müsste dazwischen gehen, aber die beiden verhielten sich dann doch professionell. Ab und zu schaffen Männer es offenbar doch, nicht rein testosterongesteuert zu handeln.

Wir hatten es wirklich geschafft! Aber ehrlich gesagt, zum Jubeln war mir da noch nicht zumute. Eine der wertvollen Proben einem Jedi-Ritter in die Hand zu drücken, den ich nicht einmal kannte, mit der anderen mussten wir erst einmal selbst von Bastion verschwinden. Was wenn Janus zurückkäme, oder Kira im völlig falschen Moment aufkreuzte, fragte ich mich. Dafür hatte sie ja Talent. Nicht nur das. Aus dem Ur-C-Virus musste auch erst einmal wirklich ein Heilmittel werden – wenn das Alvaba und den anderen Forscherinnen nicht gelang, wäre alles umsonst gewesen. Vor allem aber ging mir die Vision nicht aus dem Kopf, die mir Darth Noxia eingegeben hatte, die von Allegious auf der Basis auf diesem Mond und dem verbesserten Virus. Auf dem Flug in Ians Schiff träumte ich sogar davon, oder, wahrscheinlicher ist, dass ich eine zweite Vision erlebte. Bei der nächste Gelegenheit erzählte ich Ahna davon und diese entschied, mir zu vertrauen und auf der Basis meines Traums ihren Angriffsplan zu schmieden. Also überhaupt kein Druck! Naja, zu dem Zeitpunkt ahnte ich ja noch gar nichts… Ich sollte noch ein letztes mal die Überläuferin mimen und mein Publikum hätte nicht illustrer sein können. Versuchen, den Imperator persönlich zu täuschen?!? Aber in dem Augenblick hab ich es nicht so empfunden. Ich wusste, dass wir keine andere Wahl hatten, und das Vertrauen, das Ahna in mich setzte, wie zufrieden sie mit meinen Fortschritten war, machte mich stolz. Ich glaube ich erinnere mich an jedes einzelne Wort, das sie gesagt hat – leider war es zugleich das letzte Mal, dass wir unter vier Augen gesprochen haben. An dem Tag hab ich verstanden, dass Ränge und Ruhm nicht das wichtigste in meinem Leben sind.

Kast: den Imperator stellen

Leider waren nicht alle von der Dringlichkeit überzeugt, die sich aus meiner Vision ergab. Die wichtigsten Personen vertrauten mir, also Ahna, sowie Eowyn und Ian, mit denen zusammen ich den Imperator hinter's Licht führen sollte. Sollte. Menschinnen sind einfach zu zerbrechlich!! Ian und ich bekamen Eowyn zusammen einigermaßen kampftauglich geheilt, doch scheinbar war das zu viel für ihn gewesen. Er erlitt einen Herzinfarkt und musste zur Behandlung in den Tempel geschickt werden. Es würde also buchstäblich alles an mir hängen. Ahna und Eowyn redeten mir gut zu, dass Allegious keineswegs das Überwesen war, zu dem ihm die Propaganda machte, sondern ein Machtnutzer wie andere auch. So richtig vollends überzeugt war ich aber nicht. Ich dachte, wir sind sowas von erledigt, aber ich wusste ja besser als alle anderen, dass wir buchstäblich keine andere Wahl hatten, also zogen wir den Plan durch. Dass ich auch auf Bastion jede Menge Staub aufgewirbelt hatte, kam uns in dem Fall gelegen, so dass die Rolle als eingebildete, überhebliche Echani, die eine Dummheit begeht, noch glaubwürdiger wäre. Pff, Frechheit… So kam es, dass ich bald buchstäblich das Steuer in der Hand hatte und Ians Schiff an seiner statt zum geheimen Palast des Imperators steuern musste. Mir war klar, dass ich absolut glaubwürdig als gefallene Jedi sein musste und dass das auch für meine Geschichte galt. Praktisch war, dass all das Hauen um Stechen, dass es Sith-Ordens-Intern um Eowyn gegeben haben musste, verhindert hatte, dass sie die Behandlung bekam, die frau von einer gefangenen Rätin eigentlich erwarten musste. Zumindest muss ich annehmen, dass es dieses Hauen und Stechen gegeben haben musste, alles andere ergibt für mich keinen Sinn. Ich musste mich zurückversetzen, wie ich mich anfangs gefühlt hatte, als ich Janus noch an den Lippen hing und ihm seine Lügen glaubte. Diese Brianna würde denken, sie könnte die gefangene Rätin dem Imperatur auf dem Silbertablett servieren und dann Karriere machen.

Zum Glück war uns ja letztlich egal, ob der Imperator die Geschichte schluckt, nur seine Lakaien mussten wir täuschen können und das gelang auch. Zwar waren es weitere Rotgardistinnen und diese waren auch gedrillt, aber vielleicht verließen sie sich zu sehr auf die Abgeschiedenheit dieses obskuren Mondes. Das, oder ich bin eben wirklich so gut, liebes Tagebuch. Die Präsenz des Imperators war beeindruckend… furchterregend… beeindruckend furchterregend. Zum Glück hatten Ahna und Eowyn mich darauf vorbereitet, anderenfalls hätte ich unter dem Eindruck womöglich noch kalte Füße bekommen. Aber es lief gut, anfangs, dachte ich, aber wie bereits bei Darth Noxia dann anders als ich mir das in meiner Phantasie ausgemalt hatte. Ganz ehrlich? Allegious war mindestens so galaxisentrückt wie die Sith-Dame in den Katakomben! Ich hätte mich auch als Essensbotin tarnen können, mit demselben Ergebnis! Er offenbarte uns ohne Umschweife seinen Plan mit dem zweiten Virus alle seine Widersacherinnen in der ganzen Galaxis auszulöschen, und zeigte es uns sogar! Dumm nur, dass die ganze Audienz dadurch viel schneller ging als gedacht. Es gibt schöneres, als vor dem Imperator zu stehen, das Ende der Galaxis in Aussicht, und dann irgendwie noch Zeit schinden müssen, bis Ahna endlich eintreffen würde. Vor allem wenn dieser total durchgeknallt davon fabuliert, von einer quicklebendigen Galaxis nur ihn und einige Anhängerinnen übrig zu lassen und unsereins damit rechnen muss, dass er jeden Moment damit anfangen könnte. Bevor das geschah, ließ er uns beide noch zu seinem Amüsement um ein Lichtschwert balgen. Zum Glück schafften es meine Mit-Jedi alsbald, das Labor in die Luft zu jagen und die Scharade zu beenden. Ich hätte nicht wirklich Lust gehabt, mit Eowyn auf Leben und Tod kämpfen zu müssen. Sicher, es wäre spaßig gewesen, selbst in ihrem Zustand zu der Zeit, aber wir hatten einen Auftrag und überhaupt, mit dem Imperator höchstselbst die Klingen zu kreuzen war noch interessanter, sorry Eo.

Der Königsmord – Allegious' Ende

Natürlich war es damit auch Essig mit unserem Plan eines Überraschungsangriffs. Wir mussten uns den Rotgardistinnen erwehren, und obwohl die Anderen den Thronsaal von Verstärkung abschnitten, stand immer noch ein ganzes Dutzend zwischen uns und der Rettung von allem, was uns lieb und teuer war. Außerdem blieb Allegious natürlich nicht untätig. Ich hatte große Schwierigkeiten, mich gegen seine Machtkräfte zu behaupten, aber Eowyn gelang es, ihn abzulenken und mit einer geworfenen Energiepike zu verletzen. Ja, es war nur ein Kratzer, aber allein das, durch so ein einfaches Mittel, gab mir Auftrieb. Mir war, als wollte sie mir beweisen, ‚sieh' her, er ist nur ein Noghri, er kann getötet werden‘. Ehrfurchtgebietend waren seine Kräfte trotzdem und ich muss offen zugeben, dass ich mich als Ritterin zwischen Rätinnen und einem Imperator etwas fehl am Platze gefühlt habe. Wenigstens war ich nicht allein. Zu dritt nahmen wir Allegious in die Zange, aber ich machte den Fehler, die dunkle Seite in seiner Gegenwart zu Hilfe zu nehmen. Er gab mir eine Vision, seine Vision von der Zukunft, von zerstörten Welten, von Tod, Folter und Versklavung. Ich brauchte eine Weile, seinen Einfluss abzuschütteln, glaube ich, und ich weiß icht ganz genau, was ich in der Zeit gemacht habe, aber vorübergehend gelang es Eowyn tatsächlich, ihn alleine in Schach zu halten. Deshalb hatte ich etwas wieder gutzumachen. Die Rolle der Schwächsten im Trio behagte mir gar nicht und im falschesten Moment Allegious' Dunklem Einfluss verfallen zu sein ärgerte mich. Von da hin hielt ich mich genau an den Plan, den ich mir vorab zurechtgelegt hatte.

Schließlich fand ich meinen Platz in der Mitte, die beiden Rätinnen neben mir, und ich unterstützte, wie ich konnte. Ohne Übertreibung möchte ich behaupten, ich konnte das gut. Sowas wie diesen Kampf hatte ich aber auch noch noch nie zuvor gesehen. Allegious begann, seine Lichtschwerter mithilfe der Macht schwebend zu führen, anstatt sie in Händen zu halten! Das gab ihm obendrein die Möglichkeit, drei gleichzeitig gegen uns drei Jedi einzusetzen. Es gelang mir, die Selbstbeherrschung aufzubringen und mich zurückzunehmen, die beiden Rätinnen machen zu lassen anstatt selbst unbedingt im Mittelpunkt stehen zu wollen. Ich glaube, das ist es was Ahna mich hatte lehren wollen. Das Gegenteil von Janus' Verführungen. Es hatte mich viel Zeit gekostet, es zu begreifen. Seit Talerys Beförderung bin ich diesem Rang nachgelaufen, dem Bedürfnis eine Jedi-Meisterin zu sein. Aber es spielt keine Rolle, welchen Rang ich bekleide, welche Titel ich führe, wenn ich Teil von etwas Größerem sein kann und das war ich in diesem Moment. Eigentlich bin ich es nach wie vor. Wir hatten eine Aufgabe zu erfüllen und wir funktionierten als Team, das zählte. Auch ohne mich in den Vordergrund zu drängen bekam ich meinen großen Moment: ich konnte eines der drei Lichtschwerter zerstören, was alsbald zu Allegious' Ende führte. Es war Eowyn, die den tödlichen Schlag führte und ich gönne es ihr. Sie hatte die ganze Mission lang die undankbarste Rolle gehabt und so viel leiden müssen. Es fühlt sich richtig an. Sicher, der Tod des Imperators, war wäre das für eine Feder, die frau sich an's Revers heften könnte! Aber ich glaube, ich bin über solche Dinge hinaus. Viele Jedi hatten ihren Anteil dabei, aber eine wohl mehr als alle anderen, und das war Ahna Rigby.

Ahnas Tod

Ich vermisse sie so sehr. Ich meine, sie war nie die freundliche, nahbare Pau'anerin. Ich habe keine Ahnung, ob irgendwer überhaupt viel persönliches über sie weiß. Viele sagen, sie wäre eine kalte und herzlose Pragmatikerin gewesen, wahlweise halten sie ihr vor, nicht wie eine Jedi gelebt zu haben oder den Kodex auf die Spitze getrieben zu haben. Ich denke nicht, dass eins von beiden zutrifft. Ich habe sie erlebt in ihrem letzten Moment. Ich hätte keine Chance gehabt, war fixiert darauf, die Virusphiole zu zerstören, die den erschlafften Fingern Allegious' entglitt. Selbst wenn, hätte ich keine Chance gehabt. Ahna dagegen schon. Sie hätte sich selbst retten können, das weiß ich genau. Aber stattdessen entschied sie sich, Eowyn und mir ein Weiterleben zu schenken. Ich denke mir, viele hätten an ihrer Stelle nur an sich selbst gedacht und da nehme ich mich nicht aus. Wäre es nicht auch logisch, dass die Rätin, die so wichtig war und so viel wusste, die Anführerin der Schatten, sich selbst rettete? Wäre es aus Sicht des Ordens nicht sogar geboten gewesen? Doch Ahna hat anders entschieden. Sie hat andere über sich selbst gestellt, im Grunde hat sie das immer getan. So werde ich sie in Erinnerung behalten. Nicht herzlos, ganz im Gegenteil. Nicht gefühllos. Ich vergesse niemals wie sie mich angelächelt hat in diesem letzten Moment, als sie sich in eine Art… Geist? verwandelt hat. Da war Stolz, auf uns, und ich bin überzeugt, sie hatte feuchte Augen. Das bilde ich mir nicht nur ein, das war kein Schweiß oder sowas. Am Ende hat sie alles gegeben, für Eowyn und mich und wir werden ihr Andenken in Ehren halten (und jeden verprügeln, der schlecht über sie redet).

Angriff der Sith

Ihr Doppellichtschwert hab ich an mich genommen und auch eines von Allegious' Schwertern, zu welchem Zweck das weiß ich nicht. Ich konnte an nichts denken in dem Moment, mein Kopf war leer. Genau in diesem allerunpassendsten Moment kamen sie hereingestürmt, die Sith, Janus, Kira und all die anderen. Keine Minute Zeit um um Ahna zu trauern, nein! Ich meine, besser als wenn sie während des Kampfes eingetroffen wären, oder davor, aber die hätten sich wirklich etwas mehr Zeit lassen können. Außerdem war ich SOOO wütend auf Janus, dass dieses eine Mal Kira nicht die Person war, die ich am allerwenigsten sehen wollte. Das schlimmste war ja noch, dass er mich glatt stehen gelassen hat, um stattdessen mit Eowyn zu kämpfen. Hätte bloß noch gefehlt, dass er auch noch mit ihr flirtet! In etwa: ‚War alles nicht so gemeint mit dem Gefangennehmen und dem Foltern, ich wusste nur nicht, wie ich dir meine Liebe gestehen soll. Gemeinsam werden wir zwei über die Galaxis herrschen!‘ – oder so ähnlich. Aber auch sonst hatte er ganze Arbeit geleistet: da war Zoey, eine von Kestrels Bekannten, sowie Ribanna, ihre Padawan, als Sith?! Die beiden hatten ihr den Verstand derart verdreht, dass mein ganzes gutes Zureden zwecklos war. Letztendlich verdichteten die Zeichen sich zu dem Zeitpunkt schon, trotzdem wollte ich es nicht glauben, als Kira und Adria ihre Göre von Tochter, mir es während dem sich entspinnenden Kampf immer wieder unter die Nase rieben. Erst als sie mir ein Holo der armen Kestrel zeigte, wie sie geschlagen und gedemütigt auf Ziost in Gefangenschaft saß, begann ich ihr zu glauben. Wobei das auch nur beweist, wie dämlich Kira ist. Bei vertauschten Rollen hätte ich eine derartige Gelegenheit ohne zu zögern genutzt, um sie ein für alle Mal zu erledigen. So ist das wohl mit den Sith? Ihr übergroßes Bedürfnis, andere leiden zu sehen, steht oft ihren größeren Zielen im Weg. Siehe auch Allegious – hätte er sein Supervirus einfach freigesetzt, anstatt uns in den grässlichsten Farben mit seiner Vision der Zukunft zu peinigen, wären wir tot und er noch am Leben.

Hiobsbotschaft von Kestrel

Adria war schlauer, aber nur ein bisschen. Sie nutzte die Gelegenheit, mich mit einer Giftklinge zu verletzen, ein wirklich fieses Zeug von Dathomir, das ich immer noch nicht abgeschüttelt habe. Das hätte der entscheidende Schlag im Kampf gewesen sein können, der Anfang meiner Niederlage, wenn Eowyn nicht zeitgleich Janus niedergerungen hätte. Trotzdem versuchte ich noch, aus Kira Details über Kestrel herauszubekommen, aber die Zeichen standen einfach zu sehr gegen mich. Janus entfesselte etwas ungeheuerliches, ein bisschen wie der Imperator zuvor, so dass an Kampf nicht mehr zu denken war. Von dem Moment an kämpfte jede von uns nur noch um ihr eigenes Überleben. Eowyn hätte es fast nicht geschafft, aber zum Glück war ich zur Stelle. Ich weiß nicht was anderenfalls mit ihr geschehen wäre. Außerdem lagen da noch Janus und zwei Sith-Schüler – Gefangene, die frau foltern konnte, das erschien mir wie der einzige Weg, um Kestrel noch zu retten. Von JK erfuhr ich, dass Ribanna ihm gesagt hatte, dass sie auf Bastion gefangen gehalten wird, das ist der einzige Hoffnungsschimmer, an den ich im Moment klammere. Nur mit knapper Not konnten wir an Bord unserer Schiffe die Mondoberfläche verlassen, bevor unsere Sprengsätze auslöschten, was vom Kast-Tempel noch stand. Ich denke nicht, dass die Zeit gereicht hat, dass die Guldurs sich in Sicherheit hätten bringen können. Das wünsche ich mir jedenfalls von ganzen Herzen.

Die Heimkehr

Ich hab mich komisch gefühlt, den schwerverletzten, bewusstlosen Janus an Bord der Nightmare so zu sehen, als Ruine eines Sith, als Häuflein Elend. Irgendwie war es auch die Ruine von allem, was ich mir ausgemalt habe zusammen mit ihm, die Trümmer meiner Träume. Ich hätte mir gewünscht so zu sein wie meine Mitstreiterinnen, ihn einfach nur hassen zu können. Es wäre so viel einfacher gewesen als die Trauer um Dinge, die nie passieren würden. Ich versuchte mich auf das zu konzentrieren was vor mir liegt, nämlich Kestrel zu retten. JK half mir dabei, er war die Stimme der Vernunft, die mir klar machte, dass ich erst genesen müsse. Er war also gewissermaßen der Grund, warum ich jetzt hier im Krankenbett liege und dir diese Zeilen schreibe, liebes Tagebuch. Ich weiß nicht, warum ich (wir?) einer deftigen Standpauke von Rat Elliundi entkommen sind, vielleicht ist er noch zu geschockt von den Nachrichten, die wir mitbrachten. Als direkt Beteiligte war ich über den Punkt hinaus. Meine unmittelbare Sorge galt der schwerverletzten Eowyn. Ich hoffe so sehr, dass sie wieder gesund wird! Nach allem was wir zusammen durchgemacht haben würde es sich wie ein Dolchstoß mitten in's Herz anfühlen, wie eine verspätete Niederlage. Wir haben doch schon Ahna verloren und ich habe keine Ahnung, wie es Ian geht. Ich will nicht irgendwann das letzte Überbleibel dieser Mission sein! Ich weiß, das klingt blöd und egoistisch in Anbetracht der Billionen Leben, die wir gerettet haben.

Am liebsten würde ich die Sache selbst in die Hand nehmen, aber ich muss Kestrel retten. Gestern habe ich mir die letzte Komnachricht von ihr angehört, bevor ich in Funkstille gehen musste für die Undercover-Mission. Sie wirkte besorgt und verwirrt und gestresst und jetzt muss ich immerzu daran denken, dass sie in Sith-Gefangenschaft geraten ist und dort – bitte nicht – sogar sterben könnte, ohne zu erfahren, dass ich nie wirklich übergelaufen bin. Eingesperrt, verletzt und den Lügen von Janus und Kira völlig ausgeliefert, kann sie ja gar nicht anders als zu denken, dass ich eine Sith geworden bin. So darf es nicht enden! Aber so einfach ist das nicht. In der Nacht kam es zu einem großen Aufruhr unter den C-Virus-Patienten. Was mich beunruhigt, es war nicht einmal der erste dieser Art. Aber wir haben doch gewonnen?! Wieso nun so plötzlich, wo Allegious, der Urheber doch tot ist? Im Moment lassen mich die Heilerinnen auch deswegen nicht gehen. Wenigstens muss ich nicht die ganze Zeit nur untätig im Bett liegen. Bailee ist hier im Tempel! Ich freue mich schon darauf, sie wiederzusehen. Hoffentlich kann sie mir verzeihen, dass es wieder bloß ein kurzes Treffen sein wird. Ich brauche Informationen von meinen Gefangenen, ich kennen dieses Ziost ja gar nicht, aber sobald es irgendwie geht, mache ich mich auf den Weg. Ich werde Kestrel und die anderen retten!
 
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