Sam Rockwell
durch Titel Gebeutelter
Before Sunset
Richard Linklater - Julie Delphy, Ethan Hawke
Neun Jahre sind vergangen, seit sich Jesse und Céline in Wien begegnet sind. Aus einem möglichen Wiedersehen wurde nichts. Und doch ist diese eine Nacht nicht einfach verschwunden, sondern hat sich tief eingeprägt. Als sich die beiden zufällig in Paris wiedersehen, bleibt ihnen kaum Zeit. Ein Spaziergang, ein paar Gespräche, ein langsames Herantasten. Viel mehr passiert nicht, und doch passiert alles.Richard Linklater - Julie Delphy, Ethan Hawke
Der Film lebt davon, dass zwei Menschen reden. Das klingt zunächst unspektakulär, ist hier aber erstaunlich fesselnd. Die Gespräche wirken nie geschrieben, sondern gefunden. Sie sind mal leicht und verspielt, dann wieder direkt und unangenehm ehrlich. Man merkt, wie sich unter der Oberfläche etwas aufstaut, wie alte Fragen nie ganz verschwunden sind. Und wie beide versuchen, das Gesagte zu kontrollieren, obwohl längst klar ist, dass es um mehr geht als nur um ein Wiedersehen.
Ethan Hawke und Julie Delpy tragen diesen Film mit einer Selbstverständlichkeit, die selten ist. Ihre Chemie wirkt nicht gespielt, sondern gewachsen. Gerade in den kleinen Momenten entfaltet sich die eigentliche Stärke des Films. Ein kurzer Blick, ein Zögern, ein halber Satz. Man versteht, was zwischen ihnen steht, auch wenn es nicht ausgesprochen wird.
Richard Linklater inszeniert das Ganze mit Leichtigkeit. Nichts wirkt aufdringlich, nichts will sich in den Vordergrund drängen. Und gerade deshalb entsteht eine Intensität, die man in vielen aufwendigeren Produktionen vergeblich sucht. Der Film traut sich, ruhig zu sein. Er verlässt sich darauf, dass echte Gespräche genug sind. Selten fühlt sich ein Film so nah an echten Erinnerungen an wie dieser.



