Mon Calamari (Calamari-System)

I|I Mon Calamari I|I Coral City I|I Senatskuppel I|I Sondersitzung des Galaktischen Senats I|I Vold Trembor und Senatoren I|I
Die Stimme der Togorianerin verhallte, und für einen Moment hing ein eigenartiges Schweigen in der Kuppel. Kein Schweigen der Einigkeit, sondern das gespannte Innehalten eines Saales, in dem die Worte noch sortiert, die Positionen noch kalkuliert wurden. Dann brandeten Rufe auf, ein Wechselbad zwischen zustimmend, abfällig und pöttisch. Das Toben der Senatoren erinnerte an einen Schwarm Raubfische, der prüfte, ob das, was ins Wasser gefallen war, Beute oder nur Geröll war. Die Rede der Senatorin von Togoria hatte die Kuppel geteilt wie ein Blitz durch ein Gewitter. Als ginge es weniger um Worte als um das Bild, das die Kameras einfingen. Vold Trembor stand still, sein Atem rauschte tief und rhythmisch durch die Filter, während die Projektionen über das Gold seiner Maske flackerten. Er hörte nicht nur, er las jede Stimme, jeden Tonfall, jede Pause, als wären sie Zahlen in einem Kalkül. Neben ihm richtete sich Katal Ambor etwas auf. Der Senator wirkte fast erleichtert, als hätte Rrooow ihm ein Stück seiner verlorenen Würde zurückgegeben.

„Endlich jemand, der Vernunft spricht,“ murmelte er, die Hände noch zitternd, aber die Augen mit einem Glanz, den Vold seit Beginn der Sitzung nicht mehr gesehen hatte. „Sehen Sie, Trembor? Wir sind nicht allein. Diese junge Togorianerin… sie versteht die Gefahr. Sie wird unsere Verbündete sein.“

Vold wandte langsam den Kopf, die dunklen Glaslinsen fixierten Ambor. Seine modulierte Stimme kam tief und gemessen, das Timbre so, dass es wie Zustimmung klang, aber in Wahrheit Gift tropfte:

„Ja, Herr Senator. Ihre Worte ergänzen die Ihren. Sie ist ein Beleg dafür, dass nicht alle von der Euphorie des Kanzlers erfasst wurden.“

Ambor nickte eifrig, klammerte sich an die Vorstellung einer Allianz. Vold ließ ihn. Innerlich jedoch sah er klarer: „Ambor erkennt nicht, dass er sich gerade an die Schwachen bindet. Hendrey reißt die Massen mit, Quún hält die Exekutive, die großen Fraktionen formieren sich und Ambor klammert sich an die Stimme einer unerfahrenen Neuen. Er nennt es Verbündete. Ich nenne es Strohhalm.“ Sein Blick glitt über die Halle, zu Hendrey, dessen Gesicht noch vom Applaus glänzte, jede Geste einstudiert für die Kameras. Das ist die Welle. Rrooow ist der Mahnruf am Rand. Beides zusammen ergibt eine Dramaturgie, die ich nutzen kann. Ambor wird glauben, er habe Rückhalt, während er sich in Wirklichkeit isoliert. Und wenn der Moment kommt, werde ich ihn genau mit dieser falschen Sicherheit stürzen.

Er legte
Ambor kurz die Hand auf den Unterarm, eine Geste wie Solidarität, in Wahrheit ein Zügel.
„Sie haben recht, Herr Senator. Senatorin Rrooow spricht aus, was viele denken, die sich nicht zu Wort melden. Gemeinsam bilden Sie ein Gegengewicht. Eine Allianz der Vernunft.“

Der angeschlagene Senator von Metalorn lächelte matt, als habe er gerade Halt gefunden. Vold wusste, dass dieser Halt aus Sand bestand. Je mehr Ambor auf Senatoren wie Rrooow oder andere zurückhaltendere Senatoren setzte, desto deutlicher würde er sich aus dem Kreis der Entscheider verabschieden. Und Vold, der Architekt hinter der Maske, würde dafür sorgen, dass, wenn die Bretter unter Ambors Füßen brachen, niemand außer ihm bereitstand, um das Banner Metalorns hochzuhalten.

Vold Trembor saß reglos, nur die dunklen Linsen seiner Maske spiegelten die wechselnden Projektionen. Seine Ohren hörten nicht nur Worte, sondern das Gewicht dahinter. Rrooow hatte keine Wucht wie Hendrey, keine Resonanz in den Medien, doch sie hatte etwas anderes: eine moralische Integrität, die, richtig platziert, durchaus nützlich sein konnte. Ein Mahnruf von einem unbeschriebenen Blatt wirkt stärker, als wenn er aus dem Mund eines alten Mannes kommt, der längst als Bremser gilt.

In seinem Kopf arbeiteten die Zahnräder eines präzisen Getriebes. Ambors Erleichterung über Rrooows Rede hatte ihm einen kurzen Aufschwung gegeben. Ein schwacher Mann, der in der Stimme einer unerfahrenen Senatorin eine Lebensader sah. Vold würde diese Hoffnung nicht zerstören – noch nicht. Stattdessen würde er sie nutzen. Wenn Ambor glaubt, Rrooow sei seine Verbündete, dann soll er in dieser Annahme leben. Ich werde ihm helfen, die Fäden zu spinnen, kleine Treffen anzustoßen, Gespräche in Nebenfluren zu arrangieren. So glaubt er, eine Koalition der Vernunft aufzubauen. Tatsächlich aber baue ich ihm ein Netz, in dem er sich verfangen wird.
Vold überlegte, wie er Varad Trembor ansetzen würde. Sein Cousin verstand es meisterhaft, Kontakte zu kartieren: Wer sprach mit wem? Wer neigte zum Kanzler, wer suchte Schutz in der Fraktion der Zögerer? Varad würde diskrete Dossiers erstellen, in denen jedes Zitat, jede Geste, jede Schwäche vermerkt wurde. Ambor würde glauben, diese Informationen dienten ihm, doch in Wahrheit würden sie Volds eigenes Fundament legen. „Ich lasse Ambor die unbequemen Gespräche führen. Er soll an Türen klopfen, Senatoren um Geduld und Rechtschaffenheit bitten. Und während er das tut, werde ich die Stimmen hören, die er nicht erreicht. Ich werde die Zweifel aufnehmen, die er weckt, und sie in Unterstützung für mich verwandeln.“

Kazo, der Selkath, würde man die Aufgabe übertragen, das Bild Ambors subtil zu rahmen: nicht als standhaften Hüter der Verfassung, sondern als Mahner, der gut spricht, aber wenig bewegt. Cale Rynar, der Pantoraner, würde dafür sorgen, dass in den Holo-Clips nicht Ambors Gesicht, sondern das des jungen Hendrey dominierte, flankiert von Bildern, die Vold selbst als ruhigen, kontrollierten Beobachter zeigten. Ein Architekt im Schatten, der bereits wirkt, bevor er überhaupt gesprochen hat.
Doch das Spiel ging tiefer.
Ambors Hoffnung auf Rrooow war für Vold mehr als nur ein Zeichen von Schwäche; es war ein Schlüssel: Wenn ich den Eindruck verstärke, dass Ambor und Rrooow zusammenstehen, dann kann ich beide in eine Nische drängen, in das Lager der Bedenkenträger. Und wenn dieses Lager in der tobenden Stimmung marginalisiert wird, werde ich allein zurückbleiben, als der Mann, der zwischen den Lagern Brücken schlägt.

Der Plan formte sich klar: Zuerst würde er
Ambor helfen, eine kleine Koalition der Zögerer um Rrooow zu knüpfen. Er selbst würde die Rolle des Vermittlers spielen, der zwischen Hendreys Kriegspathos und Rrooows Mahnungen die Balance wahrt. Wenn die Stimmung kippt, würde man Ambor als Symbol des Stillstands fallen lassen und Trembor an seine Stelle treten, mit Hendrey als lautem, lenkbaren Speer an seiner Seite.

Vold atmete tief, das sonore Rauschen füllte den Raum um ihn wie das Brummen eines Generators. Er wusste: Der Schlüssel zur Macht lag nicht darin, der Lauteste zu sein, sondern darin, alle Stimmen so zu verteilen, dass sie am Ende einen Akkord spielten und dieser Akkord würde seinen Namen tragen.

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| Outer Rim | Calamari-Sektor | Calamari-System | Dac | Coral City | Senatsgebäude | Großer Plenarsaal |
Ylsara Adinara, Gefolge sowie sämtliche Senatoren der Republik, der Kanzler und diverse andere



Es dauerte lange, bis der Tumult langsam ausfranste. Die Zwischenrufe waren abgeebbt, doch das Meer aus Stimmen bleib. Die Spannungen im Saal waren deutlich in ihren Montrals spürbar. Ylsara benötigte ein gehöriges Maß an Körperbeherrschung, um ihre Lekku nicht unkontrolliert zucken zu lassen. Viele der Repulsorkapseln im Plenarsaal begannen sich neu zu ordnen. Ylsara blieb demonstrativ inmitten ihrer Delegation stehen. Nicht, weil sie unentschlossen war, sondern berechnend. Sie hatte gesprochen, indem sie nicht gesprochen hatte und war dabei sichergegangen, dass die Kameras sie eingefingen. Dies war nicht die Stunde für Inhalte. Der Kanzler hatte Fakten geschaffen, alles andere würde als Belanglosigkeit verlorengehen. Senator Hendrey hatte das noch am ehesten verstanden. Seine Wortmeldung war kaum Debattenanstoß als viel mehr Selbstinszenierung. Solche Bilder würden bleiben.
Die Rede der Senatorin von Togoria lag noch in der Luft. Ylsara hatte auch ihr aufmerksam zugehört, hatte die Pause bemerkt und registriert, aus welcher Richtung Applaus kam - und aus welcher nicht. Es war keine Rede gewesen, die die Kuppel entzündet hatte - eine dieser inhaltlichen Reden, die unter den Taten des Kanzlers untergehen würde. Dennoch gab es jene Senatoren, die sich daraufhin tiefer in ihre Kapseln zurückgezogen hatten. Ylsara wusste nicht, ob der Kanzler den Krieg begonnen hatte oder nicht. Aber verhindert hatte er ihn mit Sicherheit nicht. Allein dieser Umstand würde hunderte Senatoren vor den Kopf stoßen. Die Togruta ließ ihren Blick wandern, langsam und kontrolliert. Sie nahm wahr, wie einige Senatoren aus den hinteren Rängen ihre Kapseln einander annäherten, wie kurze Gespräche entstanden. Andere suchten bereits das Licht im Scheinwerferlicht jener, die zuvor Beifall erhalten hatten - aus allen Lagern. Es bildete sich eine sichtbare Linie zwischen den Gewinnern der Verkündung des Krieges und den Mahnern - noch unscharf, aber erkennbar.

Als die Kameras verstanden hatten, dass die Senatorin von Druckenwell nicht sprechen würde, und verschwanden, rückte Sirae Korlan neben ihr merklich näher heran.


"Zwei Lager. Die einen werden als Kriegstreiber, die anderen als Feiglinge verunglimpft werden. Wir sollten abwarten, in welche Richtung das Pendel ausschlägt."

Ylsara nickte nur.
Sie beobachtete nun, wie eine Delegation nach der anderen den Saal verließ. Es waren überwiegend jene, die nun alle Hebel in Gang setzen würden. Doch sie erkannte auch spontane Bündnisse zum demonstrativen Boykott der Sitzung. Einige dieser Abgänge zogen tatsächlich kurzzeitig die Aufmerksamkeit der Holokameras auf sich, nur um Sekunden später von einer spitzen Bemerkung aus den Reihen der Lauten überlagert zu werden. Ein Raunen ging durch die Kuppel, gefolgt von Gelächter, Applaus und auch fassungslosen Gegenrufen.

Es war ein Schauspiel. Der Beschluss war längst gefasst. Nichts, was sie hier äußerten, würde an dem Fakt, dass die Neue Republik Kashyyyk angriff, irgendetwas ändern. Inhaltlich würde dieses Vorgehen im Verteidigungsausschuss aufgearbeitet werden - und ja, Ylsara blickte mit Genugtuung auf diese Möglichkeit.

Sie stützte sich leicht auf die Reling ihrer Kapsel, ohne das Gewicht wirklich zu verlagern. Ihre Haltung blieb gewohnt aufrecht, ruhig und unverrückbar. Sie war keine Stimme dieses Tages gewesen und dennoch gehörte sie zu den Gewinnern. Druckenwell würde zunächst aus den Negativschlagzeilen verschwinden, verdrängt werden. Persönlich hoffte die Togruta, sich als Konstante zwischen den lauten Stimmen inszenieren zu können. In unruhigen Zeiten suchte man solche Persönlichkeiten, ob bewusst oder nicht. Abseits der Kameras würde sie ihre Fühler ausstrecken. In alle Richtungen. Das Gespräch mit Senator Darvani war noch lange nicht beendet. Die Angelegenheit hatte nun eine völlig neue Dynamik bekommen. Doch sie hatte ihre Assistentin auch angewiesen, zu den Wortführern Ambor und Hendrey die Fühler auszustrecken. Sie würden Verbündete suchen. Vermutlich ließ sich für Druckenwell dabei etwas herausschlagen.

Ylsara sah noch einmal zur zentralen Plattform, wo der Kanzler, umringt von Beratern und Kameras stand. Unweigerlich würde er das Gesicht dieses Krieges werden. Wenn es gut für die Neue Republik lief, würde er sich vielleicht zum Helden machen. Doch sobald die Waage kippte, würde er sich den Angriffen nicht mehr wehren können. Ob gewollt oder nicht, hatte er sich zur Zielscheibe gemacht.
Als die Sitzung sich dem Ende neigte, ließ die junge Senatorin von Druckenwell langsam, fast beiläufig, ihre Kapsel Stück für Stück zurückgleiten. Sie wollte nicht den Eindruck erwecken, zu den Boykottierern der Sitzung zu gehören. Am Ende, als der Lärm sich verteilte, blieb Ylsara vielleicht auch einen Moment länger als eigentlich nötig. Dann wandte sie sich zum Ausgang. Ihr Gefolge formierte sich um sie auf dem Weg hinaus.


"Kessa, gibt Senator Darvani Bescheid, dass ich unser Gespräch nun gern fortsetzen würde. In seinem Büro. Das liegt näher."

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Ylsara Adinara, Gefolge
 
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Die Hitze der Debatte hatte sich längst von der eigentlichen Rede gelöst und ein Eigenleben angenommen, das wie ein elektrischer Sturm durch die Kuppel des Senatsgebäudes wanderte, über schwebende Kapseln sprang, an erhobenen Händen, gereizten Zwischenrufen, harten Blicken und flackernden Projektionen entlanglief und aus einer politischen Sitzung etwas machte, das eher an eine kontrolliert entgleisende Front erinnerte als an die würdige Beratung freier Welten. Überall summten Drohnenkameras wie metallische Insekten, die den Geruch von Aufruhr wittern konnten; überall zuckten kurze Holoeinblendungen über private Konsolen, in denen Schlagzeilen, Ausschnitte, Zitate und hastig verfasste Kurzmitteilungen bereits in Echtzeit um die Vorherrschaft über die öffentliche Deutung rangen. Das eigentliche Geschehen spielte sich längst nicht mehr allein auf den Plattformen ab, auf denen Senatoren das Wort ergriffen, sondern in dem unsichtbaren Geflecht aus Feeds, Kommentaren, Verdichtungen und jenen wenigen Sätzen, die in einer aufgeheizten Stunde wie Geschosse einschlagen konnten.

Vold Trembor stand inmitten dieses kontrollierten Chaos mit jener unbeweglichen Ruhe, die an ihm nie zufällig wirkte, sondern stets wie das Resultat einer tieferliegenden Konstruktion erschien. Das dunkle Gold seiner Atemmaske fing das kalte Licht der Projektionen ein, spiegelte kurz aufglühende Ausschnitte aus Hendreys Rede, die Gesichter empörter Senatoren, die eingeblendeten Schlagworte des Kanzlers, und in den schwarz getönten Linsen seiner Augen wirkte die tobende Halle wie etwas, das bereits in Daten, Tendenzen und Schwächen zerlegt worden war. Sein Atem ging tief und gleichmäßig, ein sonores, durch Metall und Filter geführtes Geräusch, das in ihm dieselbe beruhigende Wirkung entfaltete wie früher das Summen industrieller Anlagen in den Hallen Skako Minors. Wo andere nur Lärm hörten, hörte Vold Muster.

Neben ihm saß
Katal Ambor noch immer mit jener mühsam aufrechterhaltenen Würde, die nach einer Niederlage nicht deshalb zerbricht, weil sie offen angegriffen wird, sondern weil sie in den Augen anderer zu bröckeln beginnt. Der alte Senator hatte Rrooows Rede als Bestätigung missverstanden, als Zeichen dafür, dass sich um ihn noch immer ein Lager der Besonnenheit formieren könne, und eben diese Hoffnung machte ihn für Vold so leicht lenkbar wie selten zuvor. Er sah die Unruhe in Ambors Fingern, das kaum merkliche Zucken am Mundwinkel, den müden Stolz eines Mannes, der sich einreden wollte, er habe nur einen schlechten Moment erlebt, nicht aber den Beginn seines politischen Endes.

Es war in diesem Augenblick, während eine weitere Welle aus Zwischenrufen durch die Kuppel brandete, dass
Cale Rynar in Volds Blickfeld trat. Zumindest nicht physisch, sondern als sein Mann, die Meinungen im HoloNet spinnen konnte, bis die ursprüngliche Botschaft völlig transmutiert wurde. Er war der Herr über Trembors Feeds, Trends, Schnitträume und Kurzkanäle, er las das HoloNet wie andere ein offenes Buch. Vold hatte ihm längst beigebracht, nicht nur auf das zu achten, was gesagt wurde, sondern vor allem auf das, was in den Sekunden danach geschah. Und genau dort lag nun eine neue Front.

Mehrere Senatoren, darunter
Jon Hendrey mit seinem untrüglichen Gespür für öffentliche Dramaturgie, nutzten bereits die laufende Debatte, ohne erneut das offizielle Wort zu ergreifen. Kurze Nachrichten, scharf zugespitzte Formulierungen, knappe Bilder mit Unterzeilen, die Pathos in Schlagworten konservierten, kursierten in den Netzen der Republik, während die Sitzung noch lief. Hendrey verstand instinktiv, was viele Ältere nie begriffen hatten: Politische Macht in solchen Stunden nicht nur davon abhing, was im Saal gesagt wurde, sondern davon, wer die Reaktion der Galaxis zuerst in eine verständliche, teilbare Emotion übersetzte. Freiheit. Sicherheit. Verantwortung. Stabilität. Solche Worte reisten schneller als jede Rede, wenn man sie richtig auflud.

Der stellvertretende Senator ließ seinen Kopf nur leicht zu
Ambor wenden und sprach mit jener tiefen, modulierten Ruhe, die jeden Rat wie nüchterne Notwendigkeit klingen ließ. „Herr Senator“, sagte er, während im Hintergrund eine Einblendung von Hendreys markantester Geste über mehrere private Displays flackerte, „die Debatte endet nicht hier in der Kuppel. Sie geht bereits jetzt weiter, draußen, in den Feeds, in den Kurzmitteilungen, in den Kommentaren der Märkte, der Verbände, der lokalen Netze. Wer dort schweigt, überlässt sein Bild den anderen.“

Ambor folgte seinem Blick nur zögerlich und schien zum ersten Mal wirklich wahrzunehmen, dass etliche Köpfe in der Umgebung nicht auf die Rednerbühne, sondern auf ihre privaten Anzeigen gesenkt waren. Dass Zustimmung und Ablehnung inzwischen nicht mehr nur in Beifall und Buhrufen gemessen wurden, sondern in der Geschwindigkeit, mit der ein Satz sich vervielfältigte. „Dann muss mein Team etwas vorbereiten“, murmelte er unsicher.

Vold schüttelte kaum merklich den Kopf. „Wenn Sie jetzt warten, bis Ihr Kommunikationschef Formulierungen abstimmt, Bildfreigaben einholt und jeden Satz glättet, dann sprechen Sie erst, wenn die Erzählung längst geschrieben ist. Authentizität duldet in solchen Momenten keine Ausschüsse. Wenn Sie wollen, dass man Ihnen Haltung glaubt, dann müssen Sie jetzt selbst sprechen. Direkt. Ohne das übliche Polieren. Gerade Ihre Kritiker erwarten von Ihnen doch ohnehin nur kalkulierte Vorsicht. Enttäuschen Sie sie.“

Es war eine elegante Grausamkeit, und Vold kannte ihre Wirkung. Ambor, ohnehin gekränkt durch die Resonanz auf Hendrey und berauscht von der Vorstellung, mit Rrooow und einigen anderen Mahnern ein Lager der Vernunft zu verkörpern, griff nach dieser Empfehlung wie nach einer letzten Gelegenheit, seine Handlungsfähigkeit zu beweisen. Dass gerade seine Unbeholfenheit im schnellen, ungefilterten HoloNet ihn verwundbar machte, verschwieg Vold mit derselben Sorgfalt, mit der ein Chirurg eine Klinge verbarg. Denn was Ambor für unmittelbare Aufrichtigkeit halten würde, musste draußen fast zwangsläufig als zögerlicher, selbstgerechter oder unglücklich formulierter Widerspruch zu einer emotional aufgeladenen Kriegserzählung erscheinen. Ein falscher Ton, ein missglückter Satz, eine zu scharfe Mahnung im falschen Moment oder ein unglücklich platzierter Lacher und das HoloNet würde keinen Widerspruch, sondern eine Schwäche wittern. Banthadung-Zyklone entstanden nicht aus nüchterner Analyse und überlegenen Argumenten. Sie sind das Produkt aus Reibung, Missverständnis und dem öffentlichen Vergnügen daran, einen taumelnden Politiker zu treiben.

„Formulieren Sie knapp“, setzte Vold nach, in dem Tonfall eines treuen, strategisch denkenden Stellvertreters. „Nicht technokratisch oder gar defensiv. Etwas, das Haltung zeigt und sie authentisch wirken lässt. Vielleicht, dass Freiheit auch im Krieg an Recht gebunden bleiben muss. Dass wahre Stärke sich nicht vor parlamentarischer Kontrolle fürchtet. Senden Sie es sofort, solange die Debatte brennt.“

Ambor nickte, schon halb mit seiner Konsole beschäftigt, halb mit dem Versuch, die eigene Nervosität in Entschlossenheit umzudeuten. Der Skakoaner beobachtete, wie des Senators Finger, die eben noch die Lehne umklammert hatten, nun fahrig über die Eingabefläche huschten, wie Stolz, Verunsicherung und Eile jene gefährliche Mischung ergaben, aus der schlechte öffentliche Kommunikation geboren wurde. Genau das brauchte er. Doch während er Ambor in dieses offene Feuer schob, handelte Vold selbst mit ungleich größerer Präzision. Mit einer beiläufigen Bewegung ließ er auf einem separaten, gesicherten Kanal eine kurze Nachricht an Cale Rynar absetzen, knapp genug, um im Strom anderer Daten unterzugehen, und eindeutig genug, um keinen Interpretationsspielraum zu lassen. Beobachte Ambor-Feed. Keine sichtbare Verbindung zu mir. Fallout eindämmen. Mein Name bleibt außerhalb jeder Korrelation. Nutze Drittquellen, Sekundärsignale, neutrale Accounts.

Er kannte
Rynar gut genug, um zu wissen, was diese wenigen Worte in dessen Kopf auslösen würden. Der Pantoraner würde nicht fragen, ob Ambor gezielt ins Messer lief. Er würde lediglich damit beginnen, das Netz um den entstehenden Schaden so zu spannen, dass die Strudel, die Ambors hastige Äußerungen auslösten, ihn selbst trafen, aber nicht auf Vold zurückschlugen. Rynar verstand mediale Dynamiken mit der kühlen Intuition eines Mannes, der wusste, wann man einen Trend verstärken, wann man ihn umlenken und wann man ihn in konkurrierenden Empörungswellen ertränken musste. Er würde dafür sorgen, dass Kommentatoren Ambors Aussagen aus eigener Initiative aufgriffen, dass Reaktionen aus Lagern kamen, die nichts mit Trembor in Verbindung standen, dass etwaige Nachfragen zu internen Abstimmungen im Büro Metalorns in Nebel aus allgemeinem Sitzungschaos und individueller Spontaneität verschwanden. Wenn nötig, würde er Volds Namen parallel mit gänzlich anderen Motiven in den Feed setzen: Bilder ruhiger Aufmerksamkeit, nüchterne Beobachtungen, womöglich ein später, perfekt dosierter Beitrag, der staatsmännische Besonnenheit ausstrahlte und jede Assoziation mit Ambors digitalem Stolpern zerstörte.

Vold hob den Blick wieder in die Halle. Das Licht flackerte über Gold, Blau und Marmor, über zornige Gesichter und eifrige Hände, über die kleinen privaten Schauspiele einer Republik, die im Namen ihrer Prinzipien gerade lernte, wie schmal die Grenze zwischen Überzeugung und Inszenierung geworden war. In diesem aufgeladenen Moment, in dem jeder glaubte, Geschichte zu erleben, empfand er jene besondere Form kalter Klarheit: Wissen ist eine Waffe und Empörung ein Werkzeug, dass schneidet und zersetzt, richtig dosiert aber rahmt und im richtigen Augenblick in die gewünschte Richtung lenkt.

Der Skakoaner war sich sicher, dass
Ambor sende würde und die Reaktionen entsprechend über ihn wie ein Gewitter einschlagen würden. Die Banthadung-Zyklone würden ihn treffen, gerade weil er glaubte, endlich authentisch zu handeln. Vold Trembor würde, verborgen hinter der unbeweglichen Würde seiner Maske und der makellosen Architektur seiner eigenen Medienlinien, bereits den nächsten Schritt vorbereiten, in dem aus dem Fehler des einen die Notwendigkeit des anderen wurde.

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Dac / Coral City / Senatskuppel / Senator Jon Hendrey, Senatoren der Neuen Republik

Noch lange, nachdem seine Kapsel wieder in den Ring zurückgeglitten war, sog Jon die Stimmung der Sitzung in sich auf. Seine Rede war kein Beitrag zur Debatte gewesen, jedenfalls nicht in dem Sinne, in dem Männer wie Ambor dieses Wort verstanden. Sie war in Feuer gegossenes Öl gewesen, ein gezündeter Funke im richtigen Moment, der den ohnehin überhitzten Saal weiter in Brand gesetzt hatte. Jon gehörte mitnichten zu jener intellektuellen Politikerkaste, die in diesen Sälen tagelang über Verfahren, Zuständigkeiten und historische Verantwortung philosophieren konnte. Senator Ambor hatte von Verfassungen gesprochen, von Prozessen, von Konsultationen, und Jon wusste nicht einmal genau, welcher Ausschuss für solche Vorgänge zuständig gewesen wäre. Doch dafür wusste er etwas anderes. Kaum jemand würde sich morgen an eine Ausschusssitzung als Teil eines demokratischen Prozesses erinnern. Aber jeder würde sich daran erinnern, wer Stärke gezeigt hatte. Zustimmung, Wut, Begeisterung und Angst. Das waren die einzigen vier Sprachen, die in der Politik wirklich zählten, und Jon Hendrey sprach sie fließend. Mit einem zufriedenen Lächeln auf seinem kantigen Gesicht hob er die Hand an sein Ohr und kappte die Comlink-Verbindung.

Die Debatte verlor ihre Schärfe nicht auf einmal, sondern ebbte langsam ab. Immer neue Kapseln lösten sich aus ihren Ringen, immer neue Senatoren verlangten das Wort, manche mit echter Empörung, andere mit vorbereiteten Sätzen, die bereits während Quúns Rede in den Büros ihrer Stäbe entstanden sein mussten. Jon blieb länger als nötig, teils weil man blieb, wenn man an diesem Tag gesehen werden wollte, teils weil er genoss, wie sein Name hier omnipräsent war. Erst spät am Abend, als die Kuppel sich bereits leerte, und Delegationen in kleineren Gruppen hinausströmten, verließ er schließlich den Saal. In seinem Quartier wechselte er ohne großes Zögern aus dem Anzug in den weiß-blau-gelben Trainingsanzug, zog die Jacke über die noch warme Haut, setzte die kabellosen Stöpsel in die Ohren und trat fast sofort wieder hinaus in die Nacht von Coral City. Draußen empfing ihn die Senatsstadt mit kühler Nachtluft und sich langsam leerenden Straßen.

Die kabellosen Stöpsel in seinen Ohren verbanden sich schnell mit dem Kanal seines Stabes und nach wenigen Atemzügen schnitt Marens Stimme durch die Musik. Das Briefing fiel knapper aus als sonst, fast vorsichtig, als hätten sie gemerkt, dass Jon nach diesem Tag weniger empfänglich für kleinteilige Regie war. Seine Rede lief stark, sehr stark sogar; mehrere Ausschnitte waren in den sicherheitspolitischen Feeds bereits weit oben, vor allem die Passagen über Freiheit, Sicherheit, Verantwortung und die Weigerung, Bürger der Republik an Tyrannen auszuliefern. Die Reaktionen waren erwartungsgemäß polarisiert, aber genau darin lag der Nutzen. Seine Anhänger feierten ihn als klare Stimme in einem chaotischen Senat, seine Kritiker nannten ihn gefährlich simpel, und beides sorgte dafür, dass sein Name die Nachrichten dominierte.

Auch die Anfragen häuften sich. Büros von Senatoren, Medienkanäle, Veteranenverbände, Vertreter aus der Sicherheitswirtschaft und mehrere diskrete Kontakte aus industriellen Kreisen hatten Gesprächsbedarf angemeldet, manche direkt, andere über Zwischenpersonen. Jon nahm es mit einem kaum sichtbaren Lächeln auf, hob im Vorbeilaufen die Hand für zwei Passanten und lief weiter, die Promenade typischerweise als Bühne nutzend, auf der er beiläufig Präsenz zeigte.

Vieles von dem, was Maren ihm mitteilte, ging dabei zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus, bis ein Name fiel, der ihn unvermittelt hellhörig werden ließ.

"Senatorin Amidala?“

Platzte er Maren ins Wort. Für einige Sekunden herrschte absolute Funkstille.

"Ylsara Adinara, Jon. Die Senatorin von Druckenwell.“

Jon ließ seinen Lauf ausklingen. Er bog in eine ruhige Seitengasse ab und eine knappe Handgeste genügte, damit seine Securities im Hintergrund die Umgebung prüften und dafür sorgten, dass weder neugierige Augen noch zufällige Ohren zu nah kamen.

"Nach dem heutigen Tag will jeder Senator mit Jon Hendrey sprechen. Das bedeutet aber nicht, dass jede Provinzsenatorin automatisch einen Termin bekommen soll. Aber was ist mit dieser hübschen Senatorin, der ich täglich beim Joggen über den Weg laufe? Hat deren Büro sich schon gemeldet?“

„Jon, Druckenwell ist einer der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte der Republik. Schwerindustrie, Zulieferketten, Werftkapazitäten, kritische Infrastruktur. Und innenpolitisch steckt die Welt in einer handfesten Krise. Nach dem Anschlag ist die Lage prekär, und wenn sich der Konflikt dort zuspitzt, landet das sehr schnell unter Begriffen wie Prävention, Stabilisierung oder Schutz kritischer Infrastruktur im Verteidigungsausschuss.“

Sie ließ ihm gerade genug Zeit, um den Zusammenhang zu begreifen, bevor sie fortfuhr.

"Außerdem ließe sich ein Treffen mit einer Togruta-Senatorin, wenn du es willst, auch öffentlich nutzen. Minderheiten, republikanische Vielfalt, verantwortungsvolle Zusammenarbeit...genau das Zeug, das wir in den Problembezirken Eriadus gerade benötigen.“

Bei dem Wort "Togruta“ schaltete etwas in Jons Kopf um. Er sagte zunächst nichts, fuhr sich nur langsam über das Kinn und nahm dabei fast automatisch seine nachdenkliche Pose ein. In seinem Blick arbeitete es. Nicht besonders tief vielleicht, aber dafür schnell.

"Oder wir halten das Treffen zunächst unter dem Radar der Öffentlichkeit. Senatorin Adinara könnte auf jemanden aus sein, der einen Antrag zu ihren Gunsten unterstützt oder trägt, ohne dass sie selbst zu sichtbar damit verbunden wird. Druckenwell ist aktuell überdeckt von Kashyyyk und der Kriegsdebatte. Und genau deshalb kann man dort politisch arbeiten. Wir sollten also flexibel bleiben.“

Jon nickte schließlich langsam. Die anfängliche Geringschätzung war nicht verschwunden, aber sie hatte sich unter etwas Nützlicheres geschoben; eine potentielle Gelegenheit.

"Teile dem Büro von Senatorin Adinara mit..."

Begann er, während sein Blick aus der Seitengasse zurück zum Licht der Promenade wanderte.

"...dass Jon Hendrey einem Treffen große Bedeutung beimisst."

Dac / Coral City / Promenaden / Senator Jon Hendrey, Maren Dovall (Comlink)
 
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Ylsara Adinara und Fahrer


Am Tag nach der Sondersitzung war Coral City geschäftiger denn je. Ylsaras Holo-Benachrichtigungsfeed war am Morgen voll von den Ereignissen und Meldungen der Nacht. Die Streitkräfte der neuen Republik hatten die imperiale Flotte im Orbit von Kashyyyk bezwungen. Überall auf dem Planeten tobten noch Kämpfe, doch der vorteilhafte Ausgang für die Angreifer schien unter einschlägigen Militärexperten gewiss. Überall in der Hauptstadt der Neuen Republik diskutierten Politiker, Journalisten und Lobbyisten schon in den Morgenshows über den Wookiee-Planeten. Die großen Nachrichtenkanäle spielten Quúns Rede in Dauerschleife ab, analysierten die Meldungen von der Front und stritten darüber, ob die Republik einen geknechteten Platen befreit oder ihre eigenen demokratischen Grundsätze verraten hatte. Auf den Straßen waren Bürger unterwegs, die Transparente zur Unterstützung der Wookiees herumtrugen.
War der Angriff auf Kashyyyk mal zufällig kein Thema, stritten sich Podiumskontrahenten über die Bedeutung von allem, was auf der Pressekonferenz der Jedi geteilt wurde. Gerade forderte ein bebrillter Corellianer die Einhaltung der Verfassung, während ein Reporter sein Gegenüber immer wieder durch stechende Nachfragen provozierte und völlig offensichtlich auf ein schlagzeilenfähiges Duell pochte. An diesem Punkt presste Ylsara den großen Knopf auf ihrem Datenpad, um es auszuschalten. Ihr Handgelenk schmerzte inzwischen vom Dauerwischen, während sie zwischen den Feeds hin und her gesprungen war. Nun war es Zeit, die Schlagzeilen beiseite zu lassen.

Nicht, weil sie nicht wichtig waren. Oder gar, weil sie keine Meinung zu den Ereignissen hatte. Ganz im Gegenteil. Doch jede öffentliche Aussage würde nun im Wirbel der Kashyyyk-Debatte untergehen, während sie andere Probleme hatte. Druckenwell brannte weiter. Es interessierte derzeit nur keinen. Die Nachrichten von ihrer Heimatwelt wurden vom großen Feuer überdeckt, das die beiden galaxisumspannenden Fraktionen gerade entfachten.

Meldungen aus Il Avali gab es genug. Stillstehende Fabrikkomplexe und Orbitalwerften, Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Gewerkschaften. Die Zahl der Festnahmen und Verletzten stieg stetig weiter an. Gleichzeitig schienen sich gewisse Teile der Arbeiterbewegung zunehmend zu organisieren und - was viel schlimmer war - militarisieren. Was vor wenigen Wochen noch aus spontanen Demonstrationen und Streiks bestanden hatte, begann langsam zu einer echten politischen Bewegung zu werden. Genau das machte die Situation für die Senatorin von Druckenwell so gefährlich. Die Lage musste stabilisiert werden. Wenn möglich, unter der Hand und abseits der unzähligen, gierigen Reporter-Augen, die derzeit auf das andere Thema gerichtet waren. Der Plan war weiterhin, den Antrag für eine Intervention in den Verteidigungsausschuss zu bringen. Der Antrag dufte nicht von ihr selbst kommen, so viel war ebenfalls klar. Das würde ihre eigene Legitimität für Auswärtige, aber vor allem alle Fraktionen von Druckenwell untergraben. Sie musste möglichst neutral agieren, um Einfluss auf alle zu bewahren.

Den ein oder anderen Senator hatte sie bereit eingelullt. Aber wenn sie sicher gehen wollte, brauchte sie Stimmen im Verteidigungsausschuss. Sichere Stimmen.


“Wir sind da, Ma’am.”

Die Stimme ihres Fahrers riss sie aus den Gedanken. Sie war allein gekommen - gegen heftige Einwände ihres Sicherheitsverantwortlichen.
Das The Deep Current lag mehrere Ebenen unterhalb der repräsentativen Bezirke Coral Citys. Offiziell handelte es sich um ein Restaurant der gehobenen Klasse und eine Bar für Geschäftsreisende, Werftmanager sowie wohlhabende Besucher von Dac. Tatsächlich war es einer der Orte, an dem man vertrauliche Gespräche führen konnte, ohne die Befürchtung, dass etwas nach Außen getragen wurde. Was im Deep Current besprochen wurde, blieb im Deep Current. Es war ein ungeschriebenes Gesetz.

Die Einrichtung war deutlich dunkler als die meisten Lokale an der Oberfläche der schwimmenden Mon Calamari-Kuppeln. Blaugrünes Licht fiel entlang der gewölbten Decke und tauchte den Raum in eine gedämpfte Atmosphäre, die an die Tiefsee erinnern sollte. Hinter riesigen Transparistahlfensterscheiben bewegte sich dabei tatsächlich die Tiefsee Dacs. Gelegentlich glitten Schwärme kleiner Leuchtfische durch die dunklen Wassermassen und verschwanden wieder in der Schwärze, während dahinter größere Silhouetten durch die Dunkelheit zogen. Der Ort gefiel ihr. Nicht, wegen des Luxus. Sondern, weil hier niemand laut sprach. Niemand machte hier offensichtlichen Wahlkampf. Niemand brauchte eine Rolle spielen. Denn niemand sah hin. Daher war es der perfekte Ort, sich mit jemandem wie ihm zu treffen. Und er war leicht zu finden.


“Senator Hendrey.”

Ein höfliches, breites Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.

“Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Nach Ihrem gestrigen Auftritt muss die Hälfte des Senats etwas von Ihnen wollen …”

Sie setzte sich auf den freien Platz gegenüber.

“Ich hoffe jedenfalls, dass ich nicht gegen wichtigere Termine konkurrieren musste.”

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Ylsara Adinara und Senator Hendrey
 
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