[Buchreihe] Das Lied von Eis und Feuer / A Song of Ice and Fire (Spoiler inside)

Mich hat der Artikel tatsächlich ein bisschen mit GRRM versöhnt. Nicht, dass ich überhaupt einen Hut im Ring hätte. Vieles kann ich auch nachvollziehen, vor allem, wenn's darum geht, dass man immer mehr Ideen hat, die man entwickeln will, aber ich glaube, der Mann sollte trotzdem realistisch sein: dass er seine Hauptserie selber fertigstellt, wird zunehmend unrealistisch und wenn er sie nicht wem anders anvertrauen will, bleiben nur noch kreative Lösungen.

Mir ist es mittlerweile sowieso Latte, ob die Reihe je fertiggestellt wird. Ich mag das Universum immer noch gern und hätte so vieles erfahren wollen, aber irgendwann kühlt man schon ab.

Ich finde es nur merkwürdig, dass er jetzt bei AKOTSK genau vor demselben Dilemma wie bei der Hauptreihe steht und Gefahr läuft, gleich zwei Serien unvollendet zurückzulassen...
 
Ich finde es nur merkwürdig, dass er jetzt bei AKOTSK genau vor demselben Dilemma wie bei der Hauptreihe steht und Gefahr läuft, gleich zwei Serien unvollendet zurückzulassen...

Ich glaube einfach mittlerweile, dass das Martin-verse zu schnell zu groß geworden ist? Da gab's ja keine richtige Skalierung. Klar, in der Szene war GRRM nie unbekannt und hatte ja auch eine ziemlich aktive Fangemeinde, aber das Ding ist mit der Serie regelrecht explodiert. Wäre das organischer gewachsen, hätte Martin das vielleicht auch alles hinbekommen.
 
Hat er explizit gesagt dass er es niemand anderem geben will und es lieber ins Grab nimmt als es zu beenden? Fände ich schon sehr schade.
 
Im Grunde habe ich das Interview so verstanden: Wenn er die Reihe nicht selbst beendet, dann wird sie eben nicht von ihm beendet. Ich habe das Gefühl, er lässt das Thema bewusst offen. Das Einzige, was man wirklich mitnehmen kann, ist seine klare Aussage, dass ein mögliches Ende durch eine andere Person niemals exakt seinem eigenen entsprechen würde. Es wäre immer das Ende eines anderen – nicht haargenau seines. Schließlich sagt er selbst, dass er ständig Kapitel sowie Storyideen überarbeitet und verändert, weil er denkt, dass es anders besser funktioniert.

Ich habe außerdem oft den Eindruck, dass GRRM weder Feuer und Blut noch Der Heckenritter von Westeros abschließend beendet, weil diese Geschichten Themen berühren, die womöglich etwas vorwegnehmen würden, das die Leser eigentlich erst in den noch offenen Das Lied von Eis und Feuer-Romanen erfahren sollen.

Bisher behandelt nur das Buch Westeros diesen Zeitabschnitt ausführlicher – dort jedoch in vielen Teilen eher unspezifisch, insbesondere wenn man bedenkt, wie detailreich andere Passagen des Werkes sind, vor allem jene, die sich mit den Targaryens beschäftigen.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir auf die eine oder andere Art und Weise noch ein Romanende für alle drei Reihen bekommen.
 
Wenn er die Reihe nicht selbst beendet, dann wird sie eben nicht von ihm beendet. Ich habe das Gefühl, er lässt das Thema bewusst offen.

Keine Ahnung, ob er das bewusst offen lässt oder nicht weiter darauf eingeht, weil er genau weiß, dass die Rechteinhaber nach seinem Tod machen können, was sie wollen. Ist ja Stieg Larsson auch so passiert und ich meine, da hätte es sogar ein Testament gegeben. (Zumal er ja offensichtlich nicht über seinen Tod und was danach passiert, reden mag, was ich verstehe.)
 
Keine Ahnung, ob er das bewusst offen lässt oder nicht weiter darauf eingeht, weil er genau weiß, dass die Rechteinhaber nach seinem Tod machen können, was sie wollen.
Rein aus Neugier, kann man dies als Autor auch verhindern? Oder ist dies usus wenn man die Rechte an grosse Filmstudios verkauft ? Bei Tolkien und seinen Erben ist es ja noch anders nicht?`Da sitzt der Erbe ja noch auf den Rechten für das Silmarillion. Wie lange nach dem Tod wird ein solches Werk öffentlich bzw Verfilmbar?
 
@Darth_Jango
Feuer und Blut erzählt ausschließlich die Geschichte der Targaryens von der Eroberung bis zum Ende der Regentschaft für Aegon III. – also von 2 Jahre vor Aegons Eroberung bis 136 Jahre nach Aegons Eroberung.

Damit fehlen noch rund 147 Jahre Targaryen-Herrschaft.

@Ben

Gut Möglich.
 
Rein aus Neugier, kann man dies als Autor auch verhindern?

Testamentarisch? Klar. Ich glaube, bei Larsson war das Problem auch, dass seine Verwandtschaft das Testament angefochten hat und Larsson mit seiner Partnerin nicht verheiratet war. Grundsätzlich werden alle Bücher aber nach in der Regel 70 bis maximal 120 Jahren gemeinfrei.

Oder ist dies usus wenn man die Rechte an grosse Filmstudios verkauft ?

Ist halt die Frage, was GRRM alles verkauft hat. Wenn's nur die Filmrechte sind, dann entscheiden seine Erben, was mit seinen Büchern passiert.

Bei Tolkien und seinen Erben ist es ja noch anders nicht?`Da sitzt der Erbe ja noch auf den Rechten für das Silmarillion.

Ich glaube, die Hauptwerke von Tolkien werden um 2040 gemeinfrei. Zuerst der Hobbit, dann LOTR. Aber Tolkien ist insofern eine große Ausnahme, weil sein Sohn noch aktiv mit dem Material arbeitet und die Frist dann erst mit seinem Tod beginnt.
 
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