Coruscant

[Coruscant / Jedi Tempel / Krankenstation / Wartebereich] in der Nähe Brasso, Miran, Droiden und jede Menge Heiler

Selbst am frühen Morgen hatte die Krankenstation etwas Kaltes, etwas Steriles. Zudem war hier bereits viel los. Ständig lief jemand durch den Gang oder in beziehungsweise aus einem Behandlungszimmer. Q’Tahem würde sich wohl nicht so schnell daran gewöhnen können.

Genauso wenig wie er sich an die Geräusche in der Krankenstation gewöhnen würde. Aus manchen Räumen kam Stöhnen, aus anderen Schreie, wieder andere waren erschreckend still und nur das mechanische Surren von Geräten war zu vernehmen. Heute waren es weder Schreie noch Stöhnen, was seine Aufmerksamkeit erregte, sondern Husten. Es war ein kurzer Husten, der schon nicht ganz so gut klang, dann aber folgte ein weiterer. Er begann leise, wurde jedoch schnell heftig. Schabend und scheppernd. Der Nautolaner konnte nicht anders, als die Quelle zuerst interessiert, dann aber schnell besorgt anzuschauen.
Es war ein Abednedo, der sich vor Husten krümmte. Eine Hand hatte er in seine Seite gestemmt. Dem Abednedo war deutlich anzusehen, dass er ein Leben voller harter Arbeit führte, oder geführt hatte, da war sich Q’Tahem nicht ganz sicher. Der größte Teil seiner Kleidung versteckte sich unter einem abgegriffenen, beigen Poncho. Ein flüchtiger Blick an seinen Gürtel zeigte, dass er allerlei Werkzeuge sorgfältig aneinander gereiht hatte.
Der Hustenanfall des Wesens ebbte ab und er richtete sich wieder auf. Langsam lief er zu der Bank ihm gegenüber und setzte sich. Eine Elektrolanze lehnte er dabei neben sich.

‚Der sieht aus, als hätte er die Hölle gleich mehrfach gesehen’, dachte sich Q’Tahem und bemühte sich nicht zu starren.

Diese Bemühungen legte er jedoch nieder, als ihm auffiel, dass der Abednedo ihn ebenfalls interessiert musterte.
Er spürte, wie der Blick über seine ausgemergelten Arme glitt, an seinem Gehstock entlang und zu seiner metallenen Tentakelprothese an seinem vorderen Tentakel. Q’Tahem zwang sich seine Hände auf dem Stock vor sich anzuschauen und ein kurzes Schmunzeln fuhr ihm über sein Gesicht, als ihm auffiel, dass er das über den Abednedo gedacht hatte, was dieser wohl in diesem Moment auch über ihn dachte.
Einige Momente saßen die zwei sich schweigend gegenüber, dann ergriff der Abednedo das Wort. Seine kratzige Stimme schabte förmlich durch die Luft und Q’Tahem musste unterbewusst beim Klang schlucken.


Man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran, dass sie einen hier ständig auseinandernehmen wollen… Ich hoffe nur, sie setzen einen hinterher auch wieder richtig zusammen.

, sprach dieser beiläufig.
Für einen kurzen Moment richtete Q'Tahem seinen Blick wieder auf seinen Gegenüber und zog einen Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen hoch.


Wenn man noch alle Teile hat, dann denke ich schaffen die das schon…

, erwiderte er daraufhin und sah den Abednedo direkt an. Hinter ihm erklang das markante Zischen der Behandlungszimmertür und die freundliche Stimme von Randok war zu hören.

Ritter Gaar… Du bist früh dran heute, komm bitte rein.

, sprach die Zabrak in seinem Rücken und legte ihm sanft eine Hand auf die Schulter.
Der Nautolaner nickte dem Abednedo freundlich zu und richtete sich, etwas wackelig auf.


Wird Zeit zusammengebaut zu werden…

, meinte er mit einem Schmunzeln.

Randok führte ihn in das Behandlungszimmer, und die Tür glitt hinter ihnen zu.
Die Untersuchung verlief wie an den Tagen zuvor. Gewicht, Blutwerte, Muskelmasse. Randok fragte nach seinem Schlaf, nach seinem Appetit, nach Schmerzen. Q'Tahem antwortete kurz, präzise, ohne viel drumherum. Die Zahlen wurden stetig besser. Nicht gut… aber besser.


Es wird langsam besser…, stellte Randok fest, als sie die Werte auf dem Datapad prüfte, Langsam… Aber kontinuierlich… Das ist gut!

Q'Tahem nickte nur.

Die Nährstoffdrinks bleiben aber vorerst!

Er seufzte leise und sah die Jedi Heilerin unglücklich an.

Ich hatte gehofft, die langsam loszuwerden…

, meinte der Nautolaner und sah Randok hoffnungsvoll an, diese schüttelte nur den Kopf.

Noch ist es zu früh dafür… Aber wenn ich ehrlich sein darf...

, sie nickte in Richtung des Stocks.

... den würde ich wieder weglegen… Der Körper gewöhnt sich schnell an solche Hilfsmittel und beim Wiederaufbau ist das nicht förderlich.

Q'Tahem umklammerte den Stock nachdenklich.

‚Vielleicht?’, dachte er. Dann schüttelte er den Kopf.


Dafür bin ich noch nicht bereit…

, meinte er und zwang sich dann den Drink herunter. Er schmeckte immer noch furchtbar.
Als er die Krankenstation verließ, war der Abednedo nicht mehr zu sehen. Ein bisschen enttäuscht war er irgendwie. Etwas in ihm hätte gerne nochmal mit dem Abednedo geredet.

Der nächste Tag brachte Q'Tahem wieder in die Krankenstation. Er hatte in seinem Zimmer versucht, den Stock beim Gehen wieder wegzulassen, doch die Schritte fühlten sich einfach noch zu wackelig an. Der Weg damals zu Elises Krankenzimmer hatte ihn ohne Stock so viel Kraft gekostet und er war so langsam unterwegs gewesen. Mit Stock fühlte er sich witzigerweise mobiler.
Daher war er wieder mit seinem Stock dort, jedoch versuchte er sich etwas weniger darauf zu verlassen.

Diesmal saß der Abednedo bereits dort, auf der gleichen Bank wie am gestrigen Tag.


Noch nicht repariert?

, fragte er ihn etwas sarkastisch, während er sich von dem stetigen Klacken seines Stockes begleitet seinen Weg zu der anderen Bank bahnte. Etwas kontrollierter als gestern, senkte er sich dann darauf ab.

Für einen Moment schwieg er, dann richtete er sich etwas auf.


Übrigens… Mein Name ist Q'Tahem.

Er machte eine kurze Pause.

Für den Fall, dass wir uns weiter hier treffen…

[Coruscant / Jedi Tempel / Krankenstation / Wartebereich] mit Brasso, Droiden und jede Menge Heiler
 
[Coruscant / Mittlere Ebenen / Geschäftsviertel / Umbau eines gehobenen Hotelkomplexes] – Trest Ork'var, Selka Rinn (NPC, Projektleiterin), Daro Venn (NPC, externer Bauleiter) und weitere Mitarbeiter


Neun Tage. Neun vollständige Tage hatte der Umbau inzwischen gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan verloren, und wenn Trest Ork'var die vor ihm ausgebreiteten Projektunterlagen richtig verstand, bestand eine ausgezeichnete Aussicht darauf, dass aus diesen neun Tagen bald vierzehn werden würden. Er betrachtete zunächst das Datapad seiner Projektleiterin, anschließend die halb fertiggestellte Deckenverkleidung und schließlich jene Stelle im Boden, an der einmal ein dekorativer Springbrunnen stehen sollte. Im Augenblick erinnerte sie eher an die Überreste eines besonders gründlichen Bombenangriffs.

Das großzügige Foyer gehörte zu einem gehobenen Hotelkomplex in den mittleren Ebenen Coruscants, dessen neuer Eigentümer eine umfassende Modernisierung in Auftrag gegeben hatte. ORK'VAR Inc. verantwortete die Projektentwicklung und die wirtschaftliche Koordination, während mehrere unabhängige Fachunternehmen die eigentlichen Bauarbeiten ausführten. Auf den holografischen Entwürfen präsentierte sich das zukünftige Hotel bereits als ausgesprochen beeindruckendes Gebäude. In der Realität roch es noch nach aufgetragenen Baustoffen, überall arbeiteten Handwerker, und eine größere Anzahl dekorativer Wandverkleidungen wartete offenbar seit geraumer Zeit auf ihre endgültige Bestimmung.

Dabei war Trest grundsätzlich zufrieden mit dem Auftrag. Das Vorhaben besaß eine vernünftige Finanzierung, einen durchaus anspruchsvollen Bauherrn und bei erfolgreichem Abschluss das Potenzial, weitere Kunden aus der gehobenen Hotellerie anzuziehen. Dass solche Projekte gelegentlich Schwierigkeiten bereiteten, gehörte zum Geschäft. Schwierigkeiten waren schließlich nichts anderes als Aufgaben, für deren Lösung irgendjemand bezahlt werden musste. Weniger begeistert war er allerdings davon, wenn seine eigenen Mitarbeiter diese Schwierigkeiten erst dann erwähnten, wenn sie bereits erhebliche Kosten verursacht hatten.

„Selka, erklären Sie mir bitte noch einmal, weshalb dieser Bereich seit vier Tagen praktisch stillsteht.“

Die menschliche Projektleiterin, eine Frau mit dunklem Haar, überflog die Unterlagen auf ihrem Datapad.

„Bei der Verlegung der neuen Versorgungsleitungen wurde von der genehmigten Ausführungsplanung abgewichen. Das ausführende Unternehmen hält die Änderung für technisch unbedenklich, aber wir benötigen eine erneute Prüfung und anschließend eine entsprechende Freigabe.“

Trest
sah zu dem neben ihr stehenden Bauleiter. Daro Venn war beinahe einen Kopf größer als er, besaß breite Schultern und jene ruhige Selbstsicherheit, die sich manche Fachleute nach vielen Jahren in ihrem Beruf aneigneten.

„Und wer hat diese Änderung angeordnet?“

„Die Entscheidung wurde vor Ort getroffen. Wir wollten vermeiden, dass sich die Arbeiten durch die ursprüngliche Leitungsführung verzögern.“

Trest
nickte langsam.

„Verstehe. Sie haben also eine Änderung vorgenommen, um eine mögliche Verzögerung zu verhindern, und dadurch eine Verzögerung verursacht.“

Der Bauleiter öffnete den Mund, schloss ihn jedoch wieder, als er bemerkte, dass der Bothaner noch nicht fertig war.

„Das ist eine ausgesprochen interessante Methode der Zeitersparnis. Darf ich fragen, ob Sie damit bereits häufiger Erfolg hatten?“

Selka
senkte den Blick auf ihr Datapad. Trest war sich ziemlich sicher, dass sie damit weniger ihre Unterlagen studierte als vielmehr ein Lächeln verbarg. Er selbst fand die Angelegenheit allerdings zunehmend weniger amüsant. Nicht die technische Änderung ärgerte ihn besonders. Dafür beschäftigte er schließlich Fachleute, deren Urteil er grundsätzlich vertraute. Was ihn störte, war die offenkundig mangelnde Abstimmung. Eine fachlich sinnvolle Entscheidung konnte wirtschaftlich vollkommen unsinnig sein, wenn anschließend andere Arbeiten gestoppt werden mussten oder bereits bestellte Bauteile nicht mehr verwendet werden konnten.

„Gut. Wir machen Folgendes. Sie lassen die betroffenen Arbeiten eingestellt, bis unsere Fachplaner die Änderung schleunigst geprüft haben. Selka, ich möchte heute noch eine vollständige Aufstellung der zusätzlichen Kosten und der Auswirkungen auf den Terminplan. Und anschließend sprechen wir mit dem Bauherrn sowie betroffenen Handwerkern und Lieferanten. Nicht morgen, nicht nächste Woche, sondern heute.“

Er wandte sich wieder an Venn.

„Ich bezahle gerne und auch gut für hochwertige Arbeit. Wirklich. Aber ich habe wenig Interesse daran, zweimal für dieselbe Arbeit zu bezahlen, nur weil beim ersten Mal jemand vergessen hat, seine Kollegen zu informieren oder über mögliche Auswirkungen nachzudenken.“

Venn
nickte knapp. Der Bothaner erwiderte die Geste und entspannte seine Haltung etwas. Damit war die Angelegenheit für den Augenblick erledigt. Es gab keinen Grund, die Besprechung durch weitere Vorwürfe unnötig zu verlängern, solange die Verantwortlichen verstanden hatten, was er von ihnen erwartete.


Während sie durch einen der seitlichen Verbindungskorridore gingen, erläuterte Selka die übrigen Fortschritte. Mehrere Bereiche des Hotels lagen weiterhin im Zeitplan, und die Arbeiten an den künftigen Veranstaltungsräumen entwickelten sich sogar besser als ursprünglich kalkuliert. Trest hörte aufmerksam zu, stellte gelegentlich Fragen und blieb schließlich vor einer breiten Fensterfront stehen, hinter der sich ein weiteres, deutlich älteres Geschäftsgebäude erhob.

„Wem gehört eigentlich das Gebäude gegenüber?“

Selka
folgte seinem Blick.

„Soweit ich weiß, einer privaten Objektgesellschaft. Warum?“

„Es sieht aus, als hätte dort seit mindestens zwanzig Jahren niemand mehr freiwillig Geld ausgegeben.“

„Das Gebäude steht teilweise leer. Es gab wohl Gespräche über einen Verkauf, aber bisher ist daraus nichts geworden.“


Trest betrachtete die Fassade nun mit deutlich größerem Interesse. Die unteren Stockwerke beherbergten noch einige Geschäfte, während die oberen Ebenen hinter abgedunkelten Transparistahlflächen verschwanden. Auf den ersten Blick wirkte der Bau wenig bemerkenswert. Allerdings verfügte er über eine unmittelbare Anbindung an das benachbarte Hotel, mehrere attraktive Zugänge und eine Lage, für die andere Eigentümer beträchtliche Summen verlangten.

„Finden Sie heraus, ob tatsächlich verkauft werden soll. Und wenn ja, zu welchen Bedingungen.“

„Interessieren Sie sich für das Gebäude?“

„Möglich. Aber ich interessiere mich ausgesprochen dafür, weshalb sich bisher niemand anderes dafür interessiert hat und wenn doch wer.“

Selka
machte sich eine Notiz. Trest war bereits wieder auf dem Weg zum Ausgang, während sich in seinem Kopf die ersten Möglichkeiten formten. Vielleicht handelte es sich um ein vollkommen unattraktives Objekt mit zu hohen Sanierungskosten. Vielleicht aber auch um eine jener Gelegenheiten, die jahrelang übersehen wurden, bis jemand den Zusammenhang zwischen zwei benachbarten Grundstücken erkannte.

Er würde sich die Unterlagen ansehen. Mehr war vorerst nicht notwendig.

Schließlich hatte er für den Abend bereits andere Verpflichtungen.




[Coruscant / Mittlere Ebenen / Halcyon-Atrium / Gesellschaftlicher Empfang der örtlichen Handelsvereinigung] – Trest Ork'var, (in der Ferne) Nerro Dragijic Vorna, (NPCs) weitere Gäste und Veranstalter


Als Trest einige Stunden später das Halcyon-Atrium betrat, hatte er seine Arbeitskleidung gegen einen dunklen, maßgeschneiderten Anzug getauscht. Die dezenten bronzefarbenen Muster entlang des Kragens und der überlappenden Stoffbahnen verliehen seiner Garderobe die gewünschte Eleganz, ohne allzu aufdringlich zu wirken. Schließlich handelte es sich bei dem heutigen Abend nicht um eine aristokratische Gala, sondern um einen gesellschaftlichen Empfang der örtlichen Handelsvereinigung.

Der Anlass war durchaus erfreulich. Eine exklusive Geschäftsgalerie, die während der Viruskrise erhebliche Schäden erlitten hatte, öffnete wieder ihre Türen. Für die Handelsvereinigung bot die Wiedereröffnung eine willkommene Gelegenheit, den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Viertels zu würdigen und gleichzeitig Unternehmer, Investoren und Verwaltungsvertreter miteinander ins Gespräch zu bringen. Trest hatte ähnliche Veranstaltungen in den vergangenen Jahren regelmäßig besucht. Manche waren ausgesprochen langweilig gewesen, andere hatten ihm Geschäftsbeziehungen eingebracht, die noch immer Bestand hatten. Welche Sorte von Abend ihn heute erwartete, würde sich zeigen.

Er ließ sich von einem Servicedroiden ein Glas reichen und begrüßte zunächst einige bekannte Gesichter. Ein älterer Immobilienverwalter berichtete ihm von den Schwierigkeiten, geeignete Mieter für eine Reihe frisch modernisierter Geschäftsräume zu finden. Mit einer Vertreterin eines regionalen Finanzinstituts tauschte er einige Bemerkungen über die Entwicklung der Baukosten aus, bevor ihn ein Bekannter aus der Gastronomie beinahe zehn Minuten lang über die Vorzüge eines neuen Restaurantkonzepts unterrichtete. Trest hörte höflich zu. Das Konzept erschien ihm wirtschaftlich keineswegs uninteressant.

Er genoss solche Abende tatsächlich. Nicht jedes Gespräch musste zu einem Geschäft führen, und nicht jeder neue Kontakt würde sich eines Tages als nützlich erweisen. Dennoch schätzte er die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Personen kennenzulernen. Häufig erfuhr man bei einem Glas und einer beiläufigen Unterhaltung mehr über die wirtschaftliche Lage eines Viertels als durch stundenlanges Studium offizieller Berichte.


Als im Zentrum des Atriums eine Vertreterin der Handelsvereinigung das Wort ergriff, unterbrach er deshalb seine Unterhaltung und wandte sich der kleinen Bühne zu. Die Frau sprach über den Wiederaufbau nach der Viruskrise, die Schwierigkeiten zahlreicher Gewerbetreibender und die Bedeutung privaten Engagements. Anschließend kündigte sie eine Spendenaktion an, mit deren Hilfe kleinere Unternehmen in der Umgebung unterstützt werden sollten.

Trest nahm einen Schluck aus seinem Glas. Solche Aktionen waren eine durchaus vernünftige Angelegenheit. Ein wirtschaftlich gesundes Viertel bedeutete schließlich zahlungsfähige Mieter, steigende Immobilienwerte und eine größere Nachfrage nach Dienstleistungen. Dass gesellschaftliches Engagement gelegentlich auch geschäftliche Vorteile mit sich brachte, machte es seiner Ansicht nach keineswegs weniger begrüßenswert.

Während mehrere Gäste ihre Unterstützung zusagten, fiel sein Blick auf einen besonders auffälligen Besucher. Es handelte sich um einen gewaltigen Hutten, dessen violett-graue Haut und kostspieliges, dunkelviolettes Samtgewand zwischen den vorwiegend humanoiden Gästen kaum zu übersehen waren. Schwere Schmuckstücke und goldene Verzierungen vervollständigten ein Erscheinungsbild, das offenbar ganz bewusst darauf ausgelegt war, Aufmerksamkeit zu erregen. In einiger Entfernung hielt sich zudem ein kräftig gebauter menschlicher Begleiter auf, dessen Anwesenheit nicht ausschließlich gesellschaftlichen Zwecken zu dienen schien.

Trest hatte den Hutten zuvor bereits aus der Ferne bemerkt, ihm jedoch keine besondere Beachtung geschenkt. Coruscant beherbergte schließlich genügend wohlhabende Persönlichkeiten, um einem auffälligen Besucher nicht automatisch größere Bedeutung beizumessen.

Das änderte sich, als die Vertreterin der Handelsvereinigung eine weitere Spende bekannt gab.

Zwanzigtausend Credits.

Gestiftet von Nerro Dragijic Vorna.

Trest
hob leicht die Augenbrauen und folgte den Blicken einiger Gäste zu dem Hutten. Dieser nahm die öffentliche Anerkennung sichtlich gerne entgegen, während höflicher Applaus durch das Atrium ging. Der Bothaner applaudierte ebenfalls und betrachtete den ungewöhnlichen Spender mit wachsender Neugier.

Zwanzigtausend Credits waren keine astronomische Summe aber auch nicht zu verachten. Für eine solche Veranstaltung handelte es sich allerdings um ein durchaus bemerkenswertes Engagement, insbesondere wenn jemand dabei war, sich innerhalb der gehobenen Gesellschaft Coruscants einen Namen zu machen.

Was den Hutten wohl dazu bewogen hatte? Aufrichtige Großzügigkeit? Gesellschaftlicher Ehrgeiz? Geschäftliche Interessen? Wahrscheinlich eine Mischung aus mehreren Gründen. Trest wäre jedenfalls der Letzte gewesen, der einem Unternehmer vorwarf, eine wohltätige Spende mit einem gewissen Maß an öffentlicher Anerkennung verbinden zu wollen.

Als sich die Aufmerksamkeit der Gäste wieder anderen Gesprächen zuwandte, blieb sein Blick noch einen Augenblick bei dem ungewöhnlichen Besucher hängen.

„Nerro Dragijic Vorna“, murmelte er leise, beinahe gedankenverloren, ehe er einen weiteren Schluck aus seinem Glas nahm.

Der Name sagte ihm im Augenblick nichts. Das musste selbstverständlich nichts bedeuten. Coruscant war riesig, und selbst jemand mit einem guten gesellschaftlichen Netzwerk konnte unmöglich jeden wohlhabenden Unternehmer kennen. Vielleicht gehörte der Hutt zu einer alteingesessenen Familie mit Interessen außerhalb des Stadtplaneten. Oder er hatte sich hier erst vor Kurzem ein geschäftliches Standbein geschaffen. Trest wusste es nicht, und er sah keinen Grund, sich darüber voreilig eine Meinung zu bilden.

Die Neugier blieb dennoch.

Er würde bei Gelegenheit nachsehen, ob sich über die geschäftlichen Aktivitäten dieses Vorna etwas in Erfahrung bringen ließ. Nicht unbedingt, weil er eine Zusammenarbeit anstrebte. Dazu wusste er gegenwärtig viel zu wenig über den Hutten. Aber ein Unternehmer, der offensichtlich großen Wert auf gesellschaftliche Anerkennung legte und bereit war, dafür beträchtliche Mittel einzusetzen, konnte durchaus interessant sein.

Vorläufig gab es allerdings angenehmere Dinge zu tun, als einem fremden Hutten hinterherzulaufen.

Ein bekannter Gastronom winkte ihm von der gegenüberliegenden Seite des Atriums zu, und Trest erwiderte die Begrüßung mit einem freundlichen Lächeln. Er hatte den Zabrak bereits vor einiger Zeit versprochen, sich dessen Pläne für eine neue Veranstaltungsfläche anzusehen. Vielleicht war heute ein geeigneter Abend, dieses Gespräch endlich nachzuholen.

Auf dem Weg zu ihm musste Trest unwillkürlich an das vernachlässigte Gebäude neben seinem aktuellen Hotelprojekt denken. Die genaue Lage, die mögliche Verbindung zwischen beiden Immobilien und der Gedanke an eine wirtschaftlich attraktive Neuentwicklung beschäftigten ihn noch immer.

Ein weiteres Projekt, ein neuer Kontakt und vielleicht irgendwann ein zusätzlicher Geschäftspartner. Coruscant war eben eine Stadt, in der sich selbst aus einer unangenehmen Baustellenbesprechung und einem gewöhnlichen gesellschaftlichen Empfang interessante Möglichkeiten entwickeln konnten.

Und Trest Ork'var hatte nicht die Absicht, auch nur eine davon leichtfertig zu übersehen.


[Coruscant / Mittlere Ebenen / Halcyon-Atrium / Gesellschaftlicher Empfang] – Trest Ork'var und Gäste (NPCs)
 
[Coruscant / Mittlere Ebenen / Geschäftsviertel / ORK'VAR Inc. / Büro der Geschäftsführung] – Trest Ork'var und verschiedene NPCs


Der folgende Vormittag begann für Trest Ork'var mit einem ausgezeichneten Caf und einer weniger ausgezeichneten Nachricht. Die Unterlagen zum Hotelprojekt waren eingetroffen, und nach einem ersten Blick auf die aktualisierte Kostenübersicht hatte er beschlossen, dem Getränk zunächst etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen als den Zahlen.

Sein Büro befand sich in den Geschäftsräumlichkeiten von ORK'VAR Inc., mehrere hundert Ebenen über den tiefer gelegenen Verkehrsadern Coruscants. Durch die großzügigen Transparistahlfenster bot sich ein beeindruckender Blick auf die umliegenden Hochhäuser und den beinahe ununterbrochenen Strom vorbeiziehender Repulsorfahrzeuge. Dunkle Wandverkleidungen, dezente bronzefarbene Akzente und sorgfältig ausgewählte Möbel verliehen dem Raum eine elegante, aber keineswegs überladene Atmosphäre. An einer der Wände prangte das Firmenemblem, während mehrere holografische Gebäudemodelle von abgeschlossenen und laufenden Projekten zeugten.

Hinter seinem Schreibtisch sitzend, ging Trest die Berichte durch, die Selka Rinn nach der gestrigen Baustellenbesichtigung zusammengestellt hatte. Wie verlangt, waren die zusätzlich entstandenen Kosten aufgeschlüsselt und die möglichen Auswirkungen auf den Bauablauf dokumentiert worden. Die Projektleiterin hatte außerdem eine vorläufige Stellungnahme der zuständigen Fachplaner beigefügt. Demnach schien die eigenmächtige Änderung der Leitungsführung technisch durchaus vertretbar zu sein, sofern einige zusätzliche Anpassungen vorgenommen und die notwendigen Prüfungen erfolgreich abgeschlossen wurden.

Das war immerhin etwas. Trest hatte wenig Interesse daran, funktionierende Arbeit allein deshalb rückgängig machen zu lassen, weil sie ohne die erforderliche Abstimmung ausgeführt worden war. Allerdings bedeutete eine technisch brauchbare Lösung noch lange nicht, dass er bereit war, die dadurch entstandenen Mehrkosten widerspruchslos hinzunehmen.

Er aktivierte sein Kommunikationsterminal und ließ sich mit dem verantwortlichen Baumeister des beauftragten Unternehmens verbinden. Das Gespräch verlief zunächst ausgesprochen sachlich. Trest erkundigte sich nach den Hintergründen der Änderung, den verfügbaren Arbeitskräften und den Möglichkeiten, die verlorene Zeit an anderer Stelle wieder aufzuholen. Er hörte sich die Erklärungen aufmerksam an und ließ seinen Gesprächspartner ausreden, bevor er auf jene Punkte zurückkam, die ihm besonders wichtig erschienen.


„Sehen Sie, ich bestreite überhaupt nicht, dass Ihre Leute eine vernünftige technische Lösung gefunden haben. Das werden unsere Fachplaner beurteilen. Mich interessiert vielmehr, weshalb eine derartige Entscheidung getroffen wurde, ohne vorher mit unserer Projektleitung Rücksprache zu halten.“

Die anschließende Erklärung fiel etwas länger aus, als Trest für notwendig gehalten hätte. Offenbar waren die ursprünglichen Pläne unter den tatsächlichen baulichen Bedingungen schwieriger umzusetzen gewesen als erwartet. Mehrere Mitarbeiter hätten daraufhin gemeinsam eine alternative Leitungsführung beschlossen. Niemand habe beabsichtigt, zusätzliche Schwierigkeiten zu verursachen.

„Das glaube ich Ihnen sogar. Nur leider bezahlt mir der Bauherr keine zusätzlichen Honorare dafür, dass Ihre Mitarbeiter gute Absichten hatten.“

Der Bothaner ließ die Worte einen Augenblick wirken, ehe er in einem versöhnlicheren Ton fortfuhr.

„Wir werden die technische Prüfung abwarten. Bis dahin möchte ich einen verbindlichen Vorschlag, wie Sie die entstandenen Verzögerungen begrenzen wollen. Außerdem werden wir die Kostenfrage noch einmal gesondert besprechen. Ich bin durchaus bereit, vernünftige Lösungen zu akzeptieren. Aber selbstverständlich nicht jede Rechnung, die anschließend daraus entsteht.“

Am Ende einigte man sich darauf, die noch offenen technischen Fragen auf direktem Weg zwischen den zuständigen Fachleuten zu klären. Parallel sollten die notwendigen Unterlagen für die behördliche Freigabe vorbereitet werden. Die Arbeiten in den nicht betroffenen Bereichen konnten wie vorgesehen weiterlaufen, während die Projektleitung einen überarbeiteten Terminplan ausarbeitete.

Trest beendete das Gespräch mit einem höflichen Dank. Anschließend ließ er sich noch kurz mit Selka verbinden, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Die menschliche Projektleiterin hatte seine Anweisungen offenbar bereits weitgehend vorweggenommen, was er mit einem zufriedenen Nicken zur Kenntnis nahm. Er schätzte Mitarbeiter, die nicht für jede Kleinigkeit eine ausdrückliche Aufforderung benötigten.

Nachdem auch dieses Gespräch beendet war, widmete er sich den übrigen Unterlagen. Mehrere Verträge warteten auf seine Freigabe, ein laufendes Modernisierungsprojekt benötigte eine Anpassung der Finanzierung, und die kaufmännische Verwaltung hatte einige Fragen zu den Zahlungsbedingungen eines neuen Auftragnehmers zusammengestellt. Trest arbeitete die einzelnen Vorgänge konzentriert ab, hinterfragte zwei Kalkulationen und versah mehrere Dokumente mit entsprechenden Anmerkungen.

Die Arbeit bereitete ihm durchaus Vergnügen. Andere Lebewesen empfanden einen solchen Vormittag möglicherweise als langweilig, doch für Trest gehörte gerade diese Mischung aus Entscheidungen, Zahlen und Gesprächen zu den angenehmsten Seiten seiner Tätigkeit. Jedes abgeschlossene Projekt begann irgendwann mit einer Reihe unscheinbarer Unterlagen, und nicht selten entschied sich bereits dort, ob aus einer guten Idee später ein gutes Geschäft wurde.

Zwischen den geschäftlichen Mitteilungen entdeckte er schließlich eine persönliche Einladung, die ihm ein zufriedenes Lächeln entlockte.

Ein früherer Auftraggeber aus der Unterhaltungsbranche hatte sich gemeldet. Nach umfangreichen Umbauarbeiten stand die Eröffnung eines neuen, exklusiven Casinos bevor, an dessen Planung und baulicher Umsetzung ORK'VAR Inc. maßgeblich beteiligt gewesen war. Trests Unternehmen hatte seinerzeit die Projektentwicklung koordiniert, verschiedene Fachplaner und ausführende Betriebe zusammengeführt und gemeinsam mit den Betreibern an der wirtschaftlich sinnvollen Gestaltung der Räumlichkeiten gearbeitet. Besonders die großzügigen Spielbereiche, mehrere private Salons und die aufwendigen Veranstaltungsflächen waren in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber entstanden.

Nun waren die Arbeiten offenbar abgeschlossen, und der Eigentümer lud Trest ausdrücklich ein, der offiziellen Eröffnung beizuwohnen.
Der Bothaner betrachtete die Einladung mit sichtlichem Wohlwollen. Es war eine angenehme Sache, wenn ein Auftraggeber nach Abschluss eines Projekts nicht ausschließlich die Schlussrechnung in Erinnerung behielt. Außerdem hatte er das Casino während der Bauphase oft genug betreten, um sich nun selbst davon überzeugen zu wollen, wie die fertigen Räumlichkeiten im tatsächlichen Betrieb wirkten.

Dass eine solche Eröffnung zugleich eine ausgezeichnete Gelegenheit bot, wohlhabende Gäste, Unternehmer und mögliche Investoren kennenzulernen, machte die Angelegenheit selbstverständlich nicht weniger reizvoll.

Er bestätigte seine Teilnahme und ließ den Termin in seinen Kalender übernehmen.


Kaum hatte er sich wieder den geschäftlichen Unterlagen zugewandt, meldete das Kommunikationsterminal einen weiteren eingehenden Anruf. Diesmal handelte es sich um einen Fahrzeughändler, bei dem Trest vor einiger Zeit eine neue Schwebelimousine bestellt hatte.

Das Fahrzeug war frisch eingetroffen.

Der Händler berichtete erfreut, dass die gewünschten Ausstattungsanpassungen abgeschlossen seien und die Limousine nach den abschließenden technischen Prüfungen zur Übergabe bereitstehe. Trest erkundigte sich nach einigen Einzelheiten, insbesondere nach den Anpassungen im Passagierbereich und den vereinbarten Komfortfunktionen. Nachdem ihm deren ordnungsgemäße Umsetzung bestätigt worden war, vereinbarte er einen Termin zur Besichtigung und Übernahme.

Sein bisheriger Repulsorgleiter erfüllte durchaus noch seinen Zweck. Dennoch hatte er schon länger mit dem Gedanken gespielt, sich ein repräsentativeres Fahrzeug inklusive Fahrer zuzulegen. Nicht zuletzt, weil geschäftliche Fahrten durch Coruscants gewaltige Verkehrsströme gelegentlich beträchtliche Zeit in Anspruch nahmen, die sich in einem entsprechend ausgestatteten Passagierabteil wesentlich angenehmer verbringen ließ.

Und selbstverständlich sah er keinen Grund, weshalb ein erfolgreicher Unternehmer auf ein wenig zusätzlichen Luxus verzichten sollte, wenn er ihn sich leisten konnte.
Nach Beendigung des Gesprächs blieb sein Blick noch einen Augenblick auf der beigefügten Fahrzeugabbildung ruhen. Anschließend schob er sie mit einem zufriedenen Schmunzeln beiseite.

Eine weitere Nachricht stammte von jenem zabrakischen Gastronomen, mit dem er sich auf dem gestrigen Empfang im Halcyon-Atrium unterhalten hatte. Der Mann hatte ihm erste Informationen über die geplante Veranstaltungsfläche übermittelt und fragte an, ob Trest in den kommenden Tagen Gelegenheit für eine ausführlichere Besprechung hätte. Offenbar war das Vorhaben bereits konkreter, als ihre gestrige Unterhaltung vermuten ließ. Neben einem gastronomischen Bereich waren mehrere flexibel nutzbare Veranstaltungsräume vorgesehen, für deren Umsetzung noch ein geeigneter Projektentwicklungspartner gesucht wurde.

Trest überflog die Angaben. Ein solcher Auftrag konnte durchaus interessant sein, insbesondere wenn sich der Betreiber bereits Gedanken über Finanzierung und wirtschaftliche Nutzung gemacht hatte. Er ließ seinem Bekannten eine freundliche Antwort zukommen und bat um die vorhandenen Planungsunterlagen sowie eine erste Übersicht der vorgesehenen Investitionsmittel. Danach würde man sehen, ob ein persönliches Gespräch sinnvoll war.


Er hatte kaum begonnen, die nächsten Dokumente aufzurufen, als ihm erneut das ältere Geschäftsgebäude gegenüber dem derzeitigen Hotelprojekt einfiel.
Das gestrige Gespräch mit Selka hatte seine Neugier geweckt. Die Immobilie selbst erschien von außen wenig beeindruckend, doch ihre Lage unmittelbar neben dem Hotel konnte einen erheblichen Unterschied machen. Vorausgesetzt natürlich, dass sich die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse, die bauliche Substanz und insbesondere der mögliche Kaufpreis als vernünftig erwiesen.

Über ein holografisches Stadtmodell rief er den entsprechenden Gebäudekomplex auf. Die Darstellung zeigte das Hotel und die angrenzenden Bauten innerhalb ihres unmittelbaren städtebaulichen Umfelds. Trest vergrößerte den Ausschnitt und betrachtete die beiden benachbarten Immobilien aus unterschiedlichen Perspektiven.

Das ältere Gebäude verfügte über mehrere eigenständige Zugänge und eine interessante Verbindung zu den umliegenden Verkehrswegen. Bei geeigneter Planung ließen sich möglicherweise zusätzliche Flächen für Gastronomie, Veranstaltungen oder andere gewerbliche Nutzungen erschließen. Vielleicht wäre sogar eine gemeinsame Nutzung bestimmter Einrichtungen mit dem benachbarten Hotel denkbar. Andererseits konnte sich hinter der unscheinbaren Fassade ebenso gut ein kostspieliger Sanierungsfall verbergen, dessen wirtschaftliche Entwicklung selbst mit viel gutem Willen kaum zu rechtfertigen war.

Für eine ernsthafte Einschätzung fehlten ihm noch zu viele Informationen. Er benötigte die Eigentümerdaten, vorhandene Bauunterlagen, Angaben zur Auslastung, mögliche Belastungen und selbstverständlich eine Vorstellung davon, was die derzeitigen Eigentümer überhaupt verlangten. Erst danach würde sich beurteilen lassen, ob das Objekt ein vernünftiges Investitionsziel darstellte oder lediglich ein weiteres Gebäude war, dessen Besitzer sich einen unrealistischen Verkaufspreis erhoffte.

Er öffnete die entsprechende Vorgangsnotiz und ergänzte Selkas bisherigen Auftrag um einige zusätzliche Punkte. Die Projektleiterin sollte über die zuständigen Stellen zunächst klären lassen, welche Unterlagen verfügbar waren und ob tatsächlich Verkaufsabsichten bestanden. Für die wirtschaftliche Erstprüfung konnte anschließend ein Mitarbeiter aus der Immobilienentwicklung hinzugezogen werden.
Eine übereilte Kontaktaufnahme oder gar ein Kaufangebot kam für Trest gegenwärtig nicht infrage. Er hatte schließlich lange genug in dieser Branche gearbeitet, um zu wissen, dass sich hinter einer vielversprechenden Fassade gelegentlich erstaunlich unangenehme Überraschungen verbergen konnten.

Dennoch betrachtete er das holografische Modell noch eine Weile länger.

Das Hotel allein war bereits ein gutes Projekt. Zusammen mit der benachbarten Immobilie könnte daraus womöglich etwas wesentlich Interessanteres entstehen. Vielleicht ein größerer zusammenhängender Geschäfts- und Unterhaltungskomplex, vielleicht eine eigenständige Entwicklung mit langfristigen Mieteinnahmen. Noch handelte es sich lediglich um Überlegungen, aber genau darin lag für Trest ein wesentlicher Reiz seiner Arbeit. Er mochte den Augenblick, in dem sich aus einer zunächst unscheinbaren Beobachtung langsam eine wirtschaftliche Möglichkeit entwickelte.

Schließlich deaktivierte er das Hologramm und lehnte sich in seinem Sessel zurück. Auf seinem Schreibtisch warteten weiterhin mehrere Vorgänge, und die kommenden Tage versprachen bereits jetzt eine angenehme Abwechslung zwischen geschäftlichen Verpflichtungen und gesellschaftlichen Veranstaltungen.

Da war das Hotelprojekt, dessen Schwierigkeiten möglichst bald behoben werden mussten. Die mögliche Immobilienübernahme, über die er bislang kaum etwas wusste. Eine neue Anfrage aus der Veranstaltungsbranche, die Eröffnung eines Casinos und nicht zuletzt die bevorstehende Übergabe seiner neuen Schwebelimousine.
Für jemanden, der angeblich längst genug Geld verdient hatte, um sich einen ruhigeren Lebensabend leisten zu können, war sein Terminkalender bemerkenswert gut gefüllt.

Aber Trest konnte der Vorstellung, seinen Wohlstand irgendwann nur noch zu verwalten, ohnehin wenig abgewinnen. Die eigentliche Freude lag für ihn nicht darin, etwas zu besitzen, sondern darin, es geschaffen, erworben oder aus einer Gelegenheit heraus entwickelt zu haben. Und wenn am Ende eines gelungenen Geschäfts auch noch eine ansehnliche Rendite stand, sah er darin selbstverständlich keinen Grund zur Beschwerde.

Mit einem letzten Blick auf den Kalender nahm er sein Datapad wieder zur Hand und widmete sich dem nächsten Vertrag.

Der Tag war schließlich noch jung und es gab genügend zu tun.



[Coruscant / Mittlere Ebenen / ORK'VAR Inc. / Büro der Geschäftsführung] – Trest Ork'var
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Turbolift zur Ratsebene, mit Ian

Wie so oft seit Bastion antwortete Ian auf ihre Frage eher ausweichend und nicht wirklich direkt. Ob ihm das eigentlich klar war, ob er das bewusst tat, oder war das ein reiner Reflex? Eowyn wusste es nicht und wagte es auch nicht, nachzufragen. Ohnehin war es seine Entscheidung, wie viel er ihr antwortete. Selbst, wenn sie wüsste, ob Absicht dahinter steckte, würde es rein gar nichts ändern, also warum etwas aufwühlen? Das einzige, was ihr Gedanken und vermutlich sogar Sorgen machte, war, dass er sich allen gegenüber verschloss und zu viel mit sich selbst ausmachte. Und da Riuen jetzt anscheinend nur noch Augen für Elise und ihre Gesundheit hatte, war da niemand, den sie um Hilfe bitten konnte. Vielleicht sollte sie auch dieses Thema in ihrer Therapiestunde ansprechen. Bloß blieb da die Frage, wann sie das noch tun sollte, neben all den anderen Fragen und Themen... Immerhin wirkte es so, als ob der Turbolift ihm keine direkten Probleme machen würde. Das war doch schon mal ein gutes Zeichen. Es war vermutlich nicht die letzte... murmelte sie, aber hoffentlich wenigstens die letzte für eine lange Zeit.

Ian aber fragte, wie es ihr selbst ging, und Eowyn schwieg einen Moment. Sie nahm an, dass er die direkte Situation meinte, nicht ihren Allgemeinzustand. Aber... wie ging es ihr? Sie wusste es nicht, und bevor sie Ian eine Antwort geben konnte, musste sie erst in sich hineinfühlen.
Ich weiß es nicht genau, sagte sie schließlich. Und eigentlich wollte sie es auch nicht wirklich wissen. Aber Ian hatte gefragt... also sollte er eine Antwort bekommen. Ich... mache mir Gedanken, ob ich... zu viel gesagt habe. Ob es zu irritierend war, ob meine Worte Fragen aufgeworfen haben bei denen, die nichts wissen. Was keine wirkliche Antwort auf seine Frage war. Sie schüttelte leicht den Kopf. Also... zweiter Versuch. Ich glaube... Sie fühlte tiefer. ...ich fühle mich schuldig, sagte sie dann leise und blickte auf ihre Hände, die in ihrem Schoß lagen. Das hätte... meine Feier sein können. Eigentlich sein müssen. Ich habe dort nicht nachgedacht. Wenn ich ihr zuvorgekommen wäre... Sie war eine der wichtigsten Jedi, die wir hatten. Ja, unnahbar, aber brillant und unglaublich stark, und ihre Fähigkeiten... Ich hätte... sie unterstützen müssen. Wenn ich nachgedacht hätte, wenn ich mein Gehirn benutzt hätte, vielleicht hätten wir die Energien auch gemeinsam absorbieren oder ableiten können, vielleicht wäre es möglich gewesen, sogar uns alle zu retten... Stattdessen... Stattdessen war Ahna tot und sie selbst saß in diesem verfluchten Schwebestuhl, den sie nicht mehr sehen konnte, den sie am liebsten in die Ecke treten würde, in den sie sich am liebsten nicht eine Sekunde ihres Lebens mehr hineinsetzen wollte. Er machte sie schwach, schwächer noch, als sie vielleicht war. Aber sie durfte sich nicht beschweren. Ahna war tot, damit sie weiterlebte. Die grandiose, große Ahna Rigby war so... ja, war so idealistisch und töricht gewesen, sich selbst zu opfern, um Brianna und sie zu retten. Wie... emotional von der sonst so strategisch denkenden Pau'anerin. Warum hatte sie das getan?! Warum hatte sie sie im Stich gelassen, warum hatte sie keine Anweisungen gegeben, dass Eowyn einschreiten konnte, so, wie sie es doch sonst immer getan hatte?! Warum hatte sie sie ins eiskalte Wasser geworfen und ihr die Schatten an den Hals gehängt, so völlig ohne Einweisung oder Anleitung?!

Eowyn atmete einmal tief durch.
Also, genaugenommen geht es mir nicht so gut. Aber das ist egal, denn was kommt, ist wichtig für die anderen. Und für Brianna ganz besonders. Die Echani hatte sich diesen Meisterrang so sehr verdient, und Eowyn wusste, dass sie in Gedanken vor Freude in die Luft springen würde, wenn sie davon erfuhr. Vielleicht sogar nicht nur in Gedanken. Schade, dass Bailee nicht dabei sein würde, es waren nur die Teilnehmer der Mission und die Räte geladen; deshalb war auch Malek nicht hier. Zur Trauerfeier hatte er kommen wollen, aber er war wahrscheinlich bei seinem Kumpel gestanden.
Die Turbolifttüren öffneten sich in einen leeren Gang – die allermeisten waren vermutlich noch unten, schließlich waren sie ziemlich schnell verschwunden. Sie würden sich trotzdem schon einmal auf den Weg zum Ratssaal machen.


Coruscant - Jedi-Tempel - Ratsebene, Gang, mit Ian
 
[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Ausgang der Großen Halle] Ganner, Faith, weitere Jedi

Am Ausgang blieb Ganner neben Faith am Rand des Durchgangs stehen und wandte sich ihr zu, während weitere Besucher an ihnen vorbeigingen. Über den Dienst konnte er sich mit ihr unterhalten, ohne weit ausholen zu müssen und ihre Frage nach seiner früheren Einheit beantwortete er mit einem kleinen Lächeln. „Sergeant Major, vormals 2nd Stryker-Bataillon Republic Marines. Jetzt Stabsfeldwebel beim 1st Fast-Response Regiment der Aktiven Reserve.“ An ihrer Schilderung des Militärdienstes blieb er allerdings hängen. Dass man sich seine Verwendung nicht immer aussuchen konnte, wusste er gut genug. Nach dem, was sie erzählte, hatte man in ihr aber vor allem eine Waffe gesehen. Sie hatte im Sanitätsdienst helfen wollen und das Kommando schickte sie lieber in den Kampf, weil sie mit der Macht umzugehen wusste. Auch als Sani in einer aktiven Kampftruppe hatte man selbst Verantwortung für die Leute zu tragen, die mit einem da draußen waren. Jemand müsste die Verwundeten bergen und am Leben erhalten, während der Einsatz weiterlief. Er war nicht Teil der Kommandoebene aber eine Jedi für solch einen Dienst abzustellen hätte in seinen Augen genau so einen Mehrwert gehabt. Vor allem wenn sie gezielt um solch eine Verbindung gebeten hatte. Wie wenig ihr eigener Wunsch dabei offenbar gezählt hatte, wurmte ihn, auch das man in ihr wenn er es richtig verstanden hatte eben nur eine laufende Waffe gesehen hatte.

„Sanitätsdienst ist im Feld genauso wichtig. Euch einfach in einen Fronteinsatz, am besten noch hinter feindlichen Linien ausgesetzt, zu stecken, weil Ihr mit der Macht umgehen könnt... ich hätte meinen Leuten immer auch irgendwo die Wahl gelassen. Aber wer bin ich sowas zu entscheiden, hat einen Grund warum ich das Offizierspatent immer abgelehnt habe.“ Und dass ihre Ausbildung bereits so weit fortgeschritten war, machte ihr Angebot zum gemeinsamen Üben für ihn umso interessanter. Trotzdem musste auch sie sich gerade allein behelfen. Das erleichterte ihn, zumal sie so offen davon erzählte. Irgendwie widersinnig aber es war ihm immer leichter gefallen sich im sozialen Umfeld grundsätzlich kameradschaftlicher Beziehungen und Erfahrungen zu bewegen als auf dem Zivilen Parkett obwohl er nun schon solange aus dem Aktiven Dienst ausgeschieden war. Vielleicht aufgrund einer Grundlage gemeinsamer Basiserfahrungen? „Vor allem Wahrnehmung, dazu ein bisschen Telekinese. Ich hatte gerade halbwegs einen Zugang zur Macht gefunden, als der Unterricht ins Stocken kam. Seitdem übe ich weiter, aber bei manchen Versuchen weiß ich nicht einmal, ob ich überhaupt das Richtige mache. Mit Wasser fällt mir das ganze einfacher, wobei ich mich wie ein Eremit am Ende der Galaxis fühle wenn ich Versuche mich im Saal der Tausend Quellen unter irgendeinem Wasserfall auf diese Machtsachen einzulassen. Allgemein glauben ich komme ich besser zurecht wenn ich etwas greifbares habe an dem ich mich entlang arbeiten kann.“

Bei diesen Übungen hielt er sich noch immer vor allem an das, was Siva ihm gezeigt hatte. Wenn ein Versuch misslang, fiel ihm oft wenig anderes ein, als es noch einmal genauso zu probieren. Irgendwann ging ihm das gehörig auf die Nerven. Er hätte gern gewusst, ob er an einer bestimmten Stelle etwas verändern musste oder einfach mehr Zeit brauchte. Beides konnte er sich vorstellen, nur half ihm das beim nächsten Versuch kaum weiter. Mit Faith konnte er eine Übung gemeinsam durchgehen, ihr beschreiben, was er wahrzunehmen glaubte, und nachfragen, was sie anders machte. Vielleicht bemerkte sie etwas, das er selbst übersah.

„Gern. Ich schau mir gern funktionsfähiges bei anderen ab. Besser als alleine im Dunkeln zu tappen soviel ist schonmal sicher.“

Er wollte ohnehin wieder trainieren gehen. Bei der Gelegenheit konnten sie sich auch im Ring ein wenig fordern, wenn Faith darauf Lust hatte. Als die Wartenden vor ihnen ein Stück aufrückten, machte er Platz und sah dabei kurz zu Faiths Schulter, die sie unterwegs hatte kreisen lassen. Vielleicht hatte sie nach dem Sitzen nur etwas Bewegung gebraucht.

„Mit der Schulter alles in Ordnung?“

Falls sie Beschwerden hatte, wollte er sie mit seinem Vorschlag nicht drängen. Er blieb neben ihr am Rand des Durchgangs stehen und deutete mit einer knappen Bewegung den Gang hinunter.

„Falls Ihr jetzt Zeit und Lust habt, können wir direkt gehen. Ich werde hier im Tempel etwas ... zu gemächlich. Wenn wir schon üben, habt Ihr was gegen eine Runde im Ring? Normalerweise wäre ich jetzt schon beim Fitnesstraining.“

[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Ausgang der Großen Halle] Ganner, Faith, weitere Jedi
 
Coruscant | Jeditempel | Zimmer – Eriu



Als sein Kom piepste, legte Eriu das Flimsi über die Geschichte des Jediordens zur Seite. Wer konnte das sein? Ein kurzer Blick reichte, dass er die Nachricht seines neuen Meisters Rat Wers Janson sofort öffnete. Er las Sie. Einmal…. Zweimal.
Sein Meister hatte nicht gesagt wie viel Zeit im blieb um in den Hangar zu kommen und er hatte für einen solchen Ort verständlicherweise nicht die richtige Kleidung.

Was…Wie….. ????
Er seufzte kurz und nahm noch den letzten Schluck Tee. Wenn sein neuer Meister immer so kurzentschlossen war, hatte er einen Verdacht, warum Mya ausgerechnet ihnals Padawan haben wollte.
Aber eins nach dem anderen. Er antwortete dem Rat:


### Kom-Nachricht an Jedirat Wes Janson ###
Werde in etwa 30 Minuten dort sein. Soll ich besondere Ausrüstung in der Ausgabe holen, oder ist dafür gesorgt?
Eriu
### Kom-Nachricht Ende ###



Er öffnete die interne Holoseite und suchte schon einmal in der Materialausgabe für Außeneinsätze nach Ausrüstung für Ilum. Tatsächlich fand er in der Auflistung ein spezielles Ilum-Paket, vermutlich wegen der Kristallsuche, von der er gelesen hatte. Ere orderte noch nichts, eher er die Nachriccht seines Meisters bekam.

Schnell packte er seine persönlichen Dinge in eine Tasche, er hatte nicht viel und legte auch keinen Wert darauf, spülte das Teegeschirr, schnappte sich die Leihgaben aus der Bibliothek und verlies sein Zimmer.

Eilig erreichte er die Bibliothek und übberreichte der Jedi den Stapel. Die Twilek nahm den Stapel entgegen, prüfte kurz und nickte dann. Eriu lächelte Sie kurz an, verneigte sich und wünschte Ihr leise einen schönen Tag. Dann machte er sich auf den Weg zur Materialausgabe, die schönerweise in der Nähe der Hangars lag.

Er sah kurz auf sein Chrono, er lag gut in der Zeit. Er wollte nicht gleich beim ersten Einsatz mit seinem Meister zu spät sein. Kurz vor der Ausgabe kam die Mitteilung des Rates.
Die Materialausgabe von Standartausrüstung für Außeneinsätze erinnerte an eine Kantinenausgabe. Der Nikto hinter dem Tresen wischte diesen gerade, als der Sephie den Raum betrat und sah Eriu überrascht an.


„hmm… ich hab keine fertigen Pakete mehr zum Ausliefern, alles schon abgeholt.“


„Suilannad, ich komme im Auftrag meines Meisters, Jedirat Wes Janson. Wir sollen kurzfristig… also sehr kurzfristig… nach Ilum. Könnten wir 2 der Standard-Kleidungs-Pakete für Ilum bekommen?“


Der Nikto wollte bereits etwas erwidern, aber Eriu hob beschwichtigend die Han
d.

„Mir ist bewusst, dass normalerweise ein Antrag per Formular eingereicht werden muss und ich möchte auch in aller Form für die Eile um Verzeihung bitten. Aber der Abflug ist in wenigen Minuten in Hangar 1138, das können Sie gerne prüfen. Meister Janson und seine Padawane Aulona und ich sind recht kurzfristig dazugestoßen. Die Kleidung ist nur für uns Padawane gedacht. Die anderen Teilnehmer haben sicherlich eigene Ausrüstung oder es sogar mit dem Formular beantragt. Rechtzeitig.“


Der Nikto seufzte und sah machte einen Schrank auf, um etwas in einer Akte zu suchen.


„Nun gut, es wurden tatsächlich heute ine paar Pakete in den Hangar geliefert für Ilum. Ich schriebe einfach 2 mehr auf und hole Sie Dir dann. Richte Mya einen Gruß aus und gib Ihr Bescheid, ja?“


Eriu nickte dankbar.

Er dauerte auch nicht lage, bis er die beiden Rucksäcke bekam. Er verneigte sich.


„Aníra i gerthaid lîn tir-bâd und danke.“


Dann eilte er in den Hangar, in dem das Schiff bereits wartete. Es herrschte emsiges Treiben, letzte Dinge wurden eingeladen und Eriu erkannte, dass es sich hauptsächlich um Soldaten handelte. Er sah sich suchend um, konnte aber seinen Meister nicht sehen, also wartete er, schaffte es allerdings geschickt nicht im Weg zu stehen.






Coruscant | Jeditempel | Hangar 1138 – Eriu, Rangers, Voye, T'nadah, Mya
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Große Halle, mit Eowyn; weiter weg auch Brianna, Ganner, Wes, Elise, Riuen, Steven, Faith, Tenia, diverse NPCs und andere Jedi

Elise stellte zu viele Fragen. Zu viele Fragen in den winzigen Pausen, in denen die Redner wechselten und Riuen war nicht gewillt, darauf zu antworten. Was wollte sie eigentlich hören? Jetzt war wohl kaum der richtige Zeitpunkt ihr erneut zu sagen, dass es beispielsweise ein katastrophaler Fehler ihrerseits gewesen war, Sturn an Bord zu holen. Und vor allem: Was hätte es geändert? Ja, natürlich, sie konnten sich über Fehler unterhalten und darüber, auf künftigen Missionen anders zu handeln. Aber das half in dieser Sache nicht weiter und vermutlich würden sie niemals einer Meinung sein. Elise und Brianna hatte Sturn unbedingt bergen wollen. Fehler. Und da der Chiss selbst nun mal bloß ein Padawan war, hätte er ihr Handeln auch nicht unterbrechen können. Was den krieg betraf? Tja. Darüber dachte vermutlich jeder nach, der noch ganz bei Trost war.
„Ich sags ungern noch mal, aber zu all dem, kann ich jetzt nicht viel sagen“ Auch er hätte nicht gerne in Eowyns Haut gesteckt, aber das lag auch daran, dass er sich in seiner in den allermeisten Fällen ganz wohl fühlte.

Dann, irgendwann, endeten die Reden und es kam Bewegung in die große Halle und mit ihr kamen auch die ersten Gespräche, die Elise, zu Riuens Empörung nicht dazu nutze, um Hilfe bei ihrer Mission zu bitten. Den Herrn Baron befragte sie lieber dazu, ob er extra zur Trauerfeier gekommen war und von der jungen, hübsch anzusehenden Frau (Faith) wollte sie wissen, ob sie Steven kannte. Der wiederum kurz und vermeintlich galant ausholte, um zu erklären, dass es viel eher ein Zufall war, hier heute anwesend zu sein. Als er vom Mysterium seiner bemerkenswerten Erscheinung sprach, das sie sicherlich ein anderes Mal lösen wurden, war Riuen verführt mit der Zunge zu schnalzen und einen idiotischen Kommentar von sich zu geben. Baron Crant, Padawan Riuen. Alles klar. In welchem Jahrhundert lebten sie? Kniefall gefällig? Was für ein Schnösel.

„Vielleicht ist es mir erlaubt, eine kleine Zwischenfrage zu stellen,“ konnte Riuen nicht anders beginnen.
„Sicherlich“, oh, er bekam das Kotzen von seiner eigenen Ausdrucksweise, egal wie süffisant der Unterton war „
ist eine Trauerfeier wie diese kein passender Ort, um eine Frage solcher Wichtigkeit“ Halt die Fresse, Riuen zu stellen, „aber Gelegenheit macht Diebe: Elise und ich werden bald auf eine Mission aufbrechen, bei der es darum geht, eine Lösung für ihren Gesundheitszustand zu finden. Thearterra ist eins ehr ungemütlicher Planet, für mehr Hardfacts ist nicht die Zeit, aber“ und jetzt klang er verdammt ehrlich, „wir können alle Hilfe gebrauchen. Falls das nicht abschreckend genug war“, womit er Faith und Steven direkt ansah, „wäre ich sehr dankbar, wenn wir ein nächstes Gespräch auf sehr bald legen könnten.“
Erst nach dieser Anfrage konnte er der Frage Elises, ob sie gehen wollten zustimmen.

„Ich glaube, dass Eowyn nach Bastion und Kast wenig Einwände haben wird, die zu einem deutlichen nein führen. Sie wird uns helfen.“ Davon war Riuen absolut überzeugt, vor allem, wenn sie erfuhr, wie kritisch Elises Zustand tatsächlich war. Dann vibrierte Elises Komlink und sie zeigte dem Chiss die Nachricht. „Ist doch praktisch, keine zeit verlieren, wenn ohnehin schon alle versammelt sind.“ Was ihn schlussendlich auch dazu brachte, einen Blick auf sein eigenes Gerät zu werfen. Tatsächlich war ihm eine Nachricht entgangen und Riuen hielt kurz inne, als er sie laß.
„Tenia Lumiran hat ihre Hilfe zugesichert. Sie ist heute erst auf Coruscant angekommen“, wandte er sich beinahe aufgeregt an seine Meisterin.

Coruscant – Jedi-Tempel – Gänge auf dem Weg zum Ratssaal – mit Eowyn, ...


OCC: Tut mir leid, hier ist land unter
 
[Coruscant / Mittlere Ebenen / Geschäftsviertel / ORK'VAR Inc. / Büro der Geschäftsführung] – Trest Ork'var, Khevrak (NPC) und Mitarbeiter


Der Vormittag begann für Trest Ork'var mit einer ausgezeichneten Tasse Kaff und der erfreulichen Aussicht, sich heute einmal nicht ausschließlich mit Verträgen, Bauzeitplänen und den Problemen anderer Leute beschäftigen zu müssen.

Hinter den hohen Transparistahlfenstern seines Büros zog der morgendliche Verkehr Coruscants zwischen den gewaltigen Gebäudekomplexen vorbei, während über dem Schreibtisch mehrere holografische Terminfelder schwebten. Trest studierte sie zufrieden. Zunächst stand die Übergabe seiner neuen Schwebelimousine an, anschließend ein Termin bei seinem bevorzugten Pflegesalon und am Ende ein Besuch bei seinem Schneider und alten Freund. Den Abend würde schließlich die Eröffnung eines exklusiven Casinos beschließen, an dessen Entwicklung ORK'VAR Inc. maßgeblich beteiligt gewesen war.

Natürlich hatte er auch einige geschäftliche Angelegenheiten zu erledigen. Zwei Verträge verlangten seine Freigabe, die Projektleitung des laufenden Hotelumbaus hatte eine Rückfrage hinterlassen, und aus dem Beteiligungsmanagement warteten mehrere Nachrichten auf seine Aufmerksamkeit.
Trest arbeitete sich durch die dringlichsten Vorgänge, bevor er beschloss, den Rest vorerst seinen Mitarbeitern zu überlassen. Man bezahlte schließlich gute Leute nicht dafür, dass sie ihrem Geschäftsführer beim Arbeiten zusahen.
Gerade nahm er einen weiteren Schluck aus seiner Tasse, als das Kommunikationsfeld seines Schreibtisches mit einem dezenten Signal aufleuchtete.

„Ja, bitte?“


„Guten Morgen, Herr Ork'var. Ihr neuer Fahrer ist eingetroffen und wartet am Empfang.“


Der Bothaner stellte seine Tasse ab.

„Ausgezeichnet! Schicken Sie ihn bitte gleich zu mir herauf.“

Trest deaktivierte die Verbindung und rief noch einmal die Personalakte auf. Khevrak, ein Noghri von Honoghr, hatte ihn bereits bei der Auswahl der Bewerber überzeugt. Neben umfangreicher Erfahrung als Chauffeur gepanzerter Repulsorfahrzeuge verfügte er über eine Ausbildung im Personenschutz und hatte mehrere Jahre für einen privaten Sicherheitsdienst gearbeitet, der unter anderem Diplomaten und vermögende Geschäftsleute betreute.
Dazu kamen Kenntnisse gesellschaftlicher Umgangsformen, die bei einem Arbeitgeber wie Trest keineswegs unwichtig waren. Ein Mann, der eine mögliche Gefahr rechtzeitig erkannte, zugleich aber bei einem eleganten Empfang nicht wie ein bewaffneter Türsteher wirkte, war schließlich sein Geld wert.

Trest hatte in seiner beruflichen Laufbahn durchaus unangenehme Bekanntschaften gemacht. Aufgebrachte Grundstückseigentümer, zahlungsunwillige Geschäftspartner und gelegentlich auch zweifelhafte Gestalten aus den unteren Ebenen Coruscants hatten ihm gezeigt, dass ein ansehnliches Vermögen nicht ausschließlich Bewunderer anzog. Er brauchte gewiss keine kleine Privatarmee. Ein verlässlicher Begleiter mit einem kühlen Kopf und der Fähigkeit, im Ernstfall angemessen zu reagieren, erschien ihm allerdings als durchaus vernünftige Investition.

Ein kurzer Signalton kündigte den Besucher an. Die seitlich eingelassene Bürotür glitt auf und gab den Blick auf einen gedrungenen Noghri frei, dessen dunkelgraue Haut, kräftige Statur und markante Schnauze ihm eine ausgesprochen eigenwillige Erscheinung verliehen. Khevrak trug einen tadellos geschnittenen, anthrazitfarbenen Anzug mit hohem Kragen und verdeckten Verschlüssen. Er wirkte ruhig und aufmerksam, wenngleich Trest eine gewisse Anspannung bemerkte, die er bei einem ersten Arbeitstag nur allzu verständlich fand.

Der Bothaner erhob sich und trat seinem neuen Angestellten entgegen.

„Herr Khevrak! Einen wunderschönen guten Morgen und herzlich wilkommen bei ORK'VAR Inc. Es freut mich, dass wir uns endlich persönlich kennenlernen.“

„Guten Morgen, Herr Ork'var. Vielen Dank für den freundlichen Empfang.“


Sie begrüßten einander, bevor Trest auf einen der Besuchersessel deutete.

„Bitte, setzen Sie sich. Wir hatten bislang schließlich nur schriftlich und über Comlink miteinander zu tun. Ich möchte doch wenigstens wissen, wem ich künftig mein Leben anvertraue, wenn wir durch den Verkehrsirrsinn dieses Planeten fliegen.“

Ein kaum wahrnehmbares Lächeln huschte über Khevraks Gesicht.

„Ich werde mein Bestes tun, Sie möglichst wenig davon bemerken zu lassen.“

„Ausgezeichnete Antwort.“


Die beiden besprachen zunächst die zukünftigen Aufgaben des Noghri. Trest wünschte sich einen zuverlässigen Chauffeur, der seine geschäftlichen Termine kannte, diskret auftrat und bei Bedarf auch für seine Sicherheit sorgte. Er erwartete jedoch keinen Begleiter, der ihn ständig auf Schritt und Tritt überwachte oder bei jeder gesellschaftlichen Begegnung misstrauisch zwischen ihm und seinen Gesprächspartnern stand.

Besonders interessierte ihn ein früherer Vorfall, der in Khevraks Personalakte nur knapp beschrieben worden war.

„Hier steht, Sie hätten eine diplomatische Delegation während eines bewaffneten Überfalls in Sicherheit gebracht. Offenbar hat man Sie dafür ausgezeichnet. Was genau ist damals passiert?“

„Unsere Kolonne wurde auf einer Zufahrtsstraße angegriffen. Das vordere Fahrzeug fiel aus. Ich habe den Transporter über eine Nebenroute aus dem Gefahrenbereich gebracht.“


Trest überflog die Akte.

„Und die drei verletzten Angreifer?“

„Zwei versuchten, den Passagierraum zu öffnen. Der dritte führte einen Sprengsatz mit sich.“

„Und was geschah dann?“

„Sie konnten aufgrund meines Einsatzes ihr Vorhaben nicht fortsetzen.“


Der Bothaner betrachtete sein Gegenüber einen Moment lang, ehe er amüsiert schmunzelte.

„Ich glaube, wir werden uns hervorragend verstehen.“

Auch Khevraks Herkunft kam kurz zur Sprache. Trest wusste um den ausgeprägten Ehrbegriff und das Pflichtbewusstsein, die vielen Angehörigen seines Volkes nachgesagt wurden. Der Noghri bestätigte ruhig, dass ein gegebenes Wort in seiner Familie einen hohen Stellenwert besaß. Trest begrüßte diese Einstellung, stellte jedoch ebenso klar, dass er seine Angestellten nicht aufgrund irgendeiner persönlichen Ehrenschuld beschäftigte.

„Ich erwarte Loyalität, Diskretion und gute Arbeit. Im Gegenzug bekommen Sie eine entsprechende Bezahlung und einen Arbeitgeber, der seine Verpflichtungen ernst nimmt und auch seine schützende Hand über Sie hält. Alles Weitere ergibt sich mit der Zeit.“

„Das entspricht auch meinen Vorstellungen, Herr Ork'var.“


„Wunderbar. Dann sollten wir aufbrechen. Meine zukünftige Limousine und ihr Arbeitsplatz wartet bereits auf uns, und ich gestehe, dass meine Geduld diesbezüglich inzwischen eine gewisse Grenze erreicht hat.“


Auf dem Weg zum privaten Repulsorhangar bat Trest einen jungen Verwaltungsmitarbeiter namens Teran Pelf, sie zu begleiten. Dieser sollte später den bisherigen Gleiter seines Chefs zurück zum Firmensitz bringen, während Khevrak die neue Limousine übernahm. Wenig später verließen sie das Gebäude und reihten sich in den geschäftigen Luftverkehr der mittleren Ebenen ein.


[Coruscant / Mittlere Ebenen / Geschäftsviertel / ORK'VAR Inc. / Büro der Geschäftsführung] – Trest Ork'var, Khevrak (NPC) und Mitarbeiter
 
[Coruscant / Mittlere Ebenen / Exklusives Geschäftsviertel / Veylar Exklusive Repulsorfahrzeuge] – Trest Ork'var, Khevrak, Teran Pelf und Tavira N'valli (NPCs)


Die Ausstellungsräume von Veylar Exklusive Repulsorfahrzeuge gehörten zu jenen Geschäften, bei denen man sich bereits vor dem Betreten des Gebäudes über seine finanziellen Möglichkeiten im Klaren sein sollte. Hinter gewaltigen Transparistahlfronten schwebten elegante Luxusgleiter über niedrigen Präsentationsplattformen, während holografische Anzeigen verschiedene Ausstattungsvarianten und Karosserieformen vorführten. Gedämpftes Licht, polierter Stein und bronzefarbene Einfassungen verliehen der Halle eine beinahe museale Atmosphäre.

Kaum hatte Trest das Geschäft betreten, kam ihm eine elegant gekleidete Twi'lek entgegen. Tavira N'valli, die Eigentümerin des Unternehmens, begrüßte ihn mit einem gewinnenden Lächeln.

„Herr Ork'var! Wie schön, Sie wiederzusehen. Wir haben Sie bereits erwartet.“

„Frau N'valli, die Freude ist ganz meinerseits. Ich hoffe, Sie haben heute keine neuen Ausstattungsmöglichkeiten vorbereitet. Meine Bestellung ist durch Ihre bisherigen Vorschläge bereits erheblich teurer geworden.“


Die Twi'lek lachte.

„Wenn ich mich recht erinnere, waren die meisten zusätzlichen Wünsche Ihre eigenen.“

„Ja, aber eine gute Verkäuferin sollte ihre Kunden gelegentlich auch vor sich selbst schützen.“


Nach der Vorstellung seiner beiden Begleiter führte N'valli die Gruppe in eine separate Ausstellungshalle. Dort wartete auf einer flachen, beleuchteten Plattform die neue Valeron Regent IX, eine luxuriöse Repulsor-Stretchlimousine in individuell angefertigter Sonderausführung.

Trest blieb stehen und ließ den Anblick auf sich wirken.

Die Regent IX war eine außergewöhnlich schöne Maschine. Ihre über zehn Meter lange Karosserie vereinte die klassische Eleganz älterer Luxusgleiter mit den nahezu fugenlosen Oberflächen moderner Repulsortechnik. Die Front besaß eine breite, sanft gerundete Silhouette, während die seitlichen Verkleidungen in geschwungenen Linien über den verborgenen Antriebseinheiten verliefen.
Einzelne Karosseriepartien traten elegant hervor, verjüngten sich anschließend wieder und erinnerten mit ihren dezenten Gravuren an die Formensprache traditionsreicher coruscantischer Manufakturen. Der tiefdunkle Lack zeigte im Licht feine blaugraue Reflexe, und schmale bronzefarbene Akzente betonten die Konturen, ohne das Erscheinungsbild unnötig zu überladen.

„Meine Güte“, murmelte Trest anerkennend. „Sie haben wirklich nicht übertrieben.“

„Sämtliche Sonderwünsche wurden berücksichtigt. Auch die zusätzlichen Schutzsysteme konnten vollständig integriert werden, ohne die Linienführung wesentlich zu verändern.“

„Ausgezeichnet. Ich hatte zwischendurch bereits befürchtet, Sie würden mir einen gepanzerten Truppentransporter mit besonders bequemen Sitzen verkaufen.“


N'valli aktivierte die Zugangskontrolle. Eine breite Seitentür glitt nahezu geräuschlos zurück, während sich die beleuchtete Einstiegsschwelle etwas absenkte.

Der Passagierraum bot regulär sechs Personen großzügig Platz und konnte für bis zu acht Fahrgäste eingerichtet werden. Zwei einander gegenüberliegende Sitzgruppen waren mit einer ungewöhnlich weichen, cremefarbenen Luxusfaser bezogen, deren feine Struktur beinahe an Samt erinnerte. Dunkle Paneele, bronzefarbene Metalleinfassungen und eine indirekte Lichtführung verliehen dem Innenraum jene zurückhaltende Pracht, die Trest sich gewünscht hatte. Er nahm auf einem der breiten Sitze Platz, strich prüfend über den Bezug und lehnte sich mit einem zufriedenen Seufzen zurück.

„Wunderbar. Wenn ich hier einschlafe, möchte ich ausdrücklich nicht geweckt werden.“

„Ich werde es berücksichtigen, Herr Ork'var“,
antwortete Khevrak, der inzwischen die Gestaltung des Fahrerbereichs begutachtete.

Das Interieur ließ tatsächlich kaum Wünsche offen. Hinter bündig eingelassenen Paneelen befanden sich eine Getränkebar, mehrere temperaturgeregelte Kühlfächer und ein kleines Servicemodul. Aus dem Boden ließ sich ein Tisch ausfahren, über dem ein leistungsfähiger Holoprojektor Geschäftsunterlagen, Kommunikationsverbindungen oder dreidimensionale Karten darstellen konnte. Die Klima- und Belüftungssysteme erlaubten eine individuelle Anpassung für verschiedene Spezies, während das vollständig schallgedämmte Passagierabteil selbst den Lärm der großen Verkehrsadern weitgehend fernhalten sollte.

Die Transparistahlfenster ließen sich elektronisch abdunkeln oder von außen verspiegelt schalten. Darüber hinaus besaß die Limousine ein großzügiges, teilweise versenkbares Panoramadach, dessen verstärkte Segmente im geschlossenen Zustand eine durchgehende Schutzfläche bildeten.

Besonders stolz war N'valli auf die Sicherheitsausstattung, die sie dann erklärte.
Die Regent IX verfügte über eine mehrschichtige, verstärkte Karosserie, gepanzerten Transparistahl und einen zuschaltbaren Deflektorschild. Diese Kombination sollte gewöhnlichem Blasterfeuer ebenso standhalten wie erheblich schwereren Angriffen.
Selbst gegen bestimmte tragbare Raketenwaffen bot der Hersteller eine beachtliche Schutzwirkung an, wenngleich selbstverständlich kein ziviles Fahrzeug als vollkommen unverwundbar gelten konnte. Ergänzt wurde das System durch eine umfangreiche Sensoranlage, Schutzprotokolle und mehrere Möglichkeiten zur schnellen Flucht aus einer gefährlichen Situation.

„Sehr beruhigend“, erklärte Trest. „Ich hoffe allerdings, wir müssen uns nicht persönlich von der Widerstandsfähigkeit überzeugen.“

„Das hoffe ich ebenfalls“,
entgegnete die Twi'lek.


Auch die versteckten Staubereiche entsprachen seinen Vorstellungen. Mehrere gesicherte Fächer boten Platz für vertrauliche Unterlagen, Wertgegenstände und persönliche Schutzausrüstung. Im verlängerten Fahrzeugboden befand sich darüber hinaus ein ungewöhnlich geräumiger, vollständig abgeschirmter Transportbereich, der groß genug war, um sogar eine durchschnittlich gebaute humanoide Person liegend aufzunehmen. Trest hatte ihn vor allem als zusätzliche Möglichkeit für diskrete Transporte und außergewöhnliche Notfälle vorgesehen.

Für den Ernstfall waren außerdem verdeckte Blasterfächer vorhanden, deren Freigabe nur über hinterlegte biometrische Berechtigungen erfolgte. Bei der Auswahl dieser Ausstattung hatte er sich unter anderem von einem Fachmann aus dem Umfeld von Varitek Sicherheitssteuerung beraten lassen, an dem ORK'VAR Inc. selbst beteiligt war.

Khevrak prüfte die wichtigsten Funktionen des Fahrerstands, ließ sich die manuellen Steuerungsmöglichkeiten vorführen und stellte einige gezielte Fragen zu Navigation und Sicherheitsprotokollen. Trest nahm mit Zufriedenheit zur Kenntnis, dass sein neuer Chauffeur bereits ausgesprochen gründlich arbeitete.

Nachdem sämtliche Unterlagen geprüft waren, ließ sich der Bothaner noch einmal in die weichen Polster sinken. Der Kauf hatte ihn einen hohen sechsstelligen Betrag gekostet und war selbst für seine Verhältnisse keine beiläufige Ausgabe gewesen. Tatsächlich hatte er beinahe zwei Jahre dafür zurückgelegt und andere private Anschaffungen bewusst verschoben. Nun, da die Limousine endlich vor ihm stand, bereute er keinen einzigen Credit.

„Frau N'valli, ich bin begeistert. Wirklich. Sie haben ausgezeichnete Arbeit geleistet.“

„Das freut mich sehr, Herr Ork'var.“


Trest betrachtete noch einmal die sorgfältig gestalteten Ausstellungsräume, bevor ihm ein Gedanke kam, der ihn beinahe ebenso sehr interessierte wie sein neues Fahrzeug.

„Sagen Sie, haben Sie eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, einen zusätzlichen Investor aufzunehmen?“

Die Twi'lek sah ihn überrascht an.

„Sie meinen für mein Unternehmen?“


„Ganz genau. Hochwertige Repulsorfahrzeuge, individuelle Sonderausstattungen, Sicherheitsumbauten und eine anspruchsvolle Kundschaft. Sie betreiben ein interessantes Geschäft, Frau N'valli.
Ich frage mich gerade, weshalb ich selbst noch nie über eine Beteiligung in dieser Branche nachgedacht habe.“


N'valli wirkte zunächst verblüfft, zeigte sich jedoch keineswegs abgeneigt.
Im anschließenden Gespräch erfuhr Trest, dass sie schon länger über eine Erweiterung der Verkaufsräume und eine zusätzliche Werkstatt nachdachte. Die Finanzierung einer solchen Expansion hatte sie bislang allerdings noch nicht abschließend geklärt.

„Nun, möglicherweise sollten wir uns darüber einmal ausführlicher unterhalten“, schlug Trest vor. „ORK'VAR Inc. könnte sowohl an einer kleineren Beteiligung als auch an der Entwicklung geeigneter Räumlichkeiten interessiert sein. Lassen Sie mir doch bei Gelegenheit Ihre Vorstellungen und einige grundlegende Geschäftszahlen zukommen. Vielleicht lässt sich daraus etwas machen.“

„Das wäre durchaus interessant, Herr Ork'var."

„Wunderbar! Sehen Sie, jetzt habe ich nicht nur eine schöne Limousine erworben, sondern möglicherweise gleich noch ein neues Geschäft entdeckt.“

„Ich hoffe nur, Sie wollen bei Ihrem nächsten Besuch nicht gleich mein gesamtes Unternehmen erwerben.“


Trest lachte herzlich.

„Ach, Frau N'valli. Ich mag zwar wohlhabend sein aber so wohlhabend mir einfach so ein ganzes Unternehmen ohne mit der Wimper zu zucken wäre auch für mich kein leichtes Unterfangen.“



Wenig später waren auch die letzten Übergabeformalitäten erledigt. Teran Pelf verabschiedete sich, um den bisherigen Gleiter zurück zu ORK'VAR Inc. zu bringen, während Khevrak die neue Regent IX vor den Verkaufsräumen bereitstellte.

Der Noghri öffnete seinem Arbeitgeber die hintere Tür und wartete, bis dieser Platz genommen hatte. Trest betrachtete noch einmal zufrieden das elegante Interieur, ehe er sich zurücklehnte.

„Nun, mein Mr. Khevrak. Dann wollen wir doch sehen, wie sich unsere neue Errungenschaft im coruscantischen Verkehr bewährt.“

„Wohin soll ich Sie bringen, Herr Ork'var ? Ich nehme am zum Salon?“


„Genau zum Salon Selyra. Ich habe dort noch einen Termin, und heute Abend möchte ich schließlich einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen.“


Die schwere Limousine hob sich nahezu geräuschlos von der Halteplattform und glitt hinaus zwischen die gewaltigen Hochhäuser Coruscants. Trest machte es sich bequem, während Khevrak sie mit ruhiger Hand in den Verkehrsstrom einfädelte.


[Coruscant / Mittlere Ebenen / Valeron Regent IX / Auf dem Weg zum Salon Selyra] – Trest Ork'var und Khevrak (NPC)
 
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