Ilum

[ Ilum – Kristallhöhlentempel – Kristallhöhlen – Seris, Sera, Agatosh, Aleron & BD-3 ]

Seris stand immer noch völlig alleine in den Gängen. Die junge Frau ließ sich frustriert auf dem Schnee bedeckten Boden nieder und zog die Knie an die Brust. Ihr Atmen beschlug die kleinen Anzeigen an ihrem Raumanzug. Ihre Gedanken begannen sich zu überschlagen. Sie sah sich selbst bereits erfroren. Irgendwann würden diese Jedi ihre Gebeine finden. Der eigene Tod war ein Thema welches Seris weit vor sich her schob. Natürlich hatte sie sich selbst nicht älter als 40 werden gesehen, doch jetzt wo er so zum greifen da war. Kleine Tränen begannen über ihre Wangen zu laufen. Sie fühlten sich kalt und so weit entfernt an.

Was hatte sie getan? Warum hatte sie auch geglaubt, dass das Leben außerhalb ihrer Gosse erstrebenswert gewesen war." Mutter hatte wohl doch recht mit mir." schoss es der jungen Frau durch den Kopf. Seris wusste nicht wie lange sie dort in der Kälte saß. Vielleicht waren es nur wenige Minuten, doch für die junge Frau fühlte es sich wie eine halbe Ewigkeit an. Ihr Brustkorb senkte sich unregelmäßig und die Tränen waren versiegt. Sie sah immer wieder ihre Mutter am Esstisch sitzen.

"Du kannst doch nichts Mädchen!" Seris begann sich verzweifelt die Ohren zu zu halten. "Du stürzt und alle ins Elend!" Die junge Frau kniff die Augen zusammen. Sie wollte dass diese Frau endlich aus ihrem Kopf verschwand. Wut stieg wieder in ihr auf. Brennende Wut. Sie erhob sich schwerfällig von dem Schneeboden und richtete sich auf. Eine neue Welle der Entschlossenheit schwemmte ihren Geist. Die Rothaarige wollte hier raus kommen und wenn es nur war um ihrer Mutter alle mal zu zeigen, dass sie sie unterschätzt hatte.

Seris vernahm ein Geräusch. Zuerst war es kaum mehr als ein dumpfes Murmeln gewesen, verschluckt von Fels, Eis und den unzähligen Kristallen. Ihr Herz machte einen Freudensprung. Vermutlich lauschte sie den drei Machtnutzern die in der Ferne ihr Katz und Maus Spiel spielten.

Ihre Füße trugen sie hastig durch den Schnee. Sie bog in die kleinen Gänge ein und kam mit mehr Glück als Verstand wieder zu der Kreuzung. Sie erblickte Agatosh, der wie immer nicht zu übersehen war. . Sera stand ebenfalls noch bei dem Jedi. Und Aleron—

Seris' Blick wanderte an ihm hinunter. Ihre Schritte wurden langsamer und da war er. Der kleine BD Droide. Der Droide reagierte schneller als Seris. Sein kleiner Kopf schnellte schlagartig in ihre Richtung. Dann brach aus BD-3 eine derart schrille Folge elektronischer Töne hervor, dass Seris unwillkürlich zusammenzuckte. Der Droide wich zurück. Nur ein paar schnelle Schritte, bis Alerons Beine zwischen ihm und Seris standen.

Seris blinzelte erschrocken. Langsam hob sich eine ihrer Augenbrauen. Während ihrer Jagd hatte dieses kleine Mistvieh kaum genug Abstand zwischen sie bringen können, um sich umzudrehen und sie gefühlt auch noch auszulachen. Jetzt brauchte sie nur einen Schritt nach vorne zu machen und schon verschwand er hinter seinem Besitzer. Die Rothaarige wollte die Konversation der drei gar nicht stören, weshalb sie das tat worin sie besonders schlecht war. Einfach mal die Klappe halten.

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Ilum - Kristalhöhlentempel | Kristallhöhlensystem unter dem Tempel | Aleron Blackthorne, Sera Noan, Agatosh, Seris Veynar und der Droide BD-3 (NSC)

Sera deaktivierte ihr Lichtschwert und hängte es wieder an ihren Gürtel. Natürlich war Aleron nicht so naiv zu glauben, dass das irgendwie die Situation deeskalierte. Dafür sorgten allein schon die Forderungen des Hünen, die seine Begleiterin mit eigenen Worten auch noch unterstrich. Der Morellianer blickte zwischen den beiden Sith hin und her, es wurde immer deutlicher, dass sie nicht überein kommen würden. Gerade deswegen aber versuchte er es weiter. “Es ist nicht so, dass man hier einen bestimmten Kristall gezielt suchen und finden kann.” Aleron glaubte nicht, dass die Sith die nötige Geduld aufbringen wollten und vielleicht auch gar nicht konnten. Ein Angebot kostete aber natürlich nichts. “Aber ich kann euch beide…euch drei anleiten, eine Meditation zu beginnen, die dabei helfen wird, dass ein Kristall euch erwählt.” Der Morellianer deutete sowohl hinter sich als auch hinter die Sith. “Es gibt hier unzählige kleine Kavernen, die als Meditationskammer dienen können. Am besten sucht sich jeder von euch eine eigene aus. Die Meditation funktioniert am besten, wenn man ungestört und alleine ist.”

Die Sith hatten zwar schon erklärt, sich nicht trennen lassen zu wollen, aber das brachte Aleron nicht davon ab, ihnen zu empfehlen, was er über die Meditation gelernt hatte. Genauso wenig schreckte der Jedi davor zurück, Einspruch zu erheben, wenn Unmögliches von ihm verlangt wurde. “Mein Lichtschwert kann ich euch genauso wenig überlassen, wie ihr mir eure Waffen übergeben würdet. Oder was auch immer eure Freundin der schweren Tasche da mit sich herumschleppt.” Seris hatte Aleron tatsächlich nicht vergessen und da trat sie auch wieder in sein Sichtfeld. Sie wirkte irgendwie…unruhig. Aber leider hatte der Morellianer jetzt keine Zeit und Gelegenheit, näher darauf einzugehen. “Und was diese Höhlen hier betrifft. Sie gehören nicht mir, also kann ich sie euch auch nicht überlassen. Genau genommen gehören sie niemandem außer den Kristallen selbst.” Dieses ganze Gespräch nahm etwas merkwürdige Züge an. Bisher war Aleron davon ausgegangen, dass alle ausgebildeten Machtnutzer, egal ob Jedi oder Sith, wussten, wo und warum genau dort Kyberkristalle wuchsen. Diese beiden Sith hier schienen aber gar nichts über das Thema zu wissen.

Sera kokettierte unterdessen weiter und Aleron stieg darauf gerne weiter ein, so skurril das Gespräch auch war. So lange sie redeten, kämpften sie nicht und jede Minute war damit ein Gewinn in den Augen des Jedi. “Vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass blecherne Lebensformen es mir angetan haben und vielleicht bist du mir genau darum so sympathisch Sera.” Die Mundwinkel des Morellianers zuckten bei diesen Worten. Er war sich ziemlich sicher, dass ihm im Tempel niemand glauben würde, wenn er von dieser Begegnung erzählte. “Natürlich möchte ich mich jetzt so schnell noch nicht festlegen, aber nachdem wir uns erst einmal ein wenig besser kennengelernt haben, kannst du mich vielleicht ganz von dir überzeugen.” Sera streckte ihm zwar provokant die Hüfte entgegen, an der ihr Lichtschwert hing, Aleron dachte aber selbst im Traum nicht daran, nach der Waffe zu greifen. Das war ganz klar eine Falle und er war sicher nicht so naiv, darauf hereinzufallen.

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Agatosh, Sera, Aleron Blackthorne, Seris, BD-3


Agatosh hörte dem
Jedi schweigend zu. Sein Vorschlag war mehr als eindeutig. Und der Chiss musste nicht lange darüber nachdenken, was er von diesem Vorschlag hielt. Sein Blick blieb einige Sekunden vollkommen regungslos auf Blackthorne liegen, ehe er langsam zu Sera wanderte. Dann dorthin, wo Seris inzwischen wieder aufgetaucht war. Der kleine Droide hatte sich beinahe augenblicklich hinter den Beinen seines Besitzers verkrochen und piepte aufgeregt vor sich hin.

Weitaus wichtiger war der Jedi.


"Du schlägst also vor, dass wir uns trennen"

Die mechanische Stimme ließ kaum erkennen, ob Agatosh die Vorstellung amüsant fand oder beleidigend. Seine roten Augen verengten sich unter der Kapuze geringfügig.

"Und dann jeder für sich die Augen schließt und meditiert"

Agatosh pausierte kurz, als würde er abwägen, obwohl seine Entscheidung bereits getroffen war.

"Nein"

Vielleicht war
Blackthorne tatsächlich nur ungewöhnlich optimistisch. Vielleicht hielt er sie aber auch schlicht für vollkommen bescheuert. Agatosh setzte sich wieder in Bewegung und ging ein paar langsame Schritte an dem Jedi vorbei, ohne ihm dabei vollständig den Rücken zuzuwenden. Sein Blick wanderte über die glitzernden Wände und die unzähligen Kristalle, die sich darin verloren. Wenn es wirklich nicht möglich war, Zions Kristall einfach anhand seiner Farbe ausfindig zu machen, war das lästig. Dass ausgerechnet ein Jedi ihnen erklären musste, wie diese verdammten Dinger funktionierten, gefiel ihm noch weniger.

"Du kennst diese Höhlen."

Er drehte den Kopf wieder zu
Aleron.

"Und du weißt, wonach wir suchen müssen"

Agatosh trat näher an ihn heran.

"Also meditierst du und findest den Kristall für uns. “

Das war weder ein Vorschlag, noch eine Bitte. Sein Blick fiel kurz auf das Lichtschwert des
Jedi. Dass Aleron es nicht freiwillig abgeben würde, überraschte ihn nicht. Sicherlich hätte Agatosh an seiner Stelle ebenso reagiert. Trotzdem machte es die Sache einfacher. Der Mensch blieb bewaffnet und somit gefährlich. Und vielleicht musste Agatosh seine Hoffnung auf einen Kampf noch nicht vollständig begraben.

Langsam hob sich sein Blick wieder in
Alerons Gesicht.

"Wenn du wirklich keinen Kampf willst, sollte das kein Problem sein."

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Agatosh, Sera, Aleron Blackthorne, Seris, BD-3
 
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Blechern? Seras verbliebenes Auge verengte sich ein wenig, während die drei orangefarbenen Sensorelemente unverändert leuchteten. Sie war sich nicht sicher, ob sie beleidigt sein sollte. Der Jedi hatte dabei dieses kleine Zucken in den Mundwinkeln und anschließend behauptet, dass sie ihm gerade deshalb sympathisch war. Wie, als würde es sich um eine gänzlich neue Information für sie handeln, sah sie an sich herunter. Der rechte Arm, ja. Das halbe Gesicht, okay.

„Wenn ich dir so gefalle, warum bleibst du dann so auf Abstand? Du müsstest schon näherkommen, um mich genauer untersuchen zu können.“

Sie ließ die Worte mit einer Mischung aus Belustigung und kokettem Unterton erklingen, ehe sie mit der biologischen Hand gegen den oberen Teil ihrer Brust klopfte. Nicht sonderlich fest, aber deutlich genug, dass das dumpfe Geräusch durch den Stoff ihres Raumanzugs kaum Ähnlichkeit mit Metall hatte. Es war das allgemeingültige Männer-Gesetz. Jeder von ihnen hatte einen Fetisch. Wenn ihm Blech so gefiel, war da noch ein künstlicher Lungenflügel, den er aus dieser Entfernung sicher nicht sehen konnte. Hach, wie ihr dieses Spiel gefielt.

Ihr Blick hob sich wieder und blieb für einige Augenblicke auf seinem Gesicht liegen, während Agatosh erklärte, wie er sich die weitere Zusammenarbeit vorstellte. Sera drehte den Kopf zu dem Chiss. Für den Bruchteil einer Sekunde dachte sie ernsthaft darüber nach, ihn zu loben. Was er verlangte, war jedenfalls eine wesentlich bessere Idee, als sich auf Alerons Vorschlag einzulassen. Jeder allein in irgendeiner kleinen Höhle, Augen zu und hoffen, dass irgendein Stein zu einem sprach. Natürlich. Für wie dumm hielt der Jedi sie? Sollten sie vielleicht vorher auch noch ihre Waffen an der Tür ablegen und dem kleinen Droiden erzählen, wo sie ihr Schiff geparkt hatten? Agatosh hatte die richtige Antwort bereits gegeben, weshalb Sera es bei einem amüsierten Schnauben beließ.


„Hmm. Ich finde seine Idee besser.“ Sie nickte in Agatosh Richtung, lenkte den Blick jedoch auf Aleron zurück. Währenddessen verschränkte sie die Arme vor der Brust. Die Bewegung des künstlichen Arms geriet etwas zu schnell. Metall und Servomotorik zogen die verbliebene, menschliche Schulter weiter zurück, als sie beabsichtigt hatte, woraufhin ein kurzer Schmerz bis in den Nacken schoss. Sera verzog den Mund leicht, korrigierte ihre Haltung und tat so, als wäre nichts gewesen. Sie musste sich an diesen Mist gewöhnen.

Von Alerons Erklärung blieb irgendwas ihr hängen. Nicht der Unsinn mit den getrennten Kammern, sondern der Teil davor. Ein Kristall wurde nicht gewunden. Er erwählte jemanden? Sera löste den Blick nun vom Jedi und ließ ihn über die Höhlenwand wandern. Ihnen war mittlerweile klar geworden, dass sie den gesuchten Kristall nicht mit Augen, Sensoren, Licht oder Händen erfühlen konnten. Selbst die Macht war keine unmittelbare Hilfe. Es gab tatsächlich die Möglichkeit, dass dies der Grund war, weshalb sie noch nichts gefunden hatten.

Oder der Jedi erzählte ihnen nur Scheiße, um sie beschäftigt zu halten. Beides möglich.


„Wie er sagt. Du meditierst. Wir passen auf dich auf. Und wenn dich ein hübscher weißer oder silberner Kristall erwählt, sind wir alle glücklich und können unserer Wege gehen.“

Fast jedenfalls. Natürlich würde Sera den Jedi nie lebend hier herauslassen. Warum sollte sie das tun? Eine so lohnenswerte und einfache Beute einfach gehen lassen? Man stelle sich nur einmal Zions glitzernde Augen vor, wenn Sera ihm diesen hübschen blonden Schopf auf einem Teller servierte. Der Kristall würde dann fast nebensächlich werden. Klar, sie brachten einen mit. Und ob der sie letztendlich erwählt hatte, oder nicht – wen interessierte das schon? Sie hatten den Auftrag, einen Kristall mitzubringen. Ob der am Ende glücklich darüber war, mit drei Sith zurück nach Bastion zu fliegen, war ihr völlig egal. Warum sollte sie Gefühle von Steinen berücksichtigen?

Sera löste ihre Arme wieder voneinander und trat an eine der Wände heran. Völlig unbeeindruckt wandte sie Aleron bei dieser Gelegenheit den Rücken zu. Sollte er dies als eine Einladung zum Angriff verstehen, würde er schon merken, dass der blaue Muskelberg in wenigen Metern Entfernung sehr viel schneller auf den Beinen war, als er aussah.
Die drei Optiken ihrer Sensorik verschoben ihren Fokus nacheinander. Irgendwelche Messwerte legten sich über die unregelmäßige Oberfläche, markierten Konturen und Reflexionen, bis Sera die überreizte Anzeige mit einem hektischen Blinzeln auflöste. Sie versuchte, etwas zu sehen, von dem Aleron behauptete, dass man es nicht auf diese Weise finden konnte.


„Wie merkt man es denn?“

Sera strich mit den Fingerspitzen ihrer echten Hand über eine glatte, gewölbte Eisstelle.

„Wenn so ein Steinchen einen erwählt. Was passiert denn dann? Fängt er an zu leuchten? Ruft er meinen Namen? Flüstert er mir schmutzige Gedanken ins Ohr?“

Ihr Mundwinkel hob sich wieder. Vielleicht war ihre Vorstellung von Meditation eine andere als die des Jedi. Wahrscheinlich saßen sie herum, atmeten dabei bedacht und dachten besonders blumige Gedanken, um sich die Galaxis schön zu malen. Verblendete Armleuchter.

Sera drehte sich wieder herum und ihr Blick fiel dabei auf Seris, die plötzlich hinter Aleron aufgetaucht war. Sie hatte den Jedi unbemerkt flankiert und seinen Droiden aus dem Versteck getrieben? Das Mädchen war ja noch durchtriebener als Sera geahnt hatte! Die dunkle Schülerin des größten aller Lords verzog ihre Lippen zu einem schmalen Strich und nickte anerkennend. Sie war also tatsächlich zu gebrauchen. Ein genialer Einfall von Sera, sie mitzubringen.


„Also, Aleron, fuhr sie unverändert fort. „Zeig uns, wie das funktioniert. Wir begleiten dich gerne.“

Ein kurzer Blick ging zu Agatosh, dann zu Seris.

„Und um das klarzumachen:"

Ihre Stimme blieb zuckersüß, fast kindlich.

„Es ist nicht so, als hättest du eine Wahl.“

Um das Ganze zu verdeutlichen tänzelten ihre Fingerspitzen wieder über das Endstück ihres Lichtschwertgriffes. So sehr ihr das ganze Spiel hier gefiel, sollte der Jedi keinesfalls vergessen, dass er nur noch lebte, weil sie es ihm gestatteten.

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Ilum - Kristalhöhlentempel | Kristallhöhlensystem unter dem Tempel | Aleron Blackthorne, Sera Noan, Agatosh, Seris Veynar und der Droide BD-3 (NSC)

Die Sith verstanden ihn falsch. Natürlich. Er hätte auch gar nichts anderes erwarten dürfen. Still seufzte Aleron also, bevor er es noch einmal versuchte. “Ich kann euch nur anleiten, wie der Jedi-Orden mir das Meditieren beigebracht hat. Äußere Sinneseinflüsse erschweren das Meditieren. Daher macht man das für gewöhnlich alleine und mit geschlossenen Augen. Ihr könnt das natürlich gerne auch gemeinsam und mit offenen Augen versuchen, ich sage euch aber voraus, dass das eure Erfolgschancen verringern wird, gemäß allem, was ich gelernt habe.” Der Blick des Morellianers ging zwischen den Sith hin und her. Er hatte nicht so recht das Gefühl, dass sie ihm tatsächlich zugehört hatten, also versuchte er es erneut. “Und nein, ich kann euch keinen Kristall herbeimeditieren. Erst recht keinen mit eurer Lieblingsfarbe. Ihr müsst euch der Macht öffnen und diesen Ort auf euch wirken lassen. Und früher oder später wird ein Kristall mit euch resonieren, sofern die Macht es fügt, dass ihr miteinander kompatibel seid.”

Es gab dazu eigentlich noch so viel zu sagen, Aleron hatte nach dem bisherigen Gesprächsverlauf aber nicht den Eindruck, dass die Sith für diese Dinge sonderlich empfänglich wären. Also hielt der Jedi es einfach, indem er zuerst den Hünen und dann Sera anlächelte und anschließend wiederholte er die Worte der letzteren. “So funktioniert das nun einmal. Es ist nicht so, als hättet ihr oder ich da eine Wahl.” Als nächstes fixierte Aleron den Hünen mit den Augen. “Und ich will tatsächlich keinen Kampf. Die Realität kann ich deswegen aber auch nicht ändern. Nicht einmal, wenn ihr so nett darum bittet.” Damit hatten die Sith und der Jedi endgültig ein Patt erreicht. Der Morellianer glaubte keine Sekunde, dass das den drei Sith sonderlich gefallen würde.

Trotzdem würde er nicht den ersten Schlag führen. Es war nicht die Art der Jedi, wie es ihn gelehrt worden war. Ein Jedi benutzte die Macht für das Wissen, zur Verteidigung, niemals zum Angriff. Natürlich bedeutete das nicht automatisch, dass der Morellianer sonderlich glücklich mit dieser Situation war. Die Nerven waren bis zum Reißen gespannt und alle seine Instinkte warnten ihn davor, welche Gefahr hier unter der Oberfläche brodelte. Die Nackenhaare standen Aleron buchstäblich zu Berge und doch zwang er sich dazu, ruhig zu bleiben und nicht die Nerven zu verlieren. Würde Gewalt jetzt ausbrechen, kam es auf Sekundenbruchteile an. Es war ihm unmöglich zu sagen, wer der drei den ersten Schlag führen würde. Sera war der offensichtliche Kandidat, aber damit noch lange nicht der zwangsläufige. Dank der Macht konnte der Hüne im Zweifel genauso schnell agieren, wie die Halbfrau/Halbmaschine und dann war da natürlich noch die dritte im Bunde, die er keinesfalls vergessen durfte.

Als der Hüne sich Aleron näherte und an ihm vorbeiging, wandte der Morellianer sich halb um, um weder ihn noch Sera im Rücken zu haben. Technisch gesehen brachte es für die Verteidigung mit Form V zwar kein unüberwindbares Hindernis, von Gegnern umzingelt zu sein, das bedeutete aber noch lange nicht, dass er den Sith unnötigerweise einen Vorteil zugestehen musste. “Ach, eine Sache noch. Ich befinde mich genauso wie ihr das erste Mal hier auf Ilum. Diese Kristallhöhlen sind mir also kaum mehr vertraut als euch.” Ein letztes Mal atmete Aleron tief durch. “Also, wie wollen wir fortfahren? Wollt ihr es mit einer Jedimeditation oder einer aktivieren Variante versuchen, wie sie die Echani zum Beispiel bevorzugen? Beides ist mir recht, ich kann euch nicht sagen, was euch schneller zum Erfolg führen wird.” Der Jedi war sich ziemlich sicher, dass die Sith sich für die Variante entscheiden würden, die mehr körperliche Aktivität von ihnen verlangte.

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Agatosh, Sera, Aleron Blackthorne, Seris, BD-3


Agatosh antwortete nicht. Der
Jedi hatte genug gesagt – und mit jeder weiteren Erklärung gefiel dem Hünen die Sache weniger. Ein Kristall, der jemanden erwählte. Meditation und Resonieren. Keine Möglichkeit, gezielt nach Farbe oder Beschaffenheit zu suchen. Und nun auch noch die beiläufige Feststellung, dass Blackthorne selbst zum ersten Mal auf Ilum war. Das alles passte nicht zu dem Auftrag, den Darth Zion ihnen gegeben hatte.

Unter der tief gezogenen Kapuze verengten sich seine roten Augen. Warum hatte der Hammer von Bastion ihnen nichts davon gesagt? Wenn der Kristall tatsächlich nicht einfach gefunden werden konnte, wenn sie darauf hoffen mussten, dass irgendein Stein sich dazu herabließ, mit einem von ihnen zu "resonieren", dann hätte
Zion das erwähnt. Er hätte sie vorbereitet. Ihnen erklärt, wonach sie suchen mussten und vor allem wie. Agatosh konnte sich nur schwer vorstellen, dass ihr Herr sie quer durch die Galaxis geschickt hatte, um anschließend blind in einer gefrorenen Höhle herumzusitzen und auf eine Laune der Macht zu warten. Und obendrein einen verfeindeten Jedi, der sie anleitete.

Also blieb eine andere Möglichkeit.
Blackthorne log.

Nicht zwangsläufig mit jedem Wort, vielleicht glaubte er ja tatsächlich den Unsinn sogar selbst. Vielleicht war es tatsächlich die Art der Jedi, ihre Kristalle zu finden. Aber das bedeutete noch lange nicht, dass es die einzige war. Agatosh spürte, wie sich unter seiner Rüstung langsam Zorn in ihm sammelte. Nicht jene heiße, unmittelbare Wut, die nach einem Lichtschwertgriff verlangte. Eher etwas Schweres und Beharrliches. Die unangenehme Gewissheit, dass ihnen entweder eine entscheidende Information fehlte – oder dass der
Mann vor ihnen versuchte, sie wie Idioten im Kreis zu führen.

Sein Blick wanderte zu
Sera und für einen Moment blieb er dort liegen. Agatosh schwieg noch einen Moment. Doch dann wanderte sein Gedanke blitzartig zu der schweren Tasche, die Seris mit sich führte.

"Wir haben genug Sprengstoff dabei, um den ganzen Tag nach dem Kristall zu schürfen."

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Agatosh, Sera, Aleron Blackthorne, Seris, BD-3
 
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Sera war nun wirklich geduldig gewesen. Sie hatte Alerons Erklärung bis zum Ende angehört, an den richtigen Stellen sogar genickt und einmal die Lippen aneinandergepresst, als würde sie nachdenken. Sich irgendwo in eine dunkle Kammer hocken und darauf warten, dass ein Kristall anfing, sich in sie zu verlieben? Was für eine gequirlte Kacke. Spätestens als der Jedi zugab, zum ersten Mal hier zu sein, bekam ihre aufrecht erhaltene Fassade Risse. Agatosh erledigte dann den Rest. Seine Bemerkung über die Sprengstoffe brachte Sera dazu, den Kopf zu ihm zu drehen. Und dann spürte sie es.

Unter seiner eiskalten, beherrschten Oberfläche brodelte es. Wut. Der Jedi machte ihn langsam wütend. Die Lippen der dunklen Schülerin verzogen sich langsam zu einem entstellenden Lächeln, während sich ihr verbliebenes, echtes Auge weitete. Oh, verdammt! Ja!

Es war noch keine Explosion. Nicht einmal annähernd. Agatosh hielt seine Gefühle fest, presste sie unter jene verdammte Kontrolle, die ihn so oft von ihr unterschied. Und gerade deshalb schmeckte Sera sie noch deutlicher. Sie kannte seinen Zorn inzwischen. Diese ungezügelte Kraft. Die Ekstase der dunklen Seite, die sie bereits schon so oft mitgerissen hatte. Das leichte Anschwellen in der Macht, wenn etwas an ihm nagte und er sich trotzdem weigerte, diesem Gefühl einfach unkontrolliert nachzugeben. Sera atmete langsam, aber lange, durch die Nase ein. Ihr Blick blieb dabei einen Moment zu lange auf dem Chiss liegen. Ein wohliger Schauer kroch ihr den Rücken hinauf und ließ die Härchen in ihrem Nacken aufstehen.

Es war so gut. Allein der Gedanke an das Kommende betörte sie auf eine Weise, die ihr die Selbstkontrolle nahm. Agatoshs Wut war warm und dunkel und inzwischen vertraut. Und wie sehr sie dieses Gefühl vermisste, stellte sie jedes Mal erst fest, sobald es wieder da war. Sera wollte mehr. Sie wollte darin herumstochern, bis aus der Glut ein Vollbrand wurde.

Ihr Blick ging langsam von Agatosh zurück zu dem Mann, der das Feuerzeug in der Hand hielt: Aleron. Das beinahe fanatische Grinsen war nicht aus ihrem Gesicht gewichen.


„Du gehst ihm auf den Sack“, stellte sie leise fest.

Die Stimmlage betonte, dass es sich um ein Kompliment handelte.


„Bitte. Bitte mach weiter.“

Agatosh wollte was Zion wollte. Und Zion wollte diesen Kristall. Vernünftigerweise sollte Sera also gewiss die Klappe halten und ihren Mitschüler sein Ding machen lassen. Aber Sera war nicht vernünftig. Geschissen auf die Sprengstoffe, auf die Drohungen und den Versuch, den Jedi zur Kooperation zu zwingen. Sie war ein Biest, süchtig nach der dunklen Seite. Und die dunkle Seite verlangte von ihr, dass Bewegung in die Sache kam. Irgendwie. Nur irgendwie.

Und da fiel ihr Blick auf den Droiden, der sich fast wie ein kleines Kind zwischen den Beinen seines Besitzers herumwand.

Ihre biologische Hand schnellte unvermittelt hoch und ihre Finger krümmten sich. Sera griff mit der Macht nach dem kleinen Droiden und versuchte, ihn mit einem brutalen Ruck aus seiner Deckung und quer durch die Höhle zu reißen. Sie war nicht vorsichtig. Das Spiel war vorbei. Wenn Aleron seinen kleinen Freund behalten wollte, musste er sich jetzt dafür anstrengen. Sera tat dabei nur, was Seris die ganze Zeit schon hätte tun sollen. Im selben Augenblick lag ihr Lichtschwert bereits in der kybernetischen Hand.

Eine rote Klinge flammte zwischen ihnen auf.

Sie gab Aleron möglichst wenig Zeit, den plötzlichen Stimmungswechsel überhaupt zu verarbeiten. Einen Teil der Kraft, die sie aus der Betörung für Agatoshs Wut zog, lenkte sie in ihre Beine und sprang vorwärts. Den ersten Hieb führte sie schräg von unten, schnell und ohne weitere Warnung. Warum hätte sie ihn auch warnen sollen? Sie wollte schließlich gewinnen. Naja, eigentlich wollte sie nur das Brennen der dunklen Seite spüren, wenn ihr muskulöser Freund sich endlich dazu entschloss, in den Kampf einzugreifen. Aber eins kam mit dem anderen.

Ein fast wahnsinniges Lachen entfuhr ihren Lippen. Nicht weil hier irgendwas lustig war, sondern einfach, weil sich plötzlich alles richtig anfühlte. Der beschissene Jedi würde weiterhin versuchen, sie an der Nase herumzuführen. Er war nicht nützlich. Und an dem Spiel mit ihm verlor sie augenblicklich das Interesse, sobald ihr Fetisch getriggert wurde.

Aleron vor ihr, Agatosh neben ihr, dessen Zorn wie süßer Honig durch ihre Wahrnehmung kroch und der Droide, der geradewegs auf eine der vereisten Wände zuflog.



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Als der Hüne lakonisch präsentierte, dass Sie in den Höhlen sprengen wollten, bis ihnen ein bestimmter weißer Kristall vor die Füße fiel, wenn Aleron nicht half, entglitten dem Morellianer tatsächlich die Gesichtszüge. Und das aus so vielen Gründen, angefangen damit, dass das viele Meter unter der Planetenobefläche verdammt gefährlich war und nicht zuletzt auch, weil die Sith damit vielleicht genau den Kristall pulverisieren würden, den sie suchten. Dieser blinde Willen zur Zerstörung verblüffte den Jedi gar nicht einmal so wenig. Es war eine Sache, von den Eigenarten der Sith zu hören, es war ganz etwas anderes, es mit eigenen Augen und Ohren wahrzunehmen. “Ich glaube nicht, dass euch das weiterhelfen wird…” Weiter kam er nicht, denn Sera trat in Aktion.

Aleron hatte kaum Zeit, ihre Worte zu verarbeiten, denn sie waren begleitet von einem telekinetischem Stoß, der BD-3 gegen eine der Höhlenwände katapultierte. Natürlich war der Morellianer sofort besorgt um den kleinen Droiden, doch kaum hatte er dessen unfreiwilligen Flug registriert, nahm ganz etwas anderes seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Alles um ihn herum verlangsamte sich einen Sekundenbruchteil lang fast zum Zeitlupentempo als die Macht Alerons Wahrnehmung überlagerte und ihm Seras Angriff ins Sichtfeld prophezeite, noch bevor die Halbfrau/Halbmaschine zu ihrer Waffe griff. Der Jedi griff sofort entschlossen zur eigenen Waffe und rückblickend betrachtet, würde er niemals erklären können, wer tatsächlich zuerst, Jedi oder Sith, das Lichtschwert aktivierte. In jedem Fall aber begegnete Alerons türkise Klinge Seras rotem Lichtschwert so selbstverständlich, als hätten die beiden sich abgesprochen.

Instinktiv nutzte der Jedi die Bewegungsenergie des Schlages seiner Kontrahentin nicht nur, um ihren Schlag von sich abzuleiten, sondern auch um flüssig in einen unmittelbaren Djem So Gegenangriff gegen ihren Brustkorb überzugehen. Der potentiell tödliche Schlag traf natürlich nicht, Sera war immerhin keine stillstehende Übungspuppe. Das Signal war aber klar, Aleron würde sich keineswegs auf die Defensive beschränken. BD-3 geht’s dir gut?” Auch wenn der Morellianer nicht die Augen von Sera und dem Hünen ließ, hatte er seinen Begleiter keineswegs vergessen. Der kleine Droide war hart gegen die kristallgespickte Felswand geknallt und wies nun eine Delle und nicht wenige Kratzer am Gehäuse auf. BD-3 schien sonst aber unbeschädigt zu sein, der kleine Erkundungsdroide wies zwar praktisch kein Offensivpotential aus, war aber für schweres Gelände konzipiert und daher für seine geringe Größe unglaublich stabil gebaut worden.

Nachdem er sich vom Boden aufgerappelt hatte, schüttelte BD-3 in einer viel zu menschlichen Geste den Kopf, als würde er mit einem Schwindelanfall zu kämpfen haben und stieß ein sich beklagend klingendes Stakkato an Binärtönen aus, dem Aleron in der Hektik der Situation nur entnehmen konnte, dass es dem Droiden gut genug ging, dass er sich überhaupt so leidenschaftlich beschweren konnte. BD-3! Renn’ raus und warne Fabienne und die Siedlung!” Der kleine Droide fokussierte einen Sekundenbruchteil etwas bedröppelt Aleron, der sich in diesen Momenten der Sith erwehrte, entnahm seinem Tonfall offenbar, dass jegliche weitere Diskussion müßig war und schlug unvermittelt einen Haken mit seinen kleinen Beinchen, um mit einer seiner winzigen Statur strotzenden, übermenschlichen Geschwindigkeit im Gewirr der Kristallhöhlen dorthin zu verschwinden, wo Aleron und BD-3 selbst hergekommen waren als sie auf die Sith getroffen waren.

Das wahnsinnige Lachen Seras ging Aleron durch Mark und Bein, befeuerte dessen Entschlossenheit aber nur, die beiden Sith nicht einfach gewähren zu lassen. “Ich fürchte, ich kann es nicht so einfach zulassen, dass ihr hier unten sprengt, wie es euch beliebt. Allein schon, damit uns nicht die Höhlendecke auf den Kopf fällt.” Der Morellianer konnte wahrlich darauf verzichten, unter ungezählten Tonnen Gestein und Eis lebendig begraben zu werden und wenn er ehrlich zu sich war, wünschte er nicht einmal den Sith dieses Schicksal.

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Seris hatte sich tatsächlich vorgenommen, einfach einmal die Klappe zu halten. Ein Vorsatz, der ihr erstaunlich leichtfiel, als die Situation vor ihr endgültig eskalierte.

Sera griff an. Die rote Klinge traf auf das türkise Lichtschwert des Jedi und tauchte die Kristalle für einen kurzen Augenblick in ein flackerndes Gemisch aus Farben. Seris wich instinktiv einen Schritt zurück. Sie hatte schon genug Prügeleien gesehen, um zu erkennen, wann es besser war, nicht mitten zwischen zwei Leute zu geraten. Und wenn diese Leute mit Lichtschwertern aufeinander losgingen, galt das vermutlich doppelt.

Aleron rief seinem Begleiter etwas zu. Seris verstand zunächst nichts. Doch sie hörte ganz genau wie er dem kleinen Vieh Namen zu rief. Gemischte Gefühle stiegen in ihr auf. Eine selbstgefällige Arroganz in dem Gedanken, dass ihre erste Intuition der Wahrheit entsprochen hatte und die Sorge, dass es sich bei dieser Fabienne auch um eine Jedi handelte.

Sera und Agosh schienen gut in dem was sie taten. Aber waren Sie wirklich so gut?

Ihre Augen wanderten sofort nach diesem Gedanken zu BD-3. Der kleine Droide schien einen Augenblick lang selbst nicht sonderlich begeistert davon zu sein, seinen Besitzer zurückzulassen. Dann setzte er sich in Bewegung.

Die Siedlung.

Der Gedanke traf sie erneut.

Wenn dieses kleine Blechding tatsächlich dort ankam und die Leute warnte, hatten sie ein Problem. Wie groß dieses Problem war, wusste Seris nicht. Aber eines wusste sie. Wenn man jemanden losschickte, um Verstärkung zu holen, ließ man ihn nicht einfach laufen.

„Oh, nein.“

BD-3 verschwand bereits im Gang. Seris warf einen Blick zu den anderen. Sera und Aleron waren miteinander beschäftigt. Agatosh stand ebenfalls noch bei ihnen. Niemand schien gerade darauf zu warten, dass Seris irgendeinen großartigen Beitrag zum Lichtschwertkampf leistete.
Sollten die drei ihren Scheiß untereinander klären.

Seris konnte etwas anderes besser. Sie rannte los. Ihre Stiefel schlugen hart auf dem vereisten Boden auf, als sie hinter BD-3 in den Gang schoss.
Kaum hatte sie die Kreuzung hinter sich gelassen, wurde das Surren der Lichtschwerter schwächer. Stattdessen hörte sie wieder dieses mittlerweile viel zu vertraute Klackern kleiner Droidenfüße vor sich. Seris beschleunigte. Der schwere Raumanzug zog an ihrem Körper. Ihre Beine waren noch immer erschöpft von der ersten Jagd und dem anschließenden Herumirren in den Höhlen. Ihre verletzte Hand pochte bei jeder Bewegung. Eigentlich hatte sie genug und trotzdem jagte sie diesem verdammten Droiden schon wieder hinterher.

„BD!“


Ein aufgeregtes Piepen antwortete irgendwo vor ihr.

„Bleib stehen! “

Das Piepen wurde schneller. Seris verzog wütend das Gesicht. Nur einige Meter vor ihr raste BD-3 durch den Gang. Trotz der Delle und der Kratzer schien der Zusammenstoß mit der Wand seine Geschwindigkeit kaum beeinträchtigt zu haben. Seris hingegen spürte jeden einzelnen Meter der letzten Stunde in ihren Beinen, dennoch jagte sie hinterher. Doch diesmal war etwas anders. Vorhin hatte sie ihn haben wollen, weil sie neugierig gewesen war. Weil er sich versteckt hatte. Weil ihre Instinkte ihr gesagt hatten, dass an einem kleinen Droiden, der heimlich hinter einem Jedi herumlungerte, irgendetwas faul war. Jetzt wusste sie genau, was er vorhatte. Er wollte Hilfe holen und Seris musste verhindern, dass er die Siedlung erreichte.

Sie zwang ihre müden Beine schneller zu werden. Der Gang teilte sich. BD-3 nahm ohne zu zögern den linken Weg.

Seris folgte ihm einige Schritte und bremste dann abrubt ab. Das hatten sie schon einmal gespielt. Hinterherrennen war genau das, was dieses kleine Mistding wollte. Die Rothaarige blieb an der Kreuzung stehen und sah nach rechts. Der Gang dort war schmaler. Er verlief zunächst in eine andere Richtung, machte aber weiter hinten einen Bogen. Ihre Augen verengten sich. Die Erinnerung an Bonetown kam beinahe von selbst.

Ein erschöpftes Grinsen schlich sich auf ihre Lippen. Ein belustigtes Lachen entwich ihrer Kehle. Das Lachen schallte durch die Höhlengänge und wurde von dem wahnsinnigen Grinsen der Anwärterin untermauert.

Sie nahm den rechten Gang. mSofort wurde es enger. Ihre Schulter streifte den Fels, und die schwere Tasche schlug gegen ihre Hüfte. Seris ignorierte es. Sie drängte sich weiter, duckte sich unter einem Kristallvorsprung hindurch und rutschte beinahe auf dem Eis aus. Auf der anderen Seite des Felsens hörte sie BD-3 und das schnelle Klackern seiner Schritte.

Das Geräusch kam näher. Seris presste die Zähne zusammen und rannte die letzten Meter. Dann öffnete sich der schmale Durchgang vor ihr wieder. Sie schoss aus der Öffnung—und blickte direkt in den Gang, durch den BD-3 kommen musste. Die Rothaarige blieb schwer atmend stehen. Ihre Brust hob und senkte sich. Langsam breitete sie wie eine verrückte die Arme aus.

„Na komm.“

Ihre Augen funkelten.
[ Ilum – Kristallhöhlentempel – Kristallhöhlensystem unter dem Tempel – Seris, Sera, Agatosh, Aleron & BD-3 ]
 
[ Ilum – Kristallhöhlentempel – Höhlensystem ]
Agatosh, Sera, Aleron Blackthorne, Seris, BD-3

Agatosh blieb regungslos stehen. Das Aufflammen der beiden Lichtschwerter tauchte die Höhle in ein rot-blaues Lichtspektakel, doch weder seine Hand noch sein Körper reagierten darauf. Sera hatte diesen Kampf begonnen. Nicht aus zwingender Notwendigkeit und auch nicht, weil Blackthorne ihnen plötzlich keine andere Wahl gelassen hätte. Sie hatte ihn gewollt. Geradezu darum gebettelt. Und nun durfte sie auch herausfinden, was ihr erster Jedi tatsächlich wert war.

Und der erste Austausch genügte Agatosh bereits, um seine Aufmerksamkeit vollständig auf den Menschen zu richten.
Blackthorne war schnell, sogar ziemlich schnell. Seras Angriff hatte ihn nicht genug überrascht, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen; seine Klinge hatte die ihre abgefangen und war beinahe unmittelbar in einen Gegenangriff übergegangen. Keine hastige Verteidigung, kein panisches Zurückweichen. Der Jedi hatte gerade aufgehört zu reden und angefangen zu zeigen, weshalb sein Orden seit Jahrtausenden mit den Sith Krieg führte.

Agatoshs Zorn war noch immer da. Aber er hatte sich verändert.
Blackthorne ging ihm weiterhin auf den Geist, ebenso wie die Jagd nach dem silbernen Kistall, daran hatte Sera ausnahmsweise nichts Falsches erkannt. Doch die stumpfe Gereiztheit wich langsam einer kälteren Aufmerksamkeit. Der Chiss beobachtete Haltung, Winkel und Geschwindigkeit. Wie der Jedi auf Druck reagierte. Wie selbstverständlich dessen Bewegungen ineinandergriffen. Sera lieferte ihm gerade genau das, was er vor wenigen Minuten noch selbst hatte herausfinden wollen. Sie fungierte als sein Testköder.

Als
Blackthorne seinem Droiden befahl, die Siedlung zu warnen, wanderte Agatoshs Blick lediglich für einen Augenblick zu dem kleinen Blechding. Noch bevor der Chiss überhaupt entscheiden musste, ob es die Mühe wert war, ihm nachzusetzen, schoss Seris bereits hinterher. Der blaue Berg ließ sie. Die Pilotin hatte bislang erstaunlich zuverlässig bewiesen, dass sie erstaunlich nützlich war, wenn ihr niemand sagte, was sie tun sollte.

Der blaue Berg blieb weiterhin einfach stehen. Die Arme hinter dem Rücken verschränkt, beobachtete er den Kampf in aller Seelenruhe, als sähe er einer Übungseinheit zu. Seine eigene Klinge blieb unangetastet am Gürtel.

[ Ilum – Kristallhöhlentempel – Höhlensystem ]
Agatosh, Sera, Aleron Blackthorne, Seris, BD-3
 
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