Coruscant

[Coruscant, Raumhafen] - mit Tari Haako und NSCs

Der junge Tari konnte seinen Mund kaum schließen und seine Augen nicht abwenden von dem Anblick, der sich ihm gerade bot. Coruscant. Die Giga-City der Galaxis. Er wusste aus den Nachrichten und intergalaktischem Allgemeinwissen, dass dieses Zentrum der Galaxis ein Stadtplanet war.
Ein Zeichen für technologische Meisterhaftigkeit. Es war beeindruckend und auch ehrfurchtsgebietend.
Aber der Neimoidianer konnte nicht anders als eine tiefe innere Abscheu gegenüber diesem Planeten zu empfinden. In späteren Jahren, in denen er weiser und gelehrter werden würde, könnte er auch exakt benennen, was ihn so verstörte - nämlich dass alles an diesem Planeten künstlich war. Das Wetter. Die Tageszeiten. Die Stadtplanung. Der Flugverkehr. Nichts konnte mehr natürlich sein, da der Planet eigentlich hyper-überbevölkert war. Einzig durch Technologien wie Wetterkontrolle, synthetische Essensherstellung sowie Import konnte der Planet seine Einwohner versorgen.
Und des Weiteren kam hinzu, dass hier auch so viel Armut und Elend auf einem Haufen war, wie sonst nirgends in der Galaxis. Klar, waren die oberen Ebenen von den Superreichen bis hin zu den Wohlverdienenden sicher und wunderschön gestaltet. Aber die unteren und untersten Stadtlevel Coruscants - das Äquivalent zur Suburbia in Tarko-se - waren von einer Anzahl an Wesen bevölkert, die die Einwohnerzahl mancher Monde und Planeten übertraf. Und dort gedieh das Leid, der Neid und die organisierte Kriminalität wunderbar. Was zu zahlreichen gesellschaftlichen Spannungen, aber eben auch zu einem Ringen in der Macht führte.

All das war
Tari unterbewusst klar und spürbar, nur konnte er es zu diesem Zeitpunkt weder einordnen noch reflektieren. Und so hatte er Unbehagen und Abscheu in sich, während er dennoch voller Staunen die Kilometer hohen Wolkenkratzer und den bis ins kleinste Detail gesteuerten Luftverkehr betrachtete. Was eine Ingenieurs- und Rechenleistung!
In seinem Staunen und seinen widerstreitenden Gefühlen ging an dem Neimoidianer die Sicherheitsprüfung wie in Trance vorbei. Er war einer von Hunderten Neuankömmlingen. Er wurde nach Waffen und Spionagegeräten abgesucht; aber seine einzige Waffe, die er dabei hatte, war sein Geschick im Kampfsport. Dann wurde seine ID überprüft und er musste noch kurz einen Fragebogen ausfüllen.
Alles verlief reibungslos und der togrutanische Sicherheitsbeamte wünschte ihm einen angenehmen Aufenthalt auf Coruscant.

Danach suchte sich der Wunsch-Jedi den Weg zur Touristen-Information. Und musste sich mehrmals entschuldigen, da er - immer wieder abgelenkt von den Massen an Personen und den Ausmaßen der Stadt - in Personengruppen reinrannte. Sein Glück war, dass er ob seiner Statur und Höflichkeit wegen deswegen nicht in Bedrängnis kam.
Bei der Information angekommen fragte er den dortigen Protokolldroiden - eine golden und rot gefärbte Einheit mit weiblich modularisierter Stimme - wie er denn zum Jedi-Tempel kommen könnte.

"Der Jedi-Tempel ist der Sitz des Jedi-Ordens und damit Zentrum von Weisheit, Gelehrsamkeit und den Werten der Jedi", begann der Droide fröhlich, "Jede der offiziellen Bürgerlinien, die auf 01 enden, hat dort im zivilen und Touristen-Bereich Halt. Zu jeder geraden Stunde eines Coruscants-Tags werden Führungen in den öffentlich zugänglichen Bereichen des Tempels angeboten. Manchmal sogar unter Beteiligung und Führung durch echte Jedi."

Tari hörte sich die weiteren Ausführungen über die genauen Preise sowie weitere "absolute Empfehlungen" des Droidens an. Danach nickte er und warf einen seiner letzten Credits in die Spendenbox des Droidens, da der öffentliche Verkehr in Coruscant über die Einreisegebühr und Steuern finanziert wurde und er sich kein Ticket für die Haupt-Touriroute besorgen musste.
"Danke, C23. Einen schönen Tag noch", verabschiedete sich der Neimoidianer und musste schmunzeln, da er noch im Weggehen die überschwängliche Dankbarkeit des Droidens hörte.

Zwei Standard-Stunden später kam
Tari bei dem Jedi-Tempel an. Und staunte wieder einmal. Wo ihn schon der Rest Coruscants beeindruckt hatte, wurde dies durch den Jedi-Tempel noch einmal gesteigert. Zwar wurde er hier und dort noch restauriert - aber er stach aus der Funktionalität und dem klassischen Stil der meisten Wolkenkratzer heraus. Ehrfurcht ergriff Tari durch die sakralen Formen, Statuen und Türmen des Tempels. Und anders als bei dem Rest von dem Stadtplaneten wurde sein Inneres von einem warmen Gefühl der Vorfreude und des Friedens erfasst. Etwas Gutes lockte ihn.
Er schloss sich zunächst einige Zeit einer Touristengruppe an, die wild Holoaufnahmen schießend so viel von der äußeren Struktur des Tempels wie möglich sehen wollte. Er bewunderte den Bau und erfreute sich immer, wenn er Wesen in den schlichten und dafür umso bekannteren braunen Roben des Jedi-Ordens sah.


Tari war noch nie einem Jedi persönlich begegnet. Aber das, was er über sie - auch durch seinen Vater - gehört hatte, ließ sie ihm direkt sympathisch sein. Da sind sie also. Die bescheidenen Wächter von Weisheit und Gerechtigkeit, dachte er bei sich jedes Mal, wenn er einen von ihnen sah. Und sie waren so unterschiedlich in Alter und Spezies.
"Hoffentlich werde ich bald Teil von ihnen sein", dachte er.

Und schließlich konnte er seinen Tatendrang nicht mehr unterdrücken und er reihte sich in eine Reihe ein, die ein Schild in den meisten gängigen Hauptsprachen der Galaxis als Ort auszeichnete, wo Anliegen an den Orden herangetragen werden konnten. Nach einer Weile, die
Tari wie eine Ewigkeit vorkam, war er schließlich an der Reihe.
Er wurde von einem Bith in Jedi-Roben angesprochen:
"Hallo, neimoidianischer Freund. Ich bin Jedi-Ritter Omar Ztin. Was kann ich für Sie tun?"

Tari musste schlucken. So nervös wie gerade war er schon lange nicht mehr gewesen. Und er konnte nicht einmal sicher sagen, warum.
Er verbeugte sich ehrfürchtig und sprach dann zu
Ztin, ohne ihm in die Augen zu schauen:
"Meister Jedi, ich fühle mich geehrt. Ich bin hier, weil... Ja, ich denke, äh... ich möchte ein Jedi werden."
Der Jedi-Ritter schenkte ihm ein warmes Lächeln. "Hmm. Ja, das wollen einige. Aber nur wenigen ist dieses Geschenk der Macht vergönnt - und es zieht Verantwortung mit sich. Wurdest du denn schon auf deine Machtsensitivität getestet?"
"Ja... also nein. Was ist denn diese Machtsensititiät?"
"Machtsensitivität, mein Freund. Die Fähigkeit, die Macht zu nutzen, hängt an verschiedenen Faktoren, die man überprüfen und messen kann. Hattest du schon eine solche Untersuchung?"
"Achso. Nein so etwas hatte ich noch nicht... aber ich habe die Macht schon einmal eingesetzt!"
"Na, wenn das so ist, dann sollte die Untersuchung ja kein Problem für dich sein", sagte der Jedi freundlich und griff ihm an den Arm, um ihn ins Innere des Tempels zu führen. "Dann bringe ich dich mal in eines unserer Gästezimmer. Von dort wirst du dann abgeholt und die entsprechenden Tests ablegen", erklärte Ztin ihm weiter.

Das Innere des Tempels war auch schlicht gehalten, wenn man von den Statuen und hin und wieder Wandbildern absah. Schlicht, aber ehrwürdig. Während die beiden nebeneinander hergingen, fiel
Taris Blick auf das Laserschwert seines Gastgebers.
"Entschuldigung. Haben Sie das Laserschwert schon einmal eingesetzt?", fragte er neugierig.
Der Bith stieß einen Laut aus, den der Neimoidianer als Lachen interpretierte.

"Ja. Schon etliche Male. Viele anstrengende Trainingseinheiten, bei ein Paar wenigen Zeremonien... und leider auch schon ein Paar Mal, um Gewalt Einhalt zu gebieten."

Taris Augen wurden groß. "Wow. Dann sind Sie sicher ein Held. Ich freue mich schon auf mein erstes Laserschwert."
Wieder dieses Geräusch eines Lachens, aber etwas abrupter. "Immer langsam, mein Freund. Es ist noch kein Jedi-Meister vom Himmel gefallen. Wir gehen einen Schritt nach dem anderen. Und Ihr nächster ist... nun erstmal in dieses Gästezimmer."
Lautlos öffnete sich die Tür und Tari trat in ein kleines schmales Zimmer, ausgestattet mit einem Standardbett und einem höhenverstellbaren Schreibtisch, sowie einem Teppich.
Der Neimoidianer bedankte sich aufrichtig und aufgeregt. Er war in dem Jedi-Tempel und die Jedis würden schauen, ob er einer von ihnen werden könnte! Doch was ist nur diese Überprüfung, die nun auf ihn wartete?


[Coruscant, Jedi-Tempel, eines der Gästezimmer] - mit Tari Haako und NSCs
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Flure, mit Ian und Brianna

Armer Alexander. Er würde gleich nichtsahnend einer furiosen Brianna gegenüberstehen. Sicher kannte er sie; ein so gewissenhafter Assistent wie er konnte vermutlich besser als sie selbst alle möglichen bekannten Fakten zur Echani aufzählen. Aber jemanden kennen und jemanden überleben war etwas völlig anderes. Und wenn Brianna in dieser Stimmung war, dann konnte sie kaum etwas aufhalten. Ahna hatte es gekonnt... Aber Alexander war definitiv keine Ahna.
Eowyn seufzte leicht.
Armer Alexander, murmelte sie und zuckte dann hilflos mit den Schultern, da Brianna schon längst weg war, ohne die Chance, ihr mehr zu erklären oder auf ihre Bitte einzugehen. Sie hatte sie 'oberste Schatten' genannt und schien davon auszugehen, dass Eowyn sich diesen Titel erkämpfen würde. Aber nur, weil Ahna das gewollt hatte, lief es am Ende nicht darauf hinaus. Natürlich, Alexander war keine gute Wahl, aber das wusste sicher auch der Rat. Man musste ihm aber zugute halten, dass er den Laden wohl am Laufen gehalten hatte, während Ahna weggewesen war. Lange aber sollte dieser Schwebezustand lieber nicht mehr anhalten. Brianna hatte nicht Unrecht... wer wusste schon, was für Fehler passieren würden, wenn es weiter so lief? Bestimmt arbeitete Alexander aktuell viel mit den Ermittlern und Wächtern zusammen, aber die Abteilungen sollten sich auf Dauer nicht vermischen. Das würde nicht funktionieren.
Ob sie die Bitte der Echani weiterleiten sollte, oder konnte? Eowyn wusste es nicht. Wenn sie das tat, würde automatisch wieder auf den Tisch kommen,
wer die Leitung der Schatten zukünftig übernehmen sollte. Und wie sie dazu stand... das wusste Eowyn aktuell nicht. Ohne Ahnas Auftrag, oder besser, Befehl, hätte sie es niemals in Betracht gezogen. So aber... Ein weiteres Seufzen, dann schwebte sie neben Ian weiter.

Vor dem Ratssaal brauchte Eowyn einen Moment, um sich zu sammeln, sich wohl dessen bewusst, dass jede Person
im Saal schon längst wusste, dass sie vor der Tür war. Als sie schließlich den Saal in Augenschein nehmen konnte, war das erste, was sie sah, der fantastische Ausblick. Sie hatte ganz vergessen, wie außergewöhnlich der Blick von hier oben war, durch die Rundumsicht und die größere Höhe noch viel extremer als in ihrem Lieblings-Meditationsraum. Die Sonne schien (wie seltsam, an einem Tag der Trauer) und tauchte den Raum in ein angenehmes Licht. Für einen Moment blieb Eowyn stehen und saugte die Atmosphäre mit einem tiefen Atemzug in sich auf. Das hier... das war... beinahe Frieden. Für einen Moment konnte sie vergessen, was sie belastete; all die furchtbaren Dinge, all die Gedanken, all die Sorgen und Probleme. Zumindest rückte alles weit in den Hintergrund, wenn man hier oben stand und sah, wie die Galaxis sich weiterdrehte...
Dann aber riss sie sich zusammen und der Moment war verschwunden. Wes bat sie in den Raum, und Eowyn bemerkte, dass dieser nicht leer war. Außer Wes sah sie Murrrar, Eleonore und Rornan sowie Joseline und Satrek – das waren eine Menge Leute, eigentlich fast alle, die sich aktuell noch im Orden befanden, überschlug Eowyn kurz. Also wohl keine Kleinigkeit, die Wes mit ihr besprechen wollte und damit irgendwie ihre erste richtige Ratssitzung. Das war... überraschend. Und der Rat, jetzt wo sie darüber nachdachte, leider ziemlich dezimiert. Wo jetzt auch noch Ahna fehlte... Anstatt sich auf einen der Plätze im Kreis zu begeben, um den Halbkreis der Räte zu komplettieren, bewegte sich ihr Stuhl ohne, dass sie es plante, in die Mitte des Kreises. Sie drehte sich nach Ian um, der wohl dafür verantwortlich war, und runzelte die Stirn. Was war
das jetzt? Aber bevor sie ihn fragen konnte, begann Wes schon, mit ihr zu reden. Mit ihr. Explizit mit ihr. Nicht mit allen. Was... war hier los? Sie sah sich kurz um und in die Gesichter der anderen, um die Stimmung abzuschätzen. Hatte sie einen Fehler gemacht? Gab es Probleme mit dem Senat? Mit dem Kanzler? Brodelte es in der Bevölkerung mehr, als sie wusste? Nervös begann ihr Herz heftig zu klopfen, ohne, dass sie es in den Griff bekam. Wes dankte ihr für ihr Gespräch kürzlich, das klang erst mal neutral, und dann sprach er - hoffentlich! - das Thema an. Ihr Status. Ihr Rang. Erleichtert atmete sie auf. Was für Probleme es auch immer gab, sie konnten so gelöst werden. Vielleicht nahm er ihr Angebot an und degradier... – oder auch nicht? Ja, sie hatte sich bereit erklärt, es zu versuchen...

Jetzt verstand Eowyn überhaupt nichts mehr und beschloss, einfach
zuzuhören und abzuwarten, was Wes zu sagen hatte, was auch dazu führte, dass ihr verrücktgewordenes Herz sich beruhigte. Er holte aus. Eine Beförderung, die sich nicht echt anfühlte. Eowyn musste schlucken. Das alles mit Wes zu besprechen war das eine, es vor all den anderen offenzulegen fühlte sich seltsam an. Obwohl Eowyn wusste, dass sie ohnehin alle Bescheid wussten... Und dann entschuldigte er sich bei ihr. Bei ihr. Im Namen des Rates. Das war... Tief in sich drin, das merkte Eowyn jetzt urplötzlich, hatte sie sich so etwas gewünscht. Sie hatte sich gewünscht, dass man einsehen würde, dass alles seltsam verlaufen war, besonders die Besprechung nach Bastion, auch, wenn sie begriffen hatte, dass einiges auf Missverständnissen beruhte sowie auf ihrer angespannten Lage im Vorfeld der Mission. Dass Wes nun diese Entschuldigung aussprach, nahm eine Last von ihr, von der Eowyn nicht geahnt hatte, dass sie überhaupt existierte, und sie atmete tief durch.
Wes fuhr nun fort, indem er ihre Fähigkeiten betonte und auch diese unselige Ratsbeförderung vor laufenden Kameras ansprach. Er redete über Dinge, die sie sich damals gewünscht hätte, vor Bastion, anstatt ihr einfach vor die Nase zu stellen, dass sie nun befördert werden würde, weil es so gut passte. Jetzt fielen all diese Worte. Die Wertschätzung, die Begründungen, und Eowyn wusste genau – in einer anderen Lage, in einem anderen Gemütszustand, würde sie nun gegen die Tränen kämpfen. Aber diese Frau war sie nicht mehr, Bastion hatte sie ausgelöscht. Also saß sie hier, in diesem Stuhl, und hörte sich an, worauf alles hinauslief: ihre richtige Beförderung nachzuholen.

Ihr Herz begann, wieder ein wenig schneller zu klopfen. Damit hatte sie nicht gerechnet, als sie mit Ian hierhergekommen war. Mit irgendeiner Besprechung, mit irgendwelchen Einzelheiten, die sie noch klären mussten, vielleicht Dinge wegen der Trauerfeier oder der Ordensverleihung. Aber damit? Nein, in keiner ihrer Überlegungen war eine solche Sache aufgetaucht. Und das seltsame, das völlig verrückte, das absolut außergewöhnliche war... dass es sich eigenartig
richtig anfühlte.
Da war keine Sperre, keine Blockade, nichts in ihr, das schrie, dass sie verschwinden sollte, dass sie diesen Job nicht wollte und Wes sich diese Sache an den nicht vorhandenen Hut stecken konnte. Ja, sie war nervös, und ja, sie war unsicher, und noch einmal ja, sie konnte sich nicht vorstellen, diese Aufgabe irgendwann
gerne auszuüben, aber dennoch war da gleichzeitig eine gewisse Ruhe und eine ungewöhnliche Sicherheit. Ob es an Wes' Ansprache lag? An dem, wie sie selbst sich verändert hatte? Der Atmosphäre des Ratssaals - oder an dem Gefühl, dass sie sich Ahna durch die Anwesenheit ihrer ehemaligen Kolleginnen und Kollegen näher fühlte als jemals seit ihrem Tod und ihr das diese Gelassenheit vermittelte? Eowyn wusste es nicht, und vielleicht war es auch alles zusammen. Am Ende war es auch egal. Klar war... dass es ab heute keinen Weg zurück mehr gab. Sie würde nun zu diesem Gremium gehören, mit allem, was dazu gehörte, und sie würde lernen müssen, das alles anzunehmen.

Ich danke dir, Wes, sagte sie schließlich nach einer kleinen Pause und blickte dann zu allen anderen. Ich danke euch allen. Dass ihr hier seid. Ich weiß, ihr habt alle genug zu tun. Das bedeutet mir viel. Vor allem angesichts des Krieges und der angespannten Lage zum Kanzleramt.
War es das schon gewesen? Wes hatte davon geredet, die Beförderung nachzuholen. War diese Ansprache die Beförderung gewesen? Oder... kam da noch etwas... offizielleres? Eowyn hatte keinen blassen Schimmer, wie eine solche Ratsbeförderung ablief. Bei anderen Rängen fielen irgendwann die magischen Worte, aber hier, und vor allem in dieser seltsamen Situation, in der sie doch eigentlich schon Rätin
war und eine erneute Beförderung eigentlich ohnehin unnötig sein sollte? Hatte es so etwas schon einmal gegeben? Sie wünschte sich kurz, sie könnte jetzt stehen. Zwar saßen alle anderen, aber Eowyn hatte das dringende Gefühl, dass sie selbst eigentlich in eine aufrechte Position gehörte. Das aber konnte sie nicht ändern.

Ich weiß, dass ich nicht perfekt bin, und ich denke, das wisst ihr alle auch, fuhr sie fort, mit einem winzigen, entschuldigenden Lächeln. Aber ich werde alles geben, was ich kann, und mich anstrengen, besser zu werden. Ihre Stimme war ruhig und fest, aber ihr gingen die Worte aus. Was sagte man in einer solchen Situation? Worte, ein größerer Feind für sie als die Sith.
Und Ian... sie warf ihm einen kurzen Blick zu. Hatte er das alles hier gewusst? Immerhin hatte er sie vermutlich in die Mitte des Saales bugsiert...


Coruscant - Jedi-Tempel - Ratssaal, mit Ian und Wes sowie Murrrar, Eleonore und Rornan; Satrek und Joseline per Holo (NPCs)
 
[Coruscant / Jedi Tempel / Krankenstation / Krankenzimmer] mit Elise und Riuen

In Q’Tahems Hinterkopf geisterten noch immer die Worte von Brianna nach, ob Elise irgendwelche Symptome zeigte, die auf eine Formwandlung deuten würde.
Während er so an der Tür stand und auf Einlass wartete, überlegte er, wie er Elise helfen konnte.
Sein Blick fiel kurzzeitig an ihm hinab: Abgemagert und schwach. Das würde ihn wohl am besten beschreiben. Seine Tentakelprothese war zwar das Merkmal an ihm, was ihn wohl noch Jahre an Bastion und die Sith erinnern würde, aber momentan war seine Statur das auffälligste.
Ein sanftes Herein ließ ihn aufhorchen und brachte ihn zurück aus seiner Gedankenwelt.

Im Krankenzimmer starrten sich für einige Momente zwei Geschwächte an. Beide brauchten etwas, um die Person vor sich mental mit jener zu vergleichen, die man von Thearterra noch kannte. Als sie seinen Namen sagte, erschien ein schwaches Lächeln auf seinem Gesicht und er nickte. Ihm entging nicht, wie sie Riuen einen kurzen Blick schenkte: „Der sieht ja nicht besser aus, als ich!”. Oder etwas Ähnliches musste sie gedacht haben.
Seine Frage, wie schlimm es war tat sie halb ab und winkte mit ihrer Hand. Es wäre nicht ihre beste Idee gewesen, mal ein Ghoul gewesen zu sein.


Du hast also Anzeichen von Formwandeln gehabt…?

, brach es dann aus ihm heraus.
Sie kämpfte ständig damit, die Kontrolle über diesen Ghoul in ihr zu behalten.


Das klingt schrecklich… Vor allem schrecklich anstrengend.

, meinte er und wollte ihr kurz eine Hand auf ihre legen. Er zögerte für einen Moment, hatte er sie ja schon lange nicht mehr gesehen, doch dann legte er seine Hand doch auf ihre. Etwas Wärme und Kraft schickte er damit über die Macht an sie. Er war vielleicht körperlich nicht mehr komplett fit, aber seine Machtkapazitäten hatten sich mittlerweile wieder ganz gut gefüllt.

Sie erzählte ihm, dass es ihr Plan war, nach Thearterra zurückzukehren, um herauszufinden, was sie erwischt hatte und ob es dort eine Möglichkeit für ein Gegenmittel gab.

Q’Tahem runzelte die Stirn.


Ich weiß ich hab gut Reden und sollte lieber die Klappe halten, aber…, das ist nicht nur ein Egotrip, … das ist ein Selbstmordkommando.

Ihrem Angebot folgte er gerne und nahm auf dem Stuhl in der Nähe von Elises Bett Platz. Als er näher trat, winkte Elise ihn kurz zu sich und schenkte ihm eine feste Umarmung. So fest, wie es in ihren Zuständen eben so ging.

Ebenso… Es ist viel zu lange her… Und wie ich sehe sind wir beide durch die Hölle gegangen…

Das waren Sith, oder?


Die Worte waren ganz neutral gesprochen und doch trafen sie ihn wie Faustschläge. Es war der erste Satz, die erste Frage, die der blauhäutige Mann, der besorgt neben dem Bett seiner Meisterin oder einfach nur Freundin stand. Er richtete seinen Blick hin zu dem Chiss. Seine Haltung hatte sich etwas geändert, im Vergleich zu dem Moment als der Nautolaner in das Zimmer eingetreten war.

Was hat mich verraten?

, meinte er und hätte gerne so unbeschwert geklungen, wie Elise es bei ihrer Erzählung getan hatte. Doch das tat er nicht. Er klang erschöpft. Und er klang als würde er die Wut auf die Sith und die Verwirrung, die er gerade gegenüber des Ordens spürte, herunter schlucken.
Er richtete seinen Blick wieder zu Elise und wechselte während seiner Erzählung immer zwischen den beiden.


Kestrel, Sane und ich wurden auf Ziost von Graf Sturn und Kira durch Zoey in eine Falle gelockt. Wir sind gewissermaßen… wissentlich hineingetappt. Die Zeichen, dass Zoey uns verraten hatte, wären da gewesen.

, er pausierte kurz und atmete einige Male tief durch.

Und ab da…

Ihm brach die Stimme weg und er schluckte einige Male.

Aber genug von mir…

Er fasste sich beiläufig an die Tentakelprothese und schüttelte unbewusst den Kopf.

Brianna meinte, dass es schwer werden würde, ein Gegenmittel für einen Virus herzustellen… Wisst ihr denn, woher es kam? Was genau auf Thearterra passiert ist? Wir wurden damals getrennt…

Q’Tahem runzelte nachdenklich die Stirn. Die Verbindung zwischen dem Virus und der Macht ließ ihn nicht los.

Spürst du das Virus, den Ghoul, das… Wasauchinmer in der Macht? Spürst du, wann es die Kontrolle übernehmen möchte?

Er zögerte kurz, bevor er die nächste Frage stellte.

Haben die Heilerinnen und Heiler hier überhaupt eine Möglichkeit gefunden, die Symptome zurückzudrängen?

Fragend sah er von Elise und Riuen hin und her

[Coruscant / Jedi Tempel / Krankenstation / Krankenzimmer] mit Elise und Riuen
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Bibliothek, Nebbra & andere NPCs

Wie meistens um diese Uhrzeit, saß Nebbra an einem Tisch in der Bibliothek, vor ihr ein Lesegerät und ein Stapel Bücherchips. Rechts daneben lag ein Datapad, auf dem sie alle Erkenntnisse zusammentrug, links davon ihr Kom. Aktuell betrug ihr Auftrag, Informationen über Azure, einen kleinen Planeten im Mittleren Rand, zusammenzusuchen. Der Planet war aktuell noch neutral, aber angesichts dessen, was gerade in der Galaxis vor sich ging, war es möglich, dass sie sich demnächst der Republick anschlossen. Natürlich gab es unzählige Dossiers und Sammlungen, aber Nebbras Aufgabe war es nun, das für diesen Zweck wirklich relevante auf den Punkt zu bringen.
Ihr Kom, welches selbstverständlich stummgeschaltet war, begann plötzlich, grün zu blinken und Nebbra seufzte. Sie mochte es nicht, während ihrer Recherche gestört zu werden, und an manchen Tagen ließ sie das Gerät direkt am Gürtel, wo sie es nicht bemerkte, aber in der aktuellen Lage war es wichtig, dass sie erreichbar war. Leider störten sie so auch die eher unwichtigen Nachrichten, aber das war nicht zu ändern.

Routiniert griff sie nach dem Kom und warf einen Blick auf den Absender. Das Tempelsystem. Das hieß in der Regel... Die Elomin öffnete die Nachricht und sah sich sofort bestätigt. Ein neuer Anwärter war eingetroffen und es war nun ihre Aufgabe, ihn zu testen und in den Tempel einzuführen, sofern er geeignet war. Kurz zögerte sie, dann aber begann Nebbra, ihre Sachen zusammenzuräumen. Einen Anwärter ließ man wenn möglich nicht warten, schließlich waren sie neu in einer fremden Umgebung, und der Anstand gebot, dass man sich baldmöglichst um sie kümmerte.
Sie gab sowohl das Lesegerät als auch die Bücherchips im Eingangsbereich ab und bat darum, sie für sie zurückzuhalten, danach verließ sie die mittlerweile ziemlich gut rekonstruierte Bibliothek. Es hatte sich doch einiges getan seit den Wochen, in denen sie den Tempel zum ersten Mal seit Jahren wieder betreten hatte...

Die Meisterin machte einen kleinen Abstecher über die Ausrüstungskammer, um sich ein Analysegerät aushändigen zu lassen, und stand dann kurze Zeit später vor dem Zimmer, in welchem sich der Anwärter befinden sollte. Tari Haako, männlich, Neimodianer, 25 Standardjahre. Das war alles, was Nebbra mitgeteilt worden war, aber sie fand es ohnehin besser, die Personen unbeeinflusst kennenzulernen.
Sie aktivierte die Türklingel und lächelte den jungen Mann, der ihr die Tür öffnete, freundlich an.


"Guten Tag." Ein anmutiges Kopfnicken zur Begrüßung. "Tari Haako? Ich bin Jedi-Meisterin Nebbra Flugzseg'tani. Mir wurde mitgeteilt, dass Ihr Euch gerne dem Orden anschließen möchtet. Ich bin hier, um diese Option zu prüfen und Euch, sollte Euch dieser Weg offen stehen und Ihr Euch dafür entscheiden, zu erklären, wie Euer weiterer Weg aussieht. Darf ich eintreten?"

Sie folgte Tari ins Zimmer. Es gab, wie häufig in einem Gästequartier, als Sitzmöglichkeit nur das Bett oder den einen Schreibtischstuhl, also tat Nebbra das, was sie in diesem Fall immer tat und ließ sich im Schneidersitz auf dem Boden nieder. Hier saß es sich eigentlich am bequemsten, und sie fand, dass es die häufig nervöse Atmosphäre meistens auflockerte.

"Bevor ich mit irgendwelchen Analysen beginne, würde ich gerne wissen, was Euch zu uns gebracht hat. Wir kamt Ihr auf die Idee, Euch den Jedi anzuschließen?"

Coruscant - Jedi-Tempel - Tari Haakos Zimmer, Tari und Nebbra (NPC)
 
[Coruscant, Jedi-Tempel, eines der Gästezimmer] - mit Tari Haako und NSCs

Tari setzte sich halb ungeduldig und halb nervös auf das schlichte Bett. Dieses war für Humanoiden ausgelegt, die Matratze war mittelfest und Decke, Laken und Kissen waren in neutralem weiß gehalten. Kurz lenkte sich der Neimoidianer damit ab, aus dem kleinen Fenster in dem Zimmer zu schauen. Von dort konnte er einen Bruchteil des Coruscanter Verkehrs sowie ein wenig eines der Vorplätze des Jedi-Tempels sehen.
Während er rausschaute und die vielen Eindrücke auf sich wirken ließ, entstanden in ihm Bilder dessen, was kommen könnte. Eine Prüfung und Überprüfung. Er stellte sich vor, wie ihm Blut abgenommen wurde und wie er Fragen würde beantworten müssen. Und so krochen leise Zweifel in ihm hoch. Wenn es eine Überprüfung gab, gab es doch sicher auch Leute, die nicht zu Jedis ausgebildet wurden. Was, wenn er trotz seiner Machtnutzung nicht mächtig genug war? Was, wenn er die Prüfung nicht bestehen würde?
Wenn alles schieflief, könnte er wieder nach Cato Neimoidia heimkehren und seine Karriere als Kämpfer weiter verfolgen. Aber könnte er so seinem Vater und
Strongfoot wieder unter die Augen treten? Schließlich hatte er beide angeflunkert - und wenn er dann nicht einmal erfolgreich zurückkehrte, wäre er ein totaler Versager. Und außerdem müsste er sich erst wieder das Geld für die Rückreise verdienen - er war inzwischen fast komplett pleite.
Tari biss sich auf die Lippen und gab sich selbst eine Backpfeife.
"Das wird schon nicht passieren. Nur Mut - nur wenn du weißt, dass du gewinnen kannst, kannst du auch gewinnen", machte der junge Neimoidianer sich Mut mit Worten, die er von einem seiner Trainer gehört und verinnerlicht hatte. Und sollte an ihm irgendetwas auszusetzen sein, würde er eben an sich arbeiten und dann Erfolge erzielen.
Nun stand er auf. Dieses Gedankenkarussell war nicht hilfreich. Und so lenkte er sich mit dem ab, was ihm schon ein Jahrzehnt lang half: mit Training. Er machte ein Paar Hampelmänner, bevor er sich Liegestützen widmete.

Er war gerade gut warm geworden, als er von einem Piepen erschreckt wurde. Kurz war
Tari irritiert. Dann verstand er, dass das Piepen vermutlich eine Klingel war. Also stand er auf, strich sich seine Anziehsachen noch einmal glatt und begab sich dann zur Tür. Einmal noch tief durchatmen und standfest hinstellen... er betätigte den Türöffner und die Tür glitt mit einem leisen Zischen auf.
Vor ihm stand eine humanoide Frau von einer Spezies, die der Neimoidianer noch nicht kennengelernt hatte. Entfernt ähnelte sie mit ihren Kopfhörnern den Zabraks, die
Tari ja durch seinen guten Freund Strongfoot kannte. Und doch war sie so ganz anders. Nicht so breit gebaut und lange spitze Ohren.
Seine Besucherin stellte sich als Jedi-Meisterin
Flugzseg'tani vor und neigte ihren Kopf. Tari verbeugte sich auch tief und murmelte eine Begrüßung, bevor er seine Stimme wieder fand und die Meisterin hereinbat. Innerlich schalt er sich einen Feigling und Schwächling und zwang sich zu einem etwas selbstbewussterem Auftreten.


Flugzseg'tani ließ sich elegant auf dem Teppich in einem Schneidersitz nieder. Tari überlegte kurz, ob er sich ihr gegenüber auf das Bett setzen sollte - entschied sich aber dagegen. Er wollte nicht auf eine Jedi-Meisterin herabschauen. Und so ließ er sich lässig zu Boden gleiten und setzte sich dort der Elomin gegenüber.
"Wie kamt Ihr auf die Idee, Euch den Jedi anzuschließen?", fragte sie schließlich.

Tari überlegte kurz. In seinem bisherigen Leben hatte er hart lernen müssen, dass es gefährlich sein konnte, bestimmte und zu persönliche Informationen an die falschen Wesen weiterzugeben. Er wollte nicht verwundbar oder als Träumer erscheinen und - wie er sich aber nicht eingestehen wollte - ebenso wenig wollte er eine zu große potentielle Angriffsfläche bieten. Und so formte er die Antwort auf die Frage der Jedi-Meisterin etwas verallgemeinert.
"Nun ja. Da wo ich herkomme - von Cato Neimoidia - gibt es viele Mobber, Aasgeier und Betrüger. Wesen, gegen die ich schon früh eine starke Abneigung entwickelt habe. Sich über Schwächere und Wehrlosere zu bemächtigen, ist arschig. Und so habe ich schon längere Zeit, wann immer sich die Gelegenheit auf mich zukam, diesen bösen Leuten in den Weg gestellt. Zunächst war es gar nicht meine Absicht, ein Jedi zu werden - ich hatte mir ja einen gewissen Ruf erarbeitet und konnte das Richtige von meiner Position aus tun.
Aber dann kam der Tag, an dem ich die Macht nutzte. Ich habe meinen... eine Person vor einer niederfallenden Ziegel gerettet, indem ich sie wegstieß. Obwohl ich meterweit entfernt stand.
So etwas habe ich davor noch nie getan und wusste gar nicht, dass ich es konnte. Aber das war für mich der Beweis, dass ich die Macht nutzen kann. Und mit eben dieser Macht sind meine Möglichkeiten und meine Verpflichtungen doch gewachsen, für mehr Gerechtigkeit und das Gute in der Galaxis zu sorgen. Wenn ich denn ein Jedi werde."


Während Tari so berichtete, wurde er etwas entspannter. Die Jedi-Meisterin schaute ihn in einer Weise an, die ihm zwar vorkam, als würde sie tiefer in seine Seele schauen können als alle anderen, mit denen er je geredet hatte - die jedoch ehrlich freundlich und interessiert vorkam.
Er beendete seine Ausführungen und blickte Meisterin Flugzseg'tani so erwartungs- wie hoffnungsvoll an.


[Coruscant, Jedi-Tempel, eines der Gästezimmer] - mit Tari Haako und Nebbra Flugzseg'tani
 
Coruscant – Jedi Tempel – Krankenstation – mit Riuen und Q'Tahem

Elise sah Riuen an, als er von Vertrauen sprach. Für einen Moment blieb ihre Antwort irgendwo zwischen Hals und Brust hängen. Sie verstand ihn. Das machte die Sache lästiger, denn auf jemanden böse zu sein, der einen berechtigten Punkt hatte, war immer etwas anstrengender.

"Wenn es schlimmer wird, reden wir neu", sagte sie schließlich. "Bis dahin versuchen wir, aus diesem herrlich übersichtlichen Chaos einen Plan zu machen."

Der Satz war trocken, aber ohne Biss. Riuen musste ihr das alles nicht abnehmen. Er musste nur bleiben, denken und weiter so unangenehm ehrlich sein, wie er es ohnehin tat.

Als Q'Tahem das Wort Formwandeln aussprach, sah Elise kurz auf ihre Hand. Q'Tahems Wärme lag noch darauf, fein und vorsichtig, wie ein kleiner heller Faden in all dem dumpfen Druck, der seit Tagen durch ihren Körper zog.

"Danke Q'Tahem", sagte sie leise. Die Wärme war eine flackernde Kerze in einem großen, dunklen Raum.

Dann hob sie den Blick zu ihm.

"Formwandeln klingt sehr aufgeräumt für etwas, das sich damals ziemlich unaufgeräumt angefühlt hat. Ich habe mich verändert, ja. Und ich erinnere mich an genug davon, um das Thema mit etwas Abstand zu behandeln."

Sie betrachtete ihn, während er sich setzte. Die Robe hing ihm viel zu schwer von den Schultern, seine Bewegungen wirkten vorsichtig, und trotzdem saß er hier, kaum auf den Beinen und schon wieder mitten in einer Katastrophenbesprechung. Das war so typisch Jedi, dass sie fast gelacht hätte. Ihr Körper hielt Lachen gerade für überbewertet.

"Und was Thearterra angeht ..." Sie musterte ihn mit einem Blick, der Sorge und Pragmatismus ziemlich schlecht voneinander trennte. "Ich glaube, du und ich sollten heute beide keine Reisebroschüren lesen."

Ein kleines, schiefes Lächeln huschte über ihr Gesicht.

"Dein Kopf hilft uns gerade mehr als deine Beine. Erinnerungen, Eindrücke, alles, was damals hängen geblieben ist. Kannst du uns helfen?"

Dann fragte Riuen nach den Sith.

Elise sah zu ihm. Das Wort war glatt aus seinem Mund gekommen, viel zu glatt für das, was dahinter lag. Seine Haltung sagte ohnehin genug. Verschränkte Arme, fester Stand, dieser Blick, der aus einer Frage sehr schnell eine Richtung machen konnte.

Sie sagte seinen Namen diesmal nicht als Bremse. Nur leise, fast nebenbei.

"Riuen ..."

Ihr Blick blieb kurz bei ihm, dann ging er zurück zu Q'Tahem. Der Nautolaner hatte die Frage bereits aufgenommen, und als er antwortete, kamen Ziost, Kestrel, Sane, Kira, Sturn und Zoey mit in den Raum. Die Luft wirkte gleich voller.

Bei Zoeys Namen wurde Elise still. Thearterra hatte die Archäologin noch in einer anderen Farbe gezeigt. Neugierig, ehrgeizig, zu nah an Dingen, die besser unter Eis und Staub geblieben wären. Später war Kast gekommen. Danach hatte der Name keinen harmlosen Klang mehr.

"Zoey zieht eine ziemlich hässliche Linie durch mehrere Orte", sagte Elise. "Thearterra, Ziost, Kast. Als Spur sollten wir sie ernst nehmen."

Sie sah Q'Tahem an, und ihr Blick wurde etwas weicher.

"Was genau ist passiert auf Ziost? Nur, was du willst und kannst ... "

Als er beiläufig an seine Tentakelprothese fasste, folgte ihr Blick der Bewegung einen kurzen Moment. Dann sah sie wieder in sein Gesicht.

"Q'Tahem, du siehst aus, als hätte dich die Galaxis ausgespuckt und vergessen, sich dafür zu entschuldigen." Das war flapsig gesagt, doch darunter lag echte Sorge.

Dann fiel Briannas Name, und Elise wurde wacher. So schnell, dass ihr Nacken sich sofort beschwerte. Sie verzog leicht das Gesicht und ignorierte es mit mäßigem Erfolg.

"Brianna hat nach Formwandlung gefragt?"

Ihre Finger strichen über die Decke. "Das klingt nach einer Frage, die irgendwoher kommt. Was genau hat sie gesagt?"

Sie sah kurz zu Riuen. "Brianna sollten wir mitdenken. Für die medizinische Seite, für ihre Einschätzung. Vielleicht auch für die Frage, ob wir bei diesem Ghul Thema völlig am falschen Ende suchen."

Q'Tahem fragte nach dem Ursprung, nach der Macht, nach den Heilern. Elise lehnte sich wieder etwas tiefer in das Kissen, weil ihr Körper inzwischen sehr nachdrücklich fand, dass Sitzen und Reden zwei verschiedene Sportarten waren. "Wir wurden damals getrennt", begann sie. "Thearterra war ein einziger Knoten. Tempel, Ghule, alte Spuren, Zoey, Janus, Kestrel, Sane, Sarissia, Markus. Jeder hatte nur Stücke davon in der Hand."

Sie rieb mit dem Daumen über ihre Handfläche.

"Ich kann dir gerade keinen sauberen Moment nennen, an dem es passiert ist. Ich weiß, dass es mit den Ghulen zusammenhängt. Und ja, ich spüre es in der Macht."

Kurz ging ihr Blick zu Riuen. Er hatte gesehen, wie schnell aus einem Gespräch ein Zusammenbruch werden konnte.

"Es fängt körperlich an. Nerven, Atmung, Schmerz. Dann wird die Wahrnehmung schief. Geräusche passen nicht mehr richtig, die Macht fühlt sich trüber an, schwerer. Beim letzten Mal war ich mit Riuen im Gespräch, und im nächsten Augenblick war alles weg."

Sie sagte das sachlich, weil jede andere Art von Erzählung mehr Raum bekommen hätte, als sie gerade geben wollte. "Die Heiler haben meinen Körper stabilisiert. Ian Dice hat in der Macht etwas gespürt und musste abbrechen. Seit ich wach bin, ist es ruhiger. Mein Körper hält es im Moment zurück. Das ist das Zeitfenster."

Das Wort Zeitfenster gefiel ihr nicht besonders, aber es war brauchbar. Besser als Hoffnung. Hoffnung hatte immer diese unangenehme Angewohnheit, sich hübscher anzuziehen als die Lage.

"Morgen sprechen wir mit Eowyn. Brianna kommt auf die Liste, oder?" sah sie fragend zu Riuen. "Tenia und Kestrel warten wir ab. Und du, Q'Tahem ..."

Sie sah ihn direkt an.

"Ich erinnere mich an die Kuppeln im Eistempel, kaltes Licht, Zoey und irgendwelche Spritzen. Dort war das Serum, was mich vom Ghul wieder zum Menschen machte." sie rieb sich die Nase. "Wenn du mich fragst müssten wir genau diesen Ort finden. Aber ich kann mich nicht an alles erinnern."

Ihr Blick wanderte zwischen Riuen und Q'Tahem hin und her.

Coruscant – Jedi Tempel – Krankenstation – mit Riuen und Q'Tahem
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Ratssaal – per Holo: Joseline, Satrek (inaktive SCs) – Elonore, Rornan, Murrar (NPCs), Ian, Eowyn und Wes

Eowyn war nervös, keine Frage, und das war ihr unbenommen. Fast alle Jedi waren nervös, wenn sie vor den Rat gerufen wurden und nicht genau wussten, warum eigentlich. Es gab Ausnahmen, Brianna war vermutlich eine, aber viele waren es nicht. Sowas kam nicht oft vor im Leben eines Jedi. Padawane wurden von einzelnen Räten befördert und nicht immer im Ratssaal. Häufig ließen sich diese und andere Angelegenheiten in den Büros der Räte abwickeln. In den Ratssaal zitiert zu werden und da vor der versammelten Runde der (zum momentanen Zeitpunkt verfügbaren) Räte zu stehen, war selten. Einen Anlass gab es, bei dem das eigentlich immer der Fall war (mit ein paar Ausnahmen in der Zeit nach dem Fall Corellias), nämlich die Ernennung eines neuen Ratsmitglieds.

Wes war auch ein bisschen nervös, denn es war sein erstes Mal. Er selbst war eine jener Ausnahmen und er hatte gehört, dass es eigentlich gar keine so große Sache war, in den Rat berufen zu werden. Nicht wie das Brimborium, das sie während Eowyns Holonetbeförderung veranstaltet hatten mit Lichtschwerten und sämtlichen Jedi-Klischees. Er hatte nachgelesen, wie solche Beförderungen früher abgelaufen waren und sich ein bisschen etwas zurechtgelegt, aber gerade mit der Vorgeschichte bei Eowyn sollte diese Beförderung besser auf den Punkt sein.

Immerhin nahm Eowyn seine erste Ansprache positiv auf. Sie dankte ihm und allen anderen Räten, blickte in die Runde, erwartungsvoll, was nun passieren würde. Nach einem kurzen Moment sprach sie weiter, betonte, nicht perfekt zu sein, sich aber anstrengen würde, besser zu werden.


»Niemand hier in dieser Runde ist perfekt, noch halten wir uns dafür,«

Erwiderte Wes. Es gab zustimmendes Nicken von den anderen Räte.

»Perfektion ist der Feind des Bemühens. Perfektion führt schnell zu Hochmut. sie birgt die Gefahr, uns vom Weg der Hellen Seite ab. Wir dürfen nie aufhören, uns zu hinterfragen und zu überlegen, was wir hätten besser machen sollen. Vor langer Zeit gab es einen Jedi-Orden, von dem man dachte, er wäre perfekt. Und doch kollabierte er beinahe in einem Augenblick. Er war bequem und selbstgefällig geworden und hatte die heraufziehende Gefahr nicht kommen sehen. Das Schicksal des alten Jedi-Ordens sollte uns Lehre und Mahnung bleiben.«

Nach seinen Worten dachte der Taanaber ein wenig an all die Generationen von Jedi, die an diesem geschichtsträchtigen Ort ausgebildet worden waren. Tausende Räte, die ernannt worden waren. Unzählige Leben, die gelebt worden waren. Man fühlte sich ganz schnell klein und unbedeutend, wenn man daran dachte, was der Jedi-Tempel schon alles erlebt hat und was in ihm passiert war.

»Und damit kommen wir zur Hauptsache: bist du bereit, Eowyn El'mireth, dem Jedi-Orden als Mitglied dieses Hohen Rates zu dienen?«

Anschließend sah Wes in die Runde, als er mit den Formeln fortfuhr, von denen er gelesen hatte.

»Sind wir alle bereit, Eowyn El'mireth in unserer Runde aufzunehmen, als Gleiche unter Gleichen, weder höher-, noch niedrigergestelltim Rang?«

Erneutes Nicken in der Runde, Wes konnte also fortfahren:

»Bist du bereit, deinen Platz an diesem Sanktum des Friedens einzunehmen, frei von Neid und Egoismen?

Sind wir alle bereit, diesen Ort zu einem zu machen, der offen ist für neue Ideen und freier Meinungsäußerung? Einem Ort des gegenseitigen Respekts, des gemeinsamen Handelns für einen noblen Zwecks, für das größere Wohl?«


Wieder wartete der Taanaber die Reaktionen der übrigen Räte ab.

»Vertraust du darauf, dass es keine Emotionen gibt, nur Frieden?
Vertraust du darauf, dass es keine Ignoranz gibt, nur Wissen?
Vertraust du darauf, dass es keine Leidenschaft gibt, nur Gelassenheit?
Vertraust du darauf, dass es kein Chaos gibt, nur Harmonie?
Und vertraust du darauf, dass es keinen Tod gibt, nur die Macht?

Dann lasst uns alle gemeinsam die Worte unseres Kodexes sprechen.«


Nach dem erneuten Zitat des Kodexes war es wieder an Wes, die finalen Worte zu sprechen.

»Gelobst du, Eowyn El'mireth, einzustehen mit all deiner Kraft für den Gedeih des Jedi-Ordens, für den Fortbestand der Republik und das Wohl der ganzen Galaxis?
Gelobst du einzustehen für die Freiheit aller Wesen, für gleiche Rechte ohne Ansehen von Spezies oder Gesinnung, für Frieden überall, an allen Orten und zu jeder Zeit?
Gelobst du, einzustehen für die Tugenden der Klugheit, der Gerechtigkeit, der Tapferkeit und der Besonnenheit?
Gelobt jeder und jede einzelne von uns für all diese Dinge einzustehen? Dann antwortet mit ›ja‹.«


Innerlich stieß Wes einen leichten Seufzer aus. Der formelle Teil war damit erledigt und zumindest soweit er es beurteilen konnte, ohne größere Unfälle. Jetzt musste nur noch Eowyn mitspielen und er hätte seine erste Ratsbeförderung erfolgreich absolviert.

Coruscant – Jedi-Tempel, Ratssaal – per Holo: Joseline, Satrek (inaktive SCs) – Elonore, Rornan, Murrar (NPCs), Ian, Eowyn und Wes
 
[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Rornans Büro ] Arlen und Leela, sowie (NPCs) Rornan

Stumm aber aufmerksam verfolgte Arlen den weiteren Wortwechsel zwischen Rat Elliundi und seiner neuen Kollegin. Er hatte nichts beizutragen und ihm stand es auch nicht zu, Fragen zu stellen. Die fallengelassenen Details durchaus interessant genug. Hier war es, das Fingerspitzengefühl: Lieutenant Kaveri sollte Informationen an den NRGD weitergeben und der Rat diktierte, welche das sein würden und in welchem Umfang die Übergabe stattfinden sollte. Das allein schon war lehrreich, von dem brisanten Inhalt der Worte ganz zu schweigen.

Als dieses Thema abgeschlossen war, wurde das Gespräch dann wieder alltäglicher. Es ging darum, dass der Rat ihr einen Padawan vorschlagen wollte. Elliundis Kommentar, dass der Rat sich ‚eher selten‘ in derlei Angelegenheiten einmischte, entlockte Arlen dann doch das Hochziehen einer Augenbraue – und direkt im Anschluss der schuldbewusste Blick zu Boden. Er selbst hatte ja auch allen Anlass geliefert, ihm Tha’klen wegzunehmen.

Diesen unangenehmen Gedanken im Hinterkopf, endete das Treffen schließlich. Arlen erhob sich und nickte Lieutenant Kaveri zu.
„Wir sehen uns dann auf dem Schiff wieder, nehme ich an. Oder reist Ihr separat?“ An Rat Elliundi gewandt fügte er hinzu: „Ich danke noch einmal für den spontanen Termin und hoffe, dass mein nächster Bericht erfreulicher verlaufen wird.“

Dann wandte er sich zum Gehen.

Sein erster Weg führte ihn zu Faith. Sie hatten sich erst gestern gesehen, doch er hatte beschlossen, vor seiner Abreise noch so lang wie möglich bei ihr zu sein. Selbst wenn sie Zeit genug dafür gehabt hätten, gleich drei Tage ungestört aufeinanderzuhängen – es wäre zu wenig gewesen. Und genau so fühlte es sich auch an.

Schließlich musste Arlen sich wieder auf den Weg machen. Es war ein schmerzhafter Abschied, der auch von ihrem gegenseitigen Versprechen, sich regelmäßig per Com zu kontaktieren, nicht besser gemacht wurde. Es gab Tränen, Umarmungen und auch mehr als einen Abschiedskuss. Und dann kam Faith doch noch zum Packen mit in sein Quartier.

An sich gab es gar nicht so viel, was Arlen benötigte. Die Mission war undercover, also brauchte er keine weitere Jedi-Robe als die, die er trug. Sein Lichtschwert trug er ohnehin am Gürtel und eine echte Verkleidung hatte er auch noch nicht. Und so war die Tasche, die er am Ende mitnahm, zwar schwerer als, was er von Kelada mitgebracht hatte, aber auch nichts, was nicht in einen kleinen Rucksack gepasst hätte.

Und dann war es wieder so weit. Ein letztes Mal verabschiedeten sich Arlen und Faith, bevor er sich auf den Weg machte. Nachdem er den Tempeleingang hinter sich gelassen hatte – natürlich hatten sie einen weiteren Weg gefunden, es noch ein Stückchen hinauszuzögern – zog er endlich sein Comlink aus der Tasche und wählte die Nummer, die Voorpak ihm bei ihrem Treffen gegeben hatte.

„Du hast es sicher schon erfahren, aber – bin dabei.“, tippte er in das kleine Gerät und beobachtete, wie die Nachricht binnen Sekunden ankam, gelesen und beantwortet wurde. Daumen hoch, eine Adresse, nichts weiter. Arlen schmunzelte und hob eine Hand, um im dichten Berufsverkehr Coruscants ein Taxi zu rufen. So begann es also, der nächste Abschnitt in seinem Leben.

Nicht mehr nur Ritter Merillion, sondern auch Agent.


[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Vor dem Jedi-Tempel / Taxi ] Arlen
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum, Nikis und Sarina

Als Nikis bei der Erwähnung des Sith aufschreckte, blieb Sarina ruhig. Sie erklärte, dass dieser Sith, Ian Dice, bereits seit einer Weile im Temple war. Nikis musste seine Kinnlage langsam wieder hochklappen. Er überlegte, was bloß der Plan des Rates sein könnte, einem Sith so viele Freiheiten zu geben.

Nikis Gedanken wirbelten immer noch, als er das Holo stoppte und die Meisterin nach ihrer Meinung fragte. Sarina schien etwas über die Frage zu grübeln, kein Wunder, wenn sie ihn gefragt hätte, dann wäre bei ihm auch keine spontane Antwort vorhanden.

Sarina proklamierte das jeder der jetzt noch bezweifelte, dass diese Gruppe auf dem Gewissen hatte, verrückt sei. Für Nikis war das nicht eine besonders radikale Aussage, er Verstand nicht wieso so viele Wesen es als negative empfinden das die Jedi eine solche Tat verbringen konnten, Die Jedi und Sith sind Todfeinde, das so etwas irgendwann passierte war unausweichlich, die Jedi waren nur schlau genug den ersten Zug zu machen. Etwas nagte aber an ihm, solche Methoden waren nicht die Wege der Jedi, ein Sentiment dem Sarina zuzustimmen schien, sondern die der Sith.

Sarina sprach weiter und vermutete das diese Gruppe wahrscheinlich Konsequenzen erhalten würde, Nikis könnte sich nicht weniger um den SIth scheren, aber Meisterin El'mireth verdiente besseres, sie war eine Heldin, wären die Jedi nicht so bescheiden dann sollte man fordern das sie durch die Straßen triumphiert wird.

Schließlich fragte Sarina Nikis über seine Meinung. Initial wollte er ihr einfach zustimmen, sie war immerhin die Ritterin und er nur ein Anwärter, doch sie ermutigte ihn seine wahre Meinung zu teilen.


“Ich bin mir unsicher. Nicht dass ich die Fähigkeiten der Rätin und ihren Verbündeten, sowie deren Verletzungen und Einigung mit der Macht leugnen möchte, aber klingt es nicht ein bisschen einfach? Eine Gruppe Jedi dringt in das tiefste Sanktum des Imperator auf seiner persönlichen Festungswelt ein, tötet ihn und entkommt danach sogar noch. Es wirkt mir alles zu gut, um wahr zu sein.”

Nikis schaute auf das erstarrte Holo, zu sehen war immer noch Ian Dice, der Sith “Ich vertraue ihm nicht, ich kann einfach nicht glauben das jemand der fast bis an die Spitze der Sith Hierarchie geklettert ist, der die Dunkle Seite so nahe an sein Wesen lässt, einfach plötzlich ein Gewissen entwickelt.” Nikis starrte weiter das Bild an, sein Kopf ratterte. “Viele der Sith sind ambitionierte Monster, aber sie sind auch für ihre Tücke bekannt. Egal wie Allegious es verpackt hätte, Frieden, egal wie falsch, wird keine beliebte Entscheidung in seinen Reihen gewesen sein. Was ist, wenn er tatsächlich das Opfer einer internen Intrige wurde und die Jedi als Schwert fungiert haben.” Er murmelte die letzten Sätze etwas vor sich her, als er immer noch auf das Holo guckte, doch als sich die Puzzleteile verbanden, wurden seine Augen größer und seine Stimme wieder etwas lauter. “Auf diesem Weg haben die Sith einen neuen Anführer und einen Kriegsgrund, das würde erklären, warum so schnell und relativ friedlich eine neue Imperatorin ernannt wurde!”

Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum, Nikis und Sarina
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Tari Haakos Zimmer, Tari und Nebbra (NPC)

Tari Haako wirkte auf den ersten Blick zurückhaltend und höflich, was Nebbra als positiv empfand. Das war ihr lieber als die Anwärter der Sorte "Ich bin der Kanzler der Galaxis, ich habe Potential!", und ohnehin war das die Gruppe von Personen, die es bei den Jedi weiterbrachte als eben jene Überflieger. Er setzte sich ihr gegenüber, was sie mit einem kleinen Lächeln kommentierte, und überlegte dann, bevor er ihr irgendeine Antwort hinschmiss. Ebenfalls etwas, das Nebbra besser fand, als sofort mit allem möglichen herauszuplatzen, aber sie wusste auch genau, dass Nervosität oftmals dazu führte, dass neue Anwärter so handelten. So etwas bewertete sie daher nie wirklich, aber sie war ehrlich genug zu wissen, wann sie irgendetwas dennoch beeinflusste, ohne, dass sie es wollte.

Der Neimodianer kam also von Cato Neimoidia. Und es schien zu stimmen, was sie von den Neimodianern gehört hatte – nichts Gutes, auf jeden Fall. Es musste hart sein für jemanden, der über Empathie und Mitgefühl verfügte, auf einem solchen Planeten aufzuwachsen. Umso beeindruckender, dass Tari sich dem nicht gebeugt hatte, sondern für seine Überzeugungen eingestanden war. Definitiv etwas, was er brauchen würde, sollte er ein Jedi werden, und es war umso besser, dass er diese Fähigkeit schon besaß.
Nebbra nickte langsam, als Tari von seinem ersten Machteinsatz erzählte. Das klang tatsächlich sehr nach einer Machtsensitivität, und auch der impulsive erste Einsatz kam häufig in einer Gefahrensituation vor. Sie würde ihn trotzdem testen müssen, einfach, um sicherzugehen, aber das alles sah doch schon sehr gut aus. Mit ein kleines bisschen Glück hatten sie hier wirklich einen neuen Anwürter gefunden – wenn ihm bewusst war, was es bedeutete, ein Jedi zu sein. Das war eigentlich die größte Gefahr bei neuen Anwärtern. Sie überschätzten sich, oder eher, sie unterschätzten, was die Aufgabe als Jedi mit sich brachte. Das hier war kein einfacher Beruf, den man abends um fünf wieder ablegte. Man lebte für den Orden, und in manchen Fällen starb man sogar für ihn. Jetzt, wo wieder Krieg herrschte, war diese Wahrscheinlichkeit wieder gestiegen.


"Das klingt doch alles erst mal sehr positiv", lächelte Nebbra Tari zu. "Ich würde die Machtsensitivität gerne testen", sie wies auf das kleine Gerät neben sich, "einfach, um sicher zu gehen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass da etwas überraschendes herauskommt. Es ist nur ein Pieks in den Finger, um etwas Blut zu bekommen. Darf ich?"

Routiniert desinfizierte Nebbra nach seiner Erlaubnis Taris Finger, stach hinein und ließ drei Tropfen Blut auf einen Streifen tropfen, welchen sie danach ins Analysegerät steckte, ohne Taris Hand in der Zwischenzeit loszulassen. Dann tastete sie mit der Macht nach seinem Körper und der kleinen Wunde und verschloss sie wieder – etwas, was sie, seitdem unter anderem sie für die Anwärter verantwortlich war, bis zum Umfallen geübt hatte. Es war wesentlich ressourcenschonender als ein Pflaster aufzukleben und dazu noch viel angenehmer. Dann entließ sie auch seine Hand aus ihrer Verantwortung.

"Das dauert jetzt ein paar Minuten.
Es scheint so, als ob Euer Leben bisher nicht gerade immer leicht verlaufen ist"
, fuhr sie dann mit dem Gespräch fort. "In einer solchen Gesellschaft für das richtige einzutreten kann belastend sein. Es ehrt Euch, dass Ihr nun den Wunsch hegt, ein Jedi werden zu wollen, und Ihr habt Recht, dieses Talent ist äußerst selten und wir freuen uns über jede Person, die es für das Gute nutzen möchte.
Aber ich möchte Euch auch warnen."


Sie wurde ein wenig ernster.

"Das Leben als Jedi ist... nicht immer einfach. Besonders jetzt, wo die Republik sich wieder im Krieg befindet, müssen wir viel aushalten und tragen auch viel Verantwortung. Das kann mitunter sehr belastend sein, und nicht jeder, der sich uns anschließt, erträgt diesen Druck. Das ist auch in Ordnung – Ihr verpflichtet Euch nicht auf Lebenszeit, falls Ihr dem Orden beitritt. Aber natürlich solltet Ihr Euch dessen vorher bewusst sein und diese Entscheidung wohlüberlegt treffen, da wir auch Zeit in Eure Ausbildung investieren. Denn mir ist ganz wichtig zu sagen, dass Ihr nicht verpflichtet seid, dieses Talent, diese Fähigkeit, zu nutzen und für uns einzusetzen. Nicht jeder ist dafür gemacht, und es ist keine Schande, dies zuzugeben.
Ansonsten..."


Nebbra lächelte jetzt wieder.

"Ihr habt sicher einige Fragen. Möchtet Ihr sie mir stellen?"

Coruscant - Jedi-Tempel - Tari Haakos Zimmer, Tari und Nebbra (NPC)
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Ratssaal, mit Ian und Wes sowie Murrrar, Eleonore und Rornan; Satrek und Joseline per Holo (NPCs)

Wes hatte ja recht. Vermutlich stimmte das – niemand war perfekt. Und wenn Eowyn etwas nicht zu eigen war, dann war es Hochmut, zumindest hoffte sie das. Wobei man dergleichen auch nie wirklich ausschließen konnte, denn war es nicht auch hochmütig zu denken, man wäre nicht hochmütig? Sie schob den Gedanken beiseite. Auf jeden Fall war richtig, dass sie sich immer hinterfragen sollten, und das musste Wes ihr ganz sicher nicht zwei Mal sagen. Sie würde definitiv nicht aufhören, sich zu hinterfragen, vermutlich tat sie es sogar zu viel. Ihr bestes würde nicht genug sein für diesen Rang, aber trotzdem musste sie alles geben, was sie hatte, das war klar. Wie viele vor ihr hatten schon diese Gedanken gehegt? Eowyn hoffte sehr, dass diese Geschichten gut ausgegangen waren.

Wes machte eine kurze Pause und fuhr dann fort, begann mit dem Hauptteil, und Eowyns Herz begann erneut, ein wenig schneller zu klopfen. Okay, das vorher war es offensichtlich noch
nicht gewesen, da kam noch etwas nach. Etwas, das höchst offiziell klang. Und sie hatte keine, absolut keine Ahnung, wie das hier ablief. Sie konnte es nicht leiden, in etwas gestoßen werden, von dem sie nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte und was auf sie zukam, und hier war sie nun auch noch eine Art Hauptperson. Shavit. Sie musste jetzt verflixt aufpassen und nicht schon wieder einen Fehler machen.

Sie räusperte sich und hoffte einfach, dass ihre noch immer lädierte Stimme sie jetzt nicht im Stich lassen würde.
Ja, sagte sie so deutlich sie konnte. Na das war ja schon mal gut gelaufen. Die nächste Frage wandte sich an den Rest des Rates, und jetzt war Eowyn auch klar, weshalb so viele wie möglich anwesend waren. Natürlich, das war alles wahrscheinlich eher symbolisch zu sehen, aber andererseits machte es bewusst, was sie hier alle waren – ein Gremium, welches gemeinsam entschied.
Dann hörte sie weiter zu, was Wes aufzählte. Zum Glück war der nächste Punkt etwas, den sie aus tiefstem Herzen ebenfalls mit
Ja beantworten konnte, Neid und Egoismus waren ihr fremd. Die folgende Frage ging wieder an alle, was Eowyn erneut etwas Ruhe ermöglichte, und Wes' Aufzählung war auf jeden Fall etwas, das sie so unterstützen konnte. Zwar hatte sie etwas Zweifel, dass es hier immer so ablief, aber einen Versuch war es wert, oder?

Dann aber war sie wieder an der Reihe. Der Kodex. Der Kodex, mit dem sie manchmal doch etwas auf Kriegsfuß stand. Wobei das eher daran lag, dass sie nicht immer in der Lage war, ihn einzuhalten, nicht, dass sie nicht glaubte, dass er
richtig war.
Sie konnte daher die ersten vier Fragen problemlos mit
Ja beantworten, bevor die fünfte kam. Keinen Tod - nur die Macht. Ihr wunder Punkt seit Va'art, ein wunder Punkt, der sie auf Bastion bis an ihre Grenzen gebracht hatte, dort unten in den Katakomben. Eowyn schloss kurz die Augen. Vertraute sie darauf? Konnte sie darauf vertrauen? Sie öffnete die Augen wieder, und es war ihr für einen kurzen Augenblick so, als ob sie Ahna hinter Wes stehen sehen konnte; ein Bruchteil einer Sekunde, vielleicht nur eine Illusion, eine Einbildung, eine Spiegelung oder ein Wunschdenken... Sie riss die Augen etwas auf, aber der Moment war vorbei. Ahna... war nicht hier. Und würde es auch nicht mehr sein.
Aber war es nicht so? Die Pau'anerin war in die Macht eingegangen. Sie hatte es gesehen, mit eigenen Augen, sie hatte es sogar gespürt. Sie
musste einfach darauf vertrauen, dass die Macht allgegenwärtig war. Nur, weil sie aktuell mit dem Thema nicht klarkam, bedeutete das nicht, dass sie nicht irgendwann ihren Frieden damit finden würde. Und Ahna... Ahna hatte es bewiesen.

Ja, sagte sie also auch hier mit ein wenig Verzögerung schließlich, vielleicht nicht ganz so überzeugt, wie sie gesollt hätte, und bekam die Gelegenheit, sich wieder zu sammeln, als sie den Kodex sprachen. Einen kurzen Moment dachte Eowyn dabei an Ian hinter ihr und daran, wie sie ganz zu Beginn ihres Kennenlernens versucht hatte, ihm den Kodex zu erklären. Ob er mittlerweile anders zu diesen Zeilen stand, oder war es für ihn eher schwierig, hier zuzuhören? Sie hatten nie wieder wirklich darüber gesprochen, genauso wenig wie darüber, ob er das Angebot des Rates, ein Jedi zu werden, annehmen wollte... Doch dann konzentrierte sie sich wieder auf die Worte, die mittlerweile ihr ganzes Leben beherrschten.

Es war noch nicht vorbei, wie sie eigentlich gedacht hätte. Wes richtete erneut das Wort an sie, aber diese Fragen waren einfacher, wesentlich einfacher als die zuvor, und ihr Herz beruhigte sich wieder. Sie antwortete Wes drei Mal mit
Ja, fast schon gelassen, auf jeden Fall überzeugt, und wartete ab, als alle anderen auch ihr "Ja" sprachen.
Wes schien danach irgendwie... entspannter, auch, wenn Eowyn nicht festmachen konnte, wieso sie das dachte. War es das gewesen? Es war seltsam, eigentlich hatte sie nicht viel gemacht, nur ein wenig gesprochen, aber die Anspannung in ihr war dennoch vorhanden und zehrte an ihr, und sowieso begann ihr Herz schon wieder schneller zu klopfen, völlig ohne Grund. Was war nur los mit ihr? Und das heute, wo doch noch so viel anstand. Unsicher lächelte sie ein wenig, um zu überspielen, wagte es aber nicht, irgendetwas zu sagen. Das lag immer noch in den Händen des Rates, befand sie – in dem Fall wohl von Wes. Nett vom Rat, dass ausgerechnet er diese Aufgabe übernehmen hatte dürfen...


Coruscant - Jedi-Tempel - Ratssaal, mit Ian und Wes sowie Murrrar, Eleonore und Rornan; Satrek und Joseline per Holo (NPCs)
 
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