Zwei britische Klassiker nachgeholt:
Ladykillers
Ich bin kein Fan des Remakes der Coen Brüder, haber aber nun das Original nachgeholt.
Die Story ist sehr ähnlich des Remakes, wird hier aber weitaus charmanter erzählt. Dazu ist der Film einfach nur "very british" was neben Kult Star Alec Guiness und Peter Sellers vor allem Katie Jonson und ihrem tollen Spiel als Miss Wilberforce zu verdanken ist. Die alte Lady wirkt einfach nur dem Viktorianischen Zeitalter entsprungen und dort stecken geblieben. Der Kontrast zwischen ihr und den brutalen Gangstern macht viel von dem Reiz des Films aus.
Von London gibt es auch einige schöne Aufnahmen, allen voran vom Harry Potter Bahnhof Kings Cross.
Die Gagdichte könnte durchaus höher sein und auch Spannung sucht man eher vergebens. Aber alleine der britische Charme macht den Film trotzdem sehr kurzweilig und sehenswert.
7 von 10 Punkten!
Peeping Tom
Franzl aus der Sissi-Trilogie als Serienmörder zu sehen war etwas gewöhnungsbedürftig, aber Karlheinz Böhm hat diese völlig konträre Rolle sehr gut gemeistert.
Gemeinsam mit dem im selben Jahr erschienenen Psycho von Hitchcock gehört der Film zu den ersten und bekanntesten Psychothrillern überhaupt.
Die Story kann man teilweise als Vorbild für viele Episoden von Criminal Minds sehen: Ein Mann, der als Kind von seinem Vater gequält wurde, übernimmt im Alter dessen Rolle und wird zum Serienmörder, verliebt sich, möchte deshalb aufhören und stirbt am Ende.
Der Film konzentriert sich fast völlig auf den Täter. Von den Ermittlungen sieht man leider wenig. Für einen Film der 60er war das sicherlich mutig, aber fehlt dadurch etwas eine Identifikationsfigur.
Dass die Kritik damals ziemlich harsch mit ihm umgegangen ist und ihn als "voyeuristischen Schund" abgetan hat, kann ich nicht wirklich verstehen. Klar war der Film für damals mutig, aber trotzdem gut gemacht und voyeuristisch ist er selbst (im Gegensatz zu seiner Hauptfigur) auch nicht, spielen sich die meisten Gewaltszenen nur in den Gedanken der Zuseher ab.
7 von 10 Punkten