Militärgeschichte

Heute vor 66 Jahren endete auch der Kampf im Nordkessel von Stalingrad.
Der kampf der 6.Armee war Zuende.
Ca. 90 000 gingen nach Ende der Kampfhandlungen in Gefangenschaft.
Während der Kämpfe machten die Truppen der Roten Armee ca. 18 000 Gefangene, so daß von ca. 108 000 Gefangenen ausgegangen wird.
Nur zwischen 5000 bis 6000 der Gefangenen überlebten die Gefangenschaft und konnten nach dem Krieg in die Heimat zurückkehren.
Allerdings muß gesagt werden, daß eine solch hohe Zahl von Toten auch in sowjetischer Gefangenschaft eher die Ausnahme waren.
Ein Großteil der deutschen Gefangenen konnten aufgrund der in Stalingrad erlittenen Entkräftungen und Erfrierungen die sowjetische Gefangenschaft nicht überstehen.


Gefangene von Stalingrad :

1943_German_POWs_In_Stalingrad.jpg



stalingrad_6449.jpg


stalingrad.jpg
 
Naja, also das soviele gestorben sind ist nicht verwunderlich. Stalin war ohnehin genauso schlimm wie Hitler und seine Lager dementsprechend überlebensfeindlich. Mein Opa hat Sibirien überlebt, aber nur weil er topfit war und auch das nötige Glück hatte. Ohne diese 2 Faktoren war Sibirien dein sicherer Tod. Schlechte Kleidung, als Mahlzeit oft nur ne "Suppe" wo im Kessel nich viel mehr als eine Kartoffel rumschwamm und natürlich diese tollen Lagerarbeiten á la Loch im (sibirischen)Boden graben. Wobei letzteres Gräber waren, welch bittere Ironie sich sein eigenes Grab gegraben zu haben oder eben das seiner Kameraden.
Im übrigen haben die Soldaten(nachvollziehbarerweise) speziell was gegen Deutsche gehabt. So verwunderlich finde ich die hohen Opferzahlen nicht. Sibirische Lager waren Vernichtungslager.

Ohne das Mitleid russischer Zivilbevölkerung hätts wohl sehr übel ausgesehen. Die haben ihm nämlich, wenn er dort mal sinnvoll als Feldarbeiter eingesetzt war, abundzu mal ne Kartoffel oder ein Stück Brot zugesteckt. Nicht zu vergessen das Freiheit bedeutete - guck wie du nach hause komms. Jeder der das überlebt hat hatte einfach nur Glück.
 
Naja, also das soviele gestorben sind ist nicht verwunderlich. Stalin war ohnehin genauso schlimm wie Hitler und seine Lager dementsprechend überlebensfeindlich. .

Das ist zwar im Prinzip richt, allerdings ist eine solch hohe Streblichkeitsrate wie sie unter den Gefangenen von Stalingrad herrschte auch für sowjetische Verhältnise eher ungewöhnlich.
Es gab zwar auch vorher verschiedene Lager, in denen die Gefangenen in Massen starben, aber dies wurde später etwas besser.
Und ab dem Jahr 1948, als die Ernährungslage in der UDSSR wieder besser wurde, verbesserte sich auch die Lage der deutschen Kriegsgefangenen.

Und noch ein Unterschied ist in der Behandlung zu erkennen.
Auf deutscher seite war man schon vor Beginn des Krieges gegen die UDSSR entschlossen gewesen, die sowjetischen Kriegsgefangenen in den Dulags oder Stalags einfach verrecken zu lassen.Obwohl die Versorgungslage im Sommer 1941 noch gut war,auch aufgrund der Eroberungen welche man im Osten machte, lies man die sowjetischen "Untermenschen" einfach verhungern.
Später wurden sogar im VL Birkenau,wenn man zuwenig Juden oder andere Minderheiten hatte, einfach auch mal zur Auslastung der Gaskammern ein paar Tausend sowjetische Kriegsgefangene vergast.

Dieser von vorneherein geplante Massenmord kam bei allen Unmenschlichkeiten und Morden auf der sowjetischen Seite dann doch nicht vor.
Zwar verhungerten auch hier hunderttausende in den sowjetischen Lagren, aber das lag auch an der durch den Krieg sehr angespannten Lage in der UDSSR.
Man hatte zuweilen selbst für die eigenen Truppen nicht viel.
Man handelte meist nach dem Grundsatz "Wer es nicht packt, der verreckt eben"
Es wurden natürlich auch viele deutsche Gefangene einfach auf den Märschen in die Lager erschossen, aber dies eher aus "Notwendigkeit"

Fakt ist, daß sich beide Seiten nicht unbedingt um das Leben der Gefangenen kümmerten, aber die Vernichtung der Gefangenen als Kriegsziel hatte eher die deutsche Seite geplant.

Bestes Beispiel wären da die ersten Monate des Krieges.
Noch vor Beginn des Krieges wurden zwei Befehle, bzw. ein Befehl und ein Erlaß erlassen.

Zum einen die Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare der Roten Armee, der berüchtigte Kommisarbefehl.In Diesem Befehl wurde befohlen,alle gefangenen Politruks nach der Gefangennahme zu erschiessen.
Hier der genaue Wortlaut dieses Befehls :

Oberkommando der Wehrmacht F.H.Qu., den 6.6.1941
WFST/Abt. L. (IV/Qu) [Stempel:] Chef-Sache!
Nr. 44822/41 g.K.Chefs. Nur durch Offizier!


Im Nachgang zum Führererlaß vom 14.5. über die Ausübung der
Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet "Barbarossa" (OKW/WFst/Abt.
L IV/Qu Nr. 44718/41 g.Kdos.Chefs.) werden anliegend 'Richtlinien
für die Behandlung politischer Kommissare' übersandt.
Es wird gebeten, die Verteilung nur bis zu den Oberbefehlshabern
der Armeen bzw. Luftflottenchefs vorzunehmen und die weitere
Bekanntgabe an die Befehlshaber und Kommandeure mündlich erfolgen
zu lassen.

Der Chef des Oberkommandos
der Wehrmacht
I.A.
gez. Warlimont


Anlage zu OKW/WFSt/Abt. LIV/Qu Nr. 44822 g.k.Chefs.

Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare.

Im Kampf gegen den Bolschewismus ist mit einem Verhalten des Feindes
nach den Grundsätzen der Menschlichkeit oder des Völkerrechts nicht
zu rechnen. Insbesondere ist von den politischen Kommissaren aller
Art als den eigentlichen Trägern des Widerstandes eine haßerfüllte,
grausame und unmenschliche Behandlung unserer Gefangenen zu erwarten.

Die Truppe muß sich bewußt sein:

1. In diesem Kampf ist Schonung und völkerrechtliche Rücksichtnahme diesen
Elementen gegenüber falsch. Sie sind eine Gefahr für die eigene
Sicherheit und die schnelle Befriedung der eroberten Gebiete.
2. Die Urheber barbarisch asiatischer Kampfmethoden sind die politischen
Kommissare. Gegen diese muß daher sofort und ohne weiteres mit aller
Schärfe vorgegangen werden.

Sie sind daher, wenn im Kampf oder Widerstand ergriffen, grundsätzlich
sofort mit der Waffe zu erledigen.

Im übrigen gelten folgende Bestimmungen:

I. Operationsgebiet
1. Politische Kommissare, die sich gegen unsere Truppe wenden, sind
entsprechend dem 'Erlaß über die Ausübung der Gerichtsbarkeit im
Gebiet Barbarossa' zu behandeln. Dies gilt für Kommissare jeder Art
und Stellung, auch wenn sie nur des Widerstandes, der Sabotage oder
der Anstiftung hierzu verdächtig sind.
Auf die 'Richtlinien über das Verhalten der Truppe in Rußland'
wird verwiesen.
2. Politische Kommissare als Organe der feindlichen Truppe
sind kenntlich an besonderen Abzeichen - roter Stern mit golden
eingewebtem Hammer und Sichel auf den Ärmeln - (Einzelheiten siehe
'Die Kriegswehrmacht der UdSSR', OKH/Gen. StdH. O. Qu IV Abt. Fremde
Heere Ost [II] Nr. 100/41 g. vom 15.1.1941 unter Anlage 9d.). Sie
sind aus den Kriegsgefangenen sofort, d.h. noch auf dem
Gefechtsfelde, abzusondern. Dies ist notwendig, um ihnen jede
Einflußmöglichkeit auf die gefangenen Soldaten abzunehmen. Diese
Kommissare werden nicht als Soldaten anerkannt; der für die
Kriegsgefangenen völkerrechtlich geltende Schutz findet auf sie
keine Anwendung. Sie sind nach durchgeführter Absonderung zu
erledigen.
3. Politische Kommissare, die sich keiner feindlichen
Handlung schuldig machen oder einer solchen verdächtig sind,
werden zunächst unbehelligt bleiben. Erst bei der weiteren
Durchdringung des Landes wird es möglich sein, zu entscheiden, ob
verbliebene Funktionäre an Ort und Stelle belassen werden können
oder an die Sonderkommandos abzugeben sind. Es ist anzustreben, daß
diese selbst die Überprüfung vornehmen.
Bei der Berurteilung der Frage, ob "schuldig oder nicht schuldig",
hat grundsätzlich der persönliche Eindruck von der Gesinnung und
Haltung des Kommissars höher zu gelten, als der vielleicht nicht
zu beweisende Tatbestand.
4. In den Fällen 1. und 2. ist eine kurze Meldung (Meldezettel) über
den Vorfall zu richten:
a) von den einer Division unterstellten Truppen an die Division
(I c),
b) von den Truppen, die einem Korps-, Armeeober- oder
Heeresgruppenkommando oder einer Panzertruppe unmittelbar
unterstellt sind, an das Korps- usw. Kommando (I c).
5. Alle oben genannten Maßnahmen dürfen die Durchführung der Operationen
nicht aufhalten. Planmäßige Such- und Säuberungsaktionen durch die
Kampftruppe haben daher zu unterbleiben.

II. Im rückwärtigen Heeresgebiet
Kommissare, die im rückwärtigen Heeresgebiet wegen zweifelhaften
Verhaltens ergriffen werden, sind an die Einsatzgruppe bzw.
Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei (SD) abzugeben.

III. Beschränkung der Kriegs- und Standgerichte
Die Kriegsgerichte und die Standgerichte der Regiments- usw.
Kommandeure dürfen mit der Durchführung der Maßnahmen nach
I und II nicht betraut werden.

OKH-Verteiler:
Abschnittsstab Schlesien 1. Ausfertigung
Heeresgruppe B 2. Ausfertigung
Abschnittsstab Ostpreußen 3. Ausfertigung
AOK 18 4. Ausfertigung
Unterabschnitt Ostpreußen I 5. Ausfertigung
Festungsstab Blaurock 6. Ausfertigung
AOK 4 7. Ausfertigung
Abschnittsstab Staufen 8. Ausfertigung
Arbeitsstab Gotzmann 9. Ausfertigung
AOK 11 10. Ausfertigung
AOK 2 11. Ausfertigung
Oberbaugruppe Süd 12. Ausfertigung
Festungsstab 49 13. Ausfertigung
Festungsstab Wagener 14. Ausfertigung
Panzergruppe 4 15. Ausfertigung
AOK Norwegen 16. Ausfertigung
OKH/Adj. Ob. d. H. 17. Ausfertigung
OKH/Adj. GenSt. d. H. 18. Ausfertigung
OKH/Abt. Fremde Heere Ost 19. Ausfertigung
OKH/Dp. Abt. (ohne OKW.-Erlaß) 20. Ausfertigung
OKH/Gen. Qu. (ohne OKW.-Erlaß) 21. Ausfertigung
Vorrat 22.-30. Ausfertigung

Allerdings muß auch erwähnt werden, daß viele Kommandeure sich weigerten, den befehl weiter zu geben, und andere gaben ihn zwar weiter, verboten aber seine Ausführung.


Zum anderen zu erwähnen ist der berüchtigte Gerichtsbarkeitserlaß :

Erlass zur Kriegsgerichtsbarkeit im Rahmen des Unternehmens ?Barbarossa?

Die Wehrmachtsgerichtsbarkeit dient in erster Linie der Erhaltung der Manneszucht. Die weite Ausdehnung der Operationsräume im Osten, die Form der dadurch gebotenen Kampfesführung und die Besonderheit des Gegners stellen die Wehrmachtsgerichte vor Aufgaben, die sie während des Verlaufs der Kampfhandlungen und bis zur ersten Befriedung des eroberten Gebietes bei ihrem geringen Personalbestand nur zu lösen vermögen, wenn sich die Gerichtsbarkeit zunächst auf ihre Hauptaufgabe beschränkt.

Das ist nur möglich, wenn die Truppe selbst sich gegen jede Bedrohung durch die feindliche Zivilbevölkerung schonungslos zur Wehr setzt.

Demgemäß wird für den Raum ?Barbarossa? (Operationsgebiet, rückwärtiges Heeresgebiet und Gebiet der politischen Verwaltung) folgendes bestimmt:
I.
Behandlung von Straftaten feindlicher Zivilpersonen.

1. Straftaten feindlicher Zivilpersonen sind der Zuständigkeit der Kriegsgerichte und der Standgerichte bis auf weiteres entzogen.

2. Freischärler sind durch die Truppe im Kampf oder auf der Flucht schonungslos zu erledigen.

3. Auch alle anderen Angriffe feindlicher Zivilpersonen gegen die Wehrmacht, ihre Angehörigen und das Gefolge sind von der Truppe auf der Stelle mit den äußersten Mitteln bis zur Vernichtung des Angreifers niederzukämpfen.

4. Wo Maßnahmen dieser Art versäumt wurden oder zunächst nicht möglich waren, werden tatverdächtige Elemente sogleich einem Offizier vorgeführt. Dieser entscheidet, ob sie zu erschießen sind.

Gegen Ortschaften, aus denen die Wehrmacht hinterlistig oder heimtückisch angegriffen wurde, werden unverzüglich auf Anordnung eines Offiziers in der Dienststellung mindestens eines Bataillons- usw. Kommandeurs kollektive Gewaltmaßnahmen durchgeführt, wenn die Umstände eine rasche Feststellung einzelner Täter nicht gestatten.

5. Es wird ausdrücklich verboten, verdächtige Täter zu verwahren, um sie bei Wiedereinführung der Gerichtsbarkeit über Landeseinwohner an die Gerichte abzugeben.

6. Die Oberbefehlshaber der Heeresgruppen können im Einvernehmen mit den zuständigen Befehlshabern der Luftwaffe und der Kriegsmarine die Wehrmachtsgerichtsbarkeit über Zivilpersonen dort wieder einführen, wo das Gebiet ausreichend befriedet ist.

Für das Gebiet der politischen Verwaltung ergeht diese Anordnung durch den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht.
II.
Behandlung der Straftaten von Angehörigen der Wehrmacht und des Gefolges gegen Landeseinwohner.

1. Für Handlungen, die Angehörige der Wehrmacht und des Gefolges gegen feindliche Zivilpersonen begehen, besteht kein Verfolgungszwang, auch dann nicht, wenn die Tat zugleich ein militärisches Verbrechen oder Vergehen ist.

2. Bei der Beurteilung solcher Taten ist in jeder Verfahrenslage zu berücksichtigen, daß der Zusammenbruch im Jahre 1918, die spätere Leidenszeit des deutschen Volkes und der Kampf gegen den Nationalsozialismus mit den zahllosen Blutopfern der Bewegung entscheidend auf bolschewistischen Einfluß zurückzuführen war und daß kein Deutscher dies vergessen hat.

Diesen Erlaß konnte der damalige Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch, jedoch mit einem Befehl zur Aufrechterhaltung der Manneszucht zumindest abschwächen.



Jedoch waren diese beiden Befehle ein Grund dafür, daß zu Beginn des Krieges zahlreiche deutsche Gefangene von den Sowjets einfach erschossen wurden.
Diese Erschiessungen wurden jedoch schon bald unter Strafandrohung von der Stawka verboten.
 
Interessant diese Befehle. Allerdings ist es wohl kaum verwunderlich wenn russische Soldaten in den Lagern deutschen Gefangenen eine "spezielle" Behandlung haben zukommen lassen, ungeachtet offizieller Befehle. Wobei sowas ja durch derartige Befehle, wie von dir genannt, seitens der Wehrmacht gradezu provoziert wurde.
 
Ich stelle mal zwei Berichte über das Behandeln von Gefangenen während und nach dem II.WK ein.
Deutsche Kriegsgefangene in alliiertem Gewahrsam:

Maßgeblich für die Lebensbedingungen in Gefangenschaft und für die Behandlung der Kriegsgefangenen war im 2. Weltkrieg das Genfer Abkommen vom 27.7.1929, soweit die Kriegführenden diesem beigetreten waren. Daneben war die Haager Landkriegsordnung (HLKO) anzuwenden, sofern alle am Krieg beteiligten Staaten ihr unterworfen waren. Die UdSSR hatte das Genfer Abkommen nicht ratifiziert, und an die HLKO sah sie sich nicht gebunden, da sie sich von allen durch das Zarenreich geschlossene Verträgen losgesagt hatte. Gleichwohl ließ sie nach Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges der Reichsregierung unter anderem über Schweden mitteilen (Note vom 17.7.1941), dass sie sich unter der Bedingung der Gegenseitigkeit an die HLKO halten werde. Diese Note wurde von Berlin nicht beantwortet. Nach der Kapitulation Deutschlands versuchten die westlichen Alliierten den Millionen "Kapitulationsgefangenen" den Gefangenen-Status vorzuenthalten, indem sie zwischen Gefangenen (Prisoners of War/POW) und entwaffnetem Militärpersonal (Disarmed Enemy Forces/DEF oder Surrendered Enemy Personal/SEP) unterschieden. Auf Intervention des Roten Kreuzes (IKRK) nahmen sie schließlich 1946 von dieser Differenzierung Abstand.

Die Organisation des Gefangenenwesens war bei den Kriegführenden im Wesentlichen gleich. Bei nahezu allen Gewahrsamsmächten fiel die Zuständigkeit in den Bereich des Kriegs- oder Verteidigungsministeriums bzw. im Deutschen Reich in die des OKW. Ende 1945 wurde in der UdSSR das Gefangenenwesen dem Innenminister (MDV) und in Polen dem Justizminister unterstellt.

Nach der Gefangennahme lieferte die Truppe die Gefangenen im Allgemeinen in Sammellager ein, in denen sich manchmal über 100 000 Mann befanden (amerikanisch: Continental Central POW Enclosure; deutsch: Armee-Gefangenen-Sammelstellen). Von dort wurden sie nach kurzem Aufenthalt in Durchgangslager transportiert (amerikanisch: POW Transient Enclosure oder Distribution Enclosure; britisch: Transit Camp; französisch: Transit Dépôt; deutsch: Dulag). Nach Registrierung in diesen Lagern wurden die Gefangenen auf die eigentlichen Lager (amerikanisch: Internment Camp, seit Mitte 1943 Prisoner of War Camp; britisch: Base Camp; französisch: Dépôt des Troupe; deutsch: Stalag/Mannschafts-Stammlager; sowjetisch: Uprawlenije/Lagergruppen mit einer Hauptverwaltung) im so genannten Heimatgebiet verteilt, wobei die Offiziere von den Unterführern und Mannschaften in der Regel getrennt und in Offizierslagern (deutsch: Oflag) untergebracht waren. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass bis Anfang 1945 alle "US-owned POW" und etwa 175 000 "British-owned POW" in Lager in den USA und in Kanada gebracht wurden. Verschiedentlich gab es Lager für Generäle (z.B. Hawkshead in England oder Woikowo in der UdSSR) und weibliche Gefangene. Im Deutschen Reich unterhielten Luftwaffe (unter anderem Sagan) und Marine (unter anderem Dulag Gotenhafen) eigene Lager; am Unterstellungsverhältnis zum OKW änderte sich dadurch nichts.

Politische Gründe machten vereinzelt die Einrichtung besonderer Lager erforderlich, etwa in den USA für "Rapid Nazis" (z.B. Alva/Oklahoma) und für "Anti-Nazis" (Fort Devens/Massachussetts), in Großbritannien die Reeducation-Zentren (Wilton Park, Jugendlager Radwinter/Essex) sowie in der UdSSR die Antifa-Lagerschulen (z.B. Oranki und Juza, später Talica). Ferner existierten in allen Gewahrsamsstaaten reine Arbeitslager (Labor Camp) und Arbeitseinheiten (amerikanisch: Labor Service Company oder Labor Detachment; deutsch: Gefangenen-Bau- und Arbeitsbataillon), die in der Regel selbständige Gefangenen-Einheiten waren. Den Lagern waren teilweise Lazarette angeschlossen; zum Teil bestanden selbständige Hospitäler jeweils mit einem bestimmten Einzugsbereich. Darüber hinaus unterhielten einige Länder noch Straflager, in denen abgeurteilte Gefangene einsaßen.

Für die Bewachung der Gefangenen war die Truppe zuständig. Für kleinere Arbeitskommandos verwendete man auch Hilfskräfte: in Frankreich auxillaires étrangers/ausländische Hilfskräfte aus den Verschlepptenlagern, in Polen Miliz, in Deutschland Gendarmerie und Landwacht, in der UdSSR zeitweise Antifa-Aktivisten. In alliierte Gefangenschaft gerieten insgesamt 11,1 Millionen deutsche Soldaten, davon 3,8 Millionen in amerikanische, 3,7 Millionen in britische, 3,15 Millionen in sowjetische, 245 000 in französische und 194 000 in jugoslawische Gefangenschaft. Die USA gaben rund 700 000 Gefangene vor allem an Frankreich ab, Großbritannien lieferte 65 000 an Frankreich, Belgien und die Niederlande aus, aus der Sowjetunion gingen 25 000 an die Tschechoslowakei und 70 000 an Polen.

Obwohl sich die Behandlung der deutschen Gefangenen in westalliiertem Gewahrsam nach den völkerrechtlichen Vorschriften richtete, entsprach sie ihnen nicht immer, sondern hing ab von Zeitpunkt und Kriegsschauplatz der Gefangennahme. Die bis Anfang 1945 in amerikanische Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten in den USA wurden im Großen und Ganzen gut behandelt. Sie waren in Armee-Baracken und - je nach klimatischen Voraussetzungen - in Zelten untergebracht, die Verpflegung entsprach der des amerikanischen Heeres und wurde von den Gefangenen als gut und reichlich bezeichnet. Eine Verschlechterung nach der deutschen Kapitulation wurde auf Intervention des IKRK rasch behoben.

Im Gegensatz hierzu war die Behandlung der Gefangenen im europäischen Raum - ausgenommen Italien - in der Endphase des Krieges problematisch: Siegesrausch, das Bekanntwerden der nationalsozialistischen Verbrechen und die These von der Kollektivschuld des deutschen Volkes führten bereits bei der Gefangennahme und später bei den Vernehmungen wegen eventueller Kriegsverbrechen (Wanted POW-Section) häufig zu Unkorrektheiten und Übergriffen von US-Soldaten. Zudem waren die Lebensbedingungen in den Lagern schlecht. Namentlich in den kurz vor und nach der Kapitulation auf deutschem Gebiet errichteten Lagern war die Versorgung und Unterbringung in hohem Maße mangelhaft, manchmal sogar katastrophal (Rheinwiesenlager). Hunderttausende lagen oft wochenlang auf freiem Feld in den auch "Wired-in-Fields-Enclosures" genannten Durchgangslagern, anfangs nahezu ohne, später ohne ausreichende Verpflegung, wobei die geringen Rationen oft noch durch Korruption der deutschen Verwaltung gemindert wurden. Ursache für diese missliche Situation waren allerdings nicht Böswilligkeiten, sondern Organisationsprobleme, mit denen das US-Quartermaster Corps infolge des massenhaften Zustroms von Gefangenen bei Kriegsende zu kämpfen hatte. Glück hatte, wer in kleinere Lager zur Arbeit für die US-Armee verlegt wurde, denn dort herrschten erheblich bessere Lebensbedingungen.

Aufsehen und Empörung erregte im Mai 1945 die Überlassung von 135 000 in der Tschechoslowakei von den Amerikanern festgehaltenen Gefangenen der Heeresgruppe Mitte an die Rote Armee. Als offizielle Begründung diente eine alliierte Vereinbarung, nach der die deutschen Verbände gegenüber der Macht zu kapitulieren hätten, gegen die sie zuletzt gekämpft hatten. Einen Ausweg fanden die Angloamerikaner dagegen an der Elbe. Dort weigerten sie sich zwar, die Kapitulation der 12. Armee Wenck entgegenzunehmen, gestatteten jedoch die Unterwerfung "einzelner Soldaten". So konnten bis zu 100 000 Mann vor sowjetischer Gefangenschaft bewahrt werden.

Die Behandlung der Gefangenen in britischem Gewahrsam entsprach im Allgemeinen den internationalen Vereinbarungen. Verstöße hiergegen finden sich verschiedentlich bei der Gefangennahme, insbesondere in der Kapitulationsphase und später in den Sammellagern Belgiens (z.B. Overijse/Brabant). Auch wurden Gefangene beim Deutschen Minenräumdienst eingesetzt. Die Gefangenen der Briten waren in zahlreichen Ländern von Australien bis Zypern, Norwegen bis Italien untergebracht. Die Masse der Kapitulations-Gefangenen lag jedoch in fünf Internierungsräumen in Nord- bzw. Nordwestdeutschland. In England waren die Gefangenen meist in Baracken und "Nissenhütten" (halbkreisförmige Hütten aus Wellblech) untergebracht. Die Offiziere befanden sich überwiegend auf Land- und Herrensitzen. In den anderen Ländern richteten sich die Unterkünfte im Wesentlichen nach dem Klima: In Ägypten bestanden die großen Lager im Gebiet des Bittersees z.B. aus Zelten, in Kanada anfangs aus beheizbaren Zelten, später aus winterfesten Baracken. Die Unterbringung in den deutschen Internierungsräumen überließen die Briten den Gefangenen selbst.

Die Verpflegung in britischer Gefangenschaft war in den außereuropäischen Ländern während des Krieges gut und reichlich; in Europa entsprach sie der jeweiligen kriegsbedingten Ernährungslage. Nach der Kapitulation kam es wie in den USA nahezu überall zu drastischer Kürzung der Verpflegungssätze, die seit Herbst 1945 - Ausnahme Belgien - wieder anstiegen. In den deutschen Internierungsräumen versuchten die Engländer durch rasche Entlassung der Gefangenen die Versorgungsprobleme zu umgehen (Operation "Barleycorn"), sodass bald nur noch als große Lager Munsterlager und Eselsheide bestanden. Letzteres wurde im Herbst 1946 zum Civil Internment Camp (CIC). Ein Teil der Gefangenen wurde in so genannte Dienstgruppen überführt. Nach Auflösung dieser Einheiten am 1.8.1947 wurden vornehmlich die aus dem deutschen Osten stammenden Gefangenen, die nicht nach Hause konnten oder wollten, in die German Civil Labour Organisation übernommen.

Die Behandlung der deutschen Gefangenen in französischem Gewahrsam war durch die ungünstigen Lebensverhältnisse im kriegsgezeichneten Frankreich und die jahrelang aufgestaute Erbitterung der Bevölkerung über die deutschen Besatzer geprägt; lange Zeit war sie in vieler Hinsicht nicht dem Genfer Abkommen angemessen. Schon auf dem Marsch in die Dépôts kam es zu zahlreichen Ausschreitungen durch die französische Zivilbevölkerung, die nicht selten von den Wachmannschaften dazu ermuntert wurde. Oft schritten amerikanische Truppen zum Schutz der Gefangenen ein. Die Lebensbedingungen in den Lagern und Arbeitskommandos waren äußerst schlecht. Wegen der Kriegsschäden standen zur Unterbringung anfangs relativ wenige intakte Behausungen zur Verfügung; Material zur Ausbesserung oder für Neubauten fehlte. Das größte Übel aber war die völlig unzureichende Ernährung, und nur die Hilfe der USA und des IKRK verhinderte eine Katastrophe. Washington schlug daher zunächst den Wunsch Frankreichs nach Überlassung von 660 000 deutschen Gefangenen für den Wiederaufbau ab; erst als Frankreich versicherte, die angeforderten Gefangenen versorgen zu können, kam es zu schubweiser Übergabe.

Die schlechte Ernährung und Unterbringung beeinträchtigte die Gesundheit der Gefangenen in bedrohlichem Maß. Internationale Hilfsorganisationen waren unermüdlich bestrebt, mit Lebensmitteln und Medikamenten das Schlimmste zu verhindern. Trotz der Mängel hatten die Gefangenen nämlich Schwerstarbeit zu leisten beim Wiederaufbau, im Bergbau und in der Landwirtschaft. 40 000 Mann wurden zudem konventionswidrig zum Minenräumen eingesetzt, wobei nach Feststellung des IKRK anfangs monatlich 2000 Mann ums Leben kamen. Als Ausweg aus der misslichen Lage sahen viele Gefangene nur den Eintritt in die Fremdenlegion oder die Flucht. Insgesamt wurden nach französischen Angaben 171 029 Fluchtversuche unternommen, von denen 81 500 erfolgreich waren. Seit 1947 entspannte sich die Lage allmählich.

Besser ging es den Gefangenen in den Benelux-Staaten. Zwar ergaben sich anfangs immer wieder Schwierigkeiten, die beispielsweise in belgischen Lagern vereinzelt zu schweren Unruhen führten (Beeringen, Hensies, Zwartberg); die Behörden waren jedoch bemüht, schnell Abhilfe zu schaffen. Eine Sonderstellung nahmen die Gefangenen ein, die zum Minenräumen eingesetzt waren (z.B. Wenduyne).

Am härtesten traf das Schicksal die deutschen Soldaten in sowjetischer Hand. In den ersten Monaten nach dem deutschen Einfall in die UdSSR wurden sie häufig auf Befehl von Kommissaren unmittelbar nach der Gefangennahme erschossen, was offensichtlich auf den deutschen Kommissarbefehl zurückzuführen war. Die Ausschreitungen hörten erst auf, als die Erschießungen unter Strafandrohung verboten wurden. Der Leidensweg der überlebenden Gefangenen begann auf dem Marsch in die Sammellager. Ohne ärztliche Versorgung und ohne Verpflegung waren sie tage-, manchmal wochenlang unterwegs, wobei sie mit fortschreitender Kriegsdauer ohnehin meist geschwächt in Gefangenschaft gegangen waren. Bei den schlechten Lebensbedingungen in den Lagern kam es dann zuweilen zu regelrechtem Massensterben (Grjazowec, Georgijewsk, Petrosawodsk, Pleskau, Urjupinsk).

Die Unterbringung war in der ersten Zeit sehr mangelhaft. Da die Gefangenen in den zerstörten Städten und Ortschaften zum Wiederaufbau eingesetzt waren, standen zunächst oft nur beschädigte Gebäude, Bunker, primitive Baracken und Zelte als Unterkünfte zur Verfügung, die in den Wintermonaten wegen Ofen- und Brennstoffmangel meist kalt blieben. Durchweg erst im letzten Kriegsjahr konnte man zur Errichtung von geeigneten Baracken oder Steingebäuden übergehen. Das größte Problem aber war auch hier die Verpflegung, die bei ohnehin katastrophaler Ernährungslage in der Sowjetunion wegen des Krieges und infolge von Missernten von der Arbeitsleistung abhängig war. Diese wieder sank rapide wegen der unzureichenden Ernährung. Zeitweise bestand die Nahrung - auch in den O.K.-Kompanien, den so genannten Erholungslagern und Lazaretten - entweder aus Hafer oder Graupen, Hirse, Kleie und Kraut (Kapusta) in Form von Brei (Kascha) oder Suppe, wobei es wochen- und monatelang in vielen Lagern die gleiche Grundnahrung gab (z.B. Asbest, Archangelsk, Saratow).

Die Zuteilung von Brot, das manchmal wegen zu hohen Wassergehalts und Zusätzen zur Streckung nicht essbar war, betrug zwischen 470 und 670 Gramm täglich. Im Sommer wurden die Suppen von den Gefangenen mit Pflanzen angereichert, was verschiedentlich zu Vergiftungen mit Todesfolge führte (z.B. Winniki, Tartu, Wolosowo). Eine zusätzliche Nahrungsquelle war die Verwertung von Abfällen (z. B. Fischköpfen, Kartoffelschalen) sowie Hunde- und Katzenfleisch (z.B. Stalingrad/Holzkommando, Sewastopol/Bahnhofslager, Tallin, Dubowka, Brjansk). In einzelnen Lagern führte der Hunger auch zu Kannibalismus (z.B. Dubowka, Beketowka). Die ungenügende Verpflegung wurde nicht selten noch durch Korruption der sowjetischen Lagerführung oder der deutschen Lagerleitung geschmälert (z.B. Elabuga, Saransk, Saratow, Panfily, Serpuchow, Karachasch, Kirow, Narwa). Bei Aufdeckung solcher Missstände griffen die sowjetischen Behörden - auch gegen ihre eigenen Leute - hart durch; Verurteilungen zu langjähriger Zwangsarbeit waren nicht selten. Die schlechte Ernährungslage führte im Übrigen immer wieder zu Spitzeldiensten von Gefangenen für den Geheimdienst oder die Antifa-Aktivisten. Gegen Versprechungen von Sonderzuteilungen an Brot und Suppe ließen sich manche Gefangene anwerben, weswegen es zuweilen zu Fememorden an den schwach Gewordenen kam (z.B. Swerdlowsk, Walga).

Die Lebensbedingungen in den Gefangenen-Lagern der UdSSR normalisierten sich seit etwa 1948. Abgesehen von einer besseren Versorgung wurden die Gefangenen jetzt für ihre Arbeit regelmäßig entlohnt und konnten in Kantinen und von der Bevölkerung, deren Ernährung in den Kriegsjahren kaum besser war als die der Gefangenen, zusätzliche Lebensmittel kaufen.

Ähnlich wie die Gefangenen in der Sowjetunion wurden ihre Kameraden in Jugoslawien, Polen und in der Tschechoslowakei behandelt. Mit Unterstützung internationaler Hilfsorganisationen gelang dort die Verbesserung der Lage im Lauf des Jahres 1946; von 1947 an konnte sie als erträglich angesehen werden.

Auf Heimkehr mussten viele Gefangene jahrelang warten, namentlich die im Gewahrsam der UdSSR, die teilweise erst 1955 nach dem Adenauer-Besuch in Moskau repatriiert wurden. So erlebte ein großer Teil der Gefangenen die Entlassung aus der Gefangenschaft nicht mehr. Es starben in den einzelnen Gewahrsamsstaaten: USA 5028, Großbritannien 1254, Frankreich 21 886, UdSSR 1,1 Millionen (nach Schätzungen), Belgien 450, Jugoslawien rund 80 000 (nach jugoslawischen Angaben 6215), Luxemburg 15, Niederlande 210, Polen mindestens 7217 und Tschechoslowakei 1250 (Schätzung). Dieses Schicksal teilten Millionen alliierter Gefangener in deutschem Gewahrsam.


Der der Bericht zu groß ist muß ich leider einen Doppelpost verfassen.
Der Bericht über die alliierten gefangenen in deutscher Gewalt folgt auf der nächsten Seite.
 
Alliierte Kriegsgefangene in deutschem Gewahrsam :

Die deutschen Behörden verhielten sich den alliierten Gefangenen gegenüber nicht einheitlich. Während westliche Gefangene im Wesentlichen nach dem Genfer Kriegsgefangenen-Abkommen vom 27.7.1929 in Verbindung mit der Haager Landkriegsordnung (HLKO) von 1907 behandelt wurden, fanden die völkerrechtlichen Schutzvorschriften auf Gefangene ostalliierter Streitkräfte und bestimmte Soldaten aus dem Südost-Raum nur beschränkt oder keine Anwendung. Hinsichtlich polnischer Kriegsgefangener war man nach Vernichtung des polnischen Heeres z.B. der Ansicht, dass bestimmte Vorschriften des Völkerrechts (etwa Rechte und Pflichten der Schutzmacht) nicht mehr zu berücksichtigen seien, weil sie das Bestehen einer kriegführenden Macht voraussetzten, der polnische Staat jedoch seit Abschluss des deutsch-sowjetischen Vertrags vom 28.9.1939 nicht mehr bestand. Und bei sowjetischen Gefangenen sah man sich später wegen Nichtbeitritts der UdSSR zum Genfer Abkommen und deren Nichtanerkennung der HLKO an die völkerrechtlichen Abkommen nicht gebunden.

Aus der Menge der polnischen Soldaten ließ man sofort nach der Gefangennahme diejenigen heraussuchen, die im Verdacht standen, Verbrechen an Deutschen begangen zu haben. Im Allgemeinen wurden sie ohne Durchführung eines gerichtlichen Verfahrens erschossen. Soweit sie verdächtig waren, "reichsfeindliche Elemente" zu sein, wurden sie ebenfalls ausgesondert, in Konzentrationslager (KZ) eingewiesen und dort meist getötet. Allgemein bestand bei Flucht aus Gefangenschaft Schießbefehl ohne Vorwarnung. Bei Wiederergreifung kamen die Ausgebrochenen in ein KZ und wurden dort getötet (z.B. Fall Dössel). Bei Einsatz in der Kriegs- und Landwirtschaft galten für die Gefangenen bestimmte Lebensführungsregeln. Wenn sie gegen diese verstießen, veranlasste das RSHA ihre Überstellung in Arbeitserziehungslager, Konzentrtionslager oder, bei schweren Verstößen (z.B. Verhältnis mit deutschen Frauen, Tätlichkeiten gegen Arbeitgeber), die Tötung, die meistens durch Erhängen am "Tatort" erfolgte. Die Regeln galten auch für sowjetische Gefangene.

Das schwere Los der sowjetischen Soldaten in deutschem Gewahrsam begann zunächst schon unmittelbar nach der Gefangennahme, in die sie völlig erschöpft nach wochenlangen Einschließungen gerieten. Unversorgt lagen sie ohne Unterkünfte auf freiem Feld in den Armee-Gefangenen-Sammelstellen und den Durchgangslagern (Dulags). Ähnlich waren die Zustände in den Stammlagern (Stalags) des rückwärtigen Heeresgebietes, in die die Rotarmisten so schnell wie möglich weiterverlegt wurden. Die Stammlager waren völlig überbelegt, Unterkünfte und Versorgung vollkommen unzureichend; Massensterben war die Folge. Die Verhältnisse besserten sich auch nicht, als die Gefangenen in Stalags im Reichsgebiet verlegt wurden (unter anderem Stukenbrock). Anfangs kampierten sie ohne Schutz auf schnell eingezäunten Großflächen, oft Truppenübungsplätze (z.B. Senne, Bergen). Eine Besserung trat langsam ab Ende 1941 ein, als Hitler den bis dahin verbotenen Einsatz der Gefangenen in der Wirtschaft befahl. Einige Befehle sahen von vornherein die Tötung sowjetischer Gefangener vor: Zwei Wochen vor Beginn des Russlandfeldzuges waren am 6.6.1941 vom OKH die "Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare" (so genannter Kommissarbefehl) erlassen worden, nach denen Kommissare sowie Politruks noch auf dem Gefechtsfeld von den übrigen Gefangenen abzusondern und zu erschießen waren. Der Befehl wurde häufig vom Heer nicht ausgeführt, wie sich unter anderem aus dem Auffinden zahlreicher politischer Hoheitsträger in den Dulags und Stalags folgern lässt. Mit Einsatzbefehl Nr. 8 vom 17.7.41 und Ergänzungsbefehlen Nr. 9 vom 21.7.1941 sowie Nr. 14 vom 29.10.1941 befahl der Chef der Sicherheitspolizei (Sipo) und des Sicherheitsdienstes (SD) Heydrich im Einvernehmen mit dem OKW die Überprüfung aller mit sowjetischen Gefangenen belegten Lager auf so genannte potenzielle Gegner, z.B. Funktionäre des Staates und der KPdSU, "Intelligenzler", Juden und Personen, die als Aufwiegler oder fanatische Kommunisten bekannt wurden. Sie waren durch besondere Kommandos auszusondern und zu töten. Im Reich und im Generalgouvernement geschah das im Allgemeinen in KZs, in den besetzten Gebieten der UdSSR durchweg in der Nähe der Lager. Zehntausende von Rotarmisten wurden Opfer der Befehle. Allein im KZ Sachsenhausen wurden vom 1.9.1949 bis etwa Mitte Oktober 1941 mindestens 18 000 selektierte Gefangene getötet. Wegen Krankheit oder Verwundung arbeitsunfähige Lagerinsassen waren nach Vereinbarung mit dem OKW dem territorial zuständigen Höheren SS- und Polizeiführer zu übergeben, "der für die Weiterleitung bzw. Beschäftigung sorgen würde". Nach der Übergabe wurden sie im Reichsgebiet und im Generalgouvernement in ein KZ eingeliefert und exekutiert, in den besetzten Gebieten der UdSSR wurden sie im Allgemeinen nach der Übergabe auf freiem Gelände durch Angehörige der Sipo und des SD erschossen.

Die unmenschliche Behandlung veranlasste im Laufe der Jahre immer mehr Russen zu Widerstandshandlungen (Brüderliche Vereinigung der Kriegsgefangenen) und Flucht. Im August 1942 flohen z.B. allein im OKW-Bereich 258 sowjetische Offiziere und 5110 sowjetische Unteroffiziere und Mannschaften. Anfang 1944 befahl das OKW nach Absprache mit dem RSHA die Überstellung von wiederergriffenen Gefangenen in das KZ Mauthausen unter dem Kennwort "Aktion Kugel". Dort wurden sie exekutiert. Insgesamt sind in deutschem Gewahrsam nachweislich mindestens 2 530 000 von etwa 5 300 000 sowjetischen Gefangenen verstorben oder liquidiert worden. Das Kriegsende bedeutete im Übrigen für die Überlebenden noch keine Befreiung. Bekanntlich wurden sie von Stalin als Verräter angesehen, nach ihrer Rückkehr in die UdSSR als solche abgeurteilt und in Straflager eingewiesen. Auch dort dürften noch zahlreiche ehemalige sowjetische Gefangene umgekommen sein.

Holländische und norwegische Soldaten wurden auf Befehl Hitlers schon bald nach Beendigung der Kampfhandlungen entlassen. Aus Sicherheitsgründen sollten jedoch die ehemaligen holländischen Gefangenen Anfang Mai 1943 wieder in die Kriegsgefangenschaft nach Deutschland überführt werden, wobei sicherlich der Mangel an Arbeitskräften im Deutschen Reich eine Rolle spielte. Aufgrund dieser Anordnung brachen in ganz Holland Streiks aus, die die Überführung der ehemaligen Gefangenen verhinderten. Eine Rückführung der bereits ins Reich gebrachten und dort als zivile Arbeitskräfte eingesetzten ehemaligen niederländischen Gefangenen erfolgte allerdings nicht. Hinsichtlich der belgischen Soldaten befahl Hitler zunächst, die Flamen zu entlassen und die Wallonen zum Arbeitseinsatz ins Reich zu verbringen. Wegen des Mangels an Arbeitskräften wurde jedoch auch ein Teil der flämischen Gefangenen nach Deutschland transportiert. Nachdem Hitler dies bekannt geworden war, wies er die zuständigen Stellen an, die Entlassung der Flamen bis zum 31.3.1941 endgültig durchzuführen. Die noch im Deutschen Reich befindlichen wallonischen Soldaten sollten als Faustpfand in deutschem Gewahrsam bleiben.

Ein Großteil der französischen Gefangenen kam bereits während der Kämpfe in Frankreich nach Deutschland. Nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 wurden weitere 150 000 Mann ins Reich abtransportiert. Auf Anträge deutscher Dienststellen im besetzten Frankreich wurden Anfang 1941 eine größere Anzahl von Gefangenen beurlaubt und zur Arbeitsleistung in ihre Heimat zurückgeschickt. Nach Verhandlungen mit der französischen Regierung gewährte man schließlich im April 1943 250 000 Gefangenen ein "erleichtertes Statut": Sie wurden aus der Gefangenschaft beurlaubt und blieben als Arbeiter unter den auch für deutsche Arbeiter üblichen Bedingungen bei Gewährung von Familienheimfahrten in Deutschland. Nach Bewährung wurden sie ins zivile Arbeitsverhältnis überführt. Vom erleichterten Statut waren Berufssoldaten, Juden und "deutschfeindlich eingestellte" Personen ausgenommen. Den Gefangenen wurden bestimmte Verhaltensregeln auferlegt (z.B. keine feindselige Haltung gegen das Deutsche Reich, Fluchtversuchverbot und Verbot des Verkehrs mit deutschen Frauen), die bei Nichtbefolgung "unter Umständen" mit dem Tod bestraft werden konnten. In der Praxis erfolgte jedoch durchweg eine Einweisung in ein Sonderlager (z.B. Rawa-Ruska, Sonderlager für wiederergriffene sowie arbeitsunwillige französische Unteroffiziere und Mannschaften), wo freilich die Überlebenschancen gering waren.

Von den britischen und amerikanischen Gefangenen erfuhren einige Gruppen, deren Verhalten Hitler als Gefährdung für die Sicherheit des Reiches und der besetzten Gebiete ansah, eine völkerrechtswidrige Behandlung. Sie wurden aufgrund besonderer Befehle liquidiert (Terror- und Sabotagetrupps, Fliegerlynchjustiz, gegen Ende des Krieges flüchtige Gefangene bei Massenfluchten, z.B. Sagan). Während die Gefangenen jüdischen Glaubens bei den östlichen Alliierten ausgesondert und "sonderbehandelt" (ermordet) wurden, blieben sie bei westlichen Gegnern unbehelligt. Sie wurden lediglich von ihren Kameraden getrennt und im Lager in besonderen Baracken untergebracht. Von ihren Kameraden trennte man auch arbeitsunwillige britische Soldaten; sie kamen z.B. in das Sonderlager Oflag III C Hohenfels. Schwer verwundete britische und amerikanische Gefangene wurden nach dem Genfer "Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Heere im Felde" von 1929 meist gegen deutsche Schwerverletzte ausgetauscht.

Im Südostraum wurden nach Beendigung der Kampfhandlungen Soldaten griechischer, ungarischer, makedonischer und kroatischer Volkstumszugehörigkeit auf Befehl Hitlers entlassen. Serbische Gefangene kamen zum Arbeitseinsatz ins Reich und nach Norwegen. Wie den Polen und Russen waren den Serben besondere Lebensführungsregeln auferlegt, die bei geringster Nichtbeachtung schon mit dem Tod bestraft wurden. Weitere völkerrechtswidrige Übergriffe waren nicht selten. Zum Beispiel ließ die SS in Norwegen serbische Gefangene zur Eindämmung einer Fleckfieber-Epidemie kurzerhand erschießen und ihre Unterkünfte niederbrennen.

Eine besondere Situation im Kriegsgefangenenwesen ergab sich, als Italien aus dem Krieg ausschied. Die Soldaten der italienischen Wehrmacht und die Miliz wurden zunächst als Militärinternierte bezeichnet und in Gefangenenlager im Reich und im Generalgouvernement zusammengezogen. Ein OKW-Befehl legte schließlich fest, dass nicht mehr zum Bündnis stehende italienische Soldaten als Gefangene zu behandeln und in der Kriegswirtschaft einzusetzen seien, ausgenommen nur gewisse Offiziere, die standrechtlich erschossen werden sollten. In der Folgezeit kam es namentlich auf den Kriegsschauplätzen im Südosten zu zahlreichen Exekutionen italienischer Soldaten. Von den im Stalag 325 (Lemberg) verwahrten Gefangenen sollen sogar etwa 2000 Mann erschossen worden sein. Konkrete Anhaltspunkte haben sich bisher jedoch nicht ergeben. Es spricht manches vielmehr dafür, dass die Italiener ins Reich abtransportiert wurden, da sich tatsächlich aus den Bestandsmeldungen des OKW für den Zeitraum eine Abnahme von italienischen Gefangenen im Generalgouvernement und eine Zunahme im Reich ergibt. Die Behandlung der italienischen Gefangenen war in der Versorgung im Allgemeinen schlecht. Eine wesentliche Rolle dürfte hierbei der Bruch des Bündnisses gespielt haben.

Am 1.1.1945 befanden sich im OKW-Bereich (Reichsgebiet und Norwegen) noch 2 442 687 alliierte Soldaten in deutschem Gewahrsam, davon 64 444 Belgier, 168 640 Briten, 920 598 Franzosen (davon 220 037 mit erleichtertem Statut), 10 278 Holländer, 68 142 Italiener, 70 121 Polen, 122 232 Serben, 930 287 Russen, 62 090 Amerikaner und der Rest Sonstige. Wie viele Gefangene im Operationsgebiet festgehalten wurden, ist nicht bekannt; ihre Anzahl dürfte jedoch in der Endphase des Krieges nicht mehr erheblich gewesen sein.
 
Puh, das war mächtig viel, mehr als ich je in Geschichte mit dem 2WK zu tun hatte. Wobei das für den Thread allgemein gilt, aber interessant. Ich hab noch eine Frage hierzu:
Politische Gründe machten vereinzelt die Einrichtung besonderer Lager erforderlich, etwa in den USA für "Rapid Nazis" (z.B. Alva/Oklahoma) und für "Anti-Nazis" (Fort Devens/Massachussetts), in Großbritannien die Reeducation-Zentren (Wilton Park, Jugendlager Radwinter/Essex) sowie in der UdSSR die Antifa-Lagerschulen (z.B. Oranki und Juza, später Talica). Ferner existierten in allen Gewahrsamsstaaten reine Arbeitslager (Labor Camp) und Arbeitseinheiten (amerikanisch: Labor Service Company oder Labor Detachment; deutsch: Gefangenen-Bau- und Arbeitsbataillon), die in der Regel selbständige Gefangenen-Einheiten waren. Den Lagern waren teilweise Lazarette angeschlossen; zum Teil bestanden selbständige Hospitäler jeweils mit einem bestimmten Einzugsbereich. Darüber hinaus unterhielten einige Länder noch Straflager, in denen abgeurteilte Gefangene einsaßen.
Ich lese von "Rapid-Nazis" und "Anti-Nazis". Was waren da so die unterschiede? Gab es da "entnazifizierungs" Lager oder wie is das zu verstehen?

EDIT:
Sag, has du eigentlich eine Homepage? Mit deinem Wissen müsstes du in der Lage sein eine Qualitätsinternetwissensbank der Militärgeschichte zu erstellen. Das wäre eine echte Bereicherung, eine Seite auf der man Militärgeschichte ohne Propaganda oder Meinungsmache machlesen kann.
Besonders auch im Hinblick auf deutsche Geschichte, speziell das 3te Reich.
 
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Sag, has du eigentlich eine Homepage? Mit deinem Wissen müsstes du in der Lage sein eine Qualitätsinternetwissensbank der Militärgeschichte zu erstellen. Das wäre eine echte Bereicherung, eine Seite auf der man Militärgeschichte ohne Propaganda oder Meinungsmache machlesen kann.
Besonders auch im Hinblick auf deutsche Geschichte, speziell das 3te Reich.


das hatten wir auch schonmal überlegt..nur ist nie was draus geworden..was wohl auch an meine schludrigkeit zur damaligen zeit gelegen hat..
 
Ich lese von "Rapid-Nazis" und "Anti-Nazis". Was waren da so die unterschiede? Gab es da "entnazifizierungs" Lager oder wie is das zu verstehen?
.

Anti-Nazis waren überzeugte Gegner des Nationalsozialismus, ähnlich dem Mitgleidern des Nationalkomitee Freies Deutschland oder dem Bund Deutscher Offiziere, während Rapid-Nazis wohl Vollblutnazis waren, die man wohl abgesondert hatte.


EDIT:
Sag, has du eigentlich eine Homepage? Mit deinem Wissen müsstes du in der Lage sein eine Qualitätsinternetwissensbank der Militärgeschichte zu erstellen. Das wäre eine echte Bereicherung, eine Seite auf der man Militärgeschichte ohne Propaganda oder Meinungsmache machlesen kann.
Besonders auch im Hinblick auf deutsche Geschichte, speziell das 3te Reich.

Nein, ich habe keine Homepage.
Dazu kenne ich mich Computermäßig zuwenig aus.
Wie der Lord schon sagte, wir hatten mal eine in Planung.
Sollte es mal klappen, wäre ich dabei.
 
Heute vor genau 20 Jahren, am 15.02.1989 überquerte der damalige Generaloberst und spätere Armeegeneral Boris Wsewolodowitsch Gromow genau um 11.05.Uhr die
große Stahlbrücke bei Termes über den Amu Darja, welcher damals die Grenze zwischen Der Sowjet-Union und Afghanistan bildete und verlies damit als letzter sowjetischer Soldat Afghanistan.
Die sowjetische Besetzung Afghanistans und der Krieg gegen die Mudschaheddin ,
welche mit dem Einmarsch der sowjetischen 103.Luftlandedivision am 26.12.1979
begonnen hatte, sollte mit dem Verlassen Afghanistans des Generalobersten als letzten sowjetischen Soldaten offiziel beendet sein.
Afghanistan sollte das "sowjetische Vietnam" werden.
Trotz aller militärischen Überlegenheit gelang es den sowjetischen Streitkräften nicht
die Mudschaheddin zu vernichten,die sie in einen erbarmungslosen Partisanenkrieg zwangen.
Am Ende verloren die Sowjets ca. 15000 gefallene Soldaten.
Die Toten Afghanenistans werden etwa auf 1,5 Milionen geschätzt

Generaloberst Boris Wsewolodowitsch Gromow :
250px-Evstafiev-general-gromov.jpg



Heute vor genau 65 Jahren, am 15.02.1944 wurde die berühmte Benediktiner Abtei auf dem Monte Cassino auf Befehl des neusseländischen Luitenent General
Bernard Cyril Freyberg ohen jedwede militärische Notwendigkeit bei einem verheerenden Luftangriff vernichtet.
An dem Angriff auf das Kloster, welches auf Befehl des deutschen Oberbefhlshabers Süd,Generalfeldmarschall Albert Kesselring, nicht in die deutsche Verteidigungslinie eingebunden war(eine Tatsache, die den Alliierten bekannt war) waren 229 Flugzeuge,darunter 142 US-amerikanische Fliegende Festungen vom Typ Boeing B-17 beteiligt.

Die Abtei :
Monte_Casino_1944(1).jpg



Luitenent General Freyberg :
FreybergPictureLarge.jpg


B-17 :
0,2299,OID1097674,00.jpg
 
Ich bin auch ein bewundere Militärischer Strategien und Taktiken und finde das das eine art Kunst ist den gener trotz übermacht zu Besiegen.

Ich fand das Unternehmen Barbarossa einer der Dümmsten Entscheidungen der Militär Geschichte wie kann man so dämlich sein sich wieder in einen 2 Fronten Krieg ein zu lassen haben die den den 1. Weltkrieg schon vergessen oder was, da muss man doch dazu gelernt haben. Die hätten erst England besetzen sollen und nicht einfach nach dem Moto "Ach lassen wir mal England eine weile in Ruhe wir greifen mal Russland an"

Ich finde Hitler war einer der Schlechtesten Militärstratege überhabt!!
 
. Die hätten erst England besetzen sollen und nicht einfach nach dem Moto "Ach lassen wir mal England eine weile in Ruhe wir greifen mal Russland an"

Hier wurde ja schon viel Unsinn geschrieben, aber dieser Satz gehört wohl eher zu den Top Five des Unsinns.
Hier paßt wohl eher Dieter Nuhrs Spruch : Wenn man keine Ahnung hat.............

Zum einen Stand man nicht mit England im Krieg, sondern mit Großbritanien.
Zum anderen war das Unternehmen Barbarossa ein Angriff auf die Sowjet-Union und nicht auf Russland.

Desweiteren lies man auch vor und während des Unternehmens Barbarossa Großbritanien nicht "In Ruhe", sondern sagte lediglich das Unternehmen "Seelöwe" ab, die geplante Landung auf Großbritanien.
Die Kampfhandlungen gegen Großbritanien gingen jedoch weiter.
Zum einen durch Luftangriffe auf die Großbritanien.
Durch Beschuß Großbritaniens durch Fernkampfartillerie.
Durch maritime Kampfhandlungen mit U-Booten und Überwasserstreitkräften.
Durch Abwehrmaßnahmen mit Jagdflugzeugen und Flak-Artillerie gegen ins Reichsgebiet und besetzte Gebiete einfleigende britische Bomberverbände.
Durch massive Luftangriffe auf britische Basen und Luft und Seestreitkräfte im Mittelmeerraum.
Und nicht zuletzt stand man gegen Großbritanien auch seit Februar 1941 in Bodenkampfhandlungen in Nord-Afrika.
Also nix mit "In Ruhe Lassen"

Slso bitte in Zukunft nicht bloß etwas schreiben, nur um die Posting-Zahl zu erhöhen, sondern auch etwas schreiben, was auch einen Sinn ergibt und zumindest einigermaßen mit der Geschichte übereinstimmt.

Und bitte einmal lernen Russland von der Sowjet-Union und England von Großbritanien zu unterscheiden.:(
 
Ohne zu nerven... Wollt nur nochmal auf meine Frage aus Beitrag 6215 verweisen und die dort gestellte Frage, da die aus ernstem Interesse besteht und ich sonst keinen Platz wüsste, außer diesen Thread in welchem sie detaillierter beantwortet werden könnte...

Also ich persönlich könnte Dir da jetzt nicht helfen.
Da würde ich eher an Tom,Sabermaster oder Hora denken.
Die wissen das sicher besser als ich.





Übrigens, weil ich oben den Krieg in Nord-Afrika erwähnt habe.
Heute vor genau 68 Jahren, am 15.02.1941 wurde dem damaligen Generalleutnant uns späteren Genrealfeldmarschall Erwin Rommel ofifziel der Befehl über die deutschen Truppen in Afrika,dem späteren DAK, übertragen.

Deutsches Afrika-Korps

(DAK), am 16.2.41 als Stab "Befehlshaber der dt. Truppen in Libyen" im Wehrkreis III gebildeter und am 21.2. in Deutsches Afrika-Korps umbenannter Heeresverband. Zwischen 8. und 11.2.41 lief der erste Konvoi mit dt. Truppen von Neapel nach Tripolis, am 12.2. traf Generalleutnant Rommel dort ein und wurde mit Wirkung vom 15.2. zum Befehlshaber des späteren Deutschen Afrika-Korps im Afrikafeldzug ernannt. Es verfügte zunächst über die sog. 5. leichte Division unter Generalmajor Johannes Streich, die aus der 3. Panzerbrigade der 3. Panzerdivision gebildet worden war und anfangs auch nur Brigadestärke hatte. Im März 41 kam die 15. Panzerdivision unter Generalmajor Heinrich v. Prittwitz (gefallen 10.4.41 vor Tobruk) hinzu. Es dauerte aber noch Monate, ehe alle vorgesehenen Verbände des Deutschen Afrika-Korps in Nord-Afrika eingetroffen waren. Chef des Stabes war zunächst Oberstleutnant i.G. Kreuzwendenich von dem Borne, Ia Major Ehlers, dann Major i.G. Wüstefeld. Volle Korpsstärke erreichte das Deutsche Afrika-Korps erst im Herbst 41, nachdem seit 1.8.41 die 5. leichte Division zur 21. Panzerdivision umgegliedert und aus dem Divisionsstab z.b.V. Afrika seit 26.11.41 die 90. leichte Division gebildet worden war. Nach Formierung der dt.-italien. Panzerarmee Afrika, deren OB Rommel wurde, übernahm Generalleutnant Ludwig Crüwell das Deutsche Afrika-Korps, bis zu seiner Ankunft Anfang Oktober 41 vertrat ihn Generalleutnant Philipp Müller-Gebhard. Neuer Chef des Stabes wurde Oberst i.G. Bayerlein. Als Crüwell am 29.5.42 in brit. Gefangenschaft geriet, übernahm General der Panzertruppen Nehring das Korps; ihm folgte am 13.11.42 General der Panzertruppen Gustav Fehn. Letzter Kommandierender General war seit 1.3.43 General der Panzertruppen Hans Cramer, der am 13.5.43 mit dem Deutschen Afrika-Korps kapitulierte und in alliierte Gefangenschaft ging.
 
Projekt Geschichte


Ich hab mir wie schon erwähnt die Domain gesichert, dort heute ein System aufgesetzt und werd morgen mal nen bisschen das Design überarbeiten.

Das System läuft 1A und ist sehr leicht zu bedienen. Ab jetztdenk ich, könnt ihr das ganze auch über Projekt Geschichte - Home aufrufen.

Meine Frage ist jetzt: Wer ist bereit, als Redakteur Artikel über die jeweiligen Ereignisse der Geschichte dort einzutragen. DAs sollten nur Leute machen, die auf ihren jeweiligen Gebiet auch Ahnung haben. Die Qualität der Artikel sollte an erster Stelle stehen.

Wer dabei ist, bekommt dann von mir morgen oder spätestens übermorgen einen eigenen Account eingerichtet und eine kurze Einführung wie was funktioniert:)

DAs ganze ist natürlich alles ehrenamtliche Arbeit und eher als eine Art Projekt zu sehen, damit das Wissen aus diesem Thread und das Wissen der User hier nicht einfach so in den über 400 Seiten verstaubt!

Falls ihr noch Fragen habt: Immer her damit, direkt im Thread oder per PM :)


mfg

Ben
 
Habe gerade eine Folge "The Unit" angeschaut, bei der es uA im einen internationalen Vergleichswettkampf unter Spezialeinheiten ging. Schauplatz war Hamburg.
Nun hab ich mich gefragt, ob es sowas wirklich gibt, habe ein bisschen gegooglet, habe aber derartige Wettkämpfe und deren Vorhandensein nur auf polizeilicher Ebene gefunden.

Gibt es sowas auch auf militärischer Ebene, also dass zB die KSK an einem Wettkampf teilnimmt und dort zum Beispiel gegen die Green Berets, die Seals, den SAS und SBS, die Rangers, Delta Force, Fremdenlegion, usw kämpft? (Kämpft im Sinne von einem Vergleichswettkampf mit unterschiedlichen Disziplinen)

Der bekannteste polizeiliche Wettbewerb ist wohl die SWAT Challenge, welche sich die GSG 9 der Bundespolizei zweimal hintereinander sichern konnte.

Auf militärischer Ebene gibt es eine ganze Menge an Vergleichswettkämpfen. In Hammelburg, Standort der deutschen Infantrieschule, gibt es regelmäßig Wettbewerbe unter den einzelnen nationalen Verbänden und da mischen auch häufig internationale Teams mit.
Ich selbst war mal in Wales zur Cambrian Patrol 2005. Das ist eine militärische Übung mit jahrzehntelanger Tradition. Läuft über einige Tage und simuliert eine Erkundungsoperation hinter feindlichen Linien. Abgefragt werden viele militärische Handfertigkeiten (natürlich schiessen, aber auch tarnen, medizinische Basics, CASEVAC organisieren und spähen, spähen, spähen und petzen). War ziemlich hart und die Tommys haben ein anderes Verständnis von Sicherheit als wir...

Unter den Spezialeinheiten gibt es einen regen Informationsaustausch. Ob es einen Wettbewerb der Spezialeinheiten gibt...keine Ahnung. Hab davon noch nicht gehört. Inoffiziell wird da bestimmt einiges laufen.
Zumal sich die Aufgabenfelder der von Dir genannten Spezialeinheiten ziemlich unterscheiden. Die Fremdenlegion ist ein Spezialverband (das 2. REP hat bestimmt den Status einer Spezialeinheit), genauso wie die US Rangers (vergleichbar mit den deutschen Fallschirmjägern). Die Green Berets hat grundlegend andere Aufgaben als die Delta Force, welche sowieso einen Sonderstatus inne hat.
 
@Jedihammer:
Unabhängig davon das GreyFox falsche Bezeichnungen gewählt hat, wurde auf den Kern seiner Aussage aber nicht eingegangen. Der war das "Barbarossa" total Schwachsinnig war.
Ich persönlich finde auch das Barbarossa eine katastrophale Fehentscheidung war. Ich kann es strategisch einfach nicht nachvollziehen.
 
@Jedihammer:
Unabhängig davon das GreyFox falsche Bezeichnungen gewählt hat, wurde auf den Kern seiner Aussage aber nicht eingegangen. Der war das "Barbarossa" total Schwachsinnig war.
I

Das war es eben nicht.
Der Angriff auf die Sowjet-Union war ein Prävenstivschschlag.
Zwar kann der Angriff auf dei UDSSR nicht einem unmittelbaren Angriff der UDSSR auf das Deutsche Reich zuvor, aber zuminest einem mittelbaren Angriff.
Die Beweise für einen bevorstehenden Angriff der Sowjet-Union auf Deutchland sind
allgemein bekannt, und diese habe ich mehrmals zitiert.
Dei Rede Josef Stalins vor der Frunse-Militärakademie im Frühjahtr 1941 spricht da Bände.

Zu sprach Stalin u.a während dieser rede folgendendenden Satz :
"Die Soldaten sind im Geistze aktiven Hasses auf den Feind zu erzehen.Und zur Bereitschaft unser Vaterland auf dem Territorium des Feindes zu verteidiegen,und ihm einen tödlichen Schlag zu versetzen
Auch sprach ein Major der Roten Armee an diesem Tag eine Trinkspruch in Gegenwart Josef Stalins auf die "Friedenspolitik"aus.
Josef Stalin wies den Major mit den Worten zurecht . "Nein, Kriegspolitik
Auch sprach Josef Stalin in dieser Rede vor der Frunse-Militärakademie folgende Worte : Nach unseren Einschätzungen können wir einem Krieg nicht mehr entgehen.Nach unseren Einschätzungen beginnt er im Frühjahr 1942]

Auch erwähnte die "Prawda" (dieses Baltt dürfte jedem bekannt sein)nach dem Ende der Sowjet-Union wortwörtlich, daß der Gegner(also das deutsche Reich) uns nur kurz zuvor gekomen ist

Wenn Du möchtest zitiere ich den genauen Wortlaut und das Datum der Verlautbarung auf den Tage genau.


Dies alles rechtfertigt nicht den unbedingten Vernichtungswillen sowie die inhumane Kriegsführung des Deutschen Reiches gegenüber den sogenanten "
slawischen Untermenschen"


Aber die historischen Beweise, die belegen, daß es sich bei dem Angriff Deuschlands vom22.06.1941 um einen Präventivschal handelte sind inzwischen unwiederlegbar
 
ich bin der festen überzeugung, dass die theorie des präventivkrieges gegen die sowjetunion längst widerlegt ist.

die heutige geschichtsforschung geht davon aus, dass ein krieg gg. russland aufgrund der nationalsozialistischen ideologie unausweichlich und von anfang an geplant war. das hauptaugenmerk der reichsführung lag seit der machtübernahme stets auf dem zu erobernden lebensraum im osten. und damit war ebn nicht nur polen gemeint.
 
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