Covid-19

@Cassia

Die von Darth Keebo genannten Quellen könnten vielleicht die Skepsis deines Berufstandes gegenüber einer Impfung entkräften. In ihnen werden viele Einwände gegen eine Impfung aufgegriffen und wissenschaftlich entkräftet. Ich selbst habe Chemie und Biologie studiert, mit dem Schwerpunkt Humanbiologie, und ich stehe einer COVID-19-Impfung positiv gegenüber, insbesondere einer mRNA-Impfung.

Aber wenn für so vielen deiner Kollegen eine Impfung quasi eine "Black Box" darstellt oder sie in den vergangenen Monaten gar mit dem Gedankengut von Verschwörungstheoretikern konfrontiert wurden, wäre es sinnvoll, dass vor einer Impfung in einem Heim das Personal ausführlich über die Impfung aufgeklärt wird, Skeptiker Gelegenheit erhalten, Fragen zu stellen. Ich denke, viele Bedenken ließen sich durch eine solche Schulung dann ausräumen und die Impfquote unter Pflegekräfte würde sich deutlich erhöhen.

Trotz der hohen Sterblichkeit in den Heimen im Frühjahr, kam es auch in den vergangenen Wochen, Monaten zu hohen Sterbezahlen. Es gibt so viele Beispiele von Heimen, in denen sich Heimbewohner und Pflegekräfte wechselseitig angesteckt haben. Durch eine Impfung würde die Gefahr erheblich kleiner. Und in Heimen gibt es immer wieder Wechsel bei den Bewohnern. Die neuen Bewohner müssen in den nächsten Monaten nicht zwangsläufig geimpft sein.

Das Ärzte in deinem Heim Patienten ohne Mund-Nasen-Schutz behandelt haben, ist skandalös. Die Ärztekammer sollte Bescheid wissen.
 
Der 15 km Radius gilt erst ab der Stadt-/Gemeindegrenze. Innerhalb der Stadt/Gemeinde gilt überhaupt keine Beschränkung.

Was ist denn deine juristische Einschränkung zu dieser Grenze? Glaubst du es wird demnächst von einem Gericht kassiert? Ich meine wir hatten schon weniger harte Maßnahmen die epidemiologisch sinnvoller waren und trotzdem gekippt wurden..
 
Glaubst du es wird demnächst von einem Gericht kassiert?

Schwer zu sagen. Eine rechtliche Grundlage dafür gibt das Infektionsschutzgesetz schon her und durch die Beschränkung auf Hotspots mit eine Inzidenz von > 200 ist das auch keine wahllose Maßnahme. Entscheidend dürfte wohl sein, ob schon alle milderen Mittel ausgeschöpft wurden, um dasselbe Ziel zu erreichen. Ich vermute deshalb, dass wir dazu dann auch sich teilweise voneinander erheblich unterscheidende Rechtsprechung erleben werden.
 
Schwer zu sagen. Eine rechtliche Grundlage dafür gibt das Infektionsschutzgesetz schon her und durch die Beschränkung auf Hotspots mit eine Inzidenz von > 200 ist das auch keine wahllose Maßnahme. Entscheidend dürfte wohl sein, ob schon alle milderen Mittel ausgeschöpft wurden, um dasselbe Ziel zu erreichen. Ich vermute deshalb, dass wir dazu dann auch sich teilweise voneinander erheblich unterscheidende Rechtsprechung erleben werden.

Hab die Tage auch gelesen, dass das Mittel selbst auch noch wichtig sei. Als man letztes Jahr versucht hat, einige beliebte Orte vor Besuchern abzuriegeln, ist das gescheitert, weil das Mittel hier nicht zielgerichtet war und wahllos irgendwelche Leute betrifft. Wenn man allerdings die evidenten Fallzahlen eines Hotspots als Entscheidungsgrundlage her nimmt und dann den Leuten sagt, dass sie gefälligst da bleiben und nicht in alle vier Himmelrichtungen fortwandern sollen, so sähe das wieder ganz anders aus.
 
Hab die Tage auch gelesen, dass das Mittel selbst auch noch wichtig sei. Als man letztes Jahr versucht hat, einige beliebte Orte vor Besuchern abzuriegeln, ist das gescheitert, weil das Mittel hier nicht zielgerichtet war und wahllos irgendwelche Leute betrifft.

Ja, richtig. Meine Vermutung ist aktuell aber, dass die Gerichte hier wirklich viele Einzelfallentscheidungen treffen werden. Man darf nicht vergessen, dass die Schutzmaßnahmen innerhalb Deutschlands schlichtweg nicht einheitlich sind und in einigen Bundesländern gewiss noch nicht alle milderen Mittel ausgeschöpft wurden. In Hessen gibt es seit mehreren Wochen eine nächtliche Ausgangssperre in Orten mit einer 7-Tages-Inzidenz von > 100 (das ist jedenfalls die Zahl, die ich Kopf habe) während in Niedersachsen niemand an sowas zu denken scheint. Und so weiter, und so weiter...

Ja, aber es sind zwei unterschiedliche Kreise und ca 55 km, die wir entfernt sind. Harren wir der Dinge, die da kommen, heißt es doch so schön :Die

Das tut mir wirklich leid! :( Hoffen wir mal, dass sich die Lage schnell bessert...
 
Im Kanzleramt ist man, sehr verständlich, ziemlich sauer. Helge Braun teasert für Ende Januar dann vermutlich schon mal einen Lockdown an. Und dann wird man auch in Deutschland den Unterschied zwischen Shutdown und Lockdown spüren...

Es wäre sehr schön, wenn man um viele Tote und extreme Maßnahmen herum kommt. Braun hat wohl die Dringlichkeit mit Blick auf B177 erkannt, die Ministerpräsidenten noch nicht.

Kanzleramtschef Braun warnte vor einer erneut verschärften Lage bis zu einem völligen Kontrollverlust durch die Ausbreitung von Virus-Varianten, wie sie etwa in Großbritannien registriert werden. "Wenn sich auf dem hohen Infektionsniveau, das wir haben, die Mutationen ausbreiten, dann wird es sehr schwer, ein Wachstum der Infektionszahlen überhaupt noch in den Griff zu bekommen", sagte er. Dann käme man in der nächsten Bund-Länder-Runde am 25. Januar möglicherweise auch an "maximalen Beschränkungen" nicht mehr vorbei.

https://www.tagesschau.de/inland/lockdown-beschluss-bundeslaender-103.html
 
Ich bin auch gerade echt sauer wegen der 15-km-Beschränkung. Ich habe bisher alle Maßnahmen mitgetragen bzw. mir häufig auch strengere / frühere Maßnahmen gewünscht und mich sowieso seit März weit über die offiziellen Vorgaben hinaus persönlich extrem eingeschränkt. Wenn alle sich nur ansatzweise so verhalten hätten wie ich, würden wir die meisten der harten Winter-Maßnahmen wohl gar nicht brauchen.

Aber das bedeutet jetzt (bzw. sobald der Kreis Offenbach wieder die 200 überschreitet, was nur eine Frage weniger Tage sein dürfte) für mich, dass ich mich an meinem leider weiter als 15 km von meiner Wohnung entfernten Arbeitsort nicht mehr in der Pause auf spärlich bevölkerten Feldwegen an der frischen Luft bewegen darf. Da es unter der Woche noch über Wochen hinaus stockfinster sein wird, wenn ich aus dem Haus gehe und heimkomme, habe ich dann die Wahl, überhaupt keine frische Luft und kein Tageslicht mehr abzubekommen oder mich am Wochenende in den überlaufenen lokalen Wald zu stürzen - beides keine Varianten, die ich gesundheitlich besonders zielführend finde!

Und alles wegen all der Deppen, die sich nicht wenigstens ein kleines bisschen einschränken können und Wochenende für Wochenende die winterlichen Ausflugsziele fluten müssen...

Und zur Schul-/Kita-Situation fällt mir natürlich auch nix mehr ein. :facep:

Micah
 
Ich finde die 15km Regel ohnehin seltsam, bei einem R-wert von Größer als 200 wäre es doch besser den ganzen Landkreis unter Quarantäne zu stellen, damit man diesen dann nicht mehr verlassen darf. Sprich Schulschließung, Arbeitsverbot/Homeoffice/nur absolut Notwendige Tätigkeiten und Grundversorgung durch den Saat mit allem Lebensnotwendigem, sprich Essensrationen & Getränken damit man nicht mal mehr einkaufen muss.
Das dann 2 bis 3 Wochen und der R-Wert dürfte sich der 0 annähern.

Aber das traut sich die Regierung wohl nicht, bzw. hat sie wohl gar nicht die Mittel (oder den Willen) so etwas durchzusetzen. Aber das wäre bei einer Pandemie eigentlich doch nur Konsequent. Auch wenn es wohl das Radikalste ist was man sich vorstellen kann.
 
Gestern gab es mal wieder eine schönen Brief des Kultusministers, in dem mal explizit stand, dass die Lehrer auch im Fernunterricht ihren Verpflichtungen nachgehen müssen. Da bin ich ja mal gespannt, ob diesmal mehr kommt als beim letzten Mal. Wobei ich einige echt loben muss, die sich wirklich exzellent kümmern.

Beim Hybridunterricht habe ich ein mulmiges Gefühl. Die halbe Klasse sind bei meinen Jungs 15 Kinder. Die Klassenräume sind recht eng und ich bin sicher, dass der Mindestabstand nicht immer eingehalten wird/werden kann. Und von Aeroaolen hat Herr Tonne wohl auch noch keine Kenntnis.
Warum gibt es da keine Maskenpflicht?

Gerade wo jetzt auch noch die vermutlich deutlich ansteckendere Variante kursiert und sich wohl weiter verbreiten wird. Wenn ich die Daten der Schüler und Klassenräume in diesen Aerosol Rechner eingebe, stecken sich über die Hälfte der Schüler an einem infizierten Mitschüler an. Was für ein Irrsinn.
 
Ich bin auch gerade echt sauer wegen der 15-km-Beschränkung. Ich habe bisher alle Maßnahmen mitgetragen bzw. mir häufig auch strengere / frühere Maßnahmen gewünscht und mich sowieso seit März weit über die offiziellen Vorgaben hinaus persönlich extrem eingeschränkt. Wenn alle sich nur ansatzweise so verhalten hätten wie ich, würden wir die meisten der harten Winter-Maßnahmen wohl gar nicht brauchen.

Aber das bedeutet jetzt (bzw. sobald der Kreis Offenbach wieder die 200 überschreitet, was nur eine Frage weniger Tage sein dürfte) für mich, dass ich mich an meinem leider weiter als 15 km von meiner Wohnung entfernten Arbeitsort nicht mehr in der Pause auf spärlich bevölkerten Feldwegen an der frischen Luft bewegen darf. Da es unter der Woche noch über Wochen hinaus stockfinster sein wird, wenn ich aus dem Haus gehe und heimkomme, habe ich dann die Wahl, überhaupt keine frische Luft und kein Tageslicht mehr abzubekommen oder mich am Wochenende in den überlaufenen lokalen Wald zu stürzen - beides keine Varianten, die ich gesundheitlich besonders zielführend finde!

Und alles wegen all der Deppen, die sich nicht wenigstens ein kleines bisschen einschränken können und Wochenende für Wochenende die winterlichen Ausflugsziele fluten müssen...

So weit habe ich noch gar nicht gedacht. Bei mir liegt auch der Arbeitsort weiter als 15 km vom Wohnort entfernt. Da muss ich jetzt auch in den Pausen und auf dem Arbeitsweg ein paar Dinge mehr beachten.
 
Heißt das, ihr dürft die 15km zu Arbeitszwecken überschreiten, aber für einen Spaziergang etc. in der Mittagspause nicht? o_O Was ist denn das für ein Humbug. Wird das in D wirklich dann auch so streng kontrolliert/geahndet? Ist vielleicht eine Frage der lokalen Mentalität, aber wenn ich zum Arbeiten raus darf, und mir dann ein Polizist krumm kommt, weil ich erholungsbedingt frische Luft auch noch schnappen möchte, dann lache ich ihn aus. Aber vielleicht ist das bei uns generell einfach etwas relaxter als bei euch. Zudem kann man doch immer argumentieren, man befinde sich auf einem Dienstweg...
 
Heißt das, ihr dürft die 15km zu Arbeitszwecken überschreiten, aber für einen Spaziergang etc. in der Mittagspause nicht? o_O Was ist denn das für ein Humbug. Wird das in D wirklich dann auch so streng kontrolliert/geahndet? Ist vielleicht eine Frage der lokalen Mentalität, aber wenn ich zum Arbeiten raus darf, und mir dann ein Polizist krumm kommt, weil ich erholungsbedingt frische Luft auch noch schnappen möchte, dann lache ich ihn aus. Aber vielleicht ist das bei uns generell einfach etwas relaxter als bei euch. Zudem kann man doch immer argumentieren, man befinde sich auf einem Dienstweg...

Ich habe mir bis vorhin noch gar keine Gedanken drüber gemacht und denke auch nicht, dass es im Zweifelsfall so streng gehandhabt wird. Aber ob es das wert ist, das Risiko einzugehen? Bisher habe ich mich auf dem Arbeitsweg so verhalten, wie sonst auch. Aber formal darf ich ein paar Dinge eigentlich nicht, wie mir jetzt erst klar geworden ist.
 
Ich finde die 15km Regel ohnehin seltsam, bei einem R-wert von Größer als 200 wäre es doch besser den ganzen Landkreis unter Quarantäne zu stellen, damit man diesen dann nicht mehr verlassen darf. Sprich Schulschließung, Arbeitsverbot/Homeoffice/nur absolut Notwendige Tätigkeiten und Grundversorgung durch den Saat mit allem Lebensnotwendigem, sprich Essensrationen & Getränken damit man nicht mal mehr einkaufen muss.
Das dann 2 bis 3 Wochen und der R-Wert dürfte sich der 0 annähern.

Aber das traut sich die Regierung wohl nicht, bzw. hat sie wohl gar nicht die Mittel (oder den Willen) so etwas durchzusetzen. Aber das wäre bei einer Pandemie eigentlich doch nur Konsequent. Auch wenn es wohl das Radikalste ist was man sich vorstellen kann.

Das wären dann ungefähr Verhältnisse wie in China, und das wird kein Politiker (außer Lauterbach evtl.) riskieren wollen, schon gar nicht in einem Wahljahr. Hier flippt der Mob ja schon aus, wenn empfohlen wird, den Rodelhang XYZ nicht mehr anzufahren, und die Polizei einen wieder retour schickt, weil die Parkplätze voll sind.
Fast schon lustig übrigens, wenn genau diese Leute, die schnell noch rodeln, Halloween feiern, den Black Friday nutzen und Weihnachtsgeschenke kaufen "müssen", bevor sie wieder "eingesperrt" werden, lustig auf China verweisen, weil dort Silvester gefeiert werden durfte, es aber gnädig ausblenden, wenn bei einer Inzidenz von 20 mal eben ein Ballungsraum mit 18 Millionen Menschen vom Militär komplett abgeriegelt wird.

C.
 
Heißt das, ihr dürft die 15km zu Arbeitszwecken überschreiten, aber für einen Spaziergang etc. in der Mittagspause nicht?

Das wird aber eine sportliche Mittagspause. ;)

Die 15 Kilometer-Regel sehe ich als sehr sinnlos an. Das größte Problem sind offene Schulen und Kitas, ein weiteres Problem in der Pandemie sind Reisen über große Entfernungen. Es geht hier nicht um 15 km, sondern um mehrere Hundert in denen das Virus (oder eine seiner vielen Mutationen) innerhalb von Stunden verteilt werden kann.

Diese 15 km Regelung ist bisher eine der willkürlichsten Überhaupt. Woran macht man diese fest? Wieso genau 15? Ob das am Ende nicht gekippt wird.
 
Diese 15 km Regelung ist bisher eine der willkürlichsten Überhaupt. Woran macht man diese fest? Wieso genau 15? Ob das am Ende nicht gekippt wird.

Einige Regelungen muten inzwischen sehr willkürlich an, und sind vermutlich einem Aktionismus geschuldet, weil man noch immer Hemmungen hat, in Bezug auf Kitas, Schulen und Industrie konsequent zu handeln, und auch hier mal für 3 - 4 Wochen einen harten Lockdown zu verhängen.
Klar, es heißt ja "Kontakte reduzieren" und nicht "Kontakte komplett vermeiden", und es ist ebenso klar, dass man erstmal mit Dingen anfängt, die nicht unbedingt notwendig sind, sprich mit Aktivitäten in der Freizeit. Man sollte sich aber mittlerweile eingestehen, dass das offenbar nicht genug ist, wenn man die Menschen aus Kneipen, Clubs und Möbelhäusern fernhält, aber die Züge noch immer voller Berufspendler sind, und man den Präsenzunterricht auf Teufel komm raus so schnell wie möglich fortführen will. Das ist ab einem gewissen Punkt auch Leuten, die jetzt keine Quarkdenker oder Impfgegner sind, schwer zu vermitteln, zumal die Zahlen sich ja kaum verbessern.
Föderalismus ist prinzipiell ein hohes Gut, ebenso wie eine pluralistische Gesellschaft, aber das Verhalten so mancher Landesfürsten lässt selbst bei mir ab und an den Wunsch nach etwas mehr China aufkommen. :konfus:

C.
 
Einige Regelungen muten inzwischen sehr willkürlich an, und sind vermutlich einem Aktionismus geschuldet, weil man noch immer Hemmungen hat, in Bezug auf Kitas, Schulen und Industrie konsequent zu handeln, und auch hier mal für 3 - 4 Wochen einen harten Lockdown zu verhängen.

Ganz groß dabei gegen Kita und Schulschließung zu wettern ist ja immer ein Verband von Kinder und Jugendärzten, die DGKJ.
Ich kann es auch psychologischer und pädagogischer Sicht verstehen, dass Kitas und Schulen (so lange wie möglich) offen bleiben sollen. Voll und ganz. Umso weniger kann ich es verstehen, wieso nicht gerade auch dieser Verband für einen richtig harten Lockdown mit konsequenter Schul- und Kitaschließung ist.
Dieses hin und her, dieses lauwarm aufgewärmte halb geöffnete "Not"betreuungs-Ding ist doch für die Kinder noch viel, viel schlimmer. Es ist kein normaler Betrieb und es sind trotzdem viele Kinder da und somit die Infektionsgefahr hoch.

Und der Witz ist: Sie würden vermutlich mit einem kurzen, harten Lockdown ihrem Ziel von möglichst großer Normalität an Kitas und Schulen näher kommen, als mit diesem Rumgedruckse. :facep:
 
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