Militärgeschichte

Ich habe mal eine komische Frage, die mir aber schon seit längerem im Kopf herumschwirrt: Wann wurden der 1. und 2. Weltkrieg als 1. und 2. Weltkrieg betitelt. Während des zweiten Weltkriegs? Gleich am Ende oder einige Zeit später?

Und nein, mir ist nicht langweilig, ich habe genug zu tun.

Laut wiki hat der Biologe Ernst Haeckel bereits im September 1914 den Begriff verwendet und wurde dabei von einer amerikanischen Zeitung (The Indianapolis Star) zitiert. Die erste Verwendung ist also belegt für den 20. September 1914.

Die Idee des Begriffs ist wohl um einiges älter (1830er) und begründet sich darin, dass durch den Kolonialismus ein Krieg zwischen zwei Großmächten zwangsläufig um den gesamten Globus geführt wird.
 
Heute vor genau 30 Jahren,am 29.11.1990 wurde die Resolution 678 des UN-Sicherheitsrates verabschiedet. Dies hatte die Mitgliedstaaten der UN ermächtigt, ab dem 15.01 1991 zur Befreiung Kuwait vom Irak Militärgewalt anzuwenden. Was auch geschah.
Damals hatte ich als sehr junger Mann und glühender Antiamerikanist diese Resolution als verwerflich verurteilt.
Heute würde ich sie unterschreiben.
 
Gestern vor genau 30 Jahren,am 16.01.1991 begann die unter der Führung der USA und GB durchgeführte militärische Operation "Dessert Storm". Diese hatte zum Ziel das Emirat Kuwait von der irakischen besetzung zu befreien. Wie kam es dazu :

Bereits vor dem Einmarsch irakischer Truppen am 02.08.1990 in Kuwait hatte der irakische Diktator Saddam Hussein öffentlich damit gedroht, das Nachbarland militärisch anzugreifen. Noch im Juli 1990 machte die US-Regierung deutlich, dass sie "keine speziellen Verteidigungs- oder Sicherheitszusagen an Kuwait" gebe.

Die USA hatten im Ersten Golfkrieg zwischen dem Irak und dem Iran in den Jahren 1980 bis 1988 den Irak im Kampf gegen den Iran unterstützt. Infolge des Krieges befand sich der Irak in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Das Land war hoch verschuldet. Zudem warf der Irak Kuwait vor, illegale Ölbohrungen auf irakischem Staatsgebiet vorzunehmen.

Noch am Tag des Einmarschs in Kuwait verurteilte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Invasion und forderte einen "sofortigen und bedingungslosen Rückzug". Auch die Mehrheit der Staaten der Arabischen Liga verurteilte die Invasion.

Am 06.08.1990 verhängte der Sicherheitsrat ein Wirtschafts-, Finanz- und Militärembargo gegen den Irak. Die US-amerikanische Regierung entsendete daraufhin im Rahmen der Operation "Desert Shield" amerikanische Truppen als Teil einer multinationalen Streitmacht nach Saudi Arabien . Am 28. 08.1990 erklärte der Irak Kuwait offiziell zu seiner 19. Provinz. Zwischen August und November 1990 folgten weitere UN-Resolutionen die auch eine militärische Durchsetzung der Embargos vorsahen.

Nachdem US-Präsident George Bush Senior Anfang November verkündete, weitere 200.000 Soldaten nach Saudi-Arabien zu entsenden, kam es schließlich auf Druck der USA zur »UN-Resolution 678«.
Die Resolution 678 vom 29. 11. 1990 ermächtigte die UN-Mitgliedsstaaten, "alle notwendigen Mittel" einzusetzen, falls der Irak bis zum 15.01.1991 nicht alle vorherigen Resolutionsforderungen, also unter anderem den Abzug aus Kuwait, erfüllen würde. Seit dem Koreakrieg war dies die erste ausdrückliche Ermächtigung der UN zu militärischen Sanktionen. Da es in der US-Öffendlichkeit keine Mehrheit zum Krieg gegen den Irak gab wurde die sogenante „Brutkasten-Lüge“ in Szene gesetzt..

Die damals fünfzehnjährige Tochter des kuwaitischen Botschafters Saud Nasir as-Sabah in den USA gab am 10. 10. 1990 vor einem informellen Menschenrechtskomitee des US-Kongresses unter Tränen eine Erklärung ab: Sie habe als kuwaitische Hilfskrankenschwester freiwillige Arbeit im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt geleistet und sei dabei Zeugin des Eindringens irakischer Soldaten geworden. Sie sagte: „Ich habe gesehen, wie die irakischen Soldaten mit Gewehren in das Krankenhaus kamen…, die Säuglinge aus den Brutkästen nahmen, die Brutkästen mitnahmen und die Kinder auf dem kalten Boden liegen ließen, wo sie starben.“ Sie gab lediglich ihren Vornamen mit „Nayirah“ an und verschwieg ihre familiäre Herkunft. Ihr Vater saß während ihrer Aussage vor dem Kongress-Komitee als Zuhörer im Publikum.Erst sehr viel später stellte sich heraus, dass ihr Bericht falsch bzw. erfunden war, dass die Jugendliche nie dort gearbeitet hatte, und dass sie die Tochter des kuwaitischen Botschafters war.

Die kuwaitische Regierung hatte aus dem Exil heraus die amerikanische PR-Agentur Hill & Knowlton für zehn Millionen US-Dollar beauftragt, in der amerikanischen Öffentlichkeit für ein militärisches Eingreifen der USA zugunsten Kuwaits zu werben. Beauftragt wurde H & K dazu von der Scheinorganisation Citizens for a Free Kuwait, die wiederum von der kuwaitischen Regierung gegründet und finanziert worden war. Die Agentur startete eine Reihe von PR-Aktivitäten, wozu unter anderem die erfundene Brutkastengeschichte gehörte.Zwei Krankenschwestern der betreffenden Entbindungsstation erklärten später, dass die Jugendliche nicht dort arbeitete und die von ihr beschriebenen Vorfälle niemals stattgefunden hatten.





Während der Vorbereitungen zur Resolution hatten die USA ein Militärbündnis aus insgesamt 34 Staaten geschmiedet, das in Kuwait eingreifen sollte. Das mit Abstand größte Truppenkontingent stellten die Vereinigten Staaten, zu den wichtigsten Koalitionsstreitkräften gehörten weiterhin Großbritannien, Saudi-Arabien, die Türkei, Ägypten, Syrien und Frankreich. Deutschland stellte keine Soldaten, lieferte jedoch Rüstungsmaterial und beteiligte sich finanziell mit rund 17 Mrd. DM.
Der Irak unterbreitete den USA bis Ende 1990 ein weiteres Rückzugsangebot, unter der Bedingung, dass sich israelische und syrische Truppen aus dem Libanon, der Westbank, dem Gazastreifen und den Golanhöhen zurückziehen sollten. Die USA lehnten allerdings an Bedingungen geknüpfte Verhandlungen ab. Am 12.01.1990 stimmte der Kongress der USA einem Militäreinsatz zu. Zwei Tage später votierte auch der irakische "Kommandorat der Revolution", das oberste politische Gremium des Iraks, für einen Krieg.
Nach Ablauf des UN-Ultimatums griffen die alliierten Truppen in der Nacht zum 1701. 1991 den Irak und irakische Streitkräfte in Kuwait aus der Luft an – der Beginn der Aktion "Desert Storm", die vom 16.01.1991 bis zum 02.03.1991andauerte. Sie bombardierten strategische Ziele in Bagdad sowie im Rest des Landes. Am 2402.1991 marschierten alliierte Bodentruppen in Kuwait ein und besetzten das Land in kurzer Zeit.
Auf ihrem Rückzug aus Kuwait setzten die irakischen Soldaten den Großteil der kuwaitischen Ölfelder in Brand. Auch durch die Bombardements der Alliierten wurden Ölbrände ausgelöst, was sich insgesamt zu einer Umweltkatastrophe ausweitete. Bei ihrem Rückzug wurden die irakischen Streitkräfte auch auf irakischem Gebiet massiv aus der Luft bombardiert, mutmaßlich mehrere zehntausend irakische Soldaten kamen dadurch ums Leben. Ein Internationales Komitee zur Untersuchung von Kriegsverbrechen einberufen vom ehemaligen Justizminister der USA, Ramsey Clark, und 22 Vertretern aus 18 Staaten, sprach die USA später schuldig, in 19 Punkten gegen Internationales Recht verstoßen zu haben: Etwa wegen des Einsatzes von verbotenen Massenvernichtungswaffen und von uranhaltigen Geschossen.



Am 28.01.1991 , einen Tag nach Einnahme der Hauptstadt Kuwait City, erkannte der Irak die UN-Resolu-
tionen an und US-Präsident George Bush Senior verkündete eine Waffenruhe. Friedensverhandlungen wurden aufgenommen.

Erst am 12.04.1991 trat offiziell ein Waffenstillstand im Golf-Krieg in Kraft. Die Folgen des rund sechs Wochen dauernden Krieges waren vor allem für die Iraker verheerend. Insgesamt kämpften fast 700.000 Soldaten auf Alliiertenseite, darunter rund 450.000 Amerikaner, 34.000 Briten und 18.000 Franzosen – über 500.000 auf irakischer Seite. Nach Ansicht des UN-Beauftragten und späteren Friedensnobelpreisträgers Martti Ahtisaari sei das Land in ein "vorindustrielles Zeitalter" zurückgebombt und "die meisten Mittel moderner Lebenshaltung zerstört oder geschwächt worden". Schätzungen gehen von etwa 110.000 getöteten irakischen Soldaten sowie bis zu 40.000 zivilen Todesopfern aus. Auf Seiten der alliierten Truppen starben bei Kampfhandlungen rund 400 Soldaten. Zu den massiven Zerstörungen der zivilen Infrastruktur im Irak – Trinkwasser- und Elektrizitätsversorgung, Ölraffinerien, Eisenbahnen, Straßen und Brücken – kamen langfristige wirtschaftliche Probleme, die durch das bereits im August 1990 verhängte und auch nach dem Waffenstillstand aufrechterhaltene Wirtschaftsembargo ausgelöst wurden.

Der Oberbefehl der Operation Wüstensturm wurde vom US-amerikanischen four Star General Herbert Norman Schwarzkopf jr. ausgeübt.
 
Zumindest im Militärischen nannte man Sie ja Cornicen, nach dem Intrument. Dürften also die Hornisten gewesene sein.

Es ist übrigens auf der einen Seite befremdlich aber auf der anderen Seite interessant das sich diese Tradition der Militärmusik bis heute gehalten hat. Jede Streitmacht hat ihre Militärmusiker.
Und das spielen von Musik selbst während der Schlacht hat die Jahrtausende überdauert.
So haben z.B. während der zweiten Schlacht bei El-Alamein schottische Duddelsäcke Amazing Grace gespielt während eine deutsche Militärkapelle Preussens Gloria zum besten gab.
 
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Da ich sie gerade baue ein kurzer Bericht über die "Dora" :
Dieses Eisenbahngeschütz ist mit seinem Kaliber von 80 cm das größte Artilleriegeschütz der Welt. Die Idee so ein Geschütz zu bauen, liegt in den verlustreichen Erfahrungen, die das deutsche Militär im Ersten Weltkrieg mit den französischen Festigungsanlagen gemacht hatte. Ohne die Tatsache zu Berücksichtigen, dass ein solcher Geschütz von über 1.000 Tonnen nicht nur sehr schwerfällig sein würde, sondern auch der Aufwand in keinem Verhältnis zu Nutzen stehen würde, vergab das Heereswaffenamt 1937 auf "ausdrücklichen Wunsch des Führers" an Krupp einen Auftrag zu Bau zweier Eisenbahngeschütze Kaliber 80 cm. Die Anforderungen für dieses Geschütz lagen bei einer Durchschlagsleistung von 7 m Eisenbeton und 1 m Stahl. Die Reichweite sollte bei 45 km für die Sprenggranate und bei 35 km für die schwerere Panzergranate liegen. Primär sollte dieses Geschütz natürlich zur Bekämpfung der Maginotline dienen, doch auch der Beschuß von Gibraltar im Rahmen der geplanten Operation "Felix" war vorgesehen. Dafür sollte das Geschütz extra mit 1.674 mm Breitspursätzen für die iberische Halbinsel ausgerüstet werden können. Das erste Rohr wurde ab September 1941 eingeschossen und im November desselben Jahres war dann auch die Lafette fertig. Diese erste Kanone mit dem Spitznamen "Dora" wurde der extra im Januar 1942 aufgestellten Artillerie Abteilung (E) 672 zugeteilt. Der einzige Einsatz dieser Kanone fand zwischen dem 5. und 17. Juni 1942 bei der Bekämpfung der Festung Sewastopol statt. In diesem Zeitraum wurden gerade einmal 48 Schuß abgegeben. Doch zeigte sich hier auch die Durchschlagskraft des gewaltigen 80 cm Kalibers: Die "Dora" zerstörte ein großes Munitionslager das 30 m tief im gewachsenen Fels lag. Außerdem wurden mit ihr Panzerforts, wie etwa die Festung "Maxim Gorki" beschossen. Danach wurde sie nach Leningrad verlegt, kam aber dort nicht mehr zum Einsatz. Nach einer Überholung wurde dann im März 1943 bei einer Vorführung der letzte scharfe Schuß abgegeben. Die Abmessungen und Massen der 80 cm Kanone waren gewaltig: Allein das Rohr wog 400 Tonnen. Jenes der "Dora" war ein einlagiges Seelenrohr, während das zweite Geschütz mit dem Kosename "Schwerer Gustav" ein zweilagiges Rohr besaß. Dieses zweite Geschütz kam aber nie zum Einsatz. Der Schubkurbelverschluß des Rohrs wurde hydraulisch betätigt. Abweichend von der theoretischen Rohrlebensdauer von 100 Schuß, zeigten sich in der Praxis schon nach 15 Schuß starke Abnutzungserscheinungen. Neben der Sprenggranate mit Kopf- und Bodenzünder gab es auch noch eine Panzergranate von 7,1 Tonnen. Sie wurde aus Chrom-Nickel Stahl hergestellt und besaß eine Wandstärke von bis zu 18 cm sowie eine gehärtete Spitze. Zur Verbesserung der Flugeigenschaften besaß diese Granate eine aufgeschraubte ballistische Haube aus einer Silizium-Aluminiumlegierung. Der Sprengstoffanteil von 250 kg wurde dann durch einen Bodenzünder ausgelöst.
Das Fahrgestell bestand aus vier Zwischenträgern mit je zwei fünfachsigen Drehgestellen. Auf den Zwischenträgern war die Unterlafette und darüber die als Hauptträger bezeichnete Oberlafette aufgesetzt. Auf der Oberlafette war das Schießgerüst mit Ladebühne und Rohrlagern angebracht. Sämtliche Träger der Lafette bestanden aus geschweißten Kastenträgern. Das Rohr, das je zwei Rücklaufzylinder und Vorholer hatte, ruhte schließlich mit der Schildzapfen in den starken Rohrlagern. Ausserdem hatte das Geschütz noch eine eigene Kraftstoffversorgung. Das komplett zusammengebaute und feuerbereite Geschütz wog 1.350 Tonnen. So war der Transport in einem Stück natürlich nicht möglich. Allein für den Transport des zerlegten Geschützes, des Personals sowie der speziellen Gleisanlagen waren fünf Züge mit 99 Wagen notwendig. Dazu kamen drei bis vier weitere Bauzüge, die auch zwei 110 Tonnen Aufbaukräne mitführten. Insgesamt wurden zur Vorbereitung der Feuerstellung und zum Betrieb der "Dora" an die 4.500 Mann benötigt. Da ein Eisenbahngeschütz natürlich auch ein Primärziel für Luftangriffe war, kamen ausserdem noch zwei Flak-Batallione hinzu, die das Geschütz ständig bewachten.
Dieser Material- und Personalaufwand lässt erahnen, wie aufwendig es war eine etwa 2.000 m lange Feuerstellung zu errichten. Die dreigleisige Aufbaustrecke war ungefähr 900 m lang. Hierbei dienten zwei Gleise als Montageplatz während auf dem dritten Gleis die Materialzüge eingefahren wurden. Von diesem Montageplatz führte dann die circa einen Kilometer lange zweigleisige Schießkurve hinaus. Allein für diese Gleisarbeiten brauchten 2.500 Mann je nach Geländeverhältnissen drei bis sechs Wochen. Dabei musste allerdings mit großer Sorgfalt vorgegangen werden, den die Schienenunterlagen waren bei einem allein durch die Gewichtskraft verursachten Achsdruck von 34 t stark belastet. Beim Schuß war das auszuhaltende Gewicht natürlich noch größer. Die eigentliche Montage das Geschützes dauerte nur 54 Stunden. Zuerst wurden auf großen Holzplattformen vier handbetriebene Kräne aufgestellt, mit denen dann die elektrisch betriebenen 110 Tonnen Aufbaukräne aufgebaut wurden. Diese Portalkräne überspannten die drei Gleise der Montagestrecke und liefen selbst auf eigenen Schienen. So konnten die Einzelteile per Zug auf dem dritten Gleis angefahren werden, um dann von den beiden Kränen zum Montageplatz gehoben zu werden. Von den 54 Stunden nahm allein die Rohrmontage 16 Stunden in Anspruch. Nachdem die Lafette montiert war, wurde die Rohrwiege mit dem Schildzapfenlager eingesetzt. Danach wurde das Seelenrohr von hinten in das Mantelrohr eingefahren. Nun wurden die Plattformen, Laufstege, Leitern, die beiden Munitionsaufzüge und das restliche Zubehör angebracht. Der Aufbau war damit abgeschlossen.
Das Seitenrichten des Geschützes geschah über die Schießkurve. Dazu wurde das Geschütz von zwei synchron gesteuerten 940 PS Dieselloks verschoben. Das Feinrichten wurde mittels Elektromotoren an den Hinterachsen der Drehgestelle vorgenommen. Zwischen den Schienensträngen waren Auflage- und Stützkörper verlegt, die nicht nur zur Stabilisierung der Gleise dienten, sondern auf die auch hydraulische Stützen aufgesetzt wurden. Diese dienten dazu beim Schiesen die Achsen der Fahrgestelle zu entlasten. Sowohl für die Munition als auch für die Treibladung, bestehend aus Hülsen- und Beutelkartusche, war ein extra Aufzug am Heck des Schießgerüstes angebracht. Am Anfang wurde das Geschoß mit einem der Aufbaukräne vom Munitionswagen auf eine Munitionstransportkarre gehoben. Diese fuhr dann auf die Plattform des Munitionsaufzuges. Dieser hob die Karre auf die Ladebühne, wo das Geschoß auf den Ladetisch umgeladen wurde. Von dort aus wurde es mit einem hydraulischen Ansetzer ins Rohr gebracht.
Zur Erhöhung der Reichweite der 80 cm Kanone waren einige weitere Munitionstypen geplant. Beispielsweise ein zwei Tonnen schweres Treibspiegelraketengeschoß oder ein Peenemünder-Pfeilgeschoß mit 150 km Reichweite für ein auf 84 m verlängertes glattes Rohr. Dies sollte vor allem den Beschuß Englands ermöglichen. Das dritte nicht mehr fertiggestellte Geschütz "Langer Gustav" sollte sogar von vornherein eine 43 m lange Kanone mit einem 52 cm Kaliber erhalten. Für diese Kanone war eine Treibspiegelraketengeschoß von 680 kg mit 190 km Reichweite vorgesehen. darüberhinaus gab es noch Planungen für ein viertes Geschütz mit glattem Rohr, das den Kosenamen "Schwerer langer Gustav" hatte. Das dritte nicht mehr fertiggestellte Geschütz wurde durch Bombenangriffe vernichtet, während die beiden anderen 1945 in Kummersdorf befehlsgemäß von deutschen Sprengkommandos zerstört wurden.
Obwohl die "Dora" die in sie gesetzten Erwartungen bezüglich der Durchschlagsleistung voll erfüllt hat und obwohl sie eine technische Spitzenleistung der deutschen Rüstungswirtschafft darstellte, kann sie aus militärischer und wirtschaftlicher Sicht als die größte Fehlplanung der damals verantwortlichen Militärs und Funktionäre gelten. Die 48 abgegebenen Schuß stehen in keinem Verhältnis zum immensen Aufwand der dafür betrieben wurde, zumal das zweite Geschütz nicht einmal zum Einsatz kam. "Im ganzen gesehen hat dieser Aufwand zweifellos nicht im richtigen Verhältnis zu dem Nutzeffekt gestanden." (Gfm v. Manstein)
 
Zuletzt bearbeitet:
@Crimson
Ich brauche mal Deine Hilfe.Oder die jedes anderen der des Englischen mächtig ist. Die deutschen Quellen sind mir zu ungenau.
Wer war der letzte Veteran des US-Bürgerkrieges ?
 
@Crimson
Ich brauche mal Deine Hilfe.Oder die jedes anderen der des Englischen mächtig ist. Die deutschen Quellen sind mir zu ungenau.
Wer war der letzte Veteran des US-Bürgerkrieges ?

Das war wohl Albert Henry Woolson (11.2.1850 - 02.08.1956). Zumindest ist es bei ihm genau nachzuweisen, dass er im Sezessionskrieg gedient hatte.
Er kam am 10. Oktober 1864, also im Alter von 14 Jahren, als Trommler zur C-Kompanie des 1. Minnesota-Artillerie-Regiments, und wurde am 7.9.1865 abgemustert. Einen Einsatz auf dem Schlachtfeld hatte das Regiment jedoch nicht.
Kleine Annekdote: Im Jahr 1949 nahmen Woolson und sein Kamerad Frank Mayer - ebenfalls Trommler - beide im Alter von 99 Jahren an der Memorial Day-Parade teil, und legten einen Kranz am Grab von General Grant nieder.

Der letzte Veteran auf Seiten der Konföderation war Pleasent R. Crump (23.12.1847 - 31.12.1951) aus Alabama. Er diente im 10. Alabama Infanterie Regiment, kämpfte bei der Belagerung von Petersburg, und war bei Lee's Kapitulation in Appomattox anwesend.

C.
 
Der letzte Veteran auf Seiten der Konföderation war Pleasent R. Crump (23.12.1847 - 31.12.1951) aus Alabama. Er diente im 10. Alabama Infanterie Regiment, kämpfte bei der Belagerung von Petersburg, und war bei Lee's Kapitulation in Appomattox anwesend.

C.

Das ist etwas was ich bei den USA,an denen ich selten ein gutes Haar lasse, immer bewundert habe.
Ob es bei den letzten Veteranen war,oder bei der geborgenen Besatzung der CSS Hunley.
Man hat sie mit militärischen Ehren bestattet und auf ihren Gräbern weht die Flagge der Konförderation.
 
Am 08. März 1862 begann im Sezessionskrieg die zweitägige Schlacht von Hampton Roads, die als erster Kampf zwischen zwei Panzerschiffen in die Geschichte eingegangen ist.

Die Vorgeschichte
Zu Beginn des Krieges verhängten die Nordstaaten eine Seeblockade gegen die Konföderation, um die Ausfuhr von Baumwolle, sowie den Import von Kriegsgerät zu unterbinden, auf den der Süden wegen seiner schwachen Industrialisierung dringend angewiesen war. Dazu wurde die komplette Küstenlinie der Südstaaten von der US-Navy mit hölzernen Kriegsschiffen abgeriegelt, so auch das Mündungsgebiet des James River, die sogenannten Hampton Roads an der Küste Virginias. Um diese Blockade brechen zu können, fasste die Führung der Konföderation recht schnell den Plan, auf gepanzerte Schiffe zu setzen.
Nach der Eroberung der Marinebasis Norfolk hatten die Südstaatler aus dem dortigen Hafen die selbstversenkte US-Fregatte Merrimack geborgen, deren Rumpf ihr als Grundlage für den Bau eines Panzerschiffes diente, welches im Eiltempo in der Werft Gosford gebaut wurde. Das fertige Schiff wurde auf den Namen CSS Virginia getauft, und war mit 10cm dicken Stahlplatten gepanzert, sowie mit 10 Geschützen bestückt. Eins am Bug, eins am Heck und je vier auf jeder Seite. Zusätzlich befand sich am Bug ein Rammsporn, der angefügt wurde, als man erfuhr, dass auch der Norden Panzerschiffe baute.

Das Ergebnis der Bemühungen des Nordens war die USS Monitor, die wesentlich moderner als die Virginia war. Sie war bedeutend kleiner und wendiger, und lag fast völlig unter der Wasserlinie, abgesehen von der größten Inovation, einem um 360° drehbaren Geschützturm mit zwei 28cm Kanonen. Die Teile des Schiffs wurden von 9 verschiedenen Werften gefertigt, und war somit in nur 120 Tagen fertiggestellt. Dennoch kam die Monitor einen Tag zu spät in Hampton Roads an.

Der 8. März
Am frühen Morgen erschien die CSS Virginia in der Mündung des James, begleitet von fünf weiteren, konventionellen Schiffen (Raleigh, Beaufort, Patrick-Henry, Jamestown und Teaser). Das erste Ziel war die 50-Kanonen Fregatte USS Cumberland, die durch die Virginia unter der Wasserlinie mit dem Rammsporn durchbohrt wurde. Die Cumberland hatte keine wasserdichten Schotten und sank in kürzester Zeit, wobei 121 Seeleute ums Leben kamen. Da sich der Rammsporn in dem Schiffsrumpf verkeilt hatte, wäre die Virginia um ein Haar mit in die Tiefe gezogen worden, und konnte sich erst im letzten Moment von ihrem Ziel lösen.
Als nächstes wandte sich die Virginia der USS Congress zu, mit der sie einige Breitseiten austauschte. Um nicht wie die Cumberland ebenfalls gerammt zu werden, setzte der Kommandant der Congress diese in flachem Gewässer auf Grund. Die Virginia beschoss das Schiff, wobei ca. 120 Seeleute ums Leben kamen. Nach einer Stunde gab die Congress auf, doch während die überlebenden Besatzungsmitglieder das Schiff verließen, eröffnten die Landbatterien der Union das Feuer auf die Virgina, woraufhin diese den Beschuss der Congress wieder aufnahm. Diese fing dadurch Feuer, und explodierte, als die Flammen das Munitionsdepot erreichten.
Auch an der Virginia war der Kampf nicht spurlos vorübergegangen. Zwei Ihrer Geschütze waren ausgefallen, und ihr Schornstein war perforiert worden, was die ohnehin geringe Geschwindigkeit des Schiffs noch weiter verringerte. Außerdem war ihr Kommandeur, Kapitän zur See Franklin Buchanan, schwer verwundet worden. Außerdem war der Rammsporn zum Teil abgerissen, als sich das Schiff von der Cumberland gelöst hatte. Gemessen an der Schwere des Beschusses fielen die Schäden jedoch vergleichsweise gering aus, so dass man versuchte ein drittes Schiff, die USS Minnessota, anzugreifen. Auch deren Kommandant lenke sein Schiff in flaches Gewässer, und setzte es auf eine Sandbank. Da inzwischen die Dämmerung eingesetzt hatte, brach die Virginia den Kampf jedoch ab, und zog sich in von der Konföderation kontrollierte Gewässer zurück.

Der 9. März
Als die Virginia am nächsten Morgen unter dem Kommando von Kapitänleutnant Catesby Jones erneut Hampton Roads ansteuerte wartete dort bereits mit der USS Monitor unter dem Kommando von Korvettenkapitä John L. Worden ein neuer Gegner auf sie. In der Folge bekämpften sich die beiden Panzerschiffe mehrere Stunden lang aus nächster Nähe, wobei keines der beiden einen entscheidenden Vorteil erringen konnte. Die weitaus wendigere Monitor konnte die Virginia ausmanövrieren, und somit dem Rammsporn entgehen, allerdings waren ihre Geschütze zu schwach, um die Panzerung der Virginia zu durchschlagen, während die Virginia aufgrung des flachen Profils der Monitor ihrerseits kaum einen Treffer landen konnte. Als erneut die Nacht hereinbrach, zog sich die Virginia zurück, und überließ das Schlachtfeld der Monitor.

Das Nachspiel
Die beiden Schiffe belauerten sich noch einige Wochen, sollten aber nie wieder gegeneinander kämpfen. Als die Konföderierten durch McClellans Halbinselfeldzug im Mai gezwungen waren, Norfolk aufzugeben, konnte die Virginia aufgrund ihres Tiefganges nicht den James hinauf flüchten, und eine Fahrt durch das offene Meer, vorbei an der Unionsflotte war ebenfalls aussichtslos. Daher wurde sie auf Grund gesetzt, und in Brand gesteckt, damit sie dem Gegner nicht in die Hände fiel. Auch die Monitor sollte das Jahr 1862 nicht überstehen. Sie sank am 31. Dezember in einem schweren Sturm vor der Küste North Carolinas, wobei 16 Seeleute den Tod fanden. Der Turm, die Dampfmaschine und die Geschütze wurden später geborgen, und sind heute im USS Monitor Center in Newport News zu besichtigen.

Der erste Kampf zweier Panzerschiffe endete unentschieden. Obwohl es quasi keinerlei Auswirkungen auf den Kriegsverlauf hatte, waren die zwei Tage in Hampton Roads militärhistorisch von großer Bedeutung. Zwar hatte es bereits im Krimkrieg erste gepanzerte Dampfschiffe gegeben, doch erst die Schlacht in der Mündung des James zeigte deren Überlegenheit über konventionelle Kriegsschiffe aus Holz, deren Ära dort mit einem Schlag endete.
So titelte die englische Times: "Gestern noch verfügte Großbritannien über 149 erstklassige Kriegsschiffe zum sofortigen Einsatz. Heute haben wir mit der Warrior und der Ironside nur noch zwei, die wir guten Gewissens in eine Schlacht mit der kleinen Monitor schicken könnten."
Nach dem 9. März 1862 wurde der Bau ungepnzerter Kriegsschiffe nicht mehr ernsthaft in Erwägung gezogen, und die Ära der dampfgetriebenen Stahlschiffe begann.

C.
 
Da sie ja als paramilitärische Organisation gegründet wurde hier.
Heute vor genau 70 Jahren,am 16.03.1951 wurde der Bundesgrenzschutz,die heutige Bundespolizei gegründet.
Mitglieder des BGS trugen militärische Ränge und hatten bis zum Jahre 1994 Kombattantenstatus.
 
Heutiger Militärgeschichtlicher Fun-Fact: Griechische Triremen (Dreireihige Ruderkriegsschiffe) mussten nachts an Land gebracht werden, da sich bei längerem Aufenthalt im Meer das Holz der Schiffe mit zu viel Wasser vollsog (Quelle: "Militärgeschichte der Antike" von Leonhard Burckhardt)
 
Heutiger Militärgeschichtlicher Fun-Fact: Griechische Triremen (Dreireihige Ruderkriegsschiffe) mussten nachts an Land gebracht werden, da sich bei längerem Aufenthalt im Meer das Holz der Schiffe mit zu viel Wasser vollsog (Quelle: "Militärgeschichte der Antike" von Leonhard Burckhardt)

Und wie sind die dann über das Meer gefahren?
Oder waren das nur Schiffe zum Küstenschutz die man nur bei Not zu Wasser gelassen hat ?
 
Und wie sind die dann über das Meer gefahren?
Oder waren das nur Schiffe zum Küstenschutz die man nur bei Not zu Wasser gelassen hat ?
Leider habe ich das Buch grad nicht parat, aber bei längeren Strecken wurde wohl entsprechend der Küste entlang gefahren, die Schiffe nachts an Land gebracht und dann zur Weiterfahrt wieder zu Wasser gelassen. Sie lagen nicht "vor Anker".
Fand diesen Fakt recht interessant, da man ja davon ausgeht, dass ein Schiff generell seetauglich ist.
Auch ist interessant ist, dass die Ruderer ja nur zum Kampf zum Einsatz kamen, dass Segel wohl nur zur Reise zum "Schlachtfeld".
 
Da stellt sich mir jetzt die Frage warum die die Schiffe nicht mit Pech versiegelt haben? Kannten die das noch nicht oder hatten sie nicht die Ressourcen dafür?
 
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