Prefsbelt IV

// Nachricht an Theranos Zesh \\

Absender: Kanto Garison, Gouverneur von Quarzite

Nach dem Erlöschen des üblichen imperialen Wappens erscheint ein junger, hellhäutiger Mensch mit dunkelblondem Haar und etwas überheblich wirkendem Blick. Er scheint an einem Schreibtisch zu sitzen und im Hintergrund ist eine unterirdische Landschaft in seltsam violettem Licht zu erahnen, wobei Einzelheiten im Hologramm nicht erkennbar sind. Quer über die Brust der schwarzen Gouverneursuniform ist eine karminrot-beige Schärpe angedeutet. Mit gewählten Worten und einem leichten Akzent, den Kenner als Kuati identifizieren würden und der auf viele Personen etwas abgehoben wirkt, beginnt der Mann zu sprechen.


„Gouverneur Zesh,

Ihre Nachricht hat mich ebenso überrascht wie erfreut! Ihre Anfrage ist zwar ungewöhnlich aber umso interessanter. Ich persönlich schätze einen guten Schaumwein für den entsprechenden Anlass sehr. Leider gibt dieser karge Felsen, den man mir anvertraut hat, derartige Köstlichkeiten nicht her. Sie müssen mir unbedingt eine Kostprobe von Imperial Sensus zukommen lassen, falls die ersten Chargen schon in den Verkauf gehen…“

Das amüsierte Lächeln, das bis dahin das Gesicht von Gouverneur Garison geprägt hat, verzieht sich bei den letzten Worten zu einem verschwörerischen Grinsen.

„Was also Ihre Anfrage betrifft: Ja, ich denke, man könnte aus Quarzite-Kristallen kunstvolle Gläser und Flaschen oder auch Intarsien für Verpackungen herstellen, die Ihrem Anspruch genügen. Die Kristalle hier sind sehr vielfältig in Farbe und Transparenz, einige besitzen darüber hinaus eine eigene Lumineszenz. Diese ist zwar nicht so stark ausgeprägt, dass man es am helllichten Tage sehr bemerkt, aber sie ließe sich unter bestimmten Umständen sicher gut in Szene setzen.

Ich werde schnellstmöglich heimische Handwerker damit beauftragen, erste Modelle anzufertigen. Und auch, was Ihre beiden Großprojekte auf Prefsbelt IV betrifft habe ich schon erste Ideen. Ich werde meine Beraterin beauftragen, einen Holokatalog von der örtlichen Architektur auf Quarzite zu erstellen. Diese ist stark vom Einsatz der Kristalle geprägt und es gibt viele Beispiele, die durchaus beeindruckend sind.

Sobald Katalog und Modelle fertig sind, lasse ich Sie Ihnen zukommen. Selbstverständlich würde es mich sehr freuen, persönlich nach Prefsbelt IV zu kommen, um mir diese spannenden Projekte anzusehen, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob es meine Aufgaben hier erlauben. Quarzite liegt relativ nahe am neu-Republikanischen Einflussbereich und wir sind nach den neuesten Entwicklungen gezwungen, unsere Sicherheitspolitik neu zu strukturieren.

Das soll unseren zukünftigen Handelsbeziehungen jedoch kein Hindernis sein, bringt mich aber zu einem weiteren Punkt, der zu klären wäre: Wenn die Gläser und Designs, und auch das Material, Ihren Vorstellungen entsprechen sollte, wie groß wären die Abnahmemengen ungefähr? Der Weg von Quarzite nach Prefsbelt ist nicht der kürzeste und auch nicht ganz einfach. Seit die neue Republik Denon erobert hat, ist unser Teil der Galaxis leider etwas abgeschnitten. Es ist deshalb allein für die Organisation interessant, ob wir hier von einem leichten Frachter im Monat oder einem Schwerlast-Frachter in der Woche sprechen, wenn Sie verstehen, was ich meine. Die logistischen Kapazitäten, die mir zur Verfügung stehen, sind derzeit aufgrund von Bauprojekten und bereits abgeschlossener Rohstofflieferverträge stark eingeschränkt.“

Gouverneur Garison dreht bei diesen Worten entschuldigend die Handflächen nach oben und zuckt die Schultern.

„Natürlich würden wir die vertraglichen Einzelheiten später über unsere Berater klären, aber eine ungefähre Einschätzung wäre für’s Erste hilfreich.

Nun, dabei will ich es vorerst belassen. Ich bedanke mich sehr für Ihr Interesse an unserem kleinen Planeten und ich hoffe auf eine fruchtvolle Zusammenarbeit.
Vielleicht können wir ja schon bald darauf anstoßen, mit Ihrem Schaumwein in Quarzite-Kristallgläsern.

Bis dahin,


Lang lebe das Imperium!“


\\ Ende der Nachricht //
 
[ Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Blue One / Gouverneurspalast / Gouverneursbüro] Theranos Zesh


Theranos Zesh hatte nun seit beinahe drei Stunden ununterbrochen an seinem Schreibtisch gesessen.

Datapads wechselten einander ab.
Berichte über mögliche Rückzugsräume, Verstecke, alte Infrastrukturen, die sich für Rebellen oder angeheuerte Kriminelle eigneten. Namenslisten, ehemalige Funktionsträger aus der Zeit Robert Kerns, Querverbindungen, Zahlungen, verdeckte Firmengeflechte. Verhörprotokolle – nüchtern, fragmentarisch, manche aussagekräftig, andere unerquicklich leer.

Theranos las sie alle nacheinander
Er nahm ein weiteres Pad, zur Hand bezüglich des Werftprojektes.
Produktionskennzahlen, Materialfluss, Sicherheitsberichte. Marcon Felth würde entweder bereits vor Ort sein oder in Kürze eintreffen. Die Zahlen sahen solide aus. Mehr als solide. Theranos machte sich eine kurze mentale Notiz, später persönlich nachzufragen.

Dann blieb sein Blick an einem anderen Bericht hängen.
Seinem Weinprojekt Imperial Sensus.
Ein Statusbericht seines Partners Caelis Marron. Mehrere schwere Transporter. Dutzende Arbeitsdroiden. Lokale Helfer. Rebstöcke aus Corulag – sorgfältig umgesetzt, angepasst, neu gesetzt. Der Boden hatte sie angenommen. Keine Ausfälle. Keine Schäden.
Theranos’ Mundwinkel hoben sich unmerklich.
Ein weiterer Absatz ließ ihn innehalten. Der Präfekt von Green One, Jorren Vale – seit Jahren dort ansässig – war vor etwa einer Woche selbst vor Ort gewesen. Aus Neugier, hieß es. Aus Freude, hieß es ebenfalls. Und mit einer ganz einfachen Frage:
Wann wird der erste Wein fertig sein? Und ob es – wie früher – vielleicht wieder ein Weinfest geben würde.

Theranos lehnte sich zurück, er hatte mittlerweile auch die Idee, ob man sich nicht auch im Bereich Accessoires und vielleicht mit Quarzite im Bereich des Schmucks zusammentun könnte. Ein kurzer, leiser Atemzug entwich ihm fast ein Lachen, als ein dezentes Signal seinen Arbeitsfluss unterbrach.

Theranos hob den Blick, runzelte kurz die Stirn, als er sah das es sich um eine Nachricht auf dem Direktkanal handelte.
Der Absender ließ ihn einen Moment innehalten.

Kanto Garison. Gouverneur von Quarzite.
Ein leiser Atemzug entwich ihm, kaum mehr als ein angedeutetes Schmunzeln.

„Das ging schnell“, murmelte er halblaut.

Er lehnte sich minimal zurück, legte den Datenstift beiseite und ließ den Blick einen Herzschlag lang über das Büro schweifen – als würde er die Gedanken ordnen, bevor er sich dem Inhalt widmete. Drei Stunden, vielleicht etwas mehr, seit er die Nachricht abgeschickt hatte. Offenbar hatte Garison sich die Nachricht nicht nur angesehen, sondern auch als Gelegenheit erkannt.
Ehrgeizige Männer lassen sich selten lange bitten, dachte Theranos.
Er lehnte sich minimal zurück, legte den Datenstift beiseite und ließ den Blick einen Herzschlag lang über das Büro schweifen – als würde er die Gedanken ordnen, bevor er sich dem Inhalt widmete. Offenbar hatte Garison sie nicht nur gelesen, sondern als Gelegenheit erkannt.
Theranos ließ die Antwort vollständig ablaufen, ohne sie zu unterbrechen. Während das Hologramm erlosch, blieb sein Blick ruhig, wachsam – zufrieden, ohne sich dieser Regung offen hinzugeben. Die Richtung stimmte. Mehr noch: Sie versprach Potenzial.

Er aktivierte den Commlink auf seinem Schreibtisch.

„Miss Marris“, sagte er ruhig. „Bitte kommen Sie kurz zu mir.“

Wenige Augenblicke später trat sie ein, aufmerksam wie stets. "Ja bitte eure Exzellenz?"
„Wir werden umgehend eine Express-Lieferung vorbereiten“,
begann Theranos. „Je eine Kiste Imperialis Sensus – Classica und Luxa Solis. Persönlich an Gouverneur Garison. Sorgfältige Verpackung, jede Flasche in einer einzelnen hochwertigen Verpackung wie gehabt mit Seide verkleidet, mit dem Logo darauf, der Gouverneur soll sehen, dass wir es ernst meinen und worin die Philosophie geht.“
Ein kurzes Innehalten, dann ergänzte er.
„Lassen Sie zudem die bisherigen Skizzen und Entwürfe zu Gläsern, Flaschen und Verpackungen zusammenstellen. "Ich möchte, dass Quarzite früh versteht, welchen Anspruch wir verfolgen.“

Miss Marris neigte den Kopf. „Selbstverständlich, Eure Exzellenz.“
Theranos nickte knapp. „Danke. Das ist alles.“

Nur ein paar Minuten verstrichen, ein paar Berichte, noch eine Unterschrift – dann meldete sich der Commlink.
„Eure Exzellenz“, sagte Miss Marris ruhig. „Herr Rethan Vaal bittet um eine dringende Unterredung. Es geht um eine sicherheitsrelevante Lage. Legat Koss ist derzeit nicht verfügbar.“

Theranos’ Blick hob sich sofort. Das klang garnicht gut wenn ihn Rethan Vaal persönlich über ein Problem informieren musste.
„Lassen Sie ihn herein.“



Die Tür öffnete sich lautlos.
Der Mann, der eintrat, bewegte sich ohne Hast, ohne jede überflüssige Geste. Groß gewachsen, breite Schultern, die Uniform der Blauen Legion makellos, aber ohne jeden Zierrat. Keine Insignien, die Aufmerksamkeit suchten – nur Rang, Funktion, Disziplin. Sein Gesicht war hart, nicht kalt, sondern geformt von Routine und Erwartung. Die Augen aufmerksam, prüfend, als würden sie den Raum ebenso erfassen wie die Person darin.
Er blieb in angemessenem Abstand stehen und salutierte knapp.


„Rethan Vaal“, sagte er mit seiner tiefen fasst donnernden stimme. „Kommandant der Blauen Legion. Stellvertreter von Legat Veran Koss.“
Für einen kurzen Moment zuckte ein kaum wahrnehmbares Lächeln über Theranos’ Gesicht. Kein Spott, kein Herabsehen – eher ein Zeichen stiller Vertrautheit.
„Kommandant Vaal“, erwiderte Theranos ruhig.
„Wir kennen einander. Ihre Position ist mir bekannt. Sie müssen sie nicht jedes Mal wiederholen, als stünden wir auf dem Exerzierplatz.“
Ein Hauch von Wärme lag in der Stimme, doch der Blick blieb aufmerksam.
Dann, mit einem leichten Neigen des Kopfes.

„Doch nun gut, berichten Sie.“
Vaal ließ sich nichts anmerken. Keine Erwiderung, kein Kommentar. Wenn ihn die Bemerkung berührt hatte, dann verbarg er es hinter derselben Strenge, mit der er auch auf einem Feldrapport gesprochen hätte.
Vaal aktivierte ein Datapad, trat einen Schritt näher und verbindete sich mit dem Holoprojektor. Nach ein paar Sekunden schwebte eine Karte über die dem Tisch. Der Norden von Prefsbelt IV erschien – ausgedehnte Wälder, steinige Höhenzüge, wenige Siedlungen, industriell geprägt, aber unscheinbar.


„Ein Notruf aus dem Norden hat uns erreicht“, begann Vaal ohne Umschweife. „Region Varnholt. Kleinstadt Eirholt.“
Er markierte einen Punkt.
„In der Nähe einer forstindustriellen Anlage kam es zu Schusswechseln. Mehrere Blasterentladungen, mindestens eine kleinere Explosion. Planetare Sicherheitskräfte wollten eingreifen und wurden sofort unter Feuer genommen.“
Theranos trat an den Tisch heran.
„Was für eine Anlage?“
„Holzverarbeitung und Verbundmaterialien“,
antwortete Vaal. "Eigentümer: Edrik Fyörn.“
Der Name fiel sachlich – und gerade deshalb schwer.
Theranos’ Blick verharrte auf der Karte.

„Verwandtschaft unseres ehemaligen Gouverneurs?“
„Angeheiratet“,
bestätigte Vaal. „Cousin der ehemaligen Ehefrau von Robert Kern. Die beiden gelten seit Jahren als zerstritten.“

Ein kurzer Moment der Stille.
„Was wissen wir über das Gebiet?“, fragte Theranos.
Vaal ließ die Projektion weiterlaufen.

„Varnholt ist ruhig. Arbeiter, Förster, Industrie. Wenig Fluktuation, kaum Kriminalität. Loyal gegenüber der Verwaltung, solange man sie arbeiten lässt.“

Theranos nickte leicht. „Kein Ort für Zufälle.“
„Nein, Eure Exzellenz.“
antwortete Rethan.
Er richtete sich etwas auf.

„Ich habe die erste und zweite Kompanie des zweiten Bataillons in Bereitschaft versetzt. Beide sollten innerhalb der nächsten Minuten verlegungsbereit sein.“

Theranos sah ihn nun direkt an.
„Gut.“
Ein kurzer Atemzug.
„Ich komme mit.“
Vaal zeigte keine Reaktion. Kein Stirnrunzeln, nur ein kurzes Zögern.
„Zu Befehl, ich erstatte Meldung sobald wir Abflug bereit sind.“ sagte er, salutierte und verlies den Raum.
Theranos aktivierte den internen Kanal während
„Miss Marris. Bitte schicken Sie mir zwei Bedienstete mit meiner Ausrüstung und rufen Sie Alric.“



Nach nicht einmal einer Minute traten zwei Bedienstete ein, wortlos, geübt. Die Abläufe waren ihnen vertraut. Theranos hatte sich bereits vom Tisch gelöst und stand ruhig, während sie begannen, Theranos seinen Bodysuit anzulegen.
Ein eng anliegender Schutzanzug aus flexiblen, dunkelgrauen Fasern, kühl auf der Haut. Dünn, beinahe unscheinbar – und doch durchzogen von fein integrierten Schutzplatten, die entlang der Brust, der Flanken, der Schultern und der Wirbelsäule lagen. Kein schwerer Panzer, kein martialisches Exoskelett, sondern eine zweite Haut aus Technik und Vorsorge. Entwickelt, um Blasterenergie zu streuen, Treffer abzulenken, Zeit zu gewinnen.

Theranos hatte diesen Anzug nach dem Angriff auf Blue One anfertigen lassen.
Nicht aus Angst – sondern aus Einsicht. Der Anschlag hatte ihm vor Augen geführt, wie schmal die Linie zwischen Ordnung und Chaos war, selbst im Herzen einer scheinbar gesicherten Hauptstadt. Der Bodysuit war keine Kapitulation vor dieser Erkenntnis, sondern ihre Konsequenz.
Er trug ihn nicht oft, bicht, weil er ihn unterschätzte, sondern weil er ihn kannte. Der Anzug war funktional, zuverlässig – aber etwas unbequem. Er spannte bei längeren Sitzungen, erinnerte bei jeder Bewegung daran, dass er getragen wurde. Für den Alltag eines Gouverneurs, für stundenlange Verhandlungen, Empfänge und Sitzungen war er schlicht unpraktisch. Doch für Momente wie diesen oder sobald er den Palast verließ war er unverzichtbar.

Einer der Bediensteten befestigte die letzten Verschlüsse, der andere reichte bereits die frisch gebügelte Gouverneursuniform.
Theranos schlüpfte wieder in den vertrauten Stoff – der dunkle Schnitt, die klaren Linien, das sichtbare Zeichen seines Amtes. Über dem Bodysuit wirkte die Uniform kaum verändert, doch der Unterschied lag unter der Oberfläche. Zivil nach außen, geschützt im Kern.
Zuletzt wurde der Mantel übergelegt.
Theranos ließ die Schultern kurz kreisen, prüfte die Beweglichkeit. Es war nicht angenehm, aber ausreichend.
Er griff nach seinem Blaster, steckte ihn an den Gürtel und hob den Blick.


Ein leises Signal kündigte eine weitere Präsenz an. Commander Alric Thane, Leiter seiner Leibgarde trat ein.
„Eure Exzellenz?“

Theranos drehte seinen Kopf zu Alric. „Einsatz im Norden. Eirholt. Sie stellen mir meine Eskorte zusammen und begleiten mich.“
Alric musterte Theranos, der genau wusste das seinem Kommandant der Leibwache es überhaupt nicht gefielt wenn Theranos den Palast verlies schon garnicht um irgendwohin nichts nichts zu einem Einsatz zu Fliegen denn blieb Theranos’ Blick Unverrückbar.
Alric Nicke kurz.
„Verstanden Eure Exzellenz ich mache die Männer sofort bereit und treffe Sie im Hangar.“

Theranos nickte und aktivierte den Commlink, als Alric den Raum verlassen hatte.
Nach ein paar Sekunden stand die Verbindung.

„Eure Exzellenz“, erklang Bayls Stimme. Ruhig, gefasst – doch nicht frei von Spannung.

„Zu Ihrer Information“, sagte Theranos. „Ich verlasse den Palast. Im Norden ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Hinweise deuten auf eine mögliche Verbindung zu Kern. Ich werde mir die Lage persönlich ansehen.“
Ein kurzes Schweigen folgte. Kein technisches. Ein menschliches.
„Wenn ich mir erlauben darf“, begann Bayl schließlich, sorgfältig abwägend, „so halte ich dieses Vorgehen für… mutig.“
Ein Atemzug.
„Nicht unklug – aber riskant. Ihre Präsenz ist für die Stabilität hier von erheblicher Bedeutung.“
Theranos ließ den Blick über seine Ausrüstung gleiten, während er antwortete.

„Gerade deshalb“, sagte er ruhig. „Ordnung darf nicht nur verwaltet werden. Sie muss sichtbar sein und solange ich weg bin, werden Sie als mein Stellvertreter agieren.“
Bayl schwieg erneut, dann senkte sich seine Stimme.
„Dann werde ich in Ihrer Abwesenheit die Verantwortung hier übernehmen“, sagte er.
Ein Hauch von Widerwillen – aber auch Loyalität.
„Ich werde dafür sorgen, dass alles in Ihrem Sinne weiterläuft.“

„Das erwarte ich“,
erwiderte Theranos.
Die Verbindung endete und Theranos machte sich auf den Weg.


[ Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Blue One / Gouverneurspalast / Gouverneursbüro] Theranos Zesh
 
Zuletzt bearbeitet:
Prefsbelt IV | niedriger Orbit, nahe Zollsltation Beta-03 | Kal Andrim, Ailemar Perlim (NSC) und Reyan Vexler in ihren TIE/ba, begleitet von drei weiteren TIE/ba, Staffel Blue-Three der Blauen Legion in TIE/ln 12/12

Es gab nicht viel Zeit zu überlegen. Kals Gedanken rasten, so wie seine Augen über die Sensorschirme schnellten und dabei auch nicht das Chaos direkt vor dem Cockpitfenster vernachlässigten. Viel Handlungsspielraum blieb ihnen nicht, ein Rückzug war nicht akzeptabel. Jetzt musste er sich auf die Überlegenheit des neuen TIE/ba verlassen und entsprechend vielen auch seine Befehle aus.

>>Achtung an alle, hier spricht Beta 7. Blue-Three Leader, halten Sie Ihre Jäger zurück bis Betastaffel die Feindjäger in einen Nahkampf verwickelt hat und stoßen dann dazu. Betastaffel: Frontalangriff auf die Cloakshapes. Ich will eine saubere Torpedosalve sehen, um den Feind auszudünnen. - Vergesst nicht die Korvetten, ich will keinen Jäger durch deren Geschützfeuer verlieren.<<

Tatsächlich war die Zeit verdammt knapp. Die sechs TIE/ba hatten kaum Zeit, sich in Position für eine Zielerfassung zu bringen, bevor der Feind zu nah war für eine Torpedozielerfassung. Dennoch schafften es immerhin vier der sechs Piloten, darunter Kal selbst, einen Torpedo abzusetzen. Jeder der Flugkörper traf als die Formation der Cloakshapes durch Ausweichmanöver durcheinander geriet und die Feindzahl von 16 auf 12 reduzierte.

Es gab keine Zeit, näher darüber nachzudenken. Der Bordcomputer zeichnete die Abschüsse auf, während die Fliegerinstinkte des Kuati die Kontrolle übernahmen. Er musste viele Haken schlagen, um nicht das Leben zu verlieren. Ein allzu vorhersehbarer Kurs würde nur dafür sorgen, dass er oder andere Piloten im Geschützfeuer der Zollkorvetten vergehen würden. Das war ein Schicksal, dem sie doch lieber entgehen würden, gleichzeitig machte es ihnen unglaublich schwer, eine vernünftige Zielerfassung auf die Cloakshapes zu bekommen.

Mehr als Streifschüsse gelang keinem seiner Staffelkollegen oder den Legionären, bis
Kal dann doch endlich einen der Cloakshapes mit einer Lasersalve zum Platzen brachte. Grund zum Feiern gab es jetzt keineswegs, ein Seitenblick verriet Kal, dass in der Zwischenzeit zwei Legionäre ihr Leben gelassen hatten. Zumindest aber die TIE/ba bewiesen, dass sie keine Fehlinvestition waren. Keiner der Jäger war abgeschossen worden und alle wurden ihm immer noch als voll funktionsfähig angezeigt.

Plötzlich wurde das Geschützfeuer um sie herum weniger. Das musste bedeuten, dass die Korvetten an ihnen vorbei gezogen waren und weiter ihr noch unbekanntes Ziel verfolgten. Gerne hätte
Kal den Navigationscomputer weitere Berechnungen anstellen lassen, doch die Cloakshapes gönnten ihnen keine Atempause. Ein weiterer Legionär verging in einem Feuerball, gleichzeitig schafften es die Kal und seine Flügelmänner aber, drei weitere Cloakshapes abzuschießen.

Gelegenheit aufzuatmen gab es jedoch nicht. Das Trägerschiff sandte einen Notruf aus. Die Zollkorvetten hatten begonnen, es unter Feuer zu nehmen und auch wenn der Deflektorschild des Ton Falk eine enorme Stärke für seine Größe hatte, würden die Turbolaser der Korvetten diesen früher oder später überwältigen, während die Korvetten gleichzeitig viel zu schnell waren, als dass das Trägerschiff ihnen entkommen konnte.

Doch damit nicht genug. Der Feind hatte scheinbar eine weitere Jägerstaffel vorbereitet. Das neutralisierte quasi die Epsilonstaffel, die zum Schutz des Trägerschiffes an Bord gelassen wurde und nun aus offensichtlichen Gründen, nichts gegen die Korvetten unternehmen konnte. Nicht, dass ein Dutzend TIE/ln sonderlich viel hätte ausrichten können, aber jetzt gerade wären sie eigentlich auf jedes bisschen Hilfe angewiesen.

Ein Blick auf den Sekundärschirm wies
Captain Sunstrider als noch 11 Minuten entfernt an und alle weitere Verstärkung würde noch viel später kommen. Sowohl Colonel Rorsam als auch die lokalen Sicherheitskräfte und die Systemverteidigungsstreitkräfte hatten den Orbit für sicher gehalten und das rächte sich nun. Die Situation wäre beinahe zum Lachen gewesen, stünden nicht so viele Menschenleben auf dem Spiel. Ihnen lief die Zeit davon, also war es Zeit für etwas riskantere Ideen.

>>Hier Beta 7. Betastaffel greift die nächste Korvette an, während Blue-Three die Cloakshapes beschäftigt. Wir müssen dem Trägerschiff so viel Zeit wie möglich erkaufen.<<

Damit setzte der Kuati die Legionäre einer nicht unerheblichen Gefahr aus, aber das ließ sich aktuell einfach nicht vermeiden. Die TIE/ba drehten ab, um eine Zielerfassung auf das von Kal ausgewählte Ziel zu suchen und zu finden. Wie erwartet kollabierte der Deflektorschild erneut unter der Torpedosalve. Nur leider fehlte ihnen dieses Mal die Feuerkraft, um auch die zweite Korvette sofort zu vernichten. Dafür beschädigten sie zwei der sechs Turbolasergeschütze und die Antriebssektion.

Bevor sich ihr Deflektorschild wieder aufbaute, konnten Sie mit den Lasern noch einige Sekundärsysteme beschädigen. Die Korvette war angeschlagen, aber noch nicht aus dem Spiel. Doch sie konnte nun weder mit den anderen Korvetten noch mit dem Trägerschiff mithalten und damit würde sie bald außer Feuerreichweite ihrer Geschütze driften. Das war für den Moment mehr als genug.

Prefsbelt IV | niedriger Orbit, nahe Zollsltation Beta-03 | Kal Andrim
, Ailemar Perlim (NSC) und Reyan Vexler in ihren TIE/ba, begleitet von drei weiteren TIE/ba, Staffel Blue-Three der Blauen Legion in TIE/ln 9/12
 
Prefsbelt IV | niedriger Orbit, nahe Zollsltation Beta-03 | Kal Andrim, Ailemar Perlim (NSC) und Reyan Vexler in ihren TIE/ba, Legat Veran Koss in einer Raumfähre, begleitet von drei weiteren TIE/ba, Staffel Blue-Three der Blauen Legion in TIE/ln 12/12


>>Ha! Noch einen erwischt!"<<
Reyans Ruf ging ungefiltert über den Staffelkanal, während der feindliche Jäger vor ihm in einem gleißenden Feuerball aufging. Die Explosion riss den Cloakshape auseinander, Trümmerteile zogen wie glühende Splitter an seiner Kanzel vorbei. Reflexartig riss er den Steuerknüppel herum, presste sich tiefer in den Sitz, während sein TIE/ba mit brutaler Eleganz auswich.

Der Puls hämmerte.
Der Atem ging schnell.
Und trotzdem grinste er wie ein Kind das gerade mit seinem Lieblingsspielzeug spielte.

Er saß fest in seinem Cockpit, die Anzeigen tanzten – aber alles Wichtige war stabil. Noch. Um ihn herum tobte das Gefecht, ein wilder, ungeplanter Nahkampf direkt im Schatten der Zollstation von Prefsbelt IV. Laserfeuer, Funkrufe – Chaos.

Und das alles weil diese verdammten Rebellen sich diese Zollstation unter den Nagel gerissen hatten.
Noch vor weniger als einer Stunde hatte Reyan damit gerechnet, nur ein paar langweilige Runden um eine Zollstation zu drehen. Begleitschutz und Präsenz zeigen. Mehr nicht. Der Legat für Sicherheit hatte um Unterstützung gebeten, Kal hatte das Kommando übernommen, und alles hatte nach einem dieser Einsätze gerochen, bei denen man später nicht einmal mehr wusste, wo man gewesen war. Und jetzt?

Vier Zollkorvetten, jede menge Feindliche Jäger und die Station die sie auch noch zusätzlich beschoss.
Ein echtes Gefecht. Unsauber. Unübersichtlich. Tödlich.


Reyan riss seinen Jäger herum, zog hart nach Steuerbord – genau in dem Moment, als ein greller Impuls an seiner rechten Seite vorbeizuckte. Zu nah. Viel zu nah. Der Treffer hatte ihn um Haaresbreite verfehlt.

„Verdammt…“, zischte er, mehr zu sich selbst als in den Funk.

Im nächsten Augenblick sah er es.
Ein TIE/ln der Blue-Three-Staffel. Der Jäger war getroffen worden trudelte unkontrolliert, rotierte wild um die eigene Achse, Flammen schlugen aus der Hülle. Reyan konnte den Piloten nicht hören, nicht sehen – nur hilflos zusehen, wie der taumelnde Jäger mit einem zweiten TIE/ln kollidierte.
Ein greller Blitz. Zwei Explosionen in einem Gefecht und schon waren erneut zwei leben verwirkt.
Reyans Finger verharrten einen Sekundenbruchteil zu lange auf den Kontrollen.

Dann dieses leise, kaum hörbare Geräusch in seinem Helm.

„Pff…“
Ein unwillkürlicher Laut. Kein Lachen. Kein Spott. Eher… Ernüchterung.

"Amateure."
Der Gedanke kam schnell, scharf, ungefiltert. Und er hasste sich ein wenig dafür – denn das da draußen waren Kameraden. Imperiale Piloten. Männer und Frauen, die ihren Dienst taten.

Aber aus seiner Sicht waren sie ganz klar fehl am Platz.
Diese Legionäre waren kaum zwei, drei Wochen ausgebildet und durften sich seiner Meinung nach nicht TIE-Piloten nennen. Klar waren viele von Ihnen schon länger Piloten aber mehr im öffentlich Dienst oder Frachter Piloten als Kampfpiloten und hatten kaum echte Flugstunden mit den TIE/ln gehabt. Und man hatte sie in ein Gefecht geworfen, das selbst für erfahrene Piloten heikel war. Für Reyan waren sie keine Unterstützung. Sie waren ein Risiko. Ein Hindernis, dem man ausweichen musste, während man eigentlich kämpfen wollte.

Natürlich würde er das niemals laut sagen.
Nicht hier. Nicht jetzt.
Ein schriller Warnton riss ihn zurück. Ein weiterer feindlicher Jäger tauchte auf, direkt vor ihm. Reyan reagierte instinktiv, schoss auf den Jäger vor ihm der nach einer kurzen Salve in einer Explosion aufging, danach ließ den TIE/ba nach unten wegkippen, schob die Leistung hoch und setzte sich in Position.

Das war bereits sein dritte Abschuss heute.
Und jeder seiner Torpedos hatte bisher getroffen und das gab ihm Halt.
Als Kal Andrim den Befehl gab die nächste Korvette anzugreifen machte Vex sich bereit.


>>„Beta Neun an Beta Sieben“, meldete er sich wieder, diesmal konzentriert, klar. „Habe verstanden Drehe ab und nehme die Korvette unter Beschuss.“<<
Kals Stimme kam kurz darauf, ruhig, kontrolliert – wie immer. Befehle, die Sinn ergaben. Richtung. Struktur. Genau das, was dieses Chaos brauchte.

Reyan folgte dem Kommando ohne Zögern, schloss auf, hielt Position. Der Spaß, das Grinsen, die lockeren Sprüche – all das trat zurück. Jetzt war er Flügelmann. Jetzt ging es darum, Kal den Rücken freizuhalten.
Alles andere war irrelevant.

Der Raum vor ihm füllte sich wieder mit roten und grünen Laserspuren. Reyan atmete tief durch, fixierte sein Ziel und drückte ab.


Prefsbelt IV | niedriger Orbit, nahe Zollsltation Beta-03 | Kal Andrim, Ailemar Perlim (NSC) und Reyan Vexler in ihren TIE/ba, begleitet von drei weiteren TIE/ba, Staffel Blue-Three der Blauen Legion in TIE/ln 9/12
 
Zuletzt bearbeitet:
[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Region Varnholt / Stadt Eirholt und die Fabrik ] Theranos Zesh & NPC´s - Kommandant der Leibwache Alric Thane, Kommandant der Blaue Legion Rethan Vaal und Blaue Legionäre.


„Noch zwei Minuten bis zur Landezone.“

Die Stimme des Piloten drang ruhig durch den Innenraum der Lambda-Fähre, routiniert, beinahe beiläufig, als spräche er von einem Punkt auf einer Navigationsliste und nicht von einem Ort, an dem gerade ein Kampf stattfand. Für Theranos markierten diese Worte den Übergang zwischen Verwaltung und Wirklichkeit.

Er erhob sich und trat in den schmalen Durchgang nahe der Kanzel. Durch eine seitliche Sichtöffnung fiel sein Blick hinaus auf die Formation, die sich neben ihnen spannte wie ein bewusst gesetztes Zeichen. Die Lambda hielt das Zentrum, während die verschiedenen LAAT-Transporter sie flankierten. Weiter vorne, etwas höher und schneller, zogen mehrere TIE/ln ihre Bahnen, nicht hastig, sondern aufmerksam, als würden sie den Raum bereits in Besitz nehmen, noch bevor der erste Stiefel den Boden berührte.

Theranos blickte nach unten.
Eirholt lag unter ihnen, eine Stadt aus Holz und Stein, gebaut für Arbeit, nicht für Eindruck. Rauch stieg aus Schornsteinen auf, vermischte sich mit dem feuchten Atem der Wälder, die sich jenseits der letzten Häuser verdichteten. Menschen waren stehen geblieben, hatten ihre Wege unterbrochen, blickten nach oben. Am Rand der Stadt konnte man die Anlage erkennen. Den forstindustriellen Komplex am Waldrand, dort, wo die Straße endete und der Wald fast schon undurchdringlich wirkte. Mehrere Hallen, Förderbänder, Schneidwerke, Kräne waren dort zu sehen.

Dann rissen Ihn die erste Blasterschüsse aus den Gedanken.
Grüne und Rote Salven zuckten zwischen den Gebäuden der Anlage auf, schnitten durch Rauch und Staub, gefolgt von einer dumpfen Detonation, die Holz splitternd in die Höhe schleuderte und den Boden kurz erzittern ließ. Offensichtlich bekämpfte das Sicherheitspersonal nach wie vor die Eindringlinge.


„Kontakt bestätigt“, meldete der Pilot ruhig.
„Mehrere kleine Gefechte innerhalb des Industriekomplexes.“

Die TIE-Jäger gingen tiefer und zogen in prüfenden Linien über das Gelände hinweg. Die Antwort kam sofort und ungeordnet, Blasterfeuer, das aus Fenstern und provisorischen Deckungen nach oben stach, mehr Trotz als Kontrolle.

„Gouverneur Zesh.“ Rethan Vaals Stimme legte sich ruhig über den Funkkanal, sachlich, frei von allem Überflüssigen.
„Wir gehen vor und schaffen Ihnen einen sicheren Weg zur Anlage. Ich empfehle, dass Sie vorerst auf dem Hügel westlich der Anlage landen und warten, bis die Blaue Legion die Anlage unter ihre Kontrolle gebracht hat."

Theranos ließ den Blick noch einen Moment draußen, nahm Rauch, Bewegung und Entfernung in sich auf, nicht aus Zögern, sondern aus jener Gewohnheit, die Verantwortung formt, bevor sie gesprochen wird.

„So verstanden Herr Vaal ich werde Ihrer Empfehlung nachkommen“, antwortete er schließlich. „Wir warten auf dem Hügel auf Ihre meldung.“

Die Lambda-Fähre löste sich aus der Formation und sank in einen kontrollierten Gleitflug ab. Die LAATs fächerten etwas auseinander und setzten rund um den Komplex der Anlage auf. Landebeine schlugen dumpf auf, Heckklappen klappten auf, und die ersten Trupps sprangen ab, suchten Deckung hinter Holzstapeln, Fahrzeugen und schweren Maschinen, die rund um die Anlage standen. Kurz darauf begannen sich die Einheiten vorzuarbeiten, Meter um Meter, gedeckt von präzisen Deckungsfeuer.
Blaster schlugen in Holz und Metall ein, rissen Splitter heraus, ließen Funken über den Boden tanzen.

Erst jetzt setzte die Lambda auf dem Hügel auf.
Theranos trat an die Rampe, als sie sich öffnete, und ließ den Blick über das Gelände gleiten. Von hier aus lag alles vor ihm: links die Stadt, geduckt und still, als halte sie den Atem an; rechts die Anlage, erfüllt von Rauch, Bewegung und dem harten Rhythmus eines Kampfes, der noch nicht entschieden war. Theranos begab sich einige Meter von der Fähre zum Rand des Hügels.

Auf ein kurzes zeichen, reichte Alric Thane, Theranos das elektronische Fernglas.
Was der Gouverneur sah, war kein ungestümer Vorstoß.
Die Blaue Legion bewegte sich in Abschnitten, band Feuer, öffnete Räume, drängte Widerstand zurück, ohne ihn frontal zu suchen. Wo Blasterfeuer aufflammte, war bereits jemand in Position, um es zu brechen oder zu umgehen. Verluste entstanden, wurden aufgenommen und kompensiert, ohne dass der Strom an Soldaten abbrach.
Dann explodierte eine Grante. Sie riss Metall nach außen, verbog Träger und schleuderte Splitter durch die Luft, während mehrere Legionäre von der Druckwelle erfasst und hart zurückgerissen wurden, bevor sie hinter einer Verladeplattform verschwand.

Theranos schnaubte. Er wusste, dass die Soldaten der Blauen Legion dafür ausgebildet waren, dennoch war er kein Freund davon, anderen einfach beim Sterben zuzusehen, ohne etwas zu unternehmen.

Nach kurzer Zeit war der größte Teil der Anlage gesichert. Nur noch ein Gebäude am Rand des Komplexes hielt noch stand und spuckte weiterhin Salven aus mehreren Fenstern auf das übriggebliebene Sicherheitspersonal und die Blaue Legion. Dort hatten sich die Angreifer verschanzt, ohne Rückzug, nur mit der Hoffnung, Zeit zu kaufen.


„Hauptstruktur ist gesichert, Gouverneur", meldete die Stimme von Rethan Vaals über das Com.
„Verbindung zum Fabriks-Inhaber wurde hergestellt, er ist leicht verletzt, aber nichts Ernstes. Die Kräfte des Feindes wurden stark dezimiert, soweit wir annehmen, werden Sie nicht mehr lange durchhalten.“

Theranos senkte das Fernglas und atmete langsam aus.

„Gut, der Verlust weiterer imperialer Leben ist nicht erwünscht Kommandant, wenn nötig pusten Sie diese Rebellen weg, sei es durch den Einsatz von Raketenwerfern oder der TIE/ln“, sagte er ruhig.
„Sichern Sie die Umgebung. Wir machen uns auf den Weg nach.“

“Zu Befehl, Herr Gouverneur”
sagte Kommandant Vaal und beendete die Übertragung.
Theranos machte kehrt und machte sich auf dem Weg zur Fähre um sich zur Fabrik zu begeben


[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Region Varnholt / Stadt Eirholt und die Fabrik ] Theranos Zesh & NPC´s - Kommandant der Leibwache Alric Thane, Kommandant der Blaue Legion Rethan Vaal und Blaue Legionäre.
 
Zuletzt bearbeitet:
[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Region Varnholt / Stadt Eirholt und die Fabrik ] Theranos Zesh & NPC´s - Kommandant der Leibwache Alric Thane, Kommandant der Blaue Legion Rethan Vaal und Blaue Legionäre.


Der Boden der Lambda Fähre vibrierte kurz unter Theranos’ Füßen als diese sich vom Hügel löste und die Anlage langsam unter ihnen größer wurde.

Die Hallen lagen nun klar vor ihnen, kantige Baukörper aus Stahl und Beton, dazwischen Förderbänder, Kräne, Stapel von Rohholz und die breiten Schneidwerke, deren massive Formen eine eigentümliche Schwere ausstrahlten. Rauch hing noch immer über dem Komplex, als die Lambda-Fähre eine Schleife zog, um den besten Bereich zum Landen zu finden.

Theranos trat näher an eine Sichtöffnung, legte eine Hand gegen den Rahmen und ließ den Blick seitlich über das Gelände gleiten und nahm Bewegungen wahr. In diesem Moment schossen drei Projektile, offensichtlich von Soldaten der Blauen Legion, abgefeuert auf das letzte noch vom Feind gehaltene Gebäude am Rand des Komplexes zu. Nach einer Detonation an der Fassade brach diese in sich zusammen und ließ eine große Staubwolke zurück.

Noch bevor der Rauch sich richtig entfaltete, sah er ein grelles Aufleuchten, vermutlich ausgelöst von Detonatoren, die geworfen worden waren. Sofort danach stürmte die Legionäre in Ihren
Kampfanzügen in den Rauch. Nicht als chaotischer Schub, sondern in abgestimmten Bewegungen. Blasterfeuer flackerte kurz aus dem Inneren, brach aber nach ein paar Sekunden wieder ab. Als die Lambda-Fähre ihre Schleife beendete und tiefer ging, sah Theranos, wie zwei Gestalten von Legionären aus dem Gebäude gezerrt wurden, taumelnd, halb geblendet.

Dann setzte die Fähre auf.

Die Landung erfolgte auf einer freien Fläche zwischen den Hallen, geschützt von schweren Maschinen und Stapeln aus Holz, die nun weniger wie Arbeitsmaterial wirkten als wie zufällige Barrikaden. Die Rampe senkte sich mit einem gedämpften Zischen, und noch bevor sie den Boden berührte, hatten sich Legionäre in einem lockeren Halbkreis formiert, die Umgebung sichernd, nicht demonstrativ, sondern funktional.

Theranos schritt die Rampe hinab, dicht gefolgt von Alric und der
Leibwache. Der Geruch von Öl, verbranntem Holz und erhitztem Metall sofort in der Nase, die Luft noch schwer vom Nachhall der Explosionen. Er ließ den Blick kurz über das Gelände gleiten, nahm wahr, wie sich einzelne Trupps neu sortierten, Ausrüstung sicherten, Verletzte bargen oder Gefangene abführten. Dann löste sich eine Gestalt aus der Formation vor ihm.

Rethan Vaal trat einen Schritt vor, blieb in angemessenem Abstand stehen und salutierte knapp, eine Bewegung, die nicht auf Wirkung, sondern auf Gewohnheit beruhte. Neben ihm standen zwei weitere Männer, beide deutlich vom Kampf um die Fabrik gezeichnet. Der eine trug die Uniform der planetaren Sicherheitskräfte, ordentlich, aber mit Staub und Schmutz verschmiert, der Körperbau sportlich, die Haltung angespannt, als stünde er noch immer halb im Einsatz. Der andere war kräftiger, breiter in den Schultern, in einer etwas verschlissenen Arbeitsjacke, seine Hände waren vor der Brust verschränkt, die Finger unruhig, als hätten sie noch nicht ganz akzeptiert, dass der Kampf vorüber war.


„Hervorragende Arbeit, Kommandant“, sagte Theranos ruhig, während er Rethan Vaal Anerkennend zunickte.

Rethan senkte den Arm.
„Danke, Herr Gouverneur.“ Dann wandte er sich leicht zur Seite. „Darf ich vorstellen. Captain Jerek Solan, planetare Sicherheitskräfte Eirholt. Und Kellan Brorik, Leiter der Fabrikssicherheit."

Theranos musterte beide kurz, nicht prüfend, sondern aufmerksam. „Es tut mir leid, dass es zu dieser Situation gekommen ist“, sagte er schließlich. „Sobald uns der Notruf erreicht hat, sind wir ausgerückt.“

Kellan räusperte sich, nickte. „Wir wissen das zu schätzen, Herr Gouverneur. Dennoch…“ Er zögerte kurz, suchte nach den richtigen Worten. „Darf ich fragen, weshalb Sie persönlich hier sind?“

Theranos ließ ein leichtes, beinahe nachdenkliches Lächeln zu. „Berichten zufolge war der Angriff auf diese Anlage Befehl eines Mannes, der derzeit mehr als nur lokale Probleme verursacht. Robert Kern.“ Er machte eine kurze Pause, ließ den Namen wirken. „Da es sich beim Leiter der Fabrik um Verwandtschaft der verstorbenen Frau Robert Kern´s handelt, wollte ich mir selbst ein Bild machen.“

Jerek runzelte die Stirn. „Mit Verlaub, Gouverneur – unser Herr Fyörn hat keinerlei Verbindung zu Kern, im Gegenteil die beiden könnten sich nie leiden.“

„Das habe ich auch nicht angenommen“,
entgegnete Theranos beschwichtigend. „Im Gegenteil.“ Sein Blick ruhte einen Moment auf Solan. „Gerade deshalb interessiert es mich, ihn kennenzulernen. Und wenn ich schon hier bin, bietet sich die Gelegenheit, diese Region endlich selbst zu sehen. Die letzten Wochen ließen wenig Raum für solche Besuche.“

Rethan Vaal trat einen halben Schritt zurück, aktivierte seinen Comlink und gab Befehle zum Sichern des Geländes sowie zum Überprüfen jeder Struktur sowie zum Bereitmachen für den Abtransport der Gefangenen nach Blue One, dann blickte er zum Gouverneur. „Ein Teil der Einheiten bleibt vorab hier, bis die Ablöse der Planetaren-Sicherheitskräfte aus Eirholt eintrifft."

Theranos nickte. „Ich hätte gern eine vollständige Liste der Gefangenen Sobald wie möglich.“
„Wird veranlasst Euere Exzellenz.” antwortete Rethan.

Theranos wandte sich den beiden Herren der Fabrik zu.
“Nun gut, bringen Sie mich zum Leiter der Fabrik.”
Gemeinsam setzten sie sich in Bewegung, tiefer in den Komplex hinein. Sie passierten die Schneidwerke, deren massive Klingen nun stillstanden, die Förderbänder, auf denen noch Holzreste lagen, als hätte die Arbeit nur kurz pausiert und nicht brutal geendet. Überall Spuren des Gefechts, Einschläge, Brandstellen, hastig errichtete Deckungen.

Im Verwaltungsgebäude führte ein Aufzug nach oben. Die Türen schlossen sich leise, während sie an Höhe gewannen, das entfernte Echo von Befehlen und Schritten unter ihnen langsam verstummte. Als der Aufzug anhielt und sich die Türen öffneten, blieb Theranos einen Moment stehen, den Blick auf die Tür des Büros gerichtet, hinter der er hoffte, Antworten zu finden.


[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Region Varnholt / Fabrik Fyörn Industries ] Theranos Zesh & NPC´s - Kommandant der Leibwache Alric Thane, Jerek Solan, Kellan Brorik.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben